Autor: Gerd Junker 21. August 2012

Eine Insel wird erneuerbar: Helgoland 100 % „WindWärme“

Helgoland auf dem Weg zu 100 % regenerativer Energie

 

Wird es auf Helgoland kalt, fangen derzeit Heizölkessel an zu feuern und stellen Wärme bereit. Die Inselbewohner sind damit nahezu komplett abhängig vom Ölpreis, was in den letzten Jahren zu häufigen Preisanpassungen nach oben geführt hat. Nicht nur im Geldbeutel schmerzt es,  auch die Umwelt leidet:

 

Bei einem Verbrauch von knapp 2 Mio. Litern Heizöl jährlich werden beträchtliche Mengen CO2 ausgestoßen. Die Abhängigkeit und Umweltverschmutzung soll nun enden. Unter dem Titel „WindWärme“ hat die Gemeinde Helgoland das zukunftsweisende Projekt für die Insel vorgestellt.

 

Zukünftig sollen zwei Windkraftanlagen installiert werden, die Strom zur Wärmegewinnung erzeugen. Ab 2015 sollen die Windkraftanlagen auf der Insel ihre Arbeit aufnehmen. Damit endet die Abhängigkeit von fossilen Brennstoffen und beträchtliche Mengen an CO2 werden eingespart. Technische nicht uninteressant ist auch der Umbau des vorhandenen Öltanks, der zukünftig als Wärmespeicher dient und zur Zwischenspeicherung der durch den Wind erzeugten Wärme genutzt wird.

 

Auch beim Strom vorbildlich

 

Ende 2009 hat die E.ON Hanse ein 50 Kilometer langes Seekabel von Büsum nach Helgoland verlegt und in Betrieb genommen. Somit ist Helgoland an das europäische Verbundnetz angeschlossen und erhält grünen Strom von umliegenden Windparks. Durch das Projekt „WindWärme“ ist der nächste Schritt zu einer 100% grünen Urlaubs-Energie-Insel getan, sagte Jörg Singer, Bürgermeister der Gemeinde Helgoland.

 

Rund zehn Millionen Euro werden die Beteiligten in das Projekt WindWärme investieren. Neben den beiden Windkraftanlagen mit zusammen zirka fünf Megawatt Leistung wird unter anderem in zwei Elektrokessel, einen Pufferspeicher und das Energiemanagement investiert. Das Projekt ist nicht nur technisch ein ganz besonderes Projekt, sondern auch wirtschaftlich. Obwohl mit den Windkraftanlagen regenerativer Strom erzeugt wird, wird es keine Förderung nach dem EEG-Gesetz geben, wie z.B. für Solarstrom auf dem eigenen Dach. Der Strom wird nicht eingespeist, sondern direkt auf der Insel genutzt. Dieses Projekt erzielt seine Wirtschaftlichkeit daher alleine aus der Substitution von Öl.

 

Ein Vorreiterbeispiel in Sachen erneuerbare Energieversorgung, wie wir finden. Die technische Realisierung und genehmigungsrechtlichen Hürden beanspruchen weiterhin große finanzielle Mittel. Projekte wie „WindWärme“ sind daher auf Private Investoren angewiesen.

 

Wer die Entwicklung von grünem Strom bzw. erneuerbarer Energien fördern, selbst aber kein Windrad oder Solaranlage bauen möchte, kann sich mit entsprechenden Investments am Ausbau der erneuerbaren Energien beteiligen. Weitere Informationen auf unserer Homepage oder unter info@gruenesgeld.net.

   

 

 

Foto oben rechts: Eckhard Krause , „Helgoland am Badestrand (Düne) die 3.“
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