Autor: Carmen Junker 27. Oktober 2017

Es geht ums Ganze: Weltklimagipfel COP 23 in Bonn

Zusammenfassung: Vom 6. bis zum 17. November schaut die Welt nach Bonn. In der alten Bundeshauptstadt findet der Weltklimagipfel COP 23 statt. Nach den positiven Signalen von Paris vor zwei Jahren und der Ernüchterung nach der Wahl Trumps zum US-Präsidenten im vergangenen Jahr, steht die Konferenz jetzt unter dem Motto „Handeln und Verhandeln“.

 

 

Die Welt am Verhandlungstisch – COP 23

Am 6. November 2017 beginnt die 23. Weltklimakonferenz. Unter der Präsidentschaft der Fidschi-Inseln und dem Vorsitz des Premierministers Frank Bainimarama findet die Konferenz in Deutschland, in der Bundesstadt Bonn statt. Bis zum 17. November werden Politiker, Diplomaten und Vertreter der Zivilgesellschaft aus aller Welt über den globalen Klimaschutz – und damit auch über die Zukunft des Planeten – verhandeln. Hinzu kommen zahlreiche Beobachter von Nichtregierungsorganisationen sowie eine große Zahl an internationalen Medienvertretern. Insgesamt werden bis zu 25.0000 Teilnehmer erwartet

 

Die voraussichtliche Besuchermenge war im Vorfeld ein wichtiger Grund dafür, die Konferenz nicht im Staatsgebiet des offiziellen Gastgeberlandes stattfinden zu lassen, sondern den Sitz des UN-Klimasekretariats in Bonn zum Austragungsort zu bestimmen, um Fidschi technisch und logistisch zu unterstützen.

 

 

Opfer des Klimawandels

Schließlich wäre die Republik Fidschi, ein kleiner Inselstaat im Südpazifik, mit einer Konferenz diesen Ausmaßes im eigenen Land im wahrsten Sinne des Wortes an ihre Grenzen gestoßen.

 

Die Grenzen des Inselstaates werden ohne hin immer enger, denn die Fidschi-Inseln liegen in den Regionen der Welt, in denen die verheerenden Auswirkungen der Klimakrise bereits hautnah zu spüren sind: Während der Meeresspiegel in Europa bislang erst um wenige Millimeter angestiegen ist, sind es im Südpazifik bereits mehrere Zentimeter im Jahr. Dadurch sind ganze Inselgruppen vom Untergang unmittelbar bedroht.

 

Ein bekanntes Beispiel ist der südpazifische Staat Kiribati, der bereits seit einigen Jahren seine Bevölkerung auf den bevorstehenden Untergang vorbereitet. Kiribati investiert stark in die Ausbildung seiner Bewohner, um ihnen bei der Auswanderung in andere Staaten gute Ausgangschancen zu erschließen. Darüber hinaus hat der bis 2016 amtierende Präsident des Inselstaates, Anote Tong, bereits begonnen, Land zu kaufen, um eine Umsiedlung in Würde zu ermöglichen. Dafür hat Kiribati Teile der Fidschi-Inseln erworben.

 

Allerdings befinden sich auch diese Inseln in mittelfristig gefährdeten Gebieten. Experten gehen davon aus, dass der Meeresspiegel – auch bei verstärkten Maßnahmen zum Klimaschutz – noch in diesem Jahrhundert weltweit rund einen Meter ansteigen wird – viel zu viel für einige Inseln.

 

 

Höchste Zeit zum Handeln

Das Beispiel des eigentlichen Gastgeberlandes der COP 23 und seiner Nachbarstaaten zeigt, dass sich die Auswirkungen der Klimakrise längst an vielen Orten der Erde bemerkbar machen, das Leben und Wirtschaften der Menschen verändern und damit auch umwälzende Prozesse in Gang gesetzt werden, die längst nicht mehr alle vorhersehbar sein. Es ist also höchste Zeit zum Handeln!

 

Dabei stellt der internationale Klimaschutz die größte Herausforderung dar, die von der Menschheit im 21. Jahrhundert bewältigt werden muss. Schließlich zeichnet der rasante Klimawandel auch für viele weitere Entwicklungen verantwortlich, die etwa durch die 17 Nachhaltigkeitsziele der Vereinten Nationen auf den Punkt gebracht werden. So wird das Problem des Hungers und der Armut beispielsweise durch klimatische Veränderungen verstärkt. Die Schere zwischen Arm und Reich bewirkt zugleich, dass Bildungschancen geschwächt werden. Entsprechend werden Ziele wie Frieden und Gerechtigkeit durch diese Faktoren gefährdet. Über alle dem muss jedoch die Einsicht stehen, dass der drohende weitere Anstieg der Erderwärmung nicht nur die Ungerechtigkeit in der Welt verstärkt, sondern das generelle Überleben des Planeten in Frage stellt.

 

 

Es kann nicht sein, was nicht sein darf

Unter den Skeptikern und Leugnern des rasanten Klimawandels, gibt es zwei Gruppen. Die eine Gruppe leugnet die Entwicklung generell und sieht Phänomene wie den Hurrikan Harvey in Texas oder Irma in Florida als reinen Zufall und Laune der Natur an. Die andere Gruppe weißt darauf hin, dass der Klimawandel ein natürlicher Prozess sei, der sich bereits seit Jahrtausenden vollzieht. Die letztere Gruppe, die Klimaskeptiker, haben sicher dahingehend Recht, dass ein Klimawandel bereits seit langem verläuft.

 

Allerdings verschließen sie die Augen davor, dass die Dynamik dieses sanften Wandels seit der Industrialisierung rasant an Fahrt gewonnen hat.

 

 

Der Faktor Mensch

Und diese rasante Veränderung ist bei weitem kein Zufall, sondern durch das menschliche Wirtschaften verursacht. Der Zwischenstaatliche Ausschuss für Klimaänderungen (Intergovernmental Panel on Climate Change, IPCC) hat bereits vor vier Jahren bestätigt, dass jedes der letzten drei Jahrzehnte an der Erdoberfläche wärmer war, als in den vorangegangenen Dekaden seit Beginn der Industrialisierung in der Mitte des 19. Jahrhunderts.

 

Verantwortlich für die globale Erwärmung der Erde ist dabei der Mensch. Denn durch die zunehmenden Emissionen von Treibhausgasen in die Atmosphäre, wird der Treibhauseffekt rapide verstärkt. Die globale Durchschnittstemperatur der Erde steigt also durch die zunehmend hohe Konzentration von Kohlendioxid (CO2). Dieses entsteht durch die Verbrennung fossiler Energieträger wie Kohle, Erdöl und Erdgas, also durch die Nutzung konventioneller Energien in der Produktion, im Verkehr und in den Haushalten. Einen weiteren Anteil an der Erderwärmung haben Treibhausgase wie Methan. Dieses wird vor allem durch die Massentierhaltung in der industriellen Landwirtschaft erzeugt.

 

Wenn der ungehemmte Ausstoß von Treibhausgasen nicht konsequent reduziert wir, wird sich das Klimasystem radikal verändern. Die Folge wird dann eine Zunahme extremer Wetterereignisse sein, wie sie in dieser Häufung in den vergangenen 100.000 Jahren nicht vorgekommen sind. Der ansteigende Meeresspiegel, verursacht durch das Abschmelzen der Polkappen und des Grönlandeises, veränderte Niederschläge und die Versauerung der Weltmeere – all das zerstört die Lebensgrundlagen unwiederbringlich.

 

Gefahr erkannt, aber noch nicht gebannt

Bereits seit einem Viertel Jahrhundert, seit der ersten Klimakonferenz in Rio de Janeiro 1992, ist es das erklärte Ziel der internationale Staatengemeinschaft, die anthropogenen Einflüsse auf das Klima zu verhindern und den Ausstoß klimaschädlicher Treibhausgabe zu reduzieren. Festgeschrieben wurden die Beschlüsse in der Klimarahmenkonvention (UNFCCC). Bei der dritten Vertragsstaatenkonferenz 1997 wurde dann das Kyoto-Protokoll verabschiedet. Mit dieser rechtsverbindlichen Vereinbarung verpflichteten sich die Industrieländer erstmals dazu, ihre Treibhausgasemissionen zu begrenzen und zu reduzieren. Dier zeitliche Rahmen für die Beschlüsse der COP 3 liegt noch bis zum Jahr 2020.

 

Einen Durchbruch für die globale Klimapolitik bildete das Pariser Abkommen 2015 auf der COP 21. Das Übereinkommen von Paris gilt als Folgeplan des Kyoto-Protokolls. Erstmals verpflichten sich alle Staaten – also Industrie-, Schwellen- und Entwicklungsländer gleichermaßen – dazu, ihren Beitrag zum globalen Klimaschutz zu leisten. Ziel von Paris ist es, die Erwärmung der Erde im Vergleich zum vorindustriellen Zeitalter unterhalb einer Grenze von zwei Grad Celsius zu halten, besser noch unterhalb einer Erwärmung um 1,5 Grad. Das Pariser Abkommen wurden in Rekordzeit von allen Staaten ratifiziert. Seit dem gilt es, diese Ziele wirksam umzusetzen.

 

Schließlich wurde jedoch die positive Stimmung von Paris im vergangenen Jahr gedrückt. Denn durch die Wahl des US-Präsidenten und Kohle-Lobbyisten Donald Trump, besteht die Gefahr, dass sich die USA komplett aus den Beschlüssen von Paris verabschieden. Eine entsprechende Absichtserklärung gab der US-Präsident bereits Mitte des Jahres bekannt.

 

Daher ist eine der wichtigen Aufgaben der diesjährigen Konferenz, die Staatengemeinschaft auf den Geist von Paris einzuschwören und weitere Schritte zum internationalen Klimaschutz zu verhandeln.

 

 

Dekarbonisierung als Ziel

Obwohl Deutschland generell zu den Vorreitern im internationalen Klimaschutz gezählt werden kann, fällt es dem Land schwer, die ambitionierten Ziele beim Einsparen des klimaschädlichen CO2 zu erreichen. 2016 stiegen die Treibhausemissionen um rund vier Millionen Tonnen im Vergleich zum vorangegangenen Jahr sogar auf insgesamt rund 906 Millionen Tonnen an. Einen besonderen Anteil hatte dabei der Anstieg der Emissionen im Bereich Verkehr. Dagegen konnten – durch die fortschreitenden Maßnahmen zur Energiewende – die klimaschädlichen Einflüsse der Energiewirtschaft erfreulicherweise reduziert werden. Dennoch gibt es noch immer viel zu tun. Schließlich will Deutschland seinen Ausstoß von Treibhausgasen generell drastisch zurückfahren. Ausgehend vom Jahr 1990, sollen die Emissionen bis 2020 um 40 Prozent reduziert werden. Das langfristig angelegte Energiekonzept sieht vor, dass 2050 der Ausstoß um bis zu 95 Prozent geringer ausfallen wird.

 

 

Nachhaltige Konferenz mit (hoffentlich) nachhaltigen Ergebnissen

Wenn am 6. November die 23. Klimakonferenz beginnt, heißt es in Bonn zum einen Verhandeln, zum anderen aber auch Handeln.

 

Verhandelt wird am Bonner UN-Campus. Hier treffen sich die offiziellen Delegierten der Staaten, um die Klimapolitik der Zukunft zu bestimmen.

 

Um das Handeln geht es in der Bula-Zone rund um das Bonner World Conference Center.  „Bula“ bedeutet in der Sprache Fidschis „Willkommen“. In dieser Zone der Klimakonferenz treffen sich neben Teilnehmern aus den einzelnen Staaten auch Vertreter aus Kommunen, Nichtregierungsorganisationen, Wissenschaft und Wirtschaft zum Austausch. Im „Talanoa Space“ (ebenfalls ein Begriff der Fidschi, der für Austausch steht) haben Vertreter der Zivilgesellschaft, Wirtschaft, Städte und Gemeinden Raum, um ihre Vorstellungen unabhängig zu diskutieren. Gemeinsam sollen hier auch praktische Umsetzungsprojekte und Lösungsansätze für ein klimaverträgliches Leben vorgestellt werden.

 

Darüber hinaus wurde ein breites Exkursionsprogramm entwickelt, um internationalen Journalisten, Delegierten und Beobachter Klimaschutzlösungen „made in Germany“ auch außerhalb des Konferenzbereichs vorzustellen.

 

Das Bundesministerium für Umwelt stellt außerdem geförderte Klimaschutzprojekte vor, beispielsweise der Ausbau von Fahrradwegen in Deutschland, die Aufforstung von Wäldern weltweit oder die Bedeutung deutscher Solarthermie für die Energiewende in Indien.

 

Mit gutem Beispiel voran gehen die Organisatoren in Bonn auch, wenn es um den Transport der Gäste vor Ort geht. Insgesamt 600 Leihfahrräder stehen den Delegierten in Bonn während der COP 23 kostenlos zur Verfügung. Darüber hinaus steht ein Shuttle Service mit Elektrobussen bereit, sowie E-Autos zur Miete. So kommen die Teilnehmer auch klimafreundlich von einem Veranstaltungsort zum nächsten. Auch beim Catering, den Tagungsunterlagen und der Umsetzung temporärer Bauten setzen die Veranstalter auf Nachhaltigkeit.

 

 

Klimaschonend leben – in Klimaschutz investieren

Klimaneutral zu leben, ist in den westlichen Industrienationen nicht möglich. Bereits die vielfältige Infrastruktur, die hier nahezu jedem Menschen zur Verfügung steht, produziert CO2. Das Gebot der Stunde lautet daher, klimaschonendes Verhalten zu unterstützen, um die Erderwärmung zu stoppen.

Ein wirksamer Schritt ist dabei der konsequente Abschied von fossilen Energieträgern. Erneuerbare Energien wie beispielsweise Windkraft- und Photovoltaikanlagen sorgen für sauberen Strom, Wärme und ein gutes Klima.

Um diese klimafreundliche Entwicklung weiter zu befördern, sind Investitionen in die entsprechenden Technologien wichtig – und sie lohnen sich. Denn nachhaltige und klimafreundliche Investments stoppen nicht nur die Klimakrise, sondern sorgen auch für gute Erträge bei den Anlegern.

Grünes Geld, erfahrener Experte für klimafreundliche Geldanlagen, berät Sie zu den vielfältigen Möglichkeiten und findet mit Ihnen die passende Lösung.

 

 

 

 

 

 

 

 

  Carmen Junker ist Gründerin der Grünes Geld GmbH und Geschäftsführerin der Grünes Geld GmbH. Carmen Junker:“ Ein Grund mein berufliches Wirken speziell auf die Nachhaltige Geldanlage auszurichten ist, die Welt ein Stück positiver zu gestalten mit den Mitteln und Kenntnissen die mir zur Verfügung stehen. Aus der Verantwortung für die kommende Generation und weil ich selbst noch einige Jahre auf diesem schönen Planeten verbringen möchte“. Mehr zu ihr und Grünes Geld auf auf Xing, Facebook oder Twitter.
Facebook Like

Comments are closed.