Autor: Gerd Junker 21. Februar 2018

Förderungen für Dämmung und energetische Sanierung

 

Wer ein neues Haus baut oder eine Immobilie sanieren will, kommt nicht umhin, sich über die Wärmedämmung Gedanken zu machen. Denn um langfristig Kosten zu sparen und energieeffizient zu heizen, ist eine gute Dämmung unabdingbar. Bauherren können zudem die finanzielle Belastung für ihren Neubau deutlich senken. Zwar schlägt eine Wärmedämmung zunächst mit hohen Kosten zu Buche, doch als Anreiz belohnt der Staat Bauherren und sanierungswillige Eigenheimbesitzer mit speziellen Förderprogrammen. Wer richtig frühzeitig plant, kann überdies von besonders günstigen Kreditkonditionen profitieren.

 

Der Staat bezuschusst Wärmedämmung

 

 

Innenwände dämmen: handwerkliches Geschickt ist gefragt

Sobald der Entschluss gefasst ist, ein Haus zu bauen oder eine Modernisierungsmaßnahme durchzuführen, sollten unbedingt die Angebote der KfW (Kreditanstalt für Wiederaufbau) in Augenschein genommen werden. Hier finden sich Fördermaßnahmen für diverse Haustypen, die als Niedrigenergiehäuser bezeichnet werden. Für die Wärmedämmung sind bestimmte Vorgaben zu erfüllen, doch prinzipiell werden Dachdämmung, Fassadendämmung, Geschossdeckendämmung und Kellerdämmung bezuschusst. Durch eine Dachdämmung werden die Heizkosten deutlich gesenkt, die effektivste Variante ist die sogenannte Aufsparrendämmung. Günstiger geht es mit der traditionellen Zwischensparrendämmung. Die Energiesparverordnung verpflichtet Hausbesitzer zwar zur Dämmung der obersten Geschossdecke, doch die KfW gewährt trotzdem noch jede Menge Zuschüsse. Nach ähnlichen Prinzipien wird eine Fassadendämmung durchgeführt. Während es sich im Neubau lohnt, den Keller innen und außen zu dämmen, sollte sich im Bestandsbau auf die Decke beschränkt werden.

 

Vor der Förderung steht der Energieberater

 

Um eine Förderung über die KfW zu beantragen, muss sich vorab an den zuständigen Energieberater gewendet werden. Dadurch wird die Verbesserung des energetischen Zustandes der Immobilie garantiert. Der Energieberater identifiziert Kälte- und Wärmebrücken im Haus und passt die Dämmung an die Bauweise an. Hausbesitzer denken oft, es sei mit einer Wärmedämmung der Fassade getan, doch ein Großteil der Energie verschwindet im Nichts, weil Fenster und Türen schlecht gedämmt sind. Daher sollten die Posten für neue Türen und Fenster vorab in das Budget einkalkuliert werden. Sobald die Entscheidung für eine Dämmungsform gefallen ist, muss sich um die Isolierung gekümmert werden. So kann die Feuchtigkeit aus den Räumen nicht via die Wände in den Außenbereich diffundieren. Wer gewissenhaft lüftet, kann dem Problem Abhilfe schaffen. Im Neubau empfiehlt es sich, gleich eine Belüftungsanlage mitzuinstallieren. Diese Investition ist ebenfalls bares Geld wert, denn eine energieeffiziente Heizung, die sich erneuerbarer Energien bedient, eine korrekte Wärmedämmung sowie eine Lüftung sparen Hausbesitzern über Jahrzehnte eine Menge Kosten. Hat der Sachverständige alle Werte für das Haus ermittelt, die von der KfW vorgeschrieben sind, geht er mit dem Immobilienbesitzer gemeinsam den Weg vom Förderungsantrag bis zur Umsetzung der Wärmedämmung.

 

Den Antrag vor Sanierungsbeginn stellen

 

Der Antrag bei der KfW muss zwingend vor der Sanierung oder dem Baubeginn gestellt werden im Nachhinein ist kein Zuschuss mehr möglich. Abhängig vom infrage kommenden Programm wird dem Hausbesitzer für sein Dämmungsvorhaben entweder ein Zuschuss von bis zu 5000 Euro oder ein kostengünstiger Kredit von maximal 27.500 Euro pro Wohneinheit plus 27,5 Prozent Tilgungszuschuss gewährt. Es lohnt sich also in jedem Fall, die Dämmung eines Hauses so auszurichten, dass die Standards des KfW-Effizienzhauses erfüllt werden. Wer mit der Wärmedämmung zugleich auch eine Solarthermienanlage installiert, kann von einer Zusatzförderung des Bundesamtes für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA) profitieren.

 

Die Arbeit besser dem Fachmann überlassen

 

Die Wärmedämmung an einem Haus vorzunehmen ist nicht allzu schwierig, so müssen einfach nur die Dämmplatten auf der Fassade angebracht und verklebt werden. Wer nicht wirklich fit in der Materie ist, sollte die Arbeit besser einem Profi überlassen. Selbst kleine Fehler bei der Wärmedämmung, wie etwa Luftpolster, können die Effizienz später mindern. Die Entscheidung für den Fachmann hat jedoch auch optische Gründe. Als Teil der Fassade wird die Wärmedämmung später mit Estrich und einer Farbschicht überzogen. Kleine Fehler fallen daher sofort ins Blickfeld, weshalb eine saubere Arbeit unabdingbar ist. Sind die Arbeiten abgeschlossen, sollten Hausbesitzer darauf bestehen, die Wirkung der neuen Wärmedämmung mit entsprechenden Messgeräten demonstriert zu bekommen.

 

Kleinere Sanierungsmaßnahmen mit einem Kleinkredit finanzieren

 

Nicht immer sind umfassende Sanierungsarbeiten notwendig. Ein Hausbesitzer kann viele Reparaturarbeiten auch im Alleingang vornehmen. Für kleinere Investitionen empfiehlt es sich, einen entsprechenden Kleinkredit aufzunehmen. Diese nicht an ein Bauvorhaben gebundenen Kleinkredite werden nicht ins Grundbuch eingetragen. Um einen derartigen Kredit zu erhalten, ist zwar Bonität notwendig, jedoch kein weiterer Nachweis von Sicherheiten erforderlich.

 

 

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