Autor: Gerd Junker 28. August 2013

GSI Lokomotivenfonds I gegen Paribus Rail Portfolio III: 5 Unterschiede der beiden lukrativen Eisenbahnprojekte

Während in den letzten Jahren Paribus das Spielfeld der Eisenbahnprojekte alleine überlassen wurde, hat sich die etablierte GSI nun auch mit einem Angebot für den ökologischsten Verkehrsträger zu Wort gemeldet. Im August 2013 kamen nun beide Direktbeteiligungen auf den Markt. Wir klären die Unterschiede zwischen dem Platzhirschen Paribus und der interessanten Alternative von GSI. Unsere Angaben basieren auf den Verkaufsprospekten, Aussagen der Anbieter und den entsprechenden Tests des von uns sehr geschätzten Fachmagazins ECOreporter.

 

 

 

 

 

voith-lokomotive

Moderne Diesellokomotiven, hier Voith Gravita: bis zu 97% weniger Ruß als der bisherige DB-Standard (Bildquelle: Unternehmen)

 

 

 

Paribus Rail Portfolio III

GSI Lokomotivenfonds I

Kommentar

Zweck des Projektes Kauf, Vermietung und Verkauf von Lokomotiven für Güterverkehr, Personenverkehr und Personennahverkehr. Kauf, Vermietung und Verkauf von 19 Lokomotiven für Güterverkehr und Rangierdienst. Bei GSI sind die Investitionsobjekte bereits besser bekannt; bei Paribus ist dafür eine bessere Streuung gegeben.
Anbieter Paribus aus Hamburg, bisher 9 Immobilienfonds, einen Schiffsfonds und 2 Eisenbahnfonds. GSI aus Gräfeling, Gesellschafter u.a. die M.M. Warburg aus Hamburg, bisher 4 Flugzeugtriebwerkfonds und 3 Solarfonds. Beides sind vertrauenswürdige Anbieter. Paribus hat mehr Erfahrung im Eisenbahnsektor.
Gesamtfinanzierungsvolumen 43,7 Millionen Euro 43,48 Millionen Euro Gleichstand.
Fremdkapitalvolumen 12,2 Millionen Euro (28%) 25,95 Millionen Euro (60%) Paribus nimmt weniger Fremdkapital auf, das erhöht die Sicherheit falls die Vermietungssituation einmal schwierig wird.
Platzierungsgarantie In Höhe von 10 Millionen durch den Anbieter. über die 1. Tranche (5,5 Mio. Euro) von M.M. Warburg geplant. Beide Projekte haben eine eingeschränkte Platzierungsgarantie – das ist in Ordnung.
Geplante Laufzeit bis 2025 2028 Das Paribus-Projekt läuft rund 12 Jahre, das von GSI rund 15.
Geplante Gesamtausschüttung / IRR 170% / 6 Prozent 181% / 6,4 Prozent Die höhere Fremdkapitalquote von GSI sorgt für eine höhere prognostizierte Rendite.
Geplante Besteuerung auf Anlegerebene Sonstige Einkünfte lt. §22 EStG, d.h. individueller Steuersatz Progressionsvorbehalt, d.h. niedrige Besteuerung oder bei Spitzensteuersatz keine Besteuerung. Wenn das steuerliche Konzept von GSI aufgeht, deutlich weniger Steuern bei GSI zu zahlen.
Umweltwirkung Das Projekt kann alle Typen von Lokomotiven kaufen, also auch älterer Baujahre mit niedrigeren Umweltstandards. Es müssen jedoch alle geltenden Umweltbestimmungen eingehalten werden. Es werden nur fabrikneue Diesellokomotiven mit prinzipiell 20-40% geringerem Schadstoffausstoß als die derzeitige Flotte der DB hat, eingesetzt. Es ist geplant, die Loks mit Rußfiltern auszustatten, so dass 97% weniger Ruß ausgestoßen werden soll als bei der heutigen Flotte der Deutschen Bahn. Bei GSI wird wahrscheinlich die Deutsche Bahn als Erstmieter Rußpartikelfilter einbauen lassen. Dann ist das GSI-Projekt bei den Emissionen im Vorteil.
Besonderheit Starke Kompetenz durch enge Verzahnung mit dem Unternehmen Northrail (u.a. Verwaltung, Vermietung und eigene Werkstatt) Für die ersten 5 Jahre liegt eine Vermietungsgarantie des Herstellers vor. Erst danach muss sich GSI auf dem Markt Mieter suchen. Paribus ist wesentlich erfahrener und hat sogar eine eigene Werkstatt für Lokomotiven. Das gleicht GSI teilweise mit der fixen Erstvermietung an die deutsche Bahn. aus.
Alle Informationen Der GSI Lokomotiven I wurde am 11. September 2013 vorübergehend vom Markt genommen. Hintergrund: Der Lieferant der Lokomotiven (Voith) hat sich entschieden, die Lokomotiven-Sparte zu veräußern. GSI möchte zunächst abwarten, wer der neue Käufer wird. Eine Wiederaufnahme wird im Q1/2014 angestrebt.  

 

 

Fazit: Beide Projekte fördern den ökologischsten Verkehrsträger Bahn und haben damit eine gute Umweltwirkung. Paribus ist stärker in diesem Sektor verwurzelt und begibt bereits das 3. Projekt. Außerdem nimmt Paribus weniger Fremdkapital (Bankkredite) auf und senkt damit das Risiko – allerdings auch die Rendite.

 

GSI geht mit höherer Fremdkapitalquote und höherer in Aussicht gestellter Rendite aggressiver vor. Wird das steuerliche Modell wie geplant klappen, belastet das GSI Projekt dazu auch noch die Anleger weniger mit Steuerzahlungen. Und durch die fabrikneuen, wahrscheinlich mit Filtern ausgestatten Lokomotiven, ist der Umweltvorteil bei GSI etwas höher.

 

Sicherheitsbewusste Anleger mit Wunsch nach kürzeren Laufzeiten werden sich für den Paribus Rail Portfolio III entscheiden – renditeorientierte Anleger mit maximalem Umweltschutzwunsch sind besser beim GSI Lokomotivenfonds I aufgehoben.

 

 

Achtung: Diese Bewertung stellt keine Anlageberatung oder Beitrittsempfehlung dar. Bitte lesen Sie zuvor den Verkaufsprospekt inkl. der dort dargestellten Risiken bevor Sie eine Investitionsentscheidung treffen.

 

 
Portraitfoto Gerd Junker Gerd Junker ist Co-Gründer und Geschäftsführer der Grünes Geld GmbH. Gerd Junker: „Wir leben was wir tun! Und das ist ganz einfach, denn der doppelte Nutzen von grünen Geldanlagen ist überzeugend – die Welt verbessern und Rendite erhalten.“ Mehr zu ihm und Grünes Geld auf auf Xing, Facebook oder Twitter.
 
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