Autor: Carmen Junker 9. Dezember 2016

Was bringt das Jahr 2017? – 5 wichtige Neuigkeiten

Zusammenfassung: Gesetzliche Änderungen in Sachen Rente und Steuererklärung, sinkender Garantiezins bei Versicherungen - das Jahr 2017 hält einige Neuerungen bereit, über die jeder Bescheid wissen sollte. Und es gibt ein Extra-Geschenk für alle: Ein einmaliger gesetzlicher Feiertag,

 

 

Immer gut zu wissen, was die Stunde geschlagen hat!

Immer gut zu wissen, was die Stunde geschlagen hat!

Nur noch drei Wochen bis zum Jahresende. Was wird das neue Jahr bringen? Für das eigene Leben, die Familie, den Beruf? Einige haben bereits konkrete Pläne, andere lassen sich überraschen, denn es lässt sich nicht alles beeinflussen.

 

 

Jeder kann jedoch informiert und vorbereitet sein, wenn es um gesetzliche Änderungen geht, denn da hält das Jahr 2017 einige Neuerungen bereit. Auch in Sachen Klima- und Umweltschutz soll sich im kommenden Jahr einiges bewegen. Zwei kleine Beispiele weisen den Weg in eine nachhaltige Entwicklung.

 

 

1. Ein gesetzlicher Feiertag für alle

Generell führt sich das Jahr 2017 gut ein, denn es schenkt allen Arbeitnehmern  bundesweit einen Feiertag: Einmalig wird 2017 der Reformationstag am 31. Oktober gesetzlicher Feiertag sein. Anlass ist der 500. Jahrestag des Thesenanschlags des Kirchenreformers Martin Luther. Seit der Wiedervereinigung ist der Reformationstag als arbeitsfreier Tag nur in den neuen Bundesländern verankert.

 

 

 

2. Leichter Rentenanstieg im März

Die genauen Zahlen liegen noch nicht vor, jedoch können Rentner ab März 2017 aller Voraussicht nach mit einem Rentenanstieg von etwa 2 Prozent rechnen. Grund für die Erhöhung ist positive Lage auf dem Arbeitsmarkt, denn steigende Beitragszahlungen bewirken steigende Renten. Wichtig bleibt es jedoch weiterhin für alle Erwerbstätigen, die zusätzliche Altersvorsorge nicht zu vernachlässigen.

 

 

3. Flexibler Übergang vom Erwerbsleben in die Rente

Die Tendenz war seit Jahren klar zu erkennen: Das Rentenalter rückt immer weiter nach hinten. Bislang mussten Arbeitnehmer, die bei einem Renteneintritt mit 63 Jahren und einem Zusatzverdienst über der 450-Euro-Grenze mit empfindlichen Einbußen bei der Rentenzahlung rechnen.

 

Die neue Flexi-Rente soll jetzt dabei helfen, den Übergang vom Erwerbsleben zur Rente nach eigenen Vorstellungen zu gestalten. Damit begegnet die neue Regelung den vielfältigen Möglichkeiten, die jetzt bereits in Anspruch genommen werden, etwa eine vorgezogene Rente zu beziehen und gleichzeitig noch einer Beschäftigung nachzugehen. Ab 2017 gilt für ein zusätzliches Einkommen neben der Rente eine Obergrenze von jährlich 6.300 Euro.

 

Wer darüber hinaus Einkünfte erzielt, bekommt 40 Prozent von der darüber liegenden Summe von der Rente abgezogen. Diese Änderung ist für viele interessant, da durch die Rentenreformen der vergangen Jahre auch bislang Besserverdienende zunehmend auf weitere Einkünfte angewiesen sein werden. Von der Neuregelung profitieren dann auch Arbeitgeber: Sie müssen für Mitarbeiter im Rentenalter keine Beiträge zur Arbeitslosenversicherung abführen.

 

 

4. Lass‘ es langsam angehen: Neue Abgabetermine für die Steuer

Ab 2017 gelten neue Fristen für die Steuererklärung. Diese muss dann bis zum 31. Juli des folgenden Jahres beim Finanzamt abgegeben werden. Gleichzeitig müssen Belege nicht mehr eingereicht werden. Das bedeutet jedoch nicht, dass nicht mehr gesammelt werden muss, denn das Finanzamt kann diese nach Bedarf nachfordern.

 

Wer bei der Steuererklärung die Hilfe eines Steuerberaters in Anspruch nimmt, hat mit der Steuererklärung künftig Zeit bis zum Monatsletzten des Februars den übernächsten Jahres. Noch eine kleine Neuigkeit aus dem Bereich Steuern für 2017: Der steuerliche Grundfreibetrag und der Kinderfreibetrag steigen leicht an.

 

 

5. Garantiezins fällt – Versicherungsbeiträge steigen

Eine Änderung, die auf den ersten Blick kaum zu erkennen ist, viele aber dennoch empfindlich treffen kann: Der Garantiezins wird am dem 1. Januar 2017 gesenkt und fällt damit unter die 1-Prozent-Marke. Mit diesem Zinssatz werden die Sparanteile von Versicherungsverträgen verbindlich verzinst. Da aktuell die Zinsen generell in den Keller gerutscht sind, ist es für Versicherungsunternehmen schwierig, die alten garantierten Zinsen zu erwirtschaften.

 

Entsprechend werden ab 2017 bei Neu-Verträgen sehr viel geringe Garantiezinsen wirken. Von dieser Veränderung sind sämtliche neuen Verträge für Lebensversicherungen und Risiko-Lebensversicherungen sowie Berufs- oder Erwerbsunfähigkeitsversicherungen betroffen. Ebenfalls wirkt sich der gefallene Garantiezins auf Rentenversicherungen sowie Riester- und Rürup-Renten aus. Insgesamt ist bei gleichen Leistungen mit bis zu 15 Prozent höheren Beiträge gegenüber dem Vorjahr zu rechnen. Wer in diesem Jahr noch einen Vertrag abschließt ist, ist also klar im Vorteil und profitiert noch vom garantierten Zinssatz in Höhe von 1,25 Prozent.

 

 

Nachhaltigkeit 2017 – 2 Lichtblicke

  1. Kein Müll in den Straßen von San Francisco
Gut vorbereitet und mit positivem Blick ins neue Jahr!

Gut vorbereitet und mit positivem Blick ins neue Jahr!

Das Jahr 2017 startet in Kalifornien zwar erst neun Stunden später als bei uns, in Sachen Abfallvermeidung ist San Francisco jedoch ab 2017 mehr als eine Nasenlänge voraus.

 

Die Stadt hat beschlossen, ab dem kommenden Jahr völlig auf Coffee-To-Go-Einweg-Becher, Take-away-Verpackungen und Verpackungschips aus Styropor zu verzichten. Damit sollen die enormen Müllmengen reduziert und die Umwelt geschützt werden. Styropor ist zwar prinzipiell recyclingfähig, in der Praxis zerfällt der leichte Kunststoff jedoch schnell in kleine Teile, die vielfach verweht auch in Seen und im Meer landen. Dort sind sie für Tiere lebensgefährlich.

 

Bereits vor zehn Jahren hatte die Stadt die Nutzung von Polystyrol-Verpackungen verboten. Mit der neuen Verordnung kommt San Francisco seinem ambitionierten Ziel näher, bis 2020 sein kommunales Zero-Waste-Konzept erfolgreich umzusetzen.

 

 

  1. Freies Parken für Car-Sharing

Ab September 2017 sind kostenfreie Stellplätze für Car-Sharing-Fahrzeuge in deutschen Städten geplant. Mit dieser Maßnahme will das Bundesverkehrsministerium das Auto-Teilen attraktiver machen. Gerade Großstädte mit einem hohen Verkehrsaufkommen und wenig Park- und Stellplätzen können von dieser Regelung profitieren und ihre Bürger durch ortsnahe Car-Sharing-Angebote motivieren, Autos gemeinschaftlich zu nutzen.

 

 

Ausblick 2018

Ein Jahr vergeht wie im Fluge – deshalb noch ein kleiner Ausblick auf das übernächste Jahr, denn hier stehen Neuerungen für Fondsanleger ins Haus.

 

Fonds haben sich zu einer beliebten Geldanlage entwickelt, in Deutschland verwaltet die Branche ein Gesamtvermögen in Höhe von 2,8 Billionen Euro. Die Reform der Investmentbesteuerung sieht vor, dass die Fonds ab 2018 mit 15 Prozent besteuert werden. Aktuell werden die Anleger besteuert, nicht aber der Fonds selbst. Laut BVI sollen Kleinanleger jedoch nicht stärker als bisher belastet werden. Sie sollen daher weniger Abgeltungssteuer zahlen. Ab 2018 entfällt außerdem der Bestandsschutz für Fonds, die vor 2009 erworben wurden, diese konnten bis dato steuerfrei verkauft werden. Dies ist eine gute Möglichkeit für Anleger ihr Anlageportfolio neu zu prüfen. Denn viele halten seit Jahren an sich nur mittelmäßig entwickelnden Fonds fest nach dem Motto, lieber weniger Rendite – dafür aber steuerfrei. Auch hat die Bestandsregelung bisher einige davon abgehalten ihr Depot ethisch-ökologisch auszurichten, da man sich von den steuerfreien Fonds nicht trennen wollte. Ab 2018 müssen jedoch auch die Gewinne aus vor 2009 gekauften Fondsanteilen versteuert werden. Generell gilt hier jedoch ein lebenslanger  Freibetrag von 100.000 Euro, der kontinuierlich bei Verkäufen aufgebraucht wird. Spätestens gegen Herbst 2017 sollte die Depotstruktur geprüft werden um optimal für die Änderung aufgestellt zu sein. 

 

Grünes Geld, ihr Experte für nachhaltige Geldanlagen begleitet auch künftig die rechtlichen und gesellschaftlichen Entwicklungen und berät Sie kompetent und umfassend.

 

 

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Carmen Junker

Verfasser des Beitrages:Carmen Junker ist Gründerin der Grünes Geld GmbH und Geschäftsführerin der Grünes Geld GmbH. Carmen Junker:“ Ein Grund mein berufliches Wirken speziell auf die Nachhaltige Geldanlage auszurichten ist, die Welt ein Stück positiver zu gestalten mit den Mitteln und Kenntnissen die mir zur Verfügung stehen. Aus der Verantwortung für die kommende Generation und weil ich selbst noch einige Jahre auf diesem schönen Planeten verbringen möchte“.

 

 

 

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