Autor: Gerd Junker 27. April 2018

Interview: 4 Fragen an Bernhard Engl von ForestFinance

Zusammenfassung: ForestFinance im Interview mit Grünes Geld. Der Unterschied Wald- und Holzinvestment wird geklärt, über Risiken gesprochen und die aktuellen Projekte von ForestFinance werden vorgestellt.

 

Bernhard Engl, ForestFinance

1.) Herr Engl, ForestFinance bietet Waldinvestments an. Um was handelt es sich dabei und was unterscheidet Wald von anderen Geldanlagen?

 

 

Zunächst einmal unterscheiden wir sehr stark zwischen Holz- und Waldinvestments. Das hat damit zu tun, dass Holzinvestments in der Regel wenig nachhaltig sind. Sie finanzieren die Pflanzung von Monokulturen und am Ende der Laufzeit gibt es einen vollständigen Kahlschlag. Da bleibt am Ende nichts Natürliches.

 

 

Bei einem Walddirektinvestment von ForestFinance investieren Sie in die ökologische Bewirtschaftung von Wald. Sie investieren hier nicht in einen Fonds oder in ein Unternehmen, sondern schließen einen Pachtvertrag über eine Waldgrundstück ab und beauftragen ForestFinance mit der Forstdienstleistung. Die Erträge aus dem Wald werden direkt an den Kunden ausbezahlt.  Und das Besondere: Die Ernte ist keine Rodung, sondern der gezielte Einschlag von Wertbäumen, bei dem das Ökosystem Wald erhalten bleibt.

 

 

 

2.) Ihre Wald-Investments sind in exotischen Ländern. Kann der Anleger denn überhaupt in Länder wie Kolumbien oder Panama mit Vertrauen investieren?

 

 

Wir wissen um die Problematik, dass die Projektstandorte weit weg sind und damit immer auch etwas abstrakt sind für unsere Kunden. Andererseits erzielen wir nur in den Tropen das notwendige Wachstum, um nach 25 Jahren überhaupt Erträge zu erwirtschaften.

 

 

Natürlich haben wir die einzelnen Standorte einer genauen Prüfung unterzogen und halten die Risiken für beherrschbar.

 

 

Für Panama, unseren Ursprung, gilt, dass durch den Panama-Kanal und die dort übliche Währung des US-Dollar hinreichende wirtschaftliche Stabilität gegeben ist. Hinzu kommt: Zwischen Panama und Deutschland existiert seit 1989 ein Investitionsschutzabkommen, das größtmögliche internationale Sicherheit für Investitionen bietet. Nicht zuletzt deswegen sind fast alle großen deutschen Firmen nahezu aller Branchen in Panama vertreten. Aufgrund der Investitionssicherheit weist Panama seit Jahren das höchste Wirtschaftswachstum in Mittel- und Südamerika auf.

 

Kolumbien ist ein enorm stark wachsendes Land mit einer überdurchschnittlich gut gebildeten jungen Generation. Da passiert gerade so viel.  Wie Sie wissen, wurde in Kolumbien jüngst ein Jahrzehntelanger Bürgerkrieg beendet und ein Friedensvertrag zwischen Rebellen und Regierung geschlossen. Wir blicken also positiv in die Zukunft! Unsere Aufforstungen befinden sich in der Region Vichada, die von diesen Auseinandersetzungen auch in der Vergangenheit nicht betroffen war. In dieser Region gibt es große Aktivitäten im Bereich der Aufforstung.

 

 

Und unsere Kakaoflächen in Peru befinden sich in einer Region, die traditionell viel Kakaoerfahrung hat. Die Menschen, die dort arbeiten verfügen über eine weit reichende Erfahrung und bringen diese nun in die Flächen von ForestFinance ein.

 

 

Sehr viele unserer Kundennutzen übrigens die Gelegenheit, Ihre Urlaube mit dem Besuch Ihrer Flächen zu verbinden. Wenn wir das rechtzeitig erfahren, freuen wir uns da behilflich zu sein. Diese auf Ihrer eigenen Fläche stehen und sehen, was in den Jahren dort Eindrücke sind natürlich besonders intensiv, wenn unsere Kunden passiert ist.

 

 

3.) Sind Wald-Investments nicht gefährlich? Wälder können schließlich abbrennen, von Schädlingen befallen werden oder von Stürmen betroffen sein.

 

 

Grundsätzlich gilt, dass jedes Investments Risiken beinhaltet. Wir halten die Risiken von Walddirektinvestments für beherrschbar. Nehmen Sie zum Beispiel unser Konzept der Mischbewaldung in Panama. In diesen Flächen gibt es Insekten und natürliche Fressfeinde für Parasiten. Da entsteht ein komplettes Ökosystem, das sich auf natürliche Art und Weise regelt. Wo in Monokulturen innerhalb kürzester Zeit Totalverlust entsteht, bietet der Mischwald biologischen Schutz.

 

Den Schutz vor Stürmen oder womöglich Tsunamis können Sie dadurch eindämmen, dass Sie Standorte suchen, die historisch bisher nicht durch Sturmschäden oder Überschwemmungen aufgefallen sind. Und für die Feuerproblematik stellen wir neben den forstlichen Aktivitäten (Feuerschneisen, Feuerwachen in der Trockenzeit etc.) eine Feuerversicherung für die ersten fünf Jahre. Danach sind die tropischen Bäume bereits so resistent, dass ein Feuer sie nicht mehr substantiell schädigen kann.

 

 

Aber eines ist vollkommen klar: Es gibt auch bei uns Risiken, die im schlimmsten Fall den Totalverlust des eingesetzten Kapitals bedeuten können. Wir tun aber einiges dafür, dass das nicht passiert.

 

 

4.) Zum Abschluss noch ein Wort zu ForestFinance selbst. Sie sind der wohl älteste Wald-Investment-Anbieter für Privatanleger und haben schon erhebliche Auszahlungen geleistet. Wer ist ForestFinance eigentlich?

 

 

Wir blicken auf eine lange Erfahrung zurück. Seit 1995 bieten wir Walddirektinvestments an. Alle Produkte verbinden drei Säulen: Ökologie, denn wir machen Wald, Sozial, denn wir bringen die Menschen vor Ort in sozialversicherungspflichtige Arbeit, die wir fair bezahlen, und Ökonomie, indem wir für unsere Investoren Ernteerträge auf den Flächen erwirtschaften.

 

 

Über die Jahre ist aus der ForestFinance Service GmbH eine Gruppe von verschiedenen Firmen geworden. Heute bieten wir Endverbrauchern Investmentangebote ebenso, wie wir Institutionellen Anlegern großskalierte Projekte für deren Investitionen bieten.

 

 

In der Gruppe befindet sich eine Consultingfirma für Agroforstprojekte ebenso wie Beratungstätigkeiten rund um die CO2.Einsparung und anschließender Kompensation von ermittelten Fußabdrücken. Nicht zu vergessen die Genossenschaft IPO, die sich mit der Verwertung der Produkte (z.B. Kakao und Holz) aus den Projekten beschäftigt und Unternehmen, die regional mit den Ernteerzeugnissen die Wertschöpfung erhöhen und vermarkten.

 

 

ForestFinance hat bislang mehr als 10 Millionen Bäume gepflanzt.

 

 

 

 

  

Gerd Junker ist Co-Gründer und Geschäftsführer der Grünes Geld GmbH. Gerd Junker: „Wir leben was wir tun! Und das ist ganz einfach, denn der doppelte Nutzen von grünen Geldanlagen ist überzeugend – die Welt verbessern und Rendite erhalten.“ Mehr zu ihm und Grünes Geld auf auf Xing, Facebook oder Twitter.

 

 

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