Archiv für März 2017

Magnolienhain

Freitag, 31. März 2017

Aufnahmen vom 29.03.2017 im Park Schöntal, Aschaffenburg

Danke an unsere Fotografen Tobias J. und Simon E.,

Fotos: alle Rechte Grünes Geld GmbH, Glattbach

 

USA unter Trump – Klimapolitik im Rückwärtsgang

Donnerstag, 30. März 2017
Zusammenfassung: Donald Trump hat in dieser Woche die bisherigen Umwelt- und Klimaschutzprogramme der USA zurückgenommen. Damit müssen US-Behörden bei Entscheidungen die Auswirkungen auf das globale Klima nicht weiter berücksichtigen. Konkret verabschieden sich die USA damit auch von Grenzwerten bei CO2- und Methan-Emissionen und entfernen sich so von den Zielen des unterzeichneten Klimaschutzabkommens von Paris. Nicht vergessen hat Trump seine Wahlversprechen zur Kohleförderung. Ob diese jedoch wirklich Arbeitsplätze bringen wird, ist selbst in der Kohleindustrie umstritten.

 

 

Die Würfel sind gefallen – Trump beschließt Kurswechsel in der US-Klimapolitik.

Gerhard Schröder litt 1998 kurzfristig unter akuter Vergesslichkeit, als ihm die korrekte Bezeichnung des „Ministeriums für Familie, Senioren, Frauen und Jugend“ partout nicht einfallen wollte. Flapsig bezeichnet er das Ministerium in „Familie und Gedöns“ um. Ein Lapsus, den ihm nicht nur Senioren, Frauen und Jugend übel nahmen und der ihm – so räumte es der Altbundeskanzler in einem Interview ein, mittlerweile Leid tue.

 

Ob US-Präsident Donald Trump auch in einigen Jahren Reuegefühle überkommen werden, wenn er an seine Politik 2017 zurückdenken wird, ist fraglich. Fakt ist jedoch, dass Trump dringende Klimaschutzmaßnahmen im Allgemeinen für absolutes „Gedöns“ – amerikanisch „hullabaloo„, hält und den Klimawandel für nichts als „fake news“.

 

 

Aktuelles Dekret weicht Klimaschutz auf

US-Präsident Trump hat am Dienstag dieser Woche die US-Umweltschutzbehörde EPA (United States Environmental Protection Agency)  besucht und dabei ein Dekret erlassen, das die bisherigen Programme zum Umwelt – und Klimaschutz in den Vereinigten Staaten stark aufweichen wird. Kurzgefasst beinhaltet das Dekret einen Freibrief für die US-Bundesbehörden: Bei Entscheidungen müssen mögliche Auswirkungen auf den Klimawandel nicht berücksichtigt werden.

 

Verantwortung für Klimaschutz übernehmen – die USA bewegen sich auf dünnem Eis.

Kernpunkt des Dekrets ist die Abschaffung des „Clean Power Plans“, den Barack Obama während seiner Amtszeit versuchte auf den Weg zu bringen. Der Plan setzte bestehenden und geplanten Kraftwerken in den USA verbindliche Obergrenzen beim Schadstoffausstoß. Ziel war es, so die Emission von klimaschädlichen Treibhausgasen zu senken und bis zum Jahr 2030 ein Drittel unter den Emissionswerten aus dem Jahr 2005 zu liegen. Damit wollten die USA die CO2-Ziele des UN-Klimaabkommens von Paris erreichen. Allerdings hatte rund die Hälfte der US-Bundesstaten – vornehmlich republikanisch geführte Staaten – sowie Energiekonzerne gegen den Plan geklagt. Wegen rechtlicher Bedenken hatte der Oberste Gerichtshof der Vereinigten Staaten den „Clean Power Plan“ – und damit die Klimastrategie der Demokraten – bereits vor einem Jahr vorerst außer Kraft gesetzt.

 

Weiterhin setzt Trump jetzt alles daran, dass die inländische Energieproduktion auf keinen Fall durch Maßnehmen zum Klimaschutz gebremst werden können. So hebelt Trump mit dem Dekret das bisherige Abkommen aus, demnach der Staat kein öffentliches Gebiet für die Kohleförderung verpachten darf.

 

Ebenfalls geändert – beziehungsweise herabgesetzt – wurden die Grenzwerte für Emissionen in der Öl- und Gasindustrie. Das hier freigesetzte Methan fördert den Treibhauseffekt noch stärker als das klimaschädliche CO2.

 

 

USA jenseits des Pariser Abkommens zum Klimaschutz

Die UN-Klimakonferenz in Marrakesch Ende des vergangenen Jahres hatte mitunter die Aufgabe, das Klimaschutzabkommen von Paris konkret auszugestalten. Auch die USA haben das Paris-Abkommen ratifiziert und sich damit den Zielen verpflichtet, die Erderwärmung zu begrenzen und dafür den Ausstoß von Kohlendioxid und anderen Treibhausgasen zu reduzieren. Dass der Beginn des Klimagipfels mit der Wahl Donald Trumps in den USA zeitlich zusammenfiel, rückte die Frage nach der künftigen Klimapolitik der USA ins Zentrum des weltweiten Interesses. Schließlich hatte sich Trump im Wahlkampf stets als Leugner der Klimakrise inszeniert und stets die Notwendigkeit betont, Öl- und Kohleförderung weiter auszubauen. Jetzt mach Trump ernst. Experten gehen allerdings davon aus, dass eine offizielle Absage der USA an das Klimaschutzabkommen von Paris rechtlich zu aufwändig sind. Eher – so die Vermutung – werde die Regierung Trump in diesem Bereich einfach gar nichts unternehmen.

 

Ein fataler Stillstand für den Klimaschutz, denn Wissenschaftler gehen davon aus, dass es auch mit dem „Clean Power Plan“ für die USA schwierig geworden wäre, die gesteckten Ziele zum Klimaschutz zu erreichen, ohne staatlich kontrollierte Grenzwerte bei den Emissionen von Treibhausgasen und Förderung Erneuerbarer Energien wird der Klimaschutz jedoch nahezu unmöglich.

 

Eines der Probleme ist dabei auch, dass der Klimavertrag von Paris mehr oder weniger eine Selbstverpflichtung der Staatengemeinschaft darstellt. Die Vereinten Nationen können keine Umsetzung von den unterzeichnenden Staaten einklagen und sieht auch keinerlei Sanktionsmöglichkeiten vor.

 

 

Was kommt nach dem „Clean Power Plan“?

Mit der Aufkündigung des „Clean Power Plans“ stehen Trump und die EPA jetzt vor der schwierigen Aufgabe, ein neues Programm vorlegen zu müssen. Das wurde vom Obersten Gerichtshof vorgegeben, allerdings ohne Angabe einer konkreten Frist. Sollten Trump und EPA-Chef Scott Pruitt für die Strategie des Aussitzens entscheiden, drohen jedoch Klagen. Denn Umwelt- und Klimaschutzgruppen in den USA bringen sich aktuell in Stellung.

 

Widerstand gegen den Stillstand in der Klimapolitik hat bereits der Generalstaatsanwalt des Bundesstaates New York, Eric T. Schneiderman, angekündigt. Gemeinsam mit 23 Bundessstaaten und Regionalbehörden will er das Dekret anfechten. Dabei erweist sich Schneiderman als erfahrener Widersacher. Bereits bei Trumps drastischer Streichung von Geldern des Umweltministeriums konnte Schneiderman den New Yorkern die direkten Auswirkungen klar machen und eine Klage anstrengen. Bekannt ist Schneiderman auch durch seine Klage gegen den deutschen Automobilkonzern VW im Rahmen des Diesel-Skandals.

 

 

 „America First“ in der Energiepolitik – es geht um die Kohle

Die aktuelle Entwicklung zeigt deutlich, dass Trump mit seiner „America First“-Energiepolitik ernst macht und alle bisherigen Hürden für den Abbau fossiler Energieträger wie Kohle, Öl und Gas in den USA beseitigt. Klar ist allerdings damit auch, dass der Ausstoß an Treibhausgasen weiter ansteigen wird. Bereits heute zeichnen die USA für rund 16 Prozent des globalen CO2-Ausstoßes verantwortlich.

 

Kohle soll Arbeitsplätze in den US sichern.

Trump hält seine Wahlversprechen konsequent ein. Während der Präsidentschaftswahlen bekannte er sich deutlich zur Kohle. Entsprechend publikumswirksam vollzog er auch die Unterzeichnung des Umweltdekrets in dieser Woche in Anwesenheit von Kohlearbeitern, denen er auch seine Wahl verdankt.

 

Mit einer Förderung der fossilen Energieträger will Trump die Vereinigten Staaten von teuren Energieimporten und ausländischen Energiequellen unabhängig machen. Die Tatsache, dass die USA bereits seit einigen Jahren faktisch ohnehin energieautonom sind, wird dabei vernachlässigt.

 

Zum anderen hat Trump neue Arbeitsplätze in der Kohleindustrie versprochen. Ob er dieses Versprechen halten kann, ist allerdings ungewiss und wird selbst von Unterstützern seiner Politik anzweifelt. Während in den 70er Jahren des letzten Jahrhunderts noch etwa eine viertel Million Amerikaner in der Kohleindustrie arbeiteten, waren es 2008 nur noch die Hälfte. Bis 2015 rutschte die Zahl der „Kumpels“ weiter unter die 100.000 Arbeiter. Der Marktanteil von Energie aus Kohle wird selbst innerhalb der Branche als wenig steigerungsfähig gesehen.

 

 

Die Zukunft der Erneuerbaren Energien in den USA

Die Entwicklung und den Ausbau Erneuerbarer Energien, wie Wind- oder Solarenergien, sollte selbst Trump nicht völlig zurückschrauben können. Schließlich haben sich Anlagen zur Erzeugung von sauberem Strom durchaus zu einem lukrativen Business-Modell entwickelt. Möglich ist hier allerdings, staatliche Subventionen in diesen Bereichen zurückzufahren.

 

Finanzexperten sehen hier allerdings keine besondere Gefahr. Durch den technischen Fortschritt und die Weiterentwicklung im Bereich der Energiegewinnung aus Sonne, Wind und Wasser, sind die Kosten zur Gewinnung regenerativer Energien stark gesunken. Entsprechend stehen Erneuerbare Energien auch ohne Subventionen kurz vor der völligen Wettbewerbsfähigkeit.

 

Abzuwarten bleibt auch, welchen Kurs die einzelnen Bundesstaaten in der Energiefrage einschlagen, denn bei ihnen liegt letztlich die Entscheidung, welche Ressourcen sie zur Energiegewinnung nutzen. Immerhin haben sich mehr als die Hälfte der US-Bundesstaaten freiwillige Ziele zum Ausbau Erneuerbarer Energien gesteckt.

 

 

USA ohne Vorbildfunktion

Unterschiedlich fielen die internationalen Reaktionen auf Trumps Abkehr von der bisherigen US-Klimapolitik aus. Während einige Staaten und Kommentatoren einen enormen Rückschlag für die globale Klimapolitik prognostizieren, bewerten andere den Rückzug der USA als weniger gravierend.

 

Zum einen, weil noch nicht klar ist, wie stark sich Trumps Linie in den USA tatsächlich durchsetzen wird. Zum anderen weil die USA nur ein Teil eines großen Puzzles darstellen. So gibt erklärt China, das Land mit dem derzeit höchsten Anteil an CO2-Ausstoß, dass es sich klar dem Pariser Klimaschutzabkommen verpflichtet sieht und weiter massiv in Erneuerbare Energien investieren wird. Klimaschutzexperten bestätigen, dass sich der Weg lohnt, für das laufende Jahr prognostizieren sie China fallende CO2-Emissionen in Höhe von einem Prozent.

 

 

Was Trump von Rockefeller lernen kann

Die Überzeugung, dass Erneuerbare Energien ein gewinnbringendes Investment sind, setzt sich zunehmend in der Finanzwirtschaft durch. Dabei zeichnet sich der Trend ab, Anlagen aus den Bereichen Kohle und Öl zu verkaufen und statt dessen in den Bereich der Erneuerbaren Energien zu investieren. In den USA zählen zunehmend institutionelle und Großanleger zu dieser „Divestment“-Bewegung.

 

Populäres Beispiel ist die Stiftung der Familie des legendären Öl-Magnaten John D. Rockefeller. Rockefeller begründete Ende des 19. Jahrhunderts mit dem Aufbau von Pipelines und Raffinerien das enorme Vermögen der Familie. 2014 entschlossen sich die Erben des Standard Oil-Gründers, einen neuen Weg einzuschlagen und schichtete 860 Millionen Dollar aus dem Rockefeller Brothers Fund um in Erneuerbare Energieträger.

 

Auch für Anleger, die in einer anderen Größenordnung investieren wollen, sind klimaschützende Geldanlagen eine gute Entscheidung. Grünes Geld, erfahrener Experte für nachhaltige Geldanlagen, verfügt über ein breites Portfolio von Anlagen aus dem Bereich der Erneuerbaren Energien. Denn Sonne, Wind- und Wasser helfen, den Klimawandel aufzuhalten.

 

 

 

 

Portraitfoto Gerd Junker Gerd Junker ist Co-Gründer und Geschäftsführer der Grünes Geld GmbH. Gerd Junker: „Wir leben was wir tun! Und das ist ganz einfach, denn der doppelte Nutzen von grünen Geldanlagen ist überzeugend – die Welt verbessern und Rendite erhalten.“ Mehr zu ihm und Grünes Geld auf auf Xing, Facebook oder Twitter.

Wieder verfügbar: Das Energieholz

Mittwoch, 29. März 2017

Nicht nur Holzlieferant – Wälder sorgen für ein gutes Klima.

Während vor wenigen Jahren dutzende nachhaltige Projekte Geld für Aufforstungsprojekten einsammelten, ist die Auswahl mittlerweile übersichtlich geworden. Ursache sind die wesentlich verschärften Anforderungen der Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht Bafin an das offizielle Verkaufsprospekt in Folge des Kleinanlegerschutzgesetzes. Bisher konnten nur Forestfinance (Sommer 2016) und nun MillerForest ein Verkaufsprospekt für Aufforstungsprojekte erfolgreich bei der Bafin prüfen und freigeben lassen.

 

Wurde erwartet: Miller Forest Energieholz

 

Damit ist nach einem Jahr Wartezeit auch wieder der langjährige Bestseller Energieholz von MillerForest wieder verfügbar. Seine Besonderheit ist die für Holz- und Waldinvestments extrem kurze Anlagedauer, die schon ab 6 Jahren beginnt.

 

Das ist möglich durch das besondere Konzept des Energieholzes. Um den weiteren Abbau von jahrhundertealten Naturwäldern Stück für Stück zu substituieren, wird in Paraguay schnell wachsendes Holz zu späteren Energieerzeugung in der Industrie angebaut. Dieses Holz braucht lediglich 6 Jahre Zeit bis zur Ernte.

 

Hier die Übersicht der Pacht-Varianten (Käufe sind auch möglich, allerdings erst ab 47.525 Euro):

 

 
Produkt

Größe

(beispielhaft)

Investition Erlös

Renditeprognose

(pro Jahr)

Energieholz EP 6

Laufzeit 6 Jahre

Auszahlungen im Jahr 6

1 Hektar 3.870 Euro 1.098 Euro 4,3 %

Energieholz EP 12

Laufzeit 12 Jahre

Auszahlungen in den Jahren 6 und 12

1 Hektar 5.720 Euro 3.342 Euro 5,1 %

Energieholz EP 18

Laufzeit 18 Jahre

Auszahlungen in den Jahren 6, 12 und 18

1 Hektar 6.950 Euro 6.096 Euro 5,4 %

 

 

 

MillerForest Energieholz

 

 

 

Portraitfoto Gerd Junker Gerd Junker ist Co-Gründer und Geschäftsführer der Grünes Geld GmbH. Gerd Junker: „Wir leben was wir tun! Und das ist ganz einfach, denn der doppelte Nutzen von grünen Geldanlagen ist überzeugend – die Welt verbessern und Rendite erhalten.“ Mehr zu ihm und Grünes Geld auf auf Xing, Facebook oder Twitter.

Plastik im Meer – tödliche Gefahr für Tier und Mensch

Dienstag, 28. März 2017
Zusammenfassung: Plastik ist praktisch und vielseitig – aber aus ökologischer Sicht sicher kein optimales Material. Der beliebte Kunststoff wird energieaufwändig aus Erdöl hergestellt und ist schwierig zu entsorgen. Immer wieder landen Unmengen von Plastikmüll einfach in Meeren. Neben den Bildern von Plastikflaschen, -tüten und Kanistern gibt es aber auch noch eine unsichtbare Gefahr für die Meere: die Belastung durch Mikroplastik steigt in den letzten Jahren rasant an.

 

 

Nahrung aus Plastik macht die Seemöwe nicht satt.

Plastik ist in unserem Alltag omnipräsent: Als Material für unzählige Produkte des täglichen Lebens, in der Industrie und in der Medizin, als Verpackung, die nach kurzem Einsatz im Abfall landet oder aufwändig recycelt wird. Neben diesen sichtbaren Plastikprodukten ist der vollsynthetische Kunststoff auf Erdölbasis aber auch mittlerweile auch in der Textil- und Kosmetikindustrie beliebt.

 

Plastik hat seit seiner Erfindung vor rund einem Jahrhundert einen gigantischen Siegeszug rund um die Welt angetreten und ist kaum noch zu stoppen. Allein 60 Millionen Tonnen Plastik werden aktuell in Europa produziert. Problematisch am Kunststoff ist zum einen die energieintensive Produktion, zum anderen die ebenfalls aufwändige  Entsorgung.

 

 

Polymere im Meer – Plastikmüll im Meer nimmt zu

Rund 70 Prozent der Erde ist von Ozeanen bedeckt. Diese bilden einen unersetzlichen Lebensraum für immerhin ein Viertel aller bekannten Tierarten. Außerdem bilden die Weltmeere einen Wärmespeicher, der das Klima schützt.

 

Plastikmüll landet auf unterschiedlichen Wegen in den Weltmeeren und stellt global eine Gefahr für die Umwelt dar. Der Umweltverband WWF geht davon aus, dass zwischen 4 und 13 Millionen Tonnen Plastikmüll jedes Jahr ins Meer gelangen. Und die Tendenz ist steigend. Da Plastik mehrere hundert Jahre benötigt, bis es sich vollständig zersetzt hat, wächst der maritime Müllberg stetig weiter.

 

Abgesehen von der optischen Verschmutzung leiden unter dem Müll rund 800 Tierarten – Meerestiere und zahlreiche Vogelarten – gleichermaßen. Und selbst für die Schifffahrt ergeben sich Beeinträchtigungen durch Plastikmüll in den Schiffsschrauben. Die Müllsuppe im Meer hat aber auch wirtschaftliche Konsequenzen: Einstmals beliebte Urlaubsregionen werden für Touristen unattraktiv, wenn die Strände mit Unmengen von Plastikstrandgut übersät sind.

 

So erhielt der hawaiianische Strand Kamilo Beach an der Südwest-Spitze von Big Island bereits den unrühmlichen Beinamen „Plastic Beach“. Ebenfalls an der Küste Hawaiis endeckten Geologen vor drei Jahren ein „Plastikglomerat“, also ein künstliches festes Gestein, das aus geschmolzenen Kunststoffen, vulkanischem Gestein, Korallenstücken und Sand gebildet wurde.

 

 

Von großen Teilen …

Plastikmüll am Strand – in den Meeren ist noch mehr davon.

Zu den ökologischen Belastungen durch Plastikabfälle zählen beispielsweise konkret Geisternetze – das sind verlorene Netze aus dem Fischfang, die nicht eingesammelt werden. Die herrenlosen Netze werden vor allem Meeressäugern zum Verhängnis. Wenn sich Seehunde, Delfine oder Schweinswale in den umherirrenden Netzen verfangen, ertrinken die Tiere.

 

Plastikstücke bilden jedoch auch eine tödliche Gefahr für Seevögel. Diese picken auf der Suche nach Nahrung vermehrt Plastikteile auf. Diese verklumpen im Magen und führen bei Vögeln zum Hungertod. Schätzungen zu Folge, werden durch die anhaltende Verschmutzung durch Plastikteile im Meer bis 2050 bei nahezu jedem Meeresvogel Plastik im Magen nachweisbar sein.

 

 

… und winzigen Teilchen

Insgesamt sollen sich, so das Umweltbundesamt, bereits 150 Millionen Tonnen Abfall in den Weltmeeren befinden, 60 Prozent davon bestehen aus Plastik. Der größte Teil des Plastiks, schätzungsweise 70 Prozent, sinkt auf den Meeresboden, der Rest treibt zu gleichen Teilen auf der Wasseroberfläche oder wird an die Strände gespült.

 

Während große Plastikteile im Meer zwar ein generelles Umweltproblem darstellen, machen zusätzlich Unmengen von Mikroplastikpartikeln als unsichtbare Gefahr die Meere zunehmend unsicherer. Die winzigen polymeren Partikel haben sich ebenfalls zu einer ernsthaften ökologischen Bedrohung der Weltmeere aber auch der Binnengewässer entwickelt. Studien zu Folge sind schon 88 Prozent der Meeresfläche mit Plastikpartikeln verseucht.

 

Bereits vor 20 Jahren wurde erstmals ein gewaltiger Müllfleck im Nordpazifik als quasi „siebter Kontinent“ beschrieben. Dabei handelte es sich um eine schwarmartige Verbreitung von winzigen Plastikteilchen. Mittlerweile sind ähnliche Phänomene auch im Nordatlantik, in der Nord- und Ostsee, im Mittelmeer und sogar in Teilen des arktischen Ozeans aufgetreten.

 

 

Mikroplastik: Kleine Partikel – großer Schaden

Mikroplastik bezeichnet Plastikstücke, die kleiner als 5 Millimeter. Dabei wird zwischen primärem und sekundärem Mikroplastik unterschieden. Sekundäres Mikroplastik bezeichnet die winzigen Zersetzungsprodukte der Polymere generell, also sowohl die von der UV-Strahlung der Sonne und dem Salz des Meeres zerriebenen Plastikabfälle, als auch der Abrieb von primärem Mikroplastik.

 

Augen auf beim Kosmetik-Kauf: in vielen Produkten steckt Mikroplastik.

Primäres Mikroplastik bezeichnet die Plastikpartikel, die vielen Produkten zugesetzt werden. Sie können aufgrund ihrer Größe in den Klärwerken zurückgehalten werden. Die winzigen Teilchen verursachen ein riesiges Problem, denn der Anteil von primärem Mikroplastik wächst stetig an. Die Partikel können nicht biologisch abgebaut werden und zerfallen in immer kleinere Teilchen.

 

Zum primären Mikroplastik gehören die winzigen Partikel, die als Granulate in kosmetischen Produkten wie beispielsweise Peelings, Shampoos, Seifen und Zahnpasta zugesetzt werden. Außerdem werden sie Reinigungsmittel, etwa Scheuermilch, zugesetzt oder in der Industrie bei Reinigungsstrahlern von Werften eingesetzt. Ebenfalls dienen sie in der Medizin als Vektor für Arzneiwirkstoffe.

 

Bei jedem Waschgang landet eine ganze Menge dieser flauschigen Mikrofasern im Abwasser.

Hinzugekommen ist eine starke Belastung durch Mikropartikel aus synthetischer Kleidung. Hier sorgen unter anderem die beliebten Kleidungsstücke aus Fleece, meist einem Mischgewebe aus Polyester und Polyacryl, für eine Schädigung der Gewässer. Denn bei jedem Waschgang verlieren die Kleidungsstück Mikrofasern, die über das Abwasser in Flüsse, Seen und Meere gelangen. Auch hier steigt die Tendenz an, denn bereits rund drei Viertel aller weltweit produzierten Gewebe bestehen aus Chemie-Fasern, also aus Plastik. Bei jeder Wäsche verliert eine Fleecejacke rund 2.000 Fasern, die aufgrund ihrer Größe leicht das Fusselsieb der Waschmaschine umgehen. Das Problem betrifft nicht nur Fleece, sondern sämtliche synthetischen Textilien, wie beispielsweise Sport- und Funktionsbekleidung.

 

Wer lieber Kleidung aus Naturfasern kaufen möchte, muss mittlerweile genau das Etikett beachten, denn die synthetischen Gewebe ahmen die klassischen Baumwoll- und Wollstoffe nahezu perfekt nach. Eine Entwicklung, die auch angesichts des hohen Kleiderkonsums in den Industrienationen, kaum zu stoppen ist. Die Lösungen dieses wachsenden Problems sind vielfältig.

 

Ein Weg ist ein bewusster Konsum gemäß der Devise „Qualität vor Quantität“ und die Bevorzugung von natürlichen Materialien, am besten in Bio-Qualität. Eine Alternative ist auch das Zurückhalten der schädlichen Mikrofaser in der Waschmaschine. Dazu haben Erfinder einen speziellen Waschbeutel entwickelt, der Mikroplastik in der Waschmaschine sammelt, damit es im Restmüll landet und nicht im Abwasser. Auch niedrige Waschtemperaturen und Kurzprogramme helfen, weniger Mikrofasern auszuspülen.

 

 

Plastikpartikel in Fischen und Meeresfrüchten

Mikroplastik ist mittlerweile bei fast allen Meerestieren nachweisbar

Plastisch werden die zahlreichen ökologischen Schäden, die Plastik in den Ozeanen verursacht, wenn es um den Fischfang geht. Ein Aspekt, der die Auswirkungen der Kunststoffbelastung direkt zurück auf den Teller des menschlichen Verursachers bringt und die Gefahren unmittelbar deutlich macht. Mikroplastik ist, so die Umweltorganisation Greenpeace,  in der Nahrungskette längst angekommen und sowohl im kleinsten Plankton nachzuweisen, wie bei den beliebten Speisefischen wie beispielsweise Thunfisch, Kabeljau und Makrele, ebenso bei Muscheln und Garnelen.

 

Durch den Verzehr von Fisch und Meeresfrüchten nehmen Menschen das Mikroplastik auf, inklusive der Schadstoffe, die im Plastik enthalten sein können, wie etwa Weichmacher. Hinzu kommen die Schadstoffe aus der Umwelt, die sich an den Mikropartikeln ansammeln. Während in den 1980er Jahren Wissenschaftler noch davon ausgingen, dass Mikroplastik keine besondere Umweltrelevanz habe, da auf ihnen auch eine Besiedlung von Algen und Kleinstorganismen nachgewiesen werden konnte, hat hier ein Umdenken stattgefunden. Zwar sind die Auswirkungen noch nicht vollständig erforscht, was den menschlichen Organismus anbelangt, wird jedoch heute vermutet, dass Plastik im Körper den Hormonhaushalt negativ beeinflusst und für Entwicklungsverzögerungen sowie Krebserkrankungen verantwortlich zeichnen kann.

 

 

Plastikverbrauch reduzieren

Plastikmüll, gleich ob es sich um Flaschen, Tüten, Kanister handelt oder um Mikroplastik unterschiedlichstem Ursprung, hat in den Ozeanen nichts zu suchen.

 

In Ländern ohne kontrollierte Abfallsammlung ist die Gefahr besonders groß, dass Abfälle – und damit auch der Plastikmüll – über ungesicherte wilde Mülldeponien in die Flüsse und schließlich ins Meer gelangt. Südostasien bildet dabei eines der direkten „Vermüllungszentren“.

 

Um Plastikmüll in den Meeren zu reduzieren, ist eine zuverlässige Kontrolle der Abfallwirtschaft wichtig, allerdings muss auch der enorme Plastikverbrauch weltweit drastisch reduziert werden. Dabei stehen alle Staaten in der Pflicht. Aber auch die Industrie und Verbraucher sind aufgefordert, mehr Verantwortung zu übernehmen.

 

 

Primäres Mikroplastik stoppen

Während die Säuberung der Weltmeere vom Plastikmüll ein gewaltiger Schritt wäre, ist es vergleichsweise einfach, der weiteren Belastung durch primäres Mikroplastik Einhalt zu gebieten. So haben bereits mehrere Staaten den Einsatz von Mikroplastik in Körperpflegeprodukten verboten. Vorreiter sind hier Kanada, Teile der USA sowie die Niederlande, Großbritannien folgt mit einem Verbot Ende 2017.

 

In Deutschland setzt die Bundesregierung derzeit auf eine freiwillige Selbstverpflichtung mit den konventionellen Herstellern. Im Rahmen eines „Kosmetik-Dialogs“ wurde ein Verzicht auf Mikroplastik in Kosmetika bis 2020 beschlossen. Biomarken verzichten ohnehin auf Mikroplastik und setzen für Peeling-Effekte auf natürliche Stoffe, wie beispielsweise Kieselmineralien und Wachskügelchen.

 

Der Anteil des Mikroplastiks aus kosmetischen Produkten macht zwar lediglich 0,1 Prozent des Mikroplastiks in der Umwelt aus, so eine dänische Studie. Angesichts der enormen Mengen von Mikroplastik wäre eine Eindämmung der Flut von Plastikteilchen sicher ein Schritt in die richtige Richtung.

 

 

In den Schutz der Weltmeere investieren

Auch wenn eine große globale Lösung zum Schutz unserer Weltmeere wünschenswert wäre – auch viele kleine Schritte führen ans Ziel, sie müssen nur gegangen werden. Und oft werden die Schritte während des Gehens immer größer, denn wer seinem Ziel immer näher kommt, ist  motiviert zum Weitermachen.

Ein Schritt in die richtige Richtung ist sicher, Unternehmen und Staaten zu unterstützen, die aktiv unsere Ozeane schützen. Wie groß Ihr persönlicher Schritt ausfällt, bestimmen Sie selbst. Grünes Geld, erfahrener Anbieter nachhaltiger Geldanlagen, hält ein breites Portfolio – beispielsweise an Wasserfonds. Im Rahmen einer fairen Beratung finden alle Anlegertypen ihr passendes Investment.

 

Gehen Sie den ersten Schritt und machen Sie den Grünes Geld Test.

 

 

Carmen Junker

Verfasser des Beitrages: Carmen Junker ist Gründerin der Grünes Geld GmbH und Geschäftsführerin der Grünes Geld GmbH. Carmen Junker:“ Ein Grund mein berufliches Wirken speziell auf die Nachhaltige Geldanlage auszurichten ist, die Welt ein Stück positiver zu gestalten mit den Mitteln und Kenntnissen die mir zur Verfügung stehen. Aus der Verantwortung für die kommende Generation und weil ich selbst noch einige Jahre auf diesem schönen Planeten verbringen möchte“.

Nachhaltige Staaten – Volksrepublik China

Freitag, 24. März 2017
Zusammenfassung: China, das Land der Mitte, ist ein Land der Extreme: Auf der einen Seite ein gewaltiger CO2-Ausstoß, auf der anderen Seite enorme Anstrengungen beim Ausbau Erneuerbarer Energien. Hochtechnisierte Industrienation mit ständig wachsenden Mega-Städten, gleichzeitig eine zunehmend vernachlässigte Landbevölkerung. Hohe Standards in der Bildung, niedrige in Sachen Menschenrechte. Bei der Bewertung der Erreichung der Nachhaltigkeitsziele nimmt China Rang 76 ein. Es bleibt abzuwarten, wie das Land seine Position weiter ausbaut.

 

 

Das traditionelle China-Bild …

Klimakrise, Naturzerstörung, Bevölkerungswachstum, ein immer tiefer werdender Graben zwischen Arm und Reich, Kriege um Rohstoffe, extreme Unterschiede, wenn es um Fragen von Demokratie, Gleichberechtigung und Bildung gibt. Die weltweiten Konflikte sind vielfältig und komplex.

 

Dennoch haben sich immerhin 193 Staaten in den Vereinten Nationen zusammengeschlossen und 2015 gemeinsam insgesamt 17 Ziele , detaillierter aufgeschlüsselt in insgesamt 169 konkrete Zielvorgaben, beschlossen, um eine globale nachhaltige Entwicklung voranzubringen. Alle Staaten sind dabei aufgefordert, bis 2030 geeignete Maßnahmen zu ergreifen, um ein stabiles, sozial- und ökologisch verträgliches Wirtschafts- und Sozialsystem in ihrem Land sicher zu stellen. Ein wichtiges gemeinsames Anliegen ist es, die fortschreitende Erderwärmung wirksam zu stoppen. Konkretes Ziel ist es, die ansteigende Durchschnittstemperatur auf der Erde nicht höher als 2 Grad Celsius, verglichen mit dem vorindustriellen Zeitalter, ansteigen zu lassen.

 

Wie weit die einzelnen Staaten bei der Erreichung der Ziele bereits gekommen sind, soll regelmäßig evaluiert und im SDG-Index (Sustainable Development Goals) veröffentlicht werden. Dabei haben im ersten Jahr besonders die Länder Nordeuropas gut abgeschnitten. Dennoch sind auch die Nachhaltigkeits-Vorreiter noch von einem optimalen Wert entfernt. Die besondere Hürde ist hier, wie das hohe Konsumniveau nachhaltiger gestaltet werden kann. Am unteren Ende der Tabelle finden sich die ärmsten Länder der Erde wieder. Hier müssen in erster Linie Hunger, Wassermangel und wirtschaftliche Armut bekämpft werden. 

 

In unserer Serie haben wir bislang die Spitzenreiter aus Skandinavien, den deutschsprachigen Wirtschaftsraum, die USA sowie die MENA-Staaten vorgestellt. Mit einem Blick in das Reich der Mitte, nach China, beenden wir die Serie zu nachhaltigen Staaten.

 

 

China – das große Land der großen Gegensätze

… das moderne China – wachsende Millionen-Städte.

China, offiziell die Volksrepublik China, nimmt in der Rangliste der nachhaltigsten Staaten Platz 76 ein. Mit 1,37 Milliarden Einwohnern ist China das bevölkerungsreichste Land der Erde. Flächenmäßig nimmt China den vierten Platz hinter Russland, Kanada und den USA ein. Entsprechend seiner Ausdehnung und den daraus resultierenden unterschiedlichen topographischen Unterschieden, ist China ein Land der Extreme: Auf der einen Seite stehen 15 Metropolregionen, in denen jeweils mehr als 10 Millionen Menschen leben und die rasant weiter wachsen, zuletzt rund 2 Prozent pro Jahr. Auf der anderen Seite existieren sehr dünn besiedelte Gebiete, wie etwa die Innere Mongolei, wo noch ein sehr traditioneller Lebensstil gepflegt wird.

 

Chinas wirtschaftliche Einordnung hat sich in den vergangenen Jahren vom Schwellenland zu einer führenden Industrienation mit gewandelt. Gemessen am Bruttoinlandsprodukt reiht sich China auf Platz 2 hinter den USA ein. China hat sich dabei sehr stark im HighTech-Bereich positionieren können.

 

Problematisch zu sehen sind allerdings weiterhin die autoritären politischen Strukturen im Land. Zensur und Menschenrechtsverletzungen stehen trotz der zunehmenden Öffnung des Landes noch immer an der Tagesordnung.

 

 

Dicke Luft in China

Atemmasken gehören zum alltäglichen Bild in den Großstädten.

Regelmäßiger Smog-Alarm – Menschen mit Schutzmasken – besonders die Bewohner der chinesischen Millionenstädte leiden unter der starken Luftverschmutzung. Dennoch ziehen Jahr für Jahr Tausende vom Land in die Metropolen, um am wirtschaftlichen Aufschwung und der rasanten technologischen Entwicklung teilzuhaben.

 

Als einer der führenden Industrienationen zeichnet China auch maßgeblich für einen hohen CO2-Ausstoß verantwortlich. Dabei ist der genaue Anteil schwer zu ermitteln. Schätzungen gehen von einer CO2-Emission zwischen 6 und 8 Tonnen jährlich pro Einwohner aus. Teilweise wird China auch gut ein Viertel der weltweiten Treibhausgas-Emissionen zugeschrieben. Dabei spiele vor allem die starke Nutzung von Kohle in der Schwerindustrie eine belastende Rolle.

 

 

Klima- und Energiepolitik Chinas

China steht daher vor der Herausforderung, den ökonomischen Erfolg weiter auszubauen und gleichzeitig umwelt- und klimaschonender zu wirtschaften. Daher hat sich das Land ehrgeizige Ziele gesteckt, was den Ausbau Erneuerbarer Energien betrifft. Das Land hat den Klimaschutzvertrag der UN-Klimakonferenz von Paris ratifiziert und sich damit verpflichtet, seinen Beitrag zu leisten, um die Erderwärmung wirksam zu stoppen. Darüber hinaus hat China auch ein starkes Interesse daran, die benötigte Energie günstig im eigenen Land produzieren zu können. Entsprechend liegt der Fokus der chinesischen Regierung auf der Realisierung einer nachhaltigen Energiepolitik.

 

Bereits 2013 investiert China mehr in den Ausbau Erneuerbarer Energien als in Kohle und deckte mehr als 20 Prozent seines Strombedarfs durch Wasserkraftwerke, Windkraft- und Photovoltaikanlagen.

 

Besonders stark investierte China dabei in die Sonnenenergie. Mit einer 12 Gigawatt Photovoltaik-Kapazität konnte das Land seine Kapazitäten in diesem Bereich verdoppeln und plant eine jährliche Erweiterung der Kapazität um mindestens 14 Gigawatt.

 

Auch im Bereich der Windenergie zeigt sich China engagiert und hat bis Ende des vergangenen Jahres bereits Windkraftanlagen mit einer Leistung von insgesamt 168, 7 Gigawatt aufgebaut. Mit dieser Leistung nimmt China weltweit die führende Rolle im Bereich Windenergie ein.

 

Für den Ausbau der Wasserkraftwerke hat China enorme Anstrengungen unternommen. Mit dem Drei-Schluchten-Damm am Jangtse, dem drittgrößten Fluss der Erde, hat China das größte Wasserkraftwerk weltweit aufgebaut. Das gewaltige Infrastrukturprojekt zeigt auch den hohen Stellenwert der Stromgewinnung in der nationalen Politik. Schließlich wurden für die Realisierung des Stausees bislang insgesamt 1,3 Millionen Menschen umgesiedelt, schätzungsweise eine weitere halbe Million Menschen müssen folgen, wenn sich der Wasserspiegel anheben wird.

 

 

Ungleichgewicht Industrie und Landwirtschaft

China hat sich im internationalen Rennen um tragfähige wirtschaftliche Lösungen für mehr Nachhaltigkeit gut aufgestellt. Laut Analysen des US-amerikanische Worldwatch Institute gilt China als weltweit führender Produzent von Energiesparlampen, Windkraftanlagen und Photovoltaik-Modulen. Die Entwicklung technologischer Innovationen wird weiterhin durch die starke finanzielle Unterstützung von Forschungsprogrammen von staatlicher Seite begünstigt.

 

Wirtschaftlicher Fortschritt und umweltschonendes Handeln müssen Hand in Hand gehen, um eine nachhaltige Entwicklung zu realisieren. Aber eine nachhaltige Entwicklung basiert auf zahlreichen weiteren Säulen. In China ist – nicht zuletzt durch die starke Fokussierung auf die Industrie und Produktion – eine regelrechte Landflucht zu verzeichnen. Damit gerät das Gleichgewicht zwischen Urbanisierung und einer nachhaltigen Entwicklung auf dem Land – eines der 17 UN-Ziele – aus der Balance. Besonders strukturschwache Regionen Chinas leiden unter dieser Entwicklung. Beispielhaft für die Vernachlässigung der Landwirtschaft ist auch der bereits erwähnte Drei-Schluchten-Damm. Hier wurden die fruchtbaren Böden in der Jangtse-Region der Energiewirtschaft geopfert, die umgesiedelte Landbevölkerung muss zukünftig in weniger ertragreichen Gegenden leben. Schätzungen zu Folge, muss für den gleichen landwirtschaftlichen Ertrag eine fünfmal so große Fläche als am Jangtse bewirtschaftet werden. Angesichts des Bevölkerungsreichtums Chinas eine durchaus kritische Entwicklung.

 

 

Zwischenbilanz der Zielerreichung Chinas

Fit für die Wirtschaft – chinesische Schüler liegen im internationalen Vergleich vorne.

Für eine expandierende Wirtschaftsmacht ist der 76. Rang auf dem Zielerreichungsindex nur ein mäßiges Ergebnis. Für ein Land mit extremen Gegensätzen und einer langen Geschichte als Schwellenland dagegen, ist die Bilanz durchaus beachtlich. Im Gegensatz zu den USA, bei denen im Bewertungssystem der Zielerreichung die Ampel nur zwei mal auf „grün“ stand, kann China hier in drei Bereichen gute Ergebnisse für sich verbuchen: Gut bewertet wird die Qualität der Bildung, der Bereich „Menschenwürdige Arbeit und Wirtschaftswachstum“ sowie „Partnerschaften zur Erreichung der Ziele“. Dabei wird jedoch auch deutlich, dass die Teilziele auch genauer unter die Lupe genommen werden müssen. So verzeichnet China zwar nur eine geringe Arbeitslosigkeit, jedoch ist das Land in den vergangenen Jahren eher durch extrem belastende Arbeitsverhältnisse in die Schlagzeilen geraten. Beispielsweise durch den enorm hohen Druck in der Handy-Produktion. Ebenfalls kritisch ist, dass für den Bereich der Kinderarbeit keine Daten vorliegen, die in die Beurteilung einfließen.

 

Immerhin fünf mal steht die Ampel auf „gelb“. Dazu Zählen die Bereiche der Armutsbekämpfung, Gleichberechtigung, der Zugang zu sauberem Wasser, nachhaltiger Konsum und Produktion und schließlich auch der Ausbau sauberer Energie.

 

Extremer Aufholbedarf zeigt sich – aller Anstrengungen im Ausbau Erneuerbarer Energien zum Trotz – noch im Klimaschutz. Außerdem erreicht China desolate Werte im Bereich Schutz der Meere und Gewässer. Weiterhin problematisch bleiben die mangelnden demokratischen Strukturen des Landes, die sich in der ungünstigen Bewertung des Nachhaltigkeitsziels „Frieden, Gerechtigkeit und starke Institutionen“ niederschlägt.

 

 

Entwicklungshilfe und Investitionen

Eine Anforderung der UN ist es, dass die reichen Staaten die ärmeren Länder bei der Erreichung der Nachhaltigkeitsziele unterstützen. Auch China hat beim UNO-Nachhaltigkeitsgipfel angekündigt, zwei Milliarden Dollar für einen entsprechenden Entwicklungsfonds bereitzustellen. Das positioniert China als wirtschaftlich erfolgreiche Industrienation. Auf der anderen Seite sind große Teile Chinas selbst noch schwach entwickelt. Damit spiegelt China generell die globale Komplexität wieder, die kaum noch mit den bestehenden Einordnungen und Begrifflichkeiten zu erklären ist. Als hybrides Staatswesen vereint die China Merkmale einer hochentwickelten Volkswirtschaft, eines Schwellen- und eines Entwicklungslandes.

 

Neben Chinas Entwicklungshilfe, investiert das Land bereits seit Jahren in wirtschaftlich wenig entwickelte Staaten Afrikas und Lateinamerikas. Bis 2030 sollen in diese Richtung mindestens zwölf Milliarden Dollar fließen. Dabei beurteilen andere Industrienationen das Engagement Chinas vor allem als Eigennutz und gehen davon aus, dass China so seinen enormen Rohstoffbedarf  und seine aufstrebende Stellung absichern will.

 

 

Ethische und ökologische Ziele gemeinsam erreichen

China ist ein interessanter Fall, denn hier zeigen sich die vielfältigen Widersprüche der Moderne und die Schwierigkeit einer Beurteilung.

 

Das Land bringt sich als eine führende Volkswirtschaft in Stellung und betreibt geradezu vorbildlich den Ausbau Erneuerbarer Energien. Gleichzeitig vergrößern Menschenrechtsverletzungen, Abhängen der Menschen auf dem Land und mangelnde Partizipationsmöglichkeiten der Bevölkerung den Abstand zu den Standards vieler westlicher Staaten. Interessant ist daher, wie die einzelnen Staaten ihre Nachhaltigkeitsstrategien weiter umsetzen werden und wie die Platzierungen im nächsten SDG-Index aussehen werden.

 

Klar ist aber auch, dass ökonomische Interessen nicht von ethischen und ökologischen Aspekten abgekoppelt werden können. Das gilt für Volkswirtschaften genauso wie für die ganz individuelle Finanzplanung. Grünes Geld , kompetenter Anbieter nachhaltiger Geldanlagen, bietet daher seinen Kunden ein breites Angebot an sinnvollen Investments, die Unternehmen und Staaten unterstützen, die einen entscheidenden Beitrag für Mensch, Umwelt und Klima leisten.

 

 

 

Portraitfoto Gerd Junker Gerd Junker ist Co-Gründer und Geschäftsführer der Grünes Geld GmbH. Gerd Junker: „Wir leben was wir tun! Und das ist ganz einfach, denn der doppelte Nutzen von grünen Geldanlagen ist überzeugend – die Welt verbessern und Rendite erhalten.“ Mehr zu ihm und Grünes Geld auf auf Xing, Facebook oder Twitter.

Weltwassertag – Wasser eine unserer wertvollsten Ressourcen

Mittwoch, 22. März 2017
Zusammenfassung: Wasser ist Leben – aber der Zugang zu sauberem Trinkwasser und sanitären Einrichtungen ist keine Selbstverständlichkeit. Eines der wichtigsten Ziele einer nachhaltigen Entwicklung ist daher der Schutz des Wassers. Seit 1993 rufen die Vereinten Nationen den jährlichen Weltwassertag am 22. März als Aktionstag aus. In diesem Jahr steht der Umgang mit Abwasser im Mittelpunkt des World Water Day. Angesichts der wachsenden Weltbevölkerung sind Investitionen im Wasserbereich besonders wichtig. Wasserfonds stellen ein sinnvolles ethisches und ökologisches Investment dar, das sehr gute Entwicklungsaussichten hat.

 

 

Wasser ist Leben!

Mehr als 70 Prozent der Erdoberfläche ist mit Wasser bedeckt – dennoch ist der Zugang zu sauberem Trinkwasser – eines der dringlichsten Bedürfnisse der Menschheit – nicht weltweit sichergestellt. Aber auch Länder, in denen der Zugang zu Wasser kein besonderes Problem darstellt, können ihre Augen nicht vor der globalen Problematik verschließen: Verschmutzung der Weltmeere, rapide Verringerung der Süßwasservorräte, Absinken des Grundwasserspiegels und eine schlechte Wasserqualität in vielen Gegenden der Welt, darüber hinaus Dürren und eine generell schlechte Erreichbarkeit von Wasserstellen.

 

 

Der Zugang zu sauberem Wasser und sanitären Einrichtungen ist seit 2010 ein offizielles – wenn auch nicht einklagbares – Menschenrecht. Dieses elementare Menschenrecht wird jedoch ständig verletzt. Laut Schätzungen der Umweltorganisation WWF haben derzeit mehr als 780 Millionen Menschen keinen Zugang zu sauberem Trinkwasser, 2,6 Milliarden Menschen müssen ohne eine minimale sanitäre Versorgung auskommen. Besorgniserregende Zahlen, denn angesichts der wachsenden Weltbevölkerung wird das Problem sich weiter verschärfen.

 

 

Weltweiter Tag des Wassers

Seit fast einem Viertel Jahrhundert befassen sich die Vereinten Nationen intensiv mit dem Thema und haben 1993 den Weltwassertag („Tag des Wassers“ oder „World Water Day“) ins Leben gerufen, der alljährlich am 22. März terminiert ist. Anstoß für den Weltwassertag war die UN-Konferenz „Umwelt und Entwicklung“, die 1992 in Rio de Janeiro stattfand und aus der heraus sich auch das entwicklungs- und umweltpolitische Aktionsprogramm „Agenda 21“ entwickelte. Verantwortlich für den „Tag des Wassers 2017“ zeichnen das Entwicklungsprogramm der Vereinten Nationen (UNDP) gemeinsam mit der UNESCO, UN-HABITAT, UNEP, der Weltbank und UN-DESA.

 

In diesem Jahr steht der Weltwasserstag unter dem Motto „Wastewater – Abwasser“. Der Aktionstag hat zum Ziel, die breite Öffentlichkeit international für das wichtige Thema „Schutz des Wassers“ zu sensibilisieren und – vor allem in den Industrienationen – ihren eigenen Umgang mit der lebenswichtigen Ressource zu überdenken. Um das zu erreichen, sind alle Staaten aufgefordert, geeignete lokale Aktionen durchzuführen und auf die globale Bedeutung des Weltwassertages hinzuweisen.

 

 

Lokale Aktionen bringen das Thema in die Öffentlichkeit

In Deutschland beispielsweise stellt das Umweltbundesamt (UBA) regelmäßig am Tag des Wassers einen speziellen Gewässertyp vor und liefert vielfältige Informationen darüber welchen  Beitrag der Gewässertyp für das Ökosystem leistet und welche Lebensräume er bietet. „Gewässertyp des Jahres 2017“ ist der tiefe, große, kalkarme Mittelgebirgssee, der in Deutschland immer als Talsperre auftritt und meist in einer waldreichen Gegend liegt.

 

Der Weltwassertag bietet aber auch Nichtstaatlichen Organisationen (NGO) eine gute Gelegenheit, kritische Wasserthemen öffentlichkeitswirksam zu platzieren und darauf aufmerksam zu machen, dass viele Menschen auf der ganzen Welt keinen Zugang zu sauberem Wasser haben. Neben Umwelt- und Sozialverbänden machen auch Frauenrechtsorganisationen an diesem besonderen Tag auf die Rolle der Frauen bei der Beschaffung von Wasser in den Entwicklungsländern aufmerksam.

 

 

Abwasser als Ressource nutzen

Der Weltwassertag 2017 steht unter dem Motto „Wastewater – Abwasser“.

Zum Schwerpunktthema Abwasser veröffentlichen die Vereinten Nationen auch ihren aktuellen „World Water Development Report“. Das Thema Abwasser steht dabei in engem Zusammenhang mit der 6. Forderung der UN-Nachhaltigkeitsziele (SDG), die eine generelle „Verfügbarkeit und nachhaltigen Bewirtschaftung von Wasser und Sanitärversorgung für alle Menschen“ gewährleisten soll. Ein Teilaspekt dieses speziellen Nachhaltigkeitsziels ist es, den Anteil des unbehandelten Abwassers zu halbieren. Außerdem soll die Wiederaufbereitung des Abwassers verstärkt vorangetrieben werden, um eine unbedenkliche Wiederverwertung weltweit zu ermöglichen.

 

Die Zielsetzung macht deutlich, dass Abwasser kein Abfall ist, der einfach nur entsorgt werden muss. Stattdessen wird klar unterstrichen, dass Abwasser eine wichtige Ressource darstellt und – wieder aufbereitet – als ein unentbehrlicher Ersatz für Frischwasser in der Landwirtschaft und in der Industrie genutzt werden muss. Darüber hinaus wird auch die erneute Verwendung von Inhaltsstoffen des Abwassers thematisiert. Diese könnten beispielsweise als Nährstoffe bei der Produktion von Düngemitteln eingesetzt werden.

 

 

In Wasser investieren – Lebensgrundlagen bewahren

Wasser ist wertvoll und bereits heute eine erbittert umkämpfte Ressource. Während die Weltbevölkerung weiter anwächst – mittlerweile gehen Experten von 10 Milliarden Menschen im Jahr 2050 aus – sinken die Süßwasservorräte der Erde. Ursache dafür ist nicht zuletzt die Klimakrise, aber auch der generelle Raubbau an Natur leistet einen Beitrag an der Verknappung des lebenswichtigen Guts.

 

Vor diesem eher Hintergrund, entwickeln sich Geldanlagen in diesem Bereich sehr gut. Eine Investition in die wertvolle Ressource Wasser ist daher in vielerlei Hinsicht sinnvoll. Unter ökologischen und ethischen Gesichtspunkten können so die Umwelt geschützt und das Menschenrecht auf sauberes Wasser unterstützt werden. Darüber hinaus versprechen Wasserinvestments sehr gute Erträge und nutzen so auch direkt den Anlegern.

 

Wer sich für eine Geldanlage im Bereich Wasser entscheidet, hilft aktiv dabei mit, die Wasserversorgung weltweit sicherzustellen. Im Rahmen der unterschiedlichen Wasserfonds werden Unternehmen gefördert, die mit verschiedenen Technologien einen Beitrag dazu leisten, dem weltweiten Wassermangel zu begegnen. Vielfach engagiert sind – passend zum Thema Abwasser des Weltwassertages – Hersteller von Filtersystemen, Reinigungsanlagen und Rohrleitungen. Ebenfalls interessant sind Firmen, die sich der Wassergewinnung verschrieben haben. Dazu zählen beispielsweisen Meerwasserentsalzungsanlagen oder auch Pumpenhersteller für den Brunnenbau.

 

 

Nachhaltige Investments müssen nicht kompliziert sein

Die passenden Geldanlagen zu finden ist dabei nicht schwer, wenn man sich auf einen erfahrenen Finanzexperten verlassen kann, der die gleichen ethischen und ökologischen Ansprüchen vertritt, wie der Anleger.

 

 

Grünes Geld, hat als unabhängiger Finanzdienstleister für nachhaltige Geldanlagen ein Musterdepot  zusammengestellt, das die besten Wasserfonds im Markt umfasst. Dabei achtet Grünes Geld sowohl auf die inhaltliche Ausrichtung im Sinne einer grünen Geldanlage, als auch auf die Stabilität und Performance der Investments.

 

 

 

Carmen Junker

Verfasser des Beitrages: Carmen Junker ist Gründerin der Grünes Geld GmbH und Geschäftsführerin der Grünes Geld GmbH. Carmen Junker:“ Ein Grund mein berufliches Wirken speziell auf die Nachhaltige Geldanlage auszurichten ist, die Welt ein Stück positiver zu gestalten mit den Mitteln und Kenntnissen die mir zur Verfügung stehen. Aus der Verantwortung für die kommende Generation und weil ich selbst noch einige Jahre auf diesem schönen Planeten verbringen möchte“.

 

 

Nachhaltige Branchen 2 – Pharmabranche

Dienstag, 21. März 2017
Zusammenfassung: Die Pharmabranche steht aufgrund verschiedener Skandale in der Vergangenheit generell unter einem starken Rechtfertigungsdruck.  Daher sind die Unternehmen besonders gefordert, wenn es um Faktoren der Nachhaltigkeit geht. Entsprechend haben sich Großkonzerne in den vergangenen Jahren verstärkt engagiert und beim Ranking der Nachhaltigkeitsberichte gute Ergebnisse erzielen können. Der anfängliche Elan der gesamten Branche hat jedoch etwas nachgelassen. Dennoch gibt es auch hier viele engagierte Unternehmen, die sich ehrgeizige Nachhaltigkeitsziele gesetzt haben und diese konsequent umsetzen.

 

 

Bittere Pillen – die Pharmabranche hat in Sachen Nachhaltigkeit Nachholbedarf.

Nachhaltigkeit ist in den Fokus des gesellschaftlichen Interesses gerückt. Die unternehmerische Sozialverantwortung hat unter dem Begriff der Corporate Social Responsibility (CRS) einen festen Platz in der Unternehmensführung gefunden. Entsprechend kann sich kaum ein Unternehmen dieser Verantwortung entziehen und mit reiner Profitgier und Billiglöhnen langfristig erfolgreich im Markt agieren. Neben dem vielbeschworenen Shareholder Value müssen ganz klar auch Menschenrechte, Arbeits-, Sozial- und Umweltbelange im Wirtschaften mit einbezogen werden. Schließlich wollen Anleger ihr Geld zunehmend ethisch und ökologisch investieren.

 

Wie Unternehmen der gesellschaftlichen Forderung nach mehr Nachhaltigkeit begegnen, sieht in der Praxis sehr unterschiedlich aus. Großkonzerne veröffentlichen Nachhaltigkeitsberichte, häufig integriert in den jährlichen Geschäftsbericht. Kleine und mittlere Unternehmen stehen dagegen nicht so stark im Mittelpunkt des öffentlichen Interesses. Aber auch – oder gerade – hier, wurden ausgezeichnete Nachhaltigkeitskonzepte entwickelt und umgesetzt.

 

 

Lieferketten kaum transparent

Einen breiten Überblick – inklusive eines Rankings der Nachhaltigkeitsberichte von Großunternehmen – präsentiert das Institut für ökologische Wirtschaftsforschung gemeinsam mit dem Unternehmensverband „future – verantwortung – unternehmen“. Gefördert wird die Studie vom Bundesministerium für Arbeit und Soziales.

 

Ernüchterndes Fazit des Rankings der Nachhaltigkeitsberichte ist, dass die Nachhaltigkeit innerhalb der Lieferkette von keiner Branche umfassend abgebildet werden kann. Mehr als die Hälfte er Unternehmen geben keinerlei Auskunft über Beschaffungsquellen und Lieferanten. Entsprechend intransparent bleibt, wie ethische und ökologische Standards bei multinationalen Zuliefern umgesetzt und werden.

 

 

Pharmabranche reagiert zögernd auf Nachhaltigkeitsanforderungen

Gerade die Chemie- und Pharmabranche steht unter einem besonderen Druck, ihre Nachhaltigkeitsanstrengungen offen zu legen. Diesen Erwartungen hat die Branche in der Vergangenheit zunehmend entsprochen und konnte sich in den letzten Jahren mit den besten Nachhaltigkeitsberichten innerhalb der Rankings gut platzieren. Beim letzten Ranking der Nachhaltigkeitsberichte lag die Pharmabranche jedoch nur noch leicht unter dem Gesamtdurchschnitt.

 

Als bestes Pharmaunternehmen hat dabei Bayer abgeschnitten. Der Leverkusener Pharma- und Chemiekonzern ist in verschiedenen Nachhaltigkeitsindizes, wie beispielsweise dem Dow Jones Sustainability Index (DJSI World), vertreten und wird dort sehr gut bewertet. Spätestens jedoch seit der Großfusion von Bayer mit Monsanto in der Agrar-Sparte des Konzerns, ist das Unternehmen für sozial-ethische Investoren problematisch geworden.

 

 

Nachhaltigkeit in der freien Wirtschaft – Gegensätze aufheben

Bei der Bewertung der Nachhaltigkeit steht die Erhaltung der Umwelt als ganzes komplexes System im Vordergrund. Die Bewahrung der Natur, Schutz des Wassers, verantwortungsvoller Umgang mit den natürlichen Ressourcen zählen genauso dazu wie der faire Umgang mit den Mitarbeitern, soziale Leistungen, Gesundheitsvorsorge und Arbeitssicherheit. Anforderungen, die im klassischen liberalen ökonomischen System eher als Gegenposition zum gewinnorientierten Wirtschaften gesehen wurden.

 

Nachhaltigkeit kann aber durchaus auch ein integrativer Bestandteil der Unternehmensphilosophie sein. Denn die Werte der freien Wirtschaft schließen eine soziale und ökologische Verantwortung nicht zwingend aus. Im Gegenteil, die moderne Wirtschaftswissenschaft geht davon aus, dass ein Ausbalancieren der Interessen für Stabilität sorgt und sich positiv auf den wirtschaftlichen Erfolg des Unternehmens auswirkt. Eine nachhaltige Unternehmensführung setzt sich daher drei Ziele: den wirtschaftlichen Erfolg, eine soziale Unternehmensführung sowie eine ausgeglichene Ökobilanz. Ohne das effektive Zusammenspiel zwischen Mensch, Umwelt und Profit geht es nicht.

 

 

Die zwei Gesichter der Pharmabranche

Gewissenlose Gewinnmaximierung und Profitgier sind originär kein Merkmal des klassischen Wirtschaftens sondern eher Nebenwirkungen eines extremen Manchesterkapitalismus. Der ehrbare Kaufmann dagegen war von jeher dem langfristigen wirtschaftlichen Erfolg verpflichtet, nicht dem schnellen Gewinn.

 

Die Pharmabranche nimmt in der Betrachtung der Nachhaltigkeit eine besondere Position ein: Auf der einen Seite steht die wichtige soziale Bedeutung der Pharmazie für den Menschen: Effektive Gesundheitsvorsorge, heilen von Krankheiten und Linderung von Schmerzen.

 

Auf der anderen Seite stehen die vielfältigen Kritikpunkte an der Branche und damit verbunden die negativen Auswirkungen auf Mensch und Umwelt. Zudem liefert die Pharmabranche immer wieder Stoff für unzählige Skandale, die seit Jahrzehnten durch die Medien gehen.

 

 

Hürden auf dem Weg zu mehr Nachhaltigkeit

Zu Risiken und Nebenwirkungen geben die Pharmakonzerne ungerne Auskunft

Die kritischen Handlungsfelder der Pharmabranche sind vielfältig und stehen einer echten Nachhaltigkeit bislang im Wege.

 

Da sind zuerst einmal die Fragen nach der Wirksamkeit und Verträglichkeit der Medikamente generell, ein Thema, dass in der westlichen Welt immer wieder die Gemüter erregt. Typisch für die Pharmabranche sind verharmlosende Werbeaussagen zu Risiken und Versprechungen zur Wirksamkeit. Darüber hinaus steht auch das enge und intransparente Zusammenspiel mit Ärzten sowie eine genereller Hang zum Lobbyismus.

 

Hinzu kommen ethische Fragen der Entwicklung von Medikamenten. Wer unter seltenen Erkrankungen leidet, hat geringere Chancen auf eine passende Medikamentierung. Denn in der medizinischen Forschung gilt das alte Gesetz von Angebot und Nachfrage jenseits des Hypokratischen Eids. Dagegen steht eine fast unüberschaubare Vielzahl an Medikamenten gegen die häufigen Herz-Kreislauf-Erkrankungen. Auch neue Produkte gegen Krebs haben gute Marktchancen.

 

Problematischer sieht es für Krankheiten in den armen Regionen der Welt aus. Auf diese Kritik haben führende Pharmaunternehmen teilweise reagiert und Malaria-Medikamente zum Selbstkostenpreis geliefert oder sich bei der Bekämpfung von Tuberkulose und Polio engagiert. Klar ist allerdings hier, dass diese Aktionen zwar durchaus den betroffenen Menschen dienen, in erster Linie aber auch dem Imagegewinn der jeweiligen Unternehmen. Wie weit sich die Unternehmen ihrer globalen Verantwortung stellen, zeigt sich darin, inwieweit der arme Teil der Bevölkerung generell einen Zugang zu günstigen Medikamenten hat. Hier verzögert das lange Festhalten an Patenten durchaus die Entwicklung günstiger Generika. Fakt bleibt auch, dass verbreitete Krankheiten in den Entwicklungsländern wenig Gewinn versprechen. Entsprechend fällt der Anteil von passenden Medikamenten im Vergleich zum gesamten Produktportfolio der Konzerne verschwindend gering aus.

 

Auch in den Phasen der Erprobung und Zulassung neuer Medikamente steht die Pharmabranche im Verdacht, Flecken auf ihrem weißen Kittel zu haben. Da sind zum einen Medikamententests an Personen, die nicht in der Lages sind, einem Versuch zuzustimmen. Dazu wurden Beispiele aus den 50er und 60er Jahren bekannt, in denen Medikamente an Heimkindern erprobt wurden. Aktuelleren Datums sind Medikamententests mit Menschen in Entwicklungs- und Schwellenländern, denn hier haben die Probanden kaum eine wirtschaftliche Alternative, geschweige denn eine ausreichende Aufklärung zu den Risiken und Nebenwirkungen. Hinzu kommt, dass auch innerhalb dieser Staaten kaum Kontrollen und Regulierungen bestehen. Viele Großkonzerne verpflichten sich zu hohen globalen Standards, geben aber keine Informationen zu den konkreten Aktivitäten in diesem Bereich.

 

Tierversuche und genmanipulierende Experimente an Tieren stehen in der Pharmabranche noch immer an der Tagesordnung. Sie werden zwar von einer breiten Öffentlichkeit als das quasi „kleinere Übel“ akzeptiert, sind aber dennoch heftig umstritten. Hinzu kommt, dass die Übertragbarkeit der Ergebnissen vom Tier auf den menschlichen Patienten durchaus fragwürdig ist. Auch Wissenschaftler kritisieren mittlerweile die massenhaften Tierversuche und verweisen auf die exakteren Messergebnisse, die Versuche mit Multiorganchips erzielen.

 

Nachhaltigkeit in der Pharmaindustrie umfasst selbstverständlich auch die Fragen nach dem Energieverbrauch, den anfallenden Abfällen und Schadstoffen bei der Produktion und der Belastung der Gewässer. Erfreulich ist, dass in diesem Bereich viele Pharmaunternehmen bereits sehr nachhaltig wirtschaften und ein hohes Niveau im Bereich des Umweltschutzes erreichen. Das ist nicht verwunderlich, denn gerade dieser Aspekt wird häufig mit nachhaltigem Wirtschaften gleichgesetzt, ist durch ein unternehmensweites Umweltkonzept gut umsetzbar, spart teilweise deutlich Kosten und bringen eine gute Presse.

 

 

Herausforderungen Nachhaltigkeit annehmen

Laut einer Analyse von oekom research zeigt sich die Pharmabranche in Sachen Nachhaltigkeit doch weiterhin eher träge und reagiert mehr auf die Entwicklungen als diese mit voranzubringen.

 

Pharmaunternehmen sind daher besonders gefordert, so die Analysten, ihre Handlungsspielräume verstärkt zu nutzen und der besonderen Herausforderungen Nachhaltigkeit gezielt zu begegnen. Ein wichtiger Schritt hierzu ist eine verbesserte Transparenz der Unternehmen, ein stärkeres Engagement, Medikamente weltweit zugänglich zu machen und die Einhaltung internationaler Selbstbeschränkungen in den Bereichen Marketing und Vertrieb.

 

Beispiele für nachhaltige Pharmaunternehmen

Einige Unternehmensführungen nehmen die Herausforderung Nachhaltigkeit an und integrieren einzelne Ziele in die Konzernstrategie. So haben sich mittlerweile mehrere Unternehmen der Pharmabranche ehrgeizige Ziele zu ihrem Wasserverbrauch gesetzt. Dass die Branche hier noch einen weiten Weg vor sich hat, zeigt sich in dem Punkt, dass noch immer Medikamentenrückstände im Trinkwasser nachgewiesen werden, jedoch fast kein Unternehmen Grenzwerte für Rückstände veröffentlicht und diese konsequent einhält.

 

Dass sich eine Nachhaltigkeitsstrategie nicht auf das Installieren einzelner Umweltprojekte beschränkt, zeigte das französische Familienunternehmen Boiron, das sich auf homöopathische Arzneimittel spezialisiert hat. Das Unternehmen folgt konsequent seinen anspruchsvollen ethischen und ökologischen Standards und agiert auch ökonomisch nachhaltig im Markt. Boiron wird im Öko-Nachhaltigkeitsindex nx-25 gelistet und ist dort das einzige Pharmaunternehmen.

 

 

Bei Investitionen das Unternehmen in den Mittelpunkt rücken

Es gibt zwar eindeutig Tendenzen, dass bestimmte Branchen Nachhaltigkeitsziele stärker oder schwächer verfolgen. Generell muss jedoch immer das einzelne Unternehmen genauer betrachtet werden.

 

Gerade für Anleger, die ihr Geld ethisch und ökologisch investieren wollen, ist es wichtig, diese Differenzierung verantwortungsvoll vorzunehmen. Denn Anleger, die vielleicht anfangs den Pharmabereich völlig aus ihrem Portfolio ausgeschlossen haben, können sich mit Investitionen bei Homöopathie-Unternehmen wiederum sehr gut identifizieren.

 

Gute Beratung ist hier natürlich das A und O. Grünes Geld, erfahrener Experte für nachhaltige Geldanlagen, bietet seinen Kunden mehr als 300 ethische und ökologische Investments. So findet jeder Anlegertyp sein passendes Portfolio.

 

 

Portraitfoto Gerd Junker Gerd Junker ist Co-Gründer und Geschäftsführer der Grünes Geld GmbH. Gerd Junker: „Wir leben was wir tun! Und das ist ganz einfach, denn der doppelte Nutzen von grünen Geldanlagen ist überzeugend – die Welt verbessern und Rendite erhalten.“ Mehr zu ihm und Grünes Geld auf auf Xing, Facebook oder Twitter.

7 Tipps für einen umweltfreundlichen Frühjahrsputz

Freitag, 17. März 2017
Zusammenfassung: Der Frühling steht vor der Tür, höchste Zeit für einen ausgiebigen Frühjahrsputz. Immerhin rund die Hälfte aller Deutschen bringt zur lauen Jahreszeit ihr Zuhause in Ordnung. Besonders gut für die Umwelt sind ökologisch unbedenkliche Hausmittel und eine sinnvolle Entsorgung von überflüssigen Dingen. Am einfachsten geht es mit den 7 Tipps für einen umweltfreundlichen Frühjahrsputz. Nicht vergessen werden sollte auch die regelmäßige Durchsicht von Finanzunterlagen.

 

 

Umweltfreundliche Putzmittel sind preisgünstig und wirkungsvoll.

Bewegung im Alltag – ein Dauerbrenner, wenn es um Fitness und Gesundheit geht. Wer jetzt im Frühjahr Wohnung, Haus oder Garten entrümpelt, aufräumt und putzt, hat bereits ein umfassendes und anspruchsvolles Workout absolviert. Und wer den Frühjahrsputz als Fitnessprogramm sieht, wird sicher mit mehr Lust und Laune ans Werk gehen. Schließlich zählt die Hausarbeit nicht gerade zu den Lieblingsbeschäftigungen der meisten Menschen. Der Grund dafür liegt auch in der ständigen Wiederholung der gleichen Tätigkeiten ohne sichtbaren und nachhaltigen Erfolg. Ein umfangreicher Frühjahrsputz dagegen geht – abseits von den kleinen alltäglichen Verrichtungen – den Weg der großen Lösungen und zeigt so auch länger eine positive Wirkung.

 

 

Ist Frühjahrsputz noch „in“?

Ist ein Frühjahrsputz überhaupt noch ein zeitgemäßes Thema? Schließlich wollen es doch die meisten Menschen das ganze Jahr über sauber, gemütlich und aufgeräumt haben. Das schon, aber ein „offizieller“ Frühjahrsputz treibt auch die letzten Wintergedanken aus den eigenen vier Wänden und ist natürlich auch eine gute Gelegenheit, mal wieder richtig auszumisten und aufzuräumen. Ein durchaus aktuelles Thema in den Zeiten des „leichten Gepäcks“. Darüber hinaus ist seit einigen Jahren eine neuerwachtes Interesse an häuslichen Tätigkeiten zu verzeichnen. Kochen, backen, dekorieren und reparieren liegt im Trend. Interessanterweise zieht sich die Begeisterung für häusliches Do-it-yourself durch sämtliche Altersklassen. Gerade jünger Menschen lieben Life-Hacks im Internet, die eigentlich den klassischen Hauhaltstipps der gängigen Illustrierten sehr ähnlich sind.

 

Dass der Frühjahrsputz also noch immer seine Berechtigung hat, belegen auch Umfragen: Denen zufolge entscheidet sich gut die Hälfte der Deutschen für ein Großreinemachen im Frühjahr. Gut für Mensch und Natur: umweltfreundliche und bewährte Hausmittel und Gerätschaften zu benutzen.

 

 

7 gute Ideen für einen umweltfreundlichen Frühjahrsputz

 

  1. Aufräumen und Ausmisten: Am Anfang war das Chaos

Vor dem Putzen steht das Aufräumen. Und das macht vielen besonders viel Arbeit. Viele Blogs und Bücher befassen sich mittlerweile mit diesem heiklen Thema, denn auch abseits der klinischen Diagnose des Messie-Syndroms haben viele Menschen Schwierigkeiten, Dinge aufzuräumen oder sich völlig von ihnen zu trennen. Dabei greift die alte Weisheit, dass man „alles irgendwann einmal gebrauchen könnte“, zu kurz. Schließlich verfügt kaum jemand über einen weitläufigen Dachboden eines alten Bauernhauses, in dem dann nach Jahrzehnten wertvolle Schätze wiederentdeckt werden. Vielmehr sieht es in der Praxis so aus, dass Keller und Abstellräume vollgestopft werden mit alter Kleidung, ausrangierten Elektrogeräten, ausgelesenen Büchern oder Kinderspielsachen. Nachhaltiger ist es aber, wenn Dinge hier und heute benutzt werden. So wird weniger produziert und es wird kein wertvoller Aufbewahrungsraum beansprucht. Wer also im Frühjahr aufräumt, sollte vor allem eine Kunst erlernen und beherrschen: das Loslassen!

 

 

Wer diese mentale Hürde genommen hat, besorgt sich einige Kisten und sortiert nach dem bewährten Prinzip, das in nahezu allen Ratgebern empfohlen wird: verkaufen, verschenken, entsorgen und behalten. Die Tücke des Systems liegt darin, dass nach getaner Arbeit neue Aufgaben warten. So müssen die Verkäufe organisiert, Geschenke und Spenden abgeliefert oder der kommunale Wertstoffhof aufgesucht werden. Hier empfiehlt es sich, eine Liste anzufertigen, die einzelnen Schritte mit Terminen zu versehen und einen alternativen Plan zu bedenken. Beispielsweise kann sich das alte Kinderbett als unverkäuflich herausstellen. Hier gilt es dann, die Gesetze des Marktes zu respektieren und das Möbelstück lieber an eine karitative Einrichtung vor Ort zu spenden, als wieder in die Abstellkammer zu bringen.

 

Die größte Falle lauert allerdings in der Kiste mit den Dingen, die bleiben sollen. Auch hier ist es gut, genau zu überlegen, welchen Platz die Dinge erhalten sollen, ob etwas repariert werden muss oder ob sich ein kreatives Upcycling anbietet. Repair-Cafés und Upcycling-Blogs geben hier vielfältige Anregungen. Wer diese gewaltigen Herausforderungen im Haushalt bewältigt hat, kann sich beherzt dem Saubermachen widmen.

 

 

  1. Konsumfalle: Neue Besen kehren gut?

Neue Besen kehren gut – alte aber auch!

Eimer, Staubsauger, Besen und Putztücher sind eigentlich in jedem Haushalt zu finden. Dennoch gibt es auch bei den Haushaltsgeräten in diesem Bereich ständig Innovationen. Im konventionellen Bereich sind das die unterschiedlichsten Wisch-Systeme, die das Auswringen automatisieren sowie eine unüberschaubare Menge an Tücher, Lappen und Schwämmen. Im technischen Bereich werden Saugroboter, elektrische Fensterputzer und Dampfreiniger angeboten. Alle Geräte müssen aber auch weiterhin von Menschenhand bedient und gepflegt werden. In der Putzleistung sind sie der klassischen Handarbeit im Allgemeinen nicht überlegen.

 

Die kostspieligen Geräte rechnen sich darüber hinaus eher im professionellen Einsatz. Wer dennoch nicht auf Hightech-Haushaltshelfer verzichten will, muss diese nicht unbedingt kaufen. Dampfreiniger und Hochleistungssauger werden auch von vielen Baumärkten verliehen. Auf diese Weise können technikbegeisterte Frühjahrsputzer ohne großen Aufwand immer das neueste Modell nutzen. Geräte, die wirklich häufiger zum Einsatz kommen, können auch mit befreundeten Haushalten gemeinsam angeschafft und geteilt werden.

 

 

  1. Die kleine Chemiestunde – Keine Angst vor Hausmitteln

Die Wohnung ist aufgeräumt, Schrubber, Besen und Co. stehen bereit – jetzt kann es sofort losgehen mit dem eigentlichen Frühjahrsputz. Mit Muskelkraft, heißem Wasser und etwas Druck verschwindet zwar der meiste Schmutz, einfacher geht es allerdings mit Unterstützung eines passenden Putzmittels. Hier erleben erfreulicherweise viele alte Hausmittel eine Renaissance, denn konventionelle Putzmittel belasten die Umwelt stark.

 

Für einen umweltfreundlichen Frühjahrsputz werden drei Substanzen benötigt: Natriumhydrogencarbonat, E330 und E260. Was für Nicht-Chemiker unheilvoll klingt, ist nur für Schmutz und Ablagerungen gefährlich, denn hinter den eindrucksvollen Begriffen verbergen sich Natron (auch bekannt als Soda und als Bestandteil des Backpulvers), Zitronensäue und Essigsäure. Zusammen mit warmem Wasser und waschbaren Putzlappen, lässt sich so das gesamte Haus effektiv und umweltfreundlich säubern.

 

Natron wirkt als Allzweckwaffe gegen Fett und kann so zum Putzen und Spülen verwendet werden. Gute Erfolge verzeichnet Natron auch als Zusatz zur Weißwäsche. Chemisch eindrucksvoll ist auch das Zusammenspiel von Natron und Haushaltsessig. Das schäumende Gemisch wirkt Wunder bei angebrannten Töpfen und ist auch ein ausgezeichneter Rohrreiniger.

 

Gegen lästige Kalkablagerungen in Küche und Bad hilft es, Waschbecken, Kacheln und Armaturen regelmäßig trocken zu wischen und die Dusche mit einem Abzieher zu trocknen. Für alle, die das über das Jahr doch häufiger versäumen, eignet sich eine Behandlung mit Essig oder Zitronensäure. Welche Säure eingesetzt wird, ist eine Geschmacks- beziehungsweise Geruchsfrage. Ein guter Schuss ins Putzwasser genügt. Das Mittel eignet sich auch als WC-Reiniger und zum Fensterputzen. Für stark verschmutzte Fensterscheiben bietet sich allerdings auch denaturiertes Ethanol an, besser bekannt als Spiritus. Der Alkohol reinigt zuverlässig und verdunstet rasch, so dass Glasscheiben streifenfrei sauber werden.

 

 

  1. Putzmittel – Man muss ja nicht alles selbst machen

Strahlend sauber in den Frühling!

Natürlich muss niemand seine Reinigungsmittel selbst mischen, um umweltfreundlich zu putzen. Allerdings sollte beim Kauf von Putzmitteln darauf geachtet werden, welche Substanzen zum Einsatz kommen und wie sich diese auf die Umwelt auswirken. Gerade bei Putzmitteln sind Werbeversprechungen mit besonderer Vorsicht zu genießen, denn hinter manchem Wundermittel steckt eine regelrechte Giftschleuder. Konventionelle Reinigungsmittel sind entsprechend häufig schädlich für Natur und Mensch. Viele waschaktive Substanzen werden auf Basis von Mineralöl hergestellt und belasten schon bei der Gewinnung und Produktion unnötig die Umwelt. Was in einem Krankenhaus Pflicht ist, ist im privaten Haushalt überflüssig: antibakterielle Reiniger und Desinfektionsmittel zerstören wichtige Mikroorganismen und haben in einer ökologischen Putzkiste nichts zu suchen. Allergien sind auf dem Vormarsch. Verantwortlich ist dafür nicht die mangelnde Hygiene, sondern oft unnötige synthetische Tenside aus Reinigungsmitteln, die Haut und Schleimhäute austrocknen.

 

In eine gute Ökoputzkiste gehören Reinigungsmittel ohne Duft-, Farb- und Konservierungsstoffe. Die waschwirksamen Tenside der Produkte stammen aus nachwachsenden Rohstoffen, also aus Fetten und Zucker aus biologischem Anbau. Aber auch hier lohnt sich der kritische Blick auf die Angabe der Inhaltsstoffe. Gerade das klimaschädliche Palmöl sollte in den Putzmitteln nicht enthalten sein. Gute ökologische Putzmittel basieren im Allgemeinen auf den gleichen Substanzen, wie die selbstgemixten Produkte, also Essig, Zitronensäure, Natron und Spiritus.

 

  1. Haushaltshilfe – Unterstützung tut gut

Umweltfreundliche Putzmittel und Arbeitsgeräte stehen bereit, dennoch kommt beim sauber machen nicht die Sonderkonditionen mit den Grünes Geld Newsrechte Freude auf. Wenn auch die alte Devise „mit Musik geht alles besser“ nicht hilft, ist tatkräftige Unterstützung gefragt. Ein „Putzparty“ mit der gesamten Familie ist für einige sicher eine gute Möglichkeit – aber sicher nicht für alle. Wer trotzdem nicht alleine putzen will oder kann, sollte auf professionelle Unterstützung zurück greifen. Viele Agenturen für Hauspersonal vermitteln ihre Kräfte auch für einzelne Termine. Die besonderen Vorteile dieser Lösung: eine professionelle Putzkraft reinigt Böden und Fenster ohne sich von anderen möglichen Tätigkeiten im Haus ablenken zu lassen. Darüber hinaus sind die Kosten für diese haushaltsnahe Dienstleistung steuerlich absetzbar. Bis zu 20 Prozent, höchstens jedoch 4.000 Euro im Jahr, können in der Einkommenssteuererklärung geltend gemacht werden. Wichtig ist, dass eine Rechnung ausgestellt und bargeldlos bezahlt wurde.

 

 

  1. Raus ins Freie

Alles aufgeräumt, entrümpelt und herrlich sauber – jetzt heißt es, den Zustand so lange wie möglich zu bewahren. Das fällt in der helleren und wärmeren Jahreszeit nicht allzu schwer, denn wer sich jetzt viel im Freien aufhält, hat wenig Gelegenheit, für Unordnung und eine erneute Anhäufung von Dingen zu sorgen. Wer stattdessen Frühlingszweige und Wiesenblumen ins Haus bringt, verschönert die eigenen vier Wände umweltfreundlich und ohne besondere Anschaffungen.

 

 

  1. Die äußere und die innere Ordnung

Nach getaner Arbeit zurücklehnen und entspannen – das macht im frisch aufgeräumten Zuhause besonders viel Spaß. Aber nicht nur die Wohnung muss regelmäßig aufgeräumt werden, auch Schreibtisch, Ordner und viele wichtige Unterlagen sollten regelmäßig durchgesehen werden. Schließlich ist es wichtig, dass beispielsweise laufende Versicherungen noch zur Lebenssituation passen. Oder, dass sich Geldanlagen sich positiv entwickeln.

 

Grünes Geld, erfahrener Anbieter ethischer und ökologischer Geldanlagen hilft Ihnen, in Ihrem Portfolio Ordnung zu schaffen. Mit mehr als 300 nachhaltigen Investments, die eine gute Rendite versprechen. Machen Sie den Grünes Geld Test.

 

 

Carmen Junker

Verfasser des Beitrages: Carmen Junker ist Gründerin der Grünes Geld GmbH und Geschäftsführerin der Grünes Geld GmbH. Carmen Junker:“ Ein Grund mein berufliches Wirken speziell auf die Nachhaltige Geldanlage auszurichten ist, die Welt ein Stück positiver zu gestalten mit den Mitteln und Kenntnissen die mir zur Verfügung stehen. Aus der Verantwortung für die kommende Generation und weil ich selbst noch einige Jahre auf diesem schönen Planeten verbringen möchte“.

 

 

 

Nachhaltige Staaten – Naher Osten und Nordafrika

Dienstag, 14. März 2017
Zusammenfassung: Die Vereinten Nationen haben 17 Nachhaltigkeitsziele verabschiedet, die alle Staaten der Welt bis 2030 umgesetzt haben sollen. Während die westlichen Staaten die ersten 50 Plätze im Ranking der Zielerreichung einnehmen, stehen viele Staaten Afrikas und Asiens vor der Herausforderung, grundlegende Ziele wie Armutsbekämpfung und Wasserversorgung zu erreichen. Der vierte Teil der Serie zu nachhaltigen Staaten richtet seinen Blick auf die Länder des Nahen Ostens und Nordafrikas.

 

 

Die MENA-Staaten – das Mittelmeer trennt und verbindet.

Nachhaltige Entwicklung (Sustainable Development Goals, SDG) weltweit, so lautet das große Ziel der Vereinten Nationen, deren Mitgliedstaaten drei Jahre lang eine umfassende Agenda zum Thema entwickelt haben. Aufgeteilt in 17 Teilziele geht es dabei um die großen Herausforderungen der Zeit. Bis zum Jahr 2030 sind die Länder aufgefordert, die für alle gleichermaßen relevanten ökonomischen, ökologischen und sozialen Ziele zu erreichen. Konkret sind das unter anderem ein nachhaltiges Wirtschaftswachstum in den einzelnen Staaten zu entwickeln, Armut und Hunger zu bekämpfen, Bildung und Chancengleichheit für alle auf den Weg zu bringen und nicht zuletzt Umweltzerstörung und Klimawandel Einhalt zu gebieten.

 

Ihrer extrem ungleichen Ausgangslagen geschuldet, gehen die UN-Mitgliedstaaten die Herausforderung unterschiedlich an. In unserer Serie „Nachhaltige Staaten“ haben wir bereits einige Wege vorgestellt. Skandinavien hat vieles erfolgreich umgesetzt und ist bei Erreichung der Nachhaltigkeitsziele weltweit führend. Deutschland, Österreich und die Schweiz sind gut unter den ersten zehn Staaten platziert und auch die übrigen westeuropäischen Länder sind auf den vorderen Plätzen des SDG-Rankings zu finden. Selbst die USA nehmen mit Platz 25 angesichts ihrer hohen CO2-Emissionen noch einen respektablen Platz ein.

 

Wie sieht es aber mit der nachhaltigen Entwicklung im Nahen Osten und Nordafrika aus? Welchen Stellenwert hat die Erreichung der Nachhaltigkeitsziele in den krisengeschüttelten Staaten des Maghreb (Algerien, Libyen, Mauretanien, Marokko und Tunesien) auf der politischen Agenda und auf welche Punkte konzentrieren sich die einzelnen Länder? Beispielsweise hat Marokko als Gastgeber der UN-Klimakonferenz COP 22 im vergangenen November positive Signale in die Welt gesendet und bereits einige ambitionierte Anstrengungen unternommen, die lokale Energieversorgung mittelfristig vollständig aus regenerativen Quellen decken zu können. Im vierten Teil unserer Serie werfen wir also einen exemplarischen Blick auf einige MENA-Staaten (Middle East and North Africa).

 

 

Naher Osten und Nordafrika – So nah und doch so fern

Die  MENA-Region Naher Osten und Nordafrika erstreckt sich im süd-östlichen Mittelmeerraum von Marokko bis in den Iran. Dort leben insgesamt rund 380 Millionen Menschen. Besondere Herausforderungen der Region sind das Bevölkerungswachstum, steigende Arbeitslosigkeit und knappe Ressourcen.

 

Seit Ende 2010 ist ein politischer Wandel in vielen Staaten des Nahen Ostens und Nordafrikas spürbar geworden. Bis dahin wurden viele der Länder autoritär regiert und viele Grundrechte stark beschnitten. Intransparente Entscheidungen, mangelnde Informationen, strenge Reglementierungen der Medien und eine stark eingeschränkte Organisationsfreiheit machten eine politische Mitbestimmung der Bevölkerung schwierig bis unmöglich. Darüber hinaus waren und sind Frauen aufgrund gewachsener patriarchalischer Strukturen wirtschaftlich und sozial stark benachteiligt.

 

 

Vom arabischen Frühling zum islamistischen Winter?

Die Forderungen von Millionen Menschen nach einer umfassenden Demokratisierung der Gesellschaft führten in vier Staaten zu einem Sturz des bis dahin bestehenden autokratischen Regimes. 2011 wurden die Machthaber in Tunesien, Ägypten, im Jemen und in Lybien abgelöst. Der gesellschaftliche Umbruch ist jedoch auch weiterhin schwierig und trifft auf die gegenläufige Entwicklung einer radikalen Islamisierung. Entsprechend muss sich die Region auch weiterhin mit vielfältigen Problemen auseinandersetzen. Die Länder erreichen daher bei der Bewertung des UN-Nachhaltigkeitsziels „Frieden und Gerechtigkeit“ maximal mittelmäßige Werte.

 

 

Wirtschaftliche Entwicklung in der Region

Die unterschiedlichen Länder Nordafrikas und des Nahen Ostens sind kaum unter einen Hut zu bringen.

Wie sich die Wirtschaft in den einzelnen Ländern künftig entwickeln wird, steht in starker Abhängigkeit von der politischen Stabilität. Fakt ist, dass bislang der Erdölexport sowie der Tourismus die beiden wichtigsten Säulen der Volkswirtschaften bildeten. Sowohl Landwirtschaft, als auch verarbeitende Industrie leisten keinen nennenswerten Beitrag zum Bruttoinlandsprodukt.

 

Dabei wird der Maghreb weltweit als wirtschaftlich am schlechtesten integrierte Weltregion bewertet. Exporte sind einseitig auf Europa ausgerichtet, während untereinander kaum wirtschaftliche Beziehungen bestehen. Diese wären auch schwierig, denn die in den 90er Jahren geplante Freihandelszone zwischen den fünf Ländern wurde wegen anhaltender politischer Differenzen nie realisiert. Dem entsprechend sind diese Länder vom UN-Nachhaltigkeitsziels „nachhaltiges Wirtschaftswachstum“ noch weit entfernt.

 

Sehr gute Ergebnisse erzielen hier jedoch durchaus einige MENA-Staaten. Für Kuwait und die Vereinigten Arabischen Emirate steht hier bereits die Ampel auf grün. Überhaupt werden die wohlhabenden Golfstaaten viele UN-Entwicklungsziele gut erreichen können. Schwieriger wird es in den extrem armen Regionen wie beispielsweise dem Jemen, der zudem enorm unter dem Wassermangel leiden muss.

 

Ein weiterer Hemmschuh für die nachhaltige Entwicklung in vielen MENA-Staaten sind die andauernden, teilweise auch wechselnden Krisenherde. Zum einen die langanhaltenden Konflikte zwischen Israel und den palästinensischen Gebieten, zum anderen im Irak. Durch den blutigen Bürgerkrieg in Syrien ist seit 2011 eine weitere Krisenregion hinzugekommen. Darüber hinaus stehen Konflikte – besonders um die Rechte von Minderheiten – in vielen weiteren MENA-Staaten auf der Tagesordnung. Die politischen Unsicherheiten in den Konfliktstaaten strahlen mittlerweile als Bedrohung der Sicherheit auf die ganze Welt aus.

 

 

Wasserarmut betrifft die gesamte Region

Inwieweit Ideologien die Ursache für erbitterte Konflikte sind oder ob Kämpfe nicht doch aufgrund knapper Ressourcen wie Wasser, Erdöl und Erdgas entstehen, bleibt vorerst ungeklärt. Tatsache ist, dass die MENA-Region weltweit zu den wasserärmsten Gebieten der Welt zählt. Regen ist eine Seltenheit und aufgrund der hohen Temperaturen verdunstet Feuchtigkeit rasch. Wasserressourcen ergeben sich ausschließlich durch Flüsse und Seen, davon haben weniger als die Hälfte (43 Prozent) ihren Ursprung in der Region. Die intensive Nutzung der Wasserressourcen durch eine wachsende Bevölkerung hat bewirkt, dass der Grundwasserspiegel Nordafrikas und des Nahen Ostens bereits stark abgesunken ist. Das hat zur Folge, dass die Bevölkerung teilweise nicht mehr ausreichend mit Trinkwasser versorgt und in der Folge auch keine Landwirtschaft mehr betrieben werden kann.

 

Bei der Erreichung des UN-Nachhaltigkeitsziels „Wasserversorgung“ stehen die Ampeln bei den MENA-Staaten auf rot. Lediglich Marokko und der Libanon erreichen hier mittlere Werte.

 

Eine Verbesserung der Situation zeichnet sich nicht ab, denn hier macht sich die fortschreitende Klimakrise bereits bemerkbar. Die Temperaturen in der gesamten Region steigen an, die verheerende Trockenheit nimmt weiter zu und die Wüsten breiten sich weiter aus und bedrohen die Lebensgrundlagen der Menschen in allen Staaten.

 

 

Platzierungen der MENA-Staaten im SDG-Ranking

Nordeuropa konnte mit vielen erreichten Zielen in der nachhaltigen Entwicklung bislang souverän punkten, Mittel- und Südeuropa schlossen sich mehr oder weniger souverän an und auch die osteuropäischen Staaten sind unter den Top 50 zu finden. Extrem unterschiedlich fallen dagegen die Platzierungen der MENA-Staaten aus. Hier geht behauptet sich beispielsweise Israel auf Platz 29, Tunesien auf Platz 51, Saudi Arabien befindet sich auf Platz 85 und der Jemen liegt abgeschlagen auf Rang 137.

 

Deutlich wird dabei auch, dass besonders die ärmsten Länder der Welt die Schlusslichter des SDG-Rankings bilden, denn obwohl beispielsweise der Jemen einen geringen CO2-Ausstoß aufweisen kann (0,91 Tonnen pro Jahr und Einwohner), können die UN-Ziele wie die Beseitigung von Armut und Hunger, Zugang zu Wasser, Bildung, Gesundheitswesen und eine nachhaltige Entwicklung der Infrastruktur kaum erfüllt werden. Entsprechend stehen die reicheren Länder in der Pflicht, die ärmeren Staaten beim Erreichen der Nachhaltigkeitsziele zu unterstützen. Eine besondere Priorität muss dabei – gerade in der MENA-Region – im nachhaltigen Wassermanagement sowie in der Sicherstellung der Ernährung und der nachhaltigen Landwirtschaft gesetzt werden.

 

 

Marokko – Im Westen durchaus Neues

Im vergangenen Jahr tagte die Klimakonferenz COP 22 mit guten Ergebnissen in Marrakesch. Das westlichste der MENA-Staaten gilt als politisch stabil. Nach Forderungen nach Reformen und mehr Demokratie Anfang 2011 kam es zu einer „Sanften Revolution“ und eine gesellschaftliche Erneuerung wurde angestoßen.

 

Die Menschenrechtsorganisation Amnesty International bewertet Marokko nicht als sicheres Herkunftsland und beschreibt in seinem aktuellen Jahresbericht, dass der Staat auch weiterhin das Recht auf Meinungs-, Vereinigungs- und Versammlungsfreiheit stark einschränkt. Journalisten und Menschenrechtsanwälte sollen wegen ihrer Kritik an Staat und Verwaltung strafrechtlich belangt worden sein. Auch beim Nachhaltigkeitsziel der Gleichstellung der Geschlechter hat Marokko noch einen langen Weg vor sich. Gemäß einer Bewertung des Genfer Weltwirtschaftsforums, nimmt Marokko in Sachen Frauenrechten Platz 133 von 143 bewerteten Ländern ein.

 

Marokko belegt auf dem SDG-Ranking Rang 64, die Nachhaltigkeitsampel steht dabei 9 mal auf rot und 8 mal auf gelb. Wirtschaftlich bewegt sich Marokko in den üblichen Bereichen Erdöl und Tourismus. Allerdings nehmen auch Landwirtschaft und Bergbau zentrale Rollen ein. Außerdem verfügt das Land über große Rohphosphatvorkommen, die als Chemikalie und Düngemittel exportiert werden. Rund drei Viertel des weltweit geförderten Phosphats stammt aus Marokko.

 

Wasserfälle in Marokko.

Zwar steht beim Nachhaltigkeitsziel „Saubere Energiegewinnung“ die SDG-Ampel noch auf rot, allerdings hat sich gerade in diesem Bereich Marokko ambitionierte Ziele gesetzt. Aktuell liefert noch ein Kohlekraftwerk und ein Drittel des Strombedarfs, das soll sich jedoch in naher Zukunft ändern. Die konsequente Umsetzung des nationalen Energieplans ist aktuell das wichtigste politische Thema des Landes. Ziel ist es, die nationale Energieversorgung rasch von fossilen Energieträgern auf Erneuerbare Energien umzustellen und die Energieeffizienz spürbar zu steigern.

 

Entsprechend investiert das Land in den Ausbau von Wind- und Solarenergie und konnte sich anlässlich der Weltklimakonferenz 2016 als wichtigen Treiber für den Klimaschutz auf dem afrikanischen Kontinent präsentieren. Bis zum Jahr 2030 soll mindestens die Hälfte der Stromversorgung mit Sonnen, Wind- und Wasserkraftwerken produziert werden. Der Grundstein für diese Entwicklung ist gelegt: Marokko verfügt über eines der weltweit größten Solarkraftwerke, das in Rekordzeit realisiert werden konnte. Neben dem Großprojekt setzt das Land auch auf kleine dezentrale Lösungen. So sollen künftig auch Solarmodule auf Hausdächern die Energieversorgung mit sichern.

 

 

Nachhaltigkeitsziele – anspruchsvoll aber erreichbar

Die UN-Nachhaltigkeitsziele sind vielfältig und anspruchsvoll. Das Beispiel Marokkos zeigt, dass auch Länder mit schwieriger Ausgangslage etwas bewirken können und mindestens Teilziele realisieren. Wenn sich noch mehr Staaten bewegen, kann viel verändert werden. Für Umwelt, Klima, Wirtschaftsentwicklung sowie soziale Gerechtigkeit.

 

Für eine solche Entwicklung brauchen alle beteiligten Staaten einen langen Atem und Geld. Denn um viele gute Ideen und Projekte umzusetzen, werden weltweit Investitionen benötigt. Eine gute Möglichkeit also, Geld sinnvoll und für eine nachhaltige Entwicklung anzulegen und gleichzeitig eine gute Rendite zu erwirtschaften. Grünes Geld, erfahrener Experte für grüne Geldanlagen, hat mehr als 300 nachhaltige Finanzprodukte im Angebot. Finden sie mit uns Ihr passendes Anlagekonzept.

 

 

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Portraitfoto Gerd Junker Gerd Junker ist Co-Gründer und Geschäftsführer der Grünes Geld GmbH. Gerd Junker: „Wir leben was wir tun! Und das ist ganz einfach, denn der doppelte Nutzen von grünen Geldanlagen ist überzeugend – die Welt verbessern und Rendite erhalten.“ Mehr zu ihm und Grünes Geld auf auf Xing, Facebook oder Twitter.

Nachhaltig einem Fachkräftemangel vorbeugen – Runde 2 des FinTech-Stipendiums

Montag, 13. März 2017

Seit geraumer Zeit ist die Finanztechnologie-Branche auf dem Vormarsch. Mobiles und bargeldloses Bezahlen nimmt im Alltag und im Geschäftsleben eine immer größere Rolle ein. Daher wollen die Unternehmen smava, BillPay und FinLeap auch in diesem Jahr über das FinTech-Stipendium talentierten Nachwuchs für sich gewinnen.

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