Autor: Carmen Junker 12. Januar 2018

7 mal Wissenswertes zum „Ewigen Eis“

Zusammenfassung: Die Erderwärmung steigt noch immer weiter an. Der Temperaturanstieg bringt das fragile Zusammenspiel der Natur aus dem Gleichgewicht. Mit dem Schmelzen des ehemals „ewigen Eis“ müssen weite Teile der Erde ums Überleben fürchten.

 

 

Wegweiser zum Nordpol.

 

Die weltweite Klimakrise ist aktuell eine der größten Herausforderungen der Menschheit. Denn wenn der Temperaturanstieg auf der Erde nicht gestoppt werden kann, wird das Eis an den Polkappen weiter schmelzen, Inseln und Küstenstädte werden überflutet werden. Das biologische Gleichgewicht des Planeten gerät ins Wanken, denn durch das Aussterben einiger Spezies, wie beispielsweise der Eisbären, wird das fragile Zusammenspiel der Natur massiv gestört.

 

Ein Endzeitszenario, dem es sich entgegen zu stellen gilt. Und das versucht die Staatengemeinschaft. Zuletzt wurden auf der COP 23 in Bonn Maßnahmen diskutiert, die eine fortschreitende Erderwärmung aufhalten sollen und Möglichkeiten vorgestellt, mit denen die klimaschädlichen Kohlendioxid-Emissionen gedrosselt werden können.

 

 

 

Neue Bedrohung – von der Kälte zur Wärme

Interessant an der aktuellen Bedrohung ist allerdings, dass noch vor einigen Jahrzehnten das Ende der Welt nicht durch eine Erhöhung der Temperaturen gesehen wurde. Vielmehr gingen damals die Vorstellungen in Richtung einer neuen Eiszeit. Der nukleare Winter, als Folge eines Atomkrieges, stand für das Ende der Zivilisation.

 

Psychologisch gesehen ein schwieriger Paradigmenwechsel von der möglichen Bedrohung durch Kälte zu einer realen Bedrohung durch die Erwärmung in der Atmosphäre. Denn während niedrige Temperaturen mit Gefühlskälte und unmenschlicher Härte in Verbindung gebracht werden, lösen hohe Temperaturen vielfach angenehme und durchweg positivere Gefühle aus.

 

Natürlich gibt es auch romantische Bilder zu Eis und Schnee. Jedoch stehen diese Bilder schnell im Zusammenhang mit einem warmen Ofen oder einem kuscheligen Pullover. Apropos Pullover: Der angelsächsische Brauch des „Christmas Jumpers“ hat sich seit einigen Jahren auch hierzulande ausgebreitet. Und so reagierte der Schweizer Ableger des WWF mit einem „Uncozy Sweater“, um auch die unbequeme Wahrheit der Klimakrise aufmerksam zu machen: Den Strickpullover zieren weder Tannenbäume, noch rotnasige Rentiere, sondern Wirbelstürme, hungernde Eisbären und Überschwemmungen.

 

Eine spektakuläre Aktion mit einem hohen Aufmerksamkeitswert. – Und in der Tat ist es höchste Zeit, die unheilvolle Entwicklung aufzuhalten und einen Blick auf die Wichtigkeit der ausgewogenen Temperaturzonen der Erde und die Bedeutung der Eiswelten für unsere Erde zu werfen.

 

Faszinierende Eiswelten.

 

  1. Ewiges Eis?
  2. Arktisches Klima
  3. Frühwarnsystem Arktis
  4. Auftauen des Permafrost
  5. Schmelzen des Grönlandeises
  6. 2-Grad-Ziel halten
  7. Antarktika in Gefahr

 

 

1. Ewiges Eis?

Düstere Prognose – Zugspitze bald eisfrei?

Bilder von schroffem Eis und Gletscherspalten, weiße Flächen, so weit das Auge reicht. Die arktischen Landschaften legen den Titel „ewiges Eis“ nahe. Aber die Ewigkeit scheint ausgedient zu haben. Und das nicht nur an den Polkappen. Auch auf Deutschlands höchstem Berg, der Zugspitze, wird bald kein Permafrost mehr zu finden sein. Das besagt eine Studie des Bayerischen Landesamts für Umwelt.

 

Spätestens 2080, so die Experten, wird der weiße Gipfel vollständig eisfrei sein. Globale Entwicklungen, die praktisch vor der Haustüre sichtbar werden. Innerhalb der letzten hundert Jahre sind die Temperaturen in den Alpen um 1,5 Grad Celsius angestiegen. Ein doppelt so starker Temperaturanstieg als im weltweiten Durchschnitt. Die Folgen liegen auf der Hand, in 20 bis 20 Jahren können nahezu alle Gletscher in den bayerischen Alpen verschwunden sein. Doch Süddeutschland ist nur ein kleines Beispiel für die klimatischen Veränderungen der ganzen Erde.

 

 

2. Arktisches Klima

In der Arktis – also in der eisigen Region rund um den Nordpol – ist es noch immer sehr kalt. Hier ist ein ausbalanciertes Zusammenspiel der natürlichen Prozesse zu beobachten. Während des langen Polarwinters steigt die Sonne nicht über den Horizont. Der Boden der arktischen Eiswüste ist tief gefroren – dem sogenannten Permafrost – und das Nordpolarmeer mit Eis bedeckt. Dabei kommt es zu Temperaturen von bis zu – 50 Grad Celsius.

 

Im Sommer lassen die Strahlen der Sonne die Landoberfläche tauen und die große Teile des Eismeeres schmelzen. Dabei werden Temperaturen von bis zu + 20 Grad Celsius erreicht. Nur im nördlichsten Teil der Arktis bleiben sowohl die Land- als auch die Wasserfläche fast das ganze Jahr über von Eis bedeckt.

 

Doch auch in der Arktis gibt es enorme regionale Temperaturunterschiede. Der kälteste Punkt wird nicht am Nordpol gemessen, sondern mit rund – 77 Grad Celsius im Nordosten Sibiriens. Auf der Eiskappe Grönlands liegen die Temperaturen im Winter bei – 33 Grad Celsius, an den angrenzenden Küstengebieten dagegen liegen die Temperaturen nur bei – 7 Grad Celsius.

 

Eine wichtige Rolle für das arktische Klima spielt der Luftdruck über Land und Meer, denn diese Luftdruckzentren beeinflussen das Wetter stark. So sorgen im Winter die Temperaturunterschiede zwischen den rasch abkühlenden Landmassen und dem wärmespeichernden Meer im Nordpazifik und Nordatlantik für starke Stürme.

 

 

3. Frühwarnsystem Arktis

Noch stimmen die Küstenlinien auf dem Globus.

Die Arktis gilt als wichtiges Frühwarnsystem für den Klimawandel und ist von den Auswirkungen der steigenden Erderwärmung bereits am stärksten betroffen: Im weltweiten Durchschnitt sind hier die Luft- und Wassertemperaturen im 20. Jahrhundert bereits um zwei Grad Celsius angestiegen. In einigen Teilen der Arktis wurde sogar ein Temperaturanstieg der Luft um fünf Grad Celsius gemessen. Klimaforscher gehen davon aus, dass innerhalb dieses Jahrhunderts die Temperaturen in der Arktis auf bis zu sechs Grad Celsius im Vergleich zum vorindustriellen Zeitalter ansteigen werden.

 

Eine unheilvolle Entwicklung, denn die Folgen der Erderwärmung machen sich nicht nur am Nordpol bemerkbar, sondern wirken sich auch auf die gesamte Erde aus. So ging in den vergangenen zehn Jahren das arktische Meereis drastisch zurück. 2012 hatte sich die durchschnittliche Ausdehnung der Eisfläche mit 3,41 Millionen Quadratkilometern im Vergleich zu den gemessenen Jahresdurchschnitten von 1979 bis 2000 halbiert. Aber nicht nur die Ausdehnung der Eisfläche wurde geringer, sondern auch ihre Dicke. Da das dünne Eis leichter bricht und entsprechend schneller schmilzt, verringert sich auch der Anteil an mehrjährigem Eis auf den arktischen Ozeanen. Bereits heute sind die Nordost- und die Nordwestpassage teilweise im Sommer schon von Schiffen befahrbar.

 

 

4. Auftauen des Permafrost

Die steigenden Temperaturen führen auch dazu, dass die Permafrostböden langsam auftauen. Bereits in den vergangenen 25 Jahren hat sich die Fläche des gefrorenen Bodens auf der Nordhalbkugel um sieben Prozent verringert. Das Abtauen hat gefährliche Folgen. Küstengebiete werden abgetragen und weggespült, es entstehen neue Feuchtgebiete. Außerdem entweichen die im Boden gebundenen Treibhausgase CO2 und Methan. Beide tragen dazu bei, den Klimawandel weiter voran zu treiben.

 

Eine weitere Folge der steigenden Erwärmung sind zunehmende Niederschläge. Der vermehrte Regen bewirkt ebenfalls ein schnelleres Schmelzen von Schnee und Eis. Das Kooperationsforum der Arktische Rat (ACIA) geht davon aus, dass die Niederschläge in den kommenden Jahren weiter zunehmen werden.

 

 

5. Schmelzen des Grönlandeises

Grönland ohne Eis.

 

Die Erwärmung der Erde wirkt sich auch negativ auf die arktischen Gletscher aus, die zum größten Teil auf Grönland liegen. Das Eisschild Grönlands ist das zweitgrößte nach der Antarktis. Aktuell schmilzt aufgrund der steigenden Temperaturen bereits auf einem Viertel von Grönland das Eis. Damit gehen Milliarden Tonnen Eis pro Jahr unwiederbringlich verloren. Während das arktische Eis jedoch auf dem Wasser schwimmt, liegt da Grönlandeis auf dem Festland und weist eine Dicke von bis zu 2 Kilometern auf. Mit dem Abschmelzen der enormen Eismassen vom Festland werden große Schmelzwassermengen freigesetzt und der Meeresspiegel steigt.

 

 

 

6. 2-Grad-Ziel halten

Das große Ziel der internationalen Klimapolitik ist es, die Erderwärmung auf zwei Grad Celsius zu begrenzen. Denn wenn die durchschnittliche Temperatur diese Grenze übersteigt, wird das Grönlandeis vollständig abschmelzen. In der Folge kann der Meeresspiegel um rund sieben Meter ansteigen, das bedeutet, dass Küstengebiete und Inselgruppen vollständig von den Landkarten verschwinden werden. Entsprechend machen sich einige Staaten und Organisationen für eine niedrigere Grenze stark, schon jetzt sind Inselstaaten, wie beispielsweise Kiribati, dem Untergang geweiht.

 

 

7. Antarktika in Gefahr

Wichtige Süßwasserreserven

In der Diskussion um den Klimawandel stand lange Zeit die Nordhalbkugel im Mittelpunkt der Aufmerksamkeit. Doch spätestens 2002 wurde klar, dass die Klimakrise auch den Südpol erreicht hat, denn in diesem Jahr brach vor der Antarktis eine riesige Eisplatte ab. Das Schelfeis hatte die doppelte Größe Londons, zersplitterte und wurde als Eisberge auf dem Meer davongetrieben. Bis heute sind bereits 75 Prozent dieser Schelfeisstücke verschwunden, das bedeutet geschmolzen.

 

Wie das Grönlandeis, liegt auch das antarktische Eisschild auf Land. Dieser Felsuntergrund liegt unter dem Meeresspiegel. Umgeben ist das Festlandeis von weit reichenden Schelfeisgebieten, die auf dem Meer liegen. Die Eisoberfläche in der Südpolregion ist zu kalt um zu schmelzen. Allerdings verliert die Antarktis Eis durch das sogenannte „kalben“, also dem Abtrennen von Tafeleisbergen an der Schelfeisgrenze sowie durch das Abschmelzen des Schelfeises durch das sich erwärmende Meerwasser.

 

Das Abschmelzen des Schelfeises bewirkt selbst keinen Anstieg des Meeresspiegels, wenn jedoch Teile des kontinentalen Eisschildes schmelzen, steigt der Pegel an. Abschmelzendes Eis der Antarktis ist derzeit bereits zu 16 Prozent am Anstieg des Meeresspielgels beteiligt.

 

Doch die Auswirkungen der Erderwärmung auf die Antarktis haben noch weiter reichende Auswirkungen: Das antarktische Eis macht 85,7 Prozent des gesamten Süßwassers der Erde aus.

 

 

Aktiv dem Klimawandel entgegentreten

Skeptiker des Klimawandels haben sicher Recht wenn sie darauf hinweisen, dass sich Klima schon immer natürlich verändert hat. Die Erderwärmung seit der Industrialisierung und ihre verheerenden Folgen spiegeln jedoch längst keine natürliche Entwicklung wider, sondern sind von Menschen gemacht: Der enorme Anstieg an CO2-Emissionen hat dazu geführt, dass die Erde zunehmend ins Schwitzen kommt.

 

Doch gegen diese Entwicklung kann jeder etwas unternehmen. Zum einen, in dem jeder seinen persönlichen CO2-Fußabdruck möglichst gering hält, zum anderen in dem klimafreundliche Technologien weiter ausgebaut und weltweit nutzbar gemacht werden

 

Investitionen in diesem Bereich lohnen sich. Nicht nur für das Klima, sondern auch für die Anleger. Denn Erneuerbaren Energien, Energieeffizienz und vielen weiteren klimafreundlichen Innovationen gehört die Zukunft. Das belegen auch die Renditeaussichten, die beispielsweise im Musterdepot Klima realisierbar sind. Ab einer Anlagesumme von 5.000 Euro können Anleger bei einer mittleren Laufzeit von acht Jahren eine sehr hohe ökologische Wirkung erzielen und eine Rendite zwischen sechs und zehn Prozent erwirtschaften.

 

 

 

 

 

  Carmen Junker ist Gründerin der Grünes Geld GmbH und Geschäftsführerin der Grünes Geld GmbH. Carmen Junker:“ Ein Grund mein berufliches Wirken speziell auf die Nachhaltige Geldanlage auszurichten ist, die Welt ein Stück positiver zu gestalten mit den Mitteln und Kenntnissen die mir zur Verfügung stehen. Aus der Verantwortung für die kommende Generation und weil ich selbst noch einige Jahre auf diesem schönen Planeten verbringen möchte“. Mehr zu ihr und Grünes Geld auf auf Xing, Facebook oder Twitter.

 

 

 

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