Autor: Gerd Junker 19. Dezember 2011

Facebook will nachhaltig werden

9% des gesamten Datenverkehrs in den USA gehen auf eine Anwendung zurück: Facebook (Klimaretter.info). Während sich der Konzern um den jugendlichen CEO Marc Zuckerberg gern zukunftsorientiert gibt, erzeugt er mehr und mehr Treibhausgase – die „Gerneration Facebook“ wird’s ausbaden müssen.

 

Sollte Facebook nun tatsächlich umdenken? Wie in unserem Artikel „Facebook: Grüner Engel oder Datengau“ bereits im November berichtet, will Facebook ein neues Rechenzentrum in Lappland bauen. Nur 110 km vom Nordpolarkreis entfernt, wird die Kühlung des Rechenzentrums weitgehend durch die Natur selbst erfolgen – klimaschonend. Doch allein dadurch kommt Facebook noch nicht in Umweltfonds.

 

Greenpeace Protest-Aktion über der Facebook Firmenzentrale (Copyright Greenpeace)

Um die Energiewende bei Facebook zum Thema zu machen hat Greenpeace vor 2 Jahren die Kampagne „Unfriend Coal“ auf Facebook gestartet. Nachdem sich 700.000 Aktivisten der Kampagne angeschlossen haben, sieht man sich bei Greenpeace in diesen Tagen am Ziel. Am 15. Dezember 2011 haben Facebook und Greenpeace nämlich eine Zusammenarbeit zur Förderung der Erneuerbaren Energien in und um die Cloud beschlossen und bekannt gegeben.

 

Ziel von Facebook ist die 100% – Versorgung der Seite mit Erneuerbaren Energien. Dazu wurden eine ganze Reihe von Maßnahmen in die Wege geleitet, unter anderem

 

 

– Infrastrukturelle Entscheidungen sollen die Versorgung neuer Standorte (Server, Rechenzentren) mit sauberen Energieträgern bevorzugen.
– Facebook ist am “Open Compute Project” beteiligt, das effiziente Server, Speicher und Rechenzentren entwickelt und Technologien öffentlich verfügbar macht. Greenpeace wird das Projekt unterstützen.
– Über einen ständigen Dialog mit den Energieversorgern, die Facebooks Rechenzentren mit Strom versorgen, soll der Anteil der Erneuerbaren an der Stromversorgung erhöht werden.

 

Der erste Kommentar auf dem Greenpeace-Blog dazu war übrigens auch recht witzig: DIE BESTE ENERGIESPARAKTION IST, FACEBOOK NICHT MEHR ZU BENUTZEN.

 

Wer Facebook trotzdem mag und nutzt, wird sich über die Intiative natürlich freuen. Umso mehr, als dass andere IT-Größen mit Ihren Cloud-Computing-Projekten nun unter Zugzwang stehen. Ob IBM, Microsoft, SAP oder Neulinge wie Salesforce.com: Die Nutzer wird in Zukunft nicht mehr nur das Thema Datensicherheit interssieren, sondern auch das Thema Erneuerbare Energieen, Wärmedämmung oder kühler Standort des Rechenzentrums. Insofern hat die Facebook Initiative schon einen Sinn, denn auch anderen investieren dadurch eher in grüne Energie.

 

Facebook Like

Kommentar hinzufügen

You must be logged in to post a comment.