Autor: gruenes_gewissen 28. März 2011

Beruhigen Sie Ihr grünes Gewissen

Ob Finanzkrise, Klimakatastrophe oder aktuell die drohende Atomkatastrophe in Japan: Durch die zunehmende Globalisierung sind die Auswirkungen von Ereignissen weltweit unmittelbar spürbar. Das macht sich auch bei Geldanlagen bemerkbar. „Es gibt so gut wie keine deutsche Großbank, die nicht Milliarden in Atomenergie investiert hat“, berichtete der Vorstandsvorsitzende der Deutschen Umweltstiftung, Jörg Sommer, vergangene Woche. „Deutsche Anleger finanzieren so – weitgehend ungewollt – Atomkatastrophen wie in Japan mit.“

 

Immer mehr Verbraucher können das mit ihrem Gewissen nicht vereinbaren und legen – nicht erst seit der Reaktorkatastrophe von Fukushima – vermehrt Wert auf ökologische und nachhaltige Geldanlageformen. Wie für alle Formen von Investitionen gilt es hier, sich vorher gründlich zu informieren. Jürg Zeltner Wealth Management UBS erklärt: „Die Zahl der Anlage- und Investitionsmöglichkeiten ist bereits heute fast unüberschaubar geworden und wächst täglich an Zahl und Produktvarianten. Gleichzeitig müssen Investitions- und Anlageentscheidungen immer schneller und zeitgleich zu den jeweiligen Marktzeiten getroffen werden, und das vor dem Hintergrund einer weltweiten Verkettung von Informationen, Ereignissen und Märkten. Kurz gesagt: Nie war die Komplexität der internationalen Finanzmärkte höher als heute, und sie nimmt ständig zu.“

 

Wer beim Anlegen auch noch sein grünes Gewissen beruhigen will, der muss doppelt aufpassen, denn auch hier gibt es viele Unterschiede und keine einheitlichen Qualitätssiegel.  Wer die Atomindustrie nicht weiter indirekt unterstützen will, kann zu einer alternativen Bank wechseln. Diese ethisch-ökologischen Banken vergeben Kredite bevorzugt an nachhaltige Projekte und verfolgen strikte Politiken hinsichtlich Themen wie Atomenergie und Rüstungsindustrie.

 

Wer sein Vermögen in grünen Fonds anlegen möchte, sollte sich vor dem Kauf gut über die Zusammensetzung der Fonds informieren. Nicht alle Fonds lehnen Atomenergie komplett ab und investieren obendrein in Erdöl- und Erdgas-Förderung. Auch bei einzelnen Aktien sollte eine Investition gut durchdacht sein. Viele grüne Unternehmen sind relativ jung und bringen naturgemäß ein höheres Risiko mit sich. Als einzige Investitionsgrundlage sind solche Aktien daher nicht ratsam.

 

Denn wie Stiftung Warentest schlussfolgert: Eine Anlage, ökologisch oder nicht, ist stets «Teil der Weltwirtschaft und dem Spiel der Konjunkturen, Krisen und Markteuphorien ausgesetzt». Wer hehre Ziele verfolgt, muss also keineswegs auf gute Renditen verzichten, doch wie bei jeder Geldanlage ist gründliches Informieren und kompetente Beratung im Vorfeld Pflicht. Denn hier steht Ihr Vermögen auf dem Spiel!

 

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