Autor: carmenju 23. Oktober 2017

Windräder lernen schwimmen

Zusammenfassung: Windräder lernen über neuartige Konstruktionen schwimmen. Durch Stahlseile als Befestigungsmethode entstehen große Chancen die Offshore Windparks revolutionieren.

 

Wer schon einmal an der Nordsee war, kennt die riesigen Giganten die nicht nur an Land Strom erzeugen. Aus der Nordsee ragen ebenfalls die Windkraftanlagen zur Stromerzeugung. Direkt im Meer verbaut werden diese als Offshore-Windparks bezeichnet.

 

Schwimmende Giganten

 

Seit kurzem drehen sich am östlichsten Zipfel vor Schottland fünf neue Windräder. Die 253 Meter hohen Windmühlen ragen doppelt so hoch wie der Petersdom in den Himmel, die Rotorenblätter umspannen einen größeren Radius als London Eye, das höchste Riesenrad Europas. Der Windpark liefert Strom für 20.000 Haushalte mit einer Leistung von 30 Megawatt pro Stunde. Selbst vom 25 km entfernten Festland sind sie mit bloßem Auge zu erblicken. Jedoch ist es nicht die beeindruckende Größe des Windparks Hywind, die Vertreter der Energieunternehmen oder die schottischen Energiepolitiker begeistert. Es ist die unter der rauen Meeresoberfläche verborgene Technologie. Erstmals ist es dem norwegischen Energiekonzern Statoil gelungen einen schwimmenden Windpark zu errichten.

 

 

Fast 90 Prozent aller Offshore-Windräder in der Ost- und Nordsee drehen unter optimalen Bedingungen: Bei geringen 50 bis 90 Metern Wassertiefe und beständigem Wind. In den schlammigen Böden sind die Stahlfundamente gut zu verankern. An der Oberfläche sind die komplexen Unterwasserkonstruktionen nicht zu erkennen, die notwendig sind, damit sich die Stahlgiganten mit den Godenln, Türmen und Rotorblättern aufrecht halten.

 

Quelle: Handelsblatt

Starke Fundamente

 

Die gängigste Konstruktion dafür ist die Nutzung von Monopiles, dies sind dickwandige Stahlrohre von bis zu 10 Metern Durchmesser, 1500 Tonnen Gewicht und einer Länge von 80 Metern. Wie Nägel werden diese Rohre durch den Sand und Stein in den Meeresboden gerammt. Der dabei entstehende Lärm ist insbesondere für geräuschempflindliche  Meeresbewohner wie die Schweinswale belastend. Ebenso ist es eine wetterabhängige und teuere logistische Meisterleistung, denn die Fundamente müssen mit Spezialschiffen auf die hohe See geschleppt werden.

 

Monopiles eignen sich darüber hinaus in vielen Regionen der Welt nicht als Fundament. Vor Frankreich sind die Ozeanböden meist zu hart und felsig dafür. Auch bei größeren Wassertiefen scheiden die herkömmlichen Fundamentformen aus. Vor Japan oder vor den Vereinigten Staaten fällt die Küste mitunter steil ab, so dass sich bislang viele Regionen nicht für den Offshore Windbetrieb eignen.

 

Schwimmende Windparks haben das Potential die Stomerzeugung auf hoher See zu revolutionieren. Denn erstmals kämen dann auch viele weitere Regionen der Welt als Standorte für Offshore-Windparks in Frage. Die schwimmenden Windräder sind lediglich über drei Stahlseile am Boden abgesichert. Selbst Wassertiefen bis zu 800 Meter wären somit nutzbar. Schier unbegrenzte Einsatzmöglichkeiten böten sich für die neue Bauweise. Mit steigender Anwendung sinken auch die Kosten. Derzeit ist leider die neue Technologie noch sehr teuer. Statoil konnte jedoch bereits im Bau des ersten Projekts Hywind die Ausgaben reduzieren. Weitere Projekte befinden sich in Planung bei Statoil.

 

 

 

Windenergie stärker gefragt

 

Schottland bekundete bereits Interesse gegenüber dem norwegischen Konzern. Das Ziel spätestens 2030 die Hälfte des verbrauchten Stroms aus grünen Stromquellen bereitzustellen ist ambitioniert und möchte erreicht werden. Die Regierung in Edinburgh ist gegenüber Erneuerbaren Energien sehr aufgeschlossen, denn die Zeiten in denen Schottland über sprudelnde Einnahmen aus der europäischen Ölindustrie verfügen konnte, scheinen sich dem Ende zu nähern. Der fallende Ölpreis auf rund 50 Dollar, vor drei Jahren kostete ein Barrel Öl noch über 100 Dollar, hinterlässt Spuren. Bereits 68 Prozent aller in der Nordsee aktiven Öl- und Gasunternehmen haben im letzten Jahr Mitarbeiter entlassen. Erste Ölplattformen werden von Royal Dutch Shell oder BP bereits abgebaut. Dabei sind die Einnahmen aus der Energiebranche auch wichtig für die Autonomie Schottlands – im Zeichen des Brexit besonders.

 

Quelle: Handelsblatt, EWEA, WindEurope

 

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  Carmen Junker ist Gründerin der Grünes Geld GmbH und Geschäftsführerin der Grünes Geld GmbH. Carmen Junker:“ Ein Grund mein berufliches Wirken speziell auf die Nachhaltige Geldanlage auszurichten ist, die Welt ein Stück positiver zu gestalten mit den Mitteln und Kenntnissen die mir zur Verfügung stehen. Aus der Verantwortung für die kommende Generation und weil ich selbst noch einige Jahre auf diesem schönen Planeten verbringen möchte“. Mehr zu ihr und Grünes Geld auf auf Xing, Facebook oder Twitter.

 

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