Autor: Gerd Junker 23. August 2016

10 Filme, die die Welt bewegen

Zusammenfassung: Spielfilm versus Dokumentarfilm war gestern. Viele aktuelle Dokumentationen sind echte Action-Thriller. Ihre gemeinsame Mission: Die Rettung der Welt!

 

 

Dokumentarfilme sind oft echte Thriller.

Dokumentarfilme sind oft echte Thriller.

Viele Filme haben die Rettung der Welt zum Thema. „Independence Day“ zum Beispiel. Hier müssen sich in diesem Jahr die tapferen Helden bereits zum zweiten Mal gegen den Angriff außerirdischer Wesen wappnen.

 

Auch im realen Leben geht es tagtäglich um die Rettung der Welt. Jedoch wird hier nicht gegen böse Aliens gekämpft. Die Bedrohungen sind hier die fortschreitende Klimakrise, die Ausbeutung der fossilen Rohstoffe, der Zugang zu Trinkwasser, die Verschmutzung der Meere durch Plastik und vieles mehr. Und auch hier gibt es viele Helden und – hoffentlich irgendwann einmal ein Happy End.

 

Wir haben zehn Filme zusammengestellt, die inspirieren, Diskussionen anregen und – obgleich allesamt Dokumentarfilme – teilweise doch echte Thriller sind. [Am 20. Oktober 2016 haben wir noch einen elften Film ergänzt – der war uns zu wichtig, um ihn unerwähnt zu lassen…]

 

Film 1: „Eine unbequeme Wahrheit“

Der ehemalige US-Vizepräsident Al Gore hat sich bereits in seinem gleichnamigen Buch ausführlich mit den Risiken der globalen Erderwärmung beschäftigt. Der Dokumentarfilm von Davis Guggenheim aus dem Jahr 2006 zeigt Gores Sicht auf den aktuellen Zustand der Erdatmosphäre und die schädlichen Einflüsse durch den steigenden Ausstoß von CO2 weltweit. Eindringliche Bilder von schmelzenden Gletschern, klimatischen Extremen – wie etwa sintflutartigen Regenfällen, starken Stürmen und Versteppungen – machen die drastischen Auswirkungen der Klimakrise mehr als deutlich. Gore prophezeit weitere Naturkatastrophen, die in den kommenden Jahren Millionen Klimaflüchtlinge zur Folge haben werden. Als Ausweg verweist Gore auf einen veränderten Umgang mit Energie und einen reduzierteren Konsum.

 

 

Film 2: „Sechs Grad bis zur Klimakatastrophe“

Die Dokumentation der renommierten Zeitschrift „National Geographic“ aus dem Jahr 2008 geht in eine ähnliche Richtung wie „Eine unbequeme Wahrheit“. Der Film zeichnet ein Bild von einer Welt ohne südamerikanische Regenwälder und ohne arktisches Eis. Mit computeranimierten Bildern schildert der Film, wie sich der Klimawandel bereits auf allen Teilen der Erde bemerkbar macht und wie diese Entwicklung mit jedem Grad Temperaturanstieg aussehen wird – bei einer Erwärmung um sechs Grad wird der Meeresspiegel soweit ansteigen, dass ganze Landstriche versinken werden. Abgerundet wird der Film durch Interviews mit Wissenschaftlern und betroffenen Menschen aus verschiedenen Teilen der Welt.

 

 

Film 3: „Die 4. Revolution – Energy Autonomy“

Der Dokumentarfilm von Carl-A. Fechner erschien im „Fukushima-Jahr“ 2011 und hatte damit die Aufmerksamkeit, die das Thema verdient: Energieversorgung aus erneuerbare Energien, konsequente Abkehr von fossilen Ressourcen und Atomenergie. Vorgestellt werden Energieexperten aus der ganzen Welt, die kleinere und größeren Lösungen anbieten für eine nachhaltige und zukunftsfähige Energieversorgung.

 

Film 4: „The Power to Change – Die Energierebellion“

Das Thema Energie und Klimawandel hat den Filmemacher Carl-A. Fechner nicht losgelassen. Auch der 2016 erschienene Dokumentarfilm „The Power to Change“ befasst sich mit dem weltweit gigantischen Energieverbrauch und stellt unterschiedlichste Konzepte für eine alternative Energieversorgung dar. Zu Wort kommen Erfinder und Unternehmer, Verkehrswissenschaftler, Umweltaktivisten aber auch Skeptiker. Allen gemein ist der Wille, die natürlichen Lebensgrundlagen zu erhalten und eine Energiewende herbeizuführen, mit dezentralen und regionalen Lösungen.

 

 

Film 5: „Bottled life“

Die Enthüllungsdokumentation von Urs Schnell aus dem Jahr 2011 gibt Einblicke in das Milliardengeschäft mit Flaschenwasser des Schweizer Lebensmittelmulti Nestlé, der mit mehr als 70 Wassermarken Weltmarktführer in diesem Bereich ist. Menschen aus  Ländern, in denen Wasser in ausgezeichneter Qualität aus dem Wasserhahn kommt, kaufen Wasser als teures Lifestyle-Produkt. Darüber hinaus hat der Konzern in vielen Ländern Quellgebiete aufgekauft und gräbt dort der lokalen Bevölkerung rücksichtslos das Wasser ab. Eindrucksvoll ein das Beispiel aus Nigeria: Während die Bevölkerung in den Slums die Hälfte ihres Einkommen für Wasser in Kanister ausgeben muss, trinkt die bessere Gesellschaft „Pure Life“ von Nestlé.

 

 

Film 6: „More than Honey“

Der Film, der den Imkerverbänden 2014 Nachwuchs bescherte. In „More than Honey“ geht der Schweizer Regisseur Markus Imhoof dem rätselhaften weltweiten Bienensterben nach. Ausgehend von den Bienenstöcken seiner Großeltern, die auch eine Obstkonservenfabrik betrieben, verfolgt Imhoof industrialisierte Bienenzüchter in den USA, die ihre Bienenstöcke quer durch die Staaten transportieren, um Obstplantagen systematisch bestäuben zu lassen. Genauso gezeigt werden chinesische Wanderarbeiter, die Obstbäume per Hand bestäuben, weil in diesen Gegenden Bienen bereits komplett ausgestorben sind. Der Grund des Bienensterbens bleibt ungeklärt. Möglich ist, dass ein Zusammenspiel von Pestiziden, Stress durch den Transport, Antibiotika und Parasiten verantwortlich ist. Durch interessante Kameraperspektiven verschafft der Film einen beeindruckenden Einblick in die Welt der Honigbienen.

 

 

Film 7: „Food, Inc. – Was essen wir wirklich?“

Hoffentlich nicht aus Gen-Mais: Popcorn.

Hoffentlich nicht aus Gen-Mais: Popcorn.

Die US-Dokumentation von Robert Kenner aus dem Jahr 2008 wurde aufwändig recherchiert und kritisiert die politischen und ökonomischen Rahmenbedingungen der Lebensmittelindustrie. Weltweit bestimmen nur einige wenige Großkonzerne, welche Lebensmittel bei uns hauptsächlich auf den Teller kommen. Mit einer enormen Marketing-Maschinerie, die Natürlichkeit und Gesundheit suggeriert, werden Verbraucher gezielt manipuliert. Die Dokumentation bezieht sich zwar nur auf die USA, jedoch lässt sich einiges auch auf andere Länder übertragen, denn Profit steht vielfach vor der Qualität der Lebensmittel. Genmanipulierte Getreide- und Pflanzenarten, Hormone und Antibiotika im Fleisch, das alles verdirbt dem Zuschauer den Appetit und regt enorm dazu an, immer wieder die Frage zu stellen, was eigentlich täglich auf unserem Teller liegt.

 

 

Film 8: „We Feed the World – Essen Global“

Der österreichische Dokumentarfilmer Erwin Wagenhofer zeigt die vielen Gesichter der Welt: Hunger, Mangel und Überfluss. Ohne übergeordnete Kommentare präsentiert der Film die unterschiedlichsten Akteure. Bauer und Fischer kommen genauso zu Wort, wie Transporteuer und Konzernchef. Die zunehmende Globalisierung der Lebensmittelproduktion wird dabei genauso kritisch beleuchtet, wie die Macht der Verbraucher, die jedoch immer noch mehrheitlich Preis vor Qualität setzen. Durch den Film durch ziehen sich Aussagen des UN-Sonderberichterstatters Jean Ziegler, der ein Recht auf Nahrung fordert.

 

 

Film 9: „Plastic Planet“

Der Geschichte des Plastiks begann erst vor rund einhundert Jahren, doch seit dem ist der Siegeszug des vollsynthetischen Erdölprodukts nicht mehr zu stoppen. Der österreichische Dokumentarfilmer Werner Boote zeigt in seinem Film aus dem Jahr 2013 das Plastikzeitalter. Er selbst wuchs als mit einer großen Menge an Plastikspielsachen auf, denn sein Großvater war in Geschäftsführer der deutschen interplastik-Werke. Auch die Ölkrise der siebziger Jahre konnte die Erfolgsgeschichte des vielseitigen Kunststoffs nicht aufhalten. Derzeit werden in Europa rund 60 Millionen Tonnen Plastik produziert, die bis zu 500 Jahre in Böden und Gewässern ihre giftige Spur hinterlassen können.

 

 

Film 10: „Lets make money“

Noch einmal ein Film von Erwin Wagenhofer. Diesmal blickt der Regisseur hinter die Kulissen der Finanzwelt und zeigt, dass Geld nicht wirklich arbeiten kann. Banken und Versicherer entwickeln ständig neue Finanzierungsmodelle und steigern damit den Reichtum von wenigen Menschen. Illustriert wird die Ungerechtigkeit des Systems durch zahlreiche Beispiele, die etwa den Zusammenhang zwischen einer Altersvorsorge in Deutschland und einem Immobilien-Spekulant in Spanien aufzeigen.

 

Film 11: Cowspiracy

Der amerikanische Film Cowspiracy erinnert auf unterhaltsame und nicht besserwisserische Art und Weise an den hohen Einfluss der Viehwirtschaft auf die Klimaveränderung. Auch der Weltklimarat nennt die Reduzierung des Fleischkonsums eine wichtige Klimaschutzmaßnahme. Selten ist uns diese Botschaft so amüsant und spannend vermittelt worden. Nach diesem Film geht niemand sofort wieder zu seinem Steak über.

 

 

Werbeblock: Wer nach diesem Film sein Geld nicht ohne Moral und Anspruch an Nachhaltigkeit anlegen möchte, ist hier richtig aufgehoben: Grünes Geld GmbH.

 

 

Portraitfoto Gerd Junker Gerd Junker ist Co-Gründer und Geschäftsführer der Grünes Geld GmbH. Gerd Junker: „Wir leben was wir tun! Und das ist ganz einfach, denn der doppelte Nutzen von grünen Geldanlagen ist überzeugend – die Welt verbessern und Rendite erhalten.“ Mehr zu ihm und Grünes Geld auf auf Xing, Facebook oder Twitter.
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