Archiv für Mai 2015

Sind Lebensversicherungen eigentlich recycelbar?

Donnerstag, 28. Mai 2015

Für viele Konsumgüter wurden im Sinne der Kreislaufwirtschaft bereits Konzepte entwickelt, um die darin enthaltenen Rohstoffe zu verwerten und so den Lebenszyklus insgesamt zu verlängern. Die Ideen reichen ja nach Natur der Sache vom Recycling bis hin zur vollständigen Wiederverwertung. Auf die Idee, dass auch Finanzprodukte recycelfähig sein können, würde man spontan nicht kommen.

 

Dabei liegt es auf der Hand, das besonders langlebige Produkte, wie beispielsweise Textilien, Möbel, Autos, Schallplatten oder Bücher einen zweiten Nutzer finden können, wenn sich der ursprüngliche Käufer davon trennen möchte. Webseiten, wie Ebay leben davon und beweisen, dass man mit Kreislaufwirtschaft ein gutes Geschäft machen kann.

 

Gut im doppelten Wortsinne: Zum einen, weil es sich offenbar für Käufer und Verkäufer wirtschaftlich rentiert (also eine Rendite erwirtschaftet) und zum anderen, weil ein Wiederverkauf an einen Zweitnutzer auch die Ressourcen schont, weil dadurch insgesamt weniger produziert werden muss.

 

 

rueckkauf-lebensversicherung

Das Leben bringt viele Unwägbarkeiten. Wenn die Lebensversicherung nicht mehr passt – warum nicht recyceln?

 

Die Lebensversicherung: Auf lange Frist ausgelegt

 

Ein Beispiel für ein langlebiges Wirtschaftsgut im Finanzsektor ist die Kapitallebensversicherung. Dabei handelt es sich um ein Produkt, dessen Laufzeit meist mindestens 12 Jahre beträgt und das zum Teil auch für 20 oder gar 30 Jahre abgeschlossen wird.

 

Ratingagenturen verweisen in der Regel darauf, dass die Rendite umso höher ausfällt, desto länger die Laufzeit der Police ist. Das liegt einerseits daran, dass die Versicherungsgesellschaft mehr Möglichkeiten hat, die Prämien langfristig anzulegen, andererseits ist es der Zinseszinseffekt, der die Rendite bei Langzeitpolicen besonders ansteigen lässt.

 

Vertragslaufzeit: Das Leben geht weiter

 

Dabei haben lange Vertragslaufzeiten natürlich nicht nur Vorteile. Denn wer weiß schon, was in 10 oder gar 20 Jahren passiert, nachdem man einen Versicherungsvertrag abgeschlossen hat? Ehen werden geschlossen und wieder geschieden, Kinder werden geboren und neue Tätigkeitsfelder entstehen, während bisherige verlorengehen.

 

Da kann nicht nur die monatliche Prämie schnell zur Last werden, auch kann der angesparte Rückkaufswert, über dessen Höhe die Versicherungsgesellschaft jährlich informiert, sinnvoll zur Finanzierung von anderen Dingen, beispielsweise einer Immobilie eingesetzt werden. Was soll man also mit so einer lästig gewordenen Lebensversicherung tun?

 

 

Würden Sie ein ausgelesenes Buch in den Müll werfen?

 

Der erste Gedanke ist natürlich, die Lebensversicherung einfach zu kündigen. Aber würden Sie ein Buch in den Müll werfen, nachdem Sie es ausgelesen haben? Oder Ihr Auto verschrotten, nur weil sie sich ein neues Modell kaufen wollen?

 

Bedenken Sie: Die Kündigung einer Lebensversicherung hat nicht nur das sofortige Erlöschen des Versicherungsschutzes zur Folge, die Versicherungsgesellschaft muss auch langfristig geplante Gelder abziehen und bestraft jede Vertragskündigung mit hohen Stornokosten, die bereits mit dem Rückkaufswert abgezogen sind.

 

Die Prämien der Lebensversicherungen fließen nicht selten in den Erwerb von Staatsanleihen, aber auch in Langfristdarlehen und Investments zur Finanzierung von Großanlagen im Infrastruktur- und Energiebereich. So manches Wasserkraftwerk und mancher Windpark ist unter anderem durch Versicherungsgesellschaften finanziert worden.

 

Für den Versicherten bleibt nach Abzug der Stornokosten oft nicht mehr viel übrig, von einer guten Rendite kann dann auch keine Rede mehr sein.

 

 

Lebensversicherungen werden weitergeführt

 

Nicht zuletzt warnen auch Verbraucherschützer vor der vorzeitigen Vertragskündigung, der die meisten Vorteile zunichtemacht, die einem ursprünglich bei Vertragsabschluss versprochen wurden. Dabei gibt es schon seit über 10 Jahren eine Alternative zur Kündigung: Der Verkauf der Lebensversicherung auf dem Zweitmarkt.

 

Hier kaufen Unternehmen die Lebensversicherungen an und führen diese an Stelle des ursprünglich Versicherten bis zur Endfälligkeit weiter. Der Verkäufer der Police erhält vom Ankaufsunternehmen einen Kaufpreis gezahlt, der ein paar Prozent über dem Rückkaufswert liegt.

 

Da die Versicherung mit dem Ziel angekauft wird, diese weiterzuführen, bleibt der versicherten Person ein Rest-Versicherungsschutz gemäß AGB sogar erhalten, denn der Ankäufer zahlt an Stelle des Versicherten die Prämien weiter.

 

Der Zweitmarkt für Lebensversicherungen hilft also allen Beteiligten: Den Versicherten, der Versicherungsgesellschaft und den Projekten, in denen die Versicherungsgelder angelegt sind.

 

Das Bundesministerium für Arbeit und Soziales hat daher einen der größten Ankäufer Policen Direkt als besonders gelungenes Beispiel für nachhaltige Unternehmensführung bezeichnet. Handeln auch Sie nachhaltig: Denken Sie zuerst über den Verkauf auf dem Zweitmarkt nach, wenn Sie sich von Ihrer Lebensversicherung trennen möchten.

 

 

angebot-rueckkauf-lebensversicherung-rentenversicherung

 

 

 

 

Interesse an unseren Themen? Holen Sie sich die Grünes Geld News und erhalten Sie Insider-Tipps und Frühzeichnerboni.

Portraitfoto Matthias Wühle – Gastbeitrag –
Matthias Wühle
studierte Betriebswirtschaftsehre, Geschichte und Philosophie in Frankfurt und Mainz und ist seit 2012 als Referent für Presse- und Öffentlichkeitsarbeit bei Policen Direkt Versicherungsvermittlung GmbH in Frankfurt am Main, dem Marktführer im Zweitmarkt für Lebensversicherungen, tätig. Sein Schwerpunktthema sind Lebensversicherungen und alles rund ums Recycling von Deutschlands beliebtester Altersvorsorge.

Letzter Aufruf für 3 der attraktivsten Projekte

Mittwoch, 27. Mai 2015

 

Die niedrigen Zinsen verstärken den Trend, dass große Kapitalanleger wie Versicherer, Renten- und Pensionskassen sehr stark in Erneuerbare Energien investieren. Die Umwelt ist das eine, die gut kalkulierbaren, interessanten Renditen das andere. Die Folge: attraktive Angebote in diesem Bereich werden für Privatanleger immer knapper. In Kürze werden 3 attraktive Projekte deshalb geschlossen. Liquide Anleger reagieren jetzt und sichern sich diese Chancen.

 

Projekt 1: Blockheizkraftwerke Deutschland 2
Laufzeit ca. 7 Jahre, Investition in ca. 25 Blockheizkraftwerke in Deutschland, bereits überzeichnet, Annahmeschluss: 12. Juni 2015.

Mehr: http://bit.ly/1rZhAPX

Projekt 2: Leonidas XVII Windkraft Frankreich
Kurzläufer, Bau und Betrieb von Windkraftanlagen in Frankreich, hohe Nachfrage, Annahmeschluss: 15. Juni 2015.

Mehr: http://bit.ly/1AzjVsX

Projekt 3: WindpowerINVEST II England
Laufzeit ca. 10 Jahre, Betrieb fertiger Windkraftanlagen in England, einziges reines Eigenkapitalprojekt, Annahmeschluss: 30. Juni 2015.

Mehr: http://bit.ly/1Ex8nDE

 

 

Wer jetzt reagiert, kann sich noch die attraktiven Alt-Konditionen sichern. Beachten Sie die jeweils bei den Projekten genannten Termine.

 

 

 

Interesse an unseren Themen? Holen Sie sich die Grünes Geld News und erhalten Sie Insider-Tipps und Frühzeichnerboni.

Portraitfoto Gerd Junker Gerd Junker ist Co-Gründer und Geschäftsführer der Grünes Geld GmbH. Gerd Junker: "Wir leben was wir tun! Und das ist ganz einfach, denn der doppelte Nutzen von grünen Geldanlagen ist überzeugend – die Welt verbessern und Rendite erhalten." Mehr zu ihm und Grünes Geld auf auf Xing, Facebook oder Twitter.

Steht die Abschaffung des Bargeldes bevor?

Montag, 18. Mai 2015

Fühlen Sie sich bereits als gläserner Bürger? Was uns die Enthüllungen eines  Edward Snowden klar vor Augen führten, konnte vor noch vor 5 Jahren kaum jemand glauben. Unser Staat, und vor allem unser großer Bruder USA, weiß viel mehr über uns als es die Stasi oder gar die Geheimdienste im Dritten Reich je gewusst haben. eMails, SMS, WhatsApp, Facebook und Telefonate werden in einem Ausmaß flächendeckend überwacht, wie es sich nie jemand je ausgemalt hätte. Jetzt geht die Diskussion einen entscheidenden Schritt weiter. Wie das Handelsblatt in seiner Ausgabe vom 18. Mai 2015 berichtet, fordern führende Ökonomen wie Ken Rogoff oder Willem Buiter die Abschaffung des Bargeldes.

Hintergrund: die staatlichen Organisationen möchten detailliert wissen, wer wem welches Geld zukommen lässt. Der nächste Schritt in der Überwachungsspirale.

 

Rationale Gründe werden angeführt

 

Natürlich gibt es wie bei jeder großen Entscheidung, und die Abschaffung von Münzen und Banknoten wäre ein großer Einschnitt, auch gute rationale Gründe dafür. Man geht davon aus, dass illegale Geschäfte für rund 50 % des Bargeld-Zahlungsverkehrs verantwortlich sind. Drogenhandel und Schwarzarbeit nutzen in der Tat Bargeld. Allerdings werden dort vorwiegend große Scheine genutzt, weshalb bereits ein Verbot großer Banknoten eine große Einschränkung für diese Schattenwirtschaft bedeuten würde und die meisten Normalbürger nicht betrifft. Nicht zuletzt deshalb haben europäische Staaten schon Obergrenzen für Barzahlungen eingeführt. In Frankreich darf man bald nur noch bis 1.000 Euro bar zahlen, seit 2011 gilt diese Grenze schon in Italien. In Griechland gilt gar eine 500 Euro Grenze, und der dortige Bankenverband drängt auf eine weitere Absenkung.

Maximale Summe für Barzahlungen

Obergrenzen für Barzahlungen in europäischen Ländern (Grafik: Grünes Geld GmbH)

 

 

 

Besonders die Notenbanken sind für die Abschaffung: Negativzinsen wären einfacher

 

 

In der aktuellen Niedrigzins-Situation gibt es einen ganz besonderen Grund für die Abschaffung des Bargeldes. Die Notenbanken würden die Zinsen gerne noch weiter ins Negative drücken. So hat die Schweizer Notenbank SNB den Leitzins schon auf minus 0,75 Prozent gesenkt. Doch dieser Strafzins ist höher als die Gebühren für Schließfächer und Versicherung, so dass es sich in der Schweiz lohnt, sein Geld bar abzuheben und in Schließfächern einzulagern. Ohne Bargeld wäre das nicht mehr möglich. Der Negativzins könnte so zum Beispiel auf minus 2 Prozent ausgedehnt werden. Und auch die Europäische Zentralbank EZB wäre sicher froh, die Zinsen weiter senken zu können. Niemand könnte sich ohne Bargeld mehr gegen Negativzinsen wehren.

 

 

Geht das rechtlich überhaupt – kann man das Bargeld abschaffen?

 

 

Der Artikel 128 des EU-Vertrages ist eindeutig: „Von der EZB und den nationalen Zentralbanken ausgegebene Banknoten sind die einzigen, die in der EU als gesetzliches Zahlungsmittel gelten.“ Eine Abschaffung der Banknoten würde also gleichzusetzen sein mit der Abschaffung des einzigen gesetzlichen Zahlungsmittels in der EU. Denn das Giralgeld, also das virtuelle Geld auf

 

gruenesgeldnewsanmeldung

 

unseren Konten und Sparbüchern, ist keinesfalls dem Bargeld gleichzusetzen. Wichtigster Unterschied: Wer sein Geld auf der Bank lagert, trägt das Insolvenzrisiko der Bank. Wie die Fälle Northern Rock (Bank-Run 2007), Island (Bank-Insolvenzen 2008) oder Zypern (Bank-Insolvenzen 2013) vor Augen führen, ist dieses Risiko sehr real. Für den Währungsrechtler Prof. Siekmann könnte Giralgeld nur dann das Bargeld ersetzen, wenn der Staat eine insolvenzgeschützte Alternative bietet. Vielleicht ein Konto bei der Bundesbank für jeden oder einem staatlich garantierten Zahlungsinstitut. 

 

 

 

 

 

 

Schützen vor Währungsturbulenzen: Geldanlagen in Wald

 

 

 

 

 

 

Interesse an unseren Themen? Holen Sie sich die Grünes Geld News und erhalten Sie Insider-Tipps und Frühzeichnerboni.

Portraitfoto Gerd Junker Gerd Junker ist Co-Gründer und Geschäftsführer der Grünes Geld GmbH. Gerd Junker: „Wir leben was wir tun! Und das ist ganz einfach, denn der doppelte Nutzen von grünen Geldanlagen ist überzeugend – die Welt verbessern und Rendite erhalten.“ Mehr zu ihm und Grünes Geld auf auf Xing, Facebook oder Twitter.

Wann

Erben & Schenken: Was sollte man wissen?

Freitag, 15. Mai 2015

 

In Deutschland wird immer mehr vererbt, oder sehr verwandt dazu, verschenkt. Die seit dem Wirtschaftswunder erschaffenen  Besitztümer der Deutschen werden in steigender Menge übertragen. Doch das deutsche Familienrecht ist komplex und die gesetzlichen Standard-Vorgaben passen nur in den wenigsten Fällen hinzu kommt: nur 15% der Deutschen halten Erb-Streitigkeiten in Ihrer Familie für möglich, aber in 45% der Erbfälle kommt es zu juristischen Auseinandersetzungen.

 

 

imageimage

Nur 15% glauben in der Familie an Erbstreit, in  Wirklichkeit kommt er in 45% der Fälle vor (Grafik: Grünes Geld GmbH)

 

Die gesetzliche Erbfolge

 

Wenn nichts geregelt wird, gilt die gesetzliche Erbfolge. Diese zielt primär darauf ab, die Ehegatten und Kinder gut zu stellen.

 

Entsprechend gelten für Ehepartnern und eingetragene Lebenspartnerschaften eigene, großzügige Regelungen. Außerhalb dessen gilt: gibt es näher stehende Erben, geht der Rest leer aus. Unverheiratete Lebensgefährten oder angeheiratete Verwandtschaft geht ohnehin immer leer aus. Der Gesetzgeber sieht folgende Regelung vor: zunächst erben Kinder, dann deren Kinder, dann Eltern und gegebenenfalls Kinder wie Geschwister oder Nichten / Neffen des Erblassers, als nächstes kommen Großeltern und deren Nachkommen.

 

Beispiel: Ein unverheirateter Mann verstirbt und hat drei Kinder. Jedes erbt also 1/3 des Erbes. Da ein Kind jedoch bereits verstorben ist, teilen sich dessen beiden Kinder sein Drittel. Letztlich erhält jedes Kind des Erblassers 1/3, die Enkel des Erblassers erhalten jeweils 1/3 mal 1/2, also 1/6 des Nachlasses. Alle anderen erhalten nichts.

 

Siehe dazu auch untenstehende Grafik mit den Erbschaftsklassen 1., 2. und 3. Ordnung.

 

Wie sieht das Erbe der Ehepartner aus?

 

Außerhalb des Ordnungs-Systems der Erben steht der Eheparten oder eingetragene Lebensgefährte. Neben Erben 1. Ordnung erhält der Ehepartner 1/4, neben Erben der 2. Ordnung erhält er die Hälfte des Erbes. Immer wenn die Ehepartner in Zugewinngemeinschaft leben (Normalfall), erhält der Ehepartner ein weiteres 1/4. Im häufigen Fall einer Erbschaft mit Ehepartner und 2 Kindern erhält der Ehepartner also 1/4 plus nochmal 1/4 wegen der Zugewinngemeinschaft, also insgesamt 1/2. Die Kinder erhalten jeweils 1/4.

 

Wie kann ich etwas regeln?

 

Wer also eine eigene Regelung treffen möchte, muss ein schriftliches Testament hinterlegen oder einen Erbvertrag erstellen. Nur falls diese Dokumente zum Beispiel aus formalen Gründen nicht gültig sind, gilt wieder die gesetzliche Erbfolge. Für den Erbvertrag gilt, dass er keine einseitige Willenserklärung wie das Testament darstellt, sondern dass er ein von Erblasser und Erben unterzeichnetes Dokument ist. Er muss zwingend beim Notar abgeschlossen werden und kann, das ist ein wesentlicher Unterschied zum Testament, später nicht mehr einseitig geändert werden.

 

Was gibt’s beim Testament zu beachten?

 

Ein Testament kann jeder, auch ohne rechtliche Hilfe, verfassen. Wichtig: es muss zwingend in eigener Handschrift verfasst werden. Maschinengeschriebene Testamente mit eigenhändiger Unterschrift sind nicht gültig. Es muss im Testament klar ersichtlich sein, von wem das Testament wann und wo verfasst wurde. Der Vorteil: im Gegensatz zum Erbvertrag kann ein Testament jederzeit durch ein neues ersetzt werden.

 

Um zu vermeiden, dass Testamente verloren gehen oder unklar ist, welches das aktuelle Testament ist, kann man es beim Amtsgericht oder im zentralen Testamentsregister (www.testamentsregister.de, seit 1.1.2012) durch einen Notar hinterlegen lassen. Pflicht ist das nicht, private Testaments ohne Hinterlegung gelten ebenso.

 

Generell kann man neben dem selbst geschriebenen Testament auch das Testament von einem Notar machen lassen. Das ist jedoch relativ teuer. Unser Tipp: Erstellen Sie ein rechtssicheres Testament, indem Sie sich mit einem auf Familienrecht spezialisierten Anwalt (Beispiel: http://www.fuchs-fuchs.de/anwalt.htm) auf Stundenbasis beraten lassen. Das ist meist spürbar günstiger und ebenso hochwertig wie die Lösung beim Notar.

 

 

Was ist ein Erbschein?

 

Ein Erbschein muss beim Nachlassgericht des letzten Wohnsitzes des Verstorbenen beantragt werden. Er ist wichtig um zum Beispiel gegenüber Banken oder Gerichten über das vererbte Vermögen verfügen zu können. Teilweise ist bei einem notariellen Testament der Erbschein entbehrlich.

 

 

Und wenn nur Schulden vererbt werden?

 

Eine Erbschaft kann auch immer ausgeschlagen werden. Aber Achtung: dafür gilt eine unter Umständen knappe Frist von nur 6 Wochen nach Kenntnis der Erbschaft. Spätestens dann muss beim Nachlassgericht eine entsprechende Erklärung abgegeben werden. Gibt es keine weiteren Erben, fällt das Erbe an den Staat. Sein Vorteil: er haftet selbst nur maximal in Höhe der Erbschaft, höhere Schulden werden durch den Staat nicht beglichen – Pech für die Gläubiger.

 

 

Und die Steuern beim Erben?

 

An die Steuern muss möglichst schon vor Eintritt des Erbfalls gedacht werden. Dann lassen sich diese möglicherweise noch vermindern oder ganz vermeiden. Grundsätzlich möchte der Fiskus seinen Anteil am vererbten Vermögen haben, es gelten jedoch unterschiedliche Freibeträge und Steuersätze, abhängig von Erbschafts-Steuerklassen und Höhe des vererbten Vermögens. Zusätzlich werden noch spezielle Regelungen angewandt, wie Versorgungsfreibeträge im Erbfall für Ehegatten (256.000 Euro) oder für Kinder unter 27 Jahren (zw. 10.300 und 52.000 Euro) sowie Hausratsfreibeträge (42.000 Euro für Steuerklasse I). Andere bewegliche körperliche Gegenstände außer Bargeld, Münzen, Wertpapieren, Edelmetallen bleiben bis 12.000 Euro steuerfrei.

 

Auch die Kosten für Beerdigung, Grabdenkmal, Grabpflege, Testamentseröffnung und Erbschein sind pauschal mit 10.300 Euro abziehbar.

 

image

 

Ehepartner stehen außerhalb der Erbordnung und werden immer bedacht. Ansonsten gilt: 2. Ordnung erbt nur, wenn niemand der 1. Ordnung da ist. 3. Ordnung erbt nur, wenn niemand der 1. oder 2. Ordnung da ist (Grafik: Grünes Geld GmbH)

 

 

 

 

erben-steuerklassen

Welche Freibeträge gelten für wen? (Keine Vollständigkeit, keine Gewähr, Grafik: Grünes Geld GmbH)

 

 

image

Unterschiedliche Steuersätze für die unterschiedlichen Erbschaftssteuer-Klassen (Grafik: Grünes Geld GmbH)

 

 

 

 

Erben und Schenken – wieso wird das häufig zusammen erwähnt?

 

Prinzipiell verstehen Normalbürger darunter zwei unterschiedliche Dinge. Steuerlich werden die beiden Fälle Erben und Schenken aber zunächst gleich behandelt. Im Detail gibt es allerdings – zunächst unscheinbar anmutende – Unterschiede. So befinden sich Eltern und Großeltern bei Erbschaften in der Steuerklasse I mit einem Freibetrag von 100.000 Euro und relativ niedrigen Steuersätzen wieder. Kommt es allerdings zu einer Schenkung statt zur Erbschaft, sind beide in Steuerklasse II mit nur  noch 20.000 Euro Freibetrag und höheren Steuersätzen. Das kann schnell mehrere zehntausend Euro Unterschied ausmachen.

 

 

Sollte man überhaupt aus steuerlichen Gründen schenken?

 

Nachdem Schenken steuerlich eher schlechter als Erben behandelt wird, stellt sich die Frage, ob sich Schenken lohnt. In vielen Fällen ja, denn beim Schenken gelten 10jährige Fristen für die Freibeträge. Man kann also einen Freibetrag nutzen, wartet 10 Jahre, und kann ihn dann wieder nutzen. Damit können auch große Vermögen, gut geplant, steuerfrei übergeben werden.

 

Allerdings ist verschenktes Vermögen in der Regel aus dem Zugriff des Schenkenden entzogen, so dass dieser Schritt gut überlegt sein will. Allerdings gibt es dazu einige intelligente Lösungen, die die Schenkung zulassen, und gleichzeitig die Zustimmung des Schenkenden über die Verwendung des Erbes benötigen. Sprechen Sie uns für dieses Lösungen direkt an (Kontakt).

 

 

Was sind Pflichtteile?

 

Pflichtteile sind Geldansprüche in halber Höhe dessen, was nahen Angehörigen laut gesetzlicher Erbfolge zugestanden hätte.

 

Diese können verlangt werden, wenn die Betroffenen von der Erbfolge ausgeschlossen wurden. Als nahe Angehörige gelten in diesem Fall:

 

– die Abkömmlinge des Erblassers
– die Eltern des Erblassers
– der Ehegatte des Erblassers
– eingetragene gleichgeschlechtliche Lebenspartner

 

Pflichtteile können unter Umständen zu Liquiditätsengpässen bei den Beerbten führen. Pflichtteilsansprüche können kaum ausgeschlossen werden. Allerdings können Schenkungen zur Übertragung des Vermögens genutzt werden. Bei Schenkungen gilt: 10% des verschenkten Vermögens werden pro Jahr gestrichen, nach 10 Jahren ist also kein Vermögen für den Pflichtteilsanspruch mehr vorhanden.

 

 

 

 

erben und schenken

 

 

 

Interesse an unseren Themen? Holen Sie sich die Grünes Geld News und erhalten Sie Insider-Tipps und Frühzeichnerboni.

Portraitfoto Gerd Junker Gerd Junker ist Co-Gründer und Geschäftsführer der Grünes Geld GmbH. Gerd Junker: „Wir leben was wir tun! Und das ist ganz einfach, denn der doppelte Nutzen von grünen Geldanlagen ist überzeugend – die Welt verbessern und Rendite erhalten.“ Mehr zu ihm und Grünes Geld auf auf Xing, Facebook oder Twitter.

Update: Neues vom Kraftwerkspark II, Blockheizkraftwerke Deutschland 2 und vom RE06 Windenergie Finnland

Mittwoch, 13. Mai 2015

 

 

 

Der Markt für nachhaltige Projekte ist ständig in Bewegung. Bei 3 unserer aktuellen Favoriten gab es in letzter Zeit Neuigkeiten.

 

Kraftwerkspark II

 

Der Kraftwerkspark II von GreenCityEnergy aus München, einem aus einer Umweltschutzorganisation hervor gegangenen Emissionshaus von Erneuerbaren Energien Projekten, ist bei der Platzierung Halbzeit. Von den insgesamt geplanten 50 Millionen an zu platzierendem Kapital wurden mittlerweile bereits 25 Millionen an Anlegergeldern erreicht. 60 Prozent davon übernahmen bisher die Profis wie Versicherungen, semiprofessionelle Anleger mit über 200.000 Euro Anlagebeträgen und Stiftungen. Ein gutes Zeichen, denn diese Profis vertrauen ihre hohen Anlagesummen nur nach intensiver Prüfung einem Projekt an. Herzlichen Glückwunsch nach München zu Green City Energy für diesen Erfolg.

 

Der Kraftwerkspark 2 überzeugt durch seine breite Streuung in Energiearten (Wasser, Wind, Sonne) und Länder (Deutschland, Frankreich, Italien) und seine Festzinsen von 4,75 % (Laufzeit bis 2023) und 5,75 % (Laufzeit bis 2033).

 

Die bereits angebundenen Projekte des Kraftwerksparks II sind:

 

imageWasserkraftwerk Vallesina (Italien): Aufgrund hohen Wasseraufkommens konnten 2014 hohe Energieerlöse erzielt werden. Die ersten vier Monate diesen Jahres waren von 20% niedrigeren Wasservolumina geprägt. Insgesamt liegt das Kraftwerk jetzt 21,8% über dem Soll.

 

 

imageWindpark Altertheim (Deutschland): Dort wurden 3 Nordex N117 Windkraftanlagen Ende 2014 in Betrieb genommen. Die üblichen Anlaufschwierigkeiten sind erledigt, seit März 2015 wie prognostiziert.

 

 

 

imageWindpark Ravenstein (Deutschland): Dieser Park ist in der Errichtungsphase. Derzeit werden die Fundamente gegossen. Eine Inbetriebnahme ist für den Herbst 2015 angestrebt.

 

 

 

 

image

Photovoltaikanlage Arkolia (Frankreich): Die meisten Anlagen befinden sich derzeit im Bau. Am Standort Signes konnte jedoch eine 3,7 MWp Anlage bereits im April ans Netz gehen (Bild).

 

 

 

 

 

mehrerfahren

 

 

Blockheizkraftwerke Deutschland 2

 

 

Das von Luana Capital aufgelegte Projekt BHKW Deutschland 2 erfreut sich nach wie vor großer Beliebtheit. Nachdem Ende 2014 das ursprünglich geplante Platzierungskapital bereits erreicht war, hat man sich zu einer Erhöhung des Platzierungskapitals entschlossen. Mittlerweile wurden bereits 180% des ursprünglichen Ziel-Anlegerkapitals erreicht.

 

imageVon den einzelnen Blockheizkraftwerken wurden nun die Nummern 16 und 17 in das Projekt aufgenommen. Es handelt sich jeweils um wohnwirtschaftliche Objekte und eine Installation in deren Keller. Blockheizkraftwerke sind ein wichtiger Bestandteil dezentraler Energieversorgung und nutzen das zugeführte Gas zur Erzeugung von Wärme und Strom. Ideal um hohe Wirkungsgrade zu erreichen.

 

 

 

mehrerfahren

 

RE06 Windenergie Finnland

 

 

imageBeim aktuellen Windkraftprojekt von Finnland-Spezialist Reconcept, dem Reconcept RE06 Windenergie Finnland, wurde ein Nachtrag zur Genehmigung bei der Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin) eingereicht.

 

 

 

Der Nachtrag bringt folgende positive Punkte:

 

– Schwesterwindparkt (aus RE03) wurde angebunden

– Die Einkaufspreise der Windturbinen sind niedriger als kalkuliert

– Die Zinskonditionen für das Fremdkapital sind niedriger als kalkuliert

– Der Kapitalrückfluss an die Anleger wird besser als angenommen

 

 

 

mehrerfahren

 

 

 

 

 

 

Interesse an unseren Themen? Holen Sie sich die Grünes Geld News und erhalten Sie Insider-Tipps und Frühzeichnerboni.

Portraitfoto Gerd Junker Gerd Junker ist Co-Gründer und Geschäftsführer der Grünes Geld GmbH. Gerd Junker: "Wir leben was wir tun! Und das ist ganz einfach, denn der doppelte Nutzen von grünen Geldanlagen ist überzeugend – die Welt verbessern und Rendite erhalten." Mehr zu ihm und Grünes Geld auf auf Xing, Facebook oder Twitter.

Einkommenssteuerfreie Vererbung von Depots

Montag, 11. Mai 2015

 

Bis 2020 werden in Deutschland etwa 2,6 Billionen Euro vererbt, was immerhin ca. 27 % des gesamten Vermögensbestandes (ca. 9,4 Billionen Euro) der privaten Haushalte entspricht (Quelle: "Empirica"-Studie, Deutsches Institut für Altersvorsorge, 2011). Deshalb sind Konzepte gefragt, die die Übertragung dieser Vermögen auf die nächste Generation optimieren. Lebensversicherungsprodukte bieten zu diesem Thema einige einzigartige Möglichkeiten – auch auf Grund der unkomplizierten Regelung und Veränderung der Begünstigten und des Vertragsinhabers.

 

Die meisten Menschen denken beim Thema "Erben" in erster Linie an Erbschaftssteuer. Ich möchte hier aber den Fokus auf die Einkommenssteuer bei Vererbung eines Depots lenken. Sie werden sagen: "Einkommenssteuer bei Vererbung? Das ist doch ein Druckfehler….".

 

Nein, es ist völlig ernst gemeint. Nehmen wir an, ein Kunde hat 500.000 € auf einem gewöhnlichen Bankdepot. In diesem Depot finden sich einige Aktienfonds und Rentenfonds. Der Kunde stirbt und das Vermögen geht in den Nachlass. Wenn der Kunde in einer gewöhnlichen Direktanlage bei der Bank investiert ist, dann fällt bei Auflösung des Depots die Abgeltungssteuer auf die Erträge an. Warum Auflösung?

 

In Deutschland wird durch das Erbschaftssteuergesetz geregelt, wer welchen Anteil des Vermögens erbt. Es wird aber nicht geregelt, wer genau was erbt. Zudem erbt in Deutschland nur in eher seltenen Fällen ausschließlich eine Person. Meistens gibt es mehrere Erben, die sich dann um die Aufteilung der Vermögenswerte streiten (Erbstreitigkeitsquote ca. 45 %). Dies könnte man nur durch ein Testament verhindern, das machen aber bisher nur sehr wenige Deutsche! Nach einer Umfrage, die das Deutsche Forum für Erbrecht durch EMNID 2012 durchführen ließ, haben nur rund 30 % der Deutschen ein Testament errichtet. Davon sollen aber rund 80 % entweder unwirksam oder zumindest streitanfällig sein. Das heißt konkret für unser Beispiel, das Depot wird aus zwei Gründen mit einer großen Wahrscheinlichkeit aufgelöst. Einerseits wird es meist mehrere Erben geben, die unterschiedliches mit dem Geld vorhaben, anderseits sind diese selten zufrieden mit der bisherigen Anlageform oder können sich nicht auf eine gemeinsame einigen.

 

Wird das Depot aufgelöst, wird die Abgeltungssteuer auf die Erträge fällig, also immerhin 25 % der angefallenen Erträge (zzgl. Kirchenst. und Soli ca. 28 %). Nehmen wir an, das Geld in dem Beispieldepot hat über 12 Jahre 6% p.a. erwirtschaftet, das ist ein Faktor von ca. zwei. D.h. es wurden anfangs 250.000 € angelegt, die sich über 12 Jahre verdoppelt haben. Es sind also 250.000 € Erträge angefallen. Dann reden wir immerhin über eine Zahlung von ca. 70.000 € Abgeltungssteuer, die bei Auflösung anfallen. In der wohlhabenden Schicht dürften diese Summen noch wesentlich höher liegen.

 

Über das Konstrukt einer Lebens- oder Rentenversicherung ist an dieser Stelle eine Optimierung möglich. Die Produktgestaltung ist dabei beinahe trivial. Die Wirksamkeit hängt eher an den Produkteigenschaften selbst. Wenn der Kunde in dem o.g. Beispiel sein Depot in eine fondsgebundene Police einzahlt, dann passiert folgendes: Der Kunde ist Vertragsinhaber (VN), ist auch versicherte Person (VP) und auch Bezugsberechtigter und zahlt auch selbst das Geld ein. Nun ist es so, dass der Kunde zu Lebzeiten selbst über das Geld verfügen kann, er kann auch Renten beziehen oder sich regelmäßig Geld auszahlen, wenn der Tarif das zulässt. Seine Geldanlage kann er bei entsprechender Fondsauswahl genauso oder mindestens sehr ähnlich strukturieren wie vorher im Depot gewohnt. Der Unterschied ist nur, wenn der Kunde (VP) jetzt stirbt, gibt es aus dem Vertrag eine steuerfreie Todesfallleistung. Die Besteuerung von Leistungen aus Lebens- und Rentenversicherungen wird in Abb. 1 im Überblick dargestellt.

 

abbildung-1-steuerfreie-geldanlage

Abb. 1: Besteuerung von Leistungen aus einer Lebens- oder Rentenversicherung

 

Es wird in diesem Konzept die Tatsache ausgenutzt, dass Todesfallleistungen aus Lebens- und Rentenversicherungen einkommenssteuerfrei ausgezahlt werden.

 

Der Betrag kann beliebig hoch sein, er wird nicht der Einkommenssteuer unterworfen! Damit hat der Kunde unter Mithilfe einer Policenlösung für beliebig große Depots die Möglichkeit der Weitergabe in die nächste Generation, ohne dass bei Auflösung Einkommenssteuer anfallen würde. Siehe dazu schematische Darstellung in Abb. 2.

 

abbildung-2-steuerfreie-geldanlage

Abb. 2: Einkommenssteuerfreie Depotvererbung

 

 

 

 

Diese Vorgehensweise funktioniert allerdings nur, wenn es sich um einen lebenslangen Vertrag (Whole-Life-Tarif) handelt, d.h. der Vertrag endet nicht automatisch. Das alleine schränkt die Auswahl der möglichen Tarife natürlich ein. Die Todesfallleistung muss mindestens dem Vertragsguthaben entsprechen. Bei vielen Rentenversicherungen kommt im Todesfall nur die Summe der eingezahlten Beiträge zur Auszahlung. Das wäre hier natürlich kontraproduktiv. Zudem muss die Flexibilität bei der Entnahme sehr groß sein, damit der Depotinhaber selbst möglichst umfangreich verfügen kann.

 

Natürlich müssen nun je nach Umfang des vererbten Betrages ggf. Erbschaftsteuern gezahlt werden. Diese könnte man nur vermeiden, wenn man von vornherein die Versicherungsnehmer-Eigenschaft an den gewünschten Erben überträgt. Dann wäre das Geld aber verschenkt und für den bisherigen Depotinhaber selbst nicht mehr nutzbar. Aber immerhin haben wir die Einkommenssteuer vermieden. In der ursprünglichen Depotlösung bei der Bank werden im Zweifel Einkommenssteuer UND Erbschaftssteuer fällig!

 

Steuerfreiheit – Mythos der Vergangenheit?

 

Eine sehr attraktive Abwandlung dieses Konzeptes ermöglicht sogar in heutiger Zeit noch steuerfreie Verträge für den Anleger oder Sparer selbst. Die Einführung des Alterseinkünftegesetzes (2005) und der Abgeltungsteuer (2009) veränderten das Steuerprivileg von Rentenversicherungen und Fondsanlagen grundlegend. Dennoch können auch im Jahr 2015 einkommensteuerfreie Policen abgeschlossen werden! Auch in diesem Fall machen wir uns die steuerfreie Todesfallleistung zunutze, siehe Abb. 1. Aber keine Angst, Sie müssen nicht erst sterben, um steuerfreie Leistungen zu erhalten, dafür sorgt eine besondere Vertragsgestaltung.

Das Konzept

Angenommen, die Fondspolice wird wie in Abb. 3 abgeschlossen:

 

abbildung-3-steuerfreie-geldanlage

Abb. 3: Gestaltung einer steuerfreien Ansparpolice

 

Diese Vertragskonstellation hat folgende Vorteile:

 

 

Das Kind kann als Versicherungsnehmer frei über den Vertrag verfügen:

– (Teil-)Entnahmen, Verrentung – abgestimmt auf das Lebensalter des Kindes, Auszahlplan, Kombination der Verfügungsarten – Besteuerungssystematik s. oben

– Änderungen der Anlage

 

 

Die steuerliche Besonderheit:

– Im Todesfall des Vaters erhält das Kind das vorhandene Vertragsguthaben als Todesfall-Leistung einkommenssteuerfrei!

Wichtig dabei ist die Alterskonstellation. Die mitversicherte Person sollte idealerweise etwa 25-35 Jahre älter sein als der Vertragsinhaber. Dies kann ein Elternteil sein, das ist aber nicht zwingend notwendig.

 

 

Kennen Sie diese Situation? Eltern möchten für Ihr Kind beizeiten einen Sparvertrag abschließen ("Zeit ist Geld!"). Am Ende des Sparprozesses ist allerdings auf die Erträge ein erheblicher Teil an Steuern abzuführen. Diese können Sie Ihren Kindern ersparen. Diese Konstellation eignet sich also besonders für Kinder-Investmentpolicen.

 

 

Produktlösung nach Maß

In der Beratung kommt zudem der Produktlösung eine entscheidende Bedeutung zu, denn nicht jede Fondspolice erfüllt diese notwendigen Anforderungen:

– Whole-Life-Tarif, d.h. der Vertrag endet nur bei Kündigung oder wenn eine versicherte Person stirbt. Vor dem Hintergrund der Steuerfreiheit im Todesfall ist ein lebenslanger Vertrag eine Notwendigkeit.

– Es muss die Möglichkeit einer mitversicherten Person geben (auf Erstversterbenden-Basis)

– Flexible Anlageoptionen: Die Fondspolice sollte neben Einzelfonds auch den Deckungsstock als Sicherungsinstrument anbieten.

 

Der Kunde kann somit das Anlagerisiko eigenständig bestimmen und flexibel auf Marktentwicklungen reagieren.

 

 

– Volle Flexibilität in der Entnahme (Auszahlplan, Verrentung, Entnahmen und deren Kombinationen)

– Todesfallleistung entspricht dem Vertragsguthaben

 

 

Eine steuerfreie Fondspolice ist somit kein Mythos der Vergangenheit. Entscheidend sind dabei eine Produktlösung nach Maß sowie die richtige Vertragsgestaltung.

 

 

 

steuerfreie-geldanlage-kontakt

 

 

 

Interesse an unseren Themen? Holen Sie sich die Grünes Geld News und erhalten Sie Insider-Tipps und Frühzeichnerboni.

sven-staack Gastbeitrag von Sven Staak

Sven Staak  ist Dipl.-Volkswirt und arbeitet als Key Account Consultant bei der Helvetia schweizerische Lebensversicherung AG. 

Für alle Angaben wird keine Haftung übernommen. Der Beitrag gibt die Meinung des Gastautors wieder.

Wie Wassermangel die Geldanlage beeinflussen kann

Donnerstag, 07. Mai 2015

Klimawandel, Bevölkerungswachstum und extensive Landwirtschaft führen zu Wassermangel. Wasseraktien in der Nachhaltigen Geldanlage sorgen für eine Finanzierung der Unternehmen die eine sparsame Verwendung des blauen Goldes forcieren.

 

Obwohl ich in vielen ökologischen Themen informiert bin, hat mich persönlich vor einigen Tagen eine Dokumentation auf Arte über den Wassermangel in Zentralasien erschüttert. Die Länder an den Oberläufen der Flüsse und mit Stauseen besitzen auch die Macht. Die “Unterlieger” Kasachstan, Usbekistan und Turkmenistan werden vom Wassermangel krisengeschüttelt. Das Ausmaß des Wassermangels wird besonders deutlich, wenn man den Aralsee betrachtet. Auf einen Bruchteil der Fläche von einst vertrocknet, blieben ehemals blühende Hafenstädte verwaist und als tote Salzwüste mit vergifteten Böden zurück.  Nicht nur Ökologisch sondern auch Ökonomisch ein Desaster.

 

Weit westlich davon in den USA ächzt Kalifornien unter einer historischen Trockenheit. Es wurde erstmals eine Verfügung erlassen, die den Wasserverbrauch von Privathaushalten um 25% senken soll. Insbesondere leidet die Landwirtschaft, welche für etwa 80 des Wasserverbrauchs verantwortlich ist. Seit 2011 hat es in weiten Teilen des Landes nicht mehr geregnet. Eine Analyse von Bäumen und deren Wachstumsringen zeigt, dass es seit etwa 1200 Jahren nicht mehr so trocken war. Der Colorado River führt inzwischen nur noch 59 Prozent der normalen Kapazität. Neu sind Trockenperioden allerdings nicht. Bereits in den 1930er Jahren kam es in Oklahoma bis hinauf in das kanadische Saskatchewan zu Sandstürmen und Dürre. Folge davon war eine Völkerwanderung innerhalb des Landes nach Kalifornien.

 

Landesweit wird in China das Abwasser immer stärker zum Problem. Das Umweltministerium in Peking stellt ambitionierte Ziele heraus um die Wasserverschmutzung einzudämmen. Bis Ende 2030 sollen fünf der sieben wichtigsten Flüsse Chinas sauberes Wasser führen. Durchgesetzt werden soll dies mit riesigen Investitionen in Kläranlagen, Anlagen zur Trinkwassergewinnung und Abwasserbewirtschaftung vor allem im Westen des Landes. Strikte Strafen sollen Verstöße und Verschmutzungen ahnden. Etwa 500 Milliarden Yuan (ca. 76 Milliarden Euro) sollen 2015 in die Entwicklung der Wasserinfrastruktur gehen, 12 Milliarden mehr als bereits im Laufe des Jahres 2014 investiert wurden. Man rechnet mit einem jährlich zunehmenden Wasserverbrauch von durchschnittlich 2,4 Prozent.

 

Dürre im Südwester der USA

Dürre im Südwester der USA

 

Auch in anderen Teilen der Erde gibt es rund um das Thema Wasser Baustellen. So verfügt noch etwa rund eine Milliarde Menschen über keinen Zugang zu sauberem Wasser. Weitere zwei Milliarden leiden unter Wassermangel. Laut Schätzungen des World Economic Forum und der OECD müssten schätzungsweise weltweit jährlich 1,3 Billionen USD investiert werden um die Wasserinfrastruktur zu erneuern oder auszubauen. Um eine adäquate Abwasser-Infrastruktur zu erhalten wären jährlich weitere 772 Milliarden US-$ nötig.

Technischer Fortschritt dürfte im Wassersektor eine entscheidende Rolle spielen um mehr Menschen mit der kostbaren Ressource zu versorgen. Insbesondere in Ländern mit Zugang zum Meer könnten Entsalzungsanlagen einen Teil des Wasserbedarfs decken. Doch bislang sind hierfür die Kosten sehr hoch. So soll nach 18 Jahren Planungs- und Genehmigungsphase in San Diego eine der größten Meerwasser-Entsalzungsanlage der Erde Ende 2015 in Betrieb gehen. Derzeit gibt es weltweit etwa 21.000 Anlagen mit einer täglichen Kapazität von 14 Milliarden Litern.

 

Die Problematik der Wasserknappheit und ihre Lösung bietet für Anleger Chancen. Wasserinvestments sollten Anleger als langfristige Investition und als Beimischung zur breiteren Anlage ansehen. Gerade Infrastrukturprojekte sind abhängig von den jeweiligen Staatsfinanzen. Die Anbieter von Ausstattung und Hersteller von Anlagen sind daher als risikoreicher einzustufen. Aus diesem Grund bietet es sich an, mehr auf Fonds als Anlageform zu setzen als das Einzelaktienrisiko einzugehen. Der größte aktive Fonds ist Pictet Water Funds mit einem Volumen von 3,2 Mrd. Euro. Im Grünes Geld Musterdepot Wasser befinden sich Fonds die zusätzlich zum Themenschwerpunkt Wasser auch noch auf ethische Auswahlkriterien setzen.

 

 

Carmen Junker Verfasser des Beitrages:Carmen Junker ist Gründerin der Grünes Geld GmbH und Geschäftsführerin der Grünes Geld GmbH. Carmen Junker:“ Ein Grund mein berufliches Wirken speziell auf die Nachhaltige Geldanlage auszurichten ist, die Welt ein Stück positiver zu gestalten mit den Mitteln und Kenntnissen die mir zur Verfügung stehen. Aus der Verantwortung für die kommende Generation und weil ich selbst noch einige Jahre auf diesem schönen Planeten verbringen möchte“.

 

Krieg dem Smog

Mittwoch, 06. Mai 2015

Luftverschmutzung durch Feinstaub ist in vielen Städten Chinas ein großes Problem. Seit vielen Jahren versucht die Zentralregierung Chinas dagegen anzugehen, bislang mit mäßigem Erfolg. Grüne Anleger können zum Positiven beitragen und davon profitieren.

x

 

Vor sieben Jahren rückte durch die Olympischen Spiele in China das Thema Luftverschmutzung in Peking in die zentrale Wahrnehmung der Öffentlichkeit. Einige Olympioniken fürchteten um ihre Gesundheit durch Smog an den Austragungsstätten. Wochen vorher wurden Fahrverbote erlassen und Fabriken oder Kraftwerke stillgelegt.

Am stärksten von Luftverschmutzung belastet: Xingtai Foto: Le Monde

Am stärksten von Luftverschmutzung belastet: Xingtai
Foto: Le Monde

Seither ist die Umweltbelastung eher größer geworden. In Städten wie Xingtai oder Xi’an liegt die Feinstaubbelastung bei 155,2 Mikrogramm je Kubikmeter Luft. Der WHO Grenzwert liegt bei 10 Mikrogramm je Kubikmeter. an dieser fast 16 fachen Überschreitung lässt sich ablesen, wie dick die Luft in der Stadt sein muss. Zunehmend entwickelt sich dadurch ein politisches Risiko für die Einheitspartei, da immer mehr Menschen bereit sind für saubere Luft einzutreten. Ein Kostenrisiko und eine Bedrohung für die aufstrebende Nation sind darüber hinaus die steigenden  Krankheitskosten.

 

Der Ministerpräsident Chinas Li Keqiang der dies erkennt, ist fest entschlossen den Krieg gegen die Umweltverschmutzung anzutreten. Allein im Jahr 2014 wurden landesweit mehrere zehntausend kohlebefeuerten Schmelzöfen und Heizungsanlagen stillgelegt. Die Stahlproduktion sollte zurückgefahren werden. Veraltete und luftverschmutzende Kraftwerke von Industrieanlagen sollen und wurden bereits modernisiert.   Positiv dürfte sich die erwartete Konjunkturelle Abkühlung auf “nur” 7 Prozent Wachstum auswirken.

 

Doch der Regierung ist bewusst, dass all die beschlossenen Maßnahmen nicht ausreichen werden um das Problem zu lösen. Alternativen zum Kohleverbrauch müssen her, daher forciert das Reich der Mitte die Stromgewinnung durch Sonnen-, Wasser- und Windstrom neben dem Ausbau von Atomkraft.

 

Ernererbare Energien 2013

China weltweit führend in Sachen Erneuerbarer Energien Kapazität

Chancen ergeben sich im Bereich der erneuerbare Energien für nachhaltig und ökologisch orientierte Geldanleger. Die Spezialisten wie Ja Solar, Huaneng Renewable, Jinko Solar oder Sino Gas finden sich in Nachhaltigkeitsfonds oder in weltweit anlegenden erneuerbare Energien Fonds.

 

Peking möchte, dass bis zum Jahr 2020 erneuerbare Energiequellen 20 Prozent des Strombedarfs decken. Im Vergangenen Jahr lag der Anteil bei 9,6 Prozent. Es wurden 89,50 Milliarden US Dollar in Solar und Windenergie investiert das entspricht 32 Prozent mehr als im Jahr 2013. Die Planungen für kommende Jahren sehen weiterhin deutliche Steigerungen vor. So sollen bis zum Jahr 2020 die Windkraftkapazitäten auf 250 Gigawatt erhöht werden. Bislang stehen 201 Gigawatt. Allein im ersten Quartal 2015 wurden 5,04 Gigawatt an Solarenergie Kapazität errichtet. Bis zum Jahr 2020 sollen insgesamt 119 Gigawatt installiert sein.

 

Bedauerlich ist jedoch, dass Peking auch auf den Ausbau der Kernenergie setzt. Im laufenden Jahr wird mit dem Bau von acht AKW’s begonnen, so dass bis 2020 etwa 58 Gigawatt aus Kernkraftwerken stammen sollen.

 

Der Trend zur sauberen Energieerzeugung hält stark an in China. Um Atomkraftprofiteure wie CGN Power auszuschließen gibt es nachhaltige Emerging Markets oder mit Ausschlusskriterien arbeitende erneuerbare Energien Fonds. Für Anleger kann sich der Einstieg in chinesische Energie Aktien über Nachhaltigkeitsfonds auszahlen. Das Tal der Kursentwicklungen aufgrund großer Überkapazitäten in den letzten Jahren dürfte durchschritten sein. Der Aufholjagd von Erneuerbaren Energien Titeln dürfte gelingen.

 

 

Carmen Junker Verfasser des Beitrages:Carmen Junker ist Gründerin der Grünes Geld GmbH und Geschäftsführerin der Grünes Geld GmbH. Carmen Junker:“ Ein Grund mein berufliches Wirken speziell auf die Nachhaltige Geldanlage auszurichten ist, die Welt ein Stück positiver zu gestalten mit den Mitteln und Kenntnissen die mir zur Verfügung stehen. Aus der Verantwortung für die kommende Generation und weil ich selbst noch einige Jahre auf diesem schönen Planeten verbringen möchte“.