Autor: Gerd Junker 19. Mai 2014

Grüne Altersvorsorge: Steuern sparen bringt Rente

Im ersten Teil unserer Serie „grüne Altersvorsorge“ haben wir uns mit der entstehenden Deckungslücke beschäftigt, im zweiten Teil mit dem Thema Fondssparplan, im dritten Teil mit privaten Rentenversicherungen, im vierten Teil mit der Riester-Rente und im fünften Teil mit der Rürup-Rente.  Heute möchte ich Ihnen die Steuern-Varianten vorstellen und aufzeigen, wie der Staat den Altersvorsorge-Sparer zur Kasse bittet. Alle Tipps & Hinweise sind ohne Gewähr – bitte befragen Sie Ihren Steuerberater für verbindliche Auskünfte.

 

Affenmutter und Affenkind

Mutter und Kind: Altersvorsorge auf natürliche Art.

Was ist das eigentliche Thema?

Wer Geld anlegt muss seit 1.1.2009 auf die Kapitalerträge die Abgeltungssteuer, plus Solidaritätszuschlag und Kirchensteuer, zahlen. Allerdings gibt es einen Betrag, bis zu dessen Höhe die Kapitalerträge nicht besteuert werden. Dieser liegt aktuell bei 801 Euro für Ledige und bei 1.602 Euro für gemeinsam veranlagte Partner. Wer nun denkt, dass diese Freigrenzen doch locker ausreichen, irrt. Denn bei der Altersvorsorge, die oftmals über Jahrzehnte einen großen Kapitalstock aufbaut, sind die Kapitalerträge meist mehrer zehntausend, oftmals auch deutlich über 100.000 Euro. Die Steuern können dann leicht mehrere zehntausend Euro ausmachen.

 

Um die Altersvorsorge zu fördern, gelten für Renten- und Lebensversicherungen günstigere Besteuerungsregeln.

 

Wie funktioniert die Besteuerung von Rentenversicherungen und Lebensversicherungen?

Der erste Teil betrifft die Ansparphase: also die Zeit, in der man in den Vertrag Geld einzahlt. Während bei normalen Anlagen auch in dieser Zeit anfallende Erträge ganz normal der Steuer unterliegen, ist die Ansparphase bei Rentenversicherungen und Lebensversicherungen komplett steuerfrei. Das ist besonders dann von Vorteil, wenn man mit den lukrativen und sicheren Investmentfonds arbeitet. Dort fallen in normalen Depots nämlich immer dann erheblich Steuern an, wenn man nach einigen Jahren von einem Fonds in einen anderen wechselt, zum Beispiel von einem Aktien- in einen Rentenfonds. Diese Steuern braucht der Sparer in einem Rentenvertrag nicht zu tragen, denn dort gilt die 100%ige Steuerfreiheit in der Ansparphase.

Der zweite Teil der steuerlichen Bevorzugung der Altersvorsorge: Wenn die Verträge 12 Jahre gelaufen sind und frühestens ab dem 62. Lebensjahr ausgezahlt werden, gilt für die Auszahlungen folgendes: Bei Einmalauszahlungen wird das Halbeinkünfteverfahren angewendet, d.h. nur die Hälfte der tatsächlich erzielten Gewinne wird versteuert (mit dem individuellen Steuersatz). Unter der Voraussetzung 12/62 (siehe oben) gilt für Rentenversicherung das Ertragsanteilsverfahren, so dass die gezahlten Renten nur noch mit einem sehr geringen Satz besteuert werden. Beim Ertragsanteilsverfahren wird letztlich ein gewisser, relativ kleiner Teil der ausgezahlten Rente als „Ertrag“ angenommen (zum Beispiel 17% der Renten). Nur dieser, relativ kleine Betrag, wird dann mit dem eigenen Steuersatz versteuert.

 

 

Konkrete Beispiele für die grüne Altersvorsorge

In der folgenden Tabelle haben wir zwei Varianten für die grüne Altersvorsorge gerechnet. Zugrunde liegen jeweils fondsgebundene Rentenverträge gegenüber einer direkten Ansparung in Investmentsfonds. In der einen Variante handelt es sich um einen langlaufenden Vertrag (37 Jahre), in der anderen um einen kürzer laufen Vertrag (15 Jahre).

 

Variante: Fondsgebundene
Rentenpolice 
37 Jahre
Fondsdepot 
37 Jahre
Fondsgebundene
Rentenpolice 
15 Jahre
Fondsdepot 
15 Jahre
Startalter 30 30 50 50
Zielalter 67 67 65 65
Sparbetrag pro Jahr 1.200 € 1.200 € 1.200 € 1.200 €
Umschichtung der Fondsanteilealle 3 Jahre zum Volumen 20% 20% 20% 20%
Wertentwicklung Fonds p.a.
(nach BVI-Methode)
6,0% 6,0% 6,0% 6,0%
Persönlicher Steuersatz aktuell 35,0% 35,0% 35,0% 35,0%
Persönlicher Steuersatz Rente 25,0% 25,0% 25,0% 25,0%
Kapitalauszahlung 110.852 € 107.302 € 24.594 € 23.957 €
Rentenhöhe (statt Auszahlung) 609 € 540 € 132 € 123 €
Vorteil in % gegenüber Alternative  +12,7% ./.  +7,3% ./.

Berechnungen ohne Gewähr; Berechnungen durchgeführt mit „Dr. Kriebel Beratungsrechner„.

 

Man kann also erkennen, dass der steuerliche Vorteil für die Altersvorsorge relevant ist (in linken Beispiel eine um 12,7% höhere Rentenzahlung). Moderne Rentenverträge punkten außerdem mit Auszahlungen auf Wunsch, zusätzlicher Absicherung auf Wunsch (z.B. Pflege oder Todesfall), Vererbbarkeit und Übertragbarkeit, Beleihbarkeit und der völlig freien Beitragszahlung. Vorteile der Depotlösung sind die niedrigere Kostenstruktur und die größerer Auswahl an Fonds.

 

Fazit: Wer etwas für die Absicherung seines Lebensstandards im Alter tun möchte, kann durch die Wahl eines Rentenvertrages unterm Strich Steuern sparen. Niedrigere Kosten und eine breitere Auswahl an Fonds hat er bei der Anlage in einem normalen Fonds-Depot. Wer also etwas anspart und mit großer Wahrscheinlichkeit diese Ansparung durchhält, der sollte einen steuergünstigen Rentenvertrag wählen und die Auszahlung dann auch als Rentenzahlung in Anspruch nehmen. Wer sich das Kapital auf einmal auszahlen lässt, ist mit dem Rentenvertrag immer noch besser dran, aber der Vorteil wird geringer. Die Entscheidung Kapital oder Rente kann er kurz vor Auszahlung noch treffen.

 

 

 

Depotlösungen und Rentenverträge zur grünen Altersvorsorge

 

 

 

 

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Portraitfoto Gerd Junker Gerd Junker ist Co-Gründer und Geschäftsführer der Grünes Geld GmbH. Gerd Junker: „Wir leben was wir tun! Und das ist ganz einfach, denn der doppelte Nutzen von grünen Geldanlagen ist überzeugend – die Welt verbessern und Rendite erhalten.“ Mehr zu ihm und Grünes Geld auf auf Xing, Facebook oder Twitter.
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