Archiv für November 2013

Klimagipfel in Polen verkommt zur Farce

Mittwoch, 27. November 2013

Gerade erst wurde durch den Bericht des Weltklimarates der Vereinten Nationen bekannt, dass der Ausstoß an schädlichen Treibhausgasen noch höher ist als angenommen. Trotzdem kamen die Delegierten beim Klimagipfel in Polen in den vergangenen beiden Wochen über ein Minimalergebnis – das nur durch eine eintägige Verlängerung der Konferenz erreicht werden konnte – nicht hinaus.

 

 

 

Foto aus Flugzeug mit HorizontDas Klima: eine Erhöhung um mehr als 2 Grad birgt unkalkulierbare Risiken

 

 

“Diese Konferenz war ein einziger Betrug. Eigentlich sollten hier weitere Schritte zum Senken der Emissionen beschlossen werden, stattdessen ist das Gegenteil passiert: Japan hat seine Ziele gesenkt, Australien beschneidet seine Klimagesetze, Brasilien präsentiert eine rasant beschleunigtes Abholzen seiner Regenwälder. Noch dazu bedroht das vollständige Versagen der Industriestaaten, ihre bestehenden Finanzierungszusagen einzuhalten, die Ärmsten der Armen“, so Martin Kaiser, Leiter der Greenpeace-Delegation in Warschau.

 

So lässt sich das 2-wöchige Spektakel “COP” in Warschau wohl am besten umschreiben. Neben Greenpeace hatten am Donnerstag auch der WWF, BUND und Friends of the Earth die UNO-Weltklimakonferenz unter Protest verlassen.

 

Schon der Veranstaltungsort Polen rückte die Konferenz in ein negatives Bild, denn durch seine Bemühungen die heimische Kohleindustrie zu schützen gilt Polen als einer der größten Bremsklötze im Kampf gegen den Klimawandel. So konnten dann auch nur Grundzüge eines neuen Klimaschutz-Abkommens festgelegt werden. Das letzte Abkommen, das Kyoto-Protokoll, lief 2012 aus und wurde auf der letzten Konferenz bereits verlängert. Statt von “Verpflichtungen” spricht man in den neuen Abkommen auch nur noch von “Beiträgen zum Klimaschutz”.

 

Das neue Klimaschutzabkommen soll auf der nächsten Konferenz in einem Jahr in Paris zustande kommen. Zumindest solle es dann alle Länder umfassen, also auch die größten Umweltverschmutzer China und USA. Um konkrete Maßnahmen zur Vermeidung von CO2-Emissionen geht es auch kaum noch, größte Streitpunkte sind eher Zahlungen von Industrienationen zu stärker betroffenen Schwellenländern.

 

 
Portraitfoto Gerd Junker Gerd Junker ist Co-Gründer und Geschäftsführer der Grünes Geld GmbH. Gerd Junker: „Wir leben was wir tun! Und das ist ganz einfach, denn der doppelte Nutzen von grünen Geldanlagen ist überzeugend – die Welt verbessern und Rendite erhalten.“ Mehr zu ihm und Grünes Geld auf auf Xing, Facebook oder Twitter.
 

Anlagecheck: Leonidas Associates XIV Wind

Freitag, 22. November 2013

Eine Kurzübersicht über die Stärken und Schwächen des neuen Windfonds des Emissionshauses Leonidas Associates GmbH aus der Nähe von Nürnberg, geben wir heute hier im Grünes Geld Blog.

 

Die Gesellschaft hat sich bereits einen ersten Windpark in Frankreich nahe dem offenen Meer gesichert, der alle Investitionskriterien vollumfänglich erfüllt. Das für den Kauf und den Bau der Türme erforderliche Eigenkapital im Leonidas XIV beläuft sich auf diese insgesamt 7,2 Millionen Euro. Somit handelt es sich nur noch um ein Semi-Blind-Pool Investment. Die Windparks werden über die französischen Betreibergesellschaft des Fonds besessen und betrieben.

 

Bei überschaubarer Investitionszeit, mit einem erstmaligen Kündigungsrecht zum 31.12.2017 ist eine Gesamtausschüttung von  124 Prozent incl. Kapitalrückzahlung prognostiziert.

Laut Emissionsprospekt kann per Gesellschafterbeschluss mit 75% Mehrheit der abgegebenen Stimmen eine Verlängerung der Gesellschaft beschlossen werden, wie wir dies häufig bei geschlossenen Fonds finden.

Der Initiator geht jedoch davon aus, dass dies nicht der Fall sein wird und kommuniziert die Laufzeit mit 3,5 Jahren.

 

Seit 2009 Leonidas Associates platzierte 11 geschlossene Fonds aus den Bereichen Solar (5), Wasserversorgung (1) und Wind (5), die laut Leistungsbilanz 2011 eine prognosegemäße Entwicklung aufweisen können.

 

Das Gesamtfinanzierungsvolumen soll 36,53 Mio € betragen. Das Eigenkapitalvolumen ist mit 9 Mio. kalkuliert, kann jedoch auf 50 Mio. erhöht werden. Aktuell investieren Privatanleger bereits über eine Mio. (Stand Mitte Nov.) und derzeit ist eine befristete Begrenzung der einzuwerbenden Mittel auf 7,2 Mio. € ausgegeben worden, die nach Sicherung eines weiteren Projektes jedoch wieder aufgehoben wird.

Die vorläufige Mittelbegrenzung sehen wir positiv, da es immer Emissionen gibt, die anfangs viele Mittel einwerben, welche dann nur sehr zeitverzögert investiert werden oder schlimmeren Falls in Projekte, die nicht zu 100% den Investitionskriterien entsprechen. Leonidas Associates geht hier im Interesse der Anleger einen guten Weg.

 

Laut Prospekt beläuft sich das Fremdkapital auf 27,08 Mio. €, das entspricht 74,1%, welches von der französischen Betreibergesellschaft aufgenommen wird. Die Finanzierung soll über die KfW (20 Mio.) sowie eine weitere Bank abgewickelt werden. Die Kalkulation nimmt einen Darlehenszinssatz von 3,25 Prozent für das KfW Darlehen sowie 4,5 Prozent für das Bankdarlehen an. Aufgrund der anhaltend niedrigen Zinsen dürfte dies erreicht werden können.

 

Der prognostizierte Einkaufsfaktor liegt bei 7,8. Ein niedriger Wert doch er erscheint realistisch, da die Preise in Frankreich aufgrund der geringeren Förderzeiträume und höheren Bankkreditkosten  tendenziell etwas niedriger sind, da Investoren versuchen diese Kosten durch geringere verhandelte Einkaufspreise zu kompensieren versuchen.

 

Mit laufenden Kosten von 3,5% jährlich liegt der Fonds im Rahmen. Wartung, Instandhaltung, Betriebsführung und Pacht sind mit 1,5% kalkuliert. für die Fondsgeschäftsführung und Anlegerbetreuung rechnet Leonidas 2,0%.

Die Pacht für Grundstücke zur Errichtung von Windenergieanlagen liegt in Frankreich deutlich niedriger. Hier wurde mit 2.500€/MW ein vergleichsweiser geringer Wert angesetzt, in  Deutschland ist hier inzwischen vom drei- bis vierfachen auszugehen. Doch dies liegt hauptsächlich daran, dass hierzulande es aufgrund der Struktur und des bereits zügig vorangeschrittenen Ausbaus schwieriger ist, überhaupt geeignete Flächen oder Verpächter zu finden.

Die Laufzeit der Pachtverträge soll 20 Jahre betragen mit einer Verlängerungsoption von zweimal zehn Jahren. Dies ist wichtig für den späteren Verkauf, denn es wirkt sich auf die Kalkulation des späteren Investors aus. Nach gut 3 Jahren soll der Windpark an institutionelle Investoren verkauft werden. Kalkulierter Verkaufspreis zum Ende des Jahres 2017 beträgt 90% der Anschaffungskosten. Somit würden, bei der gesetzlich festgelegten Einspeisevergütung, für den potentiellen Investor eine jährliche Ausschüttung, nach Steuern bis zum Ende der Frist für die Einspeisevergütung, von 8 Prozent anfallen. Es erscheint realistisch zu diesen Bedingungen einen Käufer für die Anlagen zu finden.

Sollte der Verkaufspreis über den kalkulierten Preisen liegen, teilen sich die Komplementärin Leonidas Verwaltungs GmbH und die Kommanditisten den Mehrertrag 50:50.

 

Zur Kalkulation der Winderträge wurden zwei Gutachten erstellt. Das niedrigere wurde gewählt und ein Sicherheitsabschlag von insgesamt 10% vorgenommen. Branchenüblich ist den Durchschnittswert aus beiden Gutachten zu wählen und ebenfalls mit einem Sicherheitsabschlag von 10 Prozent zu versehen.

 

Die Fondsnebenkosten liegen mit Gesamtweichkosten von 17,2% im Mittelfeld, Für die Konzeption sind 3 Prozent, für die Eigenkapitalvermittlung 7 Prozent (ohne Agio), für die Fremdkapitalvermittlung 0,4% sowie für sonstiges 0,6 Prozent, angesetzt. Das Agio beträgt 5 Prozent, die Mindestzeichnungssumme beläuft sich auf 10.000 €.

 

Die Beteiligung beinhaltet die üblichen Risiken die einem Anleger, der in geschlossene Fonds investiert geläufig sein müssen. Auch hier ist es nicht sinnvoll vorzeitig aus der Gesellschaft auszusteigen. Laut Gesellschaftsvertrag erhält er nur 70% des Verkehrswertes seiner Beteiligung als Abfindung bei einem vorzeitigen Ausscheiden. Mögliche Interessenskonflikte, da  zwischen Fondsgeschäftsführung und Treuhänder typischerweise Verflechtungen bestehen, können nicht ausgeschlossen werden. Auch Verzögerungen bezüglich Inbetriebnahme oder Baufortschritt können zu Verzögerungen der Inbetriebnahme führen. Und last but not least, der Investitionsstandort Frankreich könnte problematisch werden, wenn sich die Schuldenkrise auf unser Nachbarland ausweitet und dies dann dort zu anderen politischen oder steuerlichen Voraussetzungen führt. Da leider inzwischen auch die Mitgliedschaft in der EU keine Rechtssicherheit mehr vor rückwirkenden Gesetzesänderungen, siehe Spanien, bewirkt, besteht dieses Risiko inzwischen in allen Ländern, da nahezu jedes EU Land unter angespannten Finanzhaushalten leidet. Seit 2012 hat Frankreich bereits eine Steuer für Windparks eingerichtet, die auch für bestehende Windparks gilt, je nach politischem Gusto, könnte diese erhöht werden.

 

Die erwartete jährliche Strommenge für den Windpark soll 67,8 Mio. kWh betragen. Rechnerisch gesehen würde dies 17.500 durchschnittliche Haushalte mit Strom versorgen. Eine Einsparung zu konventionellen Kraftwerken von 37.000 Tonnen CO2 pro Jahr ist eine tolle ökologische Wirkung. Frankreich hat insbesondere im Bereich Erneuerbare Energien deutlich Nachholbedarf, bisher beträgt der Windstromanteil nur 3 Prozent. Bei einer Energieamortisationszeit, d.h. wie lange benötigt die Anlage um den Strom zu erzeugen, der zu ihrer Herstellung notwendig war, von knapp 10 Monaten, besteht auch dazu kein Zweifel, dass es richtig ist die Stromerzeugung durch Windkraftanlagen darzustellen.

 

 

 

 

 

 

Smiley                   Stärken

 

    • Erfahrung am französischen Markt
    • Inflationsanpassung der Einspeisevergütung
    • definierte Investitionskriterien
    • preisgünstiger Einkaufsfaktor

 

          Trauriges Smiley             Schwächen

 

    • Semi-Blindpool
    • Fremdfinanzierung noch nicht vertraglich gefixt
    • Bauherren- u. Inbetriebnahme Risiko

 

Daumen hoch                  Chancen

 

  • höherer Verkaufspreis
  • höhere Stromerträge

Daumen runter                         Risiken

 

  • Energieertragsschwankungen
  • Investitionsstandort Frankreich
  • niedrigerer Verkaufspreis

 

 

Carmen Junker

Verfasser des Beitrages:

Carmen Junker ist Mit-Gründerin der Grünes Geld GmbH und Geschäftsführerin der Grünes Geld GmbH. Carmen Junker:“ Ein Grund mein berufliches Wirken speziell auf die Nachhaltige Geldanlage auszurichten ist, die Welt ein Stück positiver zu gestalten mit den Mitteln und Kenntnissen die mir zur Verfügung stehen. Aus der Verantwortung für die kommende Generation und weil ich selbst noch einige Jahre auf diesem schönen Planeten verbringen möchte“.

7 Punkte die Sie vor dem Abschluss von geschlossenen Fonds (Investment KGs) beachten sollten

Donnerstag, 14. November 2013

Investitionen in nachhaltige Energien erfolgen auf unterschiedliche Art und Weise. Man kann sein eigenes Unternehmen gründen (das machen viele mit einer Fotovoltaik-Anlage auf dem eigenen Dach), sich an Unternehmen beteiligen (mit Aktien, Genussrechten, KG-Anteilen) oder Unternehmen Geld leihen (Anleihen, Schuldverschreibungen, Darlehen, etc.). Ich möchte heute die 7 Punkte beleuchten, die Sie vor einer Investition in einen geschlossenen Fonds (neu: Investment-KGs) beachten sollten. Wer sie konsequent befolgt, wird viel Freude an seiner Geldanlage haben.

 

 

 

 

großer-solarpark

Lukrative geschlossene Fonds: Fotovoltaikparks bescheren vielen Anlegern konstante Renditen.

 

 

 

 

 

Grundsätzliche Vorteile geschlossener Fonds

 

Privatpersonen können sich an Großinvestitionen beteiligen: Normalerweise sind lukrative Großprojekte nur für große Anleger wie Konzerne oder Pensionskassen finanzierbar. Durch geschlossene Fonds können sich Privatpersonen schon ab 5.000 € bis 25.000 € MIndestanlagesumme beteiligen und diese Chancen nutzen.

Möglichkeiten der steuerlichen Optimierung: Zwar sind klassische Steuersparmodelle kaum noch möglich, trotzdem kann durch typische Eigenschaften von großen Investitionen, wie z.B. Abschreibungen auf das Investitionsobjekt, letztlich ein Steuer-Stundungseffekt erzielt werden. Das heißt, dass die steuerlichen Belastungen um Jahre verschoben werden können. Wer zum Beispiel heute einen hohen Steuersatz hat, in einigen Jahren jedoch in den Ruhestand geht und dann einen niedrigeren Steuersatz erwartet, wird sich darüber freuen.

Hohe Transparenz: Die Investitionsobjekte stehen schon bei Zeichnung fest oder sind genau definiert. Sie können in aller Regel besichtigt werden, die wirtschaftlichen Daten liegen vor. Die Gesellschafter haben weitreichende Auskunftsrechte – die Transparenz ist also sehr hoch.

Geringer eigener Verwaltungsaufwand: Würde der Anleger eine ähnliche Investition selbst vornehmen (zum Beispiel den Kauf einer Eigentumswohnung), hätte er einen wesentlich größeren Aufwand – denn fast alle Verwaltungstätigkeiten werden auf Ebene des geschlossenen Fonds abgedeckt.

Haftungsbegrenzung ist möglich: Wenn ein Anleger selbst eine Investition tätig, wie zum Beispiel den Kauf einer Eigentumswohnung, haftet er fast immer für alle Kosten mit seinem Privatvermögen. Diese Haftung wird heute bei geschlossenen Fonds praktisch immer begrenzt, so dass das maximale Verlustrisiko die Höhe der Einlage beträgt.

 

Grundsätzliche Nachteile geschlossener Fonds

 

– Wenig staatliche Kontrolle / keine Einlagensicherung: Mit der Einführung des Kapitalanlagegesetzbuches (KAG) im Juli 2013 wurde dieser Punkt deutlich entschärft, denn auch geschlossene Fonds unterliegen seit dem Kontrollen und strengeren Regeln. Trotzdem können für Anleger ungünstige Vertragsklauseln vereinbart werden. Auch besteht das Risiko, dass die Geschäftsidee des Fonds nicht funktioniert. Da es keine Einlagensicherung für die Anlegergelder gibt, drohen dann Verluste bis hin zu 100% des eingesetzten Geldes.

– Wenig gesetzliche Vorgaben für die Qualifikation von Anbietern und Beratern: Auch an dieser Stelle haben die Neuerungen der Jahre 2012 und 2013 entscheidende Verbesserungen für die Anleger gebracht. Berater müssen mittlerweile Sachkunde nachweisen und sich registrieren. Für Anbieter von geschlossenen Fonds gelten ebenfalls neue Regeln. Trotzdem sind die Qualitätsunterschiede sowohl bei den angebotenen Produkten als auch bei den Beratern weiterhin groß.

– Lange Anlagedauern: Aus den Investitionsobjekten ergibt sich meist eine Laufzeit von 5 bis 20 Jahren. In der Zwischenzeit ist das Geld der Anleger gebunden, eine vorzeitige Rückzahlung der Einlage nicht vorgesehen. Die Anteile können zwar verkauft werden, doch selbst die dafür vorhandenen Börsen können oftmals über Wochen oder Monate keinen Verkauf sicherstellen. Speziell notleidende geschlossene Fonds sind nur mit hohen Abschlägen handelbar.

– Hohe Haftungssummen möglich: In den meisten aktuellen geschlossenen Fonds ist die Haftung der Anleger auf seine Einlagesumme begrenzt, bei Wiederaufleben der Haftung durch nicht durch Gewinne gedeckte Rückzahlungen sogar oft auf 10% oder sogar 0,1% seiner Anlagesumme. Es gibt aber auch Fälle, in denen die Haftung nicht oder nur unzureichend ausgeschlossen ist und bei denen Haftungsrisiken in unbegrenzter Höhe drohen (oft bei früher verwendeten Gbr-Modellen).

 

 

Hier die 7 Punkte, die Sie unbedingt vor Beitritt zu einem geschlossenen Fonds beachten sollten. Wer Sie beachtet, hat gute Chancen auf 6 bis 8 Prozent Rendite:

 

 

1.) Der Initiator und seine Leistungsbilanz

 

Einer der wichtigsten – wenn nicht der wichtigste Punkt – ist der Initiator, als die Gesellschaft, die den geschlossenen Fonds auflegt und den Anlegern anbietet. Erfahrene Initiatoren mit einer ausgezeichneten bisherigen Bilanz verstehen ihr Geschäft und werden mit hoher Wahrscheinlichkeit auch wieder ein neues erfolgreiches Angebot entwerfen. Sollte der Initiator noch jung sein und keine oder keiner aussagekräftige Leistungsbilanz aufweisen, ist das Management wichtig: welche Erfahrung weißt es auf, welche Erfolge in dieser Branche können vorgewiesen werden? Hilfreich können auch Ratings oder Berichterstattungen in den Medien sein – doch Achtung: viele “Rating”-Agenturen werden durch die Initiatoren selbst bezahlt; eine wirkliche Unabhängigkeit ist dann kaum noch gegeben. Auch ein Blick die Suchergebnisse von Suchmaschinen können hilfreich sein. Aber auch hier Achtung: das Internet ist ein Stammtisch, an dem jeder seine persönliche Meinung kund tun kann. Viele Vorwürfe sind bewusst von Wettbewerbern gestreut. Einzelergebnisse der Suchmaschinen haben also kaum Bedeutung.

 

2.) Um welche Investition handelt es sich?

 

Natürlich sind die Aussichten auf Erfolg ganz wesentlich vom angebotenen Projekt abhängig. Dabei ist sowohl die Anlageklasse (Windkraft, Fotovoltaik, Kraft-Wärme-Kopplung, etc.) als auch das ganz konkrete Projekt entscheidend. Es macht einen Unterschied, in welchem Land investiert wird, ob die Anlagen errichtet, betrieben, oder gehandelt werden. Ist das Projekt von staatlichen Förderungen abhängig? Diese können Stabilität und Planbarkeit bringen, bei Wegfall können Geschäftsmodelle jedoch auch an staatlichen Förderungen scheitern.

 

3.) Prognoserechnung / Prognosesicherheit

 

Eine Prognoserechnung kann viel Sicherheitspuffer enthalten oder sie kann ganz eng kalkuliert sein. Zum Beispiel Windkraft: die Windprognosen können aufgrund von einem, von zweien, oder aufgrund von drei Windgutachten erstellt werden. Wenn mehr als 1 Gutachten erstellt wird, wie wird der Prognosewert für den Wind errechnet? Nimmt der Anbieter prinzipiell das schlechteste Windgutachten oder bildet er einen Mittelwert? Wie ist ein eventueller Verkauf kalkuliert? Bei der häufig verwendeten Ertragswertmethode geht man davon aus, dass ein zukünftiger Investor beim Kauf der Anlagen einen Zinssatz erzielen will von 8, 9 oder gar 10% p.a.? Darüberhinaus kann man davon ausgehen, dass staatliche Förderungen prinzipiell die Prognosesicherheit erhöhen; das ist zum Beispiel die Grundlage für viele Fotovoltaik- oder Windkraftfonds. Trotzdem kann genau dieser Punkt zu Problemen führen, wenn die staatlichen Zusagen nicht eingehalten werden. Unterschiedliche Technologien haben auch unterschiedliche Prognosesicherheiten – üblicherweise ist zum Beispiel die Sonneneinstrahlung pro Jahr konstanter als die jährliche Windernte (auch wenn 2013 ein ausgesprochen schlechtes Fotovoltaik-Jahr war im Vergleich zu 2012, was sehr hohe Sonneneinstrahlung mit sich brachte).

 

4.) Kostenstruktur

 

Die Kostenstruktur muss gesund sein – und zwar in beide Richtungen. Sind die Kosten hoch angesetzt, schmälert das die Renditen der Anleger. Sind sie jedoch zu niedrig, kann es sein, dass der Fonds für Vermittler und Initiator uninteressant wird. Man kümmert sich nicht ausreichend um den geschlossenen Fonds und er scheitert. Beim Vergleich der Kosten muss allerdings äußerste Vorsicht walten – schließlich sind Begriffe wie “Weichkostenquote” oder “Investitionsquote” nicht fest definiert. Hier rechnen die einzelnen Anbieter genauso wie die unterschiedlichen Rating-Agenturen oder Magazine mit teilweise unterschiedlichen Modellen. Eine außerdem interessante Frage ist, wie die Vergütungen für den Initiator gestaltet sind. Welche Kosten sind variabel an die höhe des tatsächlich eingesammelten Eigenkapitals gekoppelt, welche sind fix? Erhält er eine Erfolgsvergütung z.B. für den Verkauf der Anlagen am Ende – das halte ich als Motivationsfaktor für wichtig.

 

5.) Marktumfeld

 

Wie der Markt rund um das angestrebte Investitionsobjekt aussieht ist eine wichtige, wenn auch schwer zu beantwortende Frage. Meist ist es nämlich so, dass zur Auflegung eines geschlossenen Projektes das Marktumfeld bestens aussieht. Während der Laufzeit über teilweise bis zu 20 Jahre kann sich dies aber ändern. Typisch sind Immobilieninvestitionen, die zu Beginn gut aussehen, sich beim sogenannten “Exit”, also dem Verkauf zum Ende des Projektes mit einem deutlich niedrigeren als dem gedachten Verkaufspreis der Immobilie überraschen. Bei Erneuerbare-Energien-Fonds ist dieses Risiko teilweise geringer, da die Einnahmen über staatliche Einspeisevergütungen fest garantiert sind – bei über 20 Jahre kalkulierten Projekten oftmals überhaupt nicht vorhanden (man geht von einer Betriebsdauer von genau 20 Jahren, als der Förderdauer, aus und kalkuliert dann den Rückbau der Anlagen). Bei kürzeren Erneuerbare-Energien-Projekten, die einen Verkauf der Anlagen zum Beispiel nach 3,4, 8 oder 10 Jahren vorsehen, ist der zu erzielenden Verkaufspreis allerdings auch vom Marktumfeld (zum Beispiel der Zinssituation) abhängig.

 

6.) Rechtliches Konzept / Anlegerrechte

 

Wenn die Projekte wie geplant laufen, sind die rechtliche Konzepte weniger spannend. Es interessiert den Anleger dann meist nur die steuerliche Ausgestaltung. Kann die angestrebte Steuerart – zum Beispiel “Einkünfte aus Kapitalvermögen” und damit die meist günstigere Abgeltungssteuer – erreicht werden? Gilt für das Projekt wirklich das versprochenen Doppelbesteuerungsabkommen, so dass in Deutschland keine oder eine deutlich niedrigere Besteuerung Anwendung findet? Wichtiger werden die rechtlichen Konzepte jedoch, falls Probleme im Projektverlauf auftreten. Dann stellen sich Fragen wie Gesellschaftsform und daraus sich ergebende Haftungshöhen oder Nachschusspflichten; auch wenn aktuelle geschlossene Fonds an dieser Stelle meist kaum noch wirkliche Risiken aufweisen.

 

7.) Die in Aussicht gestellten Renditen

 

Am einfachsten zu Überprüfen und für die meisten Anleger ein wichtiger Orientierungspunkt sind die prognostizierten Renditen. Allerdings ist die Vergleichbarkeit an dieser Stelle nicht trivial. Denn wenn zum Beispiel in den Jahren 3,4 und 5 jeweils 5% gezahlt werden, so ist das anders zu bewerten, als wenn der geschlossene Fonds nach 5 Jahren einmalig 15% ausschüttet. Vergleichbarkeit wird hier mit der internen Zinsfußmethode geschaffen (IRR), doch diese ist für die meisten Anleger nicht verständlich. Außerdem ist der konkrete Auszahlungszeitpunkt wichtig: es gibt Fonds die regelmäßig pro Quartal eine Ausschüttung leisten. Andere Fonds planen eine Ausschüttung pro Jahr, lassen diese jedoch nicht gleich zu Beginn des Folgejahres, sondern erst in der Mitte des Folgejahres dem Anleger zukommen. Das drückt die tatsächliche Rendite, denn bis dahin sind weitere Monate ins Land gegangen. Die Berücksichtigung des Agio’s (meist 5%) oder eines eventuellen Frühzeichnerbonuses findet auch in vielen Fällen nicht korrekt statt.

 

 

Wer diese 7 Punkte beachtet und mit Leben füllt, weiß mehr über geschlossene Fonds als die meisten Menschen. Er hat ein gutes Fundament, um die richtigen und aussichtsreichsten geschlossenen Fonds (Investment KGs) zu finden. Es muss jedoch jedem klar sein, dass die höheren Renditen dieser Anlageklasse nur mit dem eingegangenen unternehmerischen Risiko zu erzielen sind. Geschlossene Fonds sollten entsprechend immer nur eine Beimischung im Vermögensaufbau darstellen. Wer dies beherzigt und möglicherweise auch noch eine Streuung über 3-5 geschlossene Fonds realisiert, wird langfristig viel Freude mit seinem Sach-Investment haben.

 

Wir kennen den Markt nun bereits seit 2001 und haben uns sehr viele geschlossene Fonds angesehen. Wer unsere aktuellen Tipps sehen möchte, kann hier klicken:

 

Windkraft und weitere

Fotovoltaik

Waldinvestments

grüne Immobilien

 

 

 
Portraitfoto Gerd Junker Gerd Junker ist Co-Gründer und Geschäftsführer der Grünes Geld GmbH. Gerd Junker: „Wir leben was wir tun! Und das ist ganz einfach, denn der doppelte Nutzen von grünen Geldanlagen ist überzeugend – die Welt verbessern und Rendite erhalten.“ Mehr zu ihm und Grünes Geld auf auf Xing, Facebook oder Twitter.
 

Letztmalig von kurzen Laufzeiten und jährlichen Rückzahlungen profitieren: GreenAcacia läuft aus

Dienstag, 12. November 2013

ForestFinance ist einer der langjährigsten und erfahrensten Anbieter von wirklich nachhaltigen ForstInvestments. In mehrern Ländern auf mehreren Kontienenten bieten die Bonner Aufforstungen an, die Mischwälder entstehen lassen, CO2 binden und der einheimischen Bevölkerung gute Arbeit bieten. Das beliebteste Angebot dabei ist stets das GreenAcacia gewesen – wenn es denn verfügbar war. Denn das Ausnahmeangebot verbindet die Kompetenz von ForestFinance mit einer kurzen Laufzeit von nur 7 Jahren und mit jährlichen Auszahlungen bereits ab 2014. Das ist bei Bauminvestments sehr selten, üblicherweise laufen die Projekte 20 bis 30 Jahren und können nur zum Ende hin Auszahlungen an die Anleger aufweisen.

 

Grüne Mischwälder: Ergebnis des Projekts GreenAcacia 

 

Bei GreenAcacia hingegen werden Flächen mit bereits mehrjährigen Akazienbäumen genutzt, die Jahr für Jahr zu Mischwäldern gewandelt werden. So können auch jedes Jahr Holzverkäufe durchgeführt werden, die für regelmäßig Renditen bei den nachhaltigen Anlegern führen.

 

Allerdings gehen die Flächen, bei denen dies umsetzbar ist, dem Ende zu. Der erste Standort Vietnam ist bereits seit 30. Oktober 2013 ausverkauft. Der zweite Standort in Kolumbien hat ebenfalls nur noch ein Kontingent von 300 Hektar, das in den letzten Wochen des Jahres wohl verkauft werden wird.

 

Das Nachfolgeangebot ab 2014 soll dann eine Laufzeit von 12 Jahren haben – also wesentlich länger als die jetzigen 7 Jahre. Denn dann müssen neue Flächen aufgeforstet werden, was Zeit kostet.

 

Alle Vorteile von GreenAcacia des aktuellen Jahrgangs:

+ Kurze Laufzeit: ca. 6,5 Jahre

+ Erste Auszahlungen aus Durchforstungen bereits im 1. Quartal 2014

+ Ökologisch wertvolle Umwandlung von Monokulturen in Mischwälder

 

 

Ausführliche Informationen zu GreenAcacia
 

Marktplatz der guten Geschäfte 2013

Freitag, 08. November 2013

wir freuen uns, Ihnen nun den Film zum “Marktplatz Gute Geschäfte 2013” zeigen zu können. Auch die Grünes Geld GmbH hat sich an der gelungenen Aktion im September beteiligt und im Rahmen der guten Geschäfte Vereinbarungen geschlossen, unter anderem mit dem Mehrgenerationenhaus Mosaik.

 

Die Initiative „Marktplatz Gute Geschäfte“ ist Mitte der Neunziger Jahre in den Niederlanden entwickelt worden. Von der Bertelsmann Stiftung aufgegriffen und weiterentwickelt ist sie in fast 100 deutschen Städten ein beliebtes Instrument, um Unternehmen und Gemeinnützige zusammenzubringen. Unternehmen und Gemeinnützige Organisationen treffen sich zwei Stunden um Kooperationsprojekte und gute Geschäfte zu vereinbaren. Es wird alles gehandelt außer Geld. Gegenstand der Tauschgeschäfte können Helfende Hände, Sachspenden oder Know-How sein.

Die Region Bayerischer Untermain vereinbarte besonders rege: 72.000 Euro zeigte nach gut 90 Minuten Handelszeit die Tafel an. Zum Vergleich: In anderen Städten gelten Beträge von 40.000 Euro bereits als sehr erfolgreich. Dieses für einen neuen Marktplatz ungewöhnliche Ergebnis machte sich auch in der Stimmung bemerkbar. Dafür sorgten die an der Leinwand ständig aktualisierten und von der Moderatorin kommentierten Zwischenstände. 42 teilnehmende Organisationen zählte diese erste Veranstaltung am Untermain: Auf der einen Seite 21 gemeinnützige Vereine und Initiativen, auf der anderen Seite 21 Unternehmen. Insgesamt wurden 76 Engagementvereinbarungen getroffen.

 

Da die Veranstaltung des ersten Marktplatzes 2013 bei der ZENTEC in Grosswallstadt von allen Teilnehmern sehr gelobt wurde, bereiten der Bundesverband mittelständische Wirtschaft und  die CSR Agentur, ermutigt von den Ergebnissen , gemeinsam den Marktplatz 2014 vor.

Wir freuen uns schon auf das nächste Jahr und wünschen den Organisatoren bereits viel Freude beim Vorbereiten.

 

 

Carmen Junker

Verfasser des Beitrages:

Carmen Junker ist Mit-Gründerin der Grünes Geld GmbH und Geschäftsführerin der Grünes Geld GmbH. Carmen Junker:“ Ein Grund mein berufliches Wirken speziell auf die Nachhaltige Geldanlage auszurichten ist, die Welt ein Stück positiver zu gestalten mit den Mitteln und Kenntnissen die mir zur Verfügung stehen. Aus der Verantwortung für die kommende Generation und weil ich selbst noch einige Jahre auf diesem schönen Planeten verbringen möchte“.