Autor: carmenju 12. September 2019

Aufforstung der Wüste Gobi erfolgreich – Waldinvestment lohnt sich für alle

Zusammenfassung: Mittels Aufforstung entsteht in der Wüste Gobi ein neues riesiges Habitat für Tiere und Pflanzen. Sandstürme in Peking wurden durch die grüne Mauer deutlich seltener.

 

Die Umstellung auf 100% Erneuerbare Energien ist eine große Herausforderung. Erneuerbare Energien sind Kernelement einer Nullemissionsstrategie und das Pflanzen von Bäumen und Wäldern der entscheidende Beitrag zur CO2 Senke. Insbesondere China ist führend in der Aufforstung und zeigt der Welt wie es geht. Die Aufforstung China’s macht 25 Prozent des weltweiten Nettozuwachses der Blattfläche aus, obwohl das Land nur 6,6 Prozent der weltweit bewachsenen Fläche besitzt. 

 

 

Heute entsteht eine Mauer aus Bäumen statt wie einst 6000 v. Chr. aus Steinen.

 

 

Über die globale Aufforstung als zweite wichtige Komponente des Klimaschutzes gibt es neben den Tragödien des brennenden Regenwaldes in Brasilien einige positive Nachrichten. Diese finden sich im Vergleich zur Brandrodung leider nicht in den Nachrichtensendungen. Das ist bedauerlich, denn diese positive Entwicklungen vermögen in den Menschen die Hoffnung wecken, dass wir den Klimawandel mit entschiedenem Willen und Tatkraft meistern können.

 

Eindrucksvolle Beispiele zeigen, was gelingen kann, wenn der Wille zur Aufforstung im großen Stil vorhanden ist. Sie widerlegen Bedenkenträger, dass ein Umsteuern zu langwierig sei und an zu vielen Widerständen scheitern würde. Das Gegenteil ist der Fall. Länder, denen wir es nicht zutrauen, schaffen es mit der Pflanzung von Millionen Bäumen neue Arbeitsplätze, saubere Luft und Eindämmung der Wüsten zu schaffen.

 

 

China, bei uns als großer Umweltsünder dargestellt, forstet riesige Teile der Wüste Gobi wieder auf. Bis heute wurde bereits eine Fläche von 45 Millionen Hektar Wald gepflanzt (eine Fläche größer als Deutschland).

Unter anderem konnte damit das weitere Wachsen der Wüste Gobi verhindert werden. Es wurden damit auch für 313 Millionen Menschen neue Arbeit geschaffen.

Die Aufforstung der Wüste Gobi vermindert die Landflucht. Arbeitsplätze fernab der Millionenmetropolen die das Ziel von Millionen Wanderarbeitern sind.  Der Tourismus, wie wir am Beispiel der österreichischen Alpengemeinden sehen, ist ein hervorragendes Instrument der Armutsbekämpfung. Durch den Bau von Nationalparks wurde der Waldtourismus stark ausgebaut. Seit 1978 waren die Parks  Ziel für etwa 380 Millionen Besucher.

 

 

 

 

Neben der Schaffung von Habitaten für zahlreiche Tier- und Pflanzenarten bringt die Aufforstung in der Wüste Gobi besondere Entlastung für Region Peking. Die chinesische Region der Größe Bayerns, bewohnt von etwa 130 Millionen Menschen wurde in der Vergangenheit regelmäßig von schweren Sandstürmen heimgesucht. In den 50er Jahren waren durchschnittlich 56 Tage im Jahr von Sandstürmen betroffen. Heute hingegen nur 0,1 Tage im Jahr. Geschützt durch die „Große Grüne Mauer“ leiden die Menschen kaum noch an den Sandstürmen.

 

Vor 40 Jahren hat die Partei beschlossen die Ausbreitung der Wüste Gobi aufzuhalten. Bis 2050, dem 100ten Geburtstag der Volksrepublik entsteht ein 4.500 km langer und 100km breiter Schutzwall aus Bäumen. In das Projekt werden 13,6 Milliarden Dollar investiert.

 

Im Februar 2019 veröffentlichte die US-Weltraumbehörde NASA eine Studie (Human Activity in China and India Dominates the Greening of Earth) wonach China in den Jahren 2000 bis 2017 als größter Umweltinvestor mit einem Anteil von über 25 Prozent zum globalen Umweltschutz beitrug.

 

 

Chinas Einfluss in Afrika wird in Deutschland nicht uneingeschränkt positiv gesehen. Sichert sich die Volksrepublik vorausschauend den exklusiven Zugang zu seltenen Rohstoffen und erwirbt große Landflächen für die Agrarproduktion zur Nahrungsversorgung der chinesischen Bevölkerung. Während Deutschland betäubt durch Erfolge der Vergangenheit im Dämmerschlaf die Entwicklungen verpasst.

 

Das Vorbild Aufforstung der Wüste Gobi wurde durch die äthiopische Regierung aufgefriffen und hat in einer groß angelegten Aktion an einem Tag Millionen Bäume pflanzen lassen. Im gesamten Land wurden in einer beispiellosen Mobilisierungsaktion über alle ethnischen Unterschiede hinweg an einem freien Tag 350 Millionen Bäume gepflanzt.

Ein klarer Schritt die Entwaldung der letzten 50 Jahre zu stoppen. Heute sind nur noch 15 % des Landes bewaldet, während vor 50 Jahren noch 40% mit Wäldern bedeckt waren. Im Mai 2019 wurde ein riesiges Aufforstungsprojekt gestartet. Bisher sind fast drei Milliarden der bis Oktober geplanten 4 Milliarden Bäume gepflanzt worden.

 

Beide Beispiele zeigen, dass wenn der politische Wille da ist und beherzt zur Umsetzung geschritten wird, kann schnell eine große Wirkung für den Klimaschutz erzielt werden.

Der deutsche Wald, leidet an der großen Hitze und der damit verbundenen Trockenheit, den Borkenkäfern und den Luftschadstoffen. Mit angepassten Baumsorten, gut angelegten Aktivitäten und Einsatz moderner Bewässerungstechnik kann auch bei uns die Aufforstung gelingen. Das Aufforstungsprogramm von Ministerin Klöckner ist ein erster zaghafter Schritt in die richtige Richtung.

Das Ziel mit wenigen Millionen Bäumen ist jedoch sehr niedrig gesteckt. Innerhalb eines halben Jahres hat es Äthiopien geschafft über drei Milliarden Bäume zu pflanzen. Das reiche Deutschland hätte die Möglichkeit ambitioniert in die Aufforstung zu investieren und ebenfalls von einer Anzahl im Milliardenbereich anzugehen. In vier Jahren 500 Millionen Bäume zu pflanzen ist überschaubar. Welche konkreten Festlegungen vorbereitet werden sollen, wird am „Waldgipfel“ am 25. September bekanntgegeben.

 

Als Vorbild für uns Deutsche könnte es auch bei uns wie bei den Chinesen ein nationales „Aufforstungsfest“ stehen. Am Beginn der jährlichen Aufforstungskampagne versuchen viele Chinesen ihre Pflicht zu erfüllen und einen bis drei Bäume anzupflanzen. 

 

Wenn Sie nicht tatenlos zusehen wollen pflanzen Sie selbst. Seien es nun Bäume auf den eigenen Grundstücken, unterstützen Sie Pflanzungsaktionen z. B. von Plant-for-the-Planet oder Sie investieren in die Aufforstung. Erfahrene Anbieter wie Miller Forest oder Forest Finance zeigen seit Jahren wie es gut läuft.

 

 

 

 

  Carmen Junker ist Gründerin der Grünes Geld GmbH und Geschäftsführerin der Grünes Geld GmbH. Carmen Junker:“ Ein Grund mein berufliches Wirken speziell auf die Nachhaltige Geldanlage auszurichten ist, die Welt ein Stück positiver zu gestalten mit den Mitteln und Kenntnissen die mir zur Verfügung stehen. Aus der Verantwortung für die kommende Generation und weil ich selbst noch einige Jahre auf diesem schönen Planeten verbringen möchte“. Mehr zu ihr und Grünes Geld auf auf Xing, Facebook oder Twitter.

 

 

 

 

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