Autor: Gerd Junker 10. April 2018

Plastiktüte? – Nein Danke!

Zusammenfassung: Plastik ist überall präsent. Der sparsame und sinnvolle Einsatz ist auch noch vertretbar. Zum echten Problem wird Plastik, wenn es in die Natur gerät. Deshalb lautet das Gebot der Stunde: Plastik vermeiden! Besonders dann, wenn es nur als einmalige Verpackung dient.

 

 

„Hemdchenbeutel“ am Obststand – jetzt lieber einen Korb geben!

 

 

Bio-Lebensmittel und Öko-Produkte boomen in Deutschland. Immer mehr Verbraucher interessieren sich für die Herkunft ihrer Konsumgüter, natürliche Materialien liegen im Trend. ABER: Deutschland ist auch ein Plastikland.

 

Insgesamt 95.000 Tonnen Kunststoff wandern allein durch Plastiktüten verursacht bereits nach einem kurzen Einsatz in den Müll – oder in den Sammelsack aus Plastik vom „Grünen Punkt“. Das sind rund 6,1 Milliarde Plastiktüten aus dem Handel plus 3,1 Milliarden der sogenannten Hemdchenbeutel. Diese kommen vor allem an den Obst- und Gemüseständen der Verbrauchermärkte zum Einsatz.

 

Alles in allem liegt Deutschland mit rund 76 Plastiktüten pro Person und Jahr unter dem durchschnittlichen Verbrauch der europäischen Nachbarstaaten. Denn hier werden im Schnitt immerhin fast 200 Plastiktüten verbraucht – dabei sind die dünnen Hemdchenbeutel nicht mitgezählt.

 

 

 

 

Gut verpackt muss keine Einbahnstraße sein

Sicher, wer bewusst mit Ressorcen umgeht, kann sich auch einzelne Plastiktüten als Ausnahme durchaus einmal verzeihen. Aber gerade das Vermeiden von Plastiktüten hat sich in den letzten Jahren zu einem erfreulichen Trend entwickelt, der schnell und unkompliziert Entlastung für die Umwelt schafft.

 

Gute Geldanlage: Musterdepots Vermögensaufbau bei Grünes GeldObwohl die Verbrauchszahlen der Plastiktüten aus dem Handel noch immer alarmierend sind, geht der Trend definitiv in eine andere Richtung. Immer mehr Kunden haben ihre eigene Tasche dabei. In den Jahren zwischen 2000 und 2012 hat damit der Verbrauch um elf Prozent abgenommen – allerdings wurden bei dieser Bilanz die dünnen Hemdchenbeutel nicht mitgezählt.

 

Klingt gut, ist es auch, aber nicht zu vergessen ist der Fakt, dass der Verbrauch an Plastiktüten seit den 50er Jahren stetig angestiegen ist. Auch die Ölkrise der siebziger Jahre konnte den Plastikboom nicht aufhalten. Vielmehr hatte diese Entwicklung die Folge, dass – vor allem der Lebensmittelhandel – die Tüten nicht mehr kostenlos an ihre Kunden gaben.

 

 

Recht und Ordnung und Plastiktüten

Dass sich die Praxis, für Plastiktüten im Handel Geld zu verlangen auch außerhalb der Supermarktkassen mehr und mehr durchsetzt hat nicht allein mit dem Interesse und der Einsicht der Kunden zu tun.

 

Generell unterliegen Plastiktüten der Verpackungsverordnung. Das bedeutet, dass sowohl die Produzenten, als auch die Geschäfte eine Gebühr zahlen müssen, mit der das Sammeln, Sortieren und Wiederverwerten beziehungsweise Entsorgen finanziert wird. Diese Aufgabe übernimmt seit 1993 das Duale System Deutschland, besser bekannt als der Grüne Punkt.

 

Darüber hinaus hat die Geschichte der Plastiktüte auch eine europäische Dimension. Denn die EU möchte von fast 200 Plastiktüten pro EU-Bürger und Jahr weg und hat dementsprechend die Europäische Verpackungsrichtlinie verändert. Demnach müssen die Mitgliedstaate ihren Verbrauch an Tüten bis Ende 2019 auf durchschnittlich 90 Stück pro Person und Jahr reduzieren, bis 2025 dürfen es nur noch maximal 40 Stück sein.

 

Um dieses Ziel zu erreiche, hat in Deutschland das Bundesumweltministerium mit dem Handel eine Vereinbarung getroffen: Bis Ende diesen Jahres soll sichergestellt sein, dass mindestens 80 Prozent aller Plastiktüten nur noch gegen einen angemessenen Preis verkauft werden dürfen. – Die Vereinbarung zeigt gut Ergebnisse. Vernunft geht eben doch häufig über das Portemonnaie.

 

 

Das Umweltproblem

Erdöl, der Grundstoff bei der Herstellung von Polymeren, also von Plastik, ist begrenzt. Insofern kann der sparsame Umgang mit Ressourcen schon allein ein Argument gegen Plastik sein. Verheerender als der Herstellungsprozess ist jedoch die Entsorgung von Plastik.

 

Denn bis sich Plastik wirklich abgebaut hat, vergeht viel Zeit. Und innerhalb dieser Zeit, kann Plastik in der Natur viel Schaden anrichten. Achtlos weggeworfene Plastiktüten in Feld, Wald und Flur, können leicht zu Todesfallen für viele Tierarten aber auch für spielende Kinder werden.

 

Noch heimtückischer ist Plastik, wenn es sich langsam zersetzt. Als Mikroplastik geraten die kleinen Partikel in die Nahrung – und zwar von Mensch und Tier. Wissenschaftler der internationalen Heriot Watt University von Edinburgh gehen davon aus, dass wir schon jetzt bei jeder Mahlzeit gut und gerne einhundert Plastikpartikel zu uns nehmen – und ein Ende scheint noch lange nicht in Sicht. Denn auch Tüten und Beutel aus biologisch abbaubaren Kunststoffen benötigen enorm lange Zeiträume, um rückstandslos zu verrotten. Daher bieten sie gegenüber den konventionell erzeugten Plastiktüten keine nennenswerten Vorteile.

 

 

Der verheerende Weg der Plastiktüte!

 

 

Lösungen – 3 Wege aus der Plastikflut

1. Der Handel

Unverpackt Läden befinden sich im Aufschwung. Aber auch sie setzen nicht zwingend darauf, dass für einen Spontaneinkauf immer ein leeres sauberes Glas in der Tasche mitgeführt wird. Daher haben viele Unverpackt Geschäfte auch einen Korb mit leeren Gläsern zum Leihen vor Ort.

 

Was in diesem Bereich – bislang noch eine Nische – funktioniert, läuft auch bei der großen Drogeriemarktkette DM gut: Wer hier beim Einkaufen eine Stofftasche benötigt, muss zwar offiziell einen Beutel kaufen, kann diesen aber beim nächsten Einkauf auch wieder zurückgeben. Eine durchaus sinnige Idee, denn Stoffbeutel nehmen auch mittlerweile in den Haushalten Überhand.

 

 

2. Bürgerschaftliches Engagement

Dass viele Leute viel zu viele Stoffbeutel mittlerweile ihr Eigen nennen, ist nicht direkt die Kehrseite der Medaille – denn schließlich besteht hier erst einmal kein Verrottungsproblem. Aber dennoch ist die „Generation Eichhörnchen“ doch passé. Zumal heutzutage kaum noch jemand eine hochklappbare Eckbank besitzt, in der die Unmengen an Tüten und Taschen gelagert werden könnten.

 

Das sich dieser Gedanke kreativ weiter spinnen lässt, beweisen gerade aktive Bürger im Frankfurter Stadtteil Bornheim: Hier wird gerade daran getüftelt, wie Plastiktüten und andere Abfälle im täglichen Leben weiter reduziert werden können. Eine Idee ist dabei, an verschiedenen öffentlich zugänglichen Orten Spender für Stoffbeutel anzubringen, aus denen sich jeder einen Beutel nehmen und auch wieder zurückbringen kann.

 

 

3. Selbst Verantwortung übernehmen

Kreative Ideen und inspirierende Projekte motivieren, selbst aktiv zu sein oder zumindest die eigenen Entscheidungen ab und an kritisch unter die Lupe zu nehmen.

 

Einer der einfachsten und wichtigsten Wege aus der Flut der Plastiktüten ist daher, keine Tüten anzunehmen oder zu kaufen. Teilweise leichter gesagt als getan? Wer beim geplanten Wocheneinkauf ohne Einkaufskorb, – Klappkiste, Rucksacke oder sonstigen Tüten und Taschen aus dem Haus geht, wird schwierig zu überzeugen sein. Denn hier sind die meisten Konsumenten gut ausgerüstet und bereits, auf Tüten zu verzichten.

 

Schwieriger ist das Nein zur Tüte, wenn es sich um Kleiderkäufe, Bücher, Accessoires und tausenderlei anderer Dinge geht. Aber auch hier ist Plastikverzicht möglich und angesagt. Ein sauberer Baumwollbeutel passt – zusammengefaltet – in jede Handtasche. Auch die meisten Jackentaschen bieten ausreichend Platz für den ökologisch korrekten Beutel. (Das hat übrigens der ehemalige Finanzminister und Sparfuchs Hans Eichel praktiziert.)

 

Bei vorhandenen Plastiktüten ist es übrigens wie bei Kleidern: sie lassen sich auftragen. In der Praxis heißt das – auch wenn Plastik out ist – lieber eine bereits gebrauchte Plastiktüte weiter nutzen.

 

Richtig kniffelig wird es allerdings, wenn es darum geht, die Hemdchenbeutel zu vermeiden. Ein Bündel Bananen und vier Apfel lassen sich ja noch gut so auf das Kassenband befördern, was aber tun, wenn ein Kilo Süßkirschen gekauft werden soll? Hier ist dann doch wieder Kreativität gefragt. Dünne Gazebeutel – ähnlich den kleinen Schmuckverpackungen – haben ein geringes Eigengewicht und sind zudem nahezu durchsichtig. Aber auch Beutel aus ausgedienten T-Shirts oder Gardinenstoffen können hier gute Dienste leisten. Mit diesen Beuteln – selbstgenäht oder auf einem Do-it-Yourself-Markt gekauft – können Unmengen der zarten Plastikbeutelchen eingespart werden.

 

Vorbereitung ist alles – so lautet die Parole für ein Leben ohne Plastiktüten. Und bei der Vorbereitung kann auch wieder die Eichhörchen-Strategie zum Einsatz kommen: Das bedeutet nicht einfach nur zu horten, sondern an unterschiedlichen Stellen eigene Taschen zu deponieren. Auf der Arbeit, in der Satteltasche oder im Handschuhfach, in allen Taschen, Beuteln und Koffern. Schon mit diesem simplen Trick lässt sich die Tütenflut im eigenen Leben effektiv bändigen.

 

Plastiktüten sollten ein Auslaufmodell sein!

 

Nachhaltig Investieren – Grün statt Plastik

Plastiktüten im Alltag zu  vermeiden bedeutet nicht Verzicht, sondern Gewinn an Lebensqualität. Zum einen für sich slebst, denn Hand aufs Herz, mit einer geschmackvollen Stofftasche, einem schönen Weidenkorb oder einem stylishen Rucksack fühlen sich die meisten Menschen wohler, als mit drei prallgefüllten Plastiktüten mit einschneidenden Henkeln am Handgelenk. Hier hat Retro-Chic ebenfalls Hochkonjunktur: Das Einkaufsnetz – ständiger Begleiter der 50er nd 60er Jahre kommt auch immer häufiger wieder zum Einsatz. Zwar aus anderen – nachhaltigen Materialien und mit einem modischeren Farbspektrum. Gemeinsam mit den alten Netzen haben die neuentdeckten Shopper jedoch ihre Flexibilität – zusammengeknüllt finden sie wirklich auf kleinstem Raum noch ein Plätzche. Gute Argumente also, sich für einen gutaussehenden Begleiter zu entscheiden. Schließlich bringt die einmalige Investition in einen Stoffbeutel schnell eine gute Rendite. Geld für Plastiktüten wird gespart, darüber hinaus profitieren Umwelt und Natur. Denn überflüssiger Plastikmüll wird langfristig vermieden.

 

Was beim vorausschauenden Einkaufen gilt, ist auch auf das vorausschauende Investieren zu übertragen. Wissen, was man will. Vorbereitet sein. Die richtige Auswahl treffen. An die Erträge und den ökologischen und gesellschaftlichen Mehrwert denken. Mit diesen einfachen Handlungsschritten kommen an Nachhaltigkeit interessierte Anleger schnell und unkompliziert an ihr Ziel.

 

Dabei ist die Entscheidung beim täglichen Konsum die gleiche wie bei der sinnvollen Geldanlage: Lieber grün als Plastik.

Warum? – diese Frage lässt sich einfach beantworten: Weil nachhlatige Geldanlagen an den gesellschaftlichen Stellschrauben drehen. Veränderungen mit gestalten und es ermöglichen, soziale, ökologische und klimaschützende Ziele zu erreichen.

 

So wird der bedeutende  Machtfaktor Geld optimal genutzt und an den richtigen Stellen eingesetzt. Anleger profitieren nicht nur von einem guten Gewissen, sondern genauso von attraktiven Erträgen – kurzum: von einer doppelten Rendite

 

Grünes Geld, erfahrener Experte und einer der Pioniere der nachhaltigen Geldanlagen, berät zu allen interessanten Investments aus dem wachsenden Markt der grünen Geldanlagen.  Machen Sie den Grünes Geld Test!

 

 

 

 

 

Portraitfoto Gerd Junker Gerd Junker ist Co-Gründer und Geschäftsführer der Grünes Geld GmbH. Gerd Junker: „Wir leben was wir tun! Und das ist ganz einfach, denn der doppelte Nutzen von grünen Geldanlagen ist überzeugend – die Welt verbessern und Rendite erhalten.“ Mehr zu ihm und Grünes Geld auf auf Xing, Facebook oder Twitter.
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