Archiv für die Kategorie ‘Fair Trade’

10 gute Buch-Geschenke für Kinder und Jugendliche

Freitag, 08. Dezember 2017
Zusammenfassung: Bücher sind gute Weihnachtsgeschenke. Bei der großen Anzahl an sinnvollen Sachbüchern und Romanen für Kinder und Jugendliche findet sich für jeden die passende Lektüre. Gerade Umwelt- und Nachhaltigkeitsthemen sind gut vertreten und stoßen auf das Interesse der jungen Leser.

 

 

„Morgen kommt der Weihnachtsmann, kommt mit seinen Gaben“ – so lautet die Titelzeile eines noch immer populären Weihnachtsliedes. Was der Dichter Hofmann von Fallersleben darin beschreibt, steht kaum dem weihnachtlichen Massenkonsum der heutigen Zeit nach. In der Original-Version des Liedes von 1835 stehen neben Kuscheltieren auch „Trommel, Pfeifen und Gewehr,
Fahn‘ und Säbel und noch mehr, ja ein ganzes Kriegesheer“ auf dem kindlichen Wunschzettel. Doch die Zeiten des Kriegsspielzeugs sind glücklicherweise passé.

 

In der politisch bereinigten Version des 20. Jahrhunderts, die in den vielen Weihnachtsliederbüchern zu finden ist, werden „Musketier und Grenadier“ durch „Kind und Krippe, Schaf und Stier“ ersetzt. In beiden Versionen hat der Weihnachtsmann allerdings kein einziges Buch dabei. Schade eigentlich, denn viele Titel der Kinder- und Jugendbuchprogramme der Verlage nehmen sich der Themen unserer Zeit sehr gut an. – Ohne moralischen Zeigefinger und ohne Druck lernen Kinder und Jugendliche so die Welt kennen, entdecken ihre eigenen Möglichkeiten und erhalten unzählige Anregungen zur Gestaltung ihrer Zukunft.

 

Lesen verkürzt die Zeit bis zum nächsten Weihnachtsfest …

Unsere 10 Lieblingsbücher für den Gabentisch:

  1. Wie wollen wir leben?: Kinder philosophieren über Nachhaltigkeit
  2. Kinder, die die Welt verändern 
  3. Wie geht’s dir Welt und was ist morgen?
  4. 500 junge Ideen, täglich die Welt zu verbessern
  5. Zukunft 2050: Wie wir schon heute die Zukunft erfinden
  6. Und jetzt retten wir die Welt: Wie du die Veränderung wirst, die du dir wünschst 
  7. Die Wolke
  8. Hörst du, wie die Bäume sprechen? Eine kleine Entdeckungsreise durch den Wald
  9. Welcher Gartenvogel ist das?: 100 Arten erkennen und beobachten
  10. „Fair für alle!: Warum Nachhaltigkeit mehr ist als nur bio“

 

 

 

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Vier Pioniere für den Klimaschutz

Dienstag, 05. Dezember 2017
Zusammenfassung: Vorbilder motivieren. Gerade das Engagement von Prominenten kann viele Menschen dazu bewegen, selbst aktiv zu werden – oder sich mit dem Thema aktiv auseinander zu setzen. Vier Beispiele für ein Engagement im Umwelt- und Klimaschutz.

 

Positive Entwicklungen anstoßen!

 

Das Rahmenprogramm der diesjährigen Weltklimakonferenz in Bonn hat es gezeigt: Auch Vorkämpfer in Sachen Klimaschutz können wie Popstars gefeiert werden. Bestes Beispiel war der Auftritt des ehemaligen US-Vizepräsidenten Al Gore. Ebenfalls für Beifall sorgte die Rede des ehemaligen Gouverneurs von Kalifornien Arnold Schwarzenegger – und es waren sicher nicht die Fans seiner früheren Terminator-Filme, die klatschten, als Schwarzenegger Kaliforniens Engagement im Bereich der Erneuerbaren Energien vorstellte. Für sein Enagement wurde Schwarzenegger nur wenig später mit dem Medienpreis „Umwelt-Bambi“ ausgezeichnet.

 

Die persönlichen Auftritte belegen, wie wichtig es ist, ein an sich abstraktes Thema – wie den globalen Klimaschutz – durch Beispiele und Projekte, aber auch durch Persönlichkeiten, Vorbilder und Pioniere greifbar und verstehbar zu machen.

 

 

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Alles öko? – 10 wichtige Naturmaterialien zur Textilherstellung

Freitag, 03. November 2017
Zusammenfassung: Kleidung ist ein menschliches Grundbedürfnis. In Deutschland wird dieses Bedürfnis mehr als befriedigt - die meisten Kleiderschränke sind gut gefüllt. Im Sinne der Nachhaltigkeit ist daher der Leitspruch „Qualität statt Quantität“ ein guter Kompass durch die Konsumwelt. Wir stellen die 10 wichtigsten Naturmaterialien zur Textilherstellung vor.

 

 

Bisher erschien in der Serie „Alles öko?“: Büro & Schule

Die nächste Folge erscheint Mitte November: Küche & Einkaufen

 

Textilien: Chemie-Cocktail oder natürliche Materialien?

 

„Kleider machen Leute“ – der alte Spruch hat kaum an Wahrheit eingebüßt. Die Art sich zu kleiden, sagt noch immer viel über Menschen aus. Auch Modeverweigerer zeigen mit ihrem Stil, dass Ihnen Kleidung gleichgültig ist. Denn in der Mode ist es wie in Beziehungen: „Man kann nicht nicht kommunizieren“. Und so lässt sich aus der Kleidung eines Menschen viel lesen. Kleidungsstücke geben Auskunft über die Herkunft einer Person, über die Höhe des Einkommens, die Einstellung zu Qualität, zum Zeitgeist und vieles mehr. Aber Kleidung kann ausgetauscht, abgelegt, verliehen werden – und schon gerät der gesamte Wertekanon wieder durcheinander und sagt nichts über die wirkliche Einstellung einer Person. „Kleider machen Leute“ gilt also nur für einen Augenblick.

 

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10 Buchtipps für den Lese-Herbst und –Winter

Montag, 30. Oktober 2017
Zusammenfassung: Auch in diesem Jahr haben wieder unzählige Verlage ihr aktuelles Programm auf der Frankfurter Buchmesse präsentiert. Themen der Zeit, wie Klimakrise, Ökologie und Do-it-Yourself bleiben im Trend. Interessante Buchtipps für den Leseherbst und zugleich auch bereits einige gute Ideen für sinnvolle Weihnachtsgeschenke.

 

Buchauswahl für den Leseherbst

 

Lesen ist und bleibt ein beliebter Zeitvertreib. Egal ob das klassische Buch genutzt wird oder der E-Reader – Romane, Ratgeber, Sachbücher gehören nach wie vor zum Leben. Gerade im Herbst und Winter – in Verbindung mit einer schönen Tasse Tee, einem guten Glas Wein oder sonst einer wohltuenden Kleinigkeit, die das Leben schöner macht – Lesen entspannt, regt an, regt auf, vermittelt überraschende Erkenntnisse und eröffnet neue Horizonte. Gerade das breite Angebot von Neuerscheinungen in den Bereichen ökologisches Leben, Selbermachen, Politik und Zeitgeschehen gibt wichtige Impulse für das eigene Leben und zeigt Alternativen zu den gängigen Verhaltensmustern auf.

 

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Urlaub Teil 2 – Nachhaltige Urlaubsregionen

Freitag, 21. Juli 2017
Zusammenfassung: Klimafreundliche Entspannung ist möglich. Nachhaltige Tourismus-Konzepte sorgen dafür, dass Gast, Region sowie Klima und Umwelt als Gewinner aus dem Urlaub hervorgehen. Fünf deutsche Regionen überzeugen dabei besonders und wurden im Bundeswettbewerb Nachhaltige Tourismusdestinationen ausgezeichnet. Sieger unter den nachhaltigen Regionen: das Biosphärengebiet Schwäbische Alb.

 

 

 

Urlaub – Zeit für Begegnungen.

Klimafreundliche Entspannung ist möglich, wie auch in unserem gleichnamigen Beitrag vom 14. Juli 2017 zu lesen. Immer mehr Regionen entdecken die wirtschaftlichen Vorteile von nachhaltigem Handeln. Denn immer mehr Urlauber bevorzugen Urlaubsziele abseits der Routen des Massentourismus. Orte, die echte Begegnungen ermöglichen, mit der Natur und den Menschen vor Ort.

 

Tourismus hat sich zu einem weltweit bedeutenden Wirtschaftsfaktor entwickelt. Dabei sind die Angebote innerhalb der Branche sehr breit gefächert und spiegelt sämtliche gesellschaftlichen Trends wider. Verglichen mit der Lebensmittel-Branche, die vom billigen Discounter-Angebot bis zur Delikatesse aus Manufakturbetrieben ein weiteres Spektrum abdeckt, hält auch die Reise-Industrie für nahezu jeden Anspruch und jeden Geldbeutel das passende Angebot bereit. Angefangen beim niedrig-preisigen Pauschalangebot, über ausgeklügelte Individualreisen an exotische Destinationen, Kultur- und Bildungsreisen bis hin zum Familienurlaub auf dem Bio-Bauernhof. Denn die Reisefreude ist ein gemeinsames Merkmal der ansonsten eher sesshaften westlichen Gesellschaft.

 

 

Das Urlaubsthema wandelt sich

Saure-Gurken-Zeit – am liebsten mit Gurken aus der Region.

Urlaub ist ein beliebtes Thema in den Medien – gerade zur sogenannten „saure-Gurken-Zeit“. Aber auch in der medialen Aufbereitung lässt sich mittlerweile eine Veränderung in der Berichterstattung feststellen.

 

So schreibt das Magazin der Süddeutschen Zeitung in ihrer aktuellen „Abschiedskolumne“ einen Brief an die kommenden Generationen und entschuldigt sich für ihren klimaschädlichen Lebensstil, der für abgebrochene Eisberge, gerodete Regenwälder und überfischte Meere verantwortlich zeichnet. Dabei beschreibt die Kolumne das Handeln wider besseres Wissen. Schließlich verabschieden sich auch die nicht vom verschwenderischen Lebensstil, die es eigentlich besser wissen könnten. Der Verzicht auf eine Flugreise, die man sich finanziell leisten kann, fällt vielen schwer – CO2-Ausstoss und Generationengerechtigkeit hin und her.

 

Weniger hart geht die Hamburger „Zeit“ mit ihren Lesern ins Gericht. Stattdessen gibt die Wochenzeitung einige Denkanstöße und umsetzbare Ratschläge mit ins Gepäck. Einer der wichtigsten Tipps dabei ist, dorthin zu reisen, wo man willkommen ist und weder Zäune noch Mauern den Gast von den Einheimischen trennt.

 

 

Nachhaltiger Tourismus kennt nur Gewinner

Gute Geldanlage: Musterdepots Vermögensaufbau bei Grünes GeldEin Auftrag, dem nachhaltige Urlaubsregionen gerne nachkommen, denn stimmige Tourismuskonzepte kennen nur Gewinner. Den Gast, der Erholung findet und neue Eindrücke mitnimmt sowie die Wirtschaft vor Ort, die von den Gästen profitiert. Darüber hinaus gewinnen auch Umwelt und Klima, denn moderne nachhaltige Reiseprogramme beinhalten auch vielfältige Maßnahmen, um die Natur langfristig zu erhalten und zu schützen.

 

Ein umweltbewusster Urlaub beginnt bei gut ausgebauten Möglichkeiten für eine klimafreundliche Mobilität, geht über bewusste Ernährung, die regionale Angebote mit einschließt und umfasst auch gerechte Arbeitsbedingungen im Hotel sowie die respektvollen Einbeziehung der jeweiligen Kultur. Je nach Vorliebe des Reisenden, können diese Faktoren den Ausschlag für eine bestimmte Region geben.

 

 

5 Top-Regionen für nachhaltigen Tourismus

Eine nachhaltige Reise zu planen, kann schwierig sein, denn eine unüberschaubare Zahl von Anbietern schmückt sich mit den unterschiedlichsten Bezeichnungen, die mit dem Thema Nachhaltigkeit in Verbindung stehen können, aber nicht müssen. Eine gute Orientierung im Dschungel von Bio-, Natur- und Öko-Reisen bieten die Reiseziele an sich. So zeichnet der Bundeswettbewerb Nachhaltige Tourismusdestinationen in jedem Jahr die Region oder Stadt aus, die durch ein besonders tragfähiges und nachhaltiges Tourismus-Konzept überzeugt. Initiatoren des Wettbewerbs sind das Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz, Bau und Reaktorsicherheit (BMUB), das Bundesamt für Naturschutz (BfN) sowie der Deutsche Tourismusverband (DTV).

 

In diesem Jahr kamen fünf der 27 Bewerber ins Finale und wurden von einer Experten-Jury vor Ort genauestens unter die Lupe genommen.

 

 

Nummer eins der nachhaltigen Destinationen: die Schwäbische Alb

Mit weitem Blick über die Alb – die Hohenzollern Burg.

Als Sieger ging dabei das Biosphärengebiet Schwäbische Alb hervor. Das Gebiet liegt südöstlich von Stuttgart und vom Albvorland bis in den Osten zu den weitläufigen Hochflächen der Schwäbischen Alb. Typisch für die Landschaft sind Wachholderheiden, Streuobstwiesen und wilde Buchenwälder. Darüber hinaus ist die Albregion geprägt durch beeindruckende Burgen und Schlösser sowie typische schwäbische Dörfer und Kleinstädte.

 

Da die Kulturlandschaft als besonders schützenswert gilt, wurde die Region bereits 2009 von der UNESCO als Biosphärengebiet anerkannt. Mit dem neuen Status als Biosphäre startete die Region mit vielfältigen Projekten und regionalen Initiativen zur nachhaltigen Entwicklung. Im Mittelpunkt stand dabei der Schutz der Biodiversität sowie eine Steigerung der regionalen Wertschöpfung durch eine forcierte Einbindung lokaler Partner.

 

Wachholderheide – ein besonderer Geruch!

Fast die Hälfte der gestarteten 200 Projekte beschäftigte sich dabei um die nachhaltige Entwicklung im Tourismus. Dazu zählen zum einen traditionsbewusste Landwirte, die vielfältige regionale Produkte erzeugen, aber auch Vermarkter, Restaurants und Hotels. Gemeinsames Ziel ist es, durch qualitativ hochwertige Angebote zu entwickeln und das touristische Angebot weiter zu optimieren. Neben dem reichhaltigen Angebot für Genießer, zählen dazu auch eine umfangreiche Beschilderung der Wander- und Radwege, Routen zur Naturbeobachtung und barrierefreie Angebote.

 

Darüber hinaus werden die Partnerunternehmen des Biosphärengebietes bei ihren Nachhaltigkeitsanstrengungen professionell unterstützt. Kleinere Unternehmen erhalten eine Energieeffizienz- oder Umweltberatung, größere Unternehmen Betriebe werden im Umweltbereich zertifiziert. Außerdem durchlaufen die anerkannten Biosphären-Hotels das strenge europäische Umweltmanagementsystem EMAS.

 

Als Leuchtturm-Projekt gilt die Ferienanlage „Hofgut Hopfenburg“, die als naturnaher und integrativer Ferienanlage ihren Gästen ein nachhaltiges Natur- und Kulturerlebnis bietet. Urlauber können hier auch Tipis, Zirkuswagen aber auch historische Schäfer- und – Heidewagen als Schlafplatz auswählen und so in vergangene Zeiten abtauchen. Das Hofgut bietet außerdem ein vielfältiges Freizeitangebot. Neben Ausflügen in die Natur, mit dem Rad, zu Fuß oder auf dem Pferderücken, können Gäste auch traditionelle Handwerke erlernen.

 

 

Finalisten und Sonderpreisträger

Schützen vor Inflation: Sachwerte wie Windkraftbeteiligungen, Fotovoltaik, BHKWNeben dem Preisträger Biosphärengebiet Schwäbische Alb konnten sich noch vier weitere Bewerber für das Finale qualifizieren und gehören damit auch sicher zu den nachhaltigsten Urlaubsgebieten in Deutschland.

 

Die vier weiteren Regionen sind das Biosphärenreservat Bliesgau im südöstlichen Saarland, die Nordeifel, die Residenzstadt Celle und die Nordseeinsel Juist. Letztere wurde mit einem der Sonderpreise ausgezeichnet.

 

 

Norseeinsel Juist – Klimaschutz und Energieeffizienz

Öko-Insel Nummer eins: Juist!

Die autofreie Nordseeinsel Juist wurde von der Jury des Bundeswettbewerb Nachhaltige Tourismusdestinationen in diesem Jahr mit dem mit dem Sonderpreis Klimaschutz, Ressourcen- und Energieeffizienz ausgezeichnet. Und das mit einigem Recht, den die kleine Insel gilt schon lange nicht nur als Zauberland („Töwerland“), sondern auch als Vorreiterin in Sachen regionalem Klimaschutz und Ressourceneffizienz.

 

Das ambitionierte Ziel der Insel ist es, bis 2030 klimaneutral zu sein. Dafür hat Juist ein Klimaschutzkonzept entwickelt und wird bei der Durchführung von einem Klimaschutzmanagers unterstützt. So bezieht die Kurverwaltung bereits seit einigen Jahren Strom aus erneuerbaren Quellen und fördert vielfältige Maßnahmen für einen nachhaltigen Tourismus. Unter anderem wurde ein CO2-Fußabdruck für die Tourist-Info erstellt. Durch die Kompensation Emissionen arbeitet die Tourist-Info seit zwei Jahren klimaneutral – als einzige in Deutschland.

 

Weitere Aktivitäten der Inselgemeinde sind ein wöchentlicher Veggietag in den Restaurants, um den engen Zusammenhang zwischen klimaschädlichen Treibhausgasen und Fleischerzeugung zu verdeutlichen. Auch weitere Klimaschutzaktivitäten der Insel sind für die Gäste direkt erlebbar. Bei der großen Fahrradtour „Juist unplugged“ präsentiert die Insel die wichtigen Nachhaltigkeits-Orte auf dem aktiven Eiland und setzt damit innovative Akzente in Tourismus-Region.

 

  

Allgäu – Regionalität ist Trumpf

Mit dem Sonderpreis Regionalität wurde in diesem Jahr die größte zusammenhängende deutsche Tourismusregion geehrt, das Allgäu.

 

Allgäuer Käsespatzen – lecker mit Zutaten aus der Region.

Die Region zwischen Voralpenland und Allgäuer Alpen hat es sich zum Ziel gesetzt, das Allgäu als führende, zukunftsfähige und nachhaltige Marke im Bereich Tourismus aufzustellen. Getragen wird das Tourismuskonzept durch eine breit aufgestellte Partnerstrategie. Dabei verpflichten sich Markenpartner zu umfangreichen Aktivitäten im Bereich Nachhaltigkeit. Damit sollen auch hochwertige, regionale und gesunde Produkte stärker gefördert werden. Das Konzept „Made im Allgäu“ geht bereits auf. Regionale Produkte werden über den Großhandel gezielt an die lokale Gastronomie und Hotellerie vertrieben.

 

Als Leuchtturm-Projekt hat das Allgäu die Allgäuer Alpwirtschaftskultur und den Alpgenuss als „immaterielles Kulturerbe“ initiiert. Mit von der Partie sind 40 anerkannten Alpgenuss Betrieben mit original Allgäuer Spezialitäten – ganz in der Philosophie der Slow Food-Bewegung.

 

 

Mobil in der Sächsischen Schweiz

Vielseitig & faszinierend – die Sächsische Schweiz.

Urlaub in ländlichen Regionen bedeutete bislang an vielen Orten auch Urlaub mit dem Auto. Denn in vielen Gegenden wurden in den vergangenen Jahren Bahn- und Bushalte gestrichen und die Fahrpläne ausgedünnt. Nicht so in der Sächsischen Schweiz, die mit dem Sonderpreis für nachhaltige Mobilität ausgezeichnet wurde. Die Region im Osten des Freistaats Sachsen grenzt an die Tschechische Republik und ist landschaftlich geprägt durch das Elbsandsteingebirge und die Nationalparks Sächsische und Böhmische Schweiz, die zusammen da größte zusammenhänge Waldgebiet Mitteleuropas bilden.

 

Nachhaltiger Tourismus ist ein wichtiges Thema der Region. Um hier eine klimafreundliche Mobilität zu gewährleisten, engagiert sich die Sächsische Schweiz bereits seit 2003 in der Initiative „Fahrtziel Natur“, einer Kooperation der Umweltverbände NABU, BUND, VCD und der Deutschen Bahn.

 

Im Rahmen dieses Netzwerks wurden die regionalen Mobilitätsleistungen durch bessere Linienführungen und Vertaktungen verbessert und damit auch an die touristischen Bedürfnisse angepasst. Das Verkehrskonzept wird auch weiterhin ausgebaut und optimiert, ein Mobilitätsmanager auf Landkreisebene wird in den kommenden drei Jahren Maßnahmen für eine umweltgerechte Mobilität umsetzen. Um das Angebot auch für Urlauber bekannt zu machen, gibt jede lokale Tourist-info auch Fahrplanauskünfte für den öffentlichen Personennahverkehr. Zusätzlich wird auch der umweltfreundliche Individualverkehr gefördert. So stehen an vielen Orten E-Bike Verleih- und Akkuladestationen zur Verfügung.

 

 

Naturerlebnis in der Vorpommern

Wilde Flußlandschaft der Peene.

Eine wilde Flusslandschaft in Vorpommern bietet die Peeneregion mit einer artenreichen Tier- und Pflanzenwelt. Das Gebiet ist darüber hinaus mit verschiedenen Naturschutzgebieten, Vogelschutzgebieten, Fauna-Flora-Habitat und Naturpark dem Naturschutz unterstellt.

 

Durch die naturbelassene Flusslandschaft sind die Tourismus-Angebote der Peeneregion durch Wasserwanderwege, Rad- und Wandertouren geprägt. Ein besonderes Angebot des Gebietes ist das „Abenteuer Flusslandschaft“ als nachhaltiges Naturerlebnis. So ist beispielsweise eine Tour auf Peene im Solarboot möglich, bei der auch das Catering aus regionalen Produkten besteht.

 

 

Positiv Spuren hinterlassen

 

Eindrücke mitnehmen, nicht nur hinterlassen.

Grünes Geld, Ihr Experte für nachhaltige Geldanlagen wünscht Ihnen viel Freude bei der Planung Ihres nachhaltigen Urlaubs und eine gute Erholung.

 

Eine alte Reise- und Wanderweisheit besagt: „Hinterlasse nichts als deine Fußabdrücke.“ In Zeiten des vieldiskutierten ökologischen Fußabdrucks, lässt sich noch hinzufügen, dass der Abdruck nicht zu tief werden sollte. Sinnvoll ist es daher, nicht nur nachhaltig zu reisen, sondern auch nachhaltig zu investieren, denn mit Geldanlagen in klimaschützende Projekte, wie beispielsweise Aufforstungsprojekte, können Sie nicht nur eine attraktive Rendite erwirtschaften, sondern auch einen wichtigen Beitrag für die Zukunft des Planeten leisten.

 

 

 

 

Carmen Junker

Verfasser des Beitrages: Carmen Junker ist Gründerin der Grünes Geld GmbH und Geschäftsführerin der Grünes Geld GmbH. Carmen Junker:“ Ein Grund mein berufliches Wirken speziell auf die Nachhaltige Geldanlage auszurichten ist, die Welt ein Stück positiver zu gestalten mit den Mitteln und Kenntnissen die mir zur Verfügung stehen. Aus der Verantwortung für die kommende Generation und weil ich selbst noch einige Jahre auf diesem schönen Planeten verbringen möchte“.

 

Nachhaltige Branchen 6 – Banken und Finanzdienstleister

Dienstag, 13. Juni 2017
Zusammenfassung: Nachhaltigkeit hat sich in vielen Branchen zu einem relevanten Wettbewerbsfaktor entwickelt. Während jedoch produzierende Betriebe an harten Faktoren gemessen werden können, muss die Nachhaltigkeit im Dienstleistungsbereich differenzierter ermittelt werden, denn hier geht es verstärkt um die Auswirkungen der Geldströme. Auch Banken und Finanzdienstleister bemühen sich um mehr Nachhaltigkeit und bieten zunehmend ökologische und soziale Geldanlagen an.

 

 

Nachhaltige Unternehmensführung – mehr als nur Recycling-Umschläge.

Nachhaltiges Wirtschaften hat sich vom Trend zum wettbewerbsentscheidenden Faktor entwickelt, dem sich kaum eine Branche noch verschließen kann und will. Um die Nachhaltigkeit einer Branche beziehungsweise eines einzelnen Unternehmens jedoch sicher zu beurteilen, bedarf es klarer Regeln.

 

Denn nur so können Nachhaltigkeitsziele verbindlich definiert und vergleichbar überprüft werden. Besonders wichtig in diesem Bereich ist außerdem das Zusammenspiel der unterschiedlichen Aspekte, wie beispielsweise Beschaffungsmanagement, Mitarbeiterführung und natürlich die Nachhaltigkeitsaspekte des Produktes selbst.

 

Denn ein Unternehmen, das umweltzerstörende Produkte fördert oder produziert, lässt sich kaum als nachhaltig einstufen – selbst dann nicht, wenn sämtliche Briefe in recycelten Umschlägen verschickt werden und die Kantine Bio-Essen anbietet. Denn bei Nachhaltigkeit geht es um die ausgewogene Balance zwischen dem Mensch und seiner Umwelt.

 

Im sechsten Teil unserer Serie zu nachhaltigen Branchen beschäftigen wir uns heute teilweise mit uns selbst und gehen der Frage nach, welche Anstrengungen in Sachen Nachhaltigkeit aktuell Banken und Finanzdienstleister unternehmen.

 

 

Vom Imageteil zum Nachhaltigkeitsbericht

Bereits seit mehr als einem Viertel Jahrhundert betonen besonders große Finanzkonzerne regelmäßig ihre Verantwortung für Umwelt und Gesellschaft. Im Imageteil der jährlichen Geschäftsberichte waren für dieses Engagement stets einige Seiten reserviert. Die dort beschriebenen Aktivitäten, etwa im Bereich Umweltschutz, gingen anfänglich kaum über Selbstverständlichkeiten hinaus, begegneten aber auch dem wachsenden Interesse der Öffentlichkeit an diesen Fragen.

 

Damit gaben die ersten Imageteile bereits einen Impuls für die kommenden Nachhaltigkeitsberichte, die für börsennotiere Unternehmen ab 500 Mitarbeiter gemäß der europäischen CSR-Richtlinie seit diesem Jahr verpflichtend ist. Die Richtlinie zur sozialen Verantwortung der Unternehmen (Corporate Social Responisbility, CSR) spiegeln dabei auch ein generelles Umdenken wider, dass sich – wenn auch langsam – durch die Wirtschaft zieht: Unternehmen sind nicht mehr allein ihren Eigentümern gegenüber Rechenschaft schuldig, sondern müssen die Auswirkungen ihrer Unternehmensführung auch gegenüber der gesamten Gesellschaft verantworten.

 

Das Ganze im Blick behalten.

Die Entwicklung geht damit von der reinen Shareholder-Orientierung hin zu einer Orientierung an den Ansprüchen der internen und externen Stakeholdern. In der Praxis bedeutet das, dass Unternehmen zunehmend das Ziel der Gewinnmaximierung um weitere Ziele erweitern, die ein sinnvolles und nachhaltiges Wirtschaften einschließen und die Ansprüche der unterschiedlichen Interessensgruppen mit berücksichtigen.

 

Eine Entwicklung, die auch kleine und mittelständische Unternehmen betrifft, denn der Wunsch nach mehr Nachhaltigkeit ist von der Unternehmensgröße unabhängig und wird von Seiten der Kunden und der Öffentlichkeit an nahezu jedes Unternehmen gestellt.

 

Für kleinere Unternehmen ist zwar kein Nachhaltigkeitsbericht vorgeschrieben, aber auch sie tuen gut daran, ihren Einsatz in diesem Bereich zu dokumentieren und zu publizieren. Ein weg ist dabei auch die Gemeinwohl-Bilanz, die sich für Unternehmen unterschiedlichster Größe gleichermaßen anbietet.

 

 

Banken und Finanzdienstleister – Geld verändert die Welt

Auf den ersten Blick ist Nachhaltigkeit kein anspruchsvolles Thema für Banken und Finanzdienstleister. Die Branche unterliegt einer wachsenden Virtualisierung und Digitalisierung. Standardtransaktionen sind nahezu lückenlos automatisiert, die Finanzdienstleister verbrauchen also nur wenige Ressourcen und konzentrieren sich auf Beratungsdienstleistungen und Handel. Hier setzt der zweite Blick an, denn Geld verändert die Welt.

 

Im Zuge des gesteigerten Interesses an einem verantwortungsvollen Finanzmanagement, müssen sich Banken und andere Finanzdienstleister die Frage stellen lassen, welche Auswirkungen eine bestimmte Geldanlage auf die gesamte Gesellschaft haben wird und nach welchen Kriterien Kredite vergeben werden. In diesem Bereich ist der Nachhaltigkeitsbegriff eng mit der unternehmerischen Sozialverantwortung verknüpft.

 

 

Nachhaltige Finanzprodukte

Nachhaltige Finanzprodukte sind bislang noch immer ein Nischenprodukt innerhalb der Finanzwirtschaft. Allerdings nimmt das Interesse an stetig zu. Nachhaltige Geldanlagen, sind durchgehend ökologisch und ethisch einwandfrei konzipiert.

 

Die Produktpalette ist dabei breit aufgestellt. Zu den klassischen nachhaltigen Geldanlagen zählen beispielsweise Mikrofinanzprodukte, die eine Vergabe von Klein- und Kleinstkrediten an Unternehmensgründer in Entwicklungs- und Schwellenländern ermöglichen.

 

 

 

 

 

 

Anleger erwirtschaften hier eine gute Rendite durch die überdurchschnittliche Zahlungsmoral der Kreditnehmer  sowie durch die Zinserträge, denn Mikrokrediten sind zwar Hilfe zur Selbsthilfe, jedoch keine Almosen.

 

Die richtigen Kriterien anlegen.

Ein weiteres wachsendes Feld im Bereich der nachhaltigen Geldanlagen sind Investments in Erneuerbare Energien und in weitere Projekte zum Thema Klimaschutz. In diesen Bereichen bieten Finanzdienstleister unterschiedliche Produkte an, Anleger können sich durch Direktbeteiligungen, Fondsanteilen oder Fondssparpläne am Auf- und Ausbau von Anlagen zur Gewinnung erneuerbarer Energien beteiligen.

 

Dazu zählen Solar- und Windparks, Wasserkraftanlagen, Biomasseanlagen und Anlagen zur Kraft-Wärme-Kopplung. Die Rendite aus diesen Anlagen resultiert – je nach Investment – aus dem Verkauf der sauberen Energie, teilweise auch aus dem vorteilhaften Weiterverkauf der Energieanlagen.

 

Im Bereich der Klimaschutzanlagen fließen Gelder in Technologien für eine verbesserte Energieeffizienz, aber auch in richtungsweisende Projekte, wie beispielsweise Meerwasserentsalzungsanlagen oder moderne Recyclingprojekte.

 

Eine weiteres Feld der Geldanlagen im Bereich des Klimaschutzes ist außerdem das Investment in Aufforstungsprojekte. Dabei werden biodiverse Mischwälder auf gerodeten Flächen neu angelegt. Teile der Waldflächen werden nachhaltig bewirtschaftet. Erträge bringen diese Investments durch den Verkauf von entnommenen Edelhölzern sowie landwirtschaftlichen Produkten wie beispielsweise Kakao.

 

 

Gut ist, wer Gutes tut – und Schlechtes meidet

Finanzdienstleister, die ethische und soziale Geldanlagen anbieten und ihre Kunden zu diesem Thema fair beraten, leisten unbestritten einen wichtigen Beitrag zur Nachhaltigkeit der Branche. Ebenso bedeutsam ist es allerdings auch, die gleichen hohen ethischen Kriterien an zulegen, wenn es um konventionelle Investments geht.

 

Denn Unternehmen, die im Zusammenhang mit Kinderarbeit, Ausbeutung und Diskriminierung stehen, umweltzerstörende Technologien produzieren oder Teil der Kriegsindustrie sind, gehören nicht in das Feld der Nachhaltigkeit.

 

Um hier Kunden mehr Transparenz zu bieten, arbeiten viele Anbieter mit einem sogenannten Ethik-Filter. Dieser Filter definiert bestimmte Ausschlusskriterien, die – je nach Anbieter – unterschiedlich sind.

 

Die so geprüften Wertpapiere umfassen im allgemeinen keine Anlagen aus dem Bereich der Atomenergie, Rüstung und definierten Teilen der Chemie- und Pharmabranche. Außerdem sind menschenrechtsverletzende Unternehmen ausgeschlossen. Der Finanzdienstleister Grünes Geld, verwendet beispielsweise einen Ethik-Filter bei seinen Erneuerbare Energie Fonds, Umweltfonds, Solar Fonds, Wind Fonds und Mikrofinanzfonds.

 

Gute Finanzberater können ihren Kunden detaillierte Angabe zu den jeweiligen Kriterien geben und umfassend beraten. Darüber hinaus haben Anleger auch die Möglichkeit, eigene ethische Vorstellungen in ihr Anlage-Portfolio einzubringen.

 

So gibt es auch kirchliche Leitlinien, die Geldanlagen gemäß christlicher Werte- und Moralvorstellungen definieren. Ebenso ist es möglich, Bereiche wie Massentierhaltung aus Geldanalgen auszuschließen. Gerade für Veganer und Klimaschützer eine interessante Option, mehr Nachhaltigkeit in die persönliche Vermögensplanung einzubeziehen.

 

 

Nachhaltigkeit kommt aus der Nische

Nachhaltigkeit kommt aus der Deckung.

Dass Ökobanken und spezialisierte Finanzdienstleister, Nachhaltigkeitskriterien in ihrem Angebot souverän berücksichtigen und ihre Kunden entsprechend umfassend und kompetent beraten, ist selbstverständlich.

 

Durch die steigende Nachfrage von Kundenseite stehen jetzt allerdings auch die konventionellen Anbieter aus der Finanzbranche vor der Herausforderung, ökologisch-sozial einwandfreie Finanzprodukte anzubieten. Entsprechend muss die Branche zügig Spezialisten einbinden oder aus eigenen Reihen weiterbilden, denn Kunden, die ihr Geld nachhaltig anlegen, haben dezidierte Vorstellungen und fragen kritisch nach.

 

Um diese Aufgabe weltweit voran zu bringen, hat 2005 eine Gruppe institutioneller Investoren die „UN Principles for Responsible Investment“, kurz PRI-Richtlinien, entwickelt. Angestoßen wurde diese Initiative für verantwortliches Investieren durch den damaligen UN-Generalsekretärs Kofi Annan.

 

Mittlerweile haben mehr als 1.200 Investoren weltweit das Programm unterzeichnet, die immerhin rund 15 Prozent des global investierten Kapitals verwalten. Die Unterzeichnenden verpflichten sich gemäß der PRI-Richtlinie, die Umwelt zu schützen, soziale Standards einzuhalten und das Unternehmen gut zu führen.

 

Allerdings liegt die Definitionshoheit, was das konkret bedeutet, bei den teilnehmenden Unternehmen selbst, Mindestkriterien, die erfüllt werden müssen, existieren nicht. Um für mehr Glaubwürdigkeit zu sorgen, wurde 2014 eine Berichtspflicht eingeführt, in der die Mitglieder darlegen, wie sie die Richtlinien in der Praxis umsetzen.

 

In Deutschland haben 47 Unternehmen die Prinzipien für verantwortliches Investieren unterzeichnet, das sind im Vergleich zu den europäischen Nachbarmärkten wenig. Zu den Mitgliedern zählen unter anderem Allianz Global Investors (AGI), Bayern Invest und Deka Investment.

 

Für einen konkreten Weg zu einer nachhaltigen Entwicklung in allen Bereichen des Unternehmens hat sich die Sparda-Bank München eG entschieden. Sie engagiert sich als erste deutsche Bank für die Gemeinwohl-Ökonomie und veröffentlicht bereits zum dritten Mal eine Gemeinwohl-Bilanz. Hier legt die Sparda-Bank transparent nieder, in welchen Bereichen bereits eine gute soziale und ökologische Unternehmensführung gelungen ist und welche Ziele sich das Unternehmen darüber hinaus setzt.

 

Gemessen wird darüber hinaus auch die Nachhaltigkeit der angebotenen Finanzprodukte. Dabei erreicht die genossenschaftliche Bank gute Ergebnisse für ihr solides, transparentes und faires Einlagen- und Kreditgeschäft. Das Unternehmen bezieht außerdem bereits zu einhundert Prozent Strom aus erneuerbaren Energien und will sich auch in anderen ökologischen Bereichen stärker engagieren.

 

 

Nachhaltigkeit leben – sinnvoll investieren

Immer mehr Menschen interessieren sich für das Thema Nachhaltigkeit und fragen zunehmend nach, anfänglich nur bei Produkten, verstärkt jetzt auch bei Dienstleistungen wie in etwa in der Finanzbranche.

 

Eine gute Entwicklung, denn Geld eröffnet weitreichende Möglichkeiten, um Veränderungen in Gang zu bringen. Daher ist es wichtig, dass Geldströme in die richtige Richtung fließen, zum Wohle möglichst vieler Menschen.

 

Seit mehr als zehn Jahren berät Grünes Geld, erfahrener Experte für nachhaltige Geldanlagen, seine Kunden im Bereich der ökologischen und sozialen Geldanlagen, Vermögensaufbau und –verwaltung. Gerade in Zeiten der niedrigen Zinsen suchen Kunden nach neuen Anlageprodukten und –strategien. Hier bieten wir Konzepte für jeden Anlegertyp und nahezu jede Anlagesumme.

 

Mit unseren nachhaltigen Anlageprodukten finanzieren unsere Kunden nicht nur positive Veränderungen, sondern sind selbst Teil einer gesellschaftlichen Veränderung geworden und haben durch ihre Anlagestrategie selbst erlebt, das Geld viel bewegen kann und gleichzeitig attraktiven Erträge bringt. Denn eine sinnvolle Geldanlage dient dem Gemeinwohl genauso wie dem Kundenwohl.

 

 

 

 

 

 

Carmen Junker

Verfasser des Beitrages: Carmen Junker ist Gründerin der Grünes Geld GmbH und Geschäftsführerin der Grünes Geld GmbH. Carmen Junker:“ Ein Grund mein berufliches Wirken speziell auf die Nachhaltige Geldanlage auszurichten ist, die Welt ein Stück positiver zu gestalten mit den Mitteln und Kenntnissen die mir zur Verfügung stehen. Aus der Verantwortung für die kommende Generation und weil ich selbst noch einige Jahre auf diesem schönen Planeten verbringen möchte“.

Klimaschutz im Alltag – 10 gute Ideen

Dienstag, 06. Juni 2017
Zusammenfassung: Große Weltrettungsaktionen sind das Werk vieler. Mit 10 einfachen Ideen für mehr Klimaschutz und Nachhaltigkeit hat jeder Einzelne im Alltag die Möglichkeit, seinen Beitrag zu leisten und die Welt auch für kommende Generationen lebenswert zu erhalten.

 

 

Das Pariser Abkommen auf den Kopf gestellt.

Der Juni startete sonnig, für das globale Klima gab es jedoch schlechte Nachrichten. Der US-amerikanische Präsident Donald Trump verkündete offiziell den Ausstieg seines Landes aus dem Pariser Klimaschutzabkommen. Das Abkommen, so Trump, sei ungerecht, die Reduzierung von klimaschädlichen Treibhausgasen sei zu teuer für sein Land.

 

Positiv an der Entwicklung: Offensichtlich beurteilen große US-Unternehmen und viele Persönlichkeiten des öffentlichen Lebens die Lage völlig anders. Unter anderem erklärte der Chef von General Electric, dass – angesichts der Realität des Klimawandels – die Industrie jetzt die Führung übernehmen müsse und sich nicht auf die Regierung verlassen könne.

 

Gegen Trumps Entscheidung richteten sich auch die Unternehmensführungen von Branchengrößen wie dem Elektronikhersteller Apple und dem Sportartikelunternehmen Nike. Der CEO des Elektroautobauers Tesla, Elon Musk, erklärte zudem, dass er Donald Trump zukünftig nicht mehr beraten werde. Wie es weiter gehen wird, ist eine Frage, über die sich Trump sorgen muss, denn auch wenn die Klimakrise noch lange nicht abgewendet ist zeigt sich, dass die Notwendigkeit des Klimaschutzes und die Förderung Erneuerbarer Energien mehrheitliche internationaler Konsens sind.

 

Manchmal picksig – aber es lohnt sich!

Seit 45 Jahren wird am 5. Juni der „Internationale Tag der Umwelt“ begangen. An diesem Aktionstag der Vereinten Nationen beteiligen sich rund 150 Staaten, um die vielfältigen Zusammenhänge zwischen Umweltzerstörung und Bedrohung der Menschheit aufzuzeigen. Während dieses langen Zeitraum – vom Beginn der siebziger Jahr bis heute – haben sich die Akzente im Umweltschutz verändert. Während in den Anfangsjahren Themen wie Gewässerschutz und Maßnahmen gegen sauren Regen und Waldsterben im Vordergrund standen, rückten in den letzten Jahren verstärkt Themen des Klimaschutzes in den Vordergrund, denn die Klimakrise stellt die Klammer für nahezu alle Bedrohungsszenarien dar.

 

Im Dezember haben wir in unserem Blog drei Ideen für gute Vorsätze im neuen Jahr gegeben. Jetzt – fast ein halbes Jahr später – sind die Vorsätze sicher längst abgehakt, in Fleisch und Blut übergegangen und aus dem Alltag nicht mehr weg zudenken? Oder kam ständig das ein oder andere dazwischen und die Umsetzung der Ideen schlummert zwar noch im Hinterkopf, ist aber vorerst noch auf der langen Liste der Dinge, die dringend noch erledigt werden sollten. Wie auch immer…heute möchten wir nachlegen und nochmals aufrütteln.

 

Für kleine und große Maßnahmen in Sachen Umwelt-, Klimaschutz und mehr Nachhaltigkeit im Alltag ist es nie zu spät. Am leichtesten fällt es den Meisten, mit Kleinigkeiten zu beginnen, die leicht und schnell zu realisieren sind. Deshalb haben wir heute zehn Ideen für mehr Klimaschutz im Alltag zusammengetragen, deren Umsetzung nur einen kleinen Aufwand bedeutet, jedoch eine große Wirkung zeigen kann.

 

 

1. Auf dem Wochenmarkt einkaufen – regional & reichhaltig

Wer Lebensmittel aus der Region einkauft, schont das Klima. Denn lange Transportwege entfallen. Zudem wird die regionale Wirtschaft gestärkt, denn das Geld landet nicht bei den großen multinationalen Lebensmittelkonzernen. Gut ist es außerdem, saisonales Obst und Gemüse zu bevorzugen, denn so werden CO2-Emissionen vermieden, die durch die Zucht in beheizten Gewächshäusern oder durch die Aufbewahrung in Kühlhäusern entstehen. Wer außerdem auf Ware aus ökologischem Anbau setzt, ist in Sachen Klimaschutz auf der sicheren Seite. Gerade im Sommer macht der Einkauf auf den lokalen Wochen- und Bauernmärkten sowie bei den örtlichen Einzelhändlern besonders viel Spaß, denn das reichhaltige Angebot an Beeren, Früchten, Kräutern, Salaten und vielfältigen Gemüsesorten macht Lust auf gute Küche. Zudem finden Gartenfreunde hier auch eine reichhaltige Auswahl an Pflanzen. Ergänzt wird das Angebot vielfach durch lokale Milch-, Fleisch- und Fischprodukte, Honig und Marmeladen sowie Backwaren von Handwerksbetrieben.

 

 

2. Stell’ dir vor es gibt kein Fleisch und keiner merkt es

Vielfalt statt Einfalt.

Wer mit schwer beladenen Körben im Sommer vom Markt kommt plant häufig ein gemütliches Essen mit der Familie und Freunden. Grillen steht dabei noch immer hoch im Kurs. Allerdings ist der hohe Fleischkonsum in den Industrienationen und die damit verbundene Massentierhaltung.

 

Mit ein Grund für den Ausstoß klimaschädlicher Treibhausgase. Besonders schlecht schneidet Rindfleisch ab, denn um ein Kilogramm Fleisch zu produzieren, müssen gut 15 Kilogramm pflanzliches Futter aufgewendet werden. Dafür wird eine landwirtschaftliche Fläche benötigt, auf der im Verhältnis rund 120 Kilogramm Karotten und 80 Kilogramm Äpfel geerntet werden könnten. Mittlerweise gibt es viele hervorragende Rezepte für ein veganes oder vegetarisches Grillvergnügen. Dabei triumphieren viele Speisen – wie etwa Gemüsespieße – optisch über die Bratwurst, so dass der Verzicht kaum auffällt. Wer nicht völlig fleischlos glücklich ist, sollte sich wenigsten in der Menge beschränken. Übrigens: Auch bei der Grillkohle sollten Klimaschützer die Augen offen halten. Gute Grillkohle sollte als Nebenprodukt einer nachhaltigen Holzverarbeitung stammen

 

 

3. Zu Fuß und auf dem Rad – das Umfeld genießen und neu entdecken

Neue Wege befahren.

Bei schönem Wetter das Auto stehen lassen und den Weg zur Arbeit, zu Einkäufen oder Veranstaltungen mit dem Rad oder Fuß genießen – das ist ein Luxus, den man sich häufiger leisten sollte. Die Vorteile für Umwelt und Klima liegen auf der Hand. Aber auch die persönliche Lebensqualität kann vielfach durch veränderte Gewohnheiten verbessert werden.

 

Wer samstags mit dem Rad zum einkaufen auf den Markt fährt, muss sich nicht über mangelnde und teure Parkmöglichkeiten ärgern. Wenn der tägliche Arbeitsweg ohne PKW zurückgelegt werden kann, fließt die sportliche Betätigung direkt in den Alltag ein.

 

Zudem können oftmals andere Wege, beispielsweise durch Parks und Felder genutzt werden, die auch positiv auf die Psyche auswirken. Wer den Radverkehr in den Innenstädten scheut, findet vielleicht auch zu Fuß Entspannung, besonders angenehm ist es dabei, wenn der Weg variiert werden kann und so immer wieder neue Impulse für die Sinne bietet.

 

 

4. Warum in die Ferne schweifen – Fliegen ist nicht unbedingt schöner!

Klimaschäden ausgleichen.

Reisebüros und –portale haben mittlerweile das ganze Jahr über Saison. Dennoch ist der Sommerurlaub noch immer als Hauptreisezeit fest im Jahresrhythmus vieler Deutscher fest verankert. Fernweh und die Sehnsucht nach verlässlichem Sonnenschein sind der Grund dafür, dass Flugreisen besonders beliebt sind.

 

Allerdings belastet gerade der Flugverkehr das Klima stark. Besonders problematisch sind dabei nicht nur Fernreisen, sondern auch die zunehmenden Anzahl von Flügen zu nahgelegenen Zielen. Viele davon ließen sich auch mit dem Zug erreichen. Das dauert oft nicht einmal sehr viel länger, denn Bahnhöfe befinden sich meist mitten in den Städten.

 

So entfallen die – oft langen – Anfahrtswege zum Flughafen und zurück. Außerdem gibt es bei der Bahn keine langen Eincheckzeiten. Wer dennoch eine Flugreise plant, sollte auch einen Ausgleich für den Klimaschaden mit einkalkulieren. Das kann zum einen durch eine Zahlung an ein zertifiziertes Klimaschutzprojekt sein oder durch ein direktes Investment, beispielsweise durch die Beteiligung an Aufforstungsprojekten.

 

 

5. Autofahren – aber richtig

Ganz stehen lassen ist auch eine Alternative.

Apropos Reisen. Wer mit dem Auto unterwegs ist hat zwar nicht unbedingt das klimafreundlichste Fortbewegungsmittel gewählt, kann aber auch in diesem Bereich dafür sorgen, dass das Klima nicht unnötig belastet wird. Sinnvoll ist es dazu, auf sparsame Fahrzeuge zu setzen und – wenn möglich – einen Elektro- oder Hybridantrieb zu wählen.

 

Umweltfreundlicheres Autofahren ist allerdings fast mit jedem Modell möglich. In den USA hat sich dabei bereits das Hypermiling als Wettbewerb etabliert, bei dem die Fahrer versuchen, durch eine sparsame Fahrweise, möglichst lange Strecken mit einer Tankfüllung zurückzulegen. Die „Tricks“ sind dabei für jeden umsetzbar. Zum einen genügt der Blick auf den Tacho, bei maximal 120 Stundenkilometern kann bei längeren Strecken bereits viel CO2 eingespart werden.

 

Wichtig ist es auch, den Drehzahlmesser zu beobachten und rechtzeitig hochzuschalten, denn bei rund 2.000 Umdrehungen bleibt der Verbrauch niedrig. Auch der richtige Reifendruck wirkt sich positiv auf den Benzinverbrauch aus. Bereits 0,2 Bar zu wenig führen zu rund 10 Prozent höherem Verbrauch. Kleinigkeiten, die auch viel bringen: Energiefresser wie Stand- und Sitzheizung, Klima- und Stereoanlage nur bei Bedarf nutzen und keinen unnötigen Ballast spazieren fahren. Dachgepäckträger und ähnliches sollten nach ihrem Einsatz wieder in der Garage landen.

 

 

6. Auch ein Kühlschrank hat einmal Ruhe verdient

Mal in Ruhe abschalten – auch den Kühlschrank.

Im Sommer einer der besten Küchenhelfer: Der Kühlschrank, denn hier lagern Speisen und Getränke angenehm kühl und sicher vor Verderben. Wer einen neuen Kühlschrank kauft, sollte auf die Energieeffizient des Gerätes, ebenfalls ist ein Standort mit Abstand zu Wärmquellen wie Backofen und Heizungen sinnvoll – so weit so gut.

 

Aber auch im laufenden Betrieb lässt sich noch viel Energie sparen, denn eine Lagerung von rund sieben Grad Celsius bringen gegenüber kühleren Temperaturen bereits eine bemerkbare Stromersparnis. Ebenfalls positiv wirkt sich ein voller Kühlschrank aus, denn Luft zu kühlen ist aufwändig. Wer nicht genug Lebensmittel im Haus hat kann auch einfach mit Wasserflasche oder dem sonstigen Getränkevorrat die Lücken füllen. Wichtig für einen optimalen Energieverbrauch ist das regelmäßige Abtauen.

 

Eine gute Gelegenheit dazu bietet sich während der Urlaubszeit, denn dann muss der Kühlschrank erst nach der Rückkehr wieder angeschaltet werden. Um die letzten Vorräte vorher zu verbrauchen, bietet sich ein auch „Restessen“ mit Freunden an oder man verschenkt seine übrigen Lebensmittel, beispielsweise über eine Foodsharing-Plattform.

 

 

7. Sommermode – Nachhaltigkeit ist „cool“

Frischer Wind im Kleiderschrank.

Da wir gerade vom Verschenken sprechen, Sharing-Communities kommen in der Mitte der Gesellschaft an. Förderer der Idee, Kleidung zu tauschen, zu verschenken und in Läden – wie beispielsweise Oxfam – zu kaufen, ist zum einen der beliebte Vintage-Look, aber auch das gestiegene Interesse an eine nachhaltig produzierten Kleidung  ohne Ausbeutung, Kinderarbeit, Pestizide und unnötigem Ressourcenverbrauch.

 

 

Den richtigen Schalter umlegen – mit Ökostrom

Wer in der Urlaubszeit einen sommerlichen Regentag vor sich hat, freut sich im Allgemeinen auf einen gemütlichen Lesenachmittag oder ähnlich beschauliche Dinge. An einem solchen Tag bietet sich aber auch eine gute Möglichkeit, sich endlich um die Dinge zu kümmern, die bereits lange auf Erledigung warten. Zum Beispiel der Umstieg auf einen Ökostromanbieter.

 

 

9. Was bleibt – der CO2-Fußabdruck

Den Fußabdruck nicht zu tief werden lassen.

Wer bereits Ökostrom bezieht und sein Lieblingsbuch ausgelesen hat, unternimmt vielleicht an einem Tag mit Sommerregen einen erfrischenden Spaziergang – vielleicht sogar Barfuß. Wer dann zurück in Haus kommt, hinterlässt feuchte Fußabdrücke, die bald wieder verschwunden sind.

 

Anders sieht das mit dem persönlichen CO2-Fußabdruck aus, denn die eigene Bilanz der CO2-Emissionen kann sich nachdrücklich negativ auf das globale Klima auswirken. Ein Regentag ohne besondere Pläne ist daher ein perfekter Termin, um über den eigenen Energieverbrauch, den Lebensstil und viele andere Gewohnheiten nachzudenken. Im Netz gibt es mehrere CO2-Rechner, mit denen der eigene Fußabdruck ermittelt werden kann.

 

 

10. Haushaltskasse optimieren

Regentage gehören zum Sommer in Deutschland – und das ist eigentlich auch gut so. Daher noch ein Tipp für eine sinnvolle Indoor-Aktivität: Klimaschutz und Nachhaltigkeit durch persönliches Verhalten zu betreiben ist sehr gut. Noch effektiver werden jedoch viele Aktionen, wenn sich viele zusammentun und Projekte anschieben, die einen relevanten Beitrag für den Klimaschutz leisten können. Eine gute Möglichkeit bieten daher nachhaltige Geldanlagen, denn hier können Anleger sicher sein, dass ihr Geld nur ethischen und ökologischen Projekten landet. Kompetente Beratung in diesem Bereich bietet Grünes Geld.

 

 

Carmen Junker

Verfasser des Beitrages: Carmen Junker ist Gründerin der Grünes Geld GmbH und Geschäftsführerin der Grünes Geld GmbH. Carmen Junker:“ Ein Grund mein berufliches Wirken speziell auf die Nachhaltige Geldanlage auszurichten ist, die Welt ein Stück positiver zu gestalten mit den Mitteln und Kenntnissen die mir zur Verfügung stehen. Aus der Verantwortung für die kommende Generation und weil ich selbst noch einige Jahre auf diesem schönen Planeten verbringen möchte“.

Nachhaltige Branchen 5 – Lebensmittelindustrie

Dienstag, 23. Mai 2017
Zusammenfassung: Nachhaltigkeit in der Lebensmittelindustrie wird schnell auf die Faktoren „Bio“ und „Fair Trade“ reduziert. Aber auch der verantwortungsvolle Umgang mit Energie, Land und Wasser sind wichtige Faktoren in diesem Bereich. Generell hat das Interesse der Verbraucher am Thema Nachhaltigkeit zugenommen. Der Zusammenhang zwischen Lebensstil, Ernährungsweise und Klimaveränderung ist in den Köpfen angekommen.

 

 

Das Interesse an nachhaltig produzierten Lebensmitteln steigt.

Das Bewusstsein für die Gefahren des Klimawandels ist gestiegen. Entsprechend zugenommen hat das Interesse an mehr Nachhaltigkeit in nahezu allen Bereichen des täglichen Lebens. Denn immer mehr Menschen in den Industrienationen wird klar, dass unser Lebensstil, unser Umgang mit Energie und unsere Lebensmittelproduktion mit für die Klimakrise verantwortlich sind.

 

Dabei rückt die Ernährung besonders in den Mittelpunkt der Betrachtung. Denn hier kann jeder einzelne durch sein Einkaufs- und Konsumverhalten direkten Einfluss ausüben. Generell nimmt die Nachfrage nach Lebensmitteln, die nachhaltig erzeugt wurden zu. Eine Trend, auf den die Branche versucht entsprechend zu reagieren.

 

Laut Angaben der Bundesvereinigung der deutschen Ernährungsindustrie nimmt die Bedeutung der Qualität der Lebensmittel als Kaufentscheidung zu. Rund 27 Prozent der Konsumenten legen Wert auf eine bewusste, nachhaltige und gesunde Ernährung. Der gleiche Anteil an Verbraucher ist dabei auch bereit, höhere Preise zu akzeptieren.

 

 

Spannungsfeld Industrie und Nachhaltigkeit

Nachhaltiger Konsum zählt aktuell zu den wichtigsten Trends, denn immer mehr Verbraucher in Deutschland wollen mit ihrer Kaufentscheidung die Weichen für eine soziale, umwelt- und klimafreundliche Zukunft mit stellten. Entsprechend dieser steigenden Nachfrage verändert sich auch das Angebot.

 

Dabei bestehen vielfältige Spannungsfelder. Denn westliche Verbraucher freuen sich über die reichhaltige Auswahl in den übervollen Regalen der Supermärkte und Discounter, stehen zugleich aber auch der enormen Verschwendung und Vernichtung von Lebensmitteln kritisch gegenüber.

 

Eine weitere Spannung bildet sich bereits durch den Begriff der Lebensmittelindustrie. Denn die industrielle Produktionsweise steht Gegensatz zur handwerklichen Herstellung, wie sie bei vielen Bio-Produkten und in der Slow Food-Bewegung propagiert werden.

 

Durchaus wichtige Aspekte, denn Nachhaltigkeit muss in der Lebensmittelproduktion weit über die reinen Qualitätsanforderungen der Konsumenten aus den reichen Industrienationen hinaus gehen. Nachhaltigkeit umfasst hier auch Aspekte der Verteilung und des fairen Welthandels.

 

Schließlich geht es hier nicht allein um rund 80 Millionen potenziell kritischer Verbraucher in den deutschen Supermärkten, sondern um die Antwort auf die Ernährungsfrage von bald zehn Milliarden Menschen weltweit. Nicht zuletzt lautet eines der vorrangigen  Nachhaltigkeitsziele der Vereinten Nationen, den Hunger zu bekämpfen.

 

Nur wenige Lebensmittelkonzerne beherrschen den weltweiten Markt.

Kritisch gesehen wird in diesem Zusammenhang allerdings die zunehmende Konzentration der Lebensmittelproduktion auf nur wenige Konzerne weltweit. Im Jahr 2013 legte die Hilfs- und Entwicklungsorganisation Oxfam erstmals ein vergleichendes Ranking für die zehn größten Lebensmittelkonzerne der Welt vor. Im Mittelpunkt der Untersuchung stand deren soziales und ökologisch nachhaltiges Handeln.

 

An der Spitze behaupteten sich die beiden Lebensmittelmultis Nestlé und Unilever, da sie – im Gegensatz zu ihren Mitbewerbern – bereits Maßnahmen eingeleitet hatten, um soziale und ökologische Mängel in ihrer Lieferkette zu begegnen. Nestlé kündigte an, die Situation der Kakaobäuerinnen verbessern zu wollen, die Unilever Fundation engagiert sich mit Oxfam in Projekten zur Armutsbekämpfung. Generell fiel die Oxfam-Studie „Behind the Brands“ allerdings ernüchternd aus, denn kaum ein Großkonzern nutzt sein Marktposition aus, um eine weltweite Ernährungsgerechtigkeit voranzubringen. Größtes Problem dabei war und ist, dass sich viele Angaben der Hersteller kaum belegen lassen. Darüber hinaus herrscht unter den Konzernen ein großes Stillschwiegen über die Herkunft der Rohstoffe und die Umstände wie und wo diese gewonnen wurden. Außerdem untersuchte Oxfam die Nachhaltigkeitsberichte der Konzerne und versuchte die Anstrengungen der Konzerne in Sachen Frauenrechte, fairer Bezahlung und Arbeitsbedingungen herauszufinden. Außerdem wollte die Organisation wissen, welche Maßnahmen die Konzerne gegen den Klimawandel unternehmen, wie Landraub, das sogenannte Landgrabbing, verhindert wird ein verantwortlicher Umgang mit Wasser und Energie aussieht. Die meisten Konzerne verwiesen mehr auf ihre Hilfsprojekte in verschiedenen Ländern, denn auf ihre Aktivitäten im Bereich der fairen Zusammenarbeit mit Zulieferländern oder ihr ökologisch nachhaltiges Engagement.

 

Nachhaltigkeit bleibt jedoch eines der bestimmenden Themen der Lebensmittelindustrie. Neben den globalen Konzernen existiert auch weiterhin große Anzahl an nationalen und lokalen Nahrungsmittelherstellern, die dem Trend zu mehr Nachhaltigkeit begegnen müssen.

 

 

Nachhaltigkeit in der Lebensmittelindustrie

Nachhaltigkeit hat als neuer und wichtiger Trend in der Lebensmittelbranche das Thema Ökologie um die Aspekte des fairen Handels und der sozialen Gerechtigkeit erweitert. Gemäß einer Untersuchung der Deutschen Landwirtschaftsgesellschaft (DLG), hat sich der Nachhaltigkeitsanspruch zum globalen Trend innerhalb der Branche entwickelt und stellt damit auch neue Herausforderungen an die Produzenten. Nachhaltigkeit stellt mittlerweile ein relevantes Differenzierungsmerkmal dar. Dabei sind die Ansprüche der Verbraucher gestiegen. Sie erwarten von den Unternehmen eine glaubhafte, nachvollziehbare und transparente Kommunikation, die belegt, dass Nachhaltigkeitsbestrebungen keine Marketingphrasen sind.

 

 

Ökologische Nachhaltigkeit mit Brief und Siegel

Um das zu belegen, setzt die Lebensmittelindustrie auf Siegel und Gütezeichen, die Verbrauchern verlässliche Auskünfte zu Inhalte und Produktionsweise der Lebensmittel geben. Weit verbreitet sind dabei bereits die Zertifizierungen, die eine ökologische Nachhaltigkeit belegen. In Deutschland ist dabei besonders das staatliche Biosiegel bekannt, das 2001 vom Bundesministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz eingeführt wurde. Seit 2012 wird dieses Siegel verpflichtend durch das EU Bio-Siegel ergänzt. Beide Siegel garantieren, dass die Produkte zu mindestens 95 Prozent aus ökologischem Landbau stammen. Insgesamt tragen rund 30.000 Artikel im Lebensmitteleinzelhandel das Biosiegel. Hinzu kommen die – zum Teil sehr viel strengeren – Siegel der ökologischen Anbauverbände, wie beispielsweise Bioland, Demeter oder Naturland. Hier werden neben den klassischen Anforderungen an den ökologischen Landbau auch vielfältige weitere Kriterien berücksichtigt. Dazu zählen unter anderem geschlossene Betriebsabläufe, Energieverbrauch, Klima- und Gewässerschutz.

 

Zudem haben viele Handelsketten eigene Biosiegel entwickelt, beispielsweise „BioBio“ von Plus oder „Füllhorn“ von Rewe. Die entsprechenden Produkte tragen im Allgemeinen auch das staatliche Bio-Siegel, sollen aber Verbraucher durch die präsente Markenbezeichnung eine zusätzliche Orientierung in der Warenwelt bieten.

 

 

 Nachhaltigkeit ist mehr als „Bio“

Zum Beispiel Bananen: Fairer Handel setzt sich durch.

Durch das gestiegene Interesse der Verbraucher an nachhaltigen Lebensmitteln, haben auch die Siegel des fairen Handels an Bedeutung gewonnen und ziehen in den letzten Jahren vermehrt von den klassischen Eine-Welt-Läden in die Regale der großen Handelsketten ein. Am weitesten verbreitet sind dabei die Siegel TransFair/Fair Trade, das bereits seit 25 Jahren vergeben wird, Gepa oder BanaFair.

 

Bei diesen Siegeln können Verbraucher darauf vertrauen, dass Kleinbauern und Produzenten in den Herkunftsländern sichere Arbeitsbedingungen vorfinden und existenzsichernde Löhne erhalten. Zu den Kriterien der sozialen Nachhaltigkeit zählen außerdem langfristige Verträge und Abnahmegarantien, eine gerechte Verteilung der Lebens- und Bildungschancen sowie das Verbot von Kinderarbeit und die Einhaltung der Menschenrechte generell. Etwas 70 Prozent der Produkte aus fairem Handel werden derzeit auch nach den Kriterien des ökologischen Anbaus erzeugt. Das schützt die Biodiversität vor Ort und beugt einen Raubbau an Urwaldgebieten vor, um neue Plantagen aufzubauen.

 

 

Nachhaltiges Wirtschaften in der 360-Grad-Perspektive

Siegel schaffen Vertrauen und geben verbindliche Standards vor. Bislang stehen die Siegel jedoch nur für einzelne Nachhaltigkeitskriterien, denn es gibt kein Nachhaltigkeits-Siegel für Lebensmittel.

 

Eine umfassende Beurteilung der Nachhaltigkeit der Lebensmittelbranche ist schwierig, denn sie umfasst eine Vielzahl relevanter Faktoren, die über die Teilaspekte „Bio“ und „Fair Trade“ hinaus gehen. Schließlich definiert die Weltkommission für Umwelt und Entwicklung Nachhaltigkeit als dauerhafte Entwicklung, die Bedürfnisse der jetzigen wie der künftigen Generation befriedigen kann. Daher ist der verantwortungsvolle Umgang mit den natürlichen Ressourcen Wasser, Luft, Boden sowie sämtlichen Rohstoffen eine grundsätzliche Voraussetzung für nachhaltiges Wirtschaften. Dabei soll die biologische Artenvielfalt und die Bedürfnisse der Weltbevölkerung genauso geschützt werden, wie das globale Klima als Lebensgrundlage.

 

Selbstgemacht, lecker und nachaltiger als Convenience.

Entsprechend zählen auch der Energieverbrauch im Unternehmen, der Einsatz von Erneuerbaren Energien und Effizienzmaßnahmen zu wichtigen Aspekten des Nachhaltigkeitsmanagements. Darüber hinaus muss sich ein nachhaltig wirtschaftendes Unternehmen auch an seinem Umgang mit Wasser, Fragen der Logistik und dem Weg zum Kunden und viele weitere Faktoren messen lassen. Wie bereits bei vielen Produkten und Aktivitäten, beispielsweise Flugreisen, lässt sich auch bei Lebensmitteln ein ökologischer Fußabdruck ermitteln, der Informationen über die Umwelt- und Klimawirkung gibt. Stark verarbeitete Lebensmittel mit staatlichem Bio-Siegel werden bei einer solchen Berechnung eher schlechter abschneiden, als einfache Produkte aus einem regionalen Hofladen, die möglicherweise nicht zertifiziert sind. Immerhin fließen rund 20 Prozent des Energieverbrauchs in Deutschland in unsere täglichen Lebensmittel.

 

 

Vegane Lebensmittel – Nachhaltigkeit 2.0

Bitte recht klimafreundlich!

Eine ungünstige CO2-Bilanz weisen generell Produkte mit tierischen Inhaltsstoffen auf – auch dann, wenn die Tiere artgerecht gehalten werden. Generell befinden sich vegane Lebensmittel im Aufwind, dabei zeichnet es sich ab, dass die vegane Lebensweise nicht nur ein kurzfristiger Trend sein wird. Aktuell liegt der Anteil der Bevölkerung, die sich vegan ernährt, bei etwa einem Prozent. Vegane Produkte liegen aber auch bei Vegetariern und Flexitariern hoch im Kurs, so dass sich die Nachfrage auf einem weit höheren Niveau einspielt.

 

Viele Anbieter veganer Lebensmittel produzieren sehr nachhaltig. Dabei zum einen natürlich der Verzicht auf energieaufwändige tierische Inhaltstoffe ins Gewicht. Zum anderen fühlen sich vegane Unternehmen – nicht zuletzt durch ihren alternativen Geschäftsansatz – nachhaltigen Kriterien wie ökologischer Landwirtschaft oder energieeffizienten Maßnahmen verpflichtet. Das Zusammenspiel vegan und biologisch ist allerdings nicht zwingend. Wer Gentechnologie und Agrarchemie ausschließen will, benötigt mehr Informationen als das Vegan-Label.

 

Im Bereich der nachhaltigen Geldanlagen hat sich mittlerweile ein reger Markt für vegane Investments entwickelt. Diese sind dabei auch für Anleger interessant, die Themen wie Massentierhaltung aus ihrem Portfolio generell ausschließen wollen. Interessant sind auch Vegan-Aktien, die vom Trend zur veganen Lebensweise wirtschaftlich profitieren.

 

 

Nachhaltige Geldanlagen bringen Veränderungen

Bewusste Konsumentscheidungen zu treffen, um soziale Gerechtigkeit zu fördern sowie Umwelt und Klima zu entlasten ist sinnvoll und treibt positive wirtschaftliche Veränderungen voran. Auch im Bereich der Geldanlagen lohnt es sich, auf nachhaltige Investments zu setzen. Denn gerade in der Welt der Finanzen fallen richtungsgebende Entscheidungen.

 

Wer also lieber in biologische Landwirtschaft als in multinationale Konzerne investieren will, Erneuerbare Energien bevorzugt oder auch umweltfreundliche Technologien und Logistikkonzepte voranbringen will, findet bei Grünes Geld leicht ein passendes Finanzprodukt. Grünes Geld, ein erfahrener Anbieter nachhaltiger Geldanlagen, hat mehr als 300 interessante Investments im Angebot. Sämtliche Produkte fördern nicht nur eine soziale und ökologische Entwicklung, sondern sind auch hinsichtlich ihrer finanziellen Erträge eine gute Entscheidung.

 

 

 

 

 

Portraitfoto Gerd Junker

Gerd Junker ist Co-Gründer und Geschäftsführer der Grünes Geld GmbH. Gerd Junker: „Wir leben was wir tun! Und das ist ganz einfach, denn der doppelte Nutzen von grünen Geldanlagen ist überzeugend – die Welt verbessern und Rendite erhalten.“ Mehr zu ihm und Grünes Geld auf auf Xing, Facebook oder Twitter.

Nachhaltige Branchen 4 – Süßwarenindustrie

Dienstag, 02. Mai 2017
Zusammenfassung: Das Thema Nachhaltigkeit ist bei den Süßwarenproduzenten angekommen. Berichte über Kinderarbeit auf Kakaoplantagen und die massenhafte Verwendung von Palmöl haben viele Verbraucher sensibilisiert. Der Verband der Süßwarenindustrie (BDSI) setzt durchaus ambitionierte Ziele. Einige Unternehmen sind bereits aktiv und gehen Nachhaltigkeitskonzepte engagiert an.

 

 

Süßes macht glücklich – im besten Fall Produzenten und Konsumenten.

Das Thema Nachhaltigkeit ist in der Süßwarenindustrie angekommen. Einer der wichtigen Aspekte ist dabei die nachhaltige Gewinnung der Rohstoffe, allen voran Zucker und Kakao. Bio- und Fairtrade-Produkte boomen und bringen neue Impulse in die Branche. Einige Unternehmen betreiben bereits ein gutes Nachhaltigkeitsmanagement. Treiber der Nachhaltigkeitsstrategien sind aber auch viele Konsumenten, die durch Berichte über Kinderarbeit auf Kakaoplantagen und den klima- und umweltschädlichen Anbau von Palmöl neue Qualitätsansprüche an die Produkte stellen.

 

 

Vom Luxusartikel zum Massenprodukt

Süßigkeiten waren lange Zeit Luxusartikel, die nur selten verzehrt wurden. Die Lust auf Süßes wurde am ehesten durch süßes Obst gestillt. Honig war als frühes Süßungsmittel bekannt, begehrt und teuer. Ebenso wertvoll waren Kakao und Rohrzucker, die durch den Kolonialhandel nach Europa kamen.

 

Zuckerpreis sinkt im 19. Jahrhundert.

Süßigkeiten waren entsprechend Luxusartikel, die nur vom Adel und reichen Kaufmannsleuten konsumiert wurden. Zuckerrüben waren zwar schon lange bekannt, galten aber gemeinhin als Tierfutter. Erst im 18. Jahrhundert entdeckte ein Berliner Apotheker die heimische Zuckerquelle. Anfang des 19. Jahrhunderts entstand die weltweit erste Rübenzuckerfabrik in Schlesien. Durch Neuzüchtungen konnte der Zuckergehalt der Rüben erhöht werden. Zucker wurde billiger und konnte als Massenkonservierungsmittel eingesetzt werden. In der Folge florierten Konfitüren und Marmeladen. Ab 1850 begann der Zuckerpreis durch die industrielle Herstellung zu fallen und Zucker zog als alltägliches Nahrungsmittel in die Haushalte ein. Diese Entwicklung hält bis heute an. Zucker zählt heute zu den preisgünstigen Lebensmitteln, der hohe Verbrauch wird hinsichtlich der gesundheitlichen Auswirkungen mittlerweile eher kritisch gesehen.

 

Dennoch haben Süßigkeiten einen festen Platz in unserer Esskultur gefunden, denn auch Zucker-Puristen akzeptieren Süßwaren – mindestens zu speziellen Anlässen – und kritisieren eher den versteckten Zucker.

 

Im Durchschnitt werden in Deutschland täglich rund 50 Gramm Süßigkeiten gegessen. Das entspricht ungefähr einer halben Tafel Schokolade oder einer Viertel Tüte Fruchtgummi. Männer sind statistisch gesehen etwas naschhafter als Frauen. Obwohl Süßwaren extrem günstig in Supermärkten angeboten werden, ist der mengenmäßige Konsum relativ stabil. Der Anteil der Süßwaren, inklusive Eis und Kuchen liegt bei weniger als 5 Prozent gemessen an allen verzehrten Lebensmitteln.

 

 

Stabile Süßwarenindustrie

Süßigkeiten für täglich rund 30 Cent.

Jeder Deutsche gibt im Durchschnitt etwa 109 Euro jährlich für Süßigkeiten, Knabberartikel und Speiseeis aus. Insgesamt setzten die Süßwarenhersteller 2010 und 13,5 Milliarden Euro um. Die deutsche Süßwarenindustrie ist damit die viertgrößte Branche innerhalb der Nahrungsmittelhersteller.

 

Während Umsätze und durchschnittlicher Verbrauch seit einigen Jahren relativ konstant bleiben, verändert sich das Süßwarenangebot durchaus. Die Branche spiegelt generell die gesellschaftlichen Konsumgewohnheiten wider. Zum einen die Nachfrage nach sehr billigen Produkten, zum anderen ein steigendes Interesse an hochpreisigen Süßwaren wie dunklen Schokoladen und Produkten aus Manufakturen.

 

 

… kleine Manufakturen

Gerade bei den Konsumenten im Luxussegment, werden Süßigkeiten als Kulturgut wahrgenommen. Entsprechend verzeichnen auch Nischenanbieter, wie Bonbon-Manufakturen und handwerkliche Confiserie eine stabile Nachfrage. Wie sehr Süßigkeiten zu unserem Leben gehören, belegen auch kulturelle Einrichtungen, wie das Berliner Zuckermuseum oder das Kölner Schokoladenmuseum.

 

 

… und Branchenriesen

Mehrere deutsche Hersteller unter den TopTen der internationalen Süßwarenproduzenten.

Mit einem geschätzten Jahresumsatz von 10,3 Milliarden Euro gilt das italienische Unternehmen Ferrero als Nummer eins im Markt der reinen Süßwarenproduzent, gefolgt von der Süßwarensparte des US-amerikanische Herstellers Mars Incorporated. Platz drei im internationalen Ranking nimmt bereits ein deutsches Unternehmen ein, die westfälische August Storck KG, die durch die Produktion von Handelsmarken für Discounter einen hohen Marktanteil erreicht.

 

Ebenso in der Top Ten vertreten sind die Süßwaren-Bereiche der internationalen Lebensmittelkonzerne Kraft Foods/Mondelez (USA) und Nestlé (Schweiz). Von den reinen Süßwaren-Anbietern können sich außerdem der Bonner Gummibärchen-Produzent Haribo und die Aachener Lambertz-Gruppe im Markt behaupten. Darüber hinaus spielt auch der reine Schokoladenanbieter Lindt & Sprüngli aus der Schweiz im internationalen Markt eine Führungsrolle.

 

 

Nachhaltigkeit auf der Agenda der Süßwarenindustrie

Der Bundesverband der deutschen Süßwarenindustrie e.V. (BDSI) hat sich das Thema Nachhaltigkeit auf die Fahne geschrieben. Der Verband vertritt die wirtschaftlichen Interessen seiner Mitgliedsunternehmen. Diese bestehen sowohl aus mittelständischen Süßwarenproduzenten als auch aus Vertretern der deutschen Niederlassungen internationaler Anbieter.

 

Im Mittelpunkt der Nachhaltigkeitsbestrebungen stehen dabei die Lebensmittelrohstoffe und die nachhaltige Produktion. Dabei gilt es, soziale, ökologische und wirtschaftliche Gesichtspunkte miteinander zu harmonisieren.

 

Ein relevanter Faktor ist es dabei, Umwelt- und Sozialstandards für die Zulieferer festzulegen und vor allem Kinderarbeit strikt auszuschließen. Außerdem liegt ein Schwerpunkt der gemeinsamen Verbandsarbeit in der Nutzung von nachhaltig produziertem Kakao.

 

 

Kinderarbeit ausschließen

Fair gehandelte Rohstoffe – Teil einer Nachhaltigkeitsstrategie.

Kinderarbeit ist das Top-Thema in Sachen Nachhaltigkeit für die Süßwarenindustrie, denn zwei wichtige Rohstoffe sind besonders in die öffentliche Kritik geraten: Kakao und Haselnüsse.

 

Kakao wird in erster Linie in Entwicklungsländern angebaut. Hier wirken die Folgen jahrhundertelanger kolonialer Ausbeutung noch bis heute nach. Rund 14 Millionen Menschen arbeiten in Westafrika und Südamerika in der Kakaoproduktion. Kinderarbeit ist dabei vor allem in den afrikanischen Staaten noch eine gängige Praxis, denn viele Familien sind auf die zusätzliche Einnahmequelle angewiesen. Darüber hinaus gehen Experten davon aus, dass mehr als 200.000 Kinder als Sklaven auf den Kakaoplantagen arbeiten müssen. Die Kinder wurden meist aus den Nachbarstaaten entführt und verschleppt.

 

Rund 70 Prozent des Kakaos kommt aus den westafrikanischen Staaten Elfenbeinküste und Ghana. Deutschland ist eines der wichtigsten Importeure von Kakao, gut zehn Prozent der weltweiten Kakaoernte wird hier verarbeitet. Aufgrund dieser exponierten wirtschaftlichen Stellung ist eine konsequente Kontrolle der Zulieferer und eine Überwachung der Standards eine wichtiger Teil einer ernst gemeinten Nachhaltigkeitsstrategie.

 

Während die Kakao-Problematik durch vielfältige Berichte und Dokumentationen zunehmend ins Zentrum des öffentlichen Interesses rückt, steht noch ein weiterer Rohstoff in der Kritik: Haselnüsse. Hier ist die Türkei ein Hauptproduzent.

 

Gemeinsam mit der europäischen Interessensvertretung der Süßwarenproduzenten Caobisco versucht der BDSI gegen die Kinderarbeit in der türkischen Landwirtschaft, besonders in den Haselnussgärten, vorzugehen. Da sich die Durchsetzung eines Verbotes der Kinderarbeit in der Praxis als schwierig erwiesen hat, haben die Verbände konkrete Programme entwickelt und vor Ort umgesetzt. So werden direkt in den Camps der Wanderarbeiter soziale Projekte umgesetzt, um Kindern einen Ausweg aus der missbräuchlichen Arbeitssituation zu bieten.

 

Arbeitssicherheit und fairer Lohn für alle

Ein wichtiger Punkt in der Nachhaltigkeitsstrategie der Süßwarenhersteller ist klar die Ausschließung von Kinderarbeit. Aber auch die erwachsenen Mitarbeiter vor Ort haben ein Recht auf eine faire Entlohnung und wirkungsvolle Maßnahmen zur Arbeitssicherheit. In diesem Bereich haben viele Unternehmen noch keine Lösungen, wie die gesamte Lieferkette transparent nachvollzogen und die Überwachung von Standards bei Lieferanten verlässlich abgebildet werden kann. Einige Hersteller initiieren jedoch bereits Projekte in den Herstellungsländern und versuchen die Lebens- und Arbeitsbedingungen der Arbeiter und ihrer Familien langfristig zu verbessern.

 

Vielfach setzt sich das Fairtrade-Siegel, als Qualitätsstandard durch und gewinnt das Vertrauen der Verbraucher.

 

 

Nachhaltiger Anbau der Rohstoffe

Nachhaltiger Anbau der Rohstoffe ist ein Feld, in dem sich der Verband der Süßwarenindustrie zunehmend engagiert. Dabei steht in erster Linie die Kakaoerzeugung im Mittelpunkt des Handelns. Der Verband hat in einer Nachhaltigkeitserklärung 2012 seinen Mitgliedern empfohlen, den Anteil von nachhaltig erzeugtem Kakao in den Produkten signifikant zu erhöhen und Lieferketten nachvollziehbar zu machen.

 

Außerdem fordert der BDSI den Einsatz von nachhaltig zertifiziertem Palmöl. Ein wichtiges Anliegen, denn gerade der massenhafte Einsatz des Palmöls verursacht durch Brandrodungen der Regenwälder und dem massenhaften Anbau der Ölpalmen in Monokulturen enorme Schäden an Klima und Umwelt.

 

 

Nachhaltigkeit als Shareholder Value

Mittelständische Unternehmen im privatem Besitz, haben es vergleichsweise einfach, Nachhaltigkeitskonzepte zu entwickeln und umzusetzen. Schwieriger ist es bei Unternehmen, die dem Shareholder Value verpflichtet sind. Sie müssen besonders unter Beweis stellen, dass eine konsequente Nachhaltigkeitsstrategie nicht auf Kosten der Anleger geht.

 

Das Fachmagazin ECOreporter hat mehrere Süßwarenproduzenten unter die Lupe genommen und bescheinigt dabei dem Schweizer Schokoladenhersteller Lindt & Sprüngli gute Ergebnisse in Sachen Nachhaltigkeit. Dabei konnten sich die Anleger im letzten Jahr zum 13. Mal in Folge über eine steigende Dividende freuen. Das Traditionsunternehmen verfolgt ambitionierte Ethik- und Nachhaltigkeitsziele, die alle Rohstofflieferanten vom Kakaobauern über den Milchlieferanten bis zum Vanillepflückern umfassen. Allerdings unterzieht sich Lindt & Sprüngli keiner externen Zertifizierung.

 

Auch US-Produzent Hershey Company fährt gut mit seinem Nachhaltigkeitskonzept. Die Aktie des Unternehmens ist im Aktienindex Standard & Poor’s 500 gelistet und entwickelt sich positiv. Das Unternehmen wird größtenteils durch eine karitative Stiftung kontrolliert. Hershey’s hat bereits 2005 mit einigen anderen großen Schokoladenproduzenten das Kakaoprotokoll, das sogenannte Harkin-Engel-Protokoll, unterzeichnet, das von den gleichnamigen amerikanischen Senatoren sowie acht Schokoladenherstellern und Menschenrechtsorganisationen ausgearbeitet wurde. Inhalt ist eine Selbstverpflichtung der Unterzeichner gegen ausbeuterische Kinderarbeit sowie eine interne Zertifizierung. Hershey’s hat sich außerdem zum Ziel gesetzt, bis zum Jahr 2020 nur noch mit zertifiziertem und nachhaltig angebauten Kakao zu produzieren und seine Treibhausgasemissionen bis 2025 zu halbieren. Darüber hinaus will das Unternehmen nur Palmöl aus nachhaltigem Anbau nutzen und die Herkunft bis 2020 vollständig transparent machen. Rund ein Drittel des von Hershey’s verwendeten Kakaos verfügt aktuell bereits über eine Zertifizierung von Fair Trade, Rainforest Alliance und UTZ Certified.

 

 

Süße Investments ohne bitteren Nachgeschmack

Investieren ohne bitteren Nachgeschmack!

Auch wenn viele Nachhaltigkeitsbestrebungen in der Süßwarenindustrie noch nicht konsequent umgesetzt werden, befindet sich die Branche auf einem guten Weg. Befördert wird die Entwicklung durch ein generell gestiegenes Interesse an Bio- und Fairtrade-Produkten und der Popularität einzelner Produkte, wie der Guten Schokolade, die als erfolgreichster Produktlaunch im Fairtrade-Segment gilt.

 

Im Nachhaltigkeitsbereich gibt es mit Forest Finance einen Anbietern, der Anlegern direkt die Investion in Kakao anbietet. Mit dem KakaoWald sollen faire Erntebedingungen und gerechte Löhne sichergestellt werden.

 

Während Qualitätssiegel und Zertifizierungen beim Einkauf von Süßigkeiten helfen können, ist es nicht immer einfach, die richtige Entscheidung zu treffen, wenn es um Vermögensaufbau und Geldanlagen geht. Wer hier nachhaltig anlegen will, ist mit einem erfahrenen Experten an seiner Seite gut beraten. Grünes Geld, Spezialist für ethische und ökologische Geldanlagen hat mehr als 300 interessante Investments im Angebot. Ohne Kinderarbeit, Waffenhandel, Klimaschädigung und anderen zerstörerischen Bereichen. Machen Sie den Grünes Geld Test und finden sie Ihre persönliche und nachhaltige Anlagestrategie – ganz ohne bitteren Nachgeschmack.

 

Zum Grünes Geld Test

 

 

Portraitfoto Gerd Junker

Gerd Junker ist Co-Gründer und Geschäftsführer der Grünes Geld GmbH. Gerd Junker: „Wir leben was wir tun! Und das ist ganz einfach, denn der doppelte Nutzen von grünen Geldanlagen ist überzeugend – die Welt verbessern und Rendite erhalten.“ Mehr zu ihm und Grünes Geld auf auf Xing, Facebook oder Twitter.

Essen statt Wegwerfen – aktiv gegen die Lebensmittelverschwendung vorgehen

Freitag, 21. April 2017
Zusammenfassung: Weltweit haben 795 Millionen Menschen Hunger. Gleichzeitig landen jährlich rund 220 Tonnen essbarer Lebensmittel in den Abfalltonnen der Industrienationen. Dabei besteht ein enger Zusammenhang zwischen der Lebensmittelverschwendung auf der einen Seite und der Armut auf der anderen Seite der Welt. Ein ethisch verantwortungsvoller Umgang mit Nahrung muss ins Bewusstsein rücken. Vielfältige Initiativen machen sich für das Thema stark.

 

 

Lebensmittel gehören auf den Teller.

Die beiden ersten Nachhaltigkeitsziele der Vereinten Nationen sind die Bekämpfung von Armut und Hunger bis zum Jahr 2030. Diese Ziel weltweit zu erreichen, wird nicht einfach sein. Denn Kriege, Naturkatastrophen und die Folgen der Klimaerwärmung stellen enorme Hemmnisse dar. Hinzu kommen vielfältige globale wirtschaftliche Verflechtungen, die zu tiefen Gräben zwischen Arm und Reich geführt haben und schwer zu überwinden sind.

 

Aktuell leben fast 7,5 Milliarden Menschen auf der Erde. Davon haben 795 Millionen Menschen in den sogenannten Entwicklungsländern nicht genug zu essen. Die Mehrheit der Hungernden lebt im Wirtschaftsraum Asien/Pazifik. Gemessen am Anteil der Bevölkerung ist jedoch Afrika am stärksten vom Hunger betroffen. Dort werden 20 Prozent der Bevölkerung nicht satt. Hunger ist damit die größte Geisel der Menschheit und jährlich für mehr Tote verantwortlich als AIDS, Malaria und TBC zusammen.

 

 

Hunger versus Überfluss

Manch einer erinnert sich noch an die Belehrungen seiner Eltern oder Großeltern. Diese forderten mit Nachdruck dazu auf, den Teller leer zu essen, weil in Afrika Kinder hungern müssen. Daran war zwar nicht der kindliche Esser schuld, jedoch war und ist der Hunger in den armen Ländern eng verknüpft mit dem Überfluss und der Lebensmittelverschwendung in den Industrienationen.

 

Im Zuge der Globalisierung verstärkt sich diese Abhängigkeit noch weiter. Die Weltbevölkerung wächst weiter an. Bevölkerungsreiche Staaten wie beispielsweise China – das derzeit noch zu den Schwellländern zählt – verbessern ihre wirtschaftliche Situation. Das bringt veränderte Lebensgewohnheiten mit sich. In der Folge nimmt die Nachfrage nach Lebensmitteln rasant zu, in erster Linie nach Fleisch und anderen tierische Erzeugnissen.

 

Eine kritische Entwicklung für Umwelt und Klima auf der einen Seite, denn gerade tierische Lebensmittel benötigen viel Fläche und Wasser. Darüber hinaus trägt die industrielle Tierhaltung auch zum vermehrten Ausstoß vom klimaschädlichen Treibhausgas Methan bei.

 

Getreideanbau kann viele Menschen satt machen.

Auf der anderen Seite ist der steigende Fleischkonsum auch ein Problem, da in der Viehzucht Getreide als Futtermittel genutzt wird. Um ein Kilo Schweinfleisch zu erzeugen, müssen drei Kilo Getreide verfüttert werden, bei Rindfleisch liegt die Bilanz noch ungünstiger. Hier werden sieben Kilo Getreide benötigt. Bei einer Weltbevölkerung, die sich gerade anschickt, die 10 Milliarden-Grenze zu überschreiten, wird die Frage nach der Ernährungssicherheit überlebenswichtig, denn der steigende Fleischkonsum in den reichen Teilen der Welt trägt entscheidend zu einer Verknappung von Getreide und zu steigenden Preisen auf dem Weltmarkt bei. Damit werden Grundnahrungsmittel in den armen Ländern teuer – teilweise unerschwinglich.

 

Um diese enormen Mengen Getreide anzubauen werden große Ackerflächen benötigt. Um diesen Landbedarf zu decken kaufen reiche Staaten zunehmend Land in den Entwicklungsländern auf. Dafür werden traditionell arbeitende Kleinbauern häufig von ihrem Land vertrieben und zwangsenteignet. Sie stehen nach dem Verlust ihres Landes vor dem wirtschaftlichen Aus.

 

Ein bewusster und verantwortungsvoller Umgang mit Lebensmittel in den Industrienationen und Schwellenländern kann diese Faktoren entschärfen. Denn hier schließt sich wieder der Kreis: Weggeworfene Lebensmittel in den Industrienationen fehlen in den Hunger-Regionen. Für das eingangs zitierte Bild vom „Teller leer essen“ sollte die Konsequenz allerdings lauten: Lieber nicht mehr als benötigt auftischen und einkaufen. So landen Nahrungsmittel nicht im Abfall.

 

 

Nicht einfach „ab in die Tonne“

Experten gehen davon aus, dass rund ein Drittel aller Lebensmittel weltweit nicht nicht gegessen wird, sondern auf dem Müll landet.

 

Ein nachhaltiger Umgang mit Lebensmitteln endet nicht damit, ökologische erzeugte Produkte aus der Region in der richtigen Saison einzukaufen. Es geht auch darum, Mengen richtig zu kalkulieren, keine Vorräte verderblicher Produkte zu horten – „es könnte ja überraschend Besuch kommen“ – und sich nicht sklavisch an das Mindesthaltbarkeitsdatum zu halten. Denn viele Lebensmittel sind auch noch weit darüber hinaus genießbar. Um das zuverlässig zu beurteilen, sollten Konsumenten mehr auf ihre eigene Wahrnehmung achten, denn auf das Kalenderdatum.

 

 

Keine krummen Geschäft: Gemüse jenseits der Norm

Knackiges Gemüse in Bestform bleibt selten liegen.

Das gleiche gilt für Obst und Gemüse. Hier setzt die Verschwendung bereits ein, bevor sich die ersten braunen Stellen zeigen könnten: Enorme Mengen der Ernte werden bereits als Ausschuss aussortiert, bevor sie in den Handel erreichen. Schätzungen zu Folge werden in Europa zwischen 20 und 40 Prozent der Ernte nicht gegessen. Krummes Gemüse landet im Müll, wird geschreddert und untergepflügt oder verfüttert.

 

Entsprechend liegen Kartoffeln, Karotten, Gurken & Co. gleichförmig und wohlgewachsen in den Lebensmittelgeschäften. Obwohl die sogenannte Gurkenkrümmungsverordnung der Europäischen Union, wie einige andere Normierungen von Obst und Gemüse bereits 2009 außer Kraft trat, setzt der Handel auch weiterhin auf optisch einwandfreie Ware. Das bedeutet in der Praxis, dass natürlich gewachsene Früchte nur geringe Chancen haben, verkauft zu werden. Genormtes Aussehen ist wichtiger als Qualität und Geschmack. Vielfach geben Handelskonzerne den Landwirten Vorgaben, welche Farbe und Größe die Obst- und Gemüsesorten haben müssen. Dabei spielt nicht einmal unbedingt die Käuferpräferenz eine Rolle, vielmehr sind hier auch logistische Faktoren, wie die Größe von Packkisten entscheidend.

 

Angesichts des Aufwands an Wasser und Energie in der Landwirtschaft sowie dem Bodenbedarf sicher keine nachhaltige Lösung. Ob Kunden auch Früchte jenseits der Norm akzeptieren, versuchen verschiedene Initiativen unter dem Motto „Esst die ganz Ernte“ herauszufinden. Das Berliner Catering-Unternehmen „Culinary Misfits“ greift bei seinen vielfältigen Gemüsegerichten bewusst zur Ware jenseits der üblichen Norm und bietet zudem Workshops an, um die kulinarischen Außenseiter zurück auf die Teller zu bringen. Ihre Empfehlungen an die Kunden ist es, auf Märkten und in Hofläden auch bewusst krummes Gemüse zu kaufen, denn die Nachfrage bestimmt das Angebot entscheidend mit.

 

 

Spannend wie ein Krimi: „Taste the Waste“

Nicht nur krummes Gemüse landet im Müll, Lebensmittel werden an nahezu allen Stationen eines Produktes entsorgt, sei es beim Transport, in der weiterverarbeitenden Industrie, im Handel, in Restaurants und Kantinen und schließlich auch beim Endkunden selbst. In Deutschland werden geschätzt zwischen 10 und 20 Tonnen essbarer Lebensmittel im Jahr weggeworfen, wieviele es genau sind, lässt sich kaum noch ermitteln. Das Worldwatch Institut geht davon aus, dass in den Industriestaaten jährlich rund 220 Millionen Tonnen an Nahrung nicht verwertet werden. Diese Menge entspricht in etwa der gesamten Lebensmittelproduktion Afrikas südlich der Sahara.

 

2011 brachte ein Dokumentarfilm die enorme Lebensmittelverschwendung in den Industrienationen in die öffentliche Diskussion. Der Regisseur Valentin Thurn zeigte mit „Taste the Waste“ den Umgang mit Lebensmitteln in den reichen Ländern. Dabei beleuchtete er die Einflüsse der Lebensmittelkonzerne, des Handels und der Werbung und sprach mit Initiativen, die sich kreativ gegen die Verschwendung einsetzen.

 

Backwaren – jederzeit in beliebiger Menge verfügbar.

In einem der eindrucksvollsten Beiträge des Films geht es um Brot, dem in Deutschland beliebtesten Grundnahrungsmittel. Da Bäckereien in großen Verbrauchermärkten vertraglich zusichern müssen, dass auch kurz vor Ladenschluss eine breite Palette an Brotsorten vorgehalten wird, ist die Anzahl der nichtverkauften Ware am Ende des Tages enorm. Ein Bäcker zeigt, wie er mit den alten Broten seine Backöfen betreibt. Damit spart er Heizöl ein, produziert jedoch direkt wieder Überschuss. Brot, das verbrannt und nicht gegessen wird.

 

Eine globale Perspektive wird am Beispiel von Bananen eingenommen: In einem französischen Großmarkt sortiert eine Mitarbeiterin aus Kamerun eingeflogene Bananen aus ihrem Heimatland aus. Denn diese können aufgrund von Flecken nicht verkauft werden. Gleichzeitig können sich in Kamerun viele Menschen keine Bananen leisten. Wegen der hohen europäischen Nachfrage sind die Preise stark angestiegen.

 

 

Foodsharing – Essensretter

In „Taste the Waste“ werden zwei sogenannte „Mülltaucher“ gezeigt, die durch das Durchsuchen von Abfalltonnen nahezu ihren gesamten Lebemsmittelbedarf decken. Ein sehr radikaler Ansatz als Zeichen gegen die Lebensmittelverschwendung. Es haben sich in den letzten Jahren jedoch auch bundesweit foodsharing-Initiativen zu einem Verein zusammengeschlossen, der möglichst vielen Menschen ermöglicht, Lebensmittel vor der Mülltonne zu retten.

 

Guten Ideen gegen Lebensmittelverschwendung setzen sich durch.

In gemeinnützigen Projekten arbeiten Privatpersonen mit lokalen Supermärkten, Händlern und Herstellern zusammen. Überschüssige Produkte werden abgeholt und verteilt, teilweise wird gemeinsam gekocht oder ganze Veranstaltungen versorgt. Auch übrige Lebensmittel und zubereitete Speisen aus Haushalten können über diese Initiativen geteilt werden. Das ist nicht nur sinnvoll, sondern schont auch die Haushaltskasse. Laut foodsharing e.V. werfen Privatpersonen in Deutschland Jahr für Jahr Lebensmittel im Wert von 22 Milliarden Euro weg, fast 300 Euro pro Person.

 

Die Gründe für die massenhafte Entsorgung von Essen sind vielfältig. 84 Prozent der Verbraucher geben an, dass die Ware verdorben oder das Mindesthaltbarkeitsdatum abgelaufen sei. Ob die Lebensmittel dennoch genießbar gewesen wären, lässt sich dann kaum noch ermitteln. Vermeidbar wäre aber die Lebensmittelverschwendung durch eine bessere Planung. Immerhin ein Viertel der Kunden gibt an, Lebensmittel wegzuwerfen, weil zu viel eingekauft wurde. Dabei machen Obst und Gemüse die Hälfte der Lebensmittel im Abfall aus. Verbraucherinitiativen gehen davon aus, dass gut 50 Prozent der in Deutschland weggeworfenen Lebensmittel durch eine vorausschauende Planung und richtigere Lagerung hätten gerettet werden können. Daher organisieren viele foodsharing-Initiativen auch Vorträge, Seminare und Kochkurse, um Wissen über eine sinnvolle Planung, Zubereitung und Aufbewahrung von Essen zu vermitteln.

 

 

 

 

Klima-Killer durch Lebensmittel-Müll und Massentierhaltung

Massentierhaltung ist für die Klimakrise mitverantwortlich.

Wenn Lebensmittel, also organische Stoffe, auf Mülldeponien landen, entsteht Methan, ein klimaschädliches Treibhausgas, das für die Erwärmung der Erdatmosphäre mit verantwortlich zeichnet. Rund 15 Prozent der globalen Methan-Emissionen basieren auf Lebensmittel-Müll, weitere 65 Prozent entstehen in der Nutztierhaltung. Damit stehen mindestens 80 Prozent der Methan-Emissionen im Zusammenhang mit den Ernährungsgewohnheiten der Industrienationen.

 

Reduziert werden kann die Entstehung von Methan durch die Kompostierung organischer Abfälle oder durch Verwertung in Biogasanlagen. Noch effektiver wirkt die Reduzierung von Lebensmitteln im Müll und von Lebensmitteln tierischer Herkunft.

 

 

Respektvoller Umgang mit Lebensmitteln

Das Problem der Lebensmittelverschwendung ist in vielen Köpfen angekommen. Immerhin geben fast 70 Prozent der Haushalte, die regelmäßig Lebensmittel wegwerfen an, dies mit einem schlechten Gefühl zu tun. Das Gefühl trügt nicht, denn weggeworfene Lebensmittel in den reichen Staaten sorgen indirekt für den Hunger in armen Ländern. Ein ethischer und respektvoller Umgang mit Nahrung ist daher eine wichtige Voraussetzung um den Hunger in der Welt zu beenden.

 

Viele wichtige Entscheidungen hängen mit den Flüssen des Geldes zusammen. „Die Geldanlage grün zu gestalten ist eine Abstimmung der Bevölkerung mit den Füßen. Das sollten wir alle nutzen. Denn es ist wirklich einfach umzusetzen“, so Gerd Junker, Geschäftsführer von Grünes Geld. Wer daher auch bei seinen Geldanlagen auf ethische und ökologische Kriterien achtet, leistet nicht nur einen wertvollen Beitrag für das globale Miteinander, sondern kann auch mit interessanten Erträgen rechnen. Grünes Geld, erfahrener Anbieter von ethischen und ökologischen Geldanlagen, berät Sie umfassend und kompetent.

 

 

 

 

Carmen Junker

Verfasser des Beitrages: Carmen Junker ist Gründerin der Grünes Geld GmbH und Geschäftsführerin der Grünes Geld GmbH. Carmen Junker:“ Ein Grund mein berufliches Wirken speziell auf die Nachhaltige Geldanlage auszurichten ist, die Welt ein Stück positiver zu gestalten mit den Mitteln und Kenntnissen die mir zur Verfügung stehen. Aus der Verantwortung für die kommende Generation und weil ich selbst noch einige Jahre auf diesem schönen Planeten verbringen möchte“.