Archiv für die Kategorie ‘Investmentfonds’

Interview: Wohlstand erhöhen, ohne Ökosysteme zu zerstören

Freitag, 31. August 2018
In Kürze: Am 21. August 2018 interviewte Grünes Geld GmbH Herrn Markus Güntner, Nachhaltigkeitsexperte bei Swisscanto Asset Management S.A. in Frankfurt. Die Kernthese von Güntner: wir müssen den Wohlstand erhöhen, ohne die Ökosystem zu zerstören.

 

Grünes Geld: Lassen Sie uns über das Thema nachhaltige Geldanlagen allgemein sprechen. Wer sich die Welt in den letzten 3 Jahren ansieht, erkennt, dass Despoten, rechtsgerichtete Nationalisten, Leugner des von Menschen verursachten Klimawandels und Autokraten in vielen Ländern an die Macht gekommen sind.

 

Auch die vormals so umweltbewussten Deutschen haben sich immer weniger engagiert bei der Energiewende gezeigt und ihre Auto’s haben sich als viel schmutziger als gedacht herausgestellt. Die Menschheit scheint von Ihrem Ziel einer nachhaltigen Entwicklung immer weiter abzukommen.

 

Machen dann nachhaltige Investments noch Sinn? Kann sich der Anleger überhaupt noch leisten, auf kritische Branchen wie Rüstung oder Erdöl zu verzichten?

 

Markus Güntner, Swisscanto

Markus Güntner: Nachhaltige Investments machen aufgrund der von Ihnen genannten Beispiele erst recht Sinn! Denn das Umdenken in Richtung Nachhaltigkeit muss weiterhin mit voller Kraft vorangetrieben werden.

 

Im Bereich der nachhaltigen Geldanlage sind ja auch durchaus positive Entwicklungen zu verfolgen. Der Ausstieg zahlreicher institutioneller Investoren aus dem Segment Kohleförderung oder deren Vorgaben an Asset Manager, das Kapital nachhaltig zu investieren, unterstreichen die wachsende Akzeptanz nachhaltiger Investments.

 

Bei Swisscanto Invest sind wir zudem davon überzeugt, dass langfristiger wirtschaftlicher Erfolg nur dann erzielt werden kann, wenn die Verantwortung gegenüber Umwelt und Gesellschaft wahrgenommen wird. Entsprechend vertreten wir die Auffassung, dass sich nachhaltiges Anlegen aufgrund der positiven Wirkung auf den Gesellschaftsnutzen, mittel- bis langfristig auch finanziell lohnt.

 

Mit unserer nachhaltigen Investmentphilosophie wollen wir Menschen ansprechen, die einen Beitrag zur Lösung des weltweiten Wachstumsdilemmas leisten wollen: denn würden alle Menschen den Lebensstil der US-Bürger kopieren, würde der Ressourcenverbrauch um den Faktor zehn ansteigen. Unser nachhaltiges Fondsmanagement sucht also nach Unternehmen, die es dem Menschen ermöglichen, den Wohlstand zu erhöhen, ohne dabei die Ökosysteme zu zerstören.

 

Grünes Geld: Das Thema Wasser-Investments ist lange im Bereich ethisch-ökologischer Anlagen etabliert. Dieses Jahr war die finanzielle Performance der Wasser-Fonds meist mau und unterhalb des weltweiten Index MSCI World. Was ist los bei den typischen Wasser-Unternehmen, weshalb verschmäht sie die Börse aktuell?

 

Markus Güntner: Ein Grund für die Performance der Wasserfonds ist in diesem Jahr, dass der Sektor Industriegüter sich weit unter dem Durchschnitt entwickelte. Die stärksten Sektoren im MSCI World waren bis dato IT und Energie.

 

Beide Sektoren haben Wasserfonds aufgrund ihres thematischen Ansatzes in der Regel stark untergewichtet. Zusätzlich entwickelten sich die defensiven Wasserversorger schwach im Vergleich zu den Versorgern insgesamt, die Strom und Gasversorger miteinschließen.

 

Doch generell bleiben für Wasserfonds, die bisher langfristig sehr zufriedenstellende Renditen lieferten, die Aussichten positiv. Wir erwarten eine solide Nachfrage nach Wassertechnologieprodukten, da die Wasserinfrastruktur in den meisten Regionen entweder überaltert ist und deswegen erneuert werden muss oder neu aufgebaut werden muss.

 

Alleine in den USA sind über 40% der Wasserleitungen gemäß der „American Society of Civil Enginieers (ASCE)“ in einem sehr schlechten Zustand. Und auch die Wirtschaftsentwicklung in den Schwellenländern wird massive Investitionen in Wasserinfrastruktur notwendig machen.

 

Wir erachten den Wassersektor weiterhin als einen attraktiven Wachstumsmarkt, welcher sich auch in einem makroökonomisch schwierigeren Umfeld gut behaupten wird. Der Sektor hat einen großen Vorteil: Es gibt für Wasser kein Substitut und es sind keine disruptiven Technologien in Sicht, welche die Wasserindustrie grundlegend verändern werden.

 

Weiter kann erwartet werden, dass Unternehmen innerhalb der Wasserindustrie aufgrund von politischen bzw. regulatorischen Rahmenbedingungen zusätzliche Unterstützung erhalten werden. Gerade deshalb ist es bei diesen Investments sinnvoll regelmässig zu investieren um die Kursschwankungen zu nutzen.

 

Grünes Geld: Der Anlagenotstand im Bereich Anleihen hält weiter an. Die Zinswende ist in den USA vollzogen, in Europa aber noch in weiter Ferne. Swisscanto hat – möglicherweise als eine der Folgen davon – Fonds verschmolzen. Was versprechen Sie sich von den Verschmelzungen? Wie reagieren Sie grundsätzlich auf die niedrigen Zinsen – machen Anleihen mit Renditen von 0,3 Prozent überhaupt Sinn für die Anleger?

 

Markus Güntner: Generell wollten wir unser Profil im Bereich Nachhaltigkeit 20 Jahre nach Lancierung unseres ersten nachhaltigen Aktienfonds schärfen. Dazu gehörte, den Investoren eine klar gegliederte Produktpalette anzubieten.

 

Daher haben wir im Bereich der Anleihen eine sinnvolle Verschmelzung diverser Tranchen zu einem Fonds veranlasst. Wir verfügen nun im dunkelgrünen Segment über drei Fonds mit dem Namenszusatz Sustainable. Dies sind ein Aktien-, ein Misch- und ein reiner Rentenfonds.

 

Daneben haben wir bereits im März den herkömmlichen Mischfonds einen hellgrünen Anstrich verliehen und mit dem Namenszusatz Responsible gekennzeichnet. Fünf Responsible-Fonds stehen hier für verschiedene Risikoprofile zur Auswahl.

 

Neben drei dunkelgrünen und fünf hellgrünen Fonds runden drei Aktienfonds zu Wasser, Emerging Markets und Klimaschutz das nachhaltige Produktspektrum ab. Damit sehen wir uns als Pionier im Segment nachhaltiger Fonds für die Zukunft sehr gut gerüstet.

 

Und zu Ihrer Teilfrage bezüglich niedrig verzinster Anleihen: im unverändert vorherrschenden Tiefzinsumfeld bietet unser neu aufgelegter Anleihenfonds Renditechancen aufgrund der Fokussierung auf Unternehmensanleihen und Beimischung von BB-Schuldnern (ohne Staatsanleihen). Dieses breit gefächerte Portfolio soll adäquate Renditen in einem sehr heraufordernden Anleihen-Umfeld ermöglichen.

 

Grünes Geld: Bitte erzählen Sie unseren Lesern noch kurz etwas zu Swisscanto Invest.

 

Markus Güntner: Unter der Produktmarke Swisscanto Invest bieten wir unseren Kunden qualitativ hochstehende Anlagelösungen mit Schweizer Qualität und Zuverlässigkeit an. Dabei haben nachhaltige Anlagen bei uns eine lange Tradition. Bereits seit 1996 verfügen wir über ein Nachhaltigkeitsresearch, das Analysen und Bewertungen nach Umwelt- und sozialen Corporate Governance Kriterien (ESG) für Aktien und Anleihen erstellt.

 

Die Fonds unserer Sustainability-Palette zeichnen sich dadurch aus, dass das Fondsvermögen überwiegend in Wertpapiere von Unternehmen bzw. Schuldnern investiert, die dem Prinzip der Nachhaltigkeit Rechnung tragen. Nachhaltige Unternehmen sind gemäß unserer Definition Gesellschaften, deren Produkte und Dienstleistungen Lösungsbeiträge für globale Nachhaltigkeitsprobleme mit einem langfristigen ökonomischen, ökologischen und sozialen Nutzen erbringen.

 

Grünes Geld: Herr Güntner, vielen Dank für das Interview.

 

Swisscanto Fonds finden Sie unter anderem in unseren Musterdepots Wachstum Geldanlage, Wachstum Monatssparen, Balance Geldanlage, Sicherheit Geldanlage, Sicherheit Monatssparen und Spar-Morgen-Plan.

 

 

 

 

 

 

Portraitfoto Gerd Junker Gerd Junker ist Co-Gründer und Geschäftsführer der Grünes Geld GmbH. Gerd Junker: „Wir leben was wir tun! Und das ist ganz einfach, denn der doppelte Nutzen von grünen Geldanlagen ist überzeugend – die Welt verbessern und Rendite erhalten.“ Mehr zu ihm und Grünes Geld auf auf Xing, Facebook oder Twitter.
 

Kennen Sie die Nachhaltigkeitsziele der Vereinten Nationen (Sustainable Development Goals, SDGs)?

Freitag, 24. August 2018

Gastbeitrag von Grohmann & Weinrauter Trendfonds Invest GmbH

 

 

Mit der Agenda 2030 wurde im September 2015 auf einem Gipfel der Vereinten Nationen ein ehrgeiziger Katalog mit 17 Zielen (Sustainable Development Goals) für nachhaltige Entwicklung auf den Weg gebracht. Dabei berücksichtigen diese 17 Ziele alle Dimensionen der Nachhaltigkeit wie Soziales, Umwelt, Wirtschaft gleichermaßen. Fünf Kernbotschaften werden vorangestellt, und zwar Mensch, Planet, Wohlstand, Frieden und Partnerschaft. Die Ziele der Agenda 2030 gelten für alle Staaten dieser Welt, also neben den Industriestaaten auch für die Schwellenländer und sogar die Entwicklungsländer. Jeder soll seinen Beitrag dazu leisten. Denn es gibt nur eine Welt für die Menschheit und die gilt es, zu erhalten und auch für die nachfolgenden Generationen lebenswert zu gestalten. Die Weichen dazu müssen heute gestellt werden, denn Armut, Hunger, Klimawandel und viele aktuelle Ereignisse bedrohen diese Welt massiv.

 

 

 

 

Genau diese Probleme versuchen die Sustainable Development Goals anzugehen, indem die 17 Ziele folgendermaßen definiert wurden:

 

  1. Keine Armut
  2. Kein Hunger
  3. Gesundheit und Wohlergehen
  4. Hochwertige Bildung
  5. Geschlechtergleichheit
  6. Sauberes Wasser und Sanitär-Einrichtungen
  7. Bezahlbare und saubere Energie
  8. Menschenwürdige Arbeit und Wirtschaftswachstum
  9. Industrie, Innovation und Infrastruktur
  10. Weniger Ungleichheiten
  11. Nachhaltige Städte und Gemeinden
  12. Nachhaltiger Konsum und Produktion
  13. Maßnahmen zum Klimaschutz
  14. Leben unter Wasser
  15. Leben an Land
  16. Frieden, Gerechtigkeit und starke Institutionen
  17. Partnerschaften zur Erreichung der Ziele

 

 

Was jeder einzelne zur Erreichung der Ziele tun kann, ist klar: mit den Ressourcen verantwortungsvoll umgehen und bewusst zu konsumieren sind einige Möglichkeiten. Doch was kann übergeordnet ein Industriestaat tun? Was kann die Wirtschaft erreichen?

 

Unternehmen können ihre Produkte und Dienstleistungen so ausrichten, dass sie direkt einem oder mehreren SDGs zugeordnet werden können. Investoren wiederum können ihren Beitrag leisten, indem sie gezielt in Unternehmen investieren, die überdurchschnittlich engagiert zur Erreichung der Nachhaltigkeitsziele beitragen.

 

Viele Unternehmen haben dies bereits umgesetzt, zumindest in Teilbereichen. Um diese Firmen identifizieren zu können, hat die oekom Sustainability Solutions Assessment sich der Aufgabe angenommen, die Unternehmen zu filtern und zu bewerten.

 

Legt man über diese Bewertung noch strengere Kriterien darüber, kann man auf die Expertise der Steyler Bank zurückgreifen. Hier werden die Daten von oekom noch durch einen Best-in-Class Ansatz und konsequente Ausschlusskriterien ergänzt. Es greift also ein dreifacher Nachhaltigkeitsfilter. Die Summe dieser Filter ergibt ein Investment für die Finanzwirtschaft, das die SDGs nicht nur konsequent umsetzt, sondern dies auch explizit im Verkaufsprospekt manifestiert  hat. Damit hebt sich ein solches Investment aus der inzwischen breiten Masse der nachhaltigen Fonds hervor, die sich oftmals nur einen „grünen“ Anstrich geben.

 

Die Ökorenta Luxemburg hat genau dieses Thema aufgegriffen und den beschriebenen nachhaltigen Ansatz mit einem Risikomanagement von Grohmann&Weinrauter kombiniert. Das Ergebnis ist der ÖKOBASIS One World Protect. Dieser Fonds richtet sich an Menschen, die solidarisch denken, positiv handeln und sich an ethischen Grundsätzen orientieren. Er bietet eine Investitionsmöglichkeit, mit der jeder einen konkreten Beitrag zur Erreichung der UN-Nachhaltigkeitsziele leisten kann.  

 

Dass Nachhaltigkeitsinvestments boomen, zeigt sich allein im deutschsprachigen Raum daran, dass es inzwischen mehr als 460 nachhaltige Investmentfonds gibt. Und glaubt man den Studien des Marktforschungsinstitutes GfK, ist das Bedürfnis der Privatanleger nach solchen Fonds groß: rund 40 Prozent der Privatanleger können sich vorstellen,  nachhaltig zu investieren. Auch wenn es bisher nur etwa 4,8 Prozent sind, die das tun. Hier kann man als Berater wertvolle Aufklärungsarbeit leisten und den Kunden die Sicherheit geben, dass sie keine Mogelpackung kaufen. „Kapital an sich ist neutral. Erst wenn es eingesetzt wird, können daraus ganze Welten entstehen: gute aber leider auch schlechte. „Wichtig ist, das Kapital konsequent in Bereiche zu lenken, in denen es nachhaltig arbeitet und positiv wirkt!“ (Lothar Antz, Geschäftsführer ÖKORENTA Luxemburg und Initiator des ÖKOBASIS One World Protect).

 

www.one-world-protect.de

 

Zum Autor:

Lothar Antz ist Geschäftsführer der ÖKORENTA Luxemburg GmbH. In seiner beruflichen Laufbahn ist er seit mehr als 25 Jahren in der Finanzbranche tätig. Nach ca. 10 Jahren bei der Union Investment International in Luxemburg, war er Geschäftsführer bei attrax. Anschließend leitete er den Vertrieb der Dexia Assetmanagement in Deutschland.

 

 

 

 

2018 richtig investieren: 7 x Wissen zu nachhaltigen Geldanlagen

Montag, 23. Juli 2018
Zusammenfassung: Immer mehr Anleger interessieren sich für nachhaltige Investments. Aber wie findet man die passenden Finanzprodukte in diesem wachsenden Markt und welche Anlagen spiegeln die eigenen Werte wider? 7 x Wissenswertes zum Thema.

 

 

Geld nachhaltig anlegen und wachsen lassen. (Bildquelle: Pixabay)

 

Geld sinnvoll anlegen, für das Alter vorsorgen, Vermögen aufbauen – Themen, mit denen sich viele Menschen beschäftigen und dennoch immer wieder vor der schwierigen Frage stehen, welche Anlagestrategie für sie die richtige ist. Denn Geld anzulegen ist in anhaltenden Zeiten des Null- und Niedrigzinses weiterhin nicht leicht.

 

Kein Wunder also, dass viele Anleger resignieren. Experten gehen davon aus, dass aktuell noch immer gut 40 Prozent des Vermögens in Deutschland auf Girokonten, Sparbüchern und Tagesgeldkonten lagert und damit kaum Erträge bringt.

 

Schade eigentlich, denn eine durchdachte Geldanlage bringt viele persönliche und gesellschaftliche Vorteile. Schließlich werden durch die Investition in zukunftsfähige Projekte, Unternehmen und Staaten Entwicklungen angestoßen, die sich zum einen für den Anleger in Form von guten Erträgen auszahlen. Zum anderen profitieren auch Menschen von Projekte von diesen Investitionen und tragen beispielsweise dazu bei, soziale Projekte auf ein solides wirtschaftliches Fundament zu stellen oder Innovationen im Bereich Umwelt- und Klimaschutz zu realisieren.

 

 

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EVA Mandanten: Fonds im Depot aktualisieren

Dienstag, 17. April 2018
Zusammenfassung: Wer in den vergangenen Jahren ein Fondsdepot bei der FIL Fondsbank GmbH (FFB) nach den Vorgaben unserer Grünes Geld Musterdepots eingerichtet und sich für die Option mit dem Service-Konzept EVA entschieden hat, sollte 1x pro Jahr seine Fonds aktualisieren. Hintergrund ist, dass die Fonds in den Grünes Geld Musterdepots kontinuierlich von uns überprüft werden und wir die Musterdepots entsprechend aktualisieren.

 

 

 

 

 

Im folgenden Video zeigen wir Schritt-für-Schritt, wie eine Aktualisieren vorgenommen wird. Den entsprechenden Antrag können Sie direkt an auftrag@ffb.de schicken. Wer möchte, dass wir von Grünes Geld nochmal über den Antrag schauen, kann ihn aber auch gerne an info@gruenesgeld24.de senden.

 

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Vermögensverwalter auswählen: Die 5 wichtigsten Schritte

Donnerstag, 12. April 2018
Zusammenfassung: Die Auswahl eines Vermögensverwalters für die Anlage einer größeren Summe Geld ist schwierig. Unsere 5-Punkte-Anleitung hilft auch Laien, einen geeigneten Vermögensverwalter zu finden.

 

Wer auf einmal einen größeren Betrag Geld zur Verfügung hat, sei es aus einer ausgezahlten Lebenversicherung, dem Verkauf einer Immobilie oder auch wegen einer Erbschaft, steht vor einem Problem: Was tun mit dem Geld?

 

Die üblichen Anlageformen wie Tagesgeldkonto oder Bausparvertrag kommen nicht in Frage, denn während die niedrigen Zinsen bei niedrigen Anlagebeträgen kaum ins Gewicht fallen, ist bei einer Anlagesumme von zum Beispiel 200.000 Euro eine Verzinsung von 0 Prozent einfach zu wenig.

 

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Dr. Gerhard Wagner: Nachhaltige Anlagelösungen in Schweizer Qualität

Donnerstag, 15. März 2018
Zusammenfassung: Grünes Geld Geschäftsführer Gerd Junker trifft den Leiter des Nachhaltigkeits-Teams eines führenden Nachhaltigkeits-Fonds Anbieter, Swisscanto, Dr. Gerhard Wagner, am 8. März 2018 am Rande des Swisscanto-Investment-Frühstücks zum Interview.

 

Gerd Junker, Geschäftsührer Grünes Geld und Dr. Gerhard Wagner, Leiter ESG Team, Swisscanto (von links, Bild: Grünes Geld GmbH)

 

Grünes Geld: Sehr geehrter Herr Dr. Wagner, Sie sind seit langer Zeit einer der führenden Köpfe im Bereich des nachhaltigen Investments. Seit wann beschäftigen Sie sich damit und in welchen Funktionen?

 

Dr. Wagner: Seit 2001 arbeite ich in der Finanzindustrie. Begonnen habe ich als Finanz-/Nachhaltigkeitsanalyst bei der UBS mit Fokus auf die Themen Energieeffizienz und erneuerbare Energien. Von 2002 bis 2007 war ich dort als Portfoliomanager für nachhaltige Anlagen verantwortlich und leitete zuletzt auch das Nachhaltigkeitsteam.

 

Bei Swisscanto Invest bin ich im Jahr 2008 eingetreten und leite seit rund drei Jahren das Team ESG Solutions mit vier Portfoliomanagern und sechs Analysten. Bevor ich in die Finanzindustrie wechselte, forschte ich als Physiker im Bereich Klimawandel an der Eidgenössischen Technischen Hochschule in Zürich und dem Wasserforschungsinstitut EAWAG.

 

 

 

Grünes Geld: Unter dem Oberbegriff nachhaltiges Investment versteht man Anlagestile wie ESG-Integration, Best-in-Class, Engagement oder auch Themeninvestments. Bei der heutigen Veranstaltung hatten Sie den Titel „Impact Investing – Der heilige Gral für profitables Wachstum?“ gewählt. Können Sie in einfachen Worten unseren Anlegern erklären, was das Besondere an „Impact Investing“ ist?

 

Dr. Wagner:  Beim „Impact Investing“ geht es darum, dass neben dem finanziellen Return mit dem Investment ein gesellschaftlicher Nutzen angestrebt wird. Wir investieren beispielsweise in Unternehmen, die einen Beitrag dazu leisten, das Wirtschaftswachstum vom Ressourcenverbrauch und der Umweltverschmutzung zu entkoppeln.

 

 

 

Grünes Geld: Welche Lösungen bietet Ihr Haus konkret zum Thema Impact Investing an?

 

Dr. Wagner:  Im Aktienbereich bieten wir Investoren mit dem Swisscanto (LU) PF – Green Invest Equity einen globalen Aktienfonds an, der in Unternehmen mit hohem gesellschaftlichen Nutzen („Impact“) investiert. Der Fonds fokussiert sich dabei auf folgende sechs Themenbereiche: Energie, Mobilität, Ressourcen, Gesundheit, Finanzen und Wissen. Das gleiche Fondskonzept wenden wir mit dem Swisscanto (LU) EF – Green Invest Emerging Markets an und richten den Blick explizit auf Unternehmen in Schwellenländern.

 

Daneben gehört der Swisscanto (LU) EF Global Water Invest zu unserer nachhaltigen Fondspalette. Dieser investiert in Unternehmen, die einen Beitrag leisten, um die Wassernachfrage und die Wasserverschmutzung zu senken. Und der Swisscanto (LU) EF Global Climate Invest ist ebenfalls ein Themenfonds. Er richtet seinen Fokus auf Unternehmen, die einen Beitrag leisten zur Senkung der CO2-Emissionen.

 

Bei den gemischten Fonds wie beispielsweise dem Swisscanto (LU) Portfolio Fund Green Invest Balanced zielen wir bei den Anleihen darauf ab, den Anteil der Green Bonds stetig zu erhöhen, insofern diese Anleihen finanziell attraktiv bewertet sind.

 

 

 

Grünes Geld: Auch dem nachhaltigen Anleger machen Ängste vor steigenden Zinsen und damit Verluste im Anleihebereich zu schaffen. Wie können die Anleger in der aktuellen Situation darauf reagieren und wie sehen die nachhaltigen Lösungen aus dem Hause Swisscanto Invest dazu aus?

 

Dr. Wagner:  Einerseits kann in Anleihen investiert werden, deren Wert relativ gering auf Zinsänderungen reagiert. Andererseits kann in Aktien investiert werden, die von steigenden Zinsen profitieren. Hier sehe ich das größte Potenzial. Momentan gewichten wir in unseren gemischten Fonds die Anleihekomponente deutlich unter, während Aktien und Cash im Gegenzug übergewichtet sind.

 

 

Grünes Geld: Können Sie unseren Anlegern zum Abschluss noch ein paar Worte zu Swisscanto Invest mit auf den Weg geben?

 

Unter der Marke Swisscanto Invest bieten wir unseren Kunden qualitativ hochstehende Anlagelösungen mit Schweizer Qualität und Zuverlässigkeit an. Wir sind der einzige Asset Manager in dieser Größe, der zu vollständig in der Schweiz „produziert“. Mit unserem „100% Swiss Made Asset Management“ profitieren unsere Kunden von konstantem Mehrwert und stabiler Performance.

 

Zudem sind wir ein Partner, der bekannt ist für seine Vorreiterrolle im Bereich der nachhaltigen Anlagen. Sustainability pflegen wir seit den Neunzigerjahren und legten 1998 die ersten nachhaltigen Anlagefonds auf. Ein umfassendes Nachhaltigkeitsteam mit über zehn Personen befasst sich eingehend mit der Analyse und Auswahl der Titel. Unsere verwalteten Kundengelder betragen rund 160 Milliarden Schweizer Franken.

 

 

 

 

Portraitfoto Gerd Junker Gerd Junker ist Co-Gründer und Geschäftsführer der Grünes Geld GmbH. Gerd Junker: „Wir leben was wir tun! Und das ist ganz einfach, denn der doppelte Nutzen von grünen Geldanlagen ist überzeugend – die Welt verbessern und Rendite erhalten.“ Mehr zu ihm und Grünes Geld auf auf Xing, Facebook oder Twitter.

Monatlich Geld anlegen

Montag, 26. Februar 2018
Zusammenfassung: Monatlich eine bestimmte Summe anzulegen ist vernünftig. Die unterschiedlichen Anlagemöglichkeiten bringen allerdings unterschiedliche Erträge. Natürlich spielen auch die Höhe der Anlagen und die Laufzeiten eine wichtige Rolle. Ein kleiner Vergleich der Möglichkeiten des Monatssparens.

 

 

 

„Warum ist am Ende des Geldes so viel Monat übrig?“ – So formulierte ein Sponti-Spruch der achtziger Jahre die Schwierigkeit, mit dem regelmäßigen Einkommen auszukommen.

 

Sicher ist es auch heutzutage für viele Menschen schwierig, regelmäßig Geld zurückzulegen. Fakt ist aber auch, dass ein finanzielles Polster wichtiger ist denn je. Schließlich erfordert die Rentenreform eine aktive private Vorsorge. Und auch für viele andere Ereignisse im Leben ist es durchaus geboten, eigenes Kapital zu haben, etwa wenn der Erwerb von Wohneigentum geplant ist.

 

Aufgrund unseres Lebensrhythmus passt eine monatliche Rücklage für die meisten Menschen am besten. Schließlich werden Gehälter ebenfalls monatlich ausgezahlt. Auch viele Verpflichtungen sind monatlich fällig. So bietet sich eine monatliche Rücklage durchaus an. Doch in Zeiten des Null- und Niedrigzinses ist es durchaus eine besondere Herausforderung, eine sinnvolle monatliche Geldanlage zu finden, die mehr Erträge bietet, als einen knappen Inflationsausgleich. 

 

 

 

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Ein edler Mantel für alle Fälle – die etwas andere Depotlagerstätte

Freitag, 23. Februar 2018
Zusammenfassung: Versicherungsmäntel genießen bei vermögenden Kunden noch nicht das Ansehen, das sie aufgrund vieler einzigartiger Besonderheiten gerade für diese Zielgruppe verdienen. Mangelndes Wissen vieler Wealth Manager und Private Banker zu dieser Produktkategorie mag ein Grund sein, alte ideologisch gesteuerte Strategien der Bankhäuser sicher ein zweiter. Durch Mifid II als neues Regulatorium wird in den nächsten Jahren ohne Zweifel der Markt, gerade für vermögende Kunden, nochmal neu gemischt. Neue Kostentransparenz und nur unter sehr hohem Aufwand zu erfüllende Dokumentationszwänge machen die Direktanlage in Fonds-Portfolios komplizierter.

 

Vermögende Kunden haben oft keine genauen Vorstellungen für Ihren Ruhestand. 95 % dieser Zielgruppe fühlen sich zwar gut vorbereitet, kennen aber die genaue Struktur ihres Vermögens nur selten. 72 % besitzen Aktien, aber drei Viertel dieser Menschen verlassen sich auf nur schwer planbare Einnahmen, wie z.B. Erbschaften. Zudem nutzen 70 % immer noch Tagesgelder oder andere gering verzinste Sichteinlagen. (Quelle: Studie MLP / Aegon, 2015).

 

Wesentlich verantwortlich für diesen Status-Quo ist sicher die Struktur des Finanzvertriebes in Deutschland: Berater aus Wealth Management und Private Banking haben oft die nötige Produkt-Kenntnis nicht, um dieses Feld kompetent abzudecken, allerdings haben sie den Kundenzugang.

 

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Altersvorsorge aktuell – keine Zeit verlieren

Dienstag, 20. Februar 2018
Zusammenfassung: Die Menschen werden immer älter, die Renten sinken, Altersarmut und Verunsicherung belasten die Gedanken an das Leben nach der Erwerbsarbeit. Um böse Überraschungen zu vermeiden ist eine gute Vorbereitung der künftigen Altersvorsorge sehr als angeraten.

 

Lieber gut planen als abwarten und Tee trinken!

 

Sicher – früher war alles sehr viel einfacher. Die Renten waren sicher und für die Ersparnisse auf dem Sparbuch gab es noch gute Zinsen. Außerdem war der Sommer sehr viel heißer und im Winter schneite es immer.

 

Nun mögen einige Dinge früher wirklich besser gewesen sein, doch zum einen verklärt sich vieles mit dem nostalgischen Blick zurück. Zum anderen nutzt diese Retro-Fixiertheit wenig bei der Bewältigung des täglichen Lebens im hier und jetzt und schon gar nicht bei der aktiven Gestaltung der Zukunft.

 

 

Vorsorge statt Sorge

Gerade das Thema Altersvorsorge wird mit viel Misstrauen und Sorge behandelt. Schließlich existieren im Markt unzählige Vorsorgeprodukte mit unterschiedlichen Beiträgen, Laufzeiten und Auszahlungsmodalitäten. Entsprechend schwer fällt die Auswahl, die auch immer von der Sorge begleitet ist, dass ein anderes Finanzprodukt vielleicht doch besser gewesen wäre.

 

 

 

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Geschäftspraktiken der Unternehmen genauso wichtig wie ihre Geschäftsentwicklung

Donnerstag, 01. Februar 2018
Zusammenfassung: Grünes Geld hat den Fondsmanager Willem Schramade von der niederländischen NN investment partners Gruppe zum Thema Impact Investing in der Praxis befragt. Willem Schramade ist Fondsmanager für den NN (L) Global Equity Impact Opportunities. Für seine Investmententscheidungen sind die Geschäftspraktiken der Unternehmen genauso wichtig wie ihre Geschäftsentwicklung.

 

 

Grünes Geld: Herr Schramade, NN Investment Partners hat seit rund 17 Jahren Nachhaltigkeitsfonds. Wie würden Sie einem Anleger erklären, was ein Nachhaltigkeits-Fonds ist und was NN unter Impact Investing versteht?

 

 

Treffen am 24. Januar 2018: Willem Schramada, Carmen Junker, Gerd Junker (v.l.n.r.) (Bild: Grünes Geld GmbH)

Eine nachhaltige Fondsstrategie kombiniert eine ökologische und gesellschaftliche bzw. soziale Perspektive mit einer finanziellen Betrachtungsweise, um so einen umfassenden Mehrwert für den Anleger zu erzielen.

 

In unseren nachhaltigen Fonds konzentrieren wir uns auf attraktiv bewertete Unternehmen mit einem nachhaltigen Geschäftsmodell, die wir anhand eines „Best in Class“-Ansatzes auswählen wobei wir Unternehmen und Branchen mit nicht nachhaltigen Kriterien aber auch komplett ausschließen, z.B. Tabakproduzenten oder Glücksspiel-Unternehmen.

 

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