Autor: Carmen Junker 20. Oktober 2017

Herbst im Wald – die Schätze der Natur

Zusammenfassung: Pilze suchen, Nüsse und Esskastanien sammeln und Kräuter pflücken in der freien Natur erfreut sich steigender Beliebtheit. Positiv: Immer mehr Menschen setzen sich aktiv mit ihrer Umwelt auseinander und sind so motiviert, die Schätze der Natur zu schützen. Ein kleiner Blick in den Herbstwald!

 

Herbstleckerei – geröstete Esskastanien.

Die Herbstmonate sind für Frischluft- und Wanderfreunde ein Balance-Akt zwischen grauem Schmuddelwetter und farbenfrohem Laub in den Wäldern. Auch wenn der Herbst nicht immer auf den ersten Blick golden erscheint, offenbaren Feld, Wald und Flur jetzt noch einmal vielfältige Schätze: Pilze, Kastanien, Nüsse und Kräuter.

 

Was noch vor einigen Jahren in den Rubriken „Was Großmutter noch wusste“ belächelt wurde, hat sich längst zu einem relevanten Trend entwickelt: Natürliche Lebensmittel selbst suchen, sammeln, verarbeiten und genießen. Diese gemäßigte Subsistenzwirtschaft bringt nicht nur eine kreative & kostenlose Mahlzeit auf den Tisch, sondern stärkt auch das Wissen über die Umwelt, natürliche Prozesse und Kreisläufe. Außerdem verstärkt dieses Wissen auch das Bewusstsein für eine umwelt- und klimafreundliche Entwicklung.

 

Nur für den Eigenbedarf sammeln

Bei einem Sammelausflug in den Wald ist es allerdings auch wichtig, nicht nur die Bedürfnisse der Natur zu berücksichtigen, sondern auch Rechte von möglichen Eigentümern zu respektieren.

 

Gelten als Glückspilze – aber nicht für Pilzsucher!

Generell ist der positive Trend zu verzeichnen, dass immer mehr Gemeinden und Städte sich für „essbare Landschaften“ und Stadtgärten einsetzen. Die Online-Plattform Mundraub.org kartiert entsprechende Fundorte und motiviert dazu, die vorhandenen Ressourcen wahrzunehmen, kennenzulernen und aktiv zu nutzen.

 

Grundphilosophie dabei ist es aufzuzeigen, dass Lebensmittel außerhalb der üblichen Geschäfte in unmittelbarer Nähe wachsen und gedeihen. Damit soll zum einen das Gefühl für Saisonalität und Regionalität gestärkt werden – ganz im Sinne der Slow Food-Bewegung. Zum anderen vermittelt das freie Sammeln auch, dass in der Natur – mit Rücksicht und Gemeinschaftssinn – „genug für alle“ vorhanden ist. Auf den Online-Karten von Mundraub.org sind Orte angegeben, an denen gesammelt werden darf und die frei zugänglich sind.

 

Im Allgemeinen ist es kein Problem – beispielsweise die Pilze für ein leckeres Essen – zu sammeln. Welche Mengen jedoch genau gesammelt werden dürfen, regeln die Behörden in Deutschland regional unterschiedlich. Wenn sich die Sammelstelle in einem Waldstück der Gemeinde befindet, zeichnet die Untere Naturschutzbehörde für die Waldnutzung verantwortlich. Hier ist das Sammeln von Wildfrüchten und Kräutern für den Eigenbedarf meistens gestattet. Handelt es sich jedoch um ein privates Waldstück, kann der Eigentümer Sammeln und Pflücken verbieten. Aber keine Angst, wer in kleinen Mengen und nicht gewerblich die Schätze der Natur erntet, hat kaum etwas zu befürchten.

 

 

Pilze – Der Inbegriff von Herbst

Auch wenn Pilzfreunde an den meisten Orten nicht das Gesetz fürchten müssen – es bestehen noch zwei weitere Gefahren, denen sich Sammler bewusst sein sollten. Auch im Jahr 31 nach der Reaktorkatastrophe in Tschernobyl sind Pilze in einigen Regionen Deutschlands noch immer stark mit Cäsium-137 belastet. So warnt aktuell das Bundesamt für Strahlenschutz vor der Strahlenbelastung einiger wild wachsenden Speisepilze, unter anderem dem beliebten Maronenröhrling. Besonders betroffen sind Pilze im Bayerischen Wald und aus Teilen Südbayerns.

 

Feinschmecker, Jäger und Sammler.

Aber auch wer in unbelasteten Gebieten sammeln geht, sollte mit Gefahren rechnen. Die größte Gefahr ist dabei immer noch die Unwissenheit. Denn bei Pilzen gilt nicht die Regel, „das Auge isst mit“. Immer wieder kommt es zu Verwechslungen, beispielsweise zwischen dem essbaren Wiesenchampignon und dem giftigen Knollenblätterpilz. Die Deutsche Gesellschaft für Mykologie – Mykologie ist die Wissenschaft von den Pilzen – rät daher dazu, nur Pilze zu sammeln und zu essen, die sicher und eindeutig bestimmt werden können. Wichtig ist dabei auch, die Pilzvorkommen der Region zu berücksichtigen, denn wer im Urlaub in anderen Ländern einen vermeintlich bekannten Pilz entdeckt, sollte lieber zweimal hinschauen, um etwaige Risiken auszuschließen. Im Zweifelsfall sollte der Pilz lieber stehen gelassen werden. Wer (noch) über keine gesicherten Kenntnisse zum Thema heimische Speisepilze verfügt, jedoch mehr erfahren will, kann sich auch an die Gesellschaft für Mykologie wenden oder an lokale Naturschutzverbände. Hier vermitteln geprüfte Pilzsachverständige Wissenswertes und geben wertvolle Tipps zu Champignon, Steinpilz & Co.

 

Wie schon Eingangs erwähnt, ist Maß halten eine wichtige Pflicht des Pilzsammlers. Denn viele Pilze – so unter anderem auch die beliebten Steinpilze, Pfifferlinge und Morcheln, stehen unter Artenschutz. Allerdings gewährt hier die Bundesartenschutzverordnung einige Ausnahmen, so dass das Sammeln kleiner Mengen erlaubt ist.

 

Da Pilze in einem weitverzweigten Zellengeflecht im Boden – dem sogenannten Myzel – wachsen, gefährdet das Sammeln des Fruchtkörpers die Myzellen nicht. Wissenschaftler gehen davon aus, dass das Sammeln von Pilzen keinen wesentlichen Einfluss auf zukünftige Erträge hat. Dennoch sollten Pilzfreunde jedoch bei ihrer Suche achtsam mit ihrer Umgebung umgehen und den Waldboden nicht unnötig niedertrampeln. Die größte Bedrohung der Natur geschieht allerdings durch die generelle Zerstörung des Waldes als Ökosystem und Lebensraum der reichen Vielfalt von Pilzen.

 

 

Mühsam ernährt sich das Eichhörnchen – Nüsse und Esskastanien

Der Herbstwald bietet seinen Bewohnern reichhaltige Nahrung. Allgemein bekannt sind Kastanien und Eicheln, die als Wildfutter dienen. Aber auch dem Wanderer fällt jetzt einiges direkt vor die Füße, was den Speisezettel bereichern kann.

 

Sehr lecker – aber lange ignoriert – sind Bucheckern, die kleinen eckigen Früchte der Buche. Die Kerne sind zwar aufwändig zu schälen und sollten vor dem Verzehr aufgrund geringer Giftstoffe in der Pfanne kurz geröstet werden. Wer die Mühe jedoch nicht scheut, erhält ein außergewöhnliches und gesundes Topping für Herbstsalate und Müslis. Wer genug Geduld mitbringt, kann die Kerne auch Mahlen und für kreative Backwaren verwenden.

 

Klein aber fein – die Buchecker!

Hasel- und Walnüsse sind leicht zu erkennen und zu sammeln. Allerdings befinden sich viele Nussbäume und Sträucher häufig auf privatem Grund. Wer in der freien Natur Nüsse findet, hat gleich auch eine nahrhafte und gesunde Wegzehrung zur Hand – und am besten auch einen Nussknacker.

 

Nicht für den kurzen Weg „von der Hand in den Mund“ taugt die Esskastanie. Und auch hier steht die Arbeit vor dem Genuss. Denn die Früchte der Edelkastanien sind gut mit einer sehr stacheligen, leicht haarigen Hülle geschützt. Im Gegensatz zur für den Menschen ungenießbaren Rosskastanie, besitzt die Esskastanie bis zu drei Früchte in einer Hülle. Die Esskastanien sind dabei etwas flacher, teilweise herzförmig, und haben eine kleine Spitze. Wer sich – am besten mit Arbeitshandschuhen – zu den Früchten vorgearbeitet hat, hält ein heimisches „Superfood“ in den Händen. Denn die Esskastanien gehören botanisch zwar zu den Nüssen, enthalten aber wenig Fett. Stattdessen sind die Esskastanien reich an Mineralien und Vitaminen.

 

Vor dem Kochen oder Rösten wird die Schale der Esskastanie kreuzweise eingeschnitten, um später an die köstliche Frucht zu kommen. Ob pur, als Füllung oder Beilage oder als herbstliche Suppe – unzählige Rezepte machen die glutenfreie Herbstfrucht zur Delikatesse. Das war nicht immer so. Denn Esskastanien galten früher auch als das “Brot armer Leute“, die beschwerlich im Wald gesamelt werden mussten.

 

Und noch eine weitere Eigenschaft macht die Esskastanie in der heutigen Zeit interessant: Während durch die Klimaveränderung viele Tier- und Pflanzenarten bedroht  werden, findet die Esskastanie eine stärkere Verbreitung. Denn diese Baumart liebt die Wärme und findet sich bislang daher auch vor allem in sonnenverwöhnten Weinanbaugebieten, wie etwa im Badischen. Als Baumart, die gut mit Trockenheit und steigenden Temperaturen zurecht kommt, gilt die Esskastanie auch als Hoffnungsträger im Klimaschutz und in der ökologischen Forstwirtschaft.

 

 

Wildkräuter – Grünes im Herbst

Gundermann: frisch, grün & gratis.

Wildkräuter liegen seit Jahren wieder im Trend. Lange Zeit als Unkraut geschmäht, haben Naturliebhaber, Kräuterexperten und nicht zuletzt Köche den vielfältigen wohlschmeckenden und heilenden Gewächsen zu neuer Bekanntheit und Beliebtheit verholfen. Während Bärlauch sich zum Favoriten der Frühlingskräuter entwickelt hat, ist die Nummer eins der Herbstkräuter nicht ganz so leicht auszumachen. Generell gilt: Wildkräuter haben das ganze Jahr über Saison. Auch im Herbst und Winter lassen sich viele gesunde Kräuter finden und nutzen.

 

Besonders anspruchslos zeigt sich beispielsweise Gundermann (auch Gundelrebe). Denn das Wildkraut wächst nahezu überall auf der Welt und zu jeder Zeit. Als Standort bevorzugt Gundermann feuchte Böden und ist daher besonders gut am Waldsaum, Hecken und Auen sowie auf Wiesen und in Gärten zu finden. Gundermann ist als Heilmittel für schlecht heilende Wunden und Erkältungen bekannt, aber auch als vielseitiges Würzkraut hat es seinen Platz in der Küche gefunden. Verwendet werden dabei Blätter, Triebe und Blüten. Aufgrund seines aromatischen Geschmacks, trägt Gundermann auch den Beinamen „wilde Petersilie“ und kann entsprechend für Kräutersuppen, Pesto, Kräuterquark, Brotaufstriche und vieles mehr verwendet werden.

 

Als robustes Wildgemüse hat Giersch  zwar Generationen von Kleingärtnern an den Rand der Verzweiflung gebracht, Kräuterliebhabern jedoch auch schmackhafte Speisen ermöglicht. Die milden Blätter des Giersch sind reich an Vitaminen, Mineralstoffen und Spurenelementen. Als Salat, in Suppen oder als Blattgemüse zeigt sich Giersch als vielseitiger und günstiger Energiespender. Besonders beliebt ist das Wildkraut mittlerweile auch als Brotgewürz. Giersch ist ein traditionelles Heilmittel bei Herzgefäßbeschwerden und wirksam gegen Gicht und rheumatische Erkrankungen.

 

Höchste Zeit also, dass viele Wildkräuter wieder bekannter werden und als ihren Platz auf den Tellern finden. Wer bei der Bestimmung von Wildkräutern unsicher ist, kann sein Wissen bei Kräuterwanderungen, die bundesweit von Naturschutz- und Tourismusverbänden angeboten werden – erwerben, auffrischen oder vertiefen.

 

 

Schätze nutzen und mehren

Schätze wachsen lassen!

Das besondere Faszinosum der Natur ist ihr Reichtum. Die natürlichen Schätze werden nicht weniger, wenn sie genutzt werden, sondern erneuern sich ständig. Damit sollte die Natur Vorbild für viele Dinge des täglichen Lebens sein. Beispielsweise durch die Nutzung von Energie aus erneuerbaren Quellen wie Wind, Sonne und Wasser.

 

Auch beim Umgang mit den persönlichen Schätzen – also dem eigenen Geld – sollten Anleger und Sparer nicht dieses Vorbild aus den Augen verlieren. Wer sich für soziale und ökologische Geldanlagen entscheidet, kann auch mehr sehr viel mehr ernten, als gesät wurde.

 

Denn wer nachhaltig investiert, bringt nicht nur eine positive Entwicklung zum Wohle von Mensch, Natur und Klima mit in Schwung, sondern profitiert auch von attraktiven Erträgen. Grünes Geld, erfahrener Anbieter grüner Geldanlagen, hat mehr als 300 interessante Angebote im Programm. Für Anlagen ab 50.000 Euro  kommt meist die Grünes Geld Vermögensverwaltung in Frage, ansonsten machen Sie den Grünes Geld Test.

 

 

 

 

Carmen Junker   Carmen Junker ist Gründerin der Grünes Geld GmbH und Geschäftsführerin der Grünes Geld GmbH. Carmen Junker:“ Ein Grund mein berufliches Wirken speziell auf die Nachhaltige Geldanlage auszurichten ist, die Welt ein Stück positiver zu gestalten mit den Mitteln und Kenntnissen die mir zur Verfügung stehen. Aus der Verantwortung für die kommende Generation und weil ich selbst noch einige Jahre auf diesem schönen Planeten verbringen möchte“. Mehr zu ihr und Grünes Geld auf auf Xing, Facebook oder Twitter.
Facebook Like

Comments are closed.