Autor: Gerd Junker 13. Januar 2012

Der Weg aus der Schuldenkrise ist klar: Repression

Zu Beginn des Jahre stellen sich viele Anleger die Frage: was kommt, wie soll ich meine Vermögensanlagen aufstellen? Insbesondere das Jahr 2012 steht  unter dem Damoklesschwert europäische Schuldenkrise. Sie persönlich schadlos zu überstehen gilt derzeit vielen Bürgern als Grundlage für Ihre Anlage- und Vorsorgeentscheidungen.

 

Die erste Frage ist natürlich, wird die Währung überleben, schaffen es die europäischen Regierungen von Griechenland über Irland, Spanien und Italien aus der Schuldenspirale heraus zu kommen? Denn falls die Währung zusammenbricht, sind Sachwerte wie in unseren nachhaltigen Musterdepots für Wachstum oder wie in unseren Projekten (Solarfonds, Wind Fonds, grüne Immobilien, etc.) die einzig sinnvolle Alternative.

 

Um die mit diesem Zusammenbruch verbundenen gesellschaftlichen und politischen Turbulenzen zu vermeiden, muss es ein anderes Lösungs-Szenario der Schuldenkrise, ohne Zusammenbruch der Währung, geben. Denn dass die Verschuldung zurückgeführt werden muss, ist inzwischen allen klar.  Nach dem Standardwerk zur Schuldenkrise „Dieses Mal ist alles anders. 800 Jahre Finanzkrisen“ von Kenneth Rogoff (Ex-IWF-Chefsvolkswirth) ist klar: mehr als 90 Prozent Schulden bezogen auf die jährliche Wirschaftsleistung eines Staates sind langfristig nicht zu tragen. Ein Wert, den die meisten europäischen Länder und die USA überschritten haben oder drohen zu überschreiten.

 

Hinterlässt ungläubige Menschen: financial repression

Das Geld ist weg, und man weiß nicht warum: finanzielle Repression

Der Weg könnte der gleiche sein wie nach dem 2. Weltkrieg. Auch damals war der Schuldenstand der Sieger astronomisch (160% des BIP in den USA, 240% des BIP in Großbritannien). Damals wollte die Politik das Geld vom Volk nicht auf offene Art und Weise einholen – also durch Sparen und Steuern erhöhen. Man wählte den erfolgreichen Weg einer finanziellen Repression (Financial Repression) und erreichte dabei auch langanhaltendes Wirtschaftswachstum.

 

Die Grundidee ist einfach. Der Staat muss seine Schulden über Staatsanleihen finanzieren und zahlt dafür Zinsen. Damit Anleger diese Staatsanleihen ihm abnehmen, muss er ihnen Zinsen oberhalb der Inflationsrate zahlen. Schafft er es, die Anleihen zu einem Zinssatz unterhalb der Inflationsrate zu platzieren, passiert etwas Wunderbares: da die Inflation höher ist als die zu zahlenden Zinsen, verringern sich die realen Staatsschulden! Und zwar ohne dass die Bürger es auf Anhieb merken würden. Natürlich zahlen sie es über die zu niedrigen Zinsen auf Staatsanleihen trotzdem – aber wie gesagt, sie merken es nicht.

 

Der Staat muss dafür ein paar Tricks anwenden, wie z.B. Kapitalverkehrskontrollen. Sonst würde womöglich das Kapital statt Staatsanleihen zu kaufen, ins Ausland flüchten. Vielleicht werden auch – wie nach dem 2. Weltkrieg geschehen – staatlich verordnete Zinsobergrenzen eingeführt. Oder die Notenbanken senken die Leitzinsen und kaufen direkt Staatsanleihen – so wie bereits in den USA, Großbritannien und Eurozone schon geschehen. Wichtig bei allen Maßnahmen: Die Zinsen für Staatsanleihen müssen niedriger sein als die Inflationsrate. Damit schafft man die Entschuldung.

 

Großbritannien erinnerte sich wohl als erster an die eigene Strategie von vor 65 Jahren. Bei einer Inflationsrate von rund 5 % und einem 3-Monatszinssatz von rund 1 % fehlen dem Sparer bereits 4 % jährlich. Nach 10 Jahren hat er damit rund 1/3 weniger Kaufkraft.
 

Deutschland besinnt sich darauf und hat sogar ein noch besseres Händchen. So hat die zuletzt ausgegebene Geldmarktanleihe mit sechsmonatiger Laufzeit eine Rendite von -0,0122%.  Deutschland hat somit nicht nur einen Gewinn nach Berücksichtigung der Inflation sondern auch schon ohne. Allein für die Anleihe am 09. Januar kann sich  Bundesfinanzminister Schäuble nicht nur die Zinsen sparen, Vater Staat erhält zusätzlich noch eine Prämie von knapp 250.000€ und hierbei ist noch nicht die Inflation von 2,4% p.a. berücksichtigt, der eigentlich große Vorteil. Tatsächlich in realer Kaufkraft gemessen beträgt die Rendite der jüngsten Anleihe -2,4122%.

 

Es wird also immer schwieriger für Bank-Sparer oder Lebensversicherungs- oder Staatsanleihen-Fans, einen realen Kaufkraftverlust zu vermeiden. Intelligente Anlagen in höher verzinste Wertpapiere sind in Zukunft wieder gefragter. Sachwertinvestitionen über Beteiligungen, festverzinsliche Wertpapiere nachhaltiger Unternehmen aber auch Aktien helfen die reale Kaufkraft zu erhalten.  Aber natürlich gilt hier ganz besonders – nicht nur im Winter – der wichtigste Leitspruch der Geldanlage: Streuen, sonst rutscht man aus!

 

 

 

 

 


 

Unser Tipp für Sachwertinvestitionen mit höhere Rendite:  Besser-Welt-Investments

 

Alle Informationen bei gruenesgeld24.de

 


 

Facebook Like

5 Kommentare zu “Der Weg aus der Schuldenkrise ist klar: Repression”

  1. […] Eurokrise und Staatsschuldenkrise versuchen sich die Staaten der Welt durch eine sogenannte Financial Repression zu entschulden. Wenn die Inflationsrate nämlich höher als die für die Staaten zu zahlenden […]

  2. […] weiteren Banken- und Staats-Pleiten und langfristig niedrigen Zinsen bei steigender Inflation (finanzielle Repression) ausgeht, sollte lieber auf Sachwerte setzen. Nachhaltige Investments im Sachbereich können […]

  3. […] dieser Abstufung im Rating ist weniger die Lage in Deutschland selbst, sondern die Unterstützung für die europäischen Krisenländer. Dies geht an die Substanz und begründet auch den negativen Ausblick – trotz einer […]

  4. […] Bertil Bos, der Managing Director der Bank of Scotland in Deutschland, sagte angesichts der Zahlen: „Die Deutschen sind für ihren enormen Spareifer bekannt. Umso erfreulicher ist es, dass noch mehr Menschen die Notwendigkeit erkannt haben, finanzielle Rücklagen zu bilden – gerade auch in wirtschaftlich stürmischen Zeiten wie aktuell.“ […]

  5. […] Doch wie sollte man jetzt investieren – wie kann man sein Geld sicher über die Krise retten? Denn in einem Punkt sind sich viele Experten sicher: in den nächsten Jahren werden wir über die Sicherung des Vermögens sprechen, nicht über große Renditen. Wer mehr dazu wissen will: hier unser Beitrag über die finanzielle Repression. […]

Kommentar hinzufügen

You must be logged in to post a comment.