Autor: Carmen Junker 20. April 2018

Altersvorsorge & Co. – Tipps für Berufseinsteiger

Zusammenfassung: Der erste richtige Job – jetzt gilt es, sich im Berufsleben zu beweisen. Auch wenn die Freizeit knapp wird – etwas Zeit für die Planung und Auswahl wichtiger Versicherungs- und Vorsorgeverträge muss sein.

 

 

Nach Schule oder Studium – der Start in den Beruf.

 

 

Die Temperaturen steigen und die ersten warmen Tage und Abende locken zu Aktivitäten im Freien. Ein Vorgeschmack auf den Sommer. Viele Schülerinnen und Schüler freuen sich jetzt schon auf die großen Ferien. Für viele von ihnen werden es die letzten dieser Art sein. Für Sie beginnt dann ein neuer Lebensabschnitt.

 

Auch viele Studierenden werden nach ihrem erfolgreichen Bachelor- oder Masterabschluss in diesem Sommer ihren ersten richtigen Job antreten. Egal ob nach der Schule oder dem Studium – unzählige junge Menschen müssen sich nicht nur in einem völlig anderen Umfeld neu orientieren, sondern auch unzählige kleinere und größere Formalitäten erledigen.

 

Versicherungen und Vorsorgeverträge sind zwar für die meisten nicht die spannendste Lektüre – sind aber unvermeidlich für den Start ins neue und selbstständige Leben.

 

 

 

Wer jetzt mit etwa 17 Jahren die Schule verlässt und eine Ausbildung beginnt, hat sage und schreibe gut ein halbes Jahrhundert der Erwerbstätigkeit vor sich. Klingt erst einmal brutal, kann – und soll – jedoch eine bereichernde und aufregende Zeit mit vielen Erfahrungen werden.

 

Eine bittere Wahrheit kann jedoch vorweg geschickt werden: Wer jetzt ins Berufsleben startet, zahlt zwar ordentlich in die gesetzliche Rentenversicherung ein, wird jedoch selbst kaum etwas ausgezahlt bekommen.

 

Inhalt

Schulfach Altersvorsorge

Schritt für Schritt in die Zukunft

Ziel der Altersvorsorge

Baukastenprinzip Altersvorsorge

Baustein Lebensversicherung

Baustein Riester-Rente

Baustein betriebliche Altersvorsorge

Berufsunfähigkeitsversicherung

Vermögenswirksame Leistungen

 

Wissen, was die Zukunft bringt!?

 

Schulfach Altersvorsorge

Obgleich Wirtschafts- und Finanzfragen an Bedeutung innerhalb der Gesellschaft zugenommen gewonnen haben, werde diese Fragen in Schule, Studium oder Ausbildung kaum behandelt. Eine vertane Chance.

 

Denn gerade für die jetzt junge Generation ist es nicht nur enorm wichtig, vorzusorgen. Diese Generation hat die Chance, extrem effektiv und erfolgreich vorzusorgen, denn selbst in einem schwierigen Anlageumfeld und niedrigen Zinsen ist der Faktor Zeit extrem bedeutsam. Wer jetzt mit der Altersvorsorge startet, kommt auch mit geringen Summen ans Ziel.

 

 

Schritt für Schritt in die Zukunft

Bei der Ausbildungsvergütung oder dem Einstiegsgehalt handelt es sich im Allgemeinen um keine horrenden Summen. Und sicher hat jeder junge Mensch kleinere und größere Wünsche, die nun endlich in Erfüllung gehen sollen.

 

Dennoch heißt es jetzt realistisch bleiben: an einer soliden privaten Rentenversicherung führt heutzutage kein Weg mehr vorbei. Dabei stehen junge Leute heute vor der Frage, welche Art der Altersvorsorge die passende ist.

 

Dazu gibt es kein Patentrezept. Zudem ist auch die Höhe der Einkünfte sehr unterschiedlich – eine pauschale Aussage, dass monatlich eine ganz bestimmte Summe zurückgelegt werden muss, kann entsprechend nicht für alle passen.

 

Ein Anlagebetrag, der für einen berufsbeginnenden Ingenieur problemlos zu schaffen ist, ist für einen Bäckerlehrling dagegen nicht unbedingt zu schaffen. Für alle gilt jedoch der Rat, so zeitig wir möglich mit er Vorsorgeplanung zu beginnen.

 

 

Ziel der Altersvorsorge

Das Ziel der frühzeitigen Altersvorsorge ist es, ausreichend viel Geld für die Zeit nach dem Erwerbsleben anzulegen. Wieviel ausreichend genau ist, lässt sich nicht pauschal ermitteln.

 

Schließlich hängt diese Frage auch davon ab, ob Wohneigentum vorhanden ist oder noch Miete gezahlt werden muss. Ein weiterer relevanter Aspekt: Müssen Angehörige versorgt werden oder befinden sich die eigenen Kinder noch in der Ausbildung. Fragen, die ein Jugendlicher beim Start ins Berufsleben kaum beantworten kann.

 

Daher hat sich folgende Faustregel bewährt: Um im Alter den gewohnten Lebensstandard zu halten, sollten rund 70 Prozent des bisherigen Gehalts als zukünftige, monatlich benötigte Renten-Auszahlung angesetzt werden.

 

 

Baukastenprinzip Altersvorsorge

Ein Berufsleben kennt heute verschiedene Stationen. Dass ein Arbeitnehmer von der Ausbildung bis zur Verrentung in ein und dem selben Beruf – oder gar im gleichen Unternehmen – gearbeitet hat, ist die absolute Ausnahme.

 

Jobwechsel, Weiterqualifizierungen, Sabbaticals, Auslandsaufenthalte, berufliche Neuorientierung – das alles ist längst Normalität. Eine gute Altersvorsorge muss sich daher flexibel an die jeweilige Lebenssituation anpassen lassen.

 

Wie die Erwerbsbiographie sich aus verschiedenen Bausteinen zu einem großen ganzen fügt, besteht auch die Altersvorsorge nicht mehr aus einem einzigen Element, der gesetzlichen Rentenversicherung. Diese ist nur noch ein Steinchen im Mosaik.

 

 

Baustein Lebensversicherung

Eine Lebensversicherung zur Vermögensbildung kann ein Teil der privaten Altersvorsorge sein. Bei Vertragsabschluss werden Laufzeit und Versicherungssumme festgelegt.

 

Nach Ablauf der Laufzeit steht das angelegte Geld entweder in einer Summe zur Verfügung oder wird als monatliche Rente ausgezahlt.

 

Bis dahin wird es für sehr sicherheitsbewusste Anleger vom Versicherer verwaltet (Deckungsstock, derzeit ca. 2 – 2,5 Prozent Gesamtverzinsung) oder in Investmentfonds (langfristige Rendite von bis zu 6 Prozent möglich) angelegt.

 

Darüber hinaus sollten gerade Berufsanfänger bedenken, dass eine vorzeitige Kündigung oder ausgesetzte Zahlungen die Lebensversicherung häufig zu einem Verlustgeschäft machen.

 

Besonders in den ersten Jahren liegt der Rückkaufwert der Versicherung deutlich unter der Summe der bis dato geleisteten Beträge. Erst ab 12 bis 15 Jahren kehrt sich das Bild und Lebensversicherungen können attraktive Nachsteuer-Renditen erzielen.

 

Blick in Richtung Zukunft!

 

Baustein Riester-Rente

Ein staatlich geförderter Baustein der privaten Altersvorsorge ist die Riester-Rente. Es handelt es sich um ein staatlich gefördertes Modell der Altersvorsorge, das im Zuge der Rentenreform Anfang des Jahrtausends eingeführt wurde.

 

Die Spielregeln der Riester-Rente sind recht komplex. Um die Zusammenhänge zwischen den Eigenbeiträgen, den staatlichen Zulagen und den resultierenden steuerlichen Vorteilen genau zu durchdringen, sollte mehr als ein freier Nachmittag reserviert werden.

 

Darüber hinaus stehen viele Riester-Produkte in der Kritik, sich – trotz Zuschüsse vom Staat – kaum zu lohnen. Als Faustregel für die Riester-Rente gilt, dass sich ein Vertrag bei einem geringen Einkommen, bei vielen Kindern oder bei einem sehr hohen Einkommen durchaus rechnet.

 

Wer „riestern“ will, muss für die vollen staatlichen Zulagen mindestens vier Prozent seines Brutto-Jahreseinkommens ansparen. Die Höchstgrenze liegt jedoch bei 2.100 Euro im Jahr.

 

Wer sich – nach ausführlicher Beratung – für einen Riester-Vertrag entscheidet, sollte am Ball bleiben. Wird der Riester-Vertrag vorzeitig gekündigt, geht auch die komplette staatliche Förderung verloren.

 

Wer ernsthaft ans auswandern denkt, sollte auch die Finger von einem Riester-Produkt lassen, denn die staatliche Förderung geht auch dann verloren, wenn der Wohnsitz ins Ausland verlegt wird.

 

 

Baustein betriebliche Altersvorsorge

Alle Auszubildenden, Angestellte und Arbeiter haben Anspruch auf die betriebliche Altersvorsorge – jedoch nur jeder dritte nimmt diese Option als Teil seiner Altersvorsorge wahr.

 

Im Prinzip ist die betriebliche Altersvorsorge nichts anderes, als ein Umwandlung des Lohns in eine Betriebsrente; häufig kommt noch etwas Geld vom Arbeitgeber hinzu. Heutzutage seltener anzutreffen ist die komplett vom Arbeitgeber finanzierte betriebliche Altersvorsorge.

 

Für die betriebliche Altersvorsorge wird meist ein Teil des Bruttogehalts einbehalten. Der Arbeitgeber kann dieses Geld dann in eine Versorgungseinrichtung, Unterstützungs- oder Pensionskasse oder – wie meist – in eine Direktversicherung einzahlen.

 

Diese zahlt dann später eine lebenslange Betriebsrente an den Arbeitnehmer aus.

 

Für die betriebliche Altersvorsorge können jährlich maximal vier Prozent der Beitragsbemessungsgrenze der gesetzlichen Rentenversicherung sozialversicherungsfrei eingesetzt werden; maximal acht Prozent steuerfrei.

 

Welche Art der betrieblichen Altersvorsorge angeboten wird, können Arbeitnehmer nicht auswählen; das gibt der Arbeitgeber meist vor.

 

Die betriebliche Altersvorsorge ist vor allem für Arbeitnehmer geeignet, die über viele Jahre hinweg im gleichen Unternehmen beschäftigt sind. Aber auch mit Jobwechsel gehen die Ansprüche nicht verloren.

 

Allerdings müssen die Ansprüche aus bislang eingezahlten Beiträgen übertragen werden oder bleiben im Alt-Vertrag stehen, falls der neue Arbeitgeber den Vertrag nicht übernimmt. Das ist teilweise mit hohem Aufwand verbunden.

 

 

Woran Berufsstarter jetzt auch noch denken sollten …

… Berufsunfähigkeitsversicherung

Fit und gesund ins Berufsleben starten – eine tolle Sache. Aber was geschieht, wenn die Arbeitskraft aufgrund von Erkrankungen verloren geht? Eine Berufsunfähigkeit kann die gesamte Lebensplanung zerstören – auf persönlicher, wie auch finanzieller Ebene.

 

Daher zählt die Berufsunfähigkeitsversicherung (BU) zu den wichtigsten Versicherungen schlechthin. Da eine BU ihren Kunden recht hohe Beiträge abverlangt, ist es sinnvoll, möglichst jung (und gesund) einzusteigen und sich so einen günstigen Beitrag zu sichern.

 

Am besten ist der Abschluss der BU-Versicherung bereits in Schulzeiten, denn so wird der Vertrag in einer relativ günstigen Gefahrenklasse (Schüler) abgeschlossen. Wer dann doch nach der Schule einen – aus Sicht der Versicherer – riskanteren Beruf ausübt, bleibt in der günstigen Einordnung bei Versicherungsabschluss.

 

Sinn und Zwecke der Berufsunfähigkeitsversicherung ist es, im Fall einer Berufsunfähigkeit die finanzielle Lücke durch das fehlende Einkommen zu schließen. Diese Lücke ist umso größer, je früher eine Berufsunfähigkeit eintritt.

 

Denn junge Menschen haben noch keine ausreichende Absicherung aufbauen können und geraten schlimmstenfalls ohne Versicherungsschutz leicht in die staatliche Grundsicherung. Dass diese nur wenig Lebensqualität ermöglicht, ist hinlänglich bekannt.

 

Wer also kurz vor dem Eintritt ins Erwerbsleben steht, sollte sich umgehend um eine Berufsunfähigkeitsversicherung bemühen. Denn die Versicherungsgesellschaften prüfen ihre zukünftigen Kunden auf Herz und Nieren – gewissermaßen im wörtlichen Sinn.

 

Für den Abschluss einer Police ist eine Gesundheitsprüfung  Voraussetzung. Für Berufsanfänger bieten verschiedene Gesellschaften auch vereinfachte Gesundheitsprüfungen an. Das bietet die Chance, auch bei Vorerkrankungen noch einen guten Versicherungsschutz zu erhalten.

 

Handwerk hat goldenen Boden – aber eine hohe BU-Risikoklasse.

 

… Vermögenswirksame Leistungen

Wer jetzt ins Berufsleben startet, sollte nicht vergessen, Vermögenswirksame Leistungen (VL) in Anspruch zu nehmen. Dazu sind fast alle Angestellten berechtigt. VL-Leistungen werden vom Arbeitgeber monatlich gezahlt.

 

Das Geld kann beispielsweise im Rahmen eines Fondssparplans angelegt werden und steht nach frühestens sieben Jahren zur Verfügung. Wie hoch die VL-Leistungen ausfallen, ist regional und nach Branche verschieden.

 

Die Beträge variieren zwischen 6,65 Euro und 40 Euro. Dabei hat jeder Beschäftigte das Recht, die Summe auf 40 Euro aufzustocken und so die staatliche Förderungen und die steuerlichen Vorteile voll auszuschöpfen.

 

Am lukrativsten sind dabei moderne Fondssparpläne in ethisch-ökologisch ausgewählte Unternehmen. Aus monatlich 40 Euro können auf diese Weise bereits nach zehn Jahren über 9.350 Euro (BVI-Methode) werden. Der Einsatz hat sich dann fast verdoppelt.

 

 

… die Welt, in der wir leben

Wer jetzt ins Berufsleben startet, sollte auch die Welt in der wir leben nicht vergessen. Denn eine gute Ausbildung und ein fair bezahlter Beruf – das ist schon so viel mehr, als sich ein Großteil der Weltbevölkerung erhoffen kann.

 

Die Schere zwischen arm und reich klafft immer stärker auseinander. Da klingen Entscheidungen darüber, welche Geldanlage die beste ist, nach Luxusproblemen.

 

Das trifft jedoch nicht ganz zu. Denn die Entscheidungen über die Art und Weise, wie wir Geld anlegen, wirkt sich mehr oder weniger direkt auf die gesamte Welt aus. Daher sollten die Weichen gleich richtig gestellt werden:

 

Nachhaltige Geldanlagen sind der optimale Einstieg in die Welt der Finanzen und wirken sich ökologisch und ethisch positiv auf die Umwelt aus. Grünes Geld, erfahrener Berater für nachhaltige Geldanlagen berät dazu fair, umfassen und kompetent.

 

 

 

 

 

 

  Carmen Junker ist Gründerin der Grünes Geld GmbH und Geschäftsführerin der Grünes Geld GmbH. Carmen Junker:“ Ein Grund mein berufliches Wirken speziell auf die Nachhaltige Geldanlage auszurichten ist, die Welt ein Stück positiver zu gestalten mit den Mitteln und Kenntnissen die mir zur Verfügung stehen. Aus der Verantwortung für die kommende Generation und weil ich selbst noch einige Jahre auf diesem schönen Planeten verbringen möchte“. Mehr zu ihr und Grünes Geld auf auf Xing, Facebook oder Twitter.

 

 

 

 

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