Autor: Carmen Junker 25. August 2017

Lebensversicherung kündigen? – 5 Alternativen!

Zusammenfassung: Durch hohe Stornokosten ist die Kündigung einer laufenden Lebensversicherungspolice kaum rentabel. Alternativen zu diesem letzten Schritt können unter anderem Verkauf, Beitragsfreistellung oder Beleihung sein. Die beste Lösung generell bleibt jedoch, sich bereits vor Vertragsabschuss – und gegebenenfalls vor einer Kündigung – umfassend beraten zu lassen, um teure Fehler zu vermeiden.

 

 

Finanzielle Sorgen sind belastend.

Knapp bei Kasse? – Eine unangenehme Situation, in der niemand gerne ständig stecken möchte. Also gilt es zu überlegen, wie mehr Geld in die Kasse kommen oder weniger ausgegeben werden könnte. Eine Lösung: Regelmäßige Ausgaben auf den Prüfstand stellen und neu entscheiden, welches Abonnement, welche Mitgliedschaft oder auch welche Versicherung vielleicht nicht mehr in die aktuelle Lebenssituation passt.

 

Doch während beispielsweise die Kündigung eines Zeitschriftenabonnements lediglich die Einstellung der regelmäßigen Lieferung zur Folge hat und sicher nur Vereine und Mitgliedschaften aufgekündigt werden, die ohnehin kaum oder selten genutzt werden, sieht das mit der Kündigung einer Versicherung schon ganz anders aus. Konsequenz Nummer eins: der Versicherungsschutz erlischt.

 

Bei einer Risikolebensversicherung bedeutet das, dass die Hinterbliebenen im Ernstfall finanziell nicht abgesichert sind. Bei einer Kapitallebensversicherung oder einer fondsgebundenen Lebensversicherung kommen zusätzlich als zweite Konsequenz hohe Stornokosten hinzu. Keine Angst – diese Kosten bilden keine zusätzliche Belastung – sie werden stattdessen vom aktuellen Rückkaufswert der Versicherung abgezogen. In der Praxis bedeutet das: Wer eine Lebensversicherung aufkündigt, verschenkt Geld, denn die Versicherungspolice verliert durch die vorzeitige Beendigung des Vertrags erheblich an Wert. Nach Abzug der Stornokosten bleibt da nicht viel übrig.

 

 

Vielfältige Gründe für und gegen eine Lebensversicherung

Lebensversicherungen gehören in Deutschland nach wie vor zu den beliebtesten Policen. Schließlich zählt Sicherheit bei vielen Sparern weiterhin zu den wichtigsten Ansprüchen und entscheidendsten Faktoren für eine Lebensversicherung, die auch zur privaten Altersvorsorge dient.

 

Wenn der Milchschaum abgeschöpft ist, bleibt nicht viel …

Aktuell laufen rund 94 Millionen Verträge. Die Kehrseite dieser Popularität: Oft werden noch immer Verträge abgeschlossen, die mittel- oder langfristig nicht zur persönlichen und finanziellen Situation des Versicherungsnehmers passen. Fehlentscheidungen mit teuren Folgen. Fast jede zweite Versicherungspolice wird vor Ablauf der vereinbarten Laufzeit gekündigt. Das bedeutet, dass das eigentliche Ziel – der Aufbau einer soliden finanziellen Vorsorge für das Alter – nicht erreicht wurde.

 

Die Gründe für diesen Schritt sind vielfältig. Teilweise macht sich während der Laufzeit eine Frustration über die geringe Rendite der Versicherungspolice breit, denn in den vergangenen Jahren sind die Überschussbeteiligungen bei vielen Versicherungsgesellschaften gesunken. Während ehemals Versicherte mit Erträgen von teilweise über sechs Prozent rechnen konnten, ist aktuell Bescheidenheit angesagt. Das anhaltende Niedrigzinsniveau macht auch vor den Lebensversicherern nicht Halt. Kunden können derzeit nur noch mit einer Rendite zwischen drei und vier Prozent rechnen. Ein Ende des Trends ist nicht abzusehen.

 

Auch der weiter abgesenkte Garantiezins hat sich zu einem Argument gegen die Lebensversicherungspolice entwickelt. Denn die hohe Beliebtheit der kapitalbindenden Lebensversicherungen basierte zu einem großen Teil auf der gebotenen Sicherheit und auf der garantierten Verzinsung, die bis zur Jahrtausendwende bei satten vier Prozent lag. Die rasante Talfahrt des Garantiezinses hat allerdings dazu geführt, dass mit aktuell 0,9 Prozent eigentlich nicht mal mehr die Inflation ausgeglichen werden kann. Zwar sind bei laufenden Verträgen die jeweils im Abschlussjahr gültigen Zinsen auch weiterhin garantiert. Die ehemals beliebte klassische Lebensversicherung zur Altersvorsorge entwickelt sich allerdings immer mehr zum Auslaufmodell.

 

 

Kündigung ist keine Seltenheit – aber nicht alternativlos

Wer frühzeitig kündigt, verschenkt Geld.

Die unzähligen Gründe, die zur Kündigung der Lebensversicherung führen, bewegen sich also auf dem weiten Feld zwischen persönlichen Lebensumständen und strukturellen Entwicklungen.

 

Kündigung bedeutet in diesem Fall, dass die vereinbarte Mindestlaufzeit der Police vorzeitig beendet wird. Denn im Allgemeinen kann nach Ablauf der Mindestlaufzeit der Vertrag vier Wochen zum Ende des Versicherungsjahres gekündigt werden. Das bedeutet, dass die Vertragslaufzeit reduziert wird. Reduziert werden kann auch die Versicherungssumme der Police. Dadurch sinken die monatlichen Beiträge. Nachteil dieser Variante: Im Todesfall verringert sich auch die Auszahlung an die Hinterbliebenen. Wer dieses Risiko nicht eingehen möchte, kann auch den Vertrag in Richtung einer Risikolebensversicherung ändern. Damit reduzieren sich allerdings auch die Ablaufleistungen zur Altersvorsorge.

 

Die Versicherung vorzeitig zu beenden ist meist keine gute Lösung. Aber es gibt Alternativen, die vielen Versicherten unbekannt sind und den Geldbeutel schonen.

 

 

Alternative 1: Verkaufen

Abgesehen von der klassischen Risikolebensversicherung, die immer noch das eigene Leben versichert und die jeweils im Vertrag begünstigten Hinterbliebenen absichert, verfolgen Lebensversicherungen heute vor allem den Zweck, eine finanzielle Vorsorge für das Leben in den kommenden Jahren zu treffen.

 

Entsprechend investieren Versicherungsgesellschaften die Prämien, um später eine entsprechende Rendite gewährleisten zu können. Das bedeutet, dass die Lebensversicherungspolice einen Wert an sich besitzt. Allerdings ist dieser Wert erst nach Ablauf der Laufzeit auch wirklich attraktiv.

 

Auch wenn der Versicherte nicht warten kann und lieber jetzt als gleich das Geld benötigt, andere haben einen längeren Atem und können abwarten: spezielle Ankaufunternehmen und andere Investoren.

 

Verkauf bringt Geld in die Kasse.

Daher bietet es sich an, die Versicherungspolice an diese Interessenten zu verkaufen. Das Ankaufunternehmen führt dann den Vertrag bis zur Fälligkeit weiter. Das bedeutet, dass die fälligen Beiträge gezahlt werden und für den Verkäufer weiterhin ein Versicherungsschutz besteht. Wird dann die Versicherung nach Ablauf der Laufzeit fällig, erhält das Ankaufunternehmen sämtliche Auszahlungen und Beteiligungen.

 

Die Vorteile für den Verkäufer liegen auf der Hand. Da bei einem Verkauf die hohen Stornokosten der Versicherung entfallen, hält sich der Verlust in Grenzen. Im Allgemeinen erhält der Verkaufswillige dann einen Preis, der etwa ein bis fünf Prozent über dem aktuellen Rückkaufswert der Police liegt und kann sofort über den Betrag verfügen.

 

Auch Ankaufangebote sorgfältig prüfen

Die renommierte Stiftung Warentest warnt jedoch davor, allzu blauäugig den Verkauf anzugehen und die Angebote zum Ankauf der Lebensversicherungspolice sorgfältig zu prüfen. Denn Vergleich lohnt sich auch hier.

 

Außerdem sollte der Versicherungsnehmer auch darauf achten, ob Steuern beim Verkauf der Police anfallen. Entscheidend dafür ist das Jahr des Vertragsabschlusses. Wer eine Police mit einer Mindestlaufzeit von zwölf Jahren vor dem Jahr 2005 abgeschlossen hat und diesen Vertrag mindestens fünf Jahre bedient hat, zahlt beim Verkauf keine Steuern. Wurden weniger als fünf Jahre Beiträge bezahlt, muss die Differenz zwischen dem Verkaufspreis und den eingezahlten Beiträgen versteuert werden.

 

Für Verträge die ab 2005 abgeschlossen wurden, wird die Abgeltungssteuer in Höhe von 25 Prozent fällig. Außerdem muss der Solidarzuschlag gezahlt werden. Versteuert wird auch hier der Gewinn, also der Betrag, der nach Abzug der Beiträge vom Kaufpreis übrig bleibt.

 

 

Alternative 2: Policedarlehen

Wer kurzfristig Geld benötigt, sich aber nicht von der Versicherungspolice trennen will, kann den Wert der Lebensversicherung nutzen und den Vertrag beleihen. Auf diese Weise kann eine vorzeitige Auflösung des Vertrags, die in der Regel mit hohen finanziellen Verlusten verbunden ist, elegant umgangen werden.

 

Versicherungspolicen können eine sichere Bank sein.

Dabei haben sich verschiedene Finanzdienstleister auf dieses lukrative Feld spezialisiert. Schließlich stellt die Kapitallebensversicherung eine sehr solide Sicherheit für die Kreditgeber dar. Entsprechend liegen die Zinsen für diese Policedarlehen im Allgemeinen unter den Angeboten der Banken und werden mit meist flexiblen Rückzahlungsmodalitäten angeboten. Besonders interessant ist dabei, dass die ansonsten obligatorische Schufa-Anfrage und – Eintrag entfällt.

 

Ein weiterer Vorteil des Policedarlehens ist, dass der vertragliche Versicherungsschutz weiterhin ununterbrochen bestehen bleibt und sich nichts an den geplanten Ablaufleistungen ändert. Damit ist die Beleihung der Lebensversicherung eine interessante Alternative für alle, die zwar dringend Geld benötigen, jedoch weiter an ihrer privaten Altersvorsorge weiter arbeiten wollen.

 

 

Alternative 3: Beitragsfreistellung

Wenn die regelmäßigen Beiträge zur Lebensversicherung eine Belastung darstellen jedoch der Verkauf oder die Beleihung der Police nicht drängt, ist die Beitragsfreistellung des Vertrags eine solide und simple Lösung. Der Versicherte stellt dafür einen Antrag auf Beitragsfreistellung bei der Versicherungsgesellschaft und muss dann keine Versicherungsbeiträge mehr leisten. Gleichzeitig werden jedoch die bereits eingezahlten Sparanteile weiter verzinst. Nach Vertragsablauf fallen die Auszahlungen dann zwar entsprechend geringer aus als bei einer regelmäßig bedienten Police, die Verluste sind jedoch überschaubarer als bei einem Verkauf des Vertrags. Ein weiterer Vorteil dieser Alternative: Wenn sich die persönliche finanzielle Situation verbessert, kann der Vertrag wieder aufgenommen werden.

 

Nachteilig kann es sein, wenn an der Lebensversicherung weitere Zusatzversicherungen hängen, wie beispielsweise eine Berufsunfähigkeitsversicherung, denn der Versicherungsschutz entfällt während der Beitragsfreistellung.

 

 

Alternative 4: Stundung der Beiträge

Freiberufler und Selbstständige können ein Lied davon singen, um die Zahlungsmoral steht es nicht immer zum Besten. Wer also theoretisch die Beiträge seiner Versicherung bezahlen kann, praktisch aber noch nicht über das Geld verfügt, kann die Beiträge bei der Versicherung auch vorübergehende stunden lassen. Die versäumten Beiträge müssen dann komplett nachgezahlt werden. Diese Variante bietet den Vorteil, dass sich die Versicherungssumme nicht verändert, die Sparanteile voll verzinst werden und der kurzzeitige finanzielle Engpass überbrückt werden kann.

Alternative 5: Beiträge aus Überschüssen bezahlen

Wer bereits eine ganze Weile die Lebensversicherung bedient hat, kann als Alternative zur Kündigung auch die laufenden Beiträge aus dem bereits angesparten Vertragskapital begleichen. Der Versicherte leiht sich quasi das Geld für die Beiträge von sich selbst. Die Nachteile sind gering, die Ablaufleistungen der Police verringern sich entsprechend.

 

 

Beratung – vor Vertragsabschluss und vor einer Kündigung

Beratung wirkt besser als Sorgenfresser.

Es gibt einen Weg, einen unpassenden Vertrag von Anfang an zu vermeiden und – wenn das Kind dann doch in den Brunnen gefallen ist – eine verlustreiche Kündigung der Police zu umgehen. Dieser Weg ist die vertrauensvolle Beratung mit einem unabhängigen Finanzdienstleister.

 

Wir von Grünes Geld, ermitteln gemeinsam mit unseren Kunden nicht nur die aktuelle finanzielle und persönliche Situation, sondern arbeiten auch heraus, welche Werte Ihnen wichtig sind und welche Finanzprodukte zu Ihnen passen. Dann wer eine kurzfristige Geldanlage sucht, wird kaum mit einer kapitalbindenden Lebensversicherung glücklich werden, gleichgültig, wie attraktiv die Erträge einmal sein werden.

 

Neben der vertrauensvollen Zusammenarbeit verbindet uns jedoch noch ein weiterer wichtiger Punkt mit unseren Klienten: Seit mehr als zehn Jahren stellen wir mit unserem Unternehmen unter Beweis, dass nachhaltige Geldanlagen gute Erträge erzielen.

 

Durch Geldanlagen in ökologisch und soziale sinnvolle Projekte machen wir Stück für Stück die Welt etwas besser und erwirtschaften dennoch gute Erträge für unsere Kunden. Mit mehr als 300 interessanten Anlageprodukten, finden wir für jeden Anlegertyp die passende Lösung – vom unkomplizierten monatlichen Sparen bis hin zur grünen Lebensversicherung.

 

 

 

 

Carmen Junker Carmen Junker ist Gründerin der Grünes Geld GmbH und Geschäftsführerin der Grünes Geld GmbH. Carmen Junker:“ Ein Grund mein berufliches Wirken speziell auf die Nachhaltige Geldanlage auszurichten ist, die Welt ein Stück positiver zu gestalten mit den Mitteln und Kenntnissen die mir zur Verfügung stehen. Aus der Verantwortung für die kommende Generation und weil ich selbst noch einige Jahre auf diesem schönen Planeten verbringen möchte“. Mehr zu ihr und Grünes Geld auf auf Xing, Facebook oder Twitter.

 

 

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