Autor: Gerd Junker 28. Juni 2011

Finanzbedarf für Energiespeichertechnik

Nach dem Ausstiegsbeschluss der deutschen Bundesregierung  aus der Atomkraft gewinnt der Ausbau der erneuerbaren Energien erneut an Bedeutung. Bis 2020 sollen 35 % erneuerbare Energien zur Verfügung stehen, bis 2050 sogar 80 %. Verbände halten sogar eine Versorgung mit 100 % Erneuerbarer Energien für möglich.

 

Der größte Teil dieser Energie stammt jedoch auch sogenannten fluktuierenden Quellen. Wind und Sonne stehen eben nicht zu jeder Zeit in gleicher Menge zur Verfügung. Deshalb bedarf es einerseits eines intelligenten Lastenmanagements und andererseits brauchen wir effektive Speichertechnologien, die einen Ausgleich zwischen Erzeugung und Bedarf gewährleisten können.

 

Batteriespeicher

 

Die Batterien in Elektrofahrzeugen wurden intensiv als Speichermöglichkeit diskutiert. Allerdings werden wohl noch Jahrzehnte vergehen, bis eine ausreichend große Fahrzeugflotte auf deutschen Straßen unterwegs ist. Auch die Entwicklung stationärer Energiespeicher benötigt wohl noch einige Zeit, bis diese wirtschaftlich genutzt werden können.

 

Pumpspeicherkraftwerke

 

sind wohl die ausgereifteste Technologie, die momentan zur Energiespeicherung eingesetzt wird. In Deutschland arbeiten  bereits Pumpspeicher mit einer Leistung von insgesamt etwa 7.000 Megawatt. Diese Kapazität reicht aber bei weitem nicht aus. Da die Einrichtung von Pumpspeichern in der Regel als Beeinträchtigung des Landschaftsbildes wahrgenommen wird, stößt ein massiver Ausbau schnell auf den Widerstand der Bevölkerung.

 

Druckluftspeicherkraftwerke

 

Druckluftspeicherkraftwerke arbeiten  mit ähnlichen Prinzipien wie Pumpspeicherkraftwerke. Speicherräume für die Druckluft können z. Bsp.  in unterirdischen Salzstöcken durch Aussolung  hergestellt werden. Doch  die maximal mögliche Energiedichte in einem Salzstock ist relativ gering. So lassen sich nur wenige Gigawattstunden speichern.  Für die Speicherung der erforderlichen großen Energiemengen wäre eine sehr große Zahl an Speicherräumen erforderlich, so dass auch diese Technik nur einen bescheidenen Beitrag zur Lösung beitragen kann.

 

Wasserstoff und Methan

 

Mehrere mittelständische Unternehmen arbeiten bereits an einer Umwandlung temporär überschüssiger Wind- oder Solarenergie in Wasserstoff. Wegen der hohen Energiedichte bietet sich Wasserstoff zur Speicherung größerer Energiemengen an. Wasserstoff kann ebenfalls in Salzstöcken gelagert werden. Mit dem bereits vorhandenen Erdgasnetz steht jedoch bereits ein großer Speicher zur Verfügung. Wasserstoff kann in Konzentrationen bis zu 5 % dem Gas beigemischt werden. Eine weitere Möglichkeit, die bereits praktiziert wird, ist die Umwandlung von Wasserstoff in Methan. Dieses Gas kann in deutlich höherer Konzentration in das vorhandene Gasnetz eingespeist werden.  Allerdings beträgt der elektrische Gesamtwirkungsgrad, bei Nutzung in einem Gaskraftwerk  bei der Methanisierung nur noch ca. 30 Prozent.

 

Finanzierungsbedarf

 

Bei der Entwicklung und Herstellung der beschriebenen Speichertechnologien entsteht ein enormer Kapitalbedarf. Einige Erneuerbare Energie Fonds, Technologiefonds und Private Equity Fonds haben die Chancen  dieses Segments bereits entdeckt  und stellen Kapital bereit. Fondsgesellschaften wie SAM, Sarasin und Vontobel investieren nicht nur direkt in „New-Power“, sondern ganz gezielt auch in die Bereiche Energieeffizienz, Energiespeicherung und Smart Grids.

 

Samuel Begasse

 

www.samuelbegasse.de

www.unternehmensbeteiligungen.de

 

 

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