Autor: carmenju 24. August 2012

Blick hinter die Kulissen: Fondsmanager im Interview mit Grünes Geld

 

 

 

Grünes Geld hat wieder einmal einen interessanten Nachhaltigkeitsfondsmanager befragt.

Christoph Groß, der den LBBW Nachhaltigkeit Renten -R Fonds seit Auflegung erfolgreich leitet, stellt sich unseren Fragen.

Er verfolgt mit seinem Anlagefonds einen konservativen Ansatz in Verbindung mit strengen Ausschlusskriterien, in kontroverse Unternehmen oder Geschäftsfelder wird nicht investiert. So liefert Oekom Research, ein weltweit führender Anbieter von Nachhaltigkeitsanalysen die Datenbasis dafür, dass z.B. Atomenergie, Abtreibung, Tabak, Glückspiel, Kinderarbeit und Menschenrechtsverletztungen nicht investiert wird.

Bezüglich der Wertentwicklung seines Fonds braucht sich Herr Groß ebenfalls nicht zu verstecken. Die 1-Jahresperformance beträgt zum 31.07.12 6,05%.

 

Christoph Groß: Manager des Fonds LBBW Nachhaltigkeit Renten – R

 

Herr Groß, wie definiert die LBBW Asset Management den Begriff „Nachhaltigkeit“ im Bezug auf die Kapitalanlage?

 

 

CG: „Wir teilen den Ansatz des Brundland-Reports aus dem Jahr 1987. Demzufolge bedeutet nachhaltig wirtschaften, so zu leben und zu wirtschaften, dass dei Bedürfnisse aller heute lebenden Menschen befriedigt werden, ohne die Lebensgrundlagen zukünftiger Generationen zu gefährden. Konkret umgesetzt auf die Kapitalanlage bedeutet dies, bei der Auswahl neben den ökonomischen auch ökologische und sozial-ethische Kriterien anzuwenden, um dieses Ziel zu erreichen. Die LBBW Asset Management bringt man nicht unmittelbar in Verbindung mit dem Thema Nachhaltigkeit.

 

Wann sind Sie auf den „Zug“ aufgesprungen?

 

CG: Wir sehen das Thema Nachhaltigkeit nicht als Modetrend an. Schließlich beschäftigen wir uns seit über 10 Jahren mit diesem Thema. Auf Intention unserer institutionellen Kunden aus dem Spezialfondsgeschäft hatten wir bereits im Jahr 2001 damit begonnen uns intensiv mit diesem Thema auseinander zu setzen. Ergänzend dazu haben wir im Jahr 2007 damit begonnen, unsere Expertise in die Form von Publikumsfonds, und somit auch für Privatkunden, zugänglich zu machen.

 

Warum sind Ihre Fonds Nachhaltig?

 

CG: Im Rahmen unseres Auswahlprozesses nachhaltiger Unternehmen bzw. Staaten haben wir zwei Ansätze. Zum einen ganz klare und strenge Ausschlusskriterien und zum anderen einen Best-in-Class-Ansatz. Ausschluss bedeutet, wir auch nicht das beste Unternehmen einer bestimmten Branchen als Kandidaten für unsere Fonds zulassen. Hierzu gehören u.a. Branchen aus der Atom-, Rüstung-, oder auch Tabak- bzw. Ölindustrie.

 

Und die übrig gebliebenen Emittenten wandern dann in Form von Unternehmensanleihen, Staatsanleihen oder Aktien in den jeweiligen Aktien- oder Rentenfonds?

 

CG: Nicht automatisch. Wenn ein Emittent die bis zu 200 Kriterien der Nachhaltigkeitsprüfung bei oekom Research erfolgreich durchlaufen hat, dann übernehmen wir als LBBW Asset Management die wirtschaftliche ökonomische Prüfung des Emittenten. Wir prüfen dann neben dem makroökonomischen Umfeld auch die Bilanz- und Geldflussqualität des Emittenten, bzw. dessen Wettbewerbs- und Marktposition.

 

Seit wann sind Sie Fondsmanager?

 

CG: Seit dem Jahr 2005 bin ich als Fondsmanager auf das Thema Nachhaltigkeit fokussiert. Neben dem Publikumsfonds LBBW Nachhaltigkeit Renten (Fondsauflage im Jahr 2009) manage ich daher zusätzlich auch Spezialfondsmandate von überwiegend kirchlicher Einrichtungen aber auch mittelständischen Unternehmen und Pensionskassen, die die Wichtigkeit der Berücksichtigung von Nachhaltigkeitskriterien bei der Titelauswahl erkannt haben.

Herr Groß, wir danken Ihnen für Ihre Zeit.

 

Sie möchten weitere Informationen zu LBBW Asset Management? Kontaktieren Sie die Grünes Geld GmbH.

 

Kontaktformuler, Telefonnummern, eMail-Adressen

 

Facebook Like

Kommentar hinzufügen

You must be logged in to post a comment.