Archiv für die Kategorie ‘Anleihen’

Countdown bei Wattner: noch bis 26.9.2019 in Solar anlegen!

Donnerstag, 29. August 2019

 

 

Am  22. August 2019 hat Wattner SunAsset 8  das elfte Solarkraftwerk, diesmal eine Freiflächenanlage in Waldhaus (Brandenburg) mit einer Leistung von 3.918 Megawatt und einem Gesamt Investitionsvolumen von 2,6 Mio Euro gekauft.

 

Mit der Vermögensanlage SunAsset 8 werden inzwischen ein Investitionsvolumen von 23,6 Millionen Euro in elf produzierenden Solarkraftwerken verwaltet. Die Kraftwerke, die eine Restlaufzeit von mindestens 13 Jahren haben, erwirtschaften die Zinsen für die Anleger.

 

Anleger können bis  26.9.2019 noch mit einem Mindestanlagebetrag von 5.000 Euro in Form eines Nachrangdarlehens einsteigen. Ein Agio fällt nicht an. Die Zinsen beginnen mit jährlich 4,5 % und steigen bis auf 5,5 % p.a.

 

Die Laufzeit der Vermögensanlage beträgt 13 Jahre und endet 2031.

 

Wenn Sie mehr über Wattner Sun Asset 8 wissen möchten klicken Sie hier:

 

So legen Sie 30.000 Euro richtig an

Donnerstag, 07. März 2019

 

 

Immer wieder kommen Anleger auf uns zu und wollen einen bestimmten Betrag anlegen, hauptsache ethisch-ökologisch. Doch dazu muss man noch vieles mehr wissen, zum Beispiel die Risikoneigung, die zur Verfügung stehende Zeit oder auch wie wichtig es ist, zwischenzeitlich auf das Geld zugreifen zu können. So haben wir in den letzten 18 Jahren sicherlich tausende individuelle Lösungen gefunden.

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Grüne, soziale und nachhaltige Anleihen

Donnerstag, 24. Januar 2019
Zusammenfassung: Wir freuen uns über den Gastartikel von Christian Kronberger von NN Investment Partners, der eine genaue Ausführung über grüne, sozial und nachhaltige Anleihen geschrieben hat.

 

Der Markt für grüne Anleihen boomt, gleichzeitig wächst das Interesse an sozialen und nachhaltigen Anleihen, da Anleger neben dem Umweltschutz zunehmend auch soziale Verbesserungen fördern wollen. Der Markt grüner Anleihen ist heute noch größer und breiter diversifiziert als der für soziale und nachhaltige Anleihen. Europa ist nach wie vor der wichtigste Markt für grüne, soziale und nachhaltige Anleihen

 

 

Impact Investing spielt am Anleihemarkt eine immer wichtigere Rolle. Dies schlägt sich nicht nur im starken Wachstum des Markts für grüne Anleihen nieder, denn daneben entwickelt sich langsam auch ein Markt für soziale und nachhaltige Anleihen. Die beiden wichtigsten Katalysatoren für das kräftige Wachstum bei grünen, sozialen und nachhaltigen Anleihen waren das Pariser Klimaabkommen und die nachhaltigen Entwicklungsziele, auf Englisch Sustainable Development Goals oder kurz SDGs, der Vereinten Nationen. Der Markt für grüne Anleihen hat seither einen deutlich rascheren Aufschwung genommen als der Markt für soziale und nachhaltige Anleihen. Derzeit ist der Markt für grüne Anleihen mit rund 300 Mrd. Euro acht Mal so groß wie die Märkte für soziale und nachhaltige Anleihen zusammen.

 

 

Definition: grüne, soziale und nachhaltige Anleihen

 

Grüne, soziale und nachhaltige Anleihen weisen ähnliche finanzielle Eigenschaften hinsichtlich Struktur, Risiko und Renditen auf wie traditionelle Anleihen. Sie können von Unternehmen oder staatlichen Institutionen begeben werden, ihre Kreditqualität reicht von Investment Grade bis zu Hochzinsanleihen und ihre Laufzeiten sind unterschiedlich von kurz- bis langlaufend. Bei den meisten grünen, sozialen und nachhaltigen Anleihen ist vorab festgelegt, wofür die aufgebrachten Gelder verwendet werden sollen, und in der Regel werden sie durch die gesamte Bilanzsumme des Emittenten unterlegt. Die Renditen und zu erwartenden Erträge sind daher ähnlich wie bei „normalen“ Anleihen desselben Emittenten. Der große Unterschied liegt in der Verwendung der aufgenommenen Gelder.

 

Grüne Anleihen sind Finanzinstrumente, mit deren Erlös vor allem Klima- oder Umweltschutzprojekte finanziert werden sollen. Am häufigsten handelt es sich dabei um Investitionen in erneuerbare Energien, emissionsarme Immobilien oder Energieeffizienz.

 

Soziale Anleihen dienen dazu, soziale Investitionen für eine klar umrissene Zielgruppe (z.B. in Armut lebende Menschen, Arbeitslose, sozial Schwache, Menschen aus bildungsfernen Schichten usw.) zu finanzieren, wobei die Umweltauswirkungen neutral oder positiv sind. Zumeist werden die Gelder für den Bau erschwinglicher Wohnungen oder für soziale Projekte verwendet.

 

Nachhaltige Anleihen sind eine Kombination aus grünen und sozialen Anleihen. Sie sollen zum einen den Umweltschutz fördern und zum anderen soziale Projekte für die Zielgruppe unterstützen, z.B. Bildung oder die Renovierung von Ausbildungsstätten oder öffentlichen Gesundheitseinrichtungen.

 

Emittenten, die eine grüne, soziale und/oder nachhaltige Anleihe platzieren möchten, müssen bestimmte Kriterien erfüllen, damit Anleger das entsprechende Papier auch als grün, sozial oder nachhaltig einstufen. Am häufigsten werden die Green Bond Principles (GBP), die Social Bond Principles (SBP) und die Sustainability Bond Guidelines (SBG) als Leitlinien verwendet Alle drei Leitlinien stellen auf folgende vier Punkte ab:

 

  1. Nutzung der Gelder – Welche Art von Projekten wird finanziert?
  2. Prozess für Projektbeurteilung und -auswahl – Wie werden Projekte ausgewählt, und wie ist die Projektauswahl organisiert?
  3. Management der Gelder – Lässt sich die Verwendung der Erlöse jederzeit nachverfolgen?
  4. Berichterstattung – Identifiziert und quantifiziert der Emittent Kennzahlen für den ökologischen, sozialen oder nachhaltigen Nutzen, der durch die Verwendung der Gelder entsteht, und berichtet er darüber?

Diese von der International Capital Market Association (ICMA) festgelegten Leitlinien sind freiwillig und nicht verbindlich.

 

Die Climate Bonds Initiative (CBI) hat zudem die Climate Bond Standards (CBS) eingeführt, die zur Zertifizierung grüner Anleihen verwendet werden. Dabei werden verschiedene sektorspezifische Auswahlkriterien festgelegt und auf die einzelnen Projekte Vermögenswerte angewendet, so dass diese im Einklang mit den Zielen des Pariser Klimaabkommens aus dem Jahr 2015 stehen. Die CBI hat bisher noch nicht für alle Projekttypen Kriterien definiert. Sobald dies geschehen ist, wird es möglich sein, eine umfangreiche Palette an ökologischen Investitionen im Rahmen der CBS zu zertifizieren.

 

Nachhaltigkeitsziele Grüner Projekte:

 

  • Anpassung an den Klimawandel bzw. Klimaschutz
  • Erneuerbare Energien
  • Verhinderung bzw. Kontrolle von Umweltverschmutzung
  • Schutz von Ökosystemen im Wasser und auf dem Land
  • Umweltfreundliche Gebäude
  • Umweltfreundliches Management von natürlichen Rohstoffen und Grundstücken
  • Sauberer Transport
  • Nachhaltiges Wassermanagement
  • Energieeffizienz
  • Umweltfreundliche und/oder an eine Kreislaufwirtschaft angepasste Produkte, Herstellungstechnologien und Verfahren

 

Nachhaltigkeitsziele Sozialer Projekte:

 

  • Erschwingliche grundlegende Infrastruktur
  • Zugang zu wesentlichen Leistungen
  • Erschwinglicher Wohnraum
  • Schaffung von Arbeitsplätzen
  • Lebensmittelsicherheit
  • Weiterentwicklung und Verbesserung der sozioökonomischen Situation

 

Nachhaltigkeitsziele Nachhaltiger Projekte

 

  • Kombination aus Umwelt- und sozialen Projekten

 

Der Markt für soziale Anleihen hat durch die Veröffentlichung der SDGs sowie der ersten Social Bond Principles im Juni 2017 einen Schub erhalten. Wir rechnen mit einer weiteren Standardisierung und weiteren Leitlinien, wovon der Markt für soziale und nachhaltige Anleihen weiter profitieren sollte (ähnlich wie der Markt für grüne Anleihen nach der Einführung der ersten GBP im Jahr 2014 durch die ICMA). Alle drei Arten von Anleihen werden von externen Agenturen wie z.B. CICERO oder Sustainalytics auf ihre Umwelt-, sozialen und nachhaltigen Eigenschaften hin überprüft. So werden 98% der grünen Anleihen in Europa mit einer Einstufung durch eine externe Agentur am Markt platziert (CIB, Q1 2018).

 

Bisher gibt es für soziale und nachhaltige Anleihen keinen vergleichbaren Standard, da der Klimawandel für die Anleger zunächst von größerem Interesse war. Dies ist jedoch nicht der einzige Hemmschuh für die weitere Entwicklung des Markts für soziale und nachhaltige Anleihen. Geraume Zeit lang fiel es Emittenten und Underwritern schwer, den sozialen und nachhaltigen Nutzen zu quantifizieren, der durch die Verwendung der Erlöse aus Anleiheemissionen für bestimmte Projekte geschaffen werden sollte. Die Berichterstattung war relativ intransparent, was die Marktteilnehmer abschreckte, und der Markt für soziale und nachhaltige Anleihen relativ klein blieb. Dennoch sind soziale Anleihen nach wie vor relevant und die Nachfrage hat aufgrund des veränderten politischen, wirtschaftlichen und rechtlichen Umfelds zugenommen.

 

SDGs als Messlatte

 

Grüne, soziale und nachhaltige Anleihen können leicht mit den SDGs in Verbindung gebracht werden. Diese zielen darauf ab, Armut zu beenden, den Planeten zu schützen und Frieden und Wohlstand weltweit zu sichern. Von den 17 nachhaltigen Entwicklungszielen sind 15 für die Identifizierung von Projekten relevant, die durch das über grüne, soziale und nachhaltige Anleihen aufgebrachte Kapital finanziert werden dürfen. Dabei spielen acht Ziele für grüne Projekte, neun für soziale Projekte und fünfzehn für nachhaltige Projekte eine Rolle (Abbildung 2. Schätzungen der UN zufolge müssen weltweit jährlich fünf bis sieben Billionen US-Dollar investiert werden, um die Ziele bis 2030 zu erreichen.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Abbildung 1: Beziehung grüner/sozialer/nachhaltiger Anleihen zu den nachhaltigen Entwicklungszielen Quelle: Vereinte Nationen, NN IP. Von den 17 nachhaltigen Entwicklungszielen sind 15 für grüne, soziale und nachhaltige Anleihen relevant; sie sind in der Abbildung besonders hervorgehoben.

 

Aufschwung des Markts

 

In diesem Abschnitt vergleichen wir die typischen Eigenschaften von grünen, sozialen und nachhaltigen Anleihen miteinander. Dabei greifen wir auf Daten von Bloomberg zurück, in der eine Anleihe als „grün“, „sozial“ oder sowohl „grün“ als auch „sozial“ bezeichnet wird, wenn sie den GBP, den SBP oder den SBG entspricht und wenn durch die Verwendung des aufgebrachten Kapitals ein eindeutiger ökologischer, sozialer oder ökologischer und sozialer Nutzen gestiftet wird.

 

Im Jahr 2007 platzierte die Europäische Investitionsbank (EIB) die erste grüne Anleihe mit einem Volumen von 600 Mio. Euro. In den folgenden sechs Jahren tat sich zunächst nicht viel. 2013/2014 kam es dann mit der Veröffentlichung der ersten Green Bond Principles zu einem beträchtlichen Aufschwung (die erste grüne Anleihe mit einem Volumen von über 1 Mrd. Euro wurde im Jahr 2013 begeben). Seither hat sich das Volumen der ausstehenden grünen Anleihen exponentiell erhöht. Im Jahr 2014 wurden dann die ersten liquiden sozialen bzw. nachhaltigen Anleihen von der Inter-American Development Bank (IADB) bzw. der Lloyds Bank begeben. Im Vergleich zu den grünen Anleihen waren die Platzierungsvolumina deutlich geringer.

 

 

Abbildung 2: Neuemissionen von grünen, sozialen und nachhaltigen Anleihen Quelle: Bloomberg, 3. September 2018. Der obere Teil der Balken für 2018 entspricht Schätzungen von NN IP

 

 

Der Markt für grüne Anleihen ist nach wie vor deutlich größer als der für soziale oder nachhaltige Anleihen. Das Neuemissionsvolumen von grünen Anleihen schnellte von 73 Mrd. Euro im Jahr 2016 auf 112 Mrd. Euro im Jahr 2017 in die Höhe und war damit sieben Mal so hoch wie für soziale und nachhaltige Anleihen zusammen.

 

Mit einem Anteil von deutlich unter 1% am gesamten Rentenmarkt sind soziale und nachhaltige Anleihen bisher ein Nischenprodukt. Von dieser relativ niedrigen Basis aus ist der Markt jedoch rasch gewachsen, und die Expansion könnte sich weiter beschleunigen, wenn mehr internationale Konzerne dieses Marktsegment nutzen. So hat z.B. Starbucks sein Programm für eine nachhaltige Kaffeelieferkette im Jahr 2016 mit einer nachhaltigen Anleihe finanziert. Zwei Jahre später begab Danone eine soziale Anleihe, um Studien zu Lebensmitteln und der Emanzipation verschiedener Bevölkerungsgruppen zu finanzieren.

 

Das rasche Wachstum der Märkte für grüne, soziale und nachhaltige Anleihen ist unseres Erachtens vor allem auf drei Faktoren zurückzuführen:

 

Verbesserte Leitlinien und Taxonomien, die Emittenten die Platzierung solcher Anleihen erleichtern und es Anlegern ermöglichen, die Papiere miteinander zu vergleichen.

 

Politische Unterstützung für eine kohlenstoffärmere Wirtschaft und für soziale Projekte, was Anreize für striktere Gesetze schafft. So geraten Unternehmen unter Druck, nachhaltigere Lösungen zu entwickeln und umzusetzen. Zahlreiche Regierungen haben Maßnahmen angekündigt bzw. führen sie bereits ein, um die Platzierung von grünen Anleihen zu fördern.

 

Kräftiger Anstieg der Anlegernachfrage und zunehmende Bereitschaft, die SDGs der UN umzusetzen. Wir rechnen damit, dass grüne, soziale und nachhaltige Anleihen allmählich attraktiver werden als traditionelle Anleihen, da sie den Anlegern ohne Mehrkosten bessere Möglichkeiten bieten, Einfluss auf die Unternehmen und die Verwendung der aufgebrachten Gelder zu nehmen.

 

 

Abbildung 3: Emissionen nach Ländern Quelle: Bloomberg, 3. September 2018

 

Grüne, soziale und nachhaltige Anleihe-Emissionen nach Ländern

 

Das Pariser Klimaabkommen hat positiv zur Entwicklung der grünen Kapitalmärkte beigetragen: Insbesondere in Frankreich, China und den USA wurden umfangreiche Volumina an grünen Anleihen begeben. Im Jahr 2016 platzierte die französische Regierung die umfangreichste grüne Anleihe (7 Mrd. Euro) in der Geschichte des Markts, um ihren umweltpolitischen Zusagen nachzukommen und ihrer Rolle als treibende Kraft des Pariser Klimaabkommens gerecht zu werden. Im selben Jahr dominierten Emissionen aus China, dem Land mit den höchsten Kohlendioxidemissionen der Welt, zum ersten Mal den Markt für grüne Anleihen. Allerdings sank der Marktanteil des Landes von 37% im Jahr 2016 auf 24% im Jahr 2017. Der Großteil der chinesischen Platzierungen findet zudem am Onshore-Markt statt und ist insofern nicht für ausländische Anleger zugänglich. Im Mai 2018 überraschte die Bank of America mit der größten grünen Anleiheemission einer Bank (1,91 Mrd. Euro), die zur Finanzierung von Projekten für saubere Energie dienen sollen.

 

Im Jahr 2017 machten die Emissionen aus China, Frankreich, den Niederlanden, Deutschland und den USA zusammen 56% des globalen Markts für grüne Anleihen aus. Hinzu kommen Emissionen schwedischer, mexikanischer und spanischer Marktteilnehmer, so dass der Markt für grüne Anleihen jetzt in geografischer Hinsicht deutlich diversifizierter ist. Insgesamt sind 46 Länder am Markt für grüne Anleihen aktiv, und ihre Zahl steigt weiter.

 

Dagegen sind nur 15 Länder am Markt für soziale Anleihen und 14 am Markt für nachhaltige Anleihen aktiv. Der größte Anteil an Emissionen entfällt auf die Niederlande. Und die geringe geografische Diversifizierung am Markt für soziale und nachhaltige Anleihen ist nicht die einzige Herausforderung für die Anleger. Auch die Zahl der Emittenten von sozialen und nachhaltigen Anleihen ist relativ gering. So werden z.B. 71% der niederländischen nachhaltigen Anleihen von der Bank Nederlandse Gemeenten und 86% der deutschen sozialen Anleihen von der Bayerischen Landesbank begeben.

 

Emissionen in Euro dominieren

 

Die regionale Allokation wirkt sich auch auf die Emissionswährungen aus. In allen Fällen ist der Euro die wichtigste Währung. Bei sozialen und nachhaltigen Anleihen dominiert der Euro mit einem Anteil von 78% bzw. 69% der Gesamtemissionen ganz klar. In Euro denominierte Anleihen machen mit 61% auch den Löwenanteil am Bloomberg Barclays MSCI Global Green Bond Index aus. Im gesamten Bloomberg-Universum, das auch auch Onshore-Emissionen aus China erfasst, die ausländischen Anlegern nicht zugänglich sind, sind 42% aller Anleihen in Euro denominiert.

Um ausländische Anleger anzuziehen, begeben die Emittenten auch Anleihen in US-Dollar. Rund 29% des Global Green Bond Index, knapp ein Fünftel aller nachhaltigen Anleihen und ein Zehntel der sozialen Anleihen lauten auf US-Dollar. Der grüne Anleihenmarkt ist unter Währungsgesichtspunkten stärker diversifiziert als insbesondere der Markt für soziale Anleihen. Allerdings ziehen wir häufig grüne Anleihen in Euro vor, da Qualität und Transparenz bei Euro-Emittenten in der Regel höher sind.

 

Staatliche Emittenten und Emittenten aus dem Finanzsektor dominieren

 

Am Markt für grüne, soziale und nachhaltige Anleihen dominierten vor allem staatliche Emittenten. Zahlreiche Regierungen haben sich Ziele für die Förderung von Investitionen in ESG-Projekte gesetzt und finanzieren diese mit grünen, sozialen oder nachhaltigen Anleihen. Letztlich entfallen über 150 Mrd. Euro der Gesamtemissionen auf staatliche Institutionen, wobei der Großteil davon in grünen Anleihen erfolgte (Abbildung 5). Auch bei sozialen und nachhaltigen Anleihen nehmen staatliche Emittenten klar eine dominierende Stellung ein. Dieser Trend könnte anhalten, da die Regierungen mit höherer Wahrscheinlichkeit in soziale Projekte investieren als Unternehmen. Der Finanzsektor ist der zweitwichtigste Emittent am Markt für grüne, soziale und nachhaltige Anleihen. Finanzinstitute haben 32% der grünen und jeweils 19% der sozialen und nachhaltigen Anleihen platziert. So begab z.B. die Nederlandse Waterschapsbank eine soziale Anleihe zur Finanzierung erschwinglichen Wohnraums, und die Lloyds Bank platzierte eine soziale Anleihe, um ihre Zusagen bei der Kreditvergabe an kleine Unternehmen einhalten zu können.

Wir gehen davon aus, dass sich die Anteile der einzelnen Sektoren am Markt künftig verändern werden. In der ersten Jahreshälfte 2018 war bereits zu erkennen, dass sich Finanzkonzerne und Unternehmen vor allem aus den Sektoren Versorgung und Industrie verstärkt engagieren. Dieser Trend ist insbesondere am Markt für grüne Anleihen zu erkennen.

 

 

Abbildung 4: Emissionen nach Sektoren Quelle: Bloomberg, 3. September 2018

 

Ratings

 

Da der Markt für grüne Anleihen größer ist und seine Emittenten stärker diversifiziert sind, ist auch das Ratingspektrum bei grünen Anleihen relativ breit und reicht von Investment Grade (69%) bis spekulativ (5%). Anleihen mit einem AAA-Rating machen 21% des Gesamtmarkts aus. Allerdings sind über ein Viertel aller grünen Anleihen nicht geratet.

 

Abbildung 5: Emissionen nach Ratingkategorien Quelle: Bloomberg, 3. September 2018.

 

 

Die Märkte für soziale und nachhaltige Anleihen sind im Vergleich stärker konzentriert. Bei sozialen Anleihen finden sich nur Papiere mit einem Investment-Grade-Rating, und 49% verfügen über ein AAA-Rating. Auch bei nachhaltigen Anleihen befinden sich nur 2% im spekulativen Bereich.

 

Fazit

 

  • Grüne, soziale und nachhaltige Anleihen weisen ähnliche finanzielle Eigenschaften wie herkömmliche Anleihen auf, der größte Unterschied besteht in der Verwendung des aufgebrachten Kapitals.
  • In den vergangenen vier Jahren sind die Märkte für grüne, soziale und nachhaltige Anleihen deutlich gewachsen, was auf die striktere Umweltgesetzgebung, das zunehmende Bewusstsein für soziale Anliegen und eine Interessenverschiebung bei den Anlegern hin zu nachhaltigeren Investitionen (ohne dabei auf Renditen zu verzichten) zurückzuführen ist.
  • Staatliche Emittenten und Finanzinstitute dominieren den Markt für grüne, soziale und nachhaltige Anleihen. Unseres Erachtens werden staatliche Emittenten auch künftig den Großteil des Markts für soziale und nachhaltige Anleihen ausmachen, da sie wahrscheinlich eher zur Finanzierung von sozialen Vorhaben bereit sind als Unternehmen.
  • Der Markt für soziale und nachhaltige Anleihen spielt im Vergleich zum Markt für grüne Anleihen eine kleinere Rolle. Grüne Anleihen sind daher die liquidere Option. Im Vergleich zu sozialen und nachhaltigen Anleihen ist die Diversifizierung bei grünen Anleihen in Bezug auf alle wichtigen Kriterien größer: geografisch ebenso wie nach Sektoren, Währungen und Ratings.

 

Europa insgesamt ist nach wie vor der größte Markt für grüne, soziale und nachhaltige Anleihen. Der Raum Asien-Pazifik, wo aktuell allerdings nur China in dieser Beziehung eine Rolle spielt, liegt nicht weit dahinter – allerdings können ausländische Anleger häufig nicht in die chinesischen Papiere investieren

 

 

Verfasser des Beitrages: Christian Kronberger, NN Investment Partners

Westhafenplatz 1  60327 Frankfurt am Main, Germany

www.nnip.com

Veröffentlicht: Carmen Junker ist Gründerin  und Geschäftsführerin der Grünes Geld GmbH. Carmen Junker: „Ein Grund mein berufliches Wirken speziell auf die Nachhaltige Geldanlage auszurichten ist, die Welt ein Stück positiver zu gestalten mit den Mitteln und Kenntnissen die mir zur Verfügung stehen.“

Interview: 4 Fragen an Sven Jessen von reconcept

Mittwoch, 26. September 2018

Zusammenfassung: Im Interview mit Grünes Geld verrät Sven Jessen von Reconcept Hintergründe, Chancen und Risiken des aktuellen Angebotes RE12 Energiezins 2022. Das Projekt bietet 5 Prozent Zins bei 4 Jahren Laufzeit.

 

 

v.l.: Sven Jessen ReConcept, Carmen Junker, Gerd Junker beide Grünes Geld GmbH

 

 

1.) Herr Jessen, erzählen Sie unseren Lesern doch bitte noch etwas zu Ihrem Hause, zu Reconcept. Wie lange gibt es das Unternehmen, was sind die Schwerpunkte und die Erfahrungswerte?

 

Seit unserem Markteintritt im Jahr 1998 haben wir gemeinsam mit rund 10.000 Anlegerinnen und Anlegern mehr als 230 ErneuerbareEnergien-Anlagen realisieren können – Sonnen-, Wind- und Wasserkraftwerke im In- und Ausland mit einer installierten Leistung von insgesamt rund 390 Megawatt.

Seit 20 Jahren profitieren unsere Kunden vom Know-how und unseren Investitionen, und umgekehrt reconcept von dem Vertrauen und der Investitionsfreudigkeit der Kunden. Getreu unserem Motto: Gute Investments brauchen starke Partner. Denn unsere Arbeit erfordert eine ausreichende Kapitalbasis, um effektiv in Erneuerbare Energien investieren und für eine gute Rendite unserer Anleger arbeiten zu können.

 

 

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Die besten nachhaltigen Anleihe-Fonds in 2017

Freitag, 23. März 2018

Nachhaltige Investments in Anleihen

Musterdepots mit Anleihe-Schwerpunkt bietet GrunesGeld24.de

Nicht alle Anleihe-Fonds im nachhaltigen Sektor konnten 2017 Gewinne erzielen. Bei den von uns kontinuierlich beobachteten nachhaltigen Anleihefonds mussten einige der Zinsentwicklung Tribut zollen und verloren bis zu 5,32 Prozent im abgelaufenen Kalenderjahr.

Am besten entwickelte sich der erst 2009 aufgelegte FISCH CB Sustainable Fund der Züricher Fisch Asset Management. Der in schweizer Franken notierte Fonds investiert weltweit in Wandelanleihen nachhaltiger Unternehmen. Grundlage sind die Nachhaltigkeitsanalysen der schweizer Bank JS Sarasin.

 

Von Vorteil war die Strategie mit den Wandelanleihen, die sich nach der Anleihe-Phase in Aktien wandeln, besonders wegen der guten Entwicklung der Aktien in 2017. Verkürzt sagt man, dass Wandelanleihen 2/3 des Aufschwungs der Börsen mitnehmen, bei einem Abschwung aber nur 1/3 des Wertes verloren ginge.
 
 

 

Aber Achtung: Selbst der größte Anleihe-Fan darf niemals seine komplette Anlage-Summe in Anleihen investieren. Um die Gesamtperformance zu steigern, müssen andere Formen wie Aktien beigemischt werden. Untersuchungen, z.B. von Finanztest (Tochter von Stiftung Warentest), zeigen, dass ein geringer Aktien-Anteil die Schwankungsbreite von Anleihe-Depots minimiert!

Eine Auswahl solcher gemischter Musterdepots finden Sie bei Grünes Geld:

 

 

Icon nachhaltiger-vermoegensaufbau

 

 

Sichere Geldanlage 2018: Teil 2 Anleihen und Anleihefonds

Dienstag, 09. Januar 2018

Die Geldanlagen haben ein außergewöhnlich gewöhnliches Jahr 2017 erlebt. Es gab kaum negative Überraschungen, nach dem turbulenten Jahr 2016 (Brexit, Trump-Wahl) kehrte 2017 glücklicherweise mehr Normalität ein. Wie es im Jahr 2018 möglicherweise weitergeht möchte ich Ihnen in 5 Teilen zu unterschiedlichen Anlageklassen vorstellen.  Wer prüfen möchte, wie treffsicher diese Aussagen für die jeweiligen Vorjahre waren, kann dies hier tun: 2012, 2013, 2014, 2015, 2016 und 2017.

 

 

Teil 1 – Aktien und Aktienfonds
Teil 2 – Anleihen und Anleihefonds (unten)
Teil 3 – Lebens- und Rentenversicherungen
Teil 4 – Immobilien und Immobilienfonds
Teil 5 – Sachwerte wie Gold, Holz oder Windkraft 

 

 

 

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Die beste Geldanlage für Faule

Dienstag, 21. November 2017

Cornelia Westreicher ist 38 Jahre und hat sich über die Zeit einen hübschen Betrag zusammen gespart. Ursprünglich wollte sie einmal etwas sparen, um vielleicht eine Familie zu gründen. Oder um vielleicht den Grundstock für einen Hausbau zu haben. Das mit der Familie hat sich allerdings so nicht ergeben und das geplante Haus, jetzt wo sie Single ist, wäre zwar schön, aber doch irgendwie zu kompliziert.

 

Zumal die Immobilienpreise in den letzten Jahren fulminant gestiegen sind. Eine zu ihren Vorstellungen passende Immobilie ist kaum noch zu bekommen, und wenn, dann ist der Preis unglaublich hoch.

 

Auch den Neubau hat sich Cornelia Westreicher schon überlegt. Aber das ist aufwändig und von allen Architekten wie von ihren Freunden hat sie gehört, dass die billigen Kreditzinsen durch die gestiegenen Handwerker-Kosten und die gestiegenen Baulandpreise mehr als kompensiert wurden.

 

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Wattner Sunasset 7 offiziell gestartet

Donnerstag, 28. September 2017

Zusammenfassung: Nach fast einem Jahr Wartezeit darf das neueste Solar-Deutschland-Projekt von Wattner nun von Anlegern gezeichnet werden. Aufgrund der sehr positiven Erfahrung mit dem Hause Wattner haben sich vorab bereits über 200 Anleger per Reservierung Anteile im Wert von mehr als 3 Millionen Euro gesichert.

 

Das neueste Projekt von Solar-Pionier Wattner aus Köln ist seit heute offiziell gestartet. Der Wattner SunAsset 7 ist bereits das 7. Projekt dieser Reihe und wurde mit Sehnsucht erwartet, nachdem Wattner das Projekt bereits im Oktober 2016 angekündigt hatte.

 

Für die Verzögerung sorgte – wie bei vielen anderen Emissionshäusern auch – die wesentlich umfangreicheren Prüfungen der Behörden. Während früher eine Prospektprüfung der Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin) rund 2 Wochen dauerte, musste Wattner fast 1 Jahr mit der Behörde an der Gestaltung des Verkaufsprospekts arbeiten.

 

Die Rahmendaten des SunAsset 7

 

Was wird mit dem Geld der Anleger gemacht? Kauf, Betrieb und eventuell Verkauf von Solarkraftwerken in Deutschland. Die Kraftwerke stehen bereits (weitgehend) fest und sind von Wattner veröffentlicht (siehe Detailinformationen).

 

Was ist daran so überzeugend? Solarkraftwerke haben 2 Vorteile. Sie sind eine der Lösungen, wenn es um eine 100% Energieversorungen mit Erneuerbaren Energien geht. Und sie werden über 20 Jahre mit einem festen Einspeisetarif für jeder erzeugte Kilowattstunde Energie vergütet. Da die produzierte Strommenge ebenfalls gut bestimmt werden kann, ein ideales Geschäftsmodell. Man weiß schon 20 Jahre im voraus, wie die Einnahme-Situation aussieht.

 

Wie lange ist der Anlagezeithorizont? Analog der Förderung für deutsche Photovoltaik-Kraftwerke, also knapp 20 Jahre.

 

Wie ist die Verzinsung? Die Zinsen beginnen bei 4,5 Prozent und steigen bis 6 Prozent p.a an. Gleichzeitig mit den Zinszahlungen wird auch der Kredit zurückgeführt. Der Anleger erzielt eine prognostizierte IRR-Rendite von 5,1 Prozent.

 

Wie sicher ist das Projekt? Die Sicherheit kommt aus dem Investitionsobjekt: die staatliche Förderung der Photovoltaik-Anlagen in Deutschland ist über einen sehr langen Zeitraum garantiert und entsprechend einfach ist das Geschäftsmodell zu rechnen. Trotzdem könnten technische Risiken oder wirtschaftliche Risiken, wie z.B. eine nachträgliche Kürzung zugesagter Fördermittel zu Problemen führen. Selbstverständlich informiert Watter SunAsset 7 ausführlich im Verkaufsprospekt über alle möglichen Risiken.

 

Was gefällt sonst noch am SunAsset 7? Aus der Erfahrung von vielen Jahren in der Branche können wir beurteilen, wie sich Photovoltaik-Projekte in Deutschland in der Vergangenheit entwickelt haben. Da die Sonneneinstrahlung in Deutschland auf Jahresbasis sehr konstant, die Rechtssicherheit in Deutschland hoch und die Technik mittlerweile sehr ausgereift ist, sind wir grundsätzlich begeistert von PV-Projekten in Deutschland.

 

Die bisherigen Leistungen des Emissionshauses

 

Wer Grünes Geld kennt, weiß dass wir nicht unbedingt Freund von „Nachrangdarlehen“ sind. Man trägt als Anleger die Risiken in voller Höhe, bei den Gewinnen wird jedoch nur der vereinbarte Zinssatz ausgezahlt.

 

Außerdem haben feste Zinszusagen in der Vergangenheit Emissionshäuser dazu bewogen, um jeden Preis die Zinszusagen einzuhalten um aufgebrachte Anleger zu vermeiden – auf Kosten der langfristigen Tragfähigkeit der Projekte.

 

Wir sehen es hier allerdings differenzierter. Zum einen hat Wattner als Emissionshaus bereits eine halbe Million Euro an nicht zu verzinsender Einlage zur Verfügung gestellt. Diese darf nur ausgezahlt werden, wenn die Ansprüche der Anleger bedient wurden.

 

Zu jedem Zeitpunkt im Projektverlauf sind mindestens 0,4 Mio. Euro an Reserven auf den Konten des Projektes vorgesehen. Das ist komfortabel kalkuliert.

 

Wattner hat in den Vorgänger-Projekten SunAsset 1 bis 6 bewiesen, dass sie PV-Projekte in Deutschland beherrschen. Eines der ersten komplett abgewickelten PV-Projekte in Deutschland ist der Wattner SunAsset 1 – er hat dem Anleger mehr Rendite eingebracht, als ursprünglich versprochen.

 

Und schließlich hat ein Nachrangdarlehen auch einen zählbaren Vorteil: die Gewinne werden nur mit der relativ günstigen Abgeltungssteuer belegt, statt wie bei Kommandit-Beteiligungen mit dem persönlichen Steuersatz.

 

Hoher Andrang: schon 3 Millionen reserviert

 

Der gute Ruf eilt den Wattner-Projekten mittlerweile voraus: noch bevor die Zeichnung überhaupt möglich war, wollten schon über 200 Anleger über eine Reservierung am neuen Projekt teilhaben. Über 3 Millionen der insgesamt geplanten 8,7 Millionen Euro an Kapital wurden darüber schon praktisch eingesammelt.

 

Der Vorteil: durch die Reservierung steht fest, dass der Anleger auch tatsächlich berücksichtigt wird. Aller Anleger mit Reservierung werden in den nächsten Tagen von Wattner angeschrieben und informiert.

 

Um sich am Wattner Sunasset 7 beteiligen zu können sollten Sie sich also bald entscheiden. Nicht zuletzt der erstmals bei Wattner gewährte Frühzeichnerbonus ist eine kleine Motivationshilfe, denn damit wird Ihr Geld zwischen Zahlungseingang und 31.12.2017 mit einem Prozent p.a. verzinst. In Zeiten negativer Zinsen auf Sparkonten und Tagesgeldkonten eine interessante Idee.

 

 

 

 

 

 

 

Portraitfoto Gerd Junker Gerd Junker ist Co-Gründer und Geschäftsführer der Grünes Geld GmbH. Gerd Junker: „Wir leben was wir tun! Und das ist ganz einfach, denn der doppelte Nutzen von grünen Geldanlagen ist überzeugend – die Welt verbessern und Rendite erhalten.“ Mehr zu ihm und Grünes Geld auf auf Xing, Facebook oder Twitter.

Sichere Geldanlage 2017: Teil 3 Lebens- und Rentenversicherungen

Montag, 16. Januar 2017

 

 

In den Zeiten des historischen Zinstiefs sind Kapitalanleger weiterhin auf der Suche nach sicheren, besser rentierlichen Geldanlagen. Ich möchte deshalb einen Ausblick für die wichtigsten Anlageklassen auf das neue Jahr 2017 geben. Wer prüfen möchte, wie treffsicher diese Aussagen für die jeweiligen Vorjahre waren, kann dies hier tun: 2012, 2013, 2014, 2015 und 2016.

 

Teil 1 – Aktien und Aktienfonds
Teil 2 – Anleihen und Anleihefonds
Teil 3 – Lebens- und Rentenversicherungen
Teil 4 – Immobilien und Immobilienfonds
Teil 5 – Sachwerte wie Gold, Holz oder Windkraft

 

Teil 3 – Sichere Geldanlage in Lebens- und Rentenversicherungen

 

 

Trotz gut 90 Millionen Verträgen (Quelle: GDV) ist die Lebens- und Rentenversicherung in Deutschland eine oft verkannte und falsch verstandene Lösung zur Absicherung gegen Langlebigkeit. Denn es gibt nur ein wirkliches Alleinstellungsmerkmal der Lebensversicherungen / Rentenversicherungen: das Risiko des Einzelnen, viel länger zu leben, als er es vielleicht selbst geglaubt hat und damit am Ende des Geldes vielleicht noch viel Leben übrig zu haben, wird durch eine Rentenversicherung vom Versichertenkollektiv aufgefangen.

 

Während das Aufstocken der gesetzlichen Rente früher ein Luxusproblem und lediglich für ausgefallene Hobbies notwendig war, ist bei dem heute erreichen Rentenniveau (2015: reale Durschnittsrente West 1.133 Euro pro Monat) das Aufstocken eine schlichte Notwendigkeit, um Wohnen, Essen und Kleidung auch im Ruhestand kaufen zu können. Umso wichtiger ist es deshalb, dass auch das Aufstocken „lebenslang“ geschieht, denn wer zum Beispiel 90 wird und dann kein Geld mehr hat, ist auf Angehörige oder Sozialhilfe angewiesen. Wer möchte das schon.

 

Doch wieso sind Lebens- und Rentenversicherungen in Deutschland dafür kaum bekannt und werden fast ausschließlich als Kapitalanlage gesehen?

 

Das liegt sich daran, dass Lebens- und Rentenversicherungen immer schon steuerlich privilegiert wurden. Bis 2004 waren alle damit erzielten Gewinne steuerfrei (ab Laufzeit 12 Jahre) und auch heute verzichtet der Staat in der Ansparphase komplett auf Steuern, in der Auszahlphase gibt er sicher sehr großzügig (Halbeinkünfteverfahren bei Kapitalauszahlung; Ertragsanteilsbesteuerung bei Leibrente (wenn 12 Jahre Laufzeit / mind. 62 als Rentenbeginnalter).

 

Die Ausgangslage für Rentenversicherungen und Lebensversicherung, speziell wenn Sie fondsgebunden sind, ist also nach wie vor sehr gut. Allerdings, die Situation hat sich gegenüber früher verschlechtert. Trotzdem: schon ab einer Anlagedauer von 10 bis 15 Jahren schneiden Lebens- und Rentenversicherungen meist auch als reine Kapitalanlage sehr gut ab.

 

 

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Wir sollten für die weitere Analyse zwischen fondsgebundenen und klassischen Renten- und Lebensversicherungen unterscheiden. Übrigens: alle modernen Tarife sind gleichzeitig Lebens- und auch Rentenversicherung, denn der Versicherungsnehmer kann später wählen, wie er sein Geld ausgezahlt bekommen möchte – als Kapitalauszahlung (=Lebensversicherung) oder als Rente (=Rentenversicherung).

 

 

 

Klassische Rentenversicherungen und Lebensversicherungen

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Augen auf: Rentenversicherungen sind meist besser als ihr Ruf

Bei klassischen Lebensversicherungen legt die Versicherungsgesellschaft das Geld für den Kunden an. Dafür wird ein garantierter Zinssatz zugesagt, hinzu kommen die darüber hinaus erzielten Überschüsse.

 

Die Regeln für die Kapitalanlage sind gesetzlich vorgegeben und sehr konservativ. Unter dem Strich wird wenig in Aktien, viel in festverzinsliche Wertpapiere angelegt.

 

Damit können die Garantien zwar gut abgebildet werden – die klassischen Lebensversicherungen sind aber vom allgemeinen Zinsniveau abhängig. Die von ihnen gutgeschriebenen Überschüsse sind „nachlaufend“ und „glättend“, so dass kleine Schwankungen im Zinsniveau nicht spürbar sind.

 

Langfristige Trends wie die Zinssenkungen seit der Immobilienkrise 2008 machen sich aber voll bemerkbar. So ist der maximale Zins, den Lebensversicherungen Ihren Kunden zusagen dürfen, seit 1.1.2017 auf nur noch 0,9 Prozent p.a. auf den Sparanteil begrenzt worden. Hinzu kommen die Überschüsse; abgezogen werden müssen die Kosten – unter dem Strich kann ein Kunde nach z.B. 15 Jahren Laufzeit in vielen Fällen mit einer Verzinsung von vielleicht 1,5 bis 2,5 Prozent p.a. rechnen.

 

Für klassische Lebens- und Rentenversicherungen kommt also alles auf die Zinsen an. Wenn diese steigen, werden auch die erzielten Renditen der Lebensversicherungen wieder ansteigen. Allerdings gilt auch hier, dass die Lebensversicherungen „nachlaufend“ sind, d.h. für nächsten 2 bis 4 Jahre wird es bei eher niedrigen Zinsen bleiben. Was danach kommt hängt von den Notenbanken ab.

 

Die Aussichten 2017: Das konkrete Jahr wird nur niedrige Renditen für klassische Angebote bringen können. Wenn die Zinsen wieder steigen (in Europa vielleicht ab 2018), werden mit zeitlicher Verzögerung auch die Erträger wieder anziehen.

 

 

 

 

Fondsgebundene Rentenversicherungen und Lebensversicherungen

Anders sieht die Lage bei fondsgebundenen Rentenversicherungen und Lebensversicherungen aus. Hier wird das Anlegergeld in Investmentfonds angelegt. Wer die richtigen auswählt und zum Beispiel langfristig auf Aktien setzt, kann sehr hohe Renditen erzielen.

 

Aber Achtung: wer bei Abschluss eine der zahlreichen fondsgebundenen Lebensversicherungen mit Garantie wählt, leidet meist auch unter dem Niedrigzins. Garantiert wird zum Beispiel, dass zu Rentenbeginn mindestens alle eingezahlten Beiträge zur Verfügung stehen. Was sich sinnvoll anhört führt in der Praxis und bei 0,9 % Garantiezins allerdings dazu, dass – abhängig von Gesellschaft, Lebensalter, Renteneintrittsalter, etc. – nur noch 20 Prozent der Anlegergelder in die Fonds fließen. Der Rest wird so angelegt, dass die Garantie erfüllt wird, also im sogenannten Deckungsstock (siehe oben) und ist damit stark vom allgemeinen Zinsniveau abhängig.

 

Die Aussichten 2017: Für fondsgebundene Rentenversicherungen und Lebensversicherungen gelten die 2017-Prognosen von Teil 1 (Aktien und Aktienfonds) und Teil 2 (Anleihen und Anleihefonds).

 

 

Fazit: Auch wenn Rentenversicherungen und Lebensversicherungen viel Kritik einstecken mussten, bleibt ihre Funktion trotz Zinstief erhalten – eine gut planbare Absicherung für den Ruhestand zu erhalten, die auf jeden Fall bis zum Lebensende ausreicht. Das Zinstief wirkt sich auf klassische Rentenversicherungen und Lebensversicherungen negativ aus, trotzdem bleibt das übliche Zinsplus gegenüber kurzfristigen Geldern wie Bankeinlagen oder Bausparverträgen. Davon weitgehend unberührt sind die Renditen fondsgebundener Verträge, die bei langfristigen Sparzielen nach Kosten und Steuern nach wie vor zum Besten gehört was der Anlagemarkt bietet.

 

 

Nachhaltige Rentenversicherung

 

 

 

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Portraitfoto Gerd Junker Gerd Junker ist Co-Gründer und Geschäftsführer der Grünes Geld GmbH. Gerd Junker: „Wir leben was wir tun! Und das ist ganz einfach, denn der doppelte Nutzen von grünen Geldanlagen ist überzeugend – die Welt verbessern und Rendite erhalten.“ Mehr zu ihm und Grünes Geld auf auf Xing, Facebook oder Twitter.

Sichere Geldanlage 2017: Teil 2 Anleihen und Anleihefonds

Freitag, 13. Januar 2017

Mit den beiden bestimmenden Themen Brexit und Trump-Wahl war das Jahr 2016 politisch geprägt. Besonders die Trump-Wahl könnte in 2017 zur Zinswende führen. Welche Auswirkungen das auf die wichtigsten Anlageklassen hat, möchte ich Ihnen in 5 Teilen vorstellen.  Wer prüfen möchte, wie treffsicher diese Aussagen für die jeweiligen Vorjahre waren, kann dies hier tun: 2012, 2013, 2014, 2015 und 2016.

 

Teil 1 – Aktien und Aktienfonds
Teil 2 – Anleihen und Anleihefonds
Teil 3 – Lebens- und Rentenversicherungen
Teil 4 – Immobilien und Immobilienfonds
Teil 5 – Sachwerte wie Gold, Holz oder Windkraft

 

 

 

 

 

Teil 2 – Sichere Geldanlage in Anleihen und Anleihefonds

Anleihen (auch: Renten oder Festverzinsliche genannt) sind Schuldverschreibungen; meist mit festem Zinssatz und fester Laufzeit. Begeben werden sie von Unternehmen, meist aber von Staaten, die sich damit Geld leihen möchten. Mit diesem Geld werden im Falle von Unternehmen neue Produktionshallen gebaut, Entwicklungen von zum Beispiel Medikamenten finanziert oder im Falle von Staaten Straßen, Brücken oder Schulen gebaut.

 

Wichtig ist die Bonität des Schuldners. Wer eine niedrige Bonität hat, bekommt ein negatives Rating und muss höhere Zinsen zahlen.

 

Das besondere an Anleihen ist der Handel an den Börsen. Denn obwohl der Schuldschein ein feste Laufzeit hat, muss ihn der Anleihe-Käufer nicht die ganze Zeit behalten. Er kann ihn ganz bequem und ohne hohe Kosten wieder an der Börse verkaufen.

 

Doch hier liegt auch die Herausforderung: der Kurs der Anleihe an den Börsen wird augenblicklich fallen, wenn das allgemeine Zinsniveau steigt. Schließlich wird sie – da eine Anleihe mit von vornherein festgeschriebenen Zinssätzen ausgestattet ist – relativ gesehen uninteressanter.

 

Für denjenigen, der eine Anleihe bis zum Laufzeitende hält, kein Problem – am Ende ist der Kurs wieder genau bei 100%, also beim Ausgabepreis. Wer jedoch seine Anleihe auch einmal verkaufen möchte, ist ein fallender Kurs Gift. Schließlich erhält er weniger Geld beim vorzeitigen Verkauf.

 

Besonders stark sind die Kursbewegungen übrigens, je länger die Restlaufzeit der Anleihe ist. Läuft die Anleihe nur noch wenige Monate oder vielleicht 1 bis 2 Jahre, sind Zinsänderungen meist kein Problem. Bei Anleihen mit Rest-Laufzeiten von 10 oder mehr Jahren, sind die Schwankungen aber hoch. Sie sind bei Zinsänderungen sehr volatil, schwanken also wie ein Boot bei Windstärke 10.

 

 

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Wie werden sich die Zinsen in 2017 entwickeln?

Die Zinsen sind von den Entscheidungen der Zentralbanken, in den USA also von der FED, in Europa von der Europäischen Zentralbank (EZB), abhängig. Verleihen die Zentralbanken ihr Geld an die Geschäftsbanken nur noch zu höheren Zinssätzen, müssen in der Folge auch die Geschäftsbanken Ihre Zinsen anheben – sowohl für Sparbücher, Sparbriefe oder Tagesgeldkonten, also auch für zu vergebende Kredite. Natürlich gilt das auch in die umgekehrte Richtung, aber von Zinssenkungen der Zentralbanken kann man derzeit kaum ausgehen – wir befinden uns wahrscheinlich am Beginn eines längeren Zykluses mit ansteigenden Zinsen.

 

Während man letztes Jahr noch auf mehrere Zinserhöhungen spekulierte, lies sich die FED in den USA genau ein Jahr Zeit, um nach der Erhöhung vom Dezember 2015 erneut im Dezember 2016 die Zinsen zu erhöhen. Moderat um 0,25 Prozent. Die FED hat aber mehrere, erneut kleine, Zinserhöhungen in Aussicht gestellt für 2017. Die Leitzinsen in den USA gehen also langsam, aber sicher, in Richtung eines langfristig gesunden Niveaus.

 

Unsicherheitsfaktor ist auch hier der zukünftige Präsident Donald Trump. Sollte er tatsächlich staatlich gestützte Konjunkturprogramme in großem Umfang auflegen, könnte die Wirschaft stark wachsen. Dem folgen normalerweise Preisanstiege, was die FED wiederrum mit Zinserhöhungen quitieren könnte. Denn das Ziel der FED ist eine Preissteigerung von etwa 2%, was derzeit praktisch schon erreicht ist.

 

Der Trump-Effekt auf die Anleihen (in Folge der Erwartung höhrere Zinsen) lies sich gut am Anleihemarkt im November 2016 ablesen. Nach der Trump-Wahl legte der Barclays Global Aggregate Total Return Index, der sich auf erstklassige Staats- und Firmenbonds bezieht – den schlechtesten Monat seit seiner Auflage in 1990 hin.

 

Wie sieht es in Europa aus? Bisher bleibt die Europäische Zentralbank (EZB) auf dem monetären Gaspedal. Sie kauft weiter kräftig Anleihen, auch wenn sie die Menge ab März von 80 Mrd. Euro monatlich auf 60 Mrd. Euro leicht reduzieren will. Aber von einer Zinswende spricht hier niemand; diese könnte in 2018 oder 2019 kommen. Es sei denn, die FED in den USA würde die Zinsen überraschend schnell und kräftig anheben. Das würde die EZB ebenfalls zu Zinserhöhungen zwingen, ansonsten würde möglicherweise zuviel Kapital in die USA abfließen, um höhere Zinsen zu erzielen.

 

Fazit: Nach dem eher schwachen Jahr 2016 ist auch für 2017 bei Anleihen häufig nicht viel zu holen. Je stärker die bereist angekündigten Zinserhöhungen in den USA ausfallen, umso mehr werden die Anleihekurse sinken. Derzeit unwahrscheinlich, aber vielleicht zieht dann die EZB in Europa nach und verschlimmert so die Aussichten für Anleihen. Ein eher schwieriges Jahr dürfte bevorstehen – aber wissen kann man es nie. Und höhere Zinsen bedeuten auch höhere Anleihe-Koupons, also mittelfristig bessere Aussichten für die Rentenfonds.

 

 

 

Innerhalb unserer Musterdepots spielen Anleihen hier eine wichtige Rolle:

 

 

Nachhaltiger Vermögensaufbau (Sicherheits-Depots): Das Sicherheits-Depot ist für all jene, die möglichst wenig Schwankungen in Ihrem Depot mögen aber trotzdem spürbar mehr Rendite erzielen wollen, als es auf der Bank geben würde. Die Basis ist ein hoher Anleiheanteil von rund 80% im Depots.

 

 

Nachhaltiger Vermögensaufbau (Balance-Depots): Die Balance-Musterdepots sind die ausgewogenen Alleskönner. Schlechtere Aktienjahre gleichen Sie mit Anleihen aus, schwächere Anleihejahr mit den Aktien. Insgesamt ein Erfolgskonzept mit langfristig interessanten Renditen (in 2016: 2,4 Prozent) und guten Aussichten auch in 2017.

 

 

 

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Portraitfoto Gerd Junker Gerd Junker ist Co-Gründer und Geschäftsführer der Grünes Geld GmbH. Gerd Junker: „Wir leben was wir tun! Und das ist ganz einfach, denn der doppelte Nutzen von grünen Geldanlagen ist überzeugend – die Welt verbessern und Rendite erhalten.“ Mehr zu ihm und Grünes Geld auf auf Xing, Facebook oder Twitter.