Autor: Gerd Junker 16. März 2018

Die Konditionen der 4 wichtigsten Ökobanken: Ethikbank, Umweltbank, Triodos und GLS Bank

Zusammenfassung: Wer nicht nur seine Geldanlagen, sondern auch seine täglichen Bankgeschäfte konsequent nachhaltig gestalten will, hat nur eine geringe Auswahl an Banken zur Verfügung. In Deutschland teilen sich vier Anbieter den Markt für ethische und ökologische Geldgeschäfte.

 

glsbank_umweltbank_ethikbank_triodos

Die etwas andere Umweltbank: Keine Zinsen, aber gute Aussichten.

 

 

Geld und Gewissen schließen sich längst nicht mehr aus. Denn viele Menschen haben begriffen, dass sie mit ihrem Geld die Weichen für eine bessere Welt (mit)stellen. Banken und Finanzdienstleister haben längst diese Zielgruppe für sich entdeckt und schnüren entsprechende Pakete.

 

Wer sein Geld ethisch und ökologisch einwandfrei anlegen will, hat im Markt mittlerweile eine breite Auswahl an Fonds, Wertpapieren und interessanten Sachwerten.

 

Wer allerdings seine alltäglichen Geldgeschäfte ebenso konsequent nach ethischen, umwelt- und klimafreundlichen Gesichtspunkten tätigen will, kann sich derzeit nur auf wenige Anbieter verlassen. In Deutschland teilen sich derzeit lediglich vier Anbieter diesen Markt untereinander auf: Ethikbank, Umweltbank, Triodos und GLS Bank.

 

 

 

Die Ökobank – Mutter der Ökobanken

Als 1988 in der Finanzmetropole Frankfurt am Main die erste Ökobank gegründet wurde, war die Sensation perfekt. Der Verein „Freunde und Förderer der Ökobank“ hatte über vier Jahre hinweg das notwendige Kapital für Gründung zusammengetragen und ein Konzept entwickelt, um als Bank zugelassen zu werden. Mit einem Genossenschaftskapital von immerhin 7,8 Millionen DM ging die Bank an den Start. Vor dem Hintergrund des Nato-Doppelbeschluss fand die Idee einer Bank, die mit den anvertrauten Geldern nicht die boomenden Rüstungsindustrie finanziert, viele Unterstützer. Als die Ökobank Anfang des Jahrtausends in die wirtschaftliche Schieflage geriet, wurde sie von der GLS Gemeinschaftsbank eG übernommen. Mittlerweile behaupten sich die GLS und ihre Mitbewerber, Ethikbank, Umweltbank und Triodos tapfer im hart umkämpften Finanzmarkt. (Hier geht’s zur vollständige Liste aller Ökobanken).

 

Derzeit befinden sich die Konditionen der Banken weiterhin auf einem historischen Tiefstand. Und eine Ende dieser Talsohle ist – Experten zu Folge – noch lange nicht in Sicht. Eine Situation, die auch die vier wichtigsten Ökobanken in Deutschland zu spüren bekommen.

 

Kunden, die ihr Geld ethisch-ökologisch sauber verwaltet wissen wollen und auf Bankeinlagen setzen,   finden bei diesen Banken das passende Angebot.  Die Top 4 untercheidet sich allerdings hinsichtlich ihrer Kriterienkataloge. Anleger mit besonderen Wünschen, zum Beispiel Veganer, die die Ausbeutung von Tieren auch bei Ihrer Geldanlage vermeiden möchten, haben es jedoch auch hier schwer einen rundum passenden Service zu finden.

 

 

 

1. Ethikbank

Die Anlagekriterien der Ethikbank sind streng und für die meisten Anleger, die Wert auf einen nachhaltigen Anbieter legen,  ausreichend. Die Ethikbank folgt einem Negativ- und Positiv-Ansatz mit nahezu allen bekannten Kriterien. Dazu zählen der Ausschluss von Militärwaffen, Kinderarbeit, Korruption aber auch die Negativ-Kriterien wie beispielsweise Spekulation mit Rohstoffen und Nahrungsmitteln.

 

Das Tagesgeldkonto kennt keine Mindestanlagesumme, ist kostenfrei, bietet aber aktuell auch mit 0,00 Prozent überhaupt keine Zinsen. Der gleiche Zinssatz gilt für alle Festgeld-Varianten (ab 5.000 Euro). Sparbriefe werden erst ab 2.500 Euro mit bis zu zehn Jahren Laufzeit angeboten – Zins: ebenfalls 0,0 Prozent. Da stellt sich schon die Frage, wer sich dafür erwärmen können soll.

 

Für ein Girokonto bei der Ethikbank werden monatlich 8,50 Euro fällig. Mit der BankCard für 15 Euro im Jahr können sich Kunden kostenlos an rund 20.000 Geldautomaten mit Bargeld versorgen. Außerdem bietet die Ehtikbank ab 35 Euro Jahresgebühr eine MasterCard an.

 

 

2. Umweltbank

Die Umweltkriterien der Umweltbank sind ebenfalls streng und an deutschen Maßstäben ausgerichtet. So zählt beispielsweise der für Deutschland wichtige Punkte, Ausschluss von Kernenergie, zu den Ausschlusskriterien. Ein wichtiger Punkt, denn in anderen Ländern – wie etwa den USA –  ist Atomkraft auch in Ethikfonds zu finden. Insgesamt umfasst der Katalog der Umweltbank  jedoch etwas weniger Kriterien als bei anderen Ökobanken. So fehlen zum Beispiel der Ausschluss von Nahrungsmittelspekulationen oder der Ausschluss von Suchtmittel-Produzenten wie etwa die Alkohol- und Tabakindustrie.

 

Wer eine Bank zur Kontoführung sucht, ist bei der Umweltbank an der falschen Adresse. Ein Tagesgeldkonto kann ab 500 Euro eröffnet werden und bietet 0,025 Prozent Zinsen (ab 100.000 Euro 0,01 Prozent, ab 500.000 Euro 0,0 Prozent). Es gibt ein Wachstumssparen mit unterschiedlichen Laufzeiten von ein bis sieben Jahren – und 0,1 Prozent Zins im ersten Jahr, 0,2 Prozent im zweiten Jahr bis hin zu 1,0 Prozent im 7. Jahr. Sparbriefe werden ab 500 Euro angeboten, bei zwei Jahren Laufzeit zahlt die Bank 0,2 Prozent. Bei 20 Jahren Laufzeit gibt es immerhin 1,25 Prozent.

 

 

3. Triodos

Bei der Triodos Bank erfolgt die ethisch-ökologische Auswahl über den Investment-Ansatz und Ausschlusskriterien. Die Ausschlüsse sind streng. Obwohl Triodos eine ausländische Bank ist fehlt, der Ausschluss von Kernenergie hier nicht. Auch in Bereiche wie die Pelz- oder Tabakindustrie  wird nicht inverstiert. Der Investment-Ansatz sieht allerdings den er liberalen Best-in-Class-Ansatz vor. Dafür betreibt Triodos eine aufwendige Engagement-Strategie. Das heißt, Triodos wirkt aktiv auf Unternehmen ein, um sie zum Umdenken zu bewegen.

 

Ein Girokonto wird für eine Gebühr von monatlich 4,50 Euro angeboten. Mit der Triodos-Kreditkarte kommen Kunden an allen Bankauromaten mit MasterCard-Logo gebührenfrei an Bargeld.  Beim Tagesgeldkonto gibt es derzeit 0,05 % Zinsen ohne Mindestanlagesumme.

 

 

4. GLS Bank

Last-but-not-least die GLS Bank, die größte und älteste Ökobank in Deutschland. Ihre Anlagegrundsätze sind umfassend. Hier werden auch Punkte wie Suchtmittel oder chlororganische Massenprodukte berücksichtigt. Engagement wird nicht betrieben, aber ein besonderer Wert auf die Positiv-Kriterien gelegt, die die hauptsächliche Investitionsrichtung vorgeben.

 

Die GLS Bank versteht sich als Vollbank und bietet entsprechend ein Girokonto für 3,80 Euro monatlich an. Hinzu kommen jedoch auch noch für jeden Kunden fünf Euro GLS Beitrag. Bargeld ist kostefrai an den Automaten der Volks-und Raiffeisen- sowie Spardabanken verfügbar.  Das Tagesgeldkonto kennt zwar keine Mindestanlagesumme, dafür ist der Zinssatz aber auch komplett auf 0 Prozent. Sparbriefe bietet die GLS Bank mit 3 Jahren (0,0 Prozent), 5 Jahren (0,15 Prozent) oder 7 Jahren (0,25 Prozent) Laufzeit an.

 

 

Mehr Erträge gefällig?

Eine ethisch und ökologisch korrekte Bank für die Führung eines Girokontos ist eine gute Sache. Bei der Anlage größerer Summen können die Anlager jedoch mehr erwarten als eine Verzinsung zwischen null und einem Prozent. Grünes Geld, erfahrener Exerte im Bereich der nachhaltigen Geldanlagen hält für seine Kunden mehr als 300 interessante Angebote bereit. Diese sind nicht nur gut für Gesellschaft, Umwelt und Klima, sondern ermöglichen auch eine attraktive Rendite, die konventionellen Geldanlagen in diesem Punkt in nichts nachstehen. 

 

 

vermögensaufbau-gruenes-geld 

 

 

 

Gerd Junker ist Co-Gründer und Geschäftsführer der Grünes Geld GmbH. Gerd Junker: „Wir leben was wir tun! Und das ist ganz einfach, denn der doppelte Nutzen von grünen Geldanlagen ist überzeugend – die Welt verbessern und Rendite erhalten.“ Mehr zu ihm und Grünes Geld auf auf Xing, Facebook oder Twitter.
Facebook Like

Comments are closed.