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Private Rentenversicherung Test

Freitag, 21. April 2017

 

ZUSAMMENFASSUNG: Während Riester-Renten oder Rürup-Renten in der öffentlichen Wahrnehmung sehr präsent sind, wissen viele kaum etwas über die private Rentenversicherung. Besonders die fondsgebundene Privatrente ist flexibel und erbringt nach Steuern häufig die besten Ergebnisse. Wir stellen Ihnen die Möglichkeiten der privaten Rentenversicherung vor.

 

 

Wofür braucht man eigentlich eine private Rentenversicherung?

Kennen Sie Menschen, die in den 90er Jahren in den Ruhestand gegangen sind? Fragen Sie diese doch einfach einmal, was eine private Rentenversicherung ist. Oder wie sie privat für den Lebensabend vorgesorgt hätten. In den meisten Fällen werden Sie die Antwort erhalten, dass man das doch nicht machen brauchte – der Staat hätte die Vorsorge fürs Alter schon übernommen.

 

Für die Beamten gilt das sogar direkt; der Staat zahlt die Beamtenpensionen einfach aus dem laufenden Staatshaushalt. Bis heute werden dafür keine Rückstellungen gebildet, so wie das zum Beispiel ein privates Unternehmen tun müsste, wenn es Betriebsrenten zusagt.

 

Für Arbeiter und Angestellte galt damals, dass die gesetzliche Rentenversicherung für die Altersabsicherung sorgte. Und zwar in einer Höhe, die ein menschenwürdiges Leben ermöglicht.

 

Dabei ist die gesetzliche Rente ein sogenanntes Umlageverfahren. Das bedeutet, dass die Einzahlungen in die Rentenkasse – geleistet durch Arbeitnehmer und Angestellte – direkt auf die Rentenbezieher umgelegt, also ausgezahlt werden. Es werden nur kleine Reserven gebildet, die für die Überbrückung von 1 oder 2 Monaten vorhalten. Grundsätzlich werden die Einnahmen aber gleich wieder ausgezahlt.

 

Das System funktioniert auch sehr gut, wenn ausreichend Einzahler im Verhältnis zu Rentenbezieher vorhanden sind. Noch 1962 wurde ein Rentner von 6 Beitragszahlern finanziert. Heute sind es nur noch 2,1 Beitragszahler, die einen Rentner finanzieren.

 

Die Folge: das Geld aus den staatlichen Systemen für die Rente reicht nicht.

 

Hier kommt die private Rentenversicherung zum Zuge. Bei ihr kann Geld eingezahlt werden, aus dem später eine monatliche Rente oder eine Kapitalabfindung gezahlt wird.

 

Zwei Vorteile ergeben sich grundsätzlich für eine private Rentenversicherung:

 

1.) Die Rentenzahlung geht bis ans Lebensende: auch wer sehr alt wird, braucht sich keine Sorgen machen.

2.) Der Staat fördert die privaten Rentenversicherungen durch den kompletten Verzicht auf eine Besteuerung in der Ansparphase und durch eine sehr niedrige Besteuerung in der Rentenphase.

 

Man kann mit einer privaten Rentenversicherung also Kapital aufbauen, welches Renditen erzielt und dann für eine lebenslange Rente (oder eine Kapitalauszahlung) genutzt wird. Meist ist es empfehlenswert innerhalb der privaten Rentenversicherung auf die fondsgebundenen Lösungen zu setzen, so dass man langfristig interessante Renditen erzielen kann.

 

Übrigens: Bei der hier vorgestellten privaten Rentenversicherung handelt es sich nicht um eine Riester-Rente oder eine Rürup-Rente. Während die private Rentenversicherung für praktisch jeden in Frage kommt, lohnen sich Riester-Rente oder Rürup-Rente nur in einigen Spezialfällen. Sprechen Sie uns gerne dazu an (—> Kontaktformular).

 

Welche weiteren Einsatzzwecke gibt es noch für private Rentenversicherungen?

Neben der wichtigsten Eigenschaft der privaten Rentenversicherung als Absicherungslösung für den Lebensstandard im Alter kann ein privater Rentenversicherungsvertrag auch für eine Reihe anderer Absichten genutzt werden.

 

1.) Nutzung als Kapitalanlage

 

Man kann die private Rentenversicherung auch nutzen, um einmalig Kapital anzulegen und dieses nach einer (meist längeren) Zeit wieder auszuzahlen. Die Kosten dafür sind im normalen Rahmen; Vorteile sind die meist höhere Rendite als bei Bankeinlagen wie Sparbrief, Festgeld oder Tagesgeldkonto. Die Flexibilität ist ebenfalls hoch; in aller Regel kann man binnen eines Monats über sein Geld verfügen. In der Ansparphase ist die steuerliche Situation interessant (keine Steuern), in der Auszahlphase sind die Kapitalauszahlung  (Halbeinkünfteverfahren) bzw. die monatliche Rentenzahlung (Ertragsanteilsbesteuerung) bei Beachtung der 12/62 Regel recht günstig. Die 12/62 Regel besagt, dass der Vertrag mindestens 12 Jahre Laufzeit hatte und man bei Auszahlung mindestens 62 ist. Ansonsten gilt die Abgeltungssteuer.

 

Berechungsbeispiel:

 

Anlage von 20.000 Euro, Anlage in Fonds mit 6% p.a. Wertentwicklung, Anlagedauer 20 Jahre  
Ergebnis private Rentenversicherung
[unter Berücksichtigung aller Versicherungskosten; keine Steuern berücksichtigt; Tarif Helvetia Select]

57.168 Euro Guthaben

Ergebnis Wertpapierdepot
[unter Berücksichtigung Ausgabeaufschlag i.H.v. fünf Prozent einmalig; Depotgebühren lt. FFB Stand 22.2.17; Servicegebühr von 0,65 Prozent des Depotvolumens jährlich; keine Steuern berücksichtigt]

52.305 Euro Guthaben

(Alle Angaben ohne Gewähr und nur exemplarisch zu verstehen.)

 

 

Nicht berücksichtigt sind dabei die Steuern, die eine Anlage in einem Wertpapierdepot benachteiligen. Denn im Wertpapierdepot gilt die kontinuierliche Besteuerung mit Abgeltungssteuer, während bei der privaten Rentenversicherung 20 Jahre lang keine Steuern entrichtet werden müssen. Bei Kapitalauszahlung gilt beim Wertpapierdepot  erneut die Abgeltungssteuer (25 Prozent plus Solidaritätszuschlag und gegebenenfalls Kirchensteuer) und bei der privaten Rentenversicherung, falls der Vertrag 12 Jahre Laufzeit hatte und die Auszahlung nach dem 62. Lebensjahr beginnt, das in jedem Fall günstigere Halbeinkünfteverfahren.

 

2.) Nutzung zur Vererbung mit warmer Hand

 

Wer über ein größeres Vermögen verfügt und dieses Vererben möchte, kommt schnell mit der Erbschaftssteuer in Berührung. Je nach Verwandtschaftsgrad gilt dort nur ein Freibetrag von 20.000 Euro. Was darüber ist, unterliegt der Erbschaftssteuer (alles Wichtige zum Thema Erben hier).

 

Gerne wird deshalb schon zu Lebzeiten eine Schenkung angestrebt, d.h. man verschenkt sein Vermögen statt es zu vererben. Dabei gelten grundsätzlich die gleichen Bedingungen wie bei der Erbschaft. Allerdings: 10 Jahre nach einer Schenkung kann eine neue Schenkung erfolgen, bei der die alte Schenkung nicht mehr angerechnet wird. Man kann also alle 10 Jahre seinen Erbschaftssteuer-Freibetrag ausnutzen.

 

Einziger Nachteil: das vererbte Geld ist tatsächlich vererbt und man kann es nicht mehr nutzen bzw. darüber bestimmen. Hier bieten manche Tarife einer privaten Rentenversicherung eine sehr elegante Lösung.

 

Als Vertragspartner (Expertenbegriff: Versicherungsnehmer) werden sowohl die Vererbende (z.B. Tante), als auch der Erbe (z.B. Neffe) eingetragen. Das Gute dabei: man kann das Verhältnis frei wählen, also zum Beispiel 99% des Vertrages gehören dem Erben, 1% bleibt aber bei der Vererbenden.

 

In der Konsequenz sind 99% des Kapitals verschenkt und zählen für den Schenkungsfreibetrag. Trotzdem kann der Beschenkte nicht frei über das Geld verfügen, da für jede Auszahlung aus dem Vertrag die Unterschriften aller Versicherungsnehmer benötigt werden.

 

Welche Formen von privaten Rentenversicherungen gibt es?

Man kann grundsätzlich die klassischen privaten Rentenversicherungen und die fondsgebundenen privaten Rentenversicherungen unterscheiden. Darüber hinaus wurden in den letzten Jahren Abwandlungen davon entwickelt wie Indexpolicen oder klassische Varianten mit niedrigeren Garantien.

 

Klassische private Rentenversicherung

 

Sie ähnelt sehr der seit vielen Jahrzehnten in Deutschland gebräuchlichen Kapitallebensversicherung, bietet aber neben der Variante “Kapitalauszahlung” auch die Möglichkeit, eine lebenslange Rente zu beziehen (Leibrente).

 

Das Geld wird dabei dem Versicherungsunternehmen übergeben (Einmaleinzahlung oder monatliche Ansparung). Dieses legt das Geld nach bestimmten, sehr konservativen Regeln an. Damit konnten früher Anlageergebnisse von rund 4 bis 5 Prozent jährlich erzielt werden.

 

In der heutigen Niedrigzinswelt sind die Renditen viel niedriger geworden; häufig erreichen die Gesellschaften aktuell eine Gesamtverzinsung von 2 bis 3 Prozent.

 

Die Besonderheit: Bei Vertragsabschluss garantiert die Versicherung eine Mindestverzinsung in jedem einzelnen Jahr während der Laufzeit des Vertrages. Diese Mindestverzinsung gilt, und das ist über solche Zeiträume einmalig, häufig über mehrere Jahrzehnte. Bei einer dreißigjährigen Frau mit Rentendauer zum Beispiel bis 85 Jahre, wäre das ein Zeitraum von immerhin 55 Jahren.

 

Aktuell ist der Garantiezins bei 0,9 Prozent auf den sogenannten Sparanteil, also auf die Einzahlung minus der Kosten.  Da die Versicherer regelmäßig höhere Renditen bei der Kapitalanlage erzielen, erreicht der Anleger meist derzeit um die 3 Prozent Verzinsung.

 

Fondsgebundene private Rentenversicherung

 

Im Gegensatz zur klassischen privaten Rentenversicherung wird das Geld des Sparers bei der fondsgebundenen Rentenversicherung nicht vom Versicherungsunternehmen selbst verwaltet, sondern in Investmentfonds angelegt.

 

Der Sparer kann diese Fonds aus einer vom Versicherungsunternehmen vorgegebenen Auswahl selbst auswählen. In früheren Tarifen konnte er oft nur einen Fonds auswählen und nur einmal pro Jahr kostenlos tauschen. Bei modernen Tarifen können eine Vielzahl von Fonds gleichzeitig gewählt werden und auch der Tausch der Fonds ist mehrmals pro Jahr kostenlos möglich.

 

Besonderes High-Light: Der Tausch der Fonds ist nicht nur kostenlos, sondern auch steuerlich unrelevant. Während also beim Fondstausch im normalen Wertpapierdepot neben Wechselgebühren auch Steuern anfallen, kann der Anleger in einer privaten Rentenversicherung bedenkenlos tauschen und seine Anlagestrategie umsetzen.

 

Insgesamt gilt also, dass der Anleger bei der fondsgebundenen privaten Rentenversicherung die erzielte Rendite durch die Auswahl von Fonds positiv beeinflussen kann. Über längere Zeiträume kann er zum Beispiel eine Zusammenstellung mit hohem Aktienanteil wählen und damit langfristig 5 bis 7 Prozent Rendite erzielen. Klicken Sie hier um die historischen Renditen des deutschen Leitindex DAX der letzten 50 Jahre anzusehen.

 

 

Welche anderen Möglichkeiten der Absicherung gegen Altersarmut gibt es?

Die private Rentenversicherung ist aufgrund Ihrer Einfachheit, Flexibilität und der steuerlichen Vorteile für die meisten Anleger eine gute Wahl. Trotzdem gibt es noch weitere sinnvolle Möglichkeiten, die sich von der privaten Rentenversicherung unterscheiden:

 

a.) Riester-Rente: meist nur bei vielen Kindern oder sehr hohen Einkommen interessant.

b.) Rürup-Rente: meist nur für Selbstständige ohne große sonstige steuerlichen ansetzbaren Vorsorgemaßnahmen interessant.

c.) 4%-Regel: Mehr Risiko und Eigenverantwortung, dafür höhere monatliche Zahlungen

 

Weiterhin gibt es unzählige Sachinvestments wie Immobilien, Wälder, Rohstoffe / Edelmetalle oder Bankeinlagen und vieles Weitere. Sie alle erfordern jedoch meist viel Wissen beim Anleger oder bieten zu wenig Rendite. Sie  sind nur bedingt für die zuverlässige, rentierliche Altersabsicherung geeignet.

 

 

 

 

 

Welche Optionen gibt es bei privaten Rentenversicherungen?

Private Rentenversicherungen haben sich im Laufe der vergangenen Jahrzehnte mächtig weiterentwickelt. Es gab einen Bedingungswettbewerb der zu kostenlosen Fondswechseln genauso geführt hat wie zu flexiblen Rentenbeginnzeiten, (Teil-) Auszahlungen oder ähnlichem. Hier die wichtigsten und gängigsten Optionen bei privaten Rentenversicherungen:

 

a.) Flexibler Rentenbeginn: man braucht entweder gleich gar keinen fixen Rentenbeginn angeben oder der Rentenbeginn kann nachträglich verschoben werden.

b.) Rentengarantiezeit: Beginnt die Rente und man verstirbt schon nach kurzer Zeit, wäre das ärgerlich. Man kann jedoch Rentengarantiezeiten vereinbaren, z.B. von 10 Jahren. In dem Fall würde der Versicherer, auch wenn man vorher verstirbt, mindestens 10 Jahre die Rente auszahlen (an die Hinterbliebenen / Erben).

c.) Pflegeoption: Wenn man pflegebedürftig wird, entstehen häufig höhere Kosten. Mit der Pflegeoption würde sich die Rente im Pflegefall erhöhen.

d.) Cost-Average-Option: Bei Einmaleinzahlungen wird das Geld zunächst schwankungsarm angelegt und dann Schritt-für-Schritt, z.B. monatlich, in die eigentlich geplanten Fonds getauscht (bei fondsgebundenen privaten Rentenversicherungen)

e.) Auszahlplan: In der Rentenphase kann man sich eine Leibrente auszahlen lassen (lebenslang, eher niedrig). Manche Anbieter bieten jedoch auch einen Auszahlplan an, d.h. dass monatlich ein konstanter Betrag ausgezahlt und damit das Vertragskapital aufgezehrt wird. Wenn jedoch die Geldanlage mehr Rendite bringt als per Auszahlplan entnommen wird, erhält man eine lebenslange monatliche Auszahlung, die meist höher als bei der Leibrente ist.

f.) Berufsunfähigkeits-Zusatzversicherung: Wer berufsunfähig wird hat möglicherweise geringere Einkommen bzw. höhere Ausgaben. Um zu vermeiden, dass dann keine Beiträge in die Altersabsicherung fließen, kann man diese Beiträge vom Versicherer einzahlen lassen, sollte man berufsunfähig werden.

g.) Zuwachsprogramm: Wissen Sie noch, wie viel ein Bällchen Eis in Ihrer Kindheit kostete? Wissen Sie, was es heute kostet? Das ist die ganz normale Geldentwertung. Deshalb sollte man bei monatlichen Einzahlungen auch einen jährlichen Inflationsausgleich wählen und zum Beispiel die Beiträge um 3% jährlich steigen lassen. Das heißt im Fachjargon Zuwachsprogramm oder Dynamische Beitragserhöhung.

h.) Anlagen-Wechsel: Besonders bei fondsgebundenen Tarifen ist es wichtig, dass man zwischen den einzelnen Fonds tauschen kann. Möglichst häufig gratis pro Jahr wäre hier gut. Einige Gesellschaften bieten auch den einmaligen oder den mehrmaligen Wechsel zwischen selbst ausgewählten Fonds und dem klassischen Deckungskapital der Gesellschaft an.

 

Private Rentenversicherungen im Test

Aus unserem Beratungsalltag wissen wir, dass man als Anleger am liebsten “die beste Versicherung” zu den “niedrigsten Beiträgen” haben möchte.

 

An dieser Stelle, speziell unter Beachtung der zahlreichen Optionen, ist klar, dass es nicht “die beste Lösung” gibt. Die Lösungen müssen individuell passend sein und erfordern eine individuelle Analyse der Anforderungen.

 

Neben den oben genannten Optionen, von denen jede Gesellschaft andere bietet, sind noch weitere Punkte bei der Entscheidung mit einzubeziehen, wie zum Beispiel:

 

1.) Solvabilität der Gesellschaft, also wie finanzstark ist sie und kann sie Krisen gut überstehen?

2.) Welche Fonds stehen zur Auswahl, also sind z.B. gute ethisch-ökologische Fonds verfügbar?

3.) Können intelligente Auszahlungslösungen höhere Renten erzielen?

 

Ein gutes Beispiel zu Punkt 3.) liefert das Angebot von Helvetia. Der Anbieter Helvetia Deutschland ist die Tochter des seit über 150 Jahren tätigen schweizerischen Versicherungskonzerns Helvetia. Die formelle Finanzkraft der Helvetia Deutschland ist dabei unterdurchschnittlich – im Falle des Falles würde aber die Mutter aus der Schweiz zur Seite treten und in Krisen die Gesellschaft stabilisieren. Auch die garantierten Rentenleistungen bei Helvetia sind nur Durchschnitt; wer aber die Lösung Payplan kennt, weiß, dass mit einer Kombination aus Auszahlplan und Leibrente ab 85 eine intelligente Lösung zur Verfügung steht, die sowohl für Erben im Todesfall als auch für den Rentenbezieher höhere Zahlungen verspricht.

 

Wenn Sie sich also für eine private Rente interessieren, melden Sie sich und lassen Sie uns darüber reden. Dann kann das individuell für Sie passende Angebot erstellt werden.

 

 

 

 

 

 

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Portraitfoto Gerd Junker Gerd Junker ist Co-Gründer und Geschäftsführer der Grünes Geld GmbH. Gerd Junker: „Wir leben was wir tun! Und das ist ganz einfach, denn der doppelte Nutzen von grünen Geldanlagen ist überzeugend – die Welt verbessern und Rendite erhalten.“ Mehr zu ihm und Grünes Geld auf auf Xing, Facebook oder Twitter.

O du fröhliche – 5 nachhaltige Geschenkideen für Weihnachten

Freitag, 02. Dezember 2016
Zusammenfassung: Weihnachten ist ein klassisches Familienfest. Geschenke gehören für die meisten Menschen dazu. Nachhaltige und sinnvolle Geschenke bringen nicht nur dem Beschenkten Freude, sondern nutzen auch Umwelt und Klima.

 

Weihnachten rückt näher – und wie in jedem Jahr stehen viele von uns jetzt vor der Frage: Mit was kann ich meinen Lieben eine Freude bereiten? Wer während des Jahres bewusst konsumiert, ökologisch sinnvolle Produkte bevorzugt und auch die Arbeitsbedingungen nicht außer acht lässt, unter denen viele Dinge hergestellt werden, wird auch in der Weihnachtszeit sinnvolle und nachhaltige Geschenke bevorzugen. Denn so sind die Geschenke nicht nur zur Freude der Beschenkten, sondern nutzen auch Klima, Umwelt und Menschen in aller Welt.

 

1. „O Tannenbaum“ – Das Geschenk für die ganze Familie

Öko-Weihnachtsbäume nadeln pestizidfrei.

Öko-Weihnachtsbäume nadeln pestizidfrei.

25 Millionen Weihnachtsbäume wurden im vergangenen Jahr in Deutschland verkauft. Der immergrüne Nadelbaum – Zeichen des Lebens und der Hoffnung – ist damit eines der wichtigsten Weihnachtssymbole und gehört in vielen Haushalten zu einem richtigen Weihnachtsfest einfach dazu. Mit dem Weihnachtsbaum kommt allerdings nicht unbedingt ein Stück Natur ins Haus, sondern oftmals eine kleine Giftmülldeponie aus einer Baumplantage. Weihnachtsbäume werden noch immer zu großen Teilen als Monokulturen in Plantagen gezüchtet und dort entsprechend mit Pestiziden und künstlichen Düngern behandelt. Vielfach wurde auch das umstrittene Glyphosat in Weihnachtsbäumen nachgewiesen.

 

Wer also beim Baumkauf auf Umweltverträglichkeit achtet – und das tun bereits zehn Prozent der Kunden – bevorzugt Bäume aus ökologischer Forstwirtschaft. Mittlerweile bieten viele Gärtnereien und Gartenzentren Bäume mit dem niedrigschwelligen BIO-Siegel, aber auch mit den strengeren Naturland- und Bioland-Siegeln an. Hier können Verbraucher sicher gehen, dass ihr Weihnachtsbaum nicht mit Giften belastet ist und in der Natur keinen Schaden durch Intensiv-Plantagen angerichtet hat. Wer seinen Baum beim kommunalen Forstamt kauft oder im Wald aussucht, kann sie auch vor Ort darüber informieren, welche ökologischen Kriterien angewendet werden und ob Pflanzengifte zum Einsatz kommen.

 

 

2. „Der Christbaum ist der schönste Baum“ – Bäume gegen die Klimakrise

Ein geschmückter Weihnachtsbaum ist festlich und stimmungsvoll. Ein Baum in der Natur speichert das klimaschädliche CO2 und sorgt dafür, die drohende Klimaerwärmung unseres Planeten abzuwenden. Natürlich schafft das ein Baum nicht alleine. Um die Klimakrise effektiv aufzuhalten, benötigt die Erde 1.000 Milliarden neuer Bäume, das sind rund 150 Bäume pro Mensch. Auf diese Rechnung kam 2007 der damals neunjährige Felix Finkbeiner und fing sofort an zu pflanzen. Mittlerweile hat die von ihm gegründete Organisation Plant-for-the-Planet bereits 14 Milliarden Bäume gepflanzt, viele davon in der Provinz Cancun in Mexiko, wo die Stiftung mittlerweile eigene Aufforstungsflächen unterhält.

 

Bäume für Plant-for-the-Planet sind auch ein ausgezeichnetes Weihnachtsgeschenk und bereits ab einem Euro zu haben. Der Beschenkte bekommt einen Gutschein mit Code und kann dann zusätzlich auf der Website im virtuellen Wald seinen Lieblingsbaum verewigen. Wem diese Geschenkidee zu ideell ist, kann auch mit dem Kauf der Guten Schokolade die Aktion wirkungsvoll unterstützen und Fairgehandeltes naschen: mit fünf verkauften Tafeln Schokolade wird ebenfalls ein Baum gepflanzt.

 

 

3. „Alle Jahre wieder“ – Abos bringen regelmäßig Freude

Für manche Menschen ist es durchaus sehr schwierig, das passende Geschenk zu finden, denn viele Bedürfnisse sind befriedigt und ein reduzierter Lebensstil liegt mittlerweile durchaus im Trend. Hier kann ein Zeitschriften-Abonnement über das gesamte Jahr regelmäßig Freude bringen. Besonders angenehm für Menschen, die sich über das Jahr nicht so häufig treffen: Die monatlichen Lieferung der Zeitschrift ruft auch immer wieder den Schenker ins Gedächtnis.

 

Ein Klassiker für den bewussten Konsumenten: Die Zeitschrift Öko-Test bietet monatlich bis zu zehn Produkttests und informiert umfassend zu den jeweiligen Schwerpunktthemen. Darüber hinaus schreibt das Magazin über Trends, Politik und Umwelt, Bauen und Wohnen sowie Finanzen und Versicherungen.

 

Wer sich für gutes Essen und nachhaltige Lebensmittelproduktion interessiert und sich für Rezepte und Restaurant-Tipps interessiert, freut sich gewiss über das Slow Food Magazin, das zweimonatlich erscheint.

 

Umfassender konzipiert ist zeozwei, das Magazin für Klimapolitik und –kultur. Vier mal im Jahr liefert das Heft Berichte zu den Themen ökologisch Leben, erneuerbare Energien, Klimawandel und Nachhaltigkeit.

 

 

4. „Eine Muh, eine Mäh, eine täterätätä“ – Nutztiere mieten

Wenn schon Fleisch, dann bitte aus artgerechter Haltung.

Wenn schon Fleisch, dann bitte aus artgerechter Haltung.

Lebensmittelskandale in der Fleischindustrie, katastrophale Zustände in den Mastbetrieben, ökologisch fatale Folgen durch Massentierhaltung. Vielen Menschen ist die Lust auf Fleisch vollkommen vergangen. Wen allerdings doch ab und an Gelüste nach Braten, Schinken oder Wurst und Co. überkommen, möchte doch gerne wissen, woher das Fleisch stammt und wie das Tier gehalten wurde. Eine pfiffige Idee dazu hatte ein Bio-Bauer aus Niederbayern. Er vermietet Ferkel und Kälber. Seine Kunden zahlen einen Grundbetrag und monatliches Futtergeld, nach etwa einem Jahr bringt der Landwirt das Tier zum Metzger, der den unangenehmen Teil übernimmt. Der Kunde erhält dann das Fleisch seines Miet-Tiers nach Wunsch verarbeitet. Das Geschäftsmodell ist an sich nicht neu und nannte sich früher „Lohnmast“. Der Vorteil für den Bauern: Der Kunde steht gleich zu Beginn fest und sichert die Existenz des Hofs. Der Vorteil für den Kunden: Er erhält Bio-Fleisch und kann sich jederzeit vor Ort über die Haltung und Fütterung seines Ferkels oder seines Kalbs informieren.

 

Wer dem Fleisch abgeschworen hat, kann auch eine Patenschaft für Nutztiere übernehmen. So bietet beispielsweise der Demeter-Hof Andechser eine Kuhpatenschaft an. Paten erhalten regelmäßig Grüße aus dem Stall und zweimal im Jahr ein Genusspaket. Ganz uneigennützig sind die Patenschaften für alte Nutztiere. Diese landen nicht beim Abdecker, sondern beispielsweise im Altersheim für Kühe.

 

 

5. „Kling, Glöckchen, klingelingeling“ – Geldgeschenke für Kinder und Jugendliche

Gerade für Kinder und Jugendliche sind Geldgeschenke besonders attraktiv. Schließlich ermöglichen sie, für die Zukunft vorzusorgen und den Weg ins weitere Leben zu ebnen. Auch ein unschlagbarer Vorteil für regelmäßige Schenker: Wenn das Konzept für eine sinnvolle Geldanlage erst einmal steht, sind die kommenden Geschenke nicht schwer in der Vorbereitung und helfen so mit bei einer stressfreien Vorweihnachtszeit.

 

Ein gutes Angebot bietet die FIL Fondsbank GmbH (FFB) mit dem FondsdepotJunior an. Die Depotführung ist bei Vertragsabschluss bis zum 31. Dezember 2017 kostenfrei. Eingezahlt werden müssen monatlich mindestens 25 Euro, einmalige Einzahlungen sind ab 50 Euro möglich. So kommt über die Jahre ein kleines Vermögen zusammen, dass später für Ausbildung, Reisen oder größere Anschaffungen genutzt werden kann.

 

Grünes Geld berät zum kostenfreien FondsdepotJunior der FFB. Außerdem verfügt Grünes Geld noch über viele weitere Angebote aus den Bereichen der ökologischen und ethischen Geldanlagen. So können Geldgeschenke optimal im Einklang mit Klima, Umwelt und Mensch gestaltet werden. Wir wünschen eine angenehme Vorweihnachtszeit!

 

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Carmen Junker

Verfasser des Beitrages:Carmen Junker ist Gründerin der Grünes Geld GmbH und Geschäftsführerin der Grünes Geld GmbH. Carmen Junker:“ Ein Grund mein berufliches Wirken speziell auf die Nachhaltige Geldanlage auszurichten ist, die Welt ein Stück positiver zu gestalten mit den Mitteln und Kenntnissen die mir zur Verfügung stehen. Aus der Verantwortung für die kommende Generation und weil ich selbst noch einige Jahre auf diesem schönen Planeten verbringen möchte“.

 

 

 

5 Tipps für private Vermieter

Mittwoch, 20. Juli 2016
Zusammenfassung: Immobilien sind als Investment beliebt, jedoch findet sich der Anleger unvermittelt in der Rolle des Vermieters wieder. 5 Tipps sollen helfen, häufige Fehler zu vermeiden. Aber es gibt auch Anlagemöglichkeiten, die weniger Ärger, jedoch attraktive Erträge versprechen.

 

Immobilien stehen in Deutschland derzeit als Investment hoch im Kurs. Niedrige Darlehenszinsen motivieren, Geld in eine zu vermietende Immobilie – auch Zinshaus genannt – anzulegen.  Fair gerechnet sind solche Investments – selbst in Top-Lagen –  jedoch nur sehr selten lukrativ. Dennoch ist die Immobilien bei Privatanlegern weiterhin beliebt, denn Häuser und Eigentumswohnungen vermitteln Sicherheit und Solidität.  Wer also dem Reiz der Geldanlage in Immobilien absolut nicht widerstehen kann, erspart sich mit den folgenden Tipps viele Probleme.

 

Nicht immer scheint für Vermieter die Sonne -  Manche Mieter sorgen für Schlechtwetterwolken

Nicht immer scheint für Vermieter die Sonne –
manche Mieter sorgen für Schlechtwetterwolken.

 

Tipp 1: Mietnomaden vermeiden – Damit aus dem Traum kein Alptraum wird

Wer vermietet wünscht sich einen solventen und langfristigen Mieter, denn unter einem  häufigen Mieterwechsel leidet die Immobilie genauso wie die Nerven des Vermieters.

Mit der Mieterselbstauskunft können Vermieter abfragen ob Schufa-Einträge oder ein Insolvenzverfahren gegen den Interessenten bestehen. Berechtigt sind außerdem Fragen nach dem Arbeitgeber, der Höhe des monatlichen Einkommens und nach dem Bezug von Sozialleistungen. Nach der ethnischer Zugehörigkeit sowie den politischen oder religiösen Ansichten des potenziellen Mieters darf dagegen nicht gefragt werden. Vermieter sollten sich jedoch nicht scheuen, ein Referenzschreiben des vorherigen Vermieters einzufordern oder – mit Erlaubnis des Interessenten – selbst Auskünfte bei früheren Vermietern einholen.

 

Tipp 2: Bei Mietvertragsvorlagen zweimal hinsehen

Wer eine Immobilie gekauft hat, um sie zu vermieten, sieht sich plötzlich in der Rolle des Vermieters wieder – in der Regel nicht der gelernte Beruf.  Praktisch scheint es daher, schnell Mietvertragsvorlagen aus dem Internet zu laden. Doch Vorsicht – nicht immer passt die Vertragsgestaltung. Vielfach kursieren im Netz noch Vordrucke mit veralteten Klauseln oder mehrdeutige Formulierungen, die teure Folgen haben können. Neue Rechtsprechungen sollten in die Verträge mit eingepflegt werden. So beschied beispielsweise der Bundesgerichtshof (BGH) im Februar,  dass eine allgemeine Vereinbarung im Mietvertrag ausreicht, um Betriebskosten später auf den Mieter  umlegen zu können. Vor diesem Beschluss war es notwendig, im Mietvertrag alle Positionen einzeln aufzulisten oder auf die Betriebskostenverordnung und den darin festgelegten Katalog zu verweisen.

 

Tipp 3: Steuertipps nutzen und kein Geld verschenken

Dem Kauf einer Immobilie folgen meist mehr Kosten als ursprünglich gedacht. Doch einige Kosten lassen sich steuermindernd geltend machen und können so vom Staat zurückgeholt werden. Beispielsweise können 20 Prozent der Reparatur- und Renovierungskosten steuerlich abgesetzt werden, sofern der Betrag 6.000 Euro im Jahr nicht überschreitet. Auch Kosten für Anzeigen, Maklergebühren sowie Anschaffungs- und Herstellungskosten können vom Immobilieneigentümer steuerlich geltend gemacht werden. Ebenso die Zinsen für das Hypothekendarlehen. Ein Tipp, der vielfach vergessen wird: Wird eine Immobilie möbliert vermietet, kann der Eigentümer die Kosten für Einrichtungsgegenstände bis 410 Euro komplett im Jahr der Anschaffung steuerlich abschreiben.

 

Tipp 4: Fiese Fallen: Hausgeld- und Nebenkostenabrechnung

Wer für seine vermietete Immobilie eine externe Hausverwaltung nutzt, spart sich einige lästige Arbeiten. Dennoch muss sich der Eigentümer mit der Hausgeldabrechnung auseinandersetzen.Diese erfasst alle Einnahmen und Ausgaben die zum Objekt gehören. Achtung: Die Hausgeldabrechnung entspricht nicht der Nebenkostenabrechnung. Zwar können einige in der Hausgeldabrechung enthaltenen Positionen auf den Mieter als Betriebskosten umgelegt werden, jedoch nicht alle. Beispielsweise wird der Betrag für den Kaminkehrer auf den Mieter umgelegt, nicht aber die Postition für den Hausverwalter selbst. Außerdem ist es wichtig, die Fristen für die Nebenkostenabrechnung einzuhalten. Spätestens ein Jahr nach Ende des Abrechnungszeitraumes muss dem Mieter eine vollständige Abrechnung vorliegen, sonst kann der Vermieter keine Nachforderungen mehr stellen. Vermieter sollten sich diese Frist unbedingt im Kalender vermerken.

 

Was für Fliegen die Spinnenfalle ist für Vermieter die Hausgeldabrechnung - böse Falle

Was für Fliegen das Spinnennetz ist für Vermieter die Hausgeldabrechnung – eine böse Falle.

Tipp 5: Rechte und Pflichten regeln über die Hausordnung

Die Hausordnung hilft im Vorfeld Streit und Unstimmigkeiten zu reduzieren. Vermieter sollten über die Hausordnung klar regeln, wie das Wohnen im Objekt geregelt sein soll. Ist Grillen auf dem Balkon erlaubt? Wo werden die Müllsäcke im Hausflur gelagert? Und wie werden die Gemeinschaftsflächen genutzt? Teilweise müssen die Pflichten auch im Mietvertrag geregelt werden, dann können auch Schneeräumdienst, Reinigungsarbeiten im Treppenhaus oder Kehrarbeiten auf den Mieter übertragen werden. Der Aushang im Flur stellt nur eine „ordnende Regelung“ dar und kann bestenfalls die Schließzeiten der Haustüre regeln. Er ersetzt keinesfalls die Hausordnung.

 

Extra-Tipp: Weitere Anlagemöglichkeiten überdenken

Wenn die Mieteinnahmen auf das Konto fließen, ist die Freude groß. Doch mancher Vermieter wünscht sich, problemlosere Einnahmen zu haben. Speziell dann, wenn Ärger mit den Mietern auf der Tagesordnung steht. Einnahmen aus Zinsen und Dividenden werden häufig in ihrer Attraktivität unterschätzt. Die grünen Dividenden bereiten besondere Freude und bringen doppelten Mehrwert.

 

 

Carmen Junker Verfasser des Beitrages:Carmen Junker ist Gründerin der Grünes Geld GmbH und Geschäftsführerin der Grünes Geld GmbH. Carmen Junker:“ Ein Grund mein berufliches Wirken speziell auf die Nachhaltige Geldanlage auszurichten ist, die Welt ein Stück positiver zu gestalten mit den Mitteln und Kenntnissen die mir zur Verfügung stehen. Aus der Verantwortung für die kommende Generation und weil ich selbst noch einige Jahre auf diesem schönen Planeten verbringen möchte“.

Erben & Schenken: Was sollte man wissen?

Freitag, 15. Mai 2015

 

In Deutschland wird immer mehr vererbt, oder sehr verwandt dazu, verschenkt. Die seit dem Wirtschaftswunder erschaffenen  Besitztümer der Deutschen werden in steigender Menge übertragen. Doch das deutsche Familienrecht ist komplex und die gesetzlichen Standard-Vorgaben passen nur in den wenigsten Fällen hinzu kommt: nur 15% der Deutschen halten Erb-Streitigkeiten in Ihrer Familie für möglich, aber in 45% der Erbfälle kommt es zu juristischen Auseinandersetzungen.

 

 

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Nur 15% glauben in der Familie an Erbstreit, in  Wirklichkeit kommt er in 45% der Fälle vor (Grafik: Grünes Geld GmbH)

 

Die gesetzliche Erbfolge

 

Wenn nichts geregelt wird, gilt die gesetzliche Erbfolge. Diese zielt primär darauf ab, die Ehegatten und Kinder gut zu stellen.

 

Entsprechend gelten für Ehepartnern und eingetragene Lebenspartnerschaften eigene, großzügige Regelungen. Außerhalb dessen gilt: gibt es näher stehende Erben, geht der Rest leer aus. Unverheiratete Lebensgefährten oder angeheiratete Verwandtschaft geht ohnehin immer leer aus. Der Gesetzgeber sieht folgende Regelung vor: zunächst erben Kinder, dann deren Kinder, dann Eltern und gegebenenfalls Kinder wie Geschwister oder Nichten / Neffen des Erblassers, als nächstes kommen Großeltern und deren Nachkommen.

 

Beispiel: Ein unverheirateter Mann verstirbt und hat drei Kinder. Jedes erbt also 1/3 des Erbes. Da ein Kind jedoch bereits verstorben ist, teilen sich dessen beiden Kinder sein Drittel. Letztlich erhält jedes Kind des Erblassers 1/3, die Enkel des Erblassers erhalten jeweils 1/3 mal 1/2, also 1/6 des Nachlasses. Alle anderen erhalten nichts.

 

Siehe dazu auch untenstehende Grafik mit den Erbschaftsklassen 1., 2. und 3. Ordnung.

 

Wie sieht das Erbe der Ehepartner aus?

 

Außerhalb des Ordnungs-Systems der Erben steht der Eheparten oder eingetragene Lebensgefährte. Neben Erben 1. Ordnung erhält der Ehepartner 1/4, neben Erben der 2. Ordnung erhält er die Hälfte des Erbes. Immer wenn die Ehepartner in Zugewinngemeinschaft leben (Normalfall), erhält der Ehepartner ein weiteres 1/4. Im häufigen Fall einer Erbschaft mit Ehepartner und 2 Kindern erhält der Ehepartner also 1/4 plus nochmal 1/4 wegen der Zugewinngemeinschaft, also insgesamt 1/2. Die Kinder erhalten jeweils 1/4.

 

Wie kann ich etwas regeln?

 

Wer also eine eigene Regelung treffen möchte, muss ein schriftliches Testament hinterlegen oder einen Erbvertrag erstellen. Nur falls diese Dokumente zum Beispiel aus formalen Gründen nicht gültig sind, gilt wieder die gesetzliche Erbfolge. Für den Erbvertrag gilt, dass er keine einseitige Willenserklärung wie das Testament darstellt, sondern dass er ein von Erblasser und Erben unterzeichnetes Dokument ist. Er muss zwingend beim Notar abgeschlossen werden und kann, das ist ein wesentlicher Unterschied zum Testament, später nicht mehr einseitig geändert werden.

 

Was gibt’s beim Testament zu beachten?

 

Ein Testament kann jeder, auch ohne rechtliche Hilfe, verfassen. Wichtig: es muss zwingend in eigener Handschrift verfasst werden. Maschinengeschriebene Testamente mit eigenhändiger Unterschrift sind nicht gültig. Es muss im Testament klar ersichtlich sein, von wem das Testament wann und wo verfasst wurde. Der Vorteil: im Gegensatz zum Erbvertrag kann ein Testament jederzeit durch ein neues ersetzt werden.

 

Um zu vermeiden, dass Testamente verloren gehen oder unklar ist, welches das aktuelle Testament ist, kann man es beim Amtsgericht oder im zentralen Testamentsregister (www.testamentsregister.de, seit 1.1.2012) durch einen Notar hinterlegen lassen. Pflicht ist das nicht, private Testaments ohne Hinterlegung gelten ebenso.

 

Generell kann man neben dem selbst geschriebenen Testament auch das Testament von einem Notar machen lassen. Das ist jedoch relativ teuer. Unser Tipp: Erstellen Sie ein rechtssicheres Testament, indem Sie sich mit einem auf Familienrecht spezialisierten Anwalt (Beispiel: http://www.fuchs-fuchs.de/anwalt.htm) auf Stundenbasis beraten lassen. Das ist meist spürbar günstiger und ebenso hochwertig wie die Lösung beim Notar.

 

 

Was ist ein Erbschein?

 

Ein Erbschein muss beim Nachlassgericht des letzten Wohnsitzes des Verstorbenen beantragt werden. Er ist wichtig um zum Beispiel gegenüber Banken oder Gerichten über das vererbte Vermögen verfügen zu können. Teilweise ist bei einem notariellen Testament der Erbschein entbehrlich.

 

 

Und wenn nur Schulden vererbt werden?

 

Eine Erbschaft kann auch immer ausgeschlagen werden. Aber Achtung: dafür gilt eine unter Umständen knappe Frist von nur 6 Wochen nach Kenntnis der Erbschaft. Spätestens dann muss beim Nachlassgericht eine entsprechende Erklärung abgegeben werden. Gibt es keine weiteren Erben, fällt das Erbe an den Staat. Sein Vorteil: er haftet selbst nur maximal in Höhe der Erbschaft, höhere Schulden werden durch den Staat nicht beglichen – Pech für die Gläubiger.

 

 

Und die Steuern beim Erben?

 

An die Steuern muss möglichst schon vor Eintritt des Erbfalls gedacht werden. Dann lassen sich diese möglicherweise noch vermindern oder ganz vermeiden. Grundsätzlich möchte der Fiskus seinen Anteil am vererbten Vermögen haben, es gelten jedoch unterschiedliche Freibeträge und Steuersätze, abhängig von Erbschafts-Steuerklassen und Höhe des vererbten Vermögens. Zusätzlich werden noch spezielle Regelungen angewandt, wie Versorgungsfreibeträge im Erbfall für Ehegatten (256.000 Euro) oder für Kinder unter 27 Jahren (zw. 10.300 und 52.000 Euro) sowie Hausratsfreibeträge (42.000 Euro für Steuerklasse I). Andere bewegliche körperliche Gegenstände außer Bargeld, Münzen, Wertpapieren, Edelmetallen bleiben bis 12.000 Euro steuerfrei.

 

Auch die Kosten für Beerdigung, Grabdenkmal, Grabpflege, Testamentseröffnung und Erbschein sind pauschal mit 10.300 Euro abziehbar.

 

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Ehepartner stehen außerhalb der Erbordnung und werden immer bedacht. Ansonsten gilt: 2. Ordnung erbt nur, wenn niemand der 1. Ordnung da ist. 3. Ordnung erbt nur, wenn niemand der 1. oder 2. Ordnung da ist (Grafik: Grünes Geld GmbH)

 

 

 

 

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Welche Freibeträge gelten für wen? (Keine Vollständigkeit, keine Gewähr, Grafik: Grünes Geld GmbH)

 

 

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Unterschiedliche Steuersätze für die unterschiedlichen Erbschaftssteuer-Klassen (Grafik: Grünes Geld GmbH)

 

 

 

 

Erben und Schenken – wieso wird das häufig zusammen erwähnt?

 

Prinzipiell verstehen Normalbürger darunter zwei unterschiedliche Dinge. Steuerlich werden die beiden Fälle Erben und Schenken aber zunächst gleich behandelt. Im Detail gibt es allerdings – zunächst unscheinbar anmutende – Unterschiede. So befinden sich Eltern und Großeltern bei Erbschaften in der Steuerklasse I mit einem Freibetrag von 100.000 Euro und relativ niedrigen Steuersätzen wieder. Kommt es allerdings zu einer Schenkung statt zur Erbschaft, sind beide in Steuerklasse II mit nur  noch 20.000 Euro Freibetrag und höheren Steuersätzen. Das kann schnell mehrere zehntausend Euro Unterschied ausmachen.

 

 

Sollte man überhaupt aus steuerlichen Gründen schenken?

 

Nachdem Schenken steuerlich eher schlechter als Erben behandelt wird, stellt sich die Frage, ob sich Schenken lohnt. In vielen Fällen ja, denn beim Schenken gelten 10jährige Fristen für die Freibeträge. Man kann also einen Freibetrag nutzen, wartet 10 Jahre, und kann ihn dann wieder nutzen. Damit können auch große Vermögen, gut geplant, steuerfrei übergeben werden.

 

Allerdings ist verschenktes Vermögen in der Regel aus dem Zugriff des Schenkenden entzogen, so dass dieser Schritt gut überlegt sein will. Allerdings gibt es dazu einige intelligente Lösungen, die die Schenkung zulassen, und gleichzeitig die Zustimmung des Schenkenden über die Verwendung des Erbes benötigen. Sprechen Sie uns für dieses Lösungen direkt an (Kontakt).

 

 

Was sind Pflichtteile?

 

Pflichtteile sind Geldansprüche in halber Höhe dessen, was nahen Angehörigen laut gesetzlicher Erbfolge zugestanden hätte.

 

Diese können verlangt werden, wenn die Betroffenen von der Erbfolge ausgeschlossen wurden. Als nahe Angehörige gelten in diesem Fall:

 

– die Abkömmlinge des Erblassers
– die Eltern des Erblassers
– der Ehegatte des Erblassers
– eingetragene gleichgeschlechtliche Lebenspartner

 

Pflichtteile können unter Umständen zu Liquiditätsengpässen bei den Beerbten führen. Pflichtteilsansprüche können kaum ausgeschlossen werden. Allerdings können Schenkungen zur Übertragung des Vermögens genutzt werden. Bei Schenkungen gilt: 10% des verschenkten Vermögens werden pro Jahr gestrichen, nach 10 Jahren ist also kein Vermögen für den Pflichtteilsanspruch mehr vorhanden.

 

 

 

 

erben und schenken

 

 

 

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Portraitfoto Gerd Junker Gerd Junker ist Co-Gründer und Geschäftsführer der Grünes Geld GmbH. Gerd Junker: „Wir leben was wir tun! Und das ist ganz einfach, denn der doppelte Nutzen von grünen Geldanlagen ist überzeugend – die Welt verbessern und Rendite erhalten.“ Mehr zu ihm und Grünes Geld auf auf Xing, Facebook oder Twitter.