Autor: carmenju 9. November 2018

Gipfelstürmer der ethisch-ökologischen Finanzanlage treffen sich

Zusammenfassung: Am 6. November fand im Gutshof in Ladenburg der 5. Marktplatz der Nachhaltigen Geldanalage statt. Grünes Geld war vor Ort.

 

Prof. Karen Wendt, ausgesprochene Expertin für Responsible Investment und Autorin des Buchs Sustainable Finance, brachte es in der Abschlussrede auf den Punkt:

 

Vor vielen Jahren machte sich eine kleine Truppe Bergsteiger auf den Weg zum Gipfel. Mit wenigen Kameraden bildeten sie eine Seilschaft, schlüpften in die Bergschuhe, packten den Rucksack und zogen los. Das Ziel, den Gipfel vor Augen, die Gewissheit das Gipfelkreuz zu erreichen, trieb sie an.

Sie kamen an ihr Ziel, auf dem Weg dorthin schickten sie regelmäßig Botschaften und motiverten andere wie schön es doch wäre, wenn alle sich auf den Weg machen würden.

Von der Berg-Begeisterung wurden inzwischen auch andere angesteckt. Diese setzen sich in ihre dicken SUV’s und fuhren auf die erste Hütte. Dort angekommen, fühlten sie sich einfach toll. Begeistert diskutierten Sie über das Erreichte. Mit etwas Befremden sitzen die Gipfelstürmer dabei und wundern sich.

 

Ähnlich ist es mit Nachhaltigkeit in der Geldanlage. Vor vielen Jahren machten sich Unternehmen und Berater wie Ökofinanz21, Grünes Geld, GLS Bank, Umweltbank und wenige andere auf den Weg, Ethik und Ökologie in die Finanzanlagen zu bringen. Das Ziel eine Transformation der Wirtschaft hin zu mehr Umweltförderung und Dienst der Wirtschaft an der Gesellschaft vor Augen. Zwischenzeitlich sind die Dickschiffe der Geldanlage wie Blackrock, Allianz GI, Deutsche Bank aufgesprungen. Die Mittel die sie bewegen sind enorm.

 

 

Dr. Klaus Gabirel Vorstand von CRIC e.V. berichtet über am 5. Marktplatz der Nachhaltigen Geldanlage über die ethische Dimension grüner Geldanlagen

 

 

 

 

 

 

Am Dienstag den 6. November trafen sich die Gipfelstürmer, rund 70 Menschen, zum 5. Marktplatz der Nachhaltigen Geldanlage. Die Veranstaltung „Wandel durch nachhaltiges Investieren“ initiiert von Qualitates, einem Haftungsdach mit Ausrichtung auf Nachhaltigkeit, stand unter anderem unter dem Motto der Sustainable Development Goals. In Fachvorträgen erläuterten unter anderem verschiedene Gesellschaften ihr Nachhaltigkeitsverständnis und ordneten sich ein inwieweit sie auf dem Weg der Sustainable Development Goals Fortschritte in der Produktpolitik machen. Panels mit Impulsvorträgen standen neben vertiefenden Sessions und offenen Messeständen.

 

Die Sicht der Investoren, die ebenfalls zu den Gipfelstürmer gehören erläuterte Dr. Klaus Gabriel. Der Vorstand von CRIC e.V., der größten Investorengemeinschaft zur Förderung von Ethik und Nachhaltigkeit in der Geldanlage im deutschsprachigen Raum. Die Schwerpunkte liegen in der wissenschaftlichen Forschung, der Bewusstseinsbildung und dem Dialog mit der Wirtschaft. Er sprach zum Thema: „ Was zählt? Zur ethischen Dimension der Nachhaltigen Geldanlage?“

 

Was zählt wurde bewusst gewählt, denn der Eindruck, dass überwiegend  die zählbaren Werte wie Risiko und Rendite derzeit bemessen werden und die großen Gesellschaften bewegen. Qualitative Wert hingegen sind meist nicht gut messbar, dementsprechend spielen sie bislang eine zu kleine Rolle bei der Gestaltung der Geldanlagen. Ob zur Optimierung des Rendite-Risiko-Verhältnisses nachhaltig investiert wird oder aus der Motivation eine nachhaltige Wirtschaftsweise durchzusetzen unterscheidet sich wesentlich.

 

Bei der Durchsetzung der nachhaltigen Wirtschaftsweise, werden die Unternehmensaktivitäten hinsichtlich der gesellschaftlichen Relevanz betrachtet. Wenn überwiegend bei die finanzielle Optimierung der Portfolien mit der Anwendung von Nachhaltigkeitskriterien erreicht werden soll, muss dies aufmerksam und kritisch beobachtet und kommentiert werden. Denn verantwortliches Investieren meint den Vorrang des Richtigen vor dem Rentablen.  Die Sorge, dass der Begriff Nachhaltigkeit durch das Rücken in eine einseitige Dimension verwässert wird, erscheint berechtigt. Geht es den wirklich ethisch-ökologischen Finanzberatern doch um einen Wandel der Wirtschaft, in eine der Menschheit dienlichen Wirtschaft.

 

Im Abschlussvortrag wies Karen Wendt mit der eingangs erwähnten Metapher darauf hin, was derzeit die wirklich nachhaltigen Berater bewegt. Sie unterstrich jedoch die Notwendigkeit weiter auf eine tiefgreifende Veränderung zu arbeiten. Der risikobasierte Ansatz d.h. Klima-Risikobelastete Unternehmen, die mehr als 30 Prozent ihres Umsatzes aus fossilen Energieträgern beziehen, reicht nicht aus. Auch wenn dieser Ansatz medien- und pressewirksam von Dickschiffen der Finanzanlage, wie Allianz, eingeführt wird. Es bedarf weiterhin die Berater und Unternehmen denen Nachhaltigkeit in der DNA liegt.

 

Die Tiefe der Diskussionen unter den Teilnehmern, beeindruckt. Geht es doch um ein grundsätzlich ethisch und ökologischeres Grundverständnis, das Ziel die Wirtschaft zu transformieren schwebt allen vor Augen und bestimmt das Handeln.

Hier fühlen wir uns als Grünes Geld GmbH wohl, schließlich treffen wir hier auf altbekannte Kollegen, deren tägliches Tun im Einklang mit unserem steht. Ethisch-ökologische Geldanlage voranbringen, Nachhaltigkeit nicht verwässern und langfristig die Wirtschaft transformieren. Ziele die es wert sind.

 

 

 

 

 

Verfasser des Beitrages: Carmen Junker ist Gründerin  und Geschäftsführerin der Grünes Geld GmbH. Carmen Junker: „Ein Grund mein berufliches Wirken speziell auf die Nachhaltige Geldanlage auszurichten ist, die Welt ein Stück positiver zu gestalten mit den Mitteln und Kenntnissen die mir zur Verfügung stehen.“

 

 

 

 

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