Archiv für November 2009

Forst-Investments: wieso gibt es dort einen Boom?

Donnerstag, 12. November 2009

Das Vertrauen der Anleger in Banken und die üblichen Produkte ist erschüttert, Finanzvertriebe wie AWD oder MLP verzeichnen drastische Einbrüche. Doch wohin mit dem Geld?


Ein üblicher Weg früher hätte lauten können, Bäume zu pflanzen. Wer einen Wald hat, der hat ein kleines Vermögen – unabhängig von Schwankungen der Aktien- oder Devisen-Märkte.

Und genau das ist auch der Vorteil von Forst-Investments. In einem einfachen Geschäftsmodell wird Land benötigt, auf diesem werden Bäume gepflanzt und nach der Wachstumsphase von 8 bis 25 Jahren wird das Holz geerntet. Die Transparenz ist voll vorhanden, wer will kann sich seinen Wald oder sein Projekt auch persönlich ansehen.

Zu einer nachhaltigen Geldanlage wird die Sache allerdings erst, wenn man auf ein paar Details achtet. Amerikanische Fonds oder auch Fonds deutscher Gesellschaften, die rein auf Rendite optimiert sind, kaufen nämlich bestehende Wälder und holzen diese ab. Das ist natürlich wenig sinnvoll. Besser sind Fonds, die Brachflächen wieder aufforsten und auch nach der prospektierten Fonds-Laufzeit noch ein intaktes Öko-System hinterlassen.

Solche Fonds gibt es von verschiedenen Anbietern, die jeweils auf unterschiedliche Konzepte setzen. Die Investition erfolgt meist in Edelhölzer, da deren Marktpreis kaum schwankt. Übliche Baumsorten sind Teak, Eukalyptus oder Robinie. Meist erfolgt die Anpflanzung in Mittel- oder Südamerika, denn durch das feuchte und warme Klima wachsen die Bäume schneller. Aber auch in Bulgarien kann der Anleger investieren, womit er durch den Euro Wechselkurs-Schwankungen ausschließt.

Die Anlageform als geschlossener Fonds bringt ein paar Besonderheiten mit sich. So ist die Laufzeit mit 8 bis 25 Jahren relativ lange und die Beteiligung des Anlegers als Unternehmer bedeutet auch, dass im schlimmsten Fall das eingesetzte Kapital verloren gehen kann. Das ist bei diesem Geschäftsmodell in Holz sehr unwahrscheinlich, aber nicht auszuschließen. Forst-Investments sind also nur zur Bemischung gedacht, mehr als 10-20 % des Anlagevolumens sollten nicht in Wälder investiert werden. Risiken wie Waldbrand oder Schädlingsbefall sind im übrigen durch die relative nassen Anbaugebiete und die großen, oftmals verteilten Waldgebiete übrigens nahezu vernachlässigbar.

Einer der Hauptgründe für viele Anleger ist aber in einem Zitat der „Wirtschaftswoche, 41/2007“ begründet: „Keine Notenbank der Welt wird sich dagegen wehren können, durch mehr Inflation einen Kollaps der Staatsfinanzen zu verhindern.“ Eine höhere Inflation wird also kommen. Und während deshalb das Geld seinen Wert verliert, wird das Holz seinen inneren Wert halten können und gut gegen Inflation schützen.

Die Rendite von Forst-Investments lässt sich natürlich nicht exakt abschätzen, aber die Angaben der Anbeiter variieren zwischen 6 und 12 % pro Jahr. Nicht schlecht für eine solch bewährte Anlageform wie die in Wälder.