Autor: Gerd Junker 5. Juli 2011

Handeln Einzelhandelsunternehmen nachhaltig ?

Die Nachhaltigkeits-Ratingagentur oekom research hat 130 weltweit führende Einzelhandelsunternehmen auf nachhaltiges Handeln untersucht. 105 davon zeigten so wenig Engagement oder Transparenz, dass eine fundierte Analyse nicht möglich war. Von den 25 Verbleibenden erfüllen lediglich 11 die von oekom research definierten Anforderungen an ein fundiertes Nachhaltigkeitsmanagement. Als bestes Unternehmen der Branche wird die Schweizer Genossenschaft Coop ausgezeichnet. Es folgen die Unternehmen Migros (ebenfalls Schweiz) und Marks & Spencer (Großbritannien). Das beste deutsche Unternehmen ist die Metro abgeschlagen auf Rang 11 – gerade noch im Rahmen!

 

„Der Handel hat als Mittler zwischen Produzenten und Verbrauchern eine Schlüsselrolle bei der Förderung eines nachhaltigen Konsums“, bewertet Lisa Häuser, Analystin bei oekom research, die Verantwortung des Handels. Besonders die Sortimentsauswahl bietet hierbei die Möglichkeit, den Verbraucher explizit in die Richung nachhaltigen Konsums zu lenken. Immer mehr Verbraucher greifen nach Bio- und Fairtrade-Produkten. Der Umsatz hat in den letzten Jahren erheblich zugenommen. Viele Einzelhandelsunternehmen haben inzwischen diese Produkte in ihrem Sortiment, sogar Discounter bieten eigene Biolabels an. Jedoch verfolgen nur wenige Unternehmen eine umfassende Strategie mit klaren Zielen und Maßnahmen, die das entsprechende Sortiment systematisch fördert

Bio nach EG-Öko-Verordnung

Einige Unternehmen bieten inzwischen eigene Bioprodukte an.

 

Viele Zulieferer sitzen in Entwicklungs- und Schwellenländern, in denen oft haarsträubende Arbeitsbedingungen herrschen. Viele der 25 analysierten Unternehmen machen ihren Zulieferern Auflagen, die internationalen Arbeitsstandards einzuhalten. Jedoch hapert es immer wieder an konsequenten Kontrollen. Und selbst wenn gute Kontrollsysteme existieren – wie z.B. bei H&M und Marks & Spencer, reicht dies oftmals nicht aus, um Verstöße zu verhindern.

Ein zentrales Thema sind auch die angemessenen Löhne der Beschäftigten – nicht nur in den ausländischen Zulieferländern, sondern auch in Deutschland. Oftmals werden zudem noch gewerkschaftliche Organisation und die Bildung von Betriebsräten verhindert. Hier gibt es noch viel Verbesserungspotential!

 

Auch der Klimawandel stellt eine erhebliche Herausforderung für den Handel da. Fast alle bewerteten Unternehmen berichten über Programme zur Reduzierung der Treibhausgas-Emissionen in den eigenen Filialen und im Güterverkehr. Beim Errechnen des CO2-Fußabdrucks einzelner Produkte unterschlagen die Unternehmen jedoch meistens die Zulieferkette, so dass ein falsches Bild entsteht.

 

Fazit:

Die Kommunikation von Nachhaltigkeit und das tatsächliche Engagement in diesem Bereich klaffen oft weit auseinander. Die Tatsache, dass lediglich jedes zwölfte Handelsunternehmen von oekom research mit „Prime“ bewertet wird, zeigt überdeutlich, dass ein enormer Handlungsbedarf besteht. „Viele gute Initiativen in einzelnen Bereichen zeigen, was tatsächlich alles möglich ist. In der Breite fehlt es aber an einer umfassenden und systematischen Ausrichtung der Unternehmen auf die Prinzipien der Nachhaltigkeit“, so das Fazit von Analystin Lisa Häuser.

 

Quelle: oekom research

 

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