Archiv für September 2010

Trennung von Staat und Kirche? Deutschland zahlt jährlich 442 Mio. € Gehälter an Bischöfe und „gehobene Geistlichkeit“

Mittwoch, 29. September 2010

Ich habe einen interessanten Bericht im Euro 10-2010 gesehen: die Finanzierung der Kirchen in Deutschland. Theoretisch eine ethische Geld- und Mittelverwendung, wären die Kriterien der Kirche nicht so intransparent und die Mittelverwendung nicht so unklar. Denn ethische Geldanlage zeichnet sich besonders durch ein Merkmal aus: sehr hohe Transparenz. Nur wenn öffentlich ist, wie Geld verwendet wird, kann man von nachhaltiger Geldanlage sprechen.

Hier ein paar interessante Fakten: Mit dem Reichsdeputationshauptschluss vom 27. April 1803 wurden Besitztümer der Kirche an weltliche Fürsten verteilt, da diesen linksrheinische Gebiete durch den Frieden von Lunnéville durch Frankreich abgenommen wurden. Dafür wurden Entschädigungen vereinbart, die seit dem – also seit mittlerweile mehr als 200 Jahren – gezahlt werden. Vom Kaiser, von Hitler und nun weiter von der Bundesrepublik und den Bundesländern.

Da gibt es z.B. jährliche Zahlungen von 442 Mio. Euro (Jahr 2009) für Gehälter von Bischäfen und der „gehobenen Geistlichkeit“. Wenn man vergleicht, dass die ca. 180 Vorstandsmitglieder der DAX-Konzerne in Deutschland in 2009 nur 409 Millionen Euro erhielten, eine stattliche Summe. Aber der Staat zahlt noch mehr. Unabhängig von tatsächlichen Forderungen von 1803 nämlich auch freiwillig; wie z.B. für den Religionsunterricht. Oder die 23,6 Millionen für die Militärseelsorge – das Grundgesetzt sagt dazu nur, dass „Seelsorge im Heer zuzulassen sei“ , nicht dass sie zu finanzieren sei. Auch durch Abzug der Kirchensteuer entgehen dem Staat Milliarden an Lohnsteuer-Einnahmen. Und viele kirchliche Gebäude werden vom Staat finanziert.

Insgesamt summieren sich die staatlichen Zuschüsse auf geschätzte 20 Milliarden Euro im Jahr. In Tagen, bei denen der Staat sich bei Hartz IV Sätzen äußerst kleinlich zeigt und nur 5 Euro aufschlagen will, ein schöner Brocken. Und die Verwendung der Mittel ist unklar. Klar ist nur, dass die meisten sozialen Tätigkeiten der Kirchen nur zum kleinen Teil aus dem Säckel der Kirchen bezahlt werden. Kirchliche Organisationen wie die Caritas finanzieren sich zum größten Teil aus Staatsgeldern oder Spenden.

Geändertes Energiekonzept der Koalition: CO2 Ziele nun fraglich

Montag, 27. September 2010

Wie die FTD berichtet, hat die Bundesregierung ihr eigenes Energiekonzept in zentralen Punkten abgeschwächt. Nachdem Umweltminister Rötgen bereits bei der Verlängerung der Atomkraftwerks-Laufzeiten ausgeschlossen wurde, hat er damit die zweite schwere Niederlage innerhalb kurzer Zeit erlitten. Damit zeigt die Regierung Merkel, wie wichtig ihr Ökologie und Umweltschutz wirklich sind.

Laut FTD will die Regierung Milliarden aus der Laufzeitverlängerung der Atomkraftwerke offenbar in bereits bestehende Programme zur Energieeffizienz-Steigerung stecken, die bisher andere Ministerien zahlen mussten. Außerdem nennt die Regierung bei vier Programmen keine konkreten Fördersummen mehr. Eigentlich waren dafür Zuschüsse in Höhe von 1,2 Milliarden Euro als Zuschuss vorgesehen.

Laut internationalen Vereinbarungen will Deutschland die Treibhausgasemissionen gegenüber 1990 im Jahre 2020 um 40 % reduzieren. Das Ziel war ohnehin nur erreichbar, da 1990 die großen Verschmutzer der DDR noch aktiv waren und damit die Ausgangslage sehr hoch war. Wie nun selbst dieses relativ geringe Ziel erreicht werden soll, ist unklar.

Ein weiterer wichtiger Eckpunkt des Programmes ist ebenfalls gekippt: die energetische Sanierung von Gebäuden. Diese ist komplett gestrichen, obwohl gerade hier ein Großteil der Emissionen verursacht wird. Und das, obwohl nach wie vor das Ziel der Senkung des Energiebedarfs bis 2050 um 80 Prozent gilt.

Wenn Sie nicht länger auf die Bundesregierung vertrauen wollen, sondern selbst aktiv werden möchten, investieren Sie in klimaschonende Konzepte. Das Umweltbundesministerium hat ermittelt, dass eine Umstellung des Portfolios eines Anlegers auf grüne Anlegen 42% Treibhausgase einspart. Dafür muss lediglich das Portfolio neu sortiert werden. Für die Berater der Grünes Geld GmbH ein leichtes.

Nachhaltigstes Land der Welt: Schweden

Samstag, 25. September 2010

Die Züricher Kantonalbank ist eines der engagiertesten und besten Analyse-Häuser für Nachhaltigkeits-Rankings. In der aktuellen Rangliste der nachhaltigsten Ländern der Erde gibt es einen klaren Sieger: Schweden.

Denn Schweden hat das beste Sozial-Rating und das zweitbeste Umwelt-Rating. Besser geht es kaum noch. Ein Highlight ist laut Simone Schärer von der Züricher Kantonalbank zum Beispiel die Gleichberechtigung zwischen Mann und Frau. Dort ist Schweden den anderen weit voraus. 80 Prozent der Frauen arbeiten Vollzeit, in Deutschland sind es nur 50 Prozent. Und auch in politischen Funktionen ist der Frauenanteil von 44 Prozent einsame Spitze – Griechenland bringt es zum Beispiel nur auf 9 Prozent.

Doch auch Investments in Deutschland sind für nachhaltig orientierte Anleger kein Problem. Mit Platz 9 ist Deutschland sehr gut aufgestellt. Besonders die saubere Luft ist ein Plus-Punkt, sind doch die Emissionen pro Kopf nur halb so hoch wie in den USA. Oder das überdurchschnittliche Engagement Berlins für die Menschenrechte ist ein Plus.

Hier ein Auszug des Rankings:

1. Schweden
2. Schweiz
3. Norwegen
4. Dänemark
5. Niederlande
6. Österreich
7. Finnland
8. Großbritannien
9. Deutschland

29. Türkei
30. USA
(Quelle: Grünes Geld 2010, Euro Spezial)

Für den einzelnen Anleger sind Investments in Staatsanleihen einzelner Länder selten empfehlenswert. Zu gering ist die Streuung, zu abhängig ist er von einzelnen Laufzeiten. Die passende Alternative sind Anleihe-Fonds wie von Sarasin, Swisscanto oder Kepler. Mehr zu passenden Investitions-Formen finden Sie bei Grünes Geld, einem der führenden deutschen Beratungshäuser für nachhaltige Investments für Privatanleger.

Anleger investieren nachhaltig um dauerhaft gewinnträchtiges Portfolio zu erhalten

Mittwoch, 22. September 2010

Eurosif, eine europäische non-profit Organisation, die für Nachhaltigkeit in der Geldanlage eintritt und mit Ihren Partnern für über 1 Billion angelegtes Vermögen steht, nennt in einem kürzlich erschienen Bericht eine interessante Antwort auf die Frage, weshalb Anleger grün investieren. Werden nämlich die sogenannten High Networth Individuals (HNI), also Menschen mit einem Netto-Vermögen von größer 1 Million US-Dollar, gefragt, aus welchen Gründen Sie nachhaltig investieren, so sind das nicht rein philanthropische Bestrebungen. Ihnen geht es um dauerhaft gewinnträchtige Portfolios.

„Nachhaltige Investments haben in der Finanzkrise nicht nur viele Kunden vor größeren Verlusten bewahrt“, so Burkhard Varnholt, Vorstand bei einer der führenden nachhaltigen Banken, Sarasin. Sie hätten es sogar ermöglicht, auch in dieser turbulenten Phase Gewinne zu erzielen.

Dass das keine Einzelmeinung ist, bestätigt die Umfrage unter Investmentprofis durch Eurosif. 90% von Ihnen gaben an, dass die von Ihnen verwalteten nachhaltigen Portfolios in der Krise besser als ihr konventionellen Portfolios abschnitten.

Spezialisiert auf nachhaltige Geldanlagen haben sich die Experten der Grünes Geld GmbH, mit Standorten in Berlin, Hamburg und im Rhein-Main Gebiet.

2030 will E.On 36 Prozent des Stroms mit Erneuerbaren Energien erzeugen

Freitag, 17. September 2010

Der Vorwurf an den Atomstrom-Konzern E.On ist vielfach benannt: mit den Aktivitäten im Bereich Erneuerbare Energien will man sich nur eine saubere Weste überziehen, reines Marketing betreiben.

Doch, so der Chef von E.On Climate & Renewables, Frank Mastiaux in der Wirtschaftswoche 37/2010, das könnte man viel billiger haben. Statt dessen steht E.On dazu, dass die bisherigen Energieträger endlich sind und wir uns voll in der Energien-Wende befinden. Nach der Industrialisierung im letzten Jahrhundert sei diese die tragende Aufgabe des derzeitigen Jahrhunderts.

So will E.On im Jahr 2030 rund 36 Prozent des Stroms mit Enerneuerbaren Energien erzeugen, zehn Jahre später in 2040 sollen es 50 Prozent sein.

Auch aktuelle Zahlen belegen diesen Trend: in Europa waren in 2009 60 Prozent der neu gebauten Kraftwerkskapazitäten grün. Und wenn die Netzparität erreicht ist, also Strom aus grünen Quellen gleich viel kostet wie Strom aus fossilen Trägern, wird sich der Umbau der Energieversorgung weiter beschleunigen. Derzeit kostet Strom aus Kohle- und Kernkraftwerken zwischen 3 bis 6 Cent pro Kilowattstunde in der Herstellung, bei Windrädern auf dem Land sechs bis neun und bei Offshort-Windanlagen neun bis 15 Cent.

Trotzdem kennt Mastiaux keine Branche mit einer vergleichbar nachhaltigen Wachstumskurve und glaubt, dass es für Jahrzehnte in dem Markt für Erneuerbare keine Sättigung geben wird. Man brauche nur schauen wie ein Land wie China mit größter Entschlossenheit sowohl auf der Nachfrage- als auch auf der Angebotsseite eine gewaltige Cleantech-Industrie aufbaut.

Wer mit seinem eigenen Geld davon profitieren möchte tut auch gleichzeitig etwas Gutes für die Umwelt. Das lohnt sich doppelt. Experten für die grüne Geldanlage finden Sie bei Grünes Geld.

Etikettenschwindel bei Deutschlands größter kirchlicher Bank

Dienstag, 14. September 2010

Angenommen, es gibt eine Firma, die nicht nur mit Uran handelt, sondern dieses auch noch illegalerweise nach Russland liefert und die Anlagen hier in Deutschland so unsicher betreibt, dass es zu atomaren Unfällen gekommen ist? Oder es gibt eine britische Firma, die Atom-U-Boote und tötliche Kampfflugzeuge baut? Oder eine Firma, die Software zur Herstellung von Panzern programmiert?




Und angenommen es gäbe da eine Bank, die die größte kirchliche Bank Deutschlands ist, und die in Ihren Investitionskriterien schreibt, dass Rüstung oder „ethisch nicht verantwortbare Praktiken“ Ausschlusskritierien seien.

Was glauben Sie, würde diese Bank in die oben beschriebenen Unternehmen mit hohen Millionen-Summen investieren? Sicher nicht, sagen Sie jetzt vielleicht. Aber leider weit gefehlt, denn wie Marvin Oppong schreibt tut die katholische Liga-Bank genau dies. Der nächste Skandal für die katholische Kirche.

So investierte die Liga Bank eine Million Euro in die Uran-Firma Urenco, über 3 Millionen Euro in den britischen Rüstungs-Riesen BAE und über 4 Millionen Euro in Dessault Systèmes zur Panzer-Produktion.

Wenn man bedenkt, welch intensiven Auswahlprozess jedes Unternehmen durchläuft, bevor Finanzinstitute Gelder investieren, muss man bei diesen Verfehlungen der Liga-Bank von unbedingtem Vorsatz der Entscheider ausgehen. Das waren keine Flüchtigkeitsfehler, denn wer Millionen-Beträge investiert muss sich die Unternehmen genau ansehen.

Glücklicherweise gibt es weiterhin sauber arbeitende Fonds und Banken wie die Pioneere von Ökoworld, Sarasin, Swisscanto oder auch Murphy&Spitz. Und Unternehmen, die genauer hinschauen bevor es zu Anlageempfehlungen kommt, wie die Grünes Geld Gmbh.

Bericht an WTO: Zwischen 2001 und 2007 haben 125.000 indische Bauern Selbstmord begangen

Freitag, 10. September 2010

Im aktuellen Buch von Jean Ziegler, „Der Hass auf den Westen“, ISBN 978-3-570-01132-4, schreibt er unter anderem über einen wenig bekannten, aber dramatischen Aspekt des Wachstums der Schwellenländer.




Er zitiert dort Danilo Ramos, philippinischer Generalsekretär der Asian Peasant Coalition APC in ei-nem offiziellen Bericht an die WTO: “Zwischen 2001 und 2007 haben 125.000 indische Bauern Selbstmord begangen, weil sie durch die Liberalisierung der Landwirtschaft völlig verelendet sind.“

Auslöser sind hohe Preise für Düngemittel und Pestizide, ebenso wie teures Saatgut von Gentechnik-Produzenten, die sich nur noch subventionierte westliche Landwirte leisten können. In Indien gibt es dafür kein Subventionssystem oder ein ausreichendes staatliches Kreditsystem für Bauern. Der Bauer muss schauen, wie er es selbst finanziert.

Dazu wendet er sich oft an Dorfwucherer, dessen Zinsen er aber bald nicht mehr zahlen kann.

Ein seltsames Ritual bestimmt den Selbstmord aus Scham: Der Bauer sondert sich mehrere Tage von seiner Familie ab. Er verlässt seine Hütte nicht mehr. Spricht nicht mehr. Isst nicht mehr. Seine Frau, seine Kinder müssen verängstigt, aber machtlos seinem Verfall zusehen.

Eines Morgens verlässt er bei Sonnenaufgang seine Hütte und trinkt einen Kanister voll Pestizid aus. Als wollte er an dem Stoff sterben, der ihn ruiniert hat.

Er stirbt langsam und qualvoll.

Eine Möglichkeit, diesen Menschen aus dem Kreislauf immer weiterer Wucherkredite herauszuhelfen, ist die Vergabe von Mikrokrediten. Dafür wurde 2006 der Nobelpreis vergeben. Wie Sie sich an Mikrokrediten beteiligen und damit Bedürftigen wirklich helfen können, erfahren Sie bei Grünes Geld.