Autor: Jasmin Messina 7. Februar 2014

6 gute Gründe, über Grünes Geld nachzudenken

Viele Menschen sind zur Zeit skeptisch gegenüber grünen, nachhaltigen Geldanlagen. Pleiten von Produktanbietern aus diesem Bereich oder auch die Bundesregierung, die augenscheinlich die Energiewende abbremst, sind nur zwei Gründe dafür. Warum also ist es besser, sein Geld grün anzulegen? Wir finden, dass es darauf (mindestens) 6 gute Antworten gibt:

 

1. Abzug von Kapital aus den regulären, nicht nachhaltigen Märkten

 

Banken arbeiten mit unserem Geld. Gemäß der Studie „Dirty Profits“ des NRO-Bündnisses FACING FINANCE sind alle führenden deutsche Finanzinstitute massiv in menschenrechtlich und ökologisch bedenkliche Unternehmen investiert oder unterstützen diese mit Krediten. Indem Sie Ihr Girokonto bei einer der Umweltbanken einrichten und ihre Geldanlagen in nachhaltige Fonds mit ethischen Ausschlußkriterien oder in ökologische Projekte investieren, entziehen Sie diesem Markt Kapital und unterstützen Firmen und Entwicklungen, die nachhaltig und sowohl ethisch als auch ökologisch vorbildlich sind.

 

2. Förderung der Energiewende

 

Der bisherige Verlauf der Energiewende ist zum größten Teil den Bürgern zu verdanken. Durch Investitionen in Solar- und Windenergie durch kleine Anlagen auf dem eigenen Dach, Windräder von Bauern auf ihren Feldern oder auch durch Zusammenschlüsse in Form von Genossenschaften oder Investitionen von Bürgern in Projekte von institutionellen Anbietern wurde der Ausbau der erneuerbaren Energien vorangetrieben. Die großen Stromkonzerne allerdings haben diese Entwicklung zum großen Teil verschlafen. Der gesellschaftlich getragene, dezentrale Ausbau scheint also der Schlüssel für eine erfolgreiche Fortführung der Energiewende zu sein.

 

Förderung der Energiewende, Klimaschutz oder Wiederaufforstung von Mischwäldern - die Gründe für ein grünes Investment sind vielseitig (Bildquelle v.l.n.r.: Petra Bork, pixelio.de/ k. a. / Oliver Brunner, pixelio.de)

Förderung der Energiewende, Klimaschutz oder Wiederaufforstung von Mischwäldern – die Gründe für ein grünes Investment sind vielseitig (Bildquelle v.l.n.r.: Petra Bork, pixelio.de/ k. a. / Oliver Brunner, pixelio.de)

 

3.  Förderung von neuen Technologien

 

Wir leben in einer schnelllebigen Welt und sind umgeben von ständiger Veränderung. Veränderung bedeutet aber im besten Fall auch Weiterentwicklung. Durch die stetige Zunahme der Weltbevölkerung stehen wir vor einer nie gekannten Herausforderung. Neben der Notwendigkeit grundsätzlich weniger Energie und Ressourcen zu verbrauchen, gibt es auch die Möglichkeit, die Erforschung und Entwicklung von neuen Technologien zu unterstützen. Unternehmen, welche Verfahren entwickeln, um Energie in Produktionsprozessen einzusparen, bessere Dämmtechniken erarbeiten oder an einer Möglichkeit arbeiten, erneuerbare Energien speicherbar zu machen. All das kann dazu beitragen, unsere Welt für nachfolgende Generationen besser zu gestalten.

 

4. Übernahme von sozialer Verantwortung

 

Wir leben in einer Überflussgesellschaft. Durch die fortschreitende Globalisierung können wir fast zu jeder Zeit an jedes gewünschte Produkt kommen. Die Globalisierung hat aber nicht nur Vorteile, sondern für manche Menschen auch gravierende Nachteile. Die Ausbeutung von menschlicher Arbeitskraft und Landgrabbing sind nur zwei Punkte. Oft befinden sich Menschen in Produktionsländern für unsere Konsumgüter in einem Kreislauf, der es ihnen nicht erlaubt, ein menschenwürdiges Leben zu führen. Kleinstkredite in Form von Mikrofinanzprodukten können hier ein Ausweg sein. Der Mitbegründer des Mikrofinanzgedanken, Prof. Yunus hat für dieses Konzept 2006 den Friedensnobelpreis erhalten. Mit Krediten zwischen 50,- € und 2.000,- € erhalten ExistenzgründerInnen in Entwicklungsländern auch ohne Sicherheiten die Möglichkeit, zu fairen Bedingungen in die finanzielle Unabhängigkeit zu starten. Hilfe zur Selbsthilfe ist hier der Schlüssel zum Erfolg und mit steigendem Wohlstand steigt in der Regel auch die Bildungsquote – gerade für Mädchen und Frauen.

 

5. Unterstützung von nachhaltigen Aufforstungsprojekten

 

Der Wald ist die Lunge unseres Planeten. Er gibt vielen Lebewesen ein zu Hause, dient uns zur Erholung und liefert wertvolle Rohstoffe. Und trotzdem zerstören wir kaum einen Lebensraum in einer solchen Geschwindigkeit und so nachhaltig wie den Wald. Doch es gibt auch Projekte, die auf der einen Seite Rohstoffe liefern, aber auf der anderen Seite dafür sorgen, dass die Wälder sich auch wieder erholen können. Monokulturen und das Auslaugen der Böden werden vermieden. Ehemalige Weideflächen werden wieder zu Mischwäldern umgebaut und der Bevölkerung vor Ort attraktive Arbeitsplätze geboten. Kaum ein anderes Investment könnte man treffender als „Grünes Geld“ bezeichnen.

 

6. Wertentwicklung im Vergleich zu konventionellen Anlagen

 

Bedeuten nachhaltige Geldanlagen auch automatisch, dass man Kompromisse in der zu erwartenden Wertentwicklung gegenüber konventionellen Anlagen eingehen muss? Nicht unbedingt! Die Studie „Nachhaltige Investments aus dem Blick der Wissenschaft: Leistungsversprechen und Realität“ des Reserch Center for Financial Services der Steinbeis-Schule Berlin kommt im Vergleich zu dem Ergebnis, dass eine Anlage mit gutem Gewissen kein schlechteres Ergebnis in der Renditeentwicklung bedeuten muss. Teilweise können Sie sogar leichte Vorteile gegenüber konventionellen Geldanlagen erkennen. Das liegt auch daran, dass das Angebot ständig wächst. Tragen auch Sie mit Ihrem Kapital dazu bei, die Entwicklung hin zu einer nachhaltigeren Welt voranzutreiben.

 

 

 

 

 

Verfasser des Beitrages

Jasmin Messina-Hamann unterstützt die Grünes Geld GmbH als Berater-Assistentin. Jasmin Messina-Hamann:”Ich freue mich, dass ich – neben meinem persönlichen Engagement (z. B. bei Greenpeace) – beruflich meinen Teil dazu beitragen kann, dass Nachhaltigkeit auch in der Finanzbranche kein Fremdwort mehr ist. Die Macht des eingesetzten Kapitals kann die Welt zum positiven verändern.”

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