Autor: Jasmin Messina 30. November 2012

Die EU Schuldenkrise: Antworten auf die 10 wichtigsten Fragen

 

  1. Die Hypothenkenzinsen sind historisch niedrig. Sollte man jetzt eine Immobilie kaufen oder bauen?
  2. Wenn ich in Immobilien investieren möchte, aber nicht genügend Eigenkapital für eine eigene Immobilie habe – was kann ich tun?
  3. Soll ich jetzt noch Gold kaufen?
  4. Bietet Silber mehr Chancen als Gold?
  5. Sollte man überhaupt noch Staatsanleihen oder entsprechende Fonds kaufen?
  6. Kann ich mich mit Aktienfonds gegen die Schuldenkrise wappnen?
  7. Sind Fremdwährungen eine Alternative?
  8. Wie sicher ist mein Geld auf Tagesgeldkonten oder bei Festzinsangeboten?
  9. Wie wirkt sich die Schuldenkrise auf die Lebensversicherungen aus?
  10. Wie sollte ich in der aktuellen Situation mein Geld anlegen?

 

Die Hypothenkenzinsen sind historisch niedrig. Sollte man jetzt eine Immobilie kaufen oder bauen?

 

Wenn man die Zinskosten mit den Anschaffungskosten für Immobilien ins Verhältnis setzt, fällt auf: noch nie waren die Hypothekenzinsen für Hauskredite nie so niedrig wie im Moment.

 

Das macht den Immobilienkauf generell interessant. Trotzdem muss vor Schnellschüssen gewarnt werden: wer kein Immobilienprofi ist, wird mit einer Immobilie als Geldanlage wahrscheinlich schlecht abschneiden. Mögliche Risiken sind der Mietausfall, Renovierungskosten oder ein überhöhter Kaufpreis, der bei einem späteren Verkauf nicht mehr zu erzielen ist.

 

Außerdem muss ausreichend Eigenkapital vorhanden sind, mindestens 20%.

 

Der deutsche Immobilienmarkt befindet sich im Moment (Herbst 2012) in Teilen in einer Blasenbildung. Das betrifft vor allem die Standorte München, Hamburg, Berlin, Stuttgart und Düsseldorf. Außerhalb dieser Standorte, besonders auf dem Land, befinden sich die Immobilienpreise in moderaten Gefilden, fallen teilweise. Kleinere Universitätsstädte bieten Chancen, denn die Preise sind noch überschaubar und die Nachfrage ist groß.

 

Mein Tipp: Privatanleger sollten Immobilien nur zur Eigennutzung kaufen. Dabei die aktuell günstigen Zinsen mit langlaufenden Darlehen nutzen und Sondertilgungen vereinbaren. Aktuelle Angebote und interessante Finanzierungskonzepte erstellen wir Ihnen innerhalb 1 Arbeitstages (Hier klicken zum Kontakt).

 

Wenn ich in Immobilien investieren möchte, aber nicht genügend Eigenkapital für eine eigene Immobilie habe – was kann ich tun?

                                                                                                                                                                                                                                                        

Wer nicht direkt investieren möchte kann über REITS, offene und geschlossene Immobilienfonds am Wohnungs- und Büromarkt teilhaben. Die Enttäuschungen der REITS sowie der offenen Immoiblienfonds in den letzten Jahren lassen die direkteste Form als Beteiligung als echtes, unmittelbares Investment in der Gunst steigen.

 

Mein Tipp: Investieren Sie in Green Buildings. Diese Gebäude sind außergewöhnlich effizient, bieten hohes Raumklima und lassen die höchsten Wiederverkaufswerte erwarten. Interessante Angebote mit überschaubaren Laufzeiten finden Sie in unserer Kategorie Projekte – Immobilien.

 

 

Vernichtet die Krise Geld?

Die Schuldenkrise der EU verunsichert Anleger. Wo ist mein Geld noch sicher?

 

 

 

Soll ich jetzt noch Gold kaufen?

 

Gold ist die ultimative Krisenabsicherung und behält auch langfristig immer einen gewissen Wert. Gold erzielt allerdings keine regelmäßigen Renditen, sondern man erzielt die Gewinne nur über steigende Goldpreise. Das ist aktuell der Fall, denn in Euro ist Gold seit Anfang 2010 um ca. 80 % gestiegen.

 

Wer allerdings auf dem letzten Hoch 1980 Gold kaufte, musste rund 20 Jahre warten, um überhaupt wieder auf den Goldpreis von 1980 zu kommen. Von hohen Renditen konnte also nicht die Rede sein.

 

Zu beachten ist auch, dass die Geldanlage in Gold alles andere als nachhaltig ist. Goldminen gleichen einer Chemiefabrik in freier Natur. Zum Abbau von Gold werden Chemikalien wie Zyanid und Quecksilber benutzt. Die Restprodukte der Goldgewinnung (hochgiftige Laugen und Schwermetalle wie Arsen, Blei und Kadmium) werden oft einfach in Flüsse oder Meere abgeleitet. Der moderne Goldabbau verletzt meist Menschenrechte aufgrund schlechter Arbeitsbedingungen und hinterlässt tote Kraterlandschaften, massive Umweltschäden und soziale Probleme.

 

Mein Tipp: Wer einen totalen Zusammenbruch des Euro erwartet, sollte sich Gold als eine Art Versicherungsschutz kaufen (max. 10% des Vermögens). Aber dann nur in Form physischen Goldes, das gegebenenfalls auch tatsächlich gegen Waren eingetauscht werden könnte.

 

 

Bietet Silber mehr Chancen als Gold?

 

Silber gilt als das Gold des kleinen Mannes. Der Vorteil: da der Preis pro Unze viel niedriger als bei Gold ist, lässt es sich im Fall der Fälle viel leichter und in einfacheren Mengen einsetzen.

 

Beim Abbau gilt für Silber das gleiche wie für Gold (wie auch für alle anderen Edelmetalle). Daher sollte man sich ein Investment in Edelmetalle gründlich überlegen.

 

Mein Tipp: Wer einen totalen Zusammenbruch des Euro erwartet, sollte neben Gold auch auf Silber setzen. Es ist leichter veräußerbar als Gold!

 

 

Sollte man überhaupt noch Staatsanleihen oder entsprechende Fonds kaufen?

 

Werthaltige Staatsanleihen in Euro, allen voran die Papiere der Bundesrepublik Deutschland, bieten nur sehr niedrige Zinsen. Zieht man die Steuern davon noch ab, bleibt man unterhalb der jährlichen Inflationsraten und vernichtet effektiv Geld.

 

Eine Alternative sind Staatsanleihen anderer Länder außerhalb des Euro, wie zum Beispiel von Australien, Neuseeland oder auch Polen. Es drohen allerdings Wechselkursschwankungen, die die Renditevorteile schnell wieder zu Nichte machen können.

 

Mein Tipp: Vertrauen Sie international anlegenden Rentenfonds, die nicht nur eine bessere Streuung bieten, sondern in der Regel auch noch ältere Staatsanleihen stabilerer Staaten mit hohen Zinsen im Bestand haben. Unsere Musterdepots „Sicherheit“  enthalten aufeinander abgestimmte Einzelfonds und ergeben in der Summe eine Mischung die Rendite und Schwankungsbreite in Einklang bringt.

 

Kann ich mich mit Aktienfonds gegen die Schuldenkrise wappnen?

 

Ja, denn Aktien sind Beteiligungen an den Unternehmen und sie überstehen Währungskrisen besser als Geldwerte wie Anleihen oder Sparbücher. Wer vor Hitlers Machtergreifung 1930 sein Geld z.B. in Aktien von DaimlerBenz investierte, hatte nach den Turbulenzen des 2. Weltkrieges und der Währungsreform bereits 1950 seinen Wert wieder. Wer 1930 sein Geld in ein Sparbuch steckte, hat es nahezu komplett verloren.

 

Mein Tipp: Breit aufgestellte, nachhaltige Aktienfonds gehören in jede Geldanlage. Je länger der Anlagehorizont, umso höher sollte der Aktienanteil sein. Die Wahrscheinlichkeit mit Aktien mehr Gewinn zu erzielen als mit Anleihen liegt über 15 Jahre Anlagedauer bei 76%, bei 30 Jahren Anlagedauer sind es sogar 100%. Aber die Mischung macht’s. Schauen Sie sich bei unseren Musterdepots für Vermögensaufbau um, dort unterscheiden wir Sicherheits-, Standard- und Wachstumsdepot (niedriger, mittlerer und hoher Aktienanteil).

 

Sind Fremdwährungskonten eine Alternative?

 

Sollte der Euro weiterhin Probleme behalten, können Konten in anderslautender Währung eine Absicherung darstellen (Angebote u.a. bei Comdirect). Ähnlich wie beim Gold ist dort aber meist nicht mit einem automatischen, zählbaren Zuwachs zu rechnen, sondern man spekuliert auf eine stärker werdende Fremdwährung.

 

Mein Tipp: Währungsspekulationen sind reines Glücksspiel. Auch wenn die Euro-Zone große Probleme hat, kann der Euro gegenüber anderen Währungen aufwerten – mit Fremdwährungskonten verlieren Sie dann Geld.

 

Wie sicher ist mein Geld auf Tagesgeldkonten oder bei Festzinsangeboten?

 

Auf solchen Konten greift die gesetzliche Einlagensicherung. Die Annahme, diese Sicherung wäre vom deutschen Staat garantiert, ist jedoch leider falsch. Es fließen zwar regelmäßig Gelder von deutschen Banken in die Entschädigungseinrichtung deutscher Banken (verwaltet von der staatlichen KfW Bank, beaufsichtigt von der BaFin), aber diese Geldtöpfe verkraften nur den Ausfall einer größeren Bank. Wenn es darüber hinausgehen sollten, sind die Garantieversprechen wertlos.

 

Auch das vollmundige Versprechen Angela Merkels nach der Lehman-Pleite 2008 über eine Art politische Garantie für die Ersparnisse der Bundesbürger blieb bis dato nur heiße Luft: einen Umsetzung in Gesetze folgt bis heute nicht und wird wohl auch nie folgen.

 

Mein Tipp: Die Einlagensicherung ist gesetzlich vorgeschrieben, aber nicht staatlich garantiert. Wenn mehr als ein großes Finanzinstitut in Schwierigkeiten gerät, kann sie nicht mehr helfen. Für diese Sicherung die historisch niedrigen Zinsen zu akzeptieren, macht keinen Sinn.

 

Wie wirkt sich die Schuldenkrise auf die Lebensversicherungen aus?

 

Lebensversicherungen sind über einen Anlagenverordnung gezwungen, zu einem großen Teil in die formell sicheren Staatsanleihen zu investieren. Da die Europäische Zentralbank mit billigem Geld das Zinsniveau künstlich niedrig hält, sind Staatsanleihen im Moment sehr niedrig verzinst.

 

Das wirkt sich in der Folge auf die Lebensversicherungen aus. Diese halten zwar auch noch große Bestände an alten, höher verzinsten Staatsanleihen. Je länger aber das niedrige Zinsniveau anhält, umso niedriger wird die Gesamtverzinsung der Lebensversicherungen. Die Gesamtverzinsung setzt sich aus dem Garantiezins sowie Beteiligungen an den aktuellen Überschüssen und Schlussüberschüssen zusammen und liegt im Branchenschnitt derzeit bei rund 4%.

 

Der Garantiezins wird von der Bundesregierung festgelegt und beträgt mittlerweile nur noch 1,75% (seit 1.1.2012). Er gilt immer für die gesamte Laufzeit der Police, d.h. auch wenn in Zukunft noch niedrigere Garantiezinsen kommen sollten, bleiben die zum Zeitpunkt des Abschlusses gültigen Zinsen garantiert.

 

Im Moment gibt es keine Anzeichen, dass diese Garantien nicht gehalten werden könnten.

 

Mein Tipp: Bestehende Verträge sollten Sie in aller Regel weiter laufen lassen und nicht kündigen (Ausnahme können Policen mit Ablauf in 2013 oder 2014 sein, siehe dazu den Beitrag „Gesetzesänderung bei Lebensversicherungen“. Beim Abschluss neuer Verträge sollten Sie die Anbieter unbedingt genau ansehen, denn die Verzinsungen liegen in der Bandbreite von 3,5% bis 5,0% recht weit auseinander. Welche Anbieter finanzstark sind, hohe Renditen bieten und nachhaltig das Geld anlegen, können Sie gerne bei uns tagesaktuell erfragen (Kontakt).

 

Wie sollte ich in der aktuellen Situation mein Geld anlegen?

 

Grundsätzlich muss man zwischen Geldwerten (Sparbücher, Anleihen, etc.) und Sachwerten unterscheiden. Geldwerte notieren in Währungen, bei uns üblicherweise in Euro. Da sich die Euro-Zone und der Euro in einer Krise befinden und die Verzinsung für Geldwerte niedrig ist, sollte der Anteil an Sachwerten maximal sein.

 

Mein Tipp: Setzen Sie auf nachhaltige Sachwerte, die auch ohne einen Crash der Eurozone zu guten Ergebnissen führen. Unsere Favoriten finden Sie in den jeweiligen Kategorien, z.B. Solarprojekt, Windkraft- und sonstige Projekte, nachhaltige Immobilien, Waldprojekte oder Vermögensaufbau Wachstum.

 

 

 

Portraitfoto Gerd Junker

Verfasser des Beitrages

Gerd Junker ist Co-Gründer und Geschäftsführer der Grünes Geld GmbH. Gerd Junker: „Wir leben was wir tun! Und das ist ganz einfach, denn der doppelte Nutzen von grünen Geldanlagen ist überzeugend – die Welt verbessern und Rendite erhalten.“ Mehr zu ihm und Grünes Geld auf auf Xing, Facebook oder Twitter.

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Ein Kommentar zu “Die EU Schuldenkrise: Antworten auf die 10 wichtigsten Fragen”

  1. […] Ende des Jahres 2012 sieht das Zinsniveau eher schlecht aus und auch im kommenden Jahr ist anfangs wohl kaum eine Entspannung der Lage zu erwarten. Dennoch können die Tagesgeldzinsen durch einen wichtigen Effekt gesteigert […]

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