Autor: Gerd Junker 19. Januar 2018

Alles öko? – Die 5 besten Energiesparer & Klimaschützer im Haus

Zusammenfassung: Energiesparen und das Klima zu schützen geht Hand in Hand. Gerade der Verbrauch von Heizenergie und Strom im privaten Haushalt macht einen erheblichen Anteil am allgemeinen Energieverbrauch aus. Maßnahmen zur Energieeffizienz sowie zur Nutzung sauberer Energiegewinnung schützen nachhaltig das Klima und schonen langfristig den Geldbeutel.

 

 

Zuletzt erschienen in der Serie „Alles öko?“:

 

 

Energiesparen rund ums Haus!

 

 

Wer Energie spart, spart bares Geld und leistet einen positiven Beitrag für Umwelt und Klima. Gerade im Haushalt ergeben sich unzählige Möglichkeiten, Energiekosten zu drosseln. Doch auch die eigenen vier Wände selbst bergen eine ganze Menge an Einsparpotenzialen. Gerade Immobilienbesitzer und solche, die es werden wollen, können viel Geld sparen, wenn sie beim Bau oder der Sanierung auf energiesparende Maßnahmen setzen.

 

Mieter dagegen haben allerdings oft nur einen geringen Einfluss auf die Energieeffizienz ihrer Wohnung. Dennoch lässt sich auch ohne eigene Immobilie einiges tun.

 

 

 

 

Inhalt:

  1. Interessant für Mieter: der Blick in den Energieausweis
  2. Wichtig für alle: Art und Inhalt des Energieausweis
  3. Gut verpackt: Wärmedämmung
  4. Erneuerbare Energien ins Haus holen
  5. Auch ohne Sanierung: Auf Ökostrom setzen

 

 

 

1. Interessant für Mieter: der Blick in den Energieausweis

Laut einer Studie des Energieabrechnungsunternehmens Techem, zogen im Jahr 2016 rund zehn Prozent der Deutschen um. Der Wohnungsmarkt ist also in Bewegung und wer sich mitbewegt, muss auf viele Dinge achten. Schließlich spielen die Lage eines Mietobjektes und dessen Ausstattung eine genauso große Rolle, wie der Mietpreis und die zu erwartenden Nebenkosten.

 

Gerade letztere werden schnell unterschätzt. Eine vermeintlich günstige Miete kann schnell durch eine hohe Nebenkostenabrechnung zu einer erheblichen finanziellen Belastung führen. Denn die Energiekosten hängen stark ab von der Art und Qualität der Heizungsanlage und der Anlagen zur Warmwasserbereitung ab. Außerdem beeinflussen fehlende Dämmungen, veraltete Fenster und schlecht isolierte Außenwände sehr stark, wie effizient die eingesetzte Energie genutzt werden kann.

 

Damit die Freude über die neue Wohnung nicht mit einer bösen Überraschung endet, sollten künftige Mieter unbedingt einen kritischen Blick auf den Energieausweis des Objektes werfen. Denn bereits seit 2014 sind Vermieter dazu verpflichtet, ihren künftigen Mietern einen Energieausweis vorzulegen. Weigert sich ein Vermieter, den Energieausweis vorzulegen, drohen sogar drastische Bußgelder.

 

Sinn des Energieausweises ist es zum einen, generell das Thema Energieverbrauch ins Bewusstsein zu rücken, zum anderen erhalten Mietinteressenten so die Möglichkeit, ihre künftigen Kosten für Energie zuverlässig einzuschätzen. Niedrige Energiewerte sind also ein wichtiges Argument bei der Entscheidung für eine neue Wohnung.

 

Langjährige Mieter haben allerdings kein Recht darauf, einen Energieausweis einzusehen. Hier empfiehlt es sich, die eigenen Verbrauchswerte sowie die Betriebskostenabrechnung regelmäßig zu überprüfen. Ebenfalls vom verpflichtenden Energieausweis ausgenommen sind Objekte, die unter Denkmalschutz stehen sowie kleine Gebäude mit einer Gesamtfläche von unter 50 Quadratmetern.

 

 

2. Wichtig für alle: Art und Inhalt des Energieausweis

Energieausweis: Grün steht für einen niedrigen Energiebedarf.

Art und Inhalt des Energieausweises stellen ein wichtiges Thema dar, das sowohl Vermieter und Verkäufer als auch Miet- oder Kaufinteressenten gleichermaßen angeht.

 

Generell ist der Energieausweis ein mehrseitiges Dokument, das nur von speziell qualifizierten Energieberatern ausgestellt werden darf. Der Energieausweis (oder auch Energiepass) gibt Angaben über den Energiebedarf und -verbrauch.

 

Der bedarfsorientierte Energieausweis wird nach der vorhandenen Bausubstanz berechnet und wird hauptsächlich bei Neubauten und Sanierungen angewendet. Bei der Berechnung werden die unterschiedlichen Bauteile des Objektes und die Heizungsanlage berücksichtigt. Der Energieausweis gibt dementsprechend Auskunft über den errechneten Jahres-Primärenergiebedarf in Kilowattstunde (kWh) sowie über die primären Energiequellen für das Objekt.

 

Der verbrauchsorientierte Energieausweis wird nach dem tatsächlichen Energieverbrauch der vergangenen Jahre berechnet und wird vor allem bei bestehenden Gebäuden angewendet. Die Angaben des Energieausweises basieren daher auf den bisherigen Betriebskostenabrechnungen, die um Witterungseinflüsse bereinigt wurden.

 

Die Ergebnisse werden in Form einer Farbskala von grün nach rot aufbereitet. Dabei gilt das einfache Ampelsystem: Rot signalisiert einen schlechten Energiestandard des Objektes.

 

 

3. Gut verpackt: Wärmedämmung

Moderne Wärmedämmung zahlt sich schnell aus.

Eine professionelle Wärmedämmung ist für Eigenheimbesitzer eine ausgezeichnete Möglichkeit, hohe Energiekosten zu minimieren, den Wohnkomfort zu steigern und die Umwelt zu schonen, denn ein geringerer Energieeinsatz schont das Klima nachhaltig. Darüber hinaus gehören kalte Füße, Durchzug und ungemütliche Ecken im Haus der Vergangenheit an.

 

Allerdings hat eine gute Wärmedämmung auch ihren Preis. Den hohen Investitionskosten stehen dafür langfristige Einsparungen gegenüber. Laut einer Studie der Deutschen Energieagentur Dena, lassen sich alte Häuser mit einem Standard von 30 Prozent unter dem Niveau von Neubauten vollständig wirtschaftliche sanieren.

 

Denn nach der Wärmedämmung entsprechen die Häuser einem KfW-70-Haus. Das senkt die Heizkosten erheblich. Damit zahlen sich die Sanierungskosten bereits nach wenigen Jahren aus.

 

Bei einer Dämmung der Außenwände mit Styropor müssen Eigentümer mit Kosten bis zu 130 Euro pro Quadratmeter rechnen. Eine Innenwanddämmung schlägt mit rund 40 Euro pro Quadratmeter zu Buche. Hinzu kommen – je nach Objekt – die Kosten für die Dämmung von Decke und Dach, sowie – je nach Bedarf – der Austausch von Dichtungen, kompletten Fenstern oder Scheiben.

 

Experten empfehlen, bei einer anstehenden Sanierung der Hausfassade auch gleich die Chance zu ergreifen und eine Wärmedämmung vorzunehmen, denn hier bietet sich die Chance, die finanzielle Belastung gering zu halten, denn ein großer Teil der Kosten für Handwerker, Gerüstbau und Materialien fällt ohnehin an.

 

 

4. Erneuerbare Energien ins Haus holen

Alternative Wärmeversorgung – z.B. durch Pellet-Öfen.

Ehemals lautete ein gängiger Tipp zum Sparen von Heizkosten, Heizöl im Sommer zu bestellen. Doch mittlerweile hat sich längst die wichtige Erkenntnis durchgesetzt, dass fossile Energieträger – wie Öl und Gas – aus wirtschaftlicher und ökologischer Sicht ausgedient haben.

 

Im Jahr 2010 wurden nur noch lediglich zwei Prozent der Neubauwohnungen mit Ölheizung geplant. Und das ist auch gut so. Denn die fossilen Energien sind zum einen nur begrenzt verfügbar und damit teuer, zum anderen führt die Verbrennung der fossilen Energieträger zu einem erheblichen Ausstoß von CO2. Das belastet das Klima und lässt die Erderwärmung steigen.

 

Dennoch ist es nicht nötig zu frieren, um das Klima zu schützen. Denn alternative und umweltfreundliche Heizungen haben bereits einen Platz in vielen alten und neuen Häusern erobern können. Mit regenerativen Energien lassen sich zeitgemäße und kostensparende Heizungen realisieren, die Verbrauchern, Umwelt und Klima gleichermaßen nutzen.

 

Eine erfreuliche Entwicklung: Photovoltaikanlagen haben sich mittlerweile auf den Hausdächern stark verbreitet. Aber auch andere klimafreundlichen Technologien werden immer beliebter und setzen sich durch. In der Praxis werden derzeit kaum noch Gaskessel oder Pelletöfen ohne Anschlüsse für Sonnenkollektoren verkauft.

 

Durch das steigende Angebot und – nicht zuletzt – durch die Kombination unterschiedlicher Systeme für regenerative Energien, finden Sanierer und Bauherren moderne Lösungen für ihren individuellen Bedarf.

 

Besonders auf dem Vormarsch befinden sich Wärmepumpen. Laut einer Erhebung des Bundesverbandes der Energie- und Wasserwirtschaft, wurden im Jahr 2010 bereits rund 25 Prozent der neugebauten Wohnungen in Deutschland mit einer Wärmepumpenheizung ausgestattet. In Schweden verfügen bereits 95 Prozent aller Neubauten über eine Wärmepumpe.

 

Wärmepumpen sammeln die im Erdreich, im Wasser und der Luft gespeicherte Wärme, befördern diese ins Haus und lassen die Temperatur steigen. Bei gut gedämmten und isolierten Häusern, kann die Wärmepumpe als alleinige Heizung ausreichen. Aber auch in Altbauten und anderen weniger isolierten Gebäuden kann die Wärmepumpe eine umweltfreundliche Unterstützung eines weiteren Heizsystems sein.

 

Ebenfalls an Popularität gestiegen, sind Erd- und Grundwasser-Wärmepumpen. Diese befördern die Wärme aus tiefen bis zu 100 Metern ins Haus. Als Alternative zur Tiefenbohrung gewinnen auch Erdkollektoren an Bedeutung. Dieses System ähnelt einer Fußbodenheizung, denn Schläuche werden großflächig und flach auf dem Grundstück verlegt. Im Unterschied zur Fußbodenheizung allerdings wird keine Wärme abgegeben, sondern die Wärme aus dem Erdreich aufgenommen und im Haus genutzt. Insgesamt ergibt sich durch dieses System für ein Einfamilienhaus mit rund 150 Quadratmetern Wohnfläche eine Heizkostenersparnis von bis zu 70 Prozent gegenüber einer herkömmlichen Ölheizung.

 

Ob ein Solarthermie-Kollektoren, Wärmepumpen sowie Holz-Pelletöfen und Brennwertkessel allein oder kombiniert eingesetzt werden, hängt von den weiteren energetischen Voraussetzungen des Hauses ab. Die Kosteneinsparung von 70 Prozent gegenüber einem alten Heizsystem lassen sich jedoch im allgemeinen realisieren, denn viele Modelle dienen nicht nur der Heizung, sondern ebenso der Warmwasserbereitung. So reicht die Kombination von Erdwärme und Solarenergie von Frühling bis Herbst zum Heizen und Duschen aus, in sehr gut gedämmten Häusern sogar über das gesamte Jahr.

 

 

5. Auch ohne Sanierung: Auf Ökostrom setzen

Stromversorgung – direkt vom Dach in die Steckdose.

Neben den Heizkosten stellen auch die Stromkosten einen wichtigen Teil der laufenden Belastungen dar – sowohl für Mieter als auch für Wohneigentümer. Und auch hier lohnt es sich, auf regenerative Quellen zur Stromerzeugung zu setzen.

 

Den Strom aus der eigenen Photovoltaikanlage zu beziehen, stand bislang nur Hausbesitzern offen. Durch das neue Mieterstromgesetz aus dem Sommer des vergangenen Jahres, können nun auch Mieter in den Genuss des hauseigenen Stroms aus erneuerbaren Energien kommen, sofern sie das wünschen, denn die Auswahl des Stromanbieters bleibt den Mietern auch weiterhin freigestellt.

 

Das Mieterstromgesetz regelt die finanziell Förderung der hauseigenen Stromproduktion, wenn der erzeugte Strom auch wieder direkt – also ohne Netzeinspeisung – im Haus verbraucht wird.

 

Eine Win-Win-Situation, denn Vermieter werden finanziell motiviert, den Ausbau Erneuerbarer Energien mitzutragen, Mieter profitieren von einem günstigen Stromtarif. Ein weiterer Gewinner ist dabei das globale Klima, denn Mieterstrom ist auch ein wichtiger Meilenstein auf dem Weg zur Energiewende. Laut einer Studie des Bundeswirtschaftsministeriums  werden durch die Förderung des Mieterstroms bald rund vier Millionen Wohnungen mit sauberem Strom versorgt werden können.

 

Aber auch wer – noch – keine Photovoltaikanlage auf seinem Hausdach hat – gleichgültig, ob Mieter oder Eigentümer, sollte sich mit dem Thema Ökostrom auseinandersetzen. Denn Strom aus erneuerbaren Quellen, wie Wind, Sonne, Wasser und Biomasse, kann und sollte von jedem genutzt werden. Ein Vertrag mit einem regionalen oder überregionalen Ökostrom-Anbieter erteilt der gefährlichen Atomkraft und den klimaschädlichen Kohlekraftwerken eine Abfuhr und bringt die laufende Energiewende weiter in Schwung.

 

 

Klimafreundlich denken und investieren

Wer sich für den Einsatz erneuerbarer Energien in Haus oder Wohnung interessiert, weiß, wie wichtig der weitere Ausbau von Photovoltaik-Anlagen, Windparks und Blockheizkraftwerken  für eine gelingende Energiewende ist.

 

Investitionen in klimafreundliche Projekte, mittelfristige Geldanlagen oder Sparpläne bieten nahezu jedem Anlegertyp eine hervorragende Möglichkeit das Thema weiter voranzubringen und von dessen Erfolg finanziell zu profitieren.

 

Grünes Geld, Ihr erfahrener Experte für nachhaltige Geldanlagen, berät Sie gerne.

 

 

 

 

 

 

Gerd Junker ist Co-Gründer und Geschäftsführer der Grünes Geld GmbH. Gerd Junker: „Wir leben was wir tun! Und das ist ganz einfach, denn der doppelte Nutzen von grünen Geldanlagen ist überzeugend – die Welt verbessern und Rendite erhalten.“ Mehr zu ihm und Grünes Geld auf Xing, Facebook oder Twitter.
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