Autor: carmenju 5. April 2019

Die 3 häufigsten psychologischen Fallen bei der Geldanlage 2019

 

Zusammenfassung: Wir haben die 3 häufigsten Psycho-Fallen zusammengestellt, die Sie umgehen sollten. Mit ein wenig Achtsamkeit ist dies gut möglich. Seien Sie wachsam.

 

Platz Nr. 3 der häufigsten Psycho-Fallen bei der Geldanlage 2019:

„Aktien sind doch nur für Spieler und Wahnsinnige“

 

Eine beliebte Falle, der sich insbesondere Menschen die bereits im Jahr 2000 einmal Aktien besessen haben, gewahr sein müssen.

 

Wer die Möglichkeit kannte und aufgrund seiner finanziellen Mittel in der Lage war bereits vor 18 Jahren Aktien zu kaufen, obliegt diesem Trugschluss „Aktien sind nur für Spieler“ häufig. Dies ist kein Wunder, denn seien wir ehrlich. Wie bitter war es damals die ersten Erfahrungen am Neuen Markt zu machen. Dem Goldrausch der exorbitant hohen Gewinne von teilweise 500 Prozent innerhalb weniger Tage oder Wochen folgte der Absturz. Im Jahr 2002 saßen zahlreiche Anleger schockiert vor ihren Depotauszügen. Seitdem möchten viele Anleger von damals nichts mehr mit Aktien zu tun haben.

 

Unter dem Einfluss des Confirmation Bias kennen wir meist nur eine Richtung.

 

 

Auch Susanne, die damals von Ihren Eltern 100.000 Mark geerbt hatte und in die Aktien des Neuen Marktes anlegte, verlor 45.000 Mark. Seither hält sie sich von Aktien fern. Immerhin hat es lange gedauert, den Verlust wieder aufzuholen. 2008 fühlte sie sich bestätigt, dass Aktien nur was für Spieler und Wahnsinnige sind die hemmungslos Geld verzocken können.

 

Zwischenzeitlich belastet es sie schon, dass sie in den Nachrichten hörte, dass der DAX mit über 13.200 Punkten auf dem sechsfachen steht als 2002 als sie damals alle Aktien verkaufte. Doch das Jahr 2018 meint sie, hat ihr Recht gegeben, ein historisch schlechtes Börsenjahr, mit starken Kurseinbrüchen im Dezember. Gut dass sie keine Aktien mehr hat.

 

Doch Halt! das  Tageszinskonto hat seinen Namen geändert. Der -„zins“ ist rausgefallen. Das Tageskonto sorgt nur dafür, dass das Geld nicht zu Hause unordentlich herumliegt und irgendwo aufbewahrt wird. Dass es nach Berücksichtigung der Inflation weniger wird, na wer rechnet denn schon so genau.

 

Hinter dieser Falle steckt der „Confirmation Bias“. Er bedeutet, dass wir überwiegend Ideen und Aussagen die zu unseren Vorstellungen passen sehen und diesen zustimmen. Informationen, die nicht in unser Weltbild passen werden ignoriert.

 

Nur wenige Geldanleger besitzen Aktien, der deutsche Privatanleger fürchtet die unvermeidlichen Kursschwankungen, die mit Risiko gleichgesetzt werden. Doch Schwankungen spielen, je länger der Anlagezeitraum ist, eine immer kleiner werdende Rolle. Phasen der Kursrückgänge gleichen sich durch Kursanstiegsphasen im Zeitverlauf wieder aus. Vorsichtige Anleger blenden diese Fakten jedoch häufig aus.

 

In Panik schlagen sie die Aktienbestände bei einem starken Kursrückgang los, raus aus dem Depot, bevor sie gar nichts mehr wert sind. Anschließend sehen und hören diese nur noch negative Meldungen. Crash-Propheten nutzen diese Situation oftmals und finden vielfach Zustimmung.

 

Dabei ist mehrfach bewiesen, dass selbst bei einem reinen Aktiendepot das Risiko für einen Totalverlust gegen null läuft. Wichtig ist, die breite Streuung der Anlage und eine systematische Auswahl der Wertpapiere. In allen Fällen gilt: Schwankung ist nicht gleichzusetzen mit Risiko.

 

Platz Nr. 2 der häufigsten Psychofallen bei der Geldanlage 2019:

„Solange ich nicht im Gewinn bin, verkaufe ich nicht“

 

Eine häufig auftretende Psycho-Falle bei der Geldanlage ist es, den Preis, den man selbst einmal für eine Anlage, meist Aktien bezahlt hat als Referenzwert zu hinterlegen und daran Entscheidungen ob Verkauf oder Weiterhalten festzumachen.

 

Klar ist allerdings: Der Markt interessiert sich nicht dafür was ein einzelner Anleger für einen Preis bezahlt hat. Es ist sogar höchtst unwahrscheinlich, dass der eigene Kurs zu dem man die Aktie erworben hat, als tiefster Kurs der Aktie in die Geschichte eingeht. Der Preis kann sowohl steigen als auch fallen.

 

Die Wahrscheinlichkeit, dass die Kurse nach dem Einstieg steigen ist genauso groß wie die dass der Wert fällt. Doch innerlich legen wir den Kaufpreis als Referenzgröße ab. Mit der Folge, dass man möglicherweise zu lange an einer schlechten Anlage festhält. Schließlich soll der Kaufkurs wieder reingeholt werden.

 

Dahinter stehen Anker-Effekt und die Verlustaversion. Um dieser Psycho-Falle zu entgehen, sollten Sie Ihre Anlage stets nach aktuellen Kriterien bewerten. Stellen Sie sich die Frage: „Würde ich diese Aktien/diesen Fonds wenn ich sie/ihn nicht hätte,  zum heutigen Zeitpunkt  wieder erwerben?“. Es geht dabei um den Blick in die Zukunft. Sind positive Geschäftserwartungen oder ein freundliches Umfeld zu erwarten? Konsequenterweise sollten Sie verkaufen, wenn die Antwort auf diese Frage nein lautet.

 

Platz Nr. 1 der häufigsten Psycho-Falle bei der Geldanlage 2019:

„Heimat ist mir wichtig – auch in meinem Depot“

 

Die wahrscheinlich teuerste Psychofalle 2019 ist unserer Prognose nach der „Home Bias“. Die meisten Anleger gewichten Anlagen aus dem eigenen Heimatmarkt über. Deutsche Aktionäre halten im Schnitt rund 80 Prozent ihres Depots in Aktien, die im Deutschen-Aktien-Index (DAX) gelistet sind.

 

Nachvollziehbar ist dieser Effekt schon, denn schließlich kennt man die heimischen Firmen am besten. Es ist jedoch sehr riskant anzunehmen, dass diese Unternehmen auch die besten Chancen-Risiken-Verhältnisse aufweisen. Besonders gefährlich ist es, wenn der heimische Markt ohnehin schon sehr konzentriert ist. Wie beispielsweise der österreichische ATX oder der DAX, der von Pharma- und Chemiebranche sowie dem Automobilsektor von nur zwei Branchen zu über einem Drittel beeinflusst wird. 

 

Gerade 2019 könnte diese Psycho-Falle teuer werden. Während sich amerikanische Unternehmen über unternehmensfreundliche Politik und günstige Steuergesetze freuen, führt der Regulierungswahn deutscher und europäischer Gesetzgeber zu immer mehr Auflagen und Kosten bei den Unternehmen.

 

Hausgemachte Probleme, wie der immer noch ungelöste Diesel-Skandal oder ungeschickte Übernahmen wie beispielsweise Monsanto von Bayer kommen noch hinzu. Anleger sollten ihren Blick auf Unternehmen außerhalb des Heimatmarktes schweifen lassen und sich die lohnendsten Perlen aus fremden Ländern ins Depot holen.

 

 

 

 

 

 

 

 

Carmen Junker
Verfasser des Beitrages:Carmen Junker ist Gründerin der Grünes Geld GmbH und Geschäftsführerin der Grünes Geld GmbH. Carmen Junker:“ Ein Grund mein berufliches Wirken speziell auf die Nachhaltige Geldanlage auszurichten ist, die Welt ein Stück positiver zu gestalten mit den Mitteln und Kenntnissen die mir zur Verfügung stehen. Aus der Verantwortung für die kommende Generation und weil ich selbst noch einige Jahre auf diesem schönen Planeten verbringen möchte“.
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