Autor: claudiri 24. Januar 2011

Kürzung der Solarstromtarife: Anbieter von Projekten bleiben entspannt

Bisher gab es nur Vermutungen, doch jetzt wurde vom Bundesumweltminister offiziell bestätigt, dass zum 01. Juli 2011 die Vergütung für Strom aus deutschen Solaranlagen um bis zu 15 Prozent gekürzt werden soll. Die genaue Höhe der Kürzung soll von der Marktentwicklung in den Monaten März bis Mai abhängig gemacht werden, indem das Marktvolumen dieser Monate auf ein Jahr hochgerechnet wird. Beträgt die Zubauprognose dann über 7.500 Megawatt, wird die Vergütung um 15 Prozent gekürzt, während bei einer Zubauprognose von 3500 Megawatt keine Absenkung erfolgen soll. Aktuell beträgt die Gesamtleistung aller deutschen Solarstromanlagen 17.000 MW, davon sind mehr als 7.000 MW durch neue Anlagen in 2010 hinzugekommen.

Solarpanels vor Wolke

Solarkürzung zum 01. Juli 2011 von der Bundesregierung beschlossen: Fondsanbieter bereits darauf eingerichtet



 
Desweiteren wurden folgende Informationen zu geplanten Absenkungen  bekannt gegeben : 12 Prozent bei 6.500 MW Zubau, 6 Prozent bei 4.500 bis 5.500 MW und 3 Prozent bei einem Wert bis zu 4.500 MW.

 
Für Anlagen auf freien Flächen wird eine Änderung der Vergütung erst zum 1. September erfolgen, da hier mit längeren Planungszeiten gerechnet wird.

 
Ursprünglich war diese Änderung erst zum 1. Januar 2012 mit der vorgesehenen Tarifänderung im Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) geplant. Beide Kürzungen summiert, können bis zu maximal 24 Prozent Gesamtdegression  für die Einspeisevergütung ergeben.

 
Diese Änderung ist für deutsche Solarunternehmen eine große Herausforderung, zumal in den letzten 1,5 Jahren die Einspeisevergütung bereits um ca. 30 Prozent gesunken ist.

 
Als Erklärung zu der Neuregelung nennt Bundesumweltminister Röttgen, dass die Förderung der Marktentwicklung angepasst werden müsse und außerdem kosteneffizient sein sollte.

 
Der Bundesverband der Solarwirtschaft hat dieser Änderung zugestimmt, um den Solarunternehmen in Deutschland die Möglichkeit zu geben, weiter zu wachsen, denn durch die Einigung auf ein flexible Förderung konnte die Einführung einer Begrenzung auf weiteren Zubau der Kapazitäten vermieden werden.

 
Der Geschäftsführer des Marktforschungs- und Beratungshauses EuPD Research, Markus A.W. Hoehner, ist der Meinung, dass diese Diskussionen um flexible Förderanpassungen den  Solarmarkt nicht wie beabsichtigt beruhigen, sondern im Gegenteil immer weiter anheizen.

 
Seiner Auffassung nach befindet sich Deutschland hier in einer sehr schwierigen Position: Eine gleichbleibend hohen Einspeisevergütung führt zu übermäßigem Wachstum aber schon die Ankündigung auf die Kürzung bewirkt einen hohen Ansturm in kurzer Zeit.

 
Der Experte ist der Meinung, dass dringend ein Konzept zu entwickelt ist, das alle Erneuerbaren Energien berücksichtigt.

 
Die Revision des EEG in 2012 wird für die Zukunft der deutschen Solarunternehmen von größter Bedeutung sein. Oberste Priorität sollte dabei die Stabilität des deutschen Solarmarktes haben.

 
Für führende Anbieter von Projekten für Solarparks in Deutschland bedeuten die Kürzungen keine Überraschung. Da in den Verträgen die Kaufpreise für Solarparks in aller Regel an die geltenden Einspeisevergütungen gebunden sind müssen die Technik-Anbieter Kostenvorteile schöpfen. Für die Anleger werden keine Konsequenzen erwartet, eine Investition z.B. in den Wattner SunAsset 2 ist weiterhin sehr empfehlenswert.

Facebook Like

Kommentar hinzufügen

You must be logged in to post a comment.