Autor: carmenju 17. April 2019

Bringen ethisch-ökologische Geldanlagen auch Rendite?

 

Zusammenfassung: Ethisch-ökologische Geldanlagen und nachhaltige Vermögensverwaltung sind gefragter denn je. Die sauberen Geldanlagen kämpfen jedoch noch immer mit der Frage ob sie denn genauso rentierlich seien wie nicht nachhaltige Anlagen. Wie es konkret aussieht, erfahren Sie im folgenden Beitrag

 

 

Beim Obst- und Gemüsestand am Markt fällt es recht deutlich auf. Die Sellerieknollen und Kohlrabi am Bio-Stand sind meist kleiner. Dennoch greifen ökologisch orientierte Verbraucher trotz des höheren Preises zu. Schließlich ist die Belastung mit Schadstoffen aus Pestiziden in den Bioknollen geringer und auch die Auswirkungen für die Natur im Rahmen der Anzucht sind schonender. Anleger die es gewohnt sind kleineres Gemüse für höhere Preise zu bekommen, fragen sich ob sie auch in der ethisch-ökologischen Geldanlage mit geringeren Renditen und höheren Preisen kalkulieren müssen. Eine gute Nachricht dazu gibt es. Die Renditen der nachhaltigen Geldanlage unterscheiden sich mittel- und langfristig nicht signifikant von den Renditen der herkömmlichen Geldanlage.

 

 

Bio-Obst und Gemüse geschmacklich besser optisch oft kleiner

 

 

Studien belegen gleiche Rendite

 

Da es viele unterschiedliche Nachhaltigkeitskonzepte bei Geldanlagen ist eine Pauschalaussage nur schwer möglich. In der Finanzwelt ist es umstritten, dass nachhaltige Geldanlage einen Renditevorteil bringen sollen. Den Ansatz, dass eine Anlage, die schwere Vergehen gegen die Menschlichkeit wie Rüstung, Ausbeutung und Missachtung von Persönlichkeitsrechten auch noch einen Renditevorteil bringen soll, halten wir auch für falsch. Denn der Vorteil besteht schon in der vorteilhaften sozialen und ökologischen Wirkung, darüber hinaus eine finanziellen Überertrag einzufordern erscheint uns verfehlt. Dennoch ergab eine große Studie zum Thema ob nachhaltige Fonds in Bezug auf Rendite mit herkömmlichen Anlagen mithalten kann, ein positives Ergebnis.

 

Eine umfassende Studie zum Thema wurde von Professor Christian Klein an der Universität Kassel durchgeführt. Er und sein Team untersuchten in einer Metastudie 35 Einzelstudien. Die Nachhaltigkeitsfonds lagen in 14 Studien im vergleich zu konventionellen Fonds vorn. 15 Studien belegten keine Auswirkung und keinen Unterschied bei der Rendite. Lediglich 6 Studien ergaben, dass konventionelle Geldanlagen besser abschnitten als nachhaltige Fonds. In Summe kann man daraus schließen, dass die Anwendung von ethischen und ökologischen Anlagekriterien keine signifikante Auswirkung auf die Rendite hat.

 

In einzelnen Jahren kann dies jedoch abweichen. Dies ist nicht nur unsere Erfahrung als langjährige Experten für grüne Geldanlage sondern auch das Ergebnis eines Vergleichs von Absolute Research aus dem Jahr 2018.

 

Im untersuchten Segment Equity Europe waren knapp 900 nicht nachhaltige und 87 explizit nachhaltige Fonds.  Auf die nachhaltigen Strategien entfielen rund 4 Prozent des gesamten Volumens. Von den 87 Nachhaltigkeitsfonds bestanden 61 länger als drei Jahre, dies war als Voraussetzung gegeben.  Sie stellten die rollierende 3-Jahres-Entwicklung europäischer Aktienfonds den nachhaltigen Pendants gegenüber.

 

Die Studie zeigt, dass bis 2014 nicht nachhaltige Strategien rund 1 Prozent p.a. vor den nachhaltigen Strategien lagen. Anschließend begann jedoch eine Aufholjagd, so dass bis Dezember 2017 es zu keiner Renditedifferenz mehr kam. Per Jahresende 2017 erzielten die nachhaltigen Strategien eine durchschnittliche Jahresperformance von 7,5 Prozent und lagen damit 0,1 Prozent hinter den nicht nachhaltigen Fonds. Zutage kam auch, dass nachhaltige Fonds zwar höhere Wertschwankungen aufweisen, jedoch geringere Drawdowns (Rückschläge) liefern.

 

 

Als Fazit lässt sich ziehen, dass man aus finanziellen Gründen bei der Geldanlage nicht auf Nachhaltigkeit verzichten muss. Es gibt also keinen Grund weiter in fossile Energieunternehmen, Rüstungsfabrikanten und Agrochemiehersteller zu investieren. Keine Ausreden zählen mehr wenn Anleger ihrer Verantwortung auf einen positiven Beitrag zum Weltklima und zum Nutzen der Gesellschaft gerecht werden wollen. Die Auswahl der ethisch-ökologischen Anlagemöglichkeiten ist umfassend. Ein erfahrener Experte für grüne Geldanlage hilft Ihnen weiter wenn Sie die Anzahl der Variationen überfordert.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Verfasser des Beitrages:Carmen Junker ist Gründerin der Grünes Geld GmbH und Geschäftsführerin der Grünes Geld GmbH. Carmen Junker:“ Ein Grund mein berufliches Wirken speziell auf die Nachhaltige Geldanlage auszurichten ist, die Welt ein Stück positiver zu gestalten mit den Mitteln und Kenntnissen die mir zur Verfügung stehen. Aus der Verantwortung für die kommende Generation und weil ich selbst noch einige Jahre auf diesem schönen Planeten verbringen möchte“.
Facebook Like

Comments are closed.