Autor: carmenju 15. Januar 2018

Sichere Geldanlage 2018: Teil 4 Immobilien und Immobilienfonds

Die Geldanlagen haben ein außergewöhnlich gewöhnliches Jahr 2017 erlebt. Es gab kaum negative Überraschungen, nach dem turbulenten Jahr 2016 (Brexit, Trump-Wahl) kehrte 2017 glücklicherweise mehr Normalität ein. Wie es im Jahr 2018 möglicherweise weitergeht möchte ich Ihnen in 5 Teilen zu unterschiedlichen Anlageklassen vorstellen.  Wer prüfen möchte, wie treffsicher diese Aussagen für die jeweiligen Vorjahre waren, kann dies hier tun: 2012, 2013, 2014, 2015, 2016 und 2017.

 

 

 

nachhaltige immobilien

 

 

Teil 1 – Aktien und Aktienfonds
Teil 2 – Anleihen und Anleihefonds
Teil 3 – Lebens- und Rentenversicherungen 
Teil 4 – Immobilien und Immobilienfonds (unten)
Teil 5 – Sachwerte wie Gold, Holz oder Windkraft 

 

 

 

Teil 4 – Sichere Geldanlage Immobilen und Immoblienfonds

 

Im bundesweiten Durchschnitt stiegen im Jahr 2017 die Kaufpreise für Wohnraum um rund sechs Prozent wie der Immobilenverband IVD ermittelte. In guten Lagen werden die sechs Prozent deutlich übertroffen. Am Bankenstandort Frankfurt gibt es explodierende Preise. Um 18 Prozent verteuerten sich Bestandseigentumswohnungen mit mittlerem Wohnwert von September 2016 bis September 2017.  Bei Neubau-Wohnungen mit vergleichbarer Ausstattung lag die Steigerung gar bei 18,75 Prozent. Bereits 2016 stiegen die Preise in Frankfurt einstellig.

 

In 2018 wird der Immobilenboom in Deutschland kein Ende nehmen, vor allem wenn private Käufer am Markt sind. Bei großen Wohnungsbeständen haben sich die Preise auf einem hohen Niveau eingependelt. Sobald die Häuser oder Wohnungen jedoch einzeln verkauft werden, sind den Preisen offenbar keine Grenzen gesetzt. Käufer die für die Selbstnutzung kaufen, rechnen nicht welche Rendite sie mit dem Objekt erzielen und sind bereit zu fast jedem Preis zu kaufen.

 

Anleger, die mit dem Gedanken spielen eine Wohnung zur Vermietung zu erwerben haben Probleme ein Objekt zu einem adäquaten Preis zu finden. Die Mietrendite liegt inzwischen unterhalb von vier Prozent. Mit der Weiterführung der Goßen Koalition in Berlin, wird die gesetzlich verordnete Mietpreisbremse weiterhin Bestand haben und die Ertragserwartungen für Vermieter einschränken. Auch wenn das Landgericht Berlin in einem jüngsten Urteil die Mietpreisbremse für verfassungswidrig erklärte ist unter einer Regierungsbeteiligung der SPD nicht mit einem Wegfall zu rechnen.  Der Zubau von Wohnraum hat inzwischen Fahrt aufgenommen und in den kommenden Jahren werden mehr Wohnungen als bisher entstehen. Dies dürfte auf Sicht der nächsten Jahre die Preise weniger stark steigen lassen.

 

Was für heimische Anleger kaum vorstellbar ist, dass die Preise für Wohnraum rückläufig sein könnten, ist inzwischen für schwedische Immobilieninvestoren allerdings Realität geworden. Dort geht gerade ein über zehn Jahre andauernder Immobilenboom zurück und erstmals fielen im Herbst in Stockholm die Preise um 4,3 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Auch in anderen Städten wie Malmö oder Göteborg stagnieren die Preise. Anleger mit Ambitionen für Immoblieninvestments sollten auch ein solches Szenario in ihre Kalkulation mit einbinden.

 

Vorerst werden in Deutschland die Preise wahrscheinlich weiter ansteigen, auch befeuert von weiterhin niedrigen Zinsen durch die Europäische Zentralbank. Neue Rekorde bei den Immobilienpreissteigerungen  werden für 2018 jedoch nicht zu erwarten sein.

 

Auch 2018 wird die Verlockung eine Wohnimmobilie als Geldanlage zu kaufen weiter bestehen. Wem es zu riskant ist in eine einzelne Wohnung zu investieren kann von Immobilienaktien oder Immoblienfonds profitieren.

 

Immoblienaktien und Immobilienaktienfonds als Alternative zum Wohnungskauf

 

In Deutschland haben Immobilienaktien (Real Estate Investment Trusts, REITs) längst noch nicht den Stellenwert bei der Geldanlage wie in anderen Ländern. Die Deutschen, wenig aktienaffin, scheuen die Volatilität, d. h. sie fürchten die Schwankungen. Dabei heisst es, kombinieren die Immobilenaktien, anders als die offenen und geschlossenen Immobilienfonds, die Stabilität der Immobilie mit der tatsächlich täglichen Verfügbarkeit der Aktie. Immobilienaktiengesellschaften investieren sowohl in gewerbliche Immobilien als auch Wohnimmobilen.

 

Zu den großen Gewinnern dürfte 2018 der Büroimmobilenmarkt mit sinkendem Leerstand und steigenden Mieten sein. Die Erwartung an die Wertentwicklung im Jahr 2018 liegt über der Inflationserwartung. Die durchschnittliche Bardividende wird zwischen 4 und 5 Prozent avisiert.

 

Aus dem Hause Jaffra Sarasin gibt es den JSS Sustainable Equity – Real Estate Global. Dieser Fonds investiert weltweit in börsennotierten Aktien und Beteiligungspapieren von Unternehmen, deren Tätigkeit mehrheitlich auf den Immobilien-Sektor ausgerichtet ist. Wichtiges Investitionskriterium ist dabei, dass diese bei ihrer Geschäftstätigkeit ökologische und soziale Nachhaltigkeitsaspekte mitberücksichtigen.

Als Unternehmen aus dem Immobiliensektor werden u.a. solche verstanden, deren Tätigkeit in der Erschliessung, Überbauung und Nutzung von Grundstücken liegt oder Unternehmen, die zur Erzielung eines überwiegenden Teils ihrer Einkünfte Eigentum an Grundstücken und Immobilien besitzen.

Für Anleger, die eine globales Immobilieninvestment in ihre Anlagestrategie einbinden möchten, stellt dieser Fonds eine Ergänzungsanlage dar. Schwankungen sind möglich, so betrug die Performance in 2017 auch aufgrund des schwachen US-Dollars lediglich -2,8 Prozent. Im Durchschnitt der letzten drei Jahre brachte die Anlage jedoch eine Rendite von 4,3 Prozent p.a.

 

 

Fazit: Privatanleger werden 2018 weiter in den Immobilenmarkt investieren. Die vermeintlich sichere Geldanlage „Betongold“ wirft leider nur noch mittelmäßige Renditen ab, da die Einkaufspreise bereits stark angestiegen sind. Anleger sollten bei Vermietungsobjekten vor einem Engagement sehr intensiv prüfen und eine alle Faktoren (bspw. Mietausfall wegen Neuvermietung, Reparaturleistungen und Kaufnebenkosten) umfassende Nettorendite berechnen. Eine Mietrendite von rund 3 Prozent dürfte die Erwartung für 2018 sein.

 

 

 

  Carmen Junker ist Gründerin der Grünes Geld GmbH und Geschäftsführerin der Grünes Geld GmbH. Carmen Junker:“ Ein Grund mein berufliches Wirken speziell auf die Nachhaltige Geldanlage auszurichten ist, die Welt ein Stück positiver zu gestalten mit den Mitteln und Kenntnissen die mir zur Verfügung stehen. Aus der Verantwortung für die kommende Generation und weil ich selbst noch einige Jahre auf diesem schönen Planeten verbringen möchte“. Mehr zu ihr und Grünes Geld auf auf Xing, Facebook oder Twitter.

 

 

 

 

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