Archiv für März 2013

Wasser–die Lebensquelle unseres Planeten

Freitag, 22. März 2013
Die Vereinten Nationen haben das Jahr 2013 zum Jahr des Wassers ausgerufen und der 22. März  ist seit 1995 der internationale Tag des Wassers. 2012 stand dieser Tag unter dem Motto “Nahrungssicherheit und Wasser” und in diesem Jahr heißt es “Wasser und Zusammenarbeit”.
 
Das Thema Wasser hat uns auch in den letzten Wochen des öfteren in den Medien beschäftigt. Nachdem im Januar einer breiten Öffentlichkeit bekannt wurde, dass die EU die Privatisierung der Wasserversorgung in ganz Europa vorantreiben möchte, ist die Empörung über diese Pläne gewachsen. In einigen Ländern ist dies längst passiert. Im Zuge der Schuldenkrise innerhalb der EU wurden Länder wie Griechenland und Portugal dazu bewegt, ihre Wasserversorger zu verkaufen. Seitdem soll zum Beispiel in Portugal das Wasser aus öffentlichen Brunnen nicht mehr trinkbar sein. Die Preise für die Trinkwasserversorgung sind innerhalb weniger Jahre um bis zu 400 Prozent angestiegen. Auch in Griechenland stehen weitere große Wasserwerke zum Verkauf, um kurzfristig die öffentlichen Kassen zu füllen.
 
Länder wie Frankreich und Großbritannien hingegen haben die Wasserversorgung bereits seit längerem in private Hände gelegt. In der Hoffnung, dass private Unternehmen effektiver arbeiten wurde die Verwaltung der Wasserwirtschaft in Frankreich zum Beispiel an Konzerne wie Veolia übergeben. In Großbritannien hingegen hat man gleich die komplette Infrastruktur verkauft. In beiden Ländern zeigt sich, dass zunehmend die Infrastruktur der Wasserversorgung leidet, da die Unternehmen vor kostspieligen Investitionen und Instandhaltungsarbeiten zurückschrecken. Das Wasser wird vermehrt mit Chlor und anderen Zusatzstoffen versetzt, die den Verfall der Rohrsysteme hinauszögern und so die Kosten gering halten.
 
In kaum einem anderen Land ist die Wasserqualität des Trinkwassers besser als in Deutschland. Es ist das am intensivsten kontrollierte Lebensmittel und uneingeschränkt zum Verzehr empfohlen. Die Skepsis in Bezug auf die Privatisierungspläne des Wassermarktes durch die EU ist also durchaus angebracht. Einige Verbraucher- und Umweltschutzverbände äußern sogar die Befürchtung, dass mit der Privatisierung der Wasserversorgung die Qualität von Trinkwasser ganz gezielt herabgesetzt werden könnte um somit den Verkauf von abgefülltem Wasser zu forcieren. Zumindest in Gebieten, in denen die Wasserversorgung gut ausgebaut und auf einem hohen Qualitätslevel anzusiedeln ist, scheint eine Privatisierung nicht im Interesse des Konsumenten zu sein.
 
 
Wasser - für uns selbstverständlich, aber in manchen Gegenden kostbarstes Luxusgut.

Wasser – für uns selbstverständlich, aber in manchen Gegenden kostbarstes Luxusgut.

 
 
Aber es gibt nicht nur “schwarze Schafe”. Viele Firmen setzen sich für einen nachhaltigen Ausbau der Wasseraufbereitung und –versorgung und auch für eine umweltverträgliche Rückgewinnung von Wasser ein. In der Industrie gibt es einen klaren Trend hin zur Optimierung der Prozesswasserverwendung (z. B. für Reinigungsprozesse). So gibt es Lösungen, das benötigte Wasser in geschlossene Kreisläufe zu führen, zu recyceln und immer wieder zu verwenden. Sowohl darauf spezialisierte Dienstleistungsunternehmen als auch die Firmen, die solche Anwendungen in Anspruch nehmen, können nur profitieren. Allerdings ist der Verbrauch von Wasser in diesem Bereich gemessen am Gesamtverbrauch in der Industrie tatsächlich relativ gering. Wesentlich problematischer ist der indirekte Wasserverbrauch der durch die Verwendung von Rohstoffen entsteht. Firmen, die daher konsequenter Weise auf den Einsatz von Rohstoffen achten, welche wassersparend hergestellt wurden, können hier als positives Beispiel vorangehen. Der Fondsanbieter Ökoworld hat 2008 den Fonds “Ökoworld Water for Life” aufgelegt. Dieser hat die strengsten ethisch-ökologischen Kriterien aller bisher aufgelegten, nachhaltigen Wasserfonds und investiert in Unternehmen, welche:
 
– Produkte und Dienstleistungen für Wasserversorgung, Abwasserbeseitigung, Wasseraufbereitung und Wasserinfrastruktur anbieten.
 
– zum Erhalt der Qualität natürlicher Wasserspeichersysteme beitragen, z. B. durch die Vermeidung oder Verringerung von Schadstoffeinträgen in Böden und Gewässer.
 
– die Effizienz der Wassernutzung verbessern, z. B. durch optimierte Verbrauchsmessung und –abrechnung oder durch die Einrichtung geschlossener Nutzkreisläufe
 
Zusätzlich müssen alle Unternehmen in die der Fonds investiert, strenge allgemeine Nachhaltigkeitskriterien erfüllen. Ein Beispiel ist die Firma COPASA, Brasiliens drittgrößter Wasserversorger. Die Stadt Belo Horizonte, welche die Hauptstadt des von COPASA versorgten Bundesstaates Minas Gerais ist, wurde als Stadt mit dem besten Abwassernetz in Brasilien ermittelt. 97,4 % des Abwassers werden gesammelt und zu bester Wasserqualität wiederaufbereitet. Zur Klärung des Abwassers setzt COPASA ultraviolettes Licht ein statt z. B. umweltschädigendem Chlor. Weitere Projekte, die zur ökologischen Aufbereitung des Trinkwassers beitragen können sind in der Erforschung. Außerdem baut das Unternehmen eine Anlage, die das Biogas, das in den Kläranlagen entsteht, in Elektrizität umwandelt. Auch in ethischer Hinsicht ist das Unternehmen vorbildlich: einkommensschwache Kunden werden kostenlos an das Wasser- und Abwassernetz angeschlossen. Für Ihren monatlichen Verbrauch erhalten sie, unter 15 Kubikmetern eine Ermäßigung von bis zu 55% auf ihre Wasserrechnung. Weiterhin betreibt COPASA Aufklärung durch Besuche von Schulklassen und Vorträge in Bildungszentren um Bewusstsein für einen verantwortungsvollen Umgang mit Wasser und Energie zu wecken.
 
Dieses Bewusstsein hat sich bei uns bereits in den letzten Jahren deutlich gesteigert. Seit 1990 ist der Tagesverbrauch an Trinkwasser pro Kopf von 147 Liter auf knapp 120 Liter gesunken. Darin ist z. B. Wasser zum Trinken, Waschen, Kochen und Duschen enthalten. Aber diese Zahl trügt! Inzwischen gibt es den Begriff “virtueller Wasserverbrauch”. Der Mensch sollte zwischen zwei und vier Liter Wasser am Tag trinken. Allerdings sind (je nach Ernährung) 2.000 bis 5.000 Liter Wasser notwendig, um die tägliche Ernährung zu produzieren. In Deutschland sind es im Schnitt 4.000 Liter. Das liegt vornehmlich am hohen Fleischkonsum, welcher durch den benötigten Getreideanbau für das Viehfutter sehr hoch im Wasserverbrauch anzusehen ist. Hier finden Sie eine sehr schöne Übersicht mit Beispielen für den virtuellen Wasserverbrauch:
 
 
Wasserverbrauch für die Herstellung von Lebensmitteln
 
 
Wasser ist für ein Überleben auf der Erde unverzichtbar. Allerdings hat bis heute knapp 1 Milliarde Menschen keinen Zugang zu sauberem Trinkwasser und rund 2, 6 Milliarden Menschen haben keine Möglichkeit, auf sanitäre Anlagen zurückzugreifen. Im Hinblick auf das beständige Wachstum der Weltbevölkerung ist es eine der größten Herausforderungen unserer Zukunft, für eine gerechte Verteilung des “blauen Goldes” zu sorgen und eine stabile Versorgung mit Wasser zu gewährleisten, wenn man Konflikte wie zum Beispiel den “Wasserkrieg von Cochabamba” in Bolivien aus dem Jahr 2000 vermeiden will.  Ein schonender Einsatz und ein bewusster Umgang mit dieser kostbaren Ressource ist daher Grundvoraussetzung für die weitere Zukunft unseres Planeten.
 
 
Linktipp 1:
 
 
 Linktipp 2:
 
Ethisch-ökologisch sehr gut, Durchschnittsrendite der letzten 4 Jahre 15,4%: Wasser Einmalsparen 5000+ Ethik
 
 
 

Verfasser des Beitrages

Jasmin Messina-Hamann unterstützt die Grünes Geld GmbH als Berater-Assistentin. Jasmin Messina-Hamann:”Ich freue mich, dass ich – neben meinem persönlichen Engagement (z. B. bei Greenpeace) – beruflich meinen Teil dazu beitragen kann, dass Nachhaltigkeit auch in der Finanzbranche kein Fremdwort mehr ist. Die Macht des eingesetzten Kapitals kann die Welt zum positiven verändern.”

Inspektionsreise MillerForest, Tag 4: Abschluss der Reise und Fazit

Freitag, 15. März 2013

Am letzten Tag der Inspektionsreise ging es um die Abrundung der Eindrücke durch einen Besuch eines holzverarbeitenden Betriebes sowie um den Besuch des ehemals größten Wasserkraftwerks der Welt, Itaipu, das für rund 80% der Stromversorgung Paraguays und rund 25% der Stromversorgung Brasiliens sorgt.

 

 

weiterverarbeitung-eukalyptus

Was passiert danach mit dem Holz: Zum Beispiel die Imprägnierung und die Verwendung als Mast. Hier eine einheimische Fabrik zur Imprägnierung von Eukalyptus (Foto: Grünes Geld, 15.3.2013)

 

 

Dass MillerForest und das vor Ort tätige Unternehmen Felber die Aufforstung nach neuesten Erkenntnissen und mit deutscher Gründlichkeit betreiben ist nach den vergangenen 4 Tagen klar. Aber was passiert mit den Holz nachdem es geerntet wurde? Dazu muss die grundsätzliche Unterscheidung zwischen Energieholz und Wertholz gemacht werden.

 

Das Energieholz wird auf hohen Volumenzuwachs in kurzer Zeit optimiert und dann zu Hackschnitzeln verarbeitet. Die Hackschnitzel werden als Energieträger in Paraguay dringend benötigt, denn Paraguay muss alle Energieträger wie Gas oder Öl teuer importieren. Selbst auf unsere nur kurzen Stippvisite bekam der Forstingenieur Jonas Hönnebeck Anruf von Abnehmern, die nach Lieferungen fragten. MillerForest sieht hier einen langfristigen Bedarf an Holz als Energieträger und steht damit nicht alleine da. Auch andere Aufforstungen haben das Ziel, Hackschnitzel für den steigenden Energiebedarf Paraguays zu produzieren.

 

Das Wertholz hat einen anderen Absatzmarkt. Hier geht es um Eukalyptus und Kiefer zur späteren Verwendung als Nutzholz. Das wird wahrscheinlich Furnier sein, Bauholz oder Möbelholz. Vor Ort haben wir uns eine weitere Möglichkeit angesehen, nämlich die Verwendung von Eukalyptus als Holz für Strommasten. Da in Paraguay das Stromnetz fast ausnahmslos oberirdisch verläuft, werden dazu große Mengen imprägnierten Holzes für langfristige Haltbarkeit benötigt. Bei der besichtigten Fabrik wurde ausschließlich Eukalyptus-Holz hierfür verwendet.

 

 

 

Danach nutzten wir die Chance zum Besuch des zweitgrößten Kraftwerks für Erneuerbare Energien weltweit. Das 1966 zwischen Brasilien und Paraguay beschlossene und 1983 fertig gestellte Projekt Itaipu erzeugt 24-Stunden saubere Energie und wartet mit vielen Superlativen auf. Alleine durch eines der 18 im einsatzbefindlichen, weißen Rohre (siehe Bild oben) fließt mehr Wasser, als durch die gesamten, nahegelegenen Wasserfälle von Iguacu (mit 2,7 Kilometern Ausdehnung 3x so groß wie die Niagarafälle).

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Fazit der Reise

 

Die letzten Tage haben mir einen persönlichen und direkten Eindruck vom Projekt MillerForest, aber auch von der Region in Paraguay gegeben. Alle Fragen wurden mir mit großer Offenheit beantwortet und ich konnte alles ansehen, was ich wollte. Mir lagen auch die Berichte des unabhängigen Waldrat e.V. vor, in dem geschätzte 85% des Anlegerkapitals in einem unabhängigen Verein vertreten sind.

 

Und natürlich entdeckt man bei 5000 Hektar Aufforstung auch Schwächen. Gleich am ersten Tag sah ich abgestorbene Bäume.  Anpflanzungen einheimischer Arten wuchsen nicht so an, wie man es sich bei Miller zunächst vorstellte. Nicht jeder Stamm ist exakt so dick wie der seines Nachbarbaumes. Und weil man zu Beginn Probleme mit den fertigen Setzlinge hatte, setzt man mittlerweile auf eine eigene Baumschule.

 

Aber in Summe ist das Fazit klar: hier wurde mit viel Engagement von Paraguay-Kennern und Forst-Experten ein nachhaltiges Aufforstungsprojekt mit deutscher Effizienz und Gründlichkeit geschaffen. Die Bäume wachsen prächtig, die Pflege wird zuverlässig erledigt und der vor Ort lebende, von der TU München ausgebildete Forstingenieur ist ständig an Verbesserungen interessiert. Und auch das Land stellt eine stabile Basis dar. Die Wirtschaft und der Wert der Währung wachsen kontinuierlich. Schließlich sind auch die Projekt-Initatoren mit erheblichen Investments selbst dabei – das zeigt deren Zuversicht.

 

Ich bin mir sicher, dass alles getan wird, dass die versprochenen Ernte-Erträge erreicht werden. In vielen Fällen, wie zum Beispiel dem Energieholz, ist das Wachstum schon deutlich weiter als geplant. In den anderen liegt man gut im Plan. Die größten Risiken erkenne ich in heute noch nicht vorhersehbaren politischen Einflüssen oder in Währungsschwankungen, auch wenn diese bisher zu Gunsten der Investoren ausfielen.

 

Link zum Beitrag Tag 1 – hier

Link zum Beitrag Tag 2 – hier

Link zum Beitrag Tag 3 – hier

 

Angebot von MillerForest bei Grünes Geld:

 

Energieholz, 5 Jahre, rund 7% Rendite pro Jahr

Energieholz, 10 Jahre, rund 9% Rendite pro Jahr

Kombiwald, 20 Jahre, rund 10% Rendite pro Jahr

 

 

Portraitfoto Gerd Junker

Verfasser des Beitrages

 

Gerd Junker ist Co-Gründer und Geschäftsführer der Grünes Geld GmbH. Gerd Junker: “Wir leben was wir tun! Und das ist ganz einfach, denn der doppelte Nutzen von grünen Geldanlagen ist überzeugend – die Welt verbessern und Rendite erhalten.” Mehr zu ihm und Grünes Geld auf auf Xing, Facebook oder Twitter.

Fukushima–zwei Jahre danach

Freitag, 15. März 2013
Am vergangenen Montag jährte es sich zum zweiten Mal. Das Beben am 11.03.2011 in der Tiefsee vor Japan, das zunächst das Land erschütterte, anschließend mit kaum gekannter Gewalt einen Tsunami über Teile des Landes jagte und danach auch die ganze Welt bewegte. Das wahre Ausmaß dieses Ereignisses wurde uns erst nach und nach bewusst. Und dann nach einigen Stunden auch noch die Meldung, dass ausgelöst durch den Tsunami die Gefahr eines Reaktorunfalls im Atomkraftwerk Daiichi bei Fukushima bestand. Plötzlich blickte die ganze Welt gespannt nach Fukushima. Die Behörden wiegelten ab, dass alles unter Kontrolle sei und keine Kernschmelze zu befürchten wäre. Doch die Bilder, die von den zerstörten Reaktoren um den Globus gingen, sprachen eine andere Sprache. Heute wissen wir, dass durch eine Verkettung von unglücklichen Ereignissen, ausgelöst durch das Beben und zuletzt durch menschliche Bedienungsfehler der Notfallkühlsysteme, eine Serie von Unfällen erfolgte, die dazu führte, dass die Blöcke 1 bis 4 des Kraftwerkes zerstört wurden und durch eine Kernschmelze eine erhebliche Menge an Radioaktivität freigesetzt wurde.
 
Fast 20.000 Menschen starben in Folge des Bebens und mehr als 100.000 Menschen mussten ihre Heimat verlassen. Dieses Unglück hat uns alle bewegt und bestürzt und viele Veränderungen hervorgerufen – auch hier in Deutschland. Die wachsende Angst der Bevölkerung eines Atomunfalles in einer der Anlagen der Bundesrepublik trieb die Menschen auf die Straße. Schließlich war Tschernobyl bei den meisten noch längst nicht aus der Erinnerung verdrängt. Und somit wurde unter dem wachsenden Druck eine große Kehrtwende in der Politik beschlossen. Hatte nicht die Regierung unter Führung von Angelika Merkel erst im Jahr zuvor den Ausstieg aus dem Ausstieg aus der Atomkraft beschlossen, so wurde nach einem Atom-Moratorium im Mai 2011 beschlossen, 8 Kernkraftwerke in Deutschland endgültig vom Netz zu nehmen und bis 2022 komplett aus der Atomkraft auszusteigen. Die Energiewende nahm wieder Fahrt auf. Investitionen in die Atomindustrie gerieten in die Kritik und Anlagen in erneuerbare Energien stiegen an. Doch wie sieht es heute aus?
 
Ausgelöst durch das Beben entwickelte der Tsunami eine zerstörerische Kraft ungeahnten Ausmaßes.

Ausgelöst durch das Beben entwickelte der Tsunami eine zerstörerische Kraft ungeahnten Ausmaßes.

 
Schleppender Wiederaufbau
 
Die Trümmer in Japan sind nahezu beseitigt  doch der Wiederaufbau stockt. Laut Angaben in den japanischen Medien sind erst 5 Prozent wiederaufgebaut. Gerade in den ländlichen Gebieten jenseits der Hauptinfrastruktur, die am schwersten vom Tsunami betroffen waren, kommt der Prozess nur schwer in Gang. Die Behörden möchten die Gelegenheit zum längst überfälligen Strukturwandel nutzen und die Neuansiedelung in höher gelegene Gebiete vornehmen. Die vornehmlich ältere Bevölkerung in diesen ländlichen Lagen möchte aber möglichst wenig ändern. Das führt zu Konflikten und Verzögerungen. Neue Baugenehmigungen zu nah an der Küste werden nicht erteilt. Wessen Haus der Katastrophe allerdings standhielt, den kann man nicht zu einem Umzug zwingen.
 
In der Evakuierungszone rund um den Unglücksreaktor beginnen die Dekontaminierungsarbeiten. Der Staat hat veranlasst, das Erdreich großflächig mindestens 5 cm tief abzutragen und Blätter und Gras aufzusammeln. Da es für dieses Material kein Zwischenlager gibt, sammeln sich zu tausenden schwarze Säcke auf Feldern, Höfen oder an Straßenrändern und bilden so kleine Atommüllhalden. Wo kein schweres Gerät zur Verfügung steht, sieht man Menschen, die mit Papiertüchern Häuser abwischen. Teilweise wird den Menschen tagsüber eine Rückkehr in die Evakuierungszonen erlaubt. Kritiker vermuten, dass die Regierung damit den Widerstand der Bevölkerung gegen das Wiederanfahren der abgeschalteten Atomkraftwerke aufweichen will. Weiterhin könnten so die enormen Entschädigungsansprüche gesenkt werden. Nach dem Unglück von Fukushima wurden sämtliche Reaktoren heruntergefahren. Aktuell sind von den 50 Anlagen im Land nur zwei in Betrieb. Die Regierung Japans verkündete im September 2012, dass Japan bis zum Ende der 2030er Jahre vollständig aus der Atomenergie aussteigen will. Die neue Regierung machte diese Ankündigung allerdings rückgängig und möchte – wie der neue Regierungschef Abe beteuert –  mit den striktesten Sicherheitsstandards der Welt weiterhin auf Energie aus Atomkraft setzen. Die Anti-Atom-Aktivisten Japans hoffen, die gewachsene Ablehnung der Bevölkerung dazu aufrecht erhalten zu können.
 
Die Ablehnung der Bevölkerung gegen die Atomkraft ist groß. (Bild dpa)

Die Ablehnung der Bevölkerung gegen die Atomkraft ist groß. (Bild dpa)

 
Die gesundheitlichen Folgen der Katastrophe sind nach wie vor kaum abzuschätzen. Allerdings ist es erschreckend, dass alleine in der Präfektur Fukushima mehr als 55.000 Kinder mit Schilddrüsenzysten und –knoten gemeldet wurden. Bei Kindern ist eine solche Veränderung der Schilddrüse als “Krebsvorstufe” anzusehen. Auch das Meer und die Lebensmittel aus der Umgebung sind weiterhin stark radioaktiv belastet. Mediziner erwarten 30.000 bis 40.000 zusätzliche Krebserkrankungen alleine durch strahlenbelastete Lebensmittel.
 
Wachsendes Bewusstsein in Deutschland
 
In Deutschland ist der Ausstieg aus der Atomenergie per 2022 zwar beschlossen, allerdings wird die Energiewende derzeit von einigen Seiten torpediert. Die erneuerbaren Energien seien verantwortlich für den Anstieg der Strompreise. Tatsächlich wird Strom aus regenerativen Quellen an der Strompreisbörse meist günstiger gehandelt als der konventionell erzeugte Strom. Teurer macht ihn dann das EEG, welches die Differenz zur festgeschriebenen Einspeisevergütung festlegt um den Ausbau der Erneuerbaren zu fördern. Allerdings sind von dieser Umlage zahlreiche Unternehmen befreit und somit erhöht sich die Last für den Privatverbraucher. Zudem geht in der Diskussion ob Strom aus Atomkraft oder aus regenerativen Energien günstiger ist, ein Punkt meist völlig unter, der bislang ungeklärt ist: die Endlagerung der hochradioaktiven Abfälle aus den Reaktoren. Können die Kosten dafür und die Auswirkungen auf die Umwelt überhaupt beziffert werden?
 
Das Bewusstsein in Deutschland hat sich seit Fukushima deutlich verändert. Nach wie vor befürwortet ein Großteil der Bevölkerung den Ausstieg aus der Kernkraft und auch die privaten Investitionen in alternative Projekte zur Stromerzeugung bzw. in Gesellschaften, die im Bereich der Energieeffizienz arbeiten, nehmen kontinuierlich zu. Anleger können anhand von Ausschlusskriterien gezielt steuern, dass Ihr Geld nicht in die Atomindustrie investiert wird. Und die vier Alternativbanken GLS, Umweltbank, EthikBank und Triodos verzichten auch vollständig auf Geschäfte in diesem Bereich – im Gegensatz zu anderen deutschen Großbanken wie die Deutsche Bank oder die HypoVereinsbank/UniCredit, die Konzerne wie zum Beispiel Areva mit Milliardenkrediten versorgen. Auch die Bundesregierung will den Bau von Atomkraftwerken im Ausland weiterhin mit Bürgschaften aus Steuergeldern unterstützen. Der bewusste Bürger hat aber durchaus die Möglichkeit, die Energiewende voranzutreiben. Das beginnt beim bewussten Verbrauch von Strom und dem Wechsel zu einem der vier echten Ökostromanbieter und geht dahin, dem Markt das Kapital für Investitionen in die Atomindustrie zu entziehen, indem man gezielt in alternative Projekte investiert. Die bewusste Kapitalanlage und Wahl der Bank, sind ein großer Schritt um Veränderungen zu bewirken.
 
 
 
 
 
 
 
 
 

Verfasser des Beitrages

Jasmin Messina-Hamann unterstützt die Grünes Geld GmbH als Berater-Assistentin. Jasmin Messina-Hamann:”Ich freue mich, dass ich – neben meinem persönlichen Engagement (z. B. bei Greenpeace) – beruflich meinen Teil dazu beitragen kann, dass Nachhaltigkeit auch in der Finanzbranche kein Fremdwort mehr ist. Die Macht des eingesetzten Kapitals kann die Welt zum positiven verändern.”

Inspektionsreise MillerForest, Tag 3: Besichtigung der Anpflanzungen

Freitag, 15. März 2013

Der dritte Tag bestand ausschließlich aus Besichtigungen der Anpflanzungen. Viele, viele, viele Bäume…

Baumschule von Miller

Bild 1 von 15

Die Pflanzen haben bei Lieferung in die Baumschule ca. 10 Zentimeter Größe und werden einige Monate bei Miller groß gezogen.

 

Link zum Beitrag Tag 1 – hier

Link zum Beitrag Tag 2 – hier

Link zum Beitrag Tag 4 – hier 

 

Angebot von Miller bei Grünes Geld:

 

Energieholz, 5 Jahre, rund 5,3% Rendite pro Jahr

Energieholz, 10 Jahre, rund 7,5% Rendite pro Jahr

Kombiwald, 20 Jahre, rund 9% Rendite pro Jahr

 

 

Portraitfoto Gerd Junker

Verfasser des Beitrages

 

Gerd Junker ist Co-Gründer und Geschäftsführer der Grünes Geld GmbH. Gerd Junker: “Wir leben was wir tun! Und das ist ganz einfach, denn der doppelte Nutzen von grünen Geldanlagen ist überzeugend – die Welt verbessern und Rendite erhalten.” Mehr zu ihm und Grünes Geld auf auf Xing, Facebook oder Twitter.

Inspektionsreise MillerForest, Tag 2: Ankunft bei den 5000 Hektar Wald

Mittwoch, 13. März 2013

Am zweiten Tag reisten wir über die Töpferstadt Aregua und die wichtigste Kathedrale Paraguays Caacupé (am Tag der Wahl des neuen Papstes!) bis zu unserer Unterkunft auf den Aufforstungsflächen. Ich war beeindruckt vom Wuchs der Bäume – und von der unberührten Natur Paraguays. Selbst der Sternenhimmel ist dort noch viel intensiver als bei uns.

 

 

 

toepferstadt

Die Reise von Asunción zu den Aufforstungsflächen ging zunächst über gut ausgebaute Straßen und führte uns in die Töpferstadt Arequa. Dort bieten Einheimische selbst gefertigte Ton-Figuren, Vasen und Kunstgegenstände an – alles in den latinotypischen kräftigen Farben. Später besichtigten wir die Kathedrale Caacupé, eine wichtige Pilgerstädte in Südamerika und berühmt durch die Einweihung durch Papst Johannes Paul II im Jahre 1988. Welche Zufall: genau heute wurde der neue Papst Franziskus gewählt.

 

Die letzten rund 15 Kilometer unserer 6-stündigen Anfahrt im Geländewagen gingen dann über die typischen Straßen Paraguays – rötliche Lehmböden, festgefahren,  wegen Regenfällen aufgewühlt und aufgrund Nässe sehr rutschig.

 

Gegen 17.00 Uhr kamen wir dann bei den Aufforstungen von MillerForest an und konnten in der von einem deutschen Auswanderer geführten Herberge “Isla del Bosque” unsere Zimmer beziehen. Natürlich machten wir uns auch zu einem ersten Rundgang auf.

 

Ankunft bei MillerForest: Isla-del-Bosque

Der erste Eindruck dieses Projektes mit 5000 Hektar angepflanzten Wäldern und rund 150 Mitarbeitern, ist: Gelungene Symbiose aus deutscher Professionalität von MillerForest und einheimischer Natur.

 

Denn obwohl bei einem solchen Projekt hohe waldwirtschaftliche Standards erreicht werden müssen, erscheinen die Wälder naturnah. Bewuchs zwischen den Bäumen wird zugelassen, selbst natürliche Gegebenheiten wie ein kleiner See oder vorher auf der Fläche befindliche Palmen werden integriert.

 

Die Bäume selbst sind eindrucksvoll. Der Zuwachs bei den schnell wachsenden Hölzern des Eukalyptus ist mit 3-4 Metern pro Jahr enorm. Das feuchte und warme Klima, optimale Pflanzabstände und gute Setzlinge zeigen hier Wirkung. Die angepflanzten Kiefern und “Nativos” (also einheimische Baumarten) wachsen unterschiedlicher, aber laut MillerForest auch plangemäß.

 

Auch die Mitarbeiter von MillerForest investieren

 

Beruhigend ist auch zu erfahren, dass die Miller-Mitarbeiter selbst in den Wäldern investiert sind. Auch der MillerForest Unternehmensgründer und Namensgeber Josef Miller ist mit großen Flächen selbst beteiligt – ein wichtiges Zeichen seines Vertrauens in das Projekt. Der abendliche Plausch mit einem Deutschen, der in Paraguay mit Grundstücken handelt und der sich die Aufforstungen in den Tagen zuvor ansah, rundete das Bild ab: hier wird ordentliche Arbeit geleistet, der Umgang mit anfallenden Problemen ist professionell. Er hat bereits einige Forstprojekte in Paraguay gesehen, dieses hier sei das Gepflegteste. An der Stelle auch ein Tipp: die Grundstückspreise in Paraguay steigen aktuell stark an. Wer seine Wälder also statt mit dem Pacht-Modell mit dem Kauf-Modell anpflanzt, könnte alleine mit Grundpreissteigerungen eine angenehme Rendite erzielen.

 

Erste Impressionen der MillerForest Wälder

Erste Impressionen der Wälder: Links 4 Jahre alte Bäume, dann bewusst zugelassene Natur, dann Sonnenuntergang

 

Link zum Beitrag Tag 1 – hier

Link zum Beitrag Tag 3 – hier

 Link zum Beitrag Tag 4 – hier

 

 

Angebot von MillerForest bei Grünes Geld:

 

Energieholz, 5 Jahre, rund 5,3% Rendite pro Jahr

Energieholz, 10 Jahre, rund 7,5% Rendite pro Jahr

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Portraitfoto Gerd Junker

Verfasser des Beitrages

 

Gerd Junker ist Co-Gründer und Geschäftsführer der Grünes Geld GmbH. Gerd Junker: “Wir leben was wir tun! Und das ist ganz einfach, denn der doppelte Nutzen von grünen Geldanlagen ist überzeugend – die Welt verbessern und Rendite erhalten.” Mehr zu ihm und Grünes Geld auf auf Xing, Facebook oder Twitter.

 

Inspektionsreise MillerForest, Tag 1: Die Anreise

Dienstag, 12. März 2013

Wie berichtet  (im Artikel Was bietet MillerForest eigentlich an?) besuche ich in diesen Tagen das Aufforstungsprojekt von MillerForest in Paraguay. Der erste Tag ist natürlich von der Reise geprägt, lieferte aber bereits interessante Hintergrundinformationen.

 

 

Seit die Lufthansa vor vielen Jahren ihre 3 Direktflüge pro Woche einstellte, kommen Deutsche bevorzugt über Brasilien’s größte Stadt, São Paulo, nach Paraguay. Nach 11,5 Stunden erreichten wir die brasilianische Millionen-Metropole, hatten dort 5 Stunden Aufenthalt und flogen dann nochmals 1,5 Stunden in die Hauptstadt Paraguay’s, Asunción. Die 18 Stunden Anreise habe ich gut verkraftet und der Einstieg in die Welt Lateinamerikas wurde und durch den Reiseführer leicht gemacht. Auch ist die für deutsche Verhältnisse sehr gelassene Lebensweise in Paraguay Balsam für die Seele.

 

Gleich am ersten Tag lernten wir das launische, tropenähnliche Wetter kennen: Bei der Ankunft am Flughafen hatten wir 85% Luftfeuchtigkeit und 32 Grad Temperatur. Während der Besichtigung einer Kathedrale nur 3 Stunden später begann ein wolkenbruchartiger Regen der jeden draußen in nur wenigen Sekunden vollkommen durchnässte und den Strom ausfallen lies. Aber irgendwie müssen die 2000 mm Niederschlagsmenge (zum Vergleich: Frankfurt: 611 mm) erreicht werden.

 

Man sieht es bereits nach wenigen Stunden: Paraguay ist nach westlichen Standards ein armes Land. Häuser zerfallen über die Jahre ohne dass renoviert wird. Die Autos sind im Durchschnitt viel älter als in Deutschland. Die einzige Eisenbahnlinie wurde aus Finanznot in den 90er Jahren eingestellt. Und auch die sehr gut bezahlten einheimischen Mitarbeiter von MillerForest erhalten nur rund 100 Euro im Monat. Das reicht aber immerhin für einen finanziellen Aufstieg, sichtbar an den Transportmitteln: zunächst kommen die Arbeiter zu Fuß, nach einem Jahr per Fahrrad und schließlich per Motorrad.

 

Obwohl die Fläche Paraguays größer ist als die Deutschlands, wohnen dort nur gut 6 Millionen Menschen. Es gibt also Platz im Überfluss. Wirtschaftlich ist Paraguay damit allerdings ein Zwerg, der meist die Entwicklung Brasiliens teilt. Das ist nicht das schlechteste, so liegt das Wirtschaftswachstum der letzten Jahre oberhalb der 5%-Marke. Die Wirtschaft ist allerdings sehr einseitig und hängt von der Landwirtschaft ab. Soja alleine macht rund 40% der Exporte Paraguays aus.

 

Und auch das reichlich vorhandene Land wird begehrter. Die Reisebegleitung von Miller erklärt uns, dass die Grundstückspreise in den letzten Jahren deutlich gestiegen sind, und Miller bereits die nächsten preislichen Anpassungen planen muss.

 

 

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Portraitfoto Gerd Junker

Verfasser des Beitrages

 

Gerd Junker ist Co-Gründer und Geschäftsführer der Grünes Geld GmbH. Gerd Junker: “Wir leben was wir tun! Und das ist ganz einfach, denn der doppelte Nutzen von grünen Geldanlagen ist überzeugend – die Welt verbessern und Rendite erhalten.” Mehr zu ihm und Grünes Geld auf auf Xing, Facebook oder Twitter.

Wem gehören die Erneuerbaren Energien?

Dienstag, 12. März 2013

Morgen, Mittwoch 13.03.13 werden für EON, den zweitgrößten Energieversorger nach Marktwert in Mrd. weltweit, die Jahreszahlen für 2012 erwartet. EON ging im Januar noch von einem Gewinneinbruch von bis zu 15% aus. Als einer der Gründe wurde die Energiewende hin zu Erneuerbaren Energien, genannt. Aktuell sieht es jedoch so aus, dass die Sorge im Januar offenbar unbegründet war.

Die inzwischen bekannten vorläufigen Zahlen sprechen eine ganz andere Sprache. Erwartet wird eine Steigerung des Gewinns vor Abschreibung, Zinsen und Steuern (EBITDA) um etwa 16%. Das bereinigte Ergebnis soll sogar um 70% auf 4,3 Mrd. steigen.

Die Energiewende wird von den großen vier Energieversorgern Deutschlands immer als Bedrohung dargestellt. Für den Verbraucher sei dies nicht zu finanzieren, Arbeitsplätze würden gefährdet und so weiter. Dabei sparen die Erneuerbaren Energien langfristig viel Geld, denn dort gibt es keine Kosten für Primärenergie. Sonne, Wasserkraft und Wind sind nämlich kostenlos.

 

Ein Grund, dass EON, RWE und Freunde nicht begeistert sind,  könnten die Besitzverhältnisse der Kraftwerke für die Stromerzeugung aus erneuerbaren Energien sein.

Besitzverhälnisse Erneuerbare Energien

Gesamt: 53 000 MW; Erhebung von 2010, Besitzverhältnisse Kraftwerke zur Stromerzeugung aus erneuerbarer Energie, Quelle: BUNDmagazin 1-2013,

 

Mehr als die Hälfte der Kraftwerke zur Stromerzeugung aus Erneuerbaren Energien gehören Privatpersonen und Landwirten, sei es nun individuell oder genossenschaftlich in Form von Bürgerprojekten organisiert. Die Demokratisierung der Stromversorgung hat also längst begonnen. Großkonzerne sehen Pfründe schmelzen und eine Energieversorgung in Bürgerhand ist auch seitens der Politik wenig gewünscht.

 

Erneuerbare Energien Kraftwerke: nur 6,5% gehören den Versorgern

 

Nur 6,5 % der Kraftwerke für Erneuerbare Energien werden von den vier großen Energieversorgern gehalten. Auch wenn das Interesse  in den letzten Jahren sicherlich gestiegen ist, halten die Konzern an Großkraftwerken und zentralen Strukturen fest. In ihrer Haltung erfahren sie vielfach Unterstützung.

 

 

Windkraft Beteiligungen und andere Erneuerbare Energien Investments: Exklusive Informationen und Sonderkonditionen in unserem Newsletter

 

 

 

So  intervenieren Lobbygrupen wie die „Initiative Neue Soziale Marktwirtschaft“ gegen das Erneuerbare Energien Gesetz (EEG). Diese Lobbygruppe wurde vor zehn Jahren durch den Arbeitgeberverband Gesamtmetall gegründet. Sie warnt  aktuell besonders vor den untragbaren Kosten der Energiewende. Dabei sind viele Betriebe der Metallbranche sowohl durch die Befreiung von der Umlage zur  Förderung erneuerbarer Energien fast komplett befreit, als auch bekommen die Großverbraucher der Metallbranche hohe Rabatte auf die Strompreise.

 

Somit bleibt den Privatpersonen und Landwirten, die sich über eine Befreiung der Umlage leider nicht freuen können, nur der Weg, Erlöse und Gewinne aus der Stromproduktion zu erzielen. Wie obige Statistik zeigt, wird dies auch schon rege genutzt.

 

Dass die Erneuerbare Energien Gesetz  Umlage nur bei Privatverbrauchern zu Verdruss führt, belegt eine ganz aktuelle Studie der Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen. So ergab diese, dass zahlreiche Energieversorger die Erhöhung der Umlage für eine kräftige Preiserhöhung genutzt haben. So hätte die Erhöhungen teilweise bis zu 250% der Umlageerhöhung betragen. Die Erhöhung der Kosten für einen Zwei-Personen-Haushalt betrügen gerechtfertigterweise etwa 70 – 80€ pro Jahr. Einige Energieversorger erhöhten jedoch so drastisch, dass es zu Mehrbelastungen bis zu 219€ käme. Die Verbraucherzentrale wird die Anbieter abmahnen und gegebenenfalls vor Gericht ziehen. Da der Wettbewerb auf dem Strommarkt immer noch zu schwach ist, werden Preissenkungen an der Börse nicht an die Verbraucher weitergegeben.

 

Informationen zu Investitionsmöglichkeiten für Energie in Bürgerhand gibt es bei www.gruenesgeld24.de

 

 

Carmen Junker Verfasser des Beitrages:Carmen Junker ist Mit-Gründerin der Grünes Geld GmbH und Geschäftsführerin der Grünes Geld GmbH. Carmen Junker:“ Ein Grund mein berufliches Wirken speziell auf die Nachhaltige Geldanlage auszurichten ist, die Welt ein Stück positiver zu gestalten mit den Mitteln und Kenntnissen die mir zur Verfügung stehen. Aus der Verantwortung für die kommende Generation und weil ich selbst noch einige Jahre auf diesem schönen Planeten verbringen möchte“.

 

 

Frühlingsimpressionen vom Untermain

Freitag, 08. März 2013

Auch bei uns in Aschaffenburg hielt der Frühling diese Woche Einzug und wir konnten die lang ersehnten, ersten warmen Sonnenstrahlen des Jahres genießen. Hier ein paar aktuelle Impressionen aus unserem schönen Städtchen:

 

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Bild 1 von 5

Die ersten Frühlingsblüher zeigen sich!

Verfasser des Beitrages

Jasmin Messina-Hamann unterstützt die Grünes Geld GmbH als Berater-Assistentin. Jasmin Messina-Hamann:”Ich freue mich, dass ich – neben meinem persönlichen Engagement (z. B. bei Greenpeace) – beruflich meinen Teil dazu beitragen kann, dass Nachhaltigkeit auch in der Finanzbranche kein Fremdwort mehr ist. Die Macht des eingesetzten Kapitals kann die Welt zum positiven verändern.”

Fracking als Brücke zum sauberen Energiezeitalter?

Donnerstag, 07. März 2013
 
Das Thema Fracking ist spätestens seit Ende Februar 2013 vielen ein Begriff. Doch auch durch den Film “Gasland” und Berichte aus Amerika über brennende Wasserleitungen haben sich viele Menschen schon vorher damit beschäftigt und melden nun erhebliche Bedenken bezüglich Fracking an, diese Technik auch hier im deutlich dichter besiedelten Deutschland anzuwenden. Zunächst stellt sich die Frage, was genau versteht man eigentlich unter Fracking?
 

Das Verfahren Fracking

 
Hydraulic Fracturing, kurz Fracking, benennt eine aufwendige Methode, um Gasvorkommen zu fördern, welche in Schiefergestein sitzen. Hierbei wird nicht nur – wie bisher – eine vertikale Bohrung genutzt, um an eine vorhandene Gasblase zu kommen, sondern auch horizontal gebohrt, um dann in die Gesteinsschichten eine wässrige, mit verschiedenen Chemikalien versetzen Flüssigkeit und Quarzsand zu pressen.
 
Dadurch öffnen sich beim Fracking viele Gesteinsspalten und nach dem Abpumpen des Fracking Fluids verbleibt der Sand in den Rissen. So kann das Gas zur Gewinnung an die Oberfläche gelangen.
 
Beim Fracking werden gasführende Schiefergesteinsschichten aufgesprengt, um so das gespeicherte Gas zugänglich zu machen.

Beim Fracking werden gasführende Schiefergesteinsschichten aufgesprengt, um so das gespeicherte Gas zugänglich zu machen.

 

Der aktuelle Stand beim Fracking

 
Durch die Erdgasförderung mittels Fracking in den USA ist das Land vom einstigen Gasimporteur zu einem Exporteur geworden und scheint bald die Gas-Nation Russland überrunden zu können. Diese Unabhängigkeit und die Tatsache, dass durch die Fördermöglichkeit von bisher unerschließbaren Erdgasvorkommen der Rohstoffpreis sinkt, lässt Unternehmen und die Politik in Europa über die Möglichkeit nachdenken, das Fracking auch hierzulande einzusetzen.
 
Nicht zuletzt die Energiewende wird als Argument für diese Fördertechnik eingesetzt. Denn mit der erhöhten Fördermöglichkeit von Erdgas müssten zur Energiegewinnung weniger konventionelle Kohlekraftwerke zum Einsatz kommen. Gaskraftwerke könnten schnell die sogenannte Grundlast im Stromnetz regeln und somit die Schwankungen der noch nicht speicherfähigen erneuerbaren Energien ausgleichen.
 
Optimistische Schätzungen gehen von einem Schiefergasvorkommen in Deutschland aus, welches den Bedarf für mindestens 20 Jahre abdecken könnte. Umweltschutzorganisationen sprechen von einem Vorkommen, welches maximal für 12 bis 13 Jahre ausreicht.
 

Risiken des Frackings

 
Ein Risiko ist der Einsatz des Fracking Fluids, da die Giftstoffe der Flüssigkeit ins Grund- oder Trinkwasser gelangen können. Auch das zurückgepumpte Fluid kann nicht als unproblematisch angesehen werden. Das Gemisch ist oft mit radioaktiven Stoffen versetzt, welche vorher in den Gesteinsschichten gebunden waren.
 
Nach der Trennung von Gas und Öl wird dieses hochgiftige Abwasser oft über Rohleitungen einfach an anderer Stelle wieder in die Erde gepumpt und somit ein “Endlager” erzeugt. In den USA wurden vermehrt in Fracking-Gebieten Anzeichen von Vergiftungen nach dem Genuss von Leitungswasser gemeldet. Zudem lässt sich in manchen Gegenden in den Wasserleitungen auch Methan nachweisen, was im Film “Gasland” durch das Anzünden von fließendem Wasser veranschaulicht wird. Zudem ist der Verbrauch der Ressource Wasser ist immens. Jeder einzelne Fracking-Vorgang verbraucht zwischen 10 und 15 Millionen Liter Wasser, welches danach zum größten Teil unwiderruflich vergiftet ist.
 
Auch den immensen Flächenverbrauch und die Zerstörung der Landschaften kann man nicht ignorieren. Wird bei konventionellen Bohrungen nach Erdgas nur ein Bohrturm benötigt, sind es beim Fracking bis zu vier Bohrstellen pro Quadratkilometer. Wie dieser Eingriff in die Landschaft dann aussieht, kann man sehr gut an Luftbildern aus den USA erkennen.
 
 
Ein weiterer Punkt ist, dass durch das Aufbrechen der Gesteinsschichten an der Oberfläche Erdbeben bis zur Stärke drei auf der Richterskala messbar sind. Im dicht besiedelten Deutschland kann sich das auf Dauer durchaus auf die Statik von Gebäuden in der Umgebung auswirken. Teilweise sind solche Beobachtungen auch schon gemacht worden, allerdings ist es den Betroffenen kaum möglich dies einwandfrei auf das Fracking zurückzuführen.
 
Zerstörte Landschaften und Methan im Trinkwasser - Risiken der unbeliebten Fördermethode.

Zerstörte Landschaften und Methan im Trinkwasser – Risiken der unbeliebten Fördermethode Fracking.

 

Und wie geht es weiter mit dem Fracking?

 
Derzeit hat die Bundesregierung einen Gesetzentwurf zum Thema Fracking erarbeitet. Er sieht kein generelles Verbot von Fracking vor, da die Technologie nach Ansicht der Bundesregierung noch nicht ausreichend erforscht sei. Ein Probebetrieb soll damit ermöglicht werden.
 
Der Gesetzentwurf sieht vor, Fracking in unkonventionellen Lagerstätten in Schieferschichten sowie Kohleflözen oberhalb von 3 Kilometern generell nicht für Fracking zu nutzen. Auch Wasserschutzgebiete bleiben tabu. Allerdings bleiben wissenschaftliche Probebohrungen mit nachweislich unschädlichem Fracking-Flüssigkeit möglich.
 
Die Bundesregierung sieht das Gesetz als nicht-zustimmungspflichtig vom Bundesrat an, deshalb hat zum Beispiel die Schwarz-Grüne Regierung in Hessen  gefordert, ein generelles Verbot von Fracking zu beschließen. Denn selbst geologische Gutachten zum Thema Fracking können keine komplette Sicherheit bringen.
 
Zudem ist keine Technik zu 100 % beherrschbar. Nicht zuletzt Unfälle wie Fukushima oder der der Deepwater Horizon haben uns gezeigt, dass weder die Technik noch die Umwelteinflüsse oder auch der Faktor Mensch, der die Technik bedient, absolut berechenbar sind. Bereits jetzt haben sich zahlreiche Bürgerinitiativen gebildet, die sich gegen das Fracking einsetzen.
 
In der Tat sollte man sich Fragen, ob man tatsächlich auch noch die letzte Ressource aus unserer Erde herauspressen muss. Sollte nicht am Anfang der bewusstere Umgang mit den bereits zur Verfügung stehenden Ressourcen stehen bzw. die Förderung von alternativen Technologien wie Speichermöglichkeiten für erneuerbare Energien stehen? Wenn man den großen Firmen wie Exxon, Wintershall oder der kanadischen BNK Petroleum, welche sich hierzulande bereits große Claims gesichert haben, beständig neue Möglichkeiten einräumt, mit Ressourcen wie Öl oder Gas Profit zu schlagen, warum sollten diese dann Geld in die Entwicklung von alternativen Projekten stecken?
 
An dieser Stelle ist zunächst der kritische Verbraucher und dann die Politik gefragt, einzugreifen. Und am Ende steht immer die Frage, ob sich das potentielle Risiko beim Fracking gegenüber dem zu erwartenden Nutzen lohnt.
 
 
 

Fracking Teil 2: die Technik im Detail

 

Hydraulic Fracturing oder kurz „Fracking“: Was ist das genau?

 

Hydraulic Fracturing (Fracking) ist der Überbegriff für eine Methode zur Förderung unkonventioneller Gas- und Ölvorkommen. Hierbei werden fossile Brennstoffe aus bisher ungenutzten Lagerstätten mit Hilfe von sogenannten Frackfluiden, meist ein Gemisch aus chemischen Zusammensetzungen, Sand und Wasser, aus tiefliegenden Schiefer- oder Sandsteinschichten gelöst (z.B. Schiefergasvorkommen).

 

Die Methode ist grundsätzlich nicht neu und wird bereits seit den 1950er Jahren kommerziell angewendet. Das Verfahren basiert auf der Idee, in unterirdischen Gesteinsschichten an vordefinierten Stellen künstliche Risse zu erzeugen. Mittels eines typischen Bohrloches, welches in der rohstofftragenden Gesteinsschicht in die Horizontale übergehen kann, wird beim Fracking in mehreren Schritten ein Wassergemisch mit hohem Druck in die Tiefe gepumpt.

 

Durch den Druck entstehen Risse im Gestein, die später als Fließwege für die Rohstoffe dienen sollen. Die Bohrtiefen sind abhängig vom Gestein und können bis zu 6000 m betragen. Der Druck kann bis zu 1300 bar betragen und begleitende Erdbeben der Stärken 1-3 auslösen. Schlussendlich wird Gas oder Öl freigesetzt, das im Bohrloch aufwärts strömt.

 

Dabei ist anzumerken, dass meist eine ganze Reihe an Bohrlöchern netzartig im Gestein angelegt wird. In vielen Fällen muss der Fracturingprozess mehrfach wiederholt werden, da sich ein Großteil der Risse recht zügig wieder schließt. Nicht zuletzt aus diesem Grund ist Fracking eine kostenintensive Methode.

 

Schema

So funktioniert’s: Ablaufschema beim Fracking-Prozess

 

Ist Fracking wirtschaftlich oder nicht?

 

Erst aufgrund der relativ hohen Preise für Öl und Gas wurde das Verfahren vor einigen Jahren „wiederentdeckt“. Fracking gewann dann weltweit zunehmend an Bedeutung.

 

Grundsätzlich ist Fracking aufwändiger und kostenintensiver, als die herkömmliche Förderung fossiler Brennstoffe. Dies liegt vor allem an der weitaus höheren Anzahl an Bohrungen und zeitlich schneller abnehmender Förderraten. Eine Förderstätte ist nur sehr kurz in maximaler Förderung.

 

Rückgangsraten von bis über 70% pro Jahr sind nicht ungewöhnlich. Die Zahl der Bohrungen muss daher deutlich höher ausfallen als bei der konventionellen Förderung, was die Wirtschaftlichkeit deutlich herabsetzt. Dadurch sind die Gewinnmargen wesentlich geringer als bei herkömmlichen Fördermethoden. Ein nachhaltig hohes Energiepreisniveau ist für den wirtschaftlichen Einsatz der Technologie daher zwingend erforderlich.

 

Der Öl- und Gaspreisverfall in der 2. Jahreshälfte 2014 brachte viele Fracking Unternehmen in den USA in Schwierigkeiten. Die Unternehmen müssen fusionieren oder gehen insolvent (wie im Januar 2015 WBH Energy LP mit Sitz in Austin).

 

Fracking vor dem Aus? Hohe Förderkosten machen Fracking bei niedrigen Energiepreisen zum Zuschussgeschäft.

Fracking vor dem Aus? Hohe Förderkosten machen Fracking bei niedrigen Energiepreisen zum Zuschussgeschäft (Quelle: ISPEX)

 

Auch energetisch gesehen kann die Förderung mittels Fracking nicht mit herkömmlichen Fördermethoden mithalten. Die Bilanz zwischen der aufzubringenden Energiemenge und gewonnener Energiemenge (in Form des Rohstoffs) ist weitaus geringer, als bei der Förderung von konventionellen Vorkommen. Hier ist allerdings die Abgrenzung entscheidend und Zahlen sind kritisch zu hinterfragen.

 

Dennoch wird in einigen Ländern mit Hochdruck der Ausbau des Schiefergasabbaus vorangetrieben. Es stellt sich daher die Frage, weshalb die Fördermethode Fracking dennoch auf soviel Aufmerksamkeit stößt?

 

 

Vorkommen

Weltweite Vorkommen: Gut zu erkennen die im Vergleich geringen Volumen in Europa und Deutschland

 

Energiewende und Importunabhängigkeit der USA durch Fracking?

 

In den vergangenen Jahren war beispielsweise in den USA ein regelrechter „Schiefergas- und Frackingboom“ zu beobachten. Dies hat u.a. zu rapide sinkenden Erdgaspreisen und verminderten CO2-Emissionen geführt, weil Kohlekraftwerke dadurch substituiert wurden. Der durchschnittliche Erdgaspreis von 2012 betrug gerade noch 1/5 des Preises von 2008.

 

In Teilen der USA führte der drastische Preisverfall sogar dazu, dass Förderstätten Ende 2014 nicht mehr wirtschaftlich förderten. Trotz Umweltrisiken und teilweise unwirtschaftlicher Rahmenbedingungen wird in großen Teilen der Bevölkerung das Thema Fracking wohlwollend zur Kenntnis genommen, denn die Gasförderung schafft tausende neue Arbeitsplätze und hilft den USA, die Importabhängigkeit zu reduzieren und die eigene Energieversorgung auf Jahrzehnte zu sichern.

 

Einer Studie der IEA zu Folge werden die USA mit Hilfe von Fracking in wenigen Jahren zur neuen Supermacht in der Öl- und Gasförderung aufsteigen. Die Studie geht davon aus, dass die USA bereits 2015 Russland als größten Gasexporteur und 2017 den derzeitigen Spitzenreiter in der Ölproduktion, Saudi-Arabien, ablösen werden.

 

Ziel der USA sei es 2035 nicht nur energieautark, sondern auch als wichtigster Gas- und Ölexporteur am Energiemarkt aufzutreten. Die USA hätten sich bisher politisch und militärisch deshalb so massiv im Nahen und Mittleren Osten engagiert, weil sie von den dortigen Energielieferanten abhängig gewesen seien.

 

Bald könnten die USA aber komplett auf Lieferungen aus der Region verzichten so eine Studie des BND. Großer Verlierer der Entwicklung könnte dagegen China sein, denn das Land werde mit seinem ungebremsten, wachsenden Rohstoffbedarf künftig die Hälfte des arabischen Öls abnehmen.

 

Fracking in Europa?

 

In Europa gehen die Meinungen zum Thema stark auseinander. Medienberichten zufolge „spaltet“ die Debatte über die Schiefergasförderung die Europäer. Einerseits ist man sich einig und will die Abhängigkeit von russischem Gas reduzieren und die Energiewende mit Hilfe der Erneuerbaren Energien vorantreiben, andererseits sehen einige Mitgliedsstaaten die Förderung von europäischem Schiefergas als Chance.

 

Wiederum andere lehnen die Förderung strikt ab. So habe Frankreich oder Bulgarien beispielsweise deutliche Vorbehalte und verzichten gänzlich auf Fracking, wohingegen in Polen die Förderung von unkonventionellen Gasvorkommen stark vorangetrieben wird. Polen ist der Schiefergas-Vorreiter Europas. In keinem Land wurden so viele Bohrungen durchgeführt. Die tatsächlich gefundenen Gasmengen haben sich bisher allerdings nicht als wirtschaftlich förderbar herausgestellt.

 

Trotz starker Proteste und Ablehnungshaltungen laufen von Energiekonzernen große Bemühungen die Akzeptanz von Schiefergas in Europa zu steigern. Etwa 10% der zuletzt weltweit bekannten unkonventionellen Gasvorkommen liegen in Europa. Die größten Vorkommen werden in Schweden, Polen und Österreich vermutet. Medien zufolge rechnet sich eine Schiefergasförderung in Europa zurzeit nur mit Hilfe von Subventionen.

 

Studien der Deutschen Bank sowie Ernst & Young und die ersten Erfahrungen in Polen zeigen, dass in Europa nicht mit einer Schiefergas-Revolution zu rechnen ist. Derzeit bleibt offen, ob und wie die Fracking-Förderung auf europäischer Ebene geregelt werden wird. Ein striktes Verbot der Schiefergasförderung hat das EU-Parlament im November 2012 vorerst abgelehnt. Im Bericht hieß es, dass jedes EU-Mitglied das Recht habe, selbst zu entscheiden, ob es Schiefergas fördere. In jedem Fall sei aber ein „stabiler Rechtsrahmen“ für alle Schiefergasaktivitäten nötig, der beispielsweise die Offenlegung der genutzten Chemikalien regelt.

 

Ein Stop der Erneuerbaren Energien in Europa durch Fracking? Wie geht’s weiter?

 

Die weltweiten potentiellen Mengen unkonventioneller Energieträger aus Fracking, insbesondere jene der USA, könnten die Notierungen am Weltmarkt langfristig sicherlich beeinflussen – die Energie würde wieder günstiger, ganz so wie Ende 2014 / Anfang 2015 geschehen.

 

Ein gänzlicher Ausbaustop der Erneuerbaren Energien oder eine radikale Umgestaltung der Energiewende ist jedoch nicht zu erwarten. Die Vorkommen in Deutschland und Europa belaufen sich auf ein weitaus niedrigers Niveau, als in den USA (siehe Grafik Vorkommen). Weiterhin ist davon auszugehen, dass, nicht zuletzt durch höhere Umweltauflagen, die Förderkosten für Fracking in Europa und in Deutschland noch weit über der Rentabilitätsgrenze liegen. US-Preise sind daher in absehbarer Zeit hierzulande nicht zu erwarten. Die überwiegend starke Ablehnung der Bevölkerung gegenüber der Fördermethode trägt dafür ebenfalls Sorge.  

 

 

 

Meine-sauberen-Klimaschutzinvestments

 

 

 

Portät 

Verfasser des Beitrages

Tobias Engel unterstützt die Grünes Geld GmbH als Werksstudent. Tobias Engel: ”Ich studiere an der Hochschule Aschaffenburg Erneuerbare Energien und Energiemanagement und habe mich davor in einer großen deutschen Bank mit grünen und nachhaltigen Investments beschäftigt. Social Banking und ethische Investments sind für mich keine Fremdworte sondern gelebte Nachhaltigkeit im Finanzsektor. Es freut mich, dass ich meine Interessen und Kenntnisse aus der Ausbildung und aus dem Studium mit ins Team der Grünes Geld GmbH einbringen kann.”

   

Eine Woche vor Reiseantritt – was bietet MillerForest eigentlich an?

Dienstag, 05. März 2013

 

Am 12. März 2013 werde ich bereits in Paraguay sein: vor Ort ansehen, was Prospekte, Internet und direkte Gespräche mit den Verantwortlichen in Deutschland nie werden ersetzen können, den persönlichen Eindruck. Ich werde mir die angepflanzten Bäume und Wälder ansehen, die Arbeitsbedingungen prüfen und das Wachstum nachvollziehen. MillerForest ist sicherlich einer der besten Anbieter für Waldinvestments, seine Angebote wie Energieholz oder Kombiwald sind anlegerfreundlich und sicher gestaltet. Heute, eine Woche vor Abflug nach Sao Paulo und Ascunion, stelle ich Ihnen MillerForest und die Angebote von Miller einmal genauer vor.

 

MillerForest wurde von Josef Miller gegründet, der zuvor schon MillerReisen zu einem dem größten Anbieter für individuelle Südamerikareisen gemacht hat.

 

Josef Miller ist gelernter Land- und Forstwirt und hat dieses Wissen mit seinem Know-How über Südamerika kombiniert, um nachhaltige und wirtschaftlich gesunde Forstprojekte in Paraguay zu ermöglichen.

 

Vom Firmensitz in oberschwäbischen Schlier aus werden die Strategie festgelegt und die deutschen Kunden betreut. Alle Verträge mit den Kunden werden nach deutschem Recht abgeschlossen (Registergericht Ulm). Die Aufforstung, die Pflege der Bäume und letztlich die Verwertung werden in Paraguay von einem weitaus größeren Team mit mehr als 100 Mitarbeitern umgesetzt.

 

 

 

 

 

 

 

Angebot 1: Energieholz

Es Anpflanzungen von den Hybridsorten Camaldulensis-Grandis und Urophylla Camaldulensis vorgenommen, die der Erzeugung von Biomasse in Form von Holzhackschnitzeln dienen. Der ökologische Nutzen: Da in Paraguay jedes Jahr mehr von den wertvollen Naturwälder abgeholzt werden, bietet jeder genutzte Raummeter Energieholz direkten Schutz für Naturholz. Die beiden angebotenen Beteiligungsmodelle sind über einen Zeitraum von 5 Jahren (rund 7% Rendite p.a.) oder 10 Jahren (rund 9% Rendite p.a.) zeichenbar.

 

Angebot 2: Wertholz (Mischwald)

 

Statt Monokulturen zu erzeugen, werden beim Mischwald sowohl schnell wachsende Nutzhölzer für die Industrie als auch Urwaldhölzer angebaut. 70% sind Eukalyptusarten und 30% sind Nadelhölzer. Erträge erhalten die Anleger durch Ausforstungen in den Jahren 7, 10 und 15, die Endernte findet nach 20 Jahren statt. Die Rendite hängt von den Verkaufserlösen des Holzes ab, Miller prognostiziert knapp 10%.

 

Angebot 3: Kombiwald (Wert- und Energieholz)

 

Der Kombiwald verbindet das Beste aus den beiden Konzepten Energieholz und Wertholz. Typische Mischungen sind 1,5 Hektar Energieholz auf 1 Hektar Wertholz. Rückflüsse erhält der Anleger so nach 5 Jahren, 7 Jahren, 10 Jahren und 15 Jahren. Die Rückflüsse aus der Endernte erhält der Anleger dann nach 20 Jahren. Die Rendite bewegt sich zwischen 9% und 10%.

 

Darüber hinaus bietet MillerForest die Aktion “Grünes Klima”. Dabei berechnet man die Treibhausgas Emissionen von Organisationen, z.B. von Unternehmen, und kompensiert dieses Treibhausgas durch eine entsprechende Anzahl an Bäumen. So kann z.B. ein Unternehmen mit 35 Mitarbeitern, 4 Firmenwagen, 400 m2 Büroflächen und 35 PC’s schon ab 5.280 € Investition sauber gestellt werden. Der Rückfluss daraus ergibt einen Ertrag von 33.553 €.

 

 

Ab dem ersten Reisetag, dem 12. März, versuche ich täglich über meine Reise zu berichten. Sofern eine Internetverbindung besteht, können Sie also live dabei sein. Wer Fragen hat, einfach einen Kommentar hinterlassen!

 

 

Portraitfoto Gerd Junker

Verfasser des Beitrages

 

Gerd Junker ist Co-Gründer und Geschäftsführer der Grünes Geld GmbH. Gerd Junker: “Wir leben was wir tun! Und das ist ganz einfach, denn der doppelte Nutzen von grünen Geldanlagen ist überzeugend – die Welt verbessern und Rendite erhalten.” Mehr zu ihm und Grünes Geld auf auf Xing, Facebook oder Twitter.