Autor: Carmen Junker 7. November 2017

Investmentfonds – 10 Schritte zur nachhaltigen Geldanlage

Zusammenfassung: Investmentfonds sind eine interessante Form der Geldanlage. Viele nachhaltige Angebote ermöglichen Anlegern gute Erträge und leisten einen positiven Beitrag für die Umwelt. 10 x Wissenswertes zum Thema.

Schritt für Schritt die richtige Entscheidung treffen.

 

Jeder, der mit seinem Einkommen gut auskommt, kann sich – zumindest im Bereich der finanziellen Sicherheit – glücklich schätzen. Denn Geld ist nicht der alleinige Schlüssel zum Glück, aber das Gefühl von Sicherheit trägt jedoch einen wesentlichen Anteil dazu bei.

 

Doch gerade in Zeiten, in denen die Versorgung im Alter unter ganz anderen Vorzeichen steht, als noch in den vorangegangenen Generationen, sollte ein Teil des Einkommens auch für die Zukunft angelegt werden. Denn nach den Rentenreformen Anfang des Jahrtausends ist eine zusätzliche eigenverantwortliche Absicherung für das Alter für nahezu jeden unumgänglich.

 

Aber nicht nur die fernere Zukunft erfordert eine gewisse Vorbereitung. Auch Pläne, die in den kommenden Jahren umgesetzt werden sollen, erfordern ein finanzielles Polster. Unser Leben ist extrem komplex geworden – daher werden auch bei gewissenhaftester Planung immer wieder unvorhergesehene Ereignisse eintreten. Und auch hier sichert die Lebensmaxime „be prepared“ eine gewisse Gelassenheit, sich auf neue Situationen einzustellen und diese erfolgreich zu meistern.

 

 

Investmentfonds – Geldanlage für Jedermann

Waren früher das klassische Sparbuch, Sparbriefe, Bundesanleihen und ähnliche Produkte der Geldanlage eine sichere und ertragreiche Bank, hat sich das Blatt in Zeiten der Niedrig-, Null- und Negativ-Zinsen komplett gewendet.

 

Finanzielle Sicherheit ist ein Schlüssel zum Glück.

Stattdessen stehen privaten Anlegern heute eine große Anzahl vielversprechender Finanzprodukte zur Verfügung. Waren Aktiengeschäfte ehemals nur etwas für das „große Geld“, hat sich diese Auffassung spätestens durch den Börsengang der Telekom 1996 mit der sogenannten „Volksaktie“ grundlegend geändert. Der Hype um die Aktien am Neuen Markt und das Platzen der DotCom-Blase Anfang der 2000er hatte zwei Effekte: Zum einen sind komplexe Finanzprodukte für private Anleger längst nicht mehr die Ausnahme, sondern die Regel. Zum zweiten haben die Anleger auch aus der Katerstimmung der Börsen gelernt und sind vorsichtiger geworden.

 

 

Durch diese generelle Stimmung, sind Investmentfonds in den Mittelpunkt des Interesses der Anleger gerückt. Denn Investmentfonds ermöglichen es bereits mit kleinen Beiträgen in große Wertpapierportfolios und Immobilien zu investieren und eröffnen so Anlegern einen bequemen Zugang zu den internationalen Finanzmärkten.

 

Im deutschen Markt werden Fonds seit den fünfziger Jahren angeboten. Seit dem kann die Geldanlage in Fonds auf eine rasante Erfolgsgeschichte zurückblicken. Belief sich das Fondsvermögen Anfang der fünfziger Jahre noch auf rund eine Million D-Mark, stieg die Summe bis zum Ende des Jahrzehnts bereits auf 1,2 Milliarden D-Mark an. Aktuell verwalten deutsche Fondsgesellschaften Investments in Höhe von 790 Milliarden Euro.

 

Doch wie genau funktionieren diese Fonds, was passiert mit dem Geld und worauf müssen Anleger achten?

 

 

1. Voraussetzung: Das Grundprinzip des Investmentfonds

Ein Investmentfonds bündelt die Gelder von mehreren Anlegern und investiert diese beispielsweise in Aktien oder Immobilienprojekte. Die Grundphilosophie des Fonds ist es also, gemeinsam eine große Summe aufzubringen, um so höhere Erträge zu erzielen. Dafür werden unterschiedliche Wertpapiere im Fonds zusammengestellt und damit die Risiken des Kapitalmarktes reduziert. Anleger profitieren vom Handeln als Gruppe gegenüber einer individuellen Anlage, denn der Erfolg eines Fonds liegt auch in seiner Größe. Im Vergleich zu einem individuell zusammengestellten Aktienportfolio, lässt sich ein Anlagekapital in Millionenhöhe ungleich breiter streuen. So werden auch etwaige Verluste und Schwankungen im Markt leicht ausgeglichen.

 

 

2. Vorbereitung: Das Wertpapierdepot

Wer in Fonds investieren möchte, benötigt zuerst einmal ein Wertpapierdepot. In diesem Depot werden die Fondsanteile aufbewahrt und verwaltet. Die Depots können wie moderne Konten auch online geführt werden. Depots werden von verschiedenen Finanzdienstleistern angeboten. Dafür werden Depotführungsgebühren erhoben, außerdem entstehen – je nach Depot – auch Kosten für die Transaktionen. Bei der Wahl des Wertpapierdepots sollte also grob geschätzt werden, wieviel Geld angelegt wird und wie häufig Käufe und Verkäufe getätigt werden.

 

 

3. Vertrauensfrage: Investmentgesellschaft, Fondsmanager und ETFs

„Automatisierte“ Fonds sind im Kommen.

Ein Investmentfonds wird von einer Investmentgesellschaft  aufgelegt. Aktive Fonds werden von Fondsmanagern verwaltet. Das sind nicht unbedingt hektische Herren in gestreiften Oberhemden, die auf ihren Bildschirmen die Börsenkurse der Welt im Blick behalten. Fondmanager können einzelne Personen, aber auch eine Institution sein, die sich darum kümmert, das angelegte Geld möglichst gewinnbringend anzulegen.

 

Um dieses Ziel zu erreichen, kaufen und verkaufen Fondsmanager mit dem Geld der Anleger Wertpapiere. Die besondere Herausforderung dabei ist es zu entscheiden, welche Papiere in welcher Menge zu welchem Zeitpunkt ge- oder verkauft wird, um den Fonds erfolgreich zu führen. Ziel ist es dabei meist, eine höhere Rendite zu erzielen, als der Marktdurchschnitt. Es kann jedoch auch andere Ziele geben wie den absoluten Erhalt des Vermögens auch in Extermsituationen oder einen möglichst geringe Schwankungsbreite (Volatilität).

 

Doch der Fondsmanager ist nicht nur dem Erfolg verpflichtet, sondern natürlich auch gesetzlichen Vorgaben, aber auch den Anlagegrundsätzen des Fonds. Wer etwa einen nachhaltigen Fonds verwaltet, legt bei Auflage des Fonds Kriterien fest nach welchen ethischen und ökologischen Ansprüchen investiert werden darf. Das Fondsmanagement muss dann bei Investitionen in Unternehmen, diese Kriterien beachten. Dazu werden beispielsweise Ethikfilter verwendet und Entscheidungen nach den Prinzipien Best-in-Class oder dem Engagement Ansatz getroffen. Vom Fonds ausgeschlossen sind Wertpapiere und Branchen, die auf der sogenannten Black-List stehen.

 

Ein Fonds ohne Fondsmanager ist ein passiver Fonds. Diese Fonds setzen auf den Marktdurchschnitt und kopieren für ihre Zusammenstellung repräsentative Indices. Diese Art der Fonds laufen unter den Begriffen Indexfonds, oder – mittlerweile als Schlagwort bekannt: Exchange Traded Funds (ETFs). Diese Fonds werden wie Aktien an der Börse gehandelt und nicht zuletzt deswegen beliebt, weil die Verwaltungskosten sehr viel geringer ausfallen als bei aktiv gemanagten Fonds.

 

Als Daumenwert gilt: rund 30 Prozent der aktiven Fonds schlagen den Marktdurchschnitt. Wegen der Kosten schaffen die ETF’s den Marktdurchschnitt nie zu erreichen, können aber besser sein als rund die Hälfte der aktiven Fonds. Je spezieller der Markt ist, in den investiert wird, umso größer sind die Vorteile aktiven Managements. Je breiter und bekannter der Markt (z.B. S&P 500), umso größer sind die Vorteile der ETF’s.

 

Auch bei den ETFs gibt es Unterscheidungen. Die ETFs mit physischer Replikation kaufen tatsächlich nahezu sämtliche Wertpapiere, die auch im kopierten Index enthalten sind. EFTs mit synthetische Replikation dagegen bilden die Wertentwicklung des kopierten Index ab. Das bedeutet, dass die enthaltenen Wertpapiere sich in ihrer Entwicklung ähnlich den Wertpapieren eines bestimmten Index entwickeln, ansonsten aber über keine inhaltliche Gemeinsamkeit verfügen. Ab 2018 lohnt es sich aus steuerlichen Gründen synthetische ETFs zu vermeiden und statt dessen physisch replizierende zu verwenden.

 

Ein wichtiger Punkt auf den es zu achten gilt, wenn Anleger auf Nachhaltigkeitskriterien setzen und keine ausbeuterischen oder umweltzerstörenden Unternehmen in ihrem Portfolio wünschen. Ethische und ökologische Geldanlagen sind auch mit physischen ETFs möglich, allerdings stoßen sich sehr nachhaltig orientierte Menschen an der oftmals breiten Auslegung der Kriterien.

 

 

4. Wie sicher ist mein angelegtes Geld?

Der Schreck der Verluste durch gewinnversprechende Aktiengeschäfte steckt so manchem Anleger noch in den Knochen. Wie sicher war dagegen das wenig lukrative Sparbuch, denn Zinsen hin, Zinsen her, das Grundkapital blieb in jedem Fall erhalten.

 

Wer diese Sicherheit schätzt, ist im Bereich Investmentfonds gut aufgehoben, denn das angelegte Geld ist geschützt. Fondsgesellschaften sind gesetzlich verpflichtet, das Anlagevermögen ihrer Kunden vom Unternehmensvermögen zu trennen. Das Geld der Kunden gilt als Sondervermögen, das bei einer unabhängigen Depotbank hinterlegt werden muss. Selbst wenn die Fondsgesellschaft Insolvenz anmelden muss, bleiben die Kundengelder unangetastet und wandern nicht in die Konkursmasse.

 

 

5. Die Qual der Wahl – Fondstypen

Unsicherheiten gegenüber Investmentfonds entstehen auch durch eine Vielzahl von Begrifflichkeiten, die in diesem Zusammenhang durch den Raum schwirren. Hier die häufigsten Unterscheidungen im Überblick:

 

 

Offene Investmentfonds werden börsentäglich gehandelt werden und können so vom Anleger jederzeit gekauft oder wieder verkauft werden. Das angelegte Geld ist also schnell wieder verfügbar.

 

 

Anders sieht das bei geschlossenen Fonds aus, denn hier wird der Anleger unternehmerisch beteiligt. Er wird also über eine längere vereinbarte Mindestlaufzeit hinweg Gesellschafter. Geschlossene Fonds investieren in Sachanlagen, beispielsweise in Windkraftanlagen, Solarparks oder Aufforstungs- und Waldprojekte. Diese Art der Investition ermöglicht Anlegern ein hohes Maß an Transparenz, da sie direkt beteiligt sind und im Allgemeinen auch höhere Erträge. Allerdings tragen sie auch die unternehmerischen Risiken vollständig mit.

 

 

Neben dieser grundsätzlichen Unterscheidung, unterteilen sich Fonds in unterschiedliche Assetklassen. Die Klasse gibt darüber Auskunft, welche Wertpapiere oder Finanzprodukte im jeweiligen Fonds enthalten sind. Typische offene Fonds sind dabei Aktien- und Rentenfonds sowie Mischfonds, die die beiden Fondstypen kombinieren. Immobilienfonds werden sowohl als offene als auch als geschlossene Fonds angeboten.

 

 

6. Wie finde ich den richtigen Fonds?

Welcher Fonds ist der beste? Wer auf diese Frage eine Antwort weiß, ist unseriös, denn durch die Bandbreite unterschiedlicher Fonds gibt es nahezu für jeden Anlegertyp das passende Finanzprodukt. Wichtig ist es dabei zu ermitteln, ob das Geld kurz-, mittel- oder langfristig angelegt werden soll. Außerdem ist von Bedeutung, wieviel eigene Aktivität in das Fondsmanagement eingebracht werden soll – eine Frage, die sich insbesondere bei einer Entscheidung für einen geschlossenen Fonds stellt.

 

Auch die persönliche Risikobereitschaft beziehungsweise Sicherheitsorientierung ist bei der Auswahl des passenden Fonds von Bedeutung. Mit diesen Einordnungen hängen schließlich auch die zu erwartenden Erträge zusammen.

 

 

7. Welche Themenfonds gibt es?

Fonds werden nicht nur hinsichtlich ihrer Anteile an Aktien und Immobilien unterschieden, sondern auch in Bezug auf ihre inhaltliche Ausrichtung. Ein Themenfonds fokussiert übergreifend ein bestimmtes Thema und kann dabei unterschiedliche Branchen und Regionen mit einbeziehen. Klassische Themenfonds sind Rohstoffe, Biotech oder Regenerative Energien.

 

Besonders das Thema Nachhaltigkeit findet ein steigendes Interesse bei vielen Anlegern. Denn gute Erträge und sinnvolles gesellschaftliches Handeln muss längst kein Widerspruch mehr sein. Entsprechend haben sich im Bereich der Nachhaltigkeitsfonds mittlerweile eine Vielzahl von Unterthemen etabliert. Dazu zählen unter anderem Klimaschutz-und Wasserfonds

 

 

8. Woher bekomme ich detaillierte Informationen?

Begriffe wie Nachhaltigkeit sind ungeschützt und können in den erstaunlichsten Zusammenhängen verwendet werden. Anleger, wie genauer wissen wollen, wo ihr Geld angelegt wird und wie es wirkt, sollten sich umfassend informieren. Erfahrene Finanzberater können umfassende und solide Auskünfte über die Details der Geldanlage geben. Umfassende Informationen über die Zusammensetzung eines geschlossenen Investmentfonds sind auch im jeweiligen Verkaufsprospekt zu finden, der von der Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin) genehmigt sein muss.

 

 

9. Mit wieviel Geld kann ich starten?

Geldanlagen in Investmentfonds sind extrem vielseitig. Vom einfachen Fondssparplan bis zur hin zu Anlage größerer Summen ist nahezu alles möglich. Bei Grünes Geld beginnen monatliche Sparpläne ab 25 Euro und Einmalanlagen ab 5.000 Euro.

 

 

10. Und wie steht es mit den Steuern?

Auch Steuern haben einen wichtigen und positiven Effekt für das Gemeinwohl. Welche Steuern auf Erträge aus Investmentfonds anfallen, richtet sich nach der Art der Erträge und sollte von einem Experten geprüft werden. Wissenswertes über das neue Investmentsteuergesetz finden Sie hier.

 

 

 

Ein finanzielles Polster bietet Sicherheit.

Nachhaltige Investmentfonds sind eine interessante Geldanlage, für alle, die ihr Geld für eine sinnvolle gesellschaftliche Entwicklung einsetzen und diese aktiv mitbestimmen wollen. Denn das angelegte Geld stärkt die Bereiche der Wirtschaft und Branchen, die sich – je nach Schwerpunkt – für eine soziale, ökologische und klimafreundliche Zukunft einsetzen.

 

So entfaltet der Machtfaktor Geld seine ganze Kraft an der richtigen Stelle. Eine Wirkung, die nicht durch Spenden erreicht wird, sondern durch den gezielten Einsatz von Geldern im Kapitalmarkt. So erzielen Anleger eine doppelte Rendite, attraktive Erträge und die Gewissheit, einen Beitrag zur nachhaltigen Entwicklung geleistet zu haben. Grünes Geld, einer der Pioniere der nachhaltigen Geldanlagen, hilft Ihnen dabei, die passenden Investmentfonds zu finden.

 

 

 

 

  Carmen Junker ist Gründerin der Grünes Geld GmbH und Geschäftsführerin der Grünes Geld GmbH. Carmen Junker:“ Ein Grund mein berufliches Wirken speziell auf die Nachhaltige Geldanlage auszurichten ist, die Welt ein Stück positiver zu gestalten mit den Mitteln und Kenntnissen die mir zur Verfügung stehen. Aus der Verantwortung für die kommende Generation und weil ich selbst noch einige Jahre auf diesem schönen Planeten verbringen möchte“. Mehr zu ihr und Grünes Geld auf auf Xing, Facebook oder Twitter.

 

 

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