Autor: Gerd Junker 29. März 2011

Atomkraft, Korruption, Waffen: Deutschland gilt nicht mehr als nachhaltig

Deutsche werden nachhaltiger, der Staat fällt aber zurück

Die Menschen wollen mehr Nachhaltigkeit, aber der Staat fällt in Rankings zurück. Nachhaltige Investments zeigen einen Ausweg.

Die Bevölkerung Deutschlands weiß, was sie will. Die aktuellen Wahlen in Baden-Württemberg und Rheinland-Pfalz sind mehr als das Ergebnis des Ereignisses Japan. Die Wahlen zeigen, dass die Deutschen weit mehr an ihre Kinder und Enkel denken als die Politik ihnen zugesteht.

Denn während die Basis voll in Richtung Ökologie und Verantwortung läuft, sind die staatlichen Stellen weiterhin im Käfig der Wirtschafts-Lobbiesten gefangen. Das Fachmagazin ECOreporter berichtet, dass sich nachhaltige Geldanleger immer mehr von deutschen Staatsanleihen trennen – denn Deutschland gilt nicht mehr als nachhaltig.

Zahlreiche nachhaltige Investmentfonds haben nämlich Punkte wie Waffenhandel, Korruption oder schlechten Umgang mit natürlichen Ressourcen als Ausschlusskriterien. Wer bei den Punkten auffällt, wird ausgelistet. Trotz unserer Vorreiterrolle bei Energie Fonds und den Fortschritten bei nachhaltigen Investments wird Deutschland deutlich abgewertet.

Unglaublich schlecht: Deutschland hat Marktanteil bei Waffen verdreifacht

Kaum in der Öffentlichkeit bemerkt, stellt das schwedische Friedensforschungsinstitut SIPRI fest, dass Deutschland seine Waffenexporte in den zurückliegenden 5 Jahren um 96 (!) Prozent gesteigert hat. Deutschlands Weltmarktanteil hat sich auf 11 % fast verdreifacht. Nur die USA (30%) und Russland (23%) exportieren mehr Waffen. Die meisten Waffensysteme aus Deutschland gingen mit einem Anteil von 15 % übrigens nach Griechenland. Das ist der Staat, dem die deutschen Milliarden den Kopf retteten. Verhindern Sie mit ethischer Geldanlage solche Entwicklungen.

 


Unser Tipp für nachhaltige Investoren: Neue Energien VI


Projekt-Name Neue Energien VI
Laufzeit 11 Jahre
Mindestanlagesumme 10.500 Euro
Ausschüttungen 6%, 10%, 12%, 12%, 15%, 20%, 25%, 30%, 35%, 36% von 2014 bis 2022, inkl. Eigen-
kapital-Ausschüttung
Das Projekt investiert ausschließlich in bereits in Betrieb genommene Anlagen. Hohe Sicherheit, da die exakte Einnahme-Situation bereits vor dem Ankauf der Anlage berechenbar ist. 10.500 Euro

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Unglaublich korrupt: Deutschland hat UN Konvention gegen Korruption immer noch nicht ratifiziert

2003 unter Kanzler Schröder war Deutschland Vorreiter: bei den ersten Unterzeichnerstaaten dabei, hat die Bundesrepublik bereits 2003 die UN-Antikorruptionskonvention unterschrieben. Seit dem hat die Mehrheit der Staaten diese UN-Konvention ratifiziert – aber Deutschland nicht. Das bestätigte eine Sprecherin des auswärtigen Amtes gegenüber dem ECOreporter. Wann Deutschland ratifiziert und wie es weiter geht, bleibt ungewiss. Die Sprecherin erklärte lappidar, dass ein neuer Entwurf für ein ensprechendes Gesetz aus der Mitte des deutschen Bundestags kommen soll.

Eine OECD Studie aus dem Februar 2010 stellt für Deutschland garvierende Mängel bei der Einhaltung internationaler Standards der Korruptionsbekämpfung und eine zu lasche Strafverfolgung fest. Eine Folge davon sind die 2009 in Deutschland gewaschenen kriminellen Gelder: 50 Milliarden Euro. Als die OECD Prüfer ihr Gutachten erstellten erfüllte Deutschland nur 29 von 49 Kriterien.

Unglaublich schwarz: Ökologisches Defizit in Deutschland

Eine der Top-Banken der ökologischen Geldanlage ist seit vielen Jahren Sarasin. Sarasin veröffentlichte im März 2010 eine Studie, der zufolge Deutschland ein „relativ großes ökologisches Defizit“ hat. Einer der Gründe: der hohe Anteil fossiler Energieträger. Aber auch die Artenvielfalt und eine deutliche Überalterung der Gesellschaft wirken sich langfristig negativ auf die Bonität Deutschlands und damit auf die Attraktivität deutscher Staatsanleihen aus.

Das Fazit des ECOreporters

Hohe Rüstungsexporte, schlechte Korruptionsbekämpfung und nur mittelmäßige Ökologie: Deutschland dürfte für viele nachhaltige Investoren nicht mehr in Frage kommen.

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