Autor: Gerd Junker 29. Juni 2018

Kostenlos aber nicht umsonst – Öffentliche Bücherschränke & Co.

Zusammenfassung: Kleidertauschparty, Food Sharing, öffentliche Bücherschränke, Give Boxen – in der Überflussgesellschaft ist vieles kostenlos zu haben. Und dieses Teilen ist sicher nicht umsonst – denn Wiederverwenden und Weitergeben spart nicht nur Geld und Ressourcen, sondern verschafft auch ein gutes Gefühl.

 

Raum für Begegnung und Austausch – allein oder mit anderen.

 

 

„Das Leben ist teuer“ und „man bekommt nichts geschenkt“ – natürlich ist an diesen beiden Binsenweisheiten auch etwas dran, aber sie vermitteln nicht gerade ein positives Lebensgefühl.

 

Wie groß ist jedoch dagegen die Freude – ganz überraschend – etwas im Alltag geschenkt zu bekommen. Und zwar ohne die geringste Gegenleistung – einfach so. Diese Momente können viele Menschen erleben, die an einem öffentlichen Bücherschrank ihr Lieblingsbuch aus Kindertagen wiederentdecken, auf einen spannenden Krimi-Autoren aufmerksam werden, den sie noch gar nicht kannten oder mit einem gebrauchten Reisführer eine kleine Auszeit von der Realität nehmen.

 

Oder stellen Sie sich vor, Sie spazieren durch die Stadt und finden in einer alten Telefonzelle, einer geöffneten Vitrine oder einer frei zugänglichen Garage Dinge, die Sie einfach mitnehmen dürfen und sollen. Zum Beispiel einen noch guten Kochtopf (der Vorbesitzer hat sich vielleicht einen Induktionsherd angeschafft und kann die guten Stücke nicht mehr selbst nutzen). Oder Tischtennisschläger (sicher, Sie hätten sich auch schon selbst welche kaufen können, aber eigentlich spielen Sie dafür nicht häufig genug). Oder Dekoratives für Haus und Garten (möglicherweise haben sich die Vorbesitzer daran satt gesehen – oder es handelt sich um Geschenke, die ein klein wenig am persönlichen Geschmack vorbei gingen).

 

Diese ungeahnten Möglichkeiten bieten öffentliche Bücherschränke und Give Boxen, die sich in den letzten zehn Jahren rasant verbreitet haben.

 

 

 

Dabei ist die Idee des Weitergebens natürlich nicht ganz neu. Auch in der Vergangenheit wurden schon Bücher und Alltagsgegenstände verschenkt. Allerdings fand diese Weitergabe vor allem innerhalb der Familie, im Bekannten- und Freundeskreis statt. Und wer hier nur genommen hat, konnte die innere Ordnung dieser sozialen Vernetzung empfindlich stören. Schließlich war ganz offensichtlich wer gibt und wer nimmt.

 

Dieses System wird durch Bücher- und Verschenkboxen durchbrochen. Geber und Nehmer bleiben anonym. Niemand erwartet ein Bitte oder ein Danke. Die Teilnehmenden dieses Geschenkzirkels sind beliebig groß – das erhöht durchaus auch die Trefferquote und ermöglicht es, dass Dinge den passenden Nutzer finden. Angesichts einer wachsenden Weltbevölkerung ohnehin ein faszinierender Gedanke. – Denn die Vorstellung, dass ein Alltagsgegenstand in ein völlig anderes Lebensumfeld integriert, auf Reisen mitgenommen oder für eine völlig fremde Person enorm wichtig wird, regt die Vorstellungskraft des Gebers an.

 

 

Ballast abwerfen ohne wegzuwerfen!

 

Free your Stuff – die neue Leichtigkeit des Seins

Das klassische Book Crossing versucht noch immer, die Reise der Dinge nachvollziehbar zu machen. Die Bücher, die einen neuen beziehungsweise weiteren Leser finden sollen, tragen einen Aufkleber, der den neuen Besitzer auffordert, online das gefundene – im Fachjargon: freigelassene – Buch zu registrieren. Nach der Lektüre soll dann das Buch erneut auf die Reise gehen, in Zügen, Cafés, in Wartezimmern oder an anderen Orten abgelegt und gefunden werden. Auch wenn sich so ein spannendes umfassendes Profil erstellen und abenteuerlichste Verläufe nachzeichnen lassen, gibt es auch einige Nachteile dieser Methode.

 

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Gerade Bücher sind empfindliche Gegenstände, die Wind und Wetter nicht Stand halten können. Darüber hinaus laufen – gerade an öffentlichen Orten – die Bücher ständig Gefahr, im Müll zu landen. Sicherer sind da die geschützten Bücherschränke, die sich gut etabliert haben. Und was einmal gedacht wurde, entwickelt sich schnell weiter – Mittlerweile haben sich auch die Geschenk-, Umsonst, – oder Give Boxen flächendeckend verbreitet. Was einst mit einem vor die Tür gestellten Karton und einem Schild „Zum Mitnehmen“ begann, hat Struktur erhalten.

 

Der moderne Lebensstil definiert sich – anders als in den stark hedonistischen 80er Jahren – immer weniger am Besitz, sondern mehr am Erleben. Das ist in gewisser Weise ein Wohlstandsproblem, denn Ballast kann nur abwerfen, der vorher in der Lage war, viele Dinge anzuschaffen. Dennoch kann diese Entwicklung durchweg positiv bewertet werden. Denn der alternative Weg zu einem Leben nach dem Prinzip „weniger ist mehr“, verläuft bestenfalls über den lokalen Wertstoffhof. Ansonsten ist lautet die Endstation Mülleimer.

 

Dafür sind jedoch gebrauchsfähige Dinge definitiv zu schade. Darüber hinaus existieren gewisse Hemmschwellen, bestimmte Dinge zu entsorgen. Bücher ins Altpapier zu geben, bringen viele Menschen nicht übers Herz. Niedriger sind die Hürden für Gebrauchsgegenstände, am geringsten – Ergebnis einer Fast-Fashion-Kultur – bei Kleidung.

 

 

Gutes Karma – gutes Klima

Weiterverwenden, weitgeben, verschenken ist Trumpf. Denn was der eine nicht mehr benötigt, kann für den anderen noch von Nutzen sein. Und was verschenkt und weitergenutzt wird, muss nicht neu produziert werden. So wird durch öffentliches Verschenken nicht nur der Geldbeutel geschont, sondern auch das Klima. Denn gerade in Zeiten der fortschreitenden Klimakrise ist es wichtig, nicht nur auf die Nachhaltigkeit bei neuen Produkten zu achten, sondern auf ein möglichst langes Leben der vorhandenen Güter zu setzen. Diese Verantwortung zu übernehmen ist klimafreundlich und verschafft ein positives Karma.

 

Öffentliche Bücherschränke stellen eine interessante Bereicherung des öffentlichen Raums dar. Denn viele Städte haben kaum noch Angebote, die kostenlos und für jeden nutzbar sind und die eine Aufenthaltsqualität merklich erhöhen. Diese klaffende Lücke können öffentliche Bücherschränke ausgezeichnet schließen. Als Straßenmöbel ist ihr Gesicht – je nach Ort – sehr unterschiedlich. Die Bandbreite reicht vom ausbauten Mauervorsprung über alte Ausstellungsvitrinen, ehemalige Telefonhäuschen bis hin zu schicken Metall-Glasschränken mit festem Fundament.

 

Auch die Betreiber sind von Kommune zu Kommune unterschiedlich. Teileweise werden die Bücherschränke von sozialen oder kirchlichen Einrichtungen aufgestellt und gepflegt, teilweile sorgen auch die Kommunen selbst für die beliebten Schränke oder unterstützen Initiativen dabei. Teilweise werden auch öffentliche Bücherschränke im Umfeld von kulturellen Einrichtungen betrieben, an einigen Orten unterstützt auch der lokale Handel diese Gratis-Kultur. Die Vielfalt der Unterstützer spiegelt die breite Akzeptanz des Projektes wider. Finanziert werden die Projekte auch aus den Geldern von Stiftungen und Service-Clubs. Diese Unterstützung bezieht sich jedoch ausschließlich auf den wetterfesten Schrank der Freiluft-Bibliotheken. Die Bücher kommen – meist nach einer Anfangsausstattung – von ganz alleine.

 

 

Mehr Lebensqualität durch öffentliche Bücherschränke – hier in München-Schwabing.

 

Kleine Geschichte der öffentlichen Bücherschränke

Die Geschichte der öffentlichen Bücherschränke beginnt zum einen mit der Weiterentwicklung der Idee des Book Crossings. Zum anderen war die Bewegung durch Aktionskünstler getragen, die die ersten offenen Bibliotheken als künstlerische Installation im öffentlichen Raum inszenierten und zur rasanten Verbreitung der Idee beitrugen. Einer der ersten öffentlichen Bücherschränke entstand in Mainz – immerhin der Stadt des Erfinders und Buchdruckers Johannes Gutenberg. Es folgten Darmstadt und Hannover. Viele weitere Städte zogen nach. Das System der offenen Bibliothek wurde durch stabile Bücherschränke aus Stahl und Acrylglas optimiert, dass den Anforderungen im öffentlichen Raum gewachsen ist. Denn gerade in Großstädten ist – bei allem Respekt vor dem gedruckten Wort – Vandalismus nicht völlig auszuschließen.

 

Frankfurt am Main – mit mehr als 60 offenen Bücherschränken im gesamten Stadtgebiet eine der Hochburgen in diesem Bereich – hat sich daher für stabile Schränke auf einem Betonsockel entschieden. Für Sauberkeit und Ordnung in den Schränken sorgt ein Patensystem, das über die jeweiligen Ortsbeiräte organisiert wird. Einen ganz anderen Weg beschreitet die Hansestadt Hamburg. Hier verfügen rund einhundert Linienbusse der Verkehrsbetriebe Hamburg-Holstein über ein Bücherregal und sorgen für Unterhaltung während der Fahrt und natürlich auch darüber hinaus.

 

Insgesamt ziehen die Kommunen eine positive Bilanz in Sachen offener Bücherschrank. Bücher üben augenscheinlich nach noch immer eine zivilisierende Wirkung auf die Menschen aus, regen die Sinne an und werden als Bereicherung vor Ort empfunden. Auch die ästhetische Aufbereitung des Tausch- und Schenkangebotes trägt zum Erfolg des Systems bei.

 


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Auch Stadtplaner sind sich sicher, dass die Freiluft-Bibliotheken wie ein Magnet auf die Menschen wirken. Soziale Faktoren oder Kaufkraft spielen keine Rolle. Zudem wird es sicher Bücherfreunde geben, die sehr viele Werke aus den Schränken entnehmen, jedoch ist hier im Durchschnitt kaum damit zu rechnen, dass die Regale gierig leer geräumt werden. Bücher – auch aufwändig gestaltete – senden stets das Signal an ihren jeweiligen Besitzer, gelesen werden zu wollen.

 

Etwas schwieriger gestaltet sich das Einrichten und Betreiben einer Verschenk- beziehungsweise Give Box. Denn die Unterschiedlichkeit der Dinge, die dort zum Mitnehmen deponiert werden, machen eine geordnete Aufbereitung schwierig. Während Bücher klassisch, Rücken an Rücken im Regal stehen, können Geschirr, Kleidung, Spielzeug und vieles mehr eine Box optisch und inhaltlich überfordern. Und – psychologischer Faktor – herrscht Unordnung im Angebot, kommen schnell auch Vermüllung und Vandalismus hinzu. Um Give Boxen erfolgreich zu führen, bedarf es daher eines hohen – auch zeitlichen – Engagements und einer regelmäßigen Pflege. Vorreiter in Sachen Give Box war übrigens Berlin, wo unter dem Motto „Sharing is caring“ in verschiedenen Wohnvierteln etabliert wurde.

 

Eine Alternative zu den universalen Give Boxen können übrigens spezialisierte Boxen sein, die beispielsweise alles rund um die Küche oder rund ums Kinderzimmer anbietet – beides Bereiche, in denen es schnell ein Zuviel als ein zu wenig gibt.

 

 

Wer im offenen Bücherschrank fündig wird, kann im öffentlichen Grün gleich mit dem Lesen anfangen.

 

Lebensqualität und Nachhaltigkeit

Teilen statt besitzen kann eine interessante und nachhaltige Alternative zu den alterhergebrachten Gewohnheiten sein. Schließlich gilt es im Leben, immer wieder Neues zu entdecken. Das gilt nicht auch bei der Geldanlage. Denn wer hier auf alt bewährtes (Sparbuch) setzt, verliert mehr, als er gewinnt. Und wer in Unternehmen, Länder und Projekte investiert, die keinen positiven Beitrag zum Umwelt- un Klimaschutz oder zu mehr sozialer Gerechtigkeit beitragen, erwirtschaftet vielleicht noch aktuell eine durchschnittliche Dividende, wird aber mittelfristig nicht auf der Gewinnerseite stehen.

 

Warum also nicht die ausgetretenen Pfade verlassen und auf nachhaltige Geldanlagen setzen. Diese ethischen und ökologischen Investments sind nicht nur gut für Klima, Umwelt und Mensch,  sondern bringen auch eine gute Rendite. Die Ergebnisse –  das bestätigen selbst konservative Experten – müssen sich längst nicht mehr hinter den Erträgen konventioneller Geldanlagen verstecken.

 

Guter Rat ist auch hier nicht teuer. Grünes Geld, erfahrener Experte für nachhaltige Geldanlagen, hat mehr als 300 interessante Investments im Angebot, die die Welt zu einem besseren Platz machen. Machen Sie einfach den Grünes Geld Test und finden Sie Ihren Weg.

 

 

 

 

 

Portraitfoto Gerd Junker Gerd Junker ist Co-Gründer und Geschäftsführer der Grünes Geld GmbH. Gerd Junker: „Wir leben was wir tun! Und das ist ganz einfach, denn der doppelte Nutzen von grünen Geldanlagen ist überzeugend – die Welt verbessern und Rendite erhalten.“ Mehr zu ihm und Grünes Geld auf auf Xing, Facebook oder Twitter.
 
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