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Was Rezession für Anleger wirklich bedeuten würde

Donnerstag, 30. Januar 2020

 

Rezession in Deutschland? So schnell, wie das R-Wort in den Medien auftaucht, verschwindet es oft auch wieder. Die Furcht bei Anlegern aber bleibt. Zu Recht? Nicht unbedingt – denn hierzulande waren alle Rezessionsphasen in Wirklichkeit hervorragende Börsenjahre.

 

„Rezession“ ist für Anleger ein Schreckenswort. „Anleger sollten sich  warm anziehen“, „Furcht vor Rezession verschreckt Anleger“, „Die große Angst“ – so lauten die Schlagzeilen, wenn schlechte Konjunkturdaten veröffentlicht werden. Im Spätsommer letzten Jahres mehrten sich Meldungen dieser Art. Auch wenn inzwischen wieder weniger gewarnt wird – die Angst bei vielen Anlegern sitzt tief.

 

Und der Reflex: Anleger wollen risikobehaftete Anlageklassen wie Aktien aus dem Portfolio nehmen, weil sie verunsichert sind und nachlassende Unternehmensergebnisse erwarten. Wirklich zielführend ist das für kaum jemanden. Denn in heutiger Zeit ohne risikolosen Zins gefährdet der Verzicht auf Aktien das Ziel der langfristigen Vermögensbildung. Und wirklich gerechtfertigt
ist es auch nicht, wie ein durchaus überraschender Blick auf die Rezessionen im Nachkriegsdeutschland  zeigt.

 

Doch zunächst zu den Konjunkturfakten:

 

 

Deutschland ist zumindest offiziell ganz knapp an einer Rezession vorbeigeschrammt. Die von vielen erwartete „technische Rezession“, also ein rückläufiges oder stagnierendes BIP in zwei aufeinanderfolgenden Quartalen, blieb aus. Nach dem BIP-Rückgang um 0,2 % im zweiten Quartal meldete das Statistische Bundesamt für das dritte Quartal ein kleines Plus von 0,1 %. Das hat viele durchaus überrascht. Die Daten für das Schlussquartal 2019 stehen noch aus.

 

Alarmsignale – besonders aus der Industrie

Alarmsignale in Sachen Konjunktur gibt es nach wie vor. Welches Gewicht sie in der Einschätzung von Experten und in der Beachtung durch die Medien erhalten, bleibt allerdings offen. So ist der ifo Geschäftsklimaindex, der als wichtiger und verlässlicher Frühindikator gilt, zuletzt zwar wieder gestiegen, bleibt aber deutlich unter dem Niveau der Vorjahre. Die Einschätzung
der konjunkturellen Lage für Deutschland durch Finanzexperten aus Banken, Versicherungen und großen Industrieunternehmen fiel – gemessen am ZEW-Lageindikator – im Oktober 2019 auf den niedrigsten Wert seit April 2010. Die Arbeitslosenquote ging seit September – erstmals seit langer Zeit – im Vorjahresvergleich kaum noch zurück.

 

Und eine Welle des Arbeitsplatzabbaus rollt über das Land: Besonders betroffen sind Zulieferer für die Automobilindustrie. Letzteres passt ins Bild. Denn die Wirtschaft hierzulande zeigt sich konjunkturell zweigeteilt. Der Einkaufsmanagerindex (EMI) der Industrie in Deutschland gab von Oktober 2018 bis Oktober 2019 von 52,2 auf 42,1 Punkte mehr als deutlich nach. Werte unter 50 gelten als Boten der Rezession. Und die ist nach Meinung von Experten bei der industriellen Produktion schon da: „Die Industrie befindet sich in der Rezession, ihre Produktion ist seit gut eineinhalb Jahren rückläufig“, hieß es im gemeinsamen Herbstgutachten der fünf größten deutschen Wirtschaftsforschungsinstitute. Während die Rezession im Industriesektor also schon angekommen ist, zeigt sich der Dienstleistungsbereich robust.

Rezession in Deutschland? Na und?

Die Schlaglichter auf die Datenlage machen deutlich: Die Rezessionsangst könnte jederzeit wieder befeuert werden. Und selbst wenn sie aktuell unbegründet erscheint wird sie uns und wird sie Anleger hierzulande weiter begleiten. Doch was wäre denn überhaupt, wenn die Zeichen in Deutschland wirklich und eindeutig auf Rezession stünden?
Dann wären erst einmal Übersicht und Ruhe bewahren gefragt: Der Blick sollte nicht allein den Wachstumsraten in Deutschland gelten. Denn weltweit und selbst in Europa gibt es noch Länder mit ordentlichem Wachstum, an dem Aktienanleger teilhaben können, wenn sie global diversifiziert investiert sind.

 

So prognostizierte der IWF für dieUSA 2020 immer noch ein BIP-Wachstum von 2,1 %, für China 5,8 %, für Indien 7 % und für fünf ASEAN-Länder (Indonesien, Malaysia, Philippinen, Thailand, Vietnam) 4,9%. In Europa sticht Spanien, trotz abschwächender Dynamik, mit 1,8 % heraus. Für die Weltinsgesamt ergibt sich dem IWF zufolge für 2020 immer noch ein Plus von 3,4 % nach 3% im Jahr 2019 – also keine Spur von krisenhaftem Einbruch aus globaler Sicht. Es lohnt sich daher, über die Grenzen des eigenen Wirtschaftsraums hinauszublicken. Wenn es eines weiteren Nachweises bedurft hätte, wie sinnvoll und wichtig ein global diversifiziertes Anlageportfolio ist – dies wäre einer.

 

Rezessionsjahre – gute Jahre an der Börse

Und deutsche Aktien in Zeiten von Rezession in Deutschland? Müsste man nicht diese dann wenigstens loswerden oder ihren Anteil im Portfolio reduzieren? Die überraschenden Fakten: Historisch gibt es dafür überhaupt keinen Grund. Eine rückläufige Wachstumsrate beim BIP war für Anleger hierzulande kein Schreckensszenario. ImGegenteil: In der Geschichte der Rezessionen in Deutschland seit 1945 galt bisher die Regel Rezessionsjahre sind gute, oft hervorragende Börsenjahre, die man nicht verpassen sollte.

 

Seit dem Zweiten Weltkrieg hat es in Deutschland sechs Rezessionen gegeben, in denen das reale  BIP für ein ganzes Kalenderjahr absolut zurückgegangen ist. In diesen Jahren stieg der deutsche Aktienindex jeweils um mehr als 10 %7. In der vom Platzen der Dot-Com-Blase ausgelösten Rezession 2002/03, als die BlP-Entwicklung zwei Jahre in Folge mit Minuszeichen versehen war, brachte 2003 fast rekordverdächtig ein Plus von beinahe 40 %. Als das BIP im Jahr nach der globalen Finanz- und Wirtschaftskrise von 2009 um 5,7 % einbrach, stieg der DAX um fast 25 %. 1993 ging das BIP um 1 % zurück, der Index bewegte sich aber um satte 47% nach oben (siehe Grafik oben).

 

Das heißt nicht, dass Rezessionen an den Börsen keine Spuren hinterlassen. Sie sind natürlich verantwortlich für temporär schwache bzw. nachgebende Kurse an den Kapitalmärkten. Aber die sich immer wieder bestätigende Logik lautet: An der Börse wird die Zukunft gespielt. Eine bevorstehen de Abschwächung der Wirtschaft wird an den Börsen schon vorher eingepreist. So waren die Jahre vor dem Einsetzen einer Rezession in der Vergangenheit bestenfalls maue und oft auch miserable Börsenjahre. Wächst die Wirtschaft dann tatsächlich weniger oder schrumpft sie, wird schon wieder auf eine Erholung gesetzt. Von daher ist die Nachricht „die Rezession ist da“ meist als Signal des Aufbruchs zu neuen Chancen zu werten. Wer den verpasst, weil er geradedann nicht mehr in Aktien investiert ist, vergibt womöglich die größten Potenziale.

 

Die Anleihemärkte zeigten sich übrigens in der Vergangenheit noch sensibler in der Vorwegnahme konjunktureller Abwärtsbewegungen. Gemessen etwa am Performanceindex für deutsche Rentenpapiere (REX-P), ließen sich für Anleger beispielsweise in den deutschen Rezessionsjahren 1975, 1982 und 1993 deutlich zweistellige Renditen erzielen. Die Rezessionen der Jahre 2003 und 2009 nahmen die Renditen der Rentenmärkte sogar im jeweiligen Vorjahr vorweg. Da kein Ende des Nullzinses erwartet wird, dürften Anleihen diese Anzeichenfunktion künftig immer weniger erfüllen und die Aussicht auf zweistellige Erträge bei deutschen Staatsanleihen besteht realistisch auch nicht mehr.

Nicht die Nerven verlieren

Für Anleger gilt daher: Nicht in blinden Aktionismus verfallen! Wenn eine technische Rezession vorliegt. ist das kein guter Zeitpunkt für den Abbau von Aktienpositionen. Aktien zu halten oder sogar sukzessive die Aktienexponierung – in einem diversifizierten Portfolio – auszubauen dürfte zumindest aus der historischen Erfahrung die bessere Strategie sein.
Für Langfristanleger gilt ohnehin, dass sie sich über kurzfristige Schwankungen keine Gedanken zu machen brauchen.

 

Auf- und Abschwung gehören zur Marktwirtschaft ebenso wie zur Börse. Und auf lange Sicht ging es schon immer aufwärts. Das lässt sich zumindest mit Blick auf die Vergangenheit (und wie immer ohne Zukunftsgarantie) jedenfalls für Deutschland belegen. Das Renditedreieck des Deutschen Aktieninstituts belegt: Wer 1968 eingestiegen ist und DAX-Werte 50 Jahre gehalten hat, kam Ende 2018 auf eine Rendite von 7,9 % im Jahr. Bei Kauf vor 25 Jahren ergab sich ein Plus von 6,3 %, bei 15 Jahren 6,7 % im Jahr. Zahlen, mit denen die meisten langfristig orientierten Anleger als Renditeaussichten durchaus gut leben könnten. Nur dürfen sie dazu eines nicht tun – sich zur falschen Zeit von Aktien abwenden.

Gewinne und Beschäftigung sinken,Unternehmen geraten in Schwierigkeiten. Die Phase vor dem unteren Wendepunkt ist die Depression (Krise), unter anderem gekennzeichnet durch hohe Arbeitslosigkeit, geringe Kapazitätsauslastung und Investitionen. Im Schema des Konjunkturzyklus markiert die Depression den Wendepunkt noch oben. Wirklich krisenhafte Entwicklungen, die viele land läufig mit dem Begriff der Depression verbinden (z.B. die Große Depression vor dem Zweiten Weltkrieg im Nachgang zum Börsencrash 1929) sind historisch die große Ausnahme.

Definitionen der Phasen uneinheitlich

Es gibt unterschiedliche Definitionen dazu, was die jeweiligen Phasen ausmacht. Je nach zugrunde gelegter Theorie, verfügbaren Indikatoren und den für die einzelnen Volkswirtschaften maßgeblichen Gremien. Beispiel Rezession: Während hierzulande zwei aufeinanderfolgende Quartale mit gleichbleibendem oder fallendem BIP als definierendes Merkmal einer Rezession
gelten, sieht es in den USA anders aus.

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5 Tipps für private Vermieter

Freitag, 15. März 2019
Zusammenfassung: Immobilien sind als Investment beliebt, jedoch findet sich der Anleger unvermittelt in der Rolle des Vermieters wieder. 5 Tipps sollen helfen, häufige Fehler zu vermeiden. Aber es gibt auch Anlagemöglichkeiten, die weniger Ärger, jedoch attraktive Erträge versprechen.

 

Immobilien stehen in Deutschland derzeit als Investment hoch im Kurs. Niedrige Darlehenszinsen motivieren, Geld in eine zu vermietende Immobilie – auch Zinshaus genannt – anzulegen.  Fair gerechnet sind solche Investments – selbst in Top-Lagen –  jedoch nur sehr selten lukrativ. Dennoch ist die Immobilien bei Privatanlegern weiterhin beliebt, denn Häuser und Eigentumswohnungen vermitteln Sicherheit und Solidität.  Wer also dem Reiz der Geldanlage in Immobilien absolut nicht widerstehen kann, erspart sich mit den folgenden Tipps viele Probleme.

 

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Wertentwicklung der Grünes Geld Musterdepots im Jahr 2018

Mittwoch, 06. Februar 2019
Zusammenfassung: 2018 stellte für die Fondsanleger kein gutes Jahr dar. Auf breiter Front erzielten die Musterdepots Kursrückgänge. Lediglich Mikrofinanzfonds erwiesen sich als stabile Anlage mit Zuwachs.

 

Der breite Fondsmarkt lag 2018 im Minus

 

Das vergangene Jahr bescherte Anlegern mit den Schwankungen und Kursrücksetzern eine bescheidene Wertentwicklung. Wer auf Zuwächse setzte wurde enttäuscht. Doch auch solche Jahre gehören an den Börsen dazu. Das Analysehaus Standard Asset, welches vermögensverwaltende Fonds analysiert hat, meldete, dass selbst defensive Fonds im Schnitt 4,74 Prozent an Wert verloren haben. Im Bereich der ausgewogenen Anlage bewegte sich das Minus auf 7,19 Prozent und im wachstumsorientierten Segment (70% Aktien : 30% Anleihen) lag es bei 9,5 Prozent Verlust.

 

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Stellenanzeige Team Assistenz

Montag, 04. Februar 2019

Die Grünes Geld GmbH ist einer der Pioniere der ethisch-ökologischen Geldanlage und Vermögensverwaltung. Wir verstehen uns als Bindeglied zwischen Anleger/Sparer und ethisch-ökologischen Investmentanbietern. Unseren Mandanten stellen wir dabei innovative Lösungen und umfangreiche Services zur Verfügung. 

Wir leben das Motto, dass Ökologie, Soziales  und Nachhaltigkeit die Basis für eine erfolgreiche Ökonomie und Gesellschaft sind.

Ihre Aufgaben:

Sie sind unsere administrative Wunderwaffe und sorgen in enger Zusammenarbeit mit der Geschäftsleitung für den reibungslosen Ablauf unseres Tagesgeschäfts

Sie unterstützen unsere Fachexperten bei der Anlage und Verwaltung von Antragsunterlagen (keine fachliche Prüfung)

Sie verantworten und verwalten die Anbindungen unserer Produkte und Mandanten an unsere Plattform

Sie bearbeiten und verteilen unsere Postein- und Ausgänge sowie den Mailverkehr

Sie haben Freude am Telefonieren und sind dabei immer ein freundlicher und kompetenter Gesprächspartner

 

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Eine sorgfältige und gewissenhafte Arbeitsweise ist für Sie selbstverständlich

 

Das erwartet Sie bei uns:

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Work-Life-Balance: Flexible Arbeitszeiten durch unser Gleitzeitmodell

Sinn: Gemeinsam mehr Ökologie und Soziales im Wirtschafts- und Finanzleben schaffen

Miteinander auf Augenhöhe: Flache Hierarchien, kurze Entscheidungswege, teamorientierte Arbeitsatmosphäre 

Individuelle Entwicklung: Kontinuierliche fachliche und persönliche Weiterbildung, Workshops und Schulungen

 

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Grüne, soziale und nachhaltige Anleihen

Donnerstag, 24. Januar 2019
Zusammenfassung: Wir freuen uns über den Gastartikel von Christian Kronberger von NN Investment Partners, der eine genaue Ausführung über grüne, sozial und nachhaltige Anleihen geschrieben hat.

 

Der Markt für grüne Anleihen boomt, gleichzeitig wächst das Interesse an sozialen und nachhaltigen Anleihen, da Anleger neben dem Umweltschutz zunehmend auch soziale Verbesserungen fördern wollen. Der Markt grüner Anleihen ist heute noch größer und breiter diversifiziert als der für soziale und nachhaltige Anleihen. Europa ist nach wie vor der wichtigste Markt für grüne, soziale und nachhaltige Anleihen

 

 

Impact Investing spielt am Anleihemarkt eine immer wichtigere Rolle. Dies schlägt sich nicht nur im starken Wachstum des Markts für grüne Anleihen nieder, denn daneben entwickelt sich langsam auch ein Markt für soziale und nachhaltige Anleihen. Die beiden wichtigsten Katalysatoren für das kräftige Wachstum bei grünen, sozialen und nachhaltigen Anleihen waren das Pariser Klimaabkommen und die nachhaltigen Entwicklungsziele, auf Englisch Sustainable Development Goals oder kurz SDGs, der Vereinten Nationen. Der Markt für grüne Anleihen hat seither einen deutlich rascheren Aufschwung genommen als der Markt für soziale und nachhaltige Anleihen. Derzeit ist der Markt für grüne Anleihen mit rund 300 Mrd. Euro acht Mal so groß wie die Märkte für soziale und nachhaltige Anleihen zusammen.

 

 

Definition: grüne, soziale und nachhaltige Anleihen

 

Grüne, soziale und nachhaltige Anleihen weisen ähnliche finanzielle Eigenschaften hinsichtlich Struktur, Risiko und Renditen auf wie traditionelle Anleihen. Sie können von Unternehmen oder staatlichen Institutionen begeben werden, ihre Kreditqualität reicht von Investment Grade bis zu Hochzinsanleihen und ihre Laufzeiten sind unterschiedlich von kurz- bis langlaufend. Bei den meisten grünen, sozialen und nachhaltigen Anleihen ist vorab festgelegt, wofür die aufgebrachten Gelder verwendet werden sollen, und in der Regel werden sie durch die gesamte Bilanzsumme des Emittenten unterlegt. Die Renditen und zu erwartenden Erträge sind daher ähnlich wie bei „normalen“ Anleihen desselben Emittenten. Der große Unterschied liegt in der Verwendung der aufgenommenen Gelder.

 

Grüne Anleihen sind Finanzinstrumente, mit deren Erlös vor allem Klima- oder Umweltschutzprojekte finanziert werden sollen. Am häufigsten handelt es sich dabei um Investitionen in erneuerbare Energien, emissionsarme Immobilien oder Energieeffizienz.

 

Soziale Anleihen dienen dazu, soziale Investitionen für eine klar umrissene Zielgruppe (z.B. in Armut lebende Menschen, Arbeitslose, sozial Schwache, Menschen aus bildungsfernen Schichten usw.) zu finanzieren, wobei die Umweltauswirkungen neutral oder positiv sind. Zumeist werden die Gelder für den Bau erschwinglicher Wohnungen oder für soziale Projekte verwendet.

 

Nachhaltige Anleihen sind eine Kombination aus grünen und sozialen Anleihen. Sie sollen zum einen den Umweltschutz fördern und zum anderen soziale Projekte für die Zielgruppe unterstützen, z.B. Bildung oder die Renovierung von Ausbildungsstätten oder öffentlichen Gesundheitseinrichtungen.

 

Emittenten, die eine grüne, soziale und/oder nachhaltige Anleihe platzieren möchten, müssen bestimmte Kriterien erfüllen, damit Anleger das entsprechende Papier auch als grün, sozial oder nachhaltig einstufen. Am häufigsten werden die Green Bond Principles (GBP), die Social Bond Principles (SBP) und die Sustainability Bond Guidelines (SBG) als Leitlinien verwendet Alle drei Leitlinien stellen auf folgende vier Punkte ab:

 

  1. Nutzung der Gelder – Welche Art von Projekten wird finanziert?
  2. Prozess für Projektbeurteilung und -auswahl – Wie werden Projekte ausgewählt, und wie ist die Projektauswahl organisiert?
  3. Management der Gelder – Lässt sich die Verwendung der Erlöse jederzeit nachverfolgen?
  4. Berichterstattung – Identifiziert und quantifiziert der Emittent Kennzahlen für den ökologischen, sozialen oder nachhaltigen Nutzen, der durch die Verwendung der Gelder entsteht, und berichtet er darüber?

Diese von der International Capital Market Association (ICMA) festgelegten Leitlinien sind freiwillig und nicht verbindlich.

 

Die Climate Bonds Initiative (CBI) hat zudem die Climate Bond Standards (CBS) eingeführt, die zur Zertifizierung grüner Anleihen verwendet werden. Dabei werden verschiedene sektorspezifische Auswahlkriterien festgelegt und auf die einzelnen Projekte Vermögenswerte angewendet, so dass diese im Einklang mit den Zielen des Pariser Klimaabkommens aus dem Jahr 2015 stehen. Die CBI hat bisher noch nicht für alle Projekttypen Kriterien definiert. Sobald dies geschehen ist, wird es möglich sein, eine umfangreiche Palette an ökologischen Investitionen im Rahmen der CBS zu zertifizieren.

 

Nachhaltigkeitsziele Grüner Projekte:

 

  • Anpassung an den Klimawandel bzw. Klimaschutz
  • Erneuerbare Energien
  • Verhinderung bzw. Kontrolle von Umweltverschmutzung
  • Schutz von Ökosystemen im Wasser und auf dem Land
  • Umweltfreundliche Gebäude
  • Umweltfreundliches Management von natürlichen Rohstoffen und Grundstücken
  • Sauberer Transport
  • Nachhaltiges Wassermanagement
  • Energieeffizienz
  • Umweltfreundliche und/oder an eine Kreislaufwirtschaft angepasste Produkte, Herstellungstechnologien und Verfahren

 

Nachhaltigkeitsziele Sozialer Projekte:

 

  • Erschwingliche grundlegende Infrastruktur
  • Zugang zu wesentlichen Leistungen
  • Erschwinglicher Wohnraum
  • Schaffung von Arbeitsplätzen
  • Lebensmittelsicherheit
  • Weiterentwicklung und Verbesserung der sozioökonomischen Situation

 

Nachhaltigkeitsziele Nachhaltiger Projekte

 

  • Kombination aus Umwelt- und sozialen Projekten

 

Der Markt für soziale Anleihen hat durch die Veröffentlichung der SDGs sowie der ersten Social Bond Principles im Juni 2017 einen Schub erhalten. Wir rechnen mit einer weiteren Standardisierung und weiteren Leitlinien, wovon der Markt für soziale und nachhaltige Anleihen weiter profitieren sollte (ähnlich wie der Markt für grüne Anleihen nach der Einführung der ersten GBP im Jahr 2014 durch die ICMA). Alle drei Arten von Anleihen werden von externen Agenturen wie z.B. CICERO oder Sustainalytics auf ihre Umwelt-, sozialen und nachhaltigen Eigenschaften hin überprüft. So werden 98% der grünen Anleihen in Europa mit einer Einstufung durch eine externe Agentur am Markt platziert (CIB, Q1 2018).

 

Bisher gibt es für soziale und nachhaltige Anleihen keinen vergleichbaren Standard, da der Klimawandel für die Anleger zunächst von größerem Interesse war. Dies ist jedoch nicht der einzige Hemmschuh für die weitere Entwicklung des Markts für soziale und nachhaltige Anleihen. Geraume Zeit lang fiel es Emittenten und Underwritern schwer, den sozialen und nachhaltigen Nutzen zu quantifizieren, der durch die Verwendung der Erlöse aus Anleiheemissionen für bestimmte Projekte geschaffen werden sollte. Die Berichterstattung war relativ intransparent, was die Marktteilnehmer abschreckte, und der Markt für soziale und nachhaltige Anleihen relativ klein blieb. Dennoch sind soziale Anleihen nach wie vor relevant und die Nachfrage hat aufgrund des veränderten politischen, wirtschaftlichen und rechtlichen Umfelds zugenommen.

 

SDGs als Messlatte

 

Grüne, soziale und nachhaltige Anleihen können leicht mit den SDGs in Verbindung gebracht werden. Diese zielen darauf ab, Armut zu beenden, den Planeten zu schützen und Frieden und Wohlstand weltweit zu sichern. Von den 17 nachhaltigen Entwicklungszielen sind 15 für die Identifizierung von Projekten relevant, die durch das über grüne, soziale und nachhaltige Anleihen aufgebrachte Kapital finanziert werden dürfen. Dabei spielen acht Ziele für grüne Projekte, neun für soziale Projekte und fünfzehn für nachhaltige Projekte eine Rolle (Abbildung 2. Schätzungen der UN zufolge müssen weltweit jährlich fünf bis sieben Billionen US-Dollar investiert werden, um die Ziele bis 2030 zu erreichen.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Abbildung 1: Beziehung grüner/sozialer/nachhaltiger Anleihen zu den nachhaltigen Entwicklungszielen Quelle: Vereinte Nationen, NN IP. Von den 17 nachhaltigen Entwicklungszielen sind 15 für grüne, soziale und nachhaltige Anleihen relevant; sie sind in der Abbildung besonders hervorgehoben.

 

Aufschwung des Markts

 

In diesem Abschnitt vergleichen wir die typischen Eigenschaften von grünen, sozialen und nachhaltigen Anleihen miteinander. Dabei greifen wir auf Daten von Bloomberg zurück, in der eine Anleihe als „grün“, „sozial“ oder sowohl „grün“ als auch „sozial“ bezeichnet wird, wenn sie den GBP, den SBP oder den SBG entspricht und wenn durch die Verwendung des aufgebrachten Kapitals ein eindeutiger ökologischer, sozialer oder ökologischer und sozialer Nutzen gestiftet wird.

 

Im Jahr 2007 platzierte die Europäische Investitionsbank (EIB) die erste grüne Anleihe mit einem Volumen von 600 Mio. Euro. In den folgenden sechs Jahren tat sich zunächst nicht viel. 2013/2014 kam es dann mit der Veröffentlichung der ersten Green Bond Principles zu einem beträchtlichen Aufschwung (die erste grüne Anleihe mit einem Volumen von über 1 Mrd. Euro wurde im Jahr 2013 begeben). Seither hat sich das Volumen der ausstehenden grünen Anleihen exponentiell erhöht. Im Jahr 2014 wurden dann die ersten liquiden sozialen bzw. nachhaltigen Anleihen von der Inter-American Development Bank (IADB) bzw. der Lloyds Bank begeben. Im Vergleich zu den grünen Anleihen waren die Platzierungsvolumina deutlich geringer.

 

 

Abbildung 2: Neuemissionen von grünen, sozialen und nachhaltigen Anleihen Quelle: Bloomberg, 3. September 2018. Der obere Teil der Balken für 2018 entspricht Schätzungen von NN IP

 

 

Der Markt für grüne Anleihen ist nach wie vor deutlich größer als der für soziale oder nachhaltige Anleihen. Das Neuemissionsvolumen von grünen Anleihen schnellte von 73 Mrd. Euro im Jahr 2016 auf 112 Mrd. Euro im Jahr 2017 in die Höhe und war damit sieben Mal so hoch wie für soziale und nachhaltige Anleihen zusammen.

 

Mit einem Anteil von deutlich unter 1% am gesamten Rentenmarkt sind soziale und nachhaltige Anleihen bisher ein Nischenprodukt. Von dieser relativ niedrigen Basis aus ist der Markt jedoch rasch gewachsen, und die Expansion könnte sich weiter beschleunigen, wenn mehr internationale Konzerne dieses Marktsegment nutzen. So hat z.B. Starbucks sein Programm für eine nachhaltige Kaffeelieferkette im Jahr 2016 mit einer nachhaltigen Anleihe finanziert. Zwei Jahre später begab Danone eine soziale Anleihe, um Studien zu Lebensmitteln und der Emanzipation verschiedener Bevölkerungsgruppen zu finanzieren.

 

Das rasche Wachstum der Märkte für grüne, soziale und nachhaltige Anleihen ist unseres Erachtens vor allem auf drei Faktoren zurückzuführen:

 

Verbesserte Leitlinien und Taxonomien, die Emittenten die Platzierung solcher Anleihen erleichtern und es Anlegern ermöglichen, die Papiere miteinander zu vergleichen.

 

Politische Unterstützung für eine kohlenstoffärmere Wirtschaft und für soziale Projekte, was Anreize für striktere Gesetze schafft. So geraten Unternehmen unter Druck, nachhaltigere Lösungen zu entwickeln und umzusetzen. Zahlreiche Regierungen haben Maßnahmen angekündigt bzw. führen sie bereits ein, um die Platzierung von grünen Anleihen zu fördern.

 

Kräftiger Anstieg der Anlegernachfrage und zunehmende Bereitschaft, die SDGs der UN umzusetzen. Wir rechnen damit, dass grüne, soziale und nachhaltige Anleihen allmählich attraktiver werden als traditionelle Anleihen, da sie den Anlegern ohne Mehrkosten bessere Möglichkeiten bieten, Einfluss auf die Unternehmen und die Verwendung der aufgebrachten Gelder zu nehmen.

 

 

Abbildung 3: Emissionen nach Ländern Quelle: Bloomberg, 3. September 2018

 

Grüne, soziale und nachhaltige Anleihe-Emissionen nach Ländern

 

Das Pariser Klimaabkommen hat positiv zur Entwicklung der grünen Kapitalmärkte beigetragen: Insbesondere in Frankreich, China und den USA wurden umfangreiche Volumina an grünen Anleihen begeben. Im Jahr 2016 platzierte die französische Regierung die umfangreichste grüne Anleihe (7 Mrd. Euro) in der Geschichte des Markts, um ihren umweltpolitischen Zusagen nachzukommen und ihrer Rolle als treibende Kraft des Pariser Klimaabkommens gerecht zu werden. Im selben Jahr dominierten Emissionen aus China, dem Land mit den höchsten Kohlendioxidemissionen der Welt, zum ersten Mal den Markt für grüne Anleihen. Allerdings sank der Marktanteil des Landes von 37% im Jahr 2016 auf 24% im Jahr 2017. Der Großteil der chinesischen Platzierungen findet zudem am Onshore-Markt statt und ist insofern nicht für ausländische Anleger zugänglich. Im Mai 2018 überraschte die Bank of America mit der größten grünen Anleiheemission einer Bank (1,91 Mrd. Euro), die zur Finanzierung von Projekten für saubere Energie dienen sollen.

 

Im Jahr 2017 machten die Emissionen aus China, Frankreich, den Niederlanden, Deutschland und den USA zusammen 56% des globalen Markts für grüne Anleihen aus. Hinzu kommen Emissionen schwedischer, mexikanischer und spanischer Marktteilnehmer, so dass der Markt für grüne Anleihen jetzt in geografischer Hinsicht deutlich diversifizierter ist. Insgesamt sind 46 Länder am Markt für grüne Anleihen aktiv, und ihre Zahl steigt weiter.

 

Dagegen sind nur 15 Länder am Markt für soziale Anleihen und 14 am Markt für nachhaltige Anleihen aktiv. Der größte Anteil an Emissionen entfällt auf die Niederlande. Und die geringe geografische Diversifizierung am Markt für soziale und nachhaltige Anleihen ist nicht die einzige Herausforderung für die Anleger. Auch die Zahl der Emittenten von sozialen und nachhaltigen Anleihen ist relativ gering. So werden z.B. 71% der niederländischen nachhaltigen Anleihen von der Bank Nederlandse Gemeenten und 86% der deutschen sozialen Anleihen von der Bayerischen Landesbank begeben.

 

Emissionen in Euro dominieren

 

Die regionale Allokation wirkt sich auch auf die Emissionswährungen aus. In allen Fällen ist der Euro die wichtigste Währung. Bei sozialen und nachhaltigen Anleihen dominiert der Euro mit einem Anteil von 78% bzw. 69% der Gesamtemissionen ganz klar. In Euro denominierte Anleihen machen mit 61% auch den Löwenanteil am Bloomberg Barclays MSCI Global Green Bond Index aus. Im gesamten Bloomberg-Universum, das auch auch Onshore-Emissionen aus China erfasst, die ausländischen Anlegern nicht zugänglich sind, sind 42% aller Anleihen in Euro denominiert.

Um ausländische Anleger anzuziehen, begeben die Emittenten auch Anleihen in US-Dollar. Rund 29% des Global Green Bond Index, knapp ein Fünftel aller nachhaltigen Anleihen und ein Zehntel der sozialen Anleihen lauten auf US-Dollar. Der grüne Anleihenmarkt ist unter Währungsgesichtspunkten stärker diversifiziert als insbesondere der Markt für soziale Anleihen. Allerdings ziehen wir häufig grüne Anleihen in Euro vor, da Qualität und Transparenz bei Euro-Emittenten in der Regel höher sind.

 

Staatliche Emittenten und Emittenten aus dem Finanzsektor dominieren

 

Am Markt für grüne, soziale und nachhaltige Anleihen dominierten vor allem staatliche Emittenten. Zahlreiche Regierungen haben sich Ziele für die Förderung von Investitionen in ESG-Projekte gesetzt und finanzieren diese mit grünen, sozialen oder nachhaltigen Anleihen. Letztlich entfallen über 150 Mrd. Euro der Gesamtemissionen auf staatliche Institutionen, wobei der Großteil davon in grünen Anleihen erfolgte (Abbildung 5). Auch bei sozialen und nachhaltigen Anleihen nehmen staatliche Emittenten klar eine dominierende Stellung ein. Dieser Trend könnte anhalten, da die Regierungen mit höherer Wahrscheinlichkeit in soziale Projekte investieren als Unternehmen. Der Finanzsektor ist der zweitwichtigste Emittent am Markt für grüne, soziale und nachhaltige Anleihen. Finanzinstitute haben 32% der grünen und jeweils 19% der sozialen und nachhaltigen Anleihen platziert. So begab z.B. die Nederlandse Waterschapsbank eine soziale Anleihe zur Finanzierung erschwinglichen Wohnraums, und die Lloyds Bank platzierte eine soziale Anleihe, um ihre Zusagen bei der Kreditvergabe an kleine Unternehmen einhalten zu können.

Wir gehen davon aus, dass sich die Anteile der einzelnen Sektoren am Markt künftig verändern werden. In der ersten Jahreshälfte 2018 war bereits zu erkennen, dass sich Finanzkonzerne und Unternehmen vor allem aus den Sektoren Versorgung und Industrie verstärkt engagieren. Dieser Trend ist insbesondere am Markt für grüne Anleihen zu erkennen.

 

 

Abbildung 4: Emissionen nach Sektoren Quelle: Bloomberg, 3. September 2018

 

Ratings

 

Da der Markt für grüne Anleihen größer ist und seine Emittenten stärker diversifiziert sind, ist auch das Ratingspektrum bei grünen Anleihen relativ breit und reicht von Investment Grade (69%) bis spekulativ (5%). Anleihen mit einem AAA-Rating machen 21% des Gesamtmarkts aus. Allerdings sind über ein Viertel aller grünen Anleihen nicht geratet.

 

Abbildung 5: Emissionen nach Ratingkategorien Quelle: Bloomberg, 3. September 2018.

 

 

Die Märkte für soziale und nachhaltige Anleihen sind im Vergleich stärker konzentriert. Bei sozialen Anleihen finden sich nur Papiere mit einem Investment-Grade-Rating, und 49% verfügen über ein AAA-Rating. Auch bei nachhaltigen Anleihen befinden sich nur 2% im spekulativen Bereich.

 

Fazit

 

  • Grüne, soziale und nachhaltige Anleihen weisen ähnliche finanzielle Eigenschaften wie herkömmliche Anleihen auf, der größte Unterschied besteht in der Verwendung des aufgebrachten Kapitals.
  • In den vergangenen vier Jahren sind die Märkte für grüne, soziale und nachhaltige Anleihen deutlich gewachsen, was auf die striktere Umweltgesetzgebung, das zunehmende Bewusstsein für soziale Anliegen und eine Interessenverschiebung bei den Anlegern hin zu nachhaltigeren Investitionen (ohne dabei auf Renditen zu verzichten) zurückzuführen ist.
  • Staatliche Emittenten und Finanzinstitute dominieren den Markt für grüne, soziale und nachhaltige Anleihen. Unseres Erachtens werden staatliche Emittenten auch künftig den Großteil des Markts für soziale und nachhaltige Anleihen ausmachen, da sie wahrscheinlich eher zur Finanzierung von sozialen Vorhaben bereit sind als Unternehmen.
  • Der Markt für soziale und nachhaltige Anleihen spielt im Vergleich zum Markt für grüne Anleihen eine kleinere Rolle. Grüne Anleihen sind daher die liquidere Option. Im Vergleich zu sozialen und nachhaltigen Anleihen ist die Diversifizierung bei grünen Anleihen in Bezug auf alle wichtigen Kriterien größer: geografisch ebenso wie nach Sektoren, Währungen und Ratings.

 

Europa insgesamt ist nach wie vor der größte Markt für grüne, soziale und nachhaltige Anleihen. Der Raum Asien-Pazifik, wo aktuell allerdings nur China in dieser Beziehung eine Rolle spielt, liegt nicht weit dahinter – allerdings können ausländische Anleger häufig nicht in die chinesischen Papiere investieren

 

 

Verfasser des Beitrages: Christian Kronberger, NN Investment Partners

Westhafenplatz 1  60327 Frankfurt am Main, Germany

www.nnip.com

Veröffentlicht: Carmen Junker ist Gründerin  und Geschäftsführerin der Grünes Geld GmbH. Carmen Junker: „Ein Grund mein berufliches Wirken speziell auf die Nachhaltige Geldanlage auszurichten ist, die Welt ein Stück positiver zu gestalten mit den Mitteln und Kenntnissen die mir zur Verfügung stehen.“

Neue Projekte im BHKW Deutschland 4 eingebunden

Dienstag, 20. November 2018

Zusammenfassung: Luana Capital hat für die Beteiliung BHKW Deutschland 4 weitere Energielieferverträge abgeschlossen. Damit steht das Projekt auf einer breiten guten Basis.

 

Vier neue Anlagen für BHKW Deutschland 4

 

Für die Beteiligung Blockheizkraftwerke Deutschland 4 wurden vor kurzem für drei weitere Standorte Energielieferverträge von Luana Capital New Energy Concepts GmbH abgeschlossen.

 

 

 

Deutz-Blockheizkraftwerk

BHKW eines kommunalen Stromerzeugers aus Basis Deutz-Motoren (Quelle: Gerhard Meinecke, www.romecon-expert.de)

 

 

 

Jetzt auch Standorte in Berlin, Hamburg und Borgfeld

Ein neuer Standort in Berlin werden ein Gebäudeensemble bestehend aus 15 Doppelhäusern und einem Einfamilienhaus mit einer Gesamtwohnfläche von etwa 4.100 m², werden künftig über ein BHKW das in der Heizzentrale in einem separaten Gebäude sitzt. Dieses BHKW wird über ein Nahwärmenetz den Komplex mit Energie versorgen.

Mit einem Arealstromkonzept wird mit einem weiteren BHKW in Hamburg ein Neubau mit 16 Wohneinheiten versorgt. Dieses Projekt soll ebenfalls Mitte nächsten Jahres fertig gestellt werden.

 

In Burgdorf wird ein drittes BHKW angebunden. Der Neubau einer Pflegeeinrichtung mit 24 Wohneinheiten und Gewerbeeinheit mit insgesamt 1.952 m² wird planmäßig Ende nächstes Jahres inklusive BHKW in der separaten Heizzentrale fertiggestellt.

 

Und ganz neu ein BHKW in Bad Bramstedt

Der neueste Energieliefervertrag für BHKW Deutschland 4 der geschlossen wurde, ist ein Neubauprojekt in Bad Bramstedt. Dort werden 25 Häuser und insgesamt 92 Wohneinheiten auf 8.633 m² mit einem BHKW versorgt. Gebaut werden soll ein BHKW mit 20 kW zzgl. Zweier Kessel mit jeweils 300 kW thermischer Leistung von Remeha sowie den dazugehörigen Pufferspeichern.

 

Mit einer Systemtrennung in das kundeneigene Wärmenetz erfolgt die Verteilung der Wärme. Der erste Bauabschnitt ist die Vorabbelieferung des Anlagenbauers mit Bauwärme ab März 2019. Endgültig starten wird die Energielieferung für die Gebäude dann erwartungsgemäß Mitte nächsten Jahres. Der zweite und dritte Bauabschnitt ist mit Beginn der Wärmelieferung für Ende des Jahres 2019 bzw. Mitte 2020 geplant.

 

Wie versprochen setzt Luana den Grundsatz der Dezentralität um. Energie an den Standorten zu erzeugen wo sie auch verbraucht wird. Bislang sind insgesamt bereits 6 Projekte angebunden. Der Platzierungsstand beträgt Stand November 2018 bereits 3,7 Mio. Euro.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Verfasser des Beitrages: Carmen Junker ist Gründerin  und Geschäftsführerin der Grünes Geld GmbH. Carmen Junker: „Ein Grund mein berufliches Wirken speziell auf die Nachhaltige Geldanlage auszurichten ist, die Welt ein Stück positiver zu gestalten mit den Mitteln und Kenntnissen die mir zur Verfügung stehen.“

 

 

 

 

Gipfelstürmer der ethisch-ökologischen Finanzanlage treffen sich

Freitag, 09. November 2018

Zusammenfassung: Am 6. November fand im Gutshof in Ladenburg der 5. Marktplatz der Nachhaltigen Geldanalage statt. Grünes Geld war vor Ort.

 

Prof. Karen Wendt, ausgesprochene Expertin für Responsible Investment und Autorin des Buchs Sustainable Finance, brachte es in der Abschlussrede auf den Punkt:

 

Vor vielen Jahren machte sich eine kleine Truppe Bergsteiger auf den Weg zum Gipfel. Mit wenigen Kameraden bildeten sie eine Seilschaft, schlüpften in die Bergschuhe, packten den Rucksack und zogen los. Das Ziel, den Gipfel vor Augen, die Gewissheit das Gipfelkreuz zu erreichen, trieb sie an.

Sie kamen an ihr Ziel, auf dem Weg dorthin schickten sie regelmäßig Botschaften und motiverten andere wie schön es doch wäre, wenn alle sich auf den Weg machen würden.

Von der Berg-Begeisterung wurden inzwischen auch andere angesteckt. Diese setzen sich in ihre dicken SUV’s und fuhren auf die erste Hütte. Dort angekommen, fühlten sie sich einfach toll. Begeistert diskutierten Sie über das Erreichte. Mit etwas Befremden sitzen die Gipfelstürmer dabei und wundern sich.

 

Ähnlich ist es mit Nachhaltigkeit in der Geldanlage. Vor vielen Jahren machten sich Unternehmen und Berater wie Ökofinanz21, Grünes Geld, GLS Bank, Umweltbank und wenige andere auf den Weg, Ethik und Ökologie in die Finanzanlagen zu bringen. Das Ziel eine Transformation der Wirtschaft hin zu mehr Umweltförderung und Dienst der Wirtschaft an der Gesellschaft vor Augen. Zwischenzeitlich sind die Dickschiffe der Geldanlage wie Blackrock, Allianz GI, Deutsche Bank aufgesprungen. Die Mittel die sie bewegen sind enorm.

 

 

Dr. Klaus Gabirel Vorstand von CRIC e.V. berichtet über am 5. Marktplatz der Nachhaltigen Geldanlage über die ethische Dimension grüner Geldanlagen

 

 

 

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Interview: 4 Fragen an Sven Jessen von reconcept

Mittwoch, 26. September 2018

Zusammenfassung: Im Interview mit Grünes Geld verrät Sven Jessen von Reconcept Hintergründe, Chancen und Risiken des aktuellen Angebotes RE12 Energiezins 2022. Das Projekt bietet 5 Prozent Zins bei 4 Jahren Laufzeit.

 

 

v.l.: Sven Jessen ReConcept, Carmen Junker, Gerd Junker beide Grünes Geld GmbH

 

 

1.) Herr Jessen, erzählen Sie unseren Lesern doch bitte noch etwas zu Ihrem Hause, zu Reconcept. Wie lange gibt es das Unternehmen, was sind die Schwerpunkte und die Erfahrungswerte?

 

Seit unserem Markteintritt im Jahr 1998 haben wir gemeinsam mit rund 10.000 Anlegerinnen und Anlegern mehr als 230 ErneuerbareEnergien-Anlagen realisieren können – Sonnen-, Wind- und Wasserkraftwerke im In- und Ausland mit einer installierten Leistung von insgesamt rund 390 Megawatt.

Seit 20 Jahren profitieren unsere Kunden vom Know-how und unseren Investitionen, und umgekehrt reconcept von dem Vertrauen und der Investitionsfreudigkeit der Kunden. Getreu unserem Motto: Gute Investments brauchen starke Partner. Denn unsere Arbeit erfordert eine ausreichende Kapitalbasis, um effektiv in Erneuerbare Energien investieren und für eine gute Rendite unserer Anleger arbeiten zu können.

 

 

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Die Energiewende senkt die Strompreise – leider nicht für jeden

Montag, 23. Juli 2018

Zusammenfassung: Der Ausbau der Erneuerbaren Energien gelingt in Deutschland nur im Bereich Stromversorgung. Dort ist ein Anteil von 36,2 Prozent in 2017 erreicht worden. Doch während die Erneuerbaren Energien den Srompreis grundsätzlich mittlerweile vergünstigen, sorgt eine wenig austarierte EEG-Umlage sowie steigende Preise für Öl und Gas für einen eher steigenden Endkunden-Preis. Der Ausweg kann ein Investmentdepot im Bereich Erneuerbare Energien sein.

 

 

 

 

Nach dem Tiefpunkt der Strompreise an der Strombörse in Leipzig im Februar 2016 haben sich die Preise ungefähr verdoppelt. Und das, obwohl immer mehr günstiger Strom durch die Erneuerbaren Energien eingespiest wird. Hintergrund sind viel mehr die allgemein steigenden Energiekosten weltweit, die auch die Stromkosten in Deutschland nach oben treiben.

 

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Windräder lernen schwimmen

Montag, 23. Oktober 2017

Zusammenfassung: Windräder lernen über neuartige Konstruktionen schwimmen. Durch Stahlseile als Befestigungsmethode entstehen große Chancen die Offshore Windparks revolutionieren.

 

Wer schon einmal an der Nordsee war, kennt die riesigen Giganten die nicht nur an Land Strom erzeugen. Aus der Nordsee ragen ebenfalls die Windkraftanlagen zur Stromerzeugung. Direkt im Meer verbaut werden diese als Offshore-Windparks bezeichnet.

 

Schwimmende Giganten

 

Seit kurzem drehen sich am östlichsten Zipfel vor Schottland fünf neue Windräder. Die 253 Meter hohen Windmühlen ragen doppelt so hoch wie der Petersdom in den Himmel, die Rotorenblätter umspannen einen größeren Radius als London Eye, das höchste Riesenrad Europas. Der Windpark liefert Strom für 20.000 Haushalte mit einer Leistung von 30 Megawatt pro Stunde. Selbst vom 25 km entfernten Festland sind sie mit bloßem Auge zu erblicken. Jedoch ist es nicht die beeindruckende Größe des Windparks Hywind, die Vertreter der Energieunternehmen oder die schottischen Energiepolitiker begeistert. Es ist die unter der rauen Meeresoberfläche verborgene Technologie. Erstmals ist es dem norwegischen Energiekonzern Statoil gelungen einen schwimmenden Windpark zu errichten.

 

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