Autor: Gerd Junker 5. Juli 2014

Lebensversicherung: Die 3 wichtigsten Gesetzesänderungen

Die Lebensversicherung ist nach wie vor eine der beliebtesten Altersvorsorge-Lösungen der Deutschen. Mit rund 90 Millionen Policen gibt es mehr Lebensversicherungsverträge als Bundesbürger (!). Der Hintergrund: das angelegte Geld ist sehr sicher und um die tägliche Arbeit der Geldanlage, um das Suchen attraktiver Investitionen, kümmert sich die Versicherungsgesellschaft. Hinzu kommen erhebliche Steuervorteile gegenüber einer selbst getätigten Geldanlage mit Abgeltungssteuer. Am Freitag dem 4. Juli 2014, also am Tag des Sieges der Deutschen Fußballnationalmannschaft im Viertelfinale der Fußball-WM in Brasilien mit 1:0 gegen Frankreich, hat der Bundestag jetzt ein Paket zur Stabilisierung der Lebensversicherungs-Branche beschlossen.

 

Lebensversicherung: die 3 wichtigsten Änderungen

Urlaub in den Alpen: durch niedrigere Auszahlungen für viele Deutsche schwerer geworden (Bild: Grünes Geld GmbH)

 

Die Lebensversicherung ist wegen der anhaltenden Niedrigzinsphase in Bedrängnis. Einige schlecht wirtschaftende Gesellschaften haben zukünftig deshalb Schwierigkeiten, die versprochenen Zinsen zu zahlen. Das jetzt beschlossene Paket verlangt den Versicherern und den Kunden nun einiges ab. Ob es wirkt, ist umstritten.

 

Was sind die wesentlichen Punkte für die Lebensversicherung?

 

1.) Beteiligung der Kunden an den Bewertungsreserven: Wenn ein Kunde sein Geld aus der Lebensversicherung zurück erhält, erhält er bisher auch die Hälfte Bewertungsreserven (stille Reserve) ausgezahlt. Das Problem: das geht zu Lasten von Kunden, deren Verträge noch lange laufen. In Zukunft sollen diese Reserven nur noch so ausgeschüttet werden, dass die Garantiezusagen für die restlichen Versicherten nicht gefährdet sind. Steigen die Kapitalmarktzinsen wieder, soll auch diese Begrenzung wieder entfallen.

2.) Dividenden-Sperre: Die unter Punkt 1.) genannte Entlastung ist gekoppelt an eine Dividenden-Sperre für die Eigentümer der Versicherungsgesellschaften. Damit wird des schwieriger für die Versicherer, Aktionäre und andere Kapitalgeber zu finden. In Zeiten, in denen die Eigenkapitalanforderungen immer höher werden (Solceny II), ist das für die Lebensversicherung problematisch.

3.) Garantiezins-Senkung. Die Versicherungsunternehmen dürfen Ihren neuen Kunden (dies gilt immer nur für neue Verträge, rückwirkend kann hier keine Änderung beschlossen werden) einen maximalen Garantiezins auf das Anlagekapital versprechen, aktuell sind dies maximal 1,75% p.a. Zum 1.1.2015 sinkt dieser Garantiezins auf dann 1,25% p.a. Wer sich also mit dem Abschluss einer Police trägt, sollte seine Überlegungen vor dem 31.12.2014 abschließen, solange gibt es noch die höheren Alt-Verträge. Das betrifft nicht nur die Lebensversicherung, sondern auch Rentenversicherungen, Berufsunfähigkeitsversicherungen, Pflegeversicherungen oder Kinderabsicherungen.

 

 

 

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Portraitfoto Gerd Junker Gerd Junker ist Co-Gründer und Geschäftsführer der Grünes Geld GmbH. Gerd Junker: „Wir leben was wir tun! Und das ist ganz einfach, denn der doppelte Nutzen von grünen Geldanlagen ist überzeugend – die Welt verbessern und Rendite erhalten.“ Mehr zu ihm und Grünes Geld auf auf Xing, Facebook oder Twitter.
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