Autor: Gerd Junker 29. Januar 2019

Die 5 wichtigsten Punkte zum Kohleausstieg in Deutschland

 

Es war schon historisch – die Kohlekommission, zusammengesetzt aus 31 Vertretern der Energiewirtschaft, der Regierung, der Umweltverbände und der Regionen, hat am 26. Januar 2019 eine Empfehlung veröffentlicht zum Ausstieg aus der Kohleverstromung. Ein wichtiger Schritt, auch wenn damit noch kein Gesetz beschlossen und kein Kraftwerk stillgelegt ist. Wir analysieren die 5 wichtigsten Punkte.

 

 

1.) Wie schnell soll der Ausstieg gehen?

 

Das ist sicherlich der bitterste Punkt: der Kohleausstieg sieht einen Fahrplan bis zum Jahr 2038 vor – erst dann soll das letzte Kohlekraftwerk vom Netz gehen. Auch 2030 sollen noch immer 50 Prozent am Netz sein. Einziger Pluspunkt: zu Beginn soll es flott gehen.

 

Zusammen mit den bis 2022 aus Altersgründen ohnhin vom Netz gegangen Kohlekraftwerken ergeben sich 12,5 Gigawatt an Steinkohle und Braunkohlekraftwerken, die bis 2022 abgeschaltet werden.

 

2.) Die Auswirkungen auf die Klimaziele der Bundesrepublik

Bisher sah es mit der Erreichung der Klimaziele der Bundesrepublik düster aus. Diese sehen eine Senkung der CO2 Emissionen bis 2020 um 40 Prozent gegenüber 1990 vor. Im Jahr 2030 sollen es 55 Prozent Einsparungen gegenüber 1990 sein (Quelle: Umweltbundesamt). Das Ziel für 2020 ist nicht mehr zu erreichen und wird weit verfehlt.

 

Der Kohleausstieg soll einen zentralen Beitrag zu Erreichung des 2030er Zieles beitragen. Im Jahr 2016 haben Deutschlands Kohlekraftwerke rund 256 Millionen Tonnen CO2 emittiert. Im Jahr 2030 dürften sie nach Einschätzung der Kommission nur noch 84 bis 92 Millionen Tonnen CO2 ausstoßen, wenn das Klimaziel erreicht werden soll. Demnach dürften dann nur noch rund 18 Gigawatt Kohlekraftwerke am Netz sein. Der Kohleausstieg könnte, würde er also engagiert umgesetzt werden, die Erreichung des 2030er Ziels ermöglichen.

 

3.) 40 Milliarden für den Strukturwandel

 

Der Kohleausstieg betrifft manche Regionen in Deutschland stärker als andere, während der Kampf gegen den Klimawandel ein bundesweites Ziel ist. Entsprechend sind 40 Milliarden Euro in den nächsten 20 Jahren für den Strukturwandel vorgesehen. Später zu erstellende Gesetze sollen regeln, wie das Geld investiert werden soll.

 

Wichtig sind nun die Ziele dieser Investitionen. Auch diese sollten der Umstellung auf 100 Prozent Erneuerbare Energien unterstützen. Neben direkten Investitionen in die Windkraft, Photovoltaik, Power-to-Gas oder Energiespeicherlösungen sind der Aufbau von Infrastruktur und die weitere Verbesserung der Bildungssysteme von entscheidender Bedeutung. Denn je mehr Bildung die Menschen besitzen, umso stärker unterstützen sie die Wandlung der Gesellschaft zu 100 Prozent Erneuerbaren Energien.

 

Das ist übrigens keine Utopie. In den USA wurde kurz vor Jahreswechsel für Washington, D.C. ein Gesetz zur Umstellung auf 100% Erneuerbare Energien bis 2032 beschlossen. Wohlgemerkt: in den USA!

 

4.) Wird der Hambacher Forst gerettet?

Vielen Menschen war es nicht zu vermitteln, dass in Berlin der Kohleausstieg verhandelt wird und parallel dazu in Nordrhein-Westfalen der Hambacher Forst gerodet werden soll, um mehr Kohle zu fördern. Bulldozer und Polizei traten an und vertrieben Demonstranten aus dem Forst. Ein Gerichtsbeschluss stoppte schließlich die Rodung vorläufig.

 

Die Kommission ging auch auf den Hambacher Forst ein. Sie hält einen Stopp der Rodungen für „wünschenswert“. Das klingt recht weich, aber man darf nicht vergessen, dass die Kommission größere Aufgaben vor der Brust hatte und damit zumindest eine Position bezieht.

 

5.) Wie geht es nun weiter?

Die Kohlekommission hat ein Abschlusspapier mit Empfehlungen vorgelegt. Jetzt liegt es an der Politik, die dort empfohlenen Maßnahmen in Gesetze und Verordnungen umzusetzen. Laut Spiegel Online äußerten sich Politik dazu wie folgt:

 

 

Als „große Aufgabe“ bezeichnet Regierungssprecher Steffen Seibert den Plan; „konstruktiv“ prüfen will den Entwurf Wirtschaftsminister Peter Altmaier (CDU); „wir haben keine Zeit zu verlieren“, sagt SPD-Fraktionsvize Matthias Miersch dazu.

 

 

Dazu Goethe (Faust, 1808):

 

 

 

 

Der Worte sind genug gewechselt,
Laßt mich auch endlich Taten sehn!
Indes ihr Komplimente drechselt,
Kann etwas Nützliches geschehn.

 

 

 

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Gerd Junker ist Co-Gründer und Geschäftsführer der Grünes Geld GmbH. Gerd Junker: „Wir leben was wir tun! Und das ist ganz einfach, denn der doppelte Nutzen von grünen Geldanlagen ist überzeugend – die Welt verbessern und Rendite erhalten.“ Mehr zu ihm und Grünes Geld auf Xing, Facebook oder Twitter.

 

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