Autor: Gerd Junker 10. Januar 2014

Lebensversicherungen bald mit noch weniger Zinsen?

Die Lebensversicherungen sind eine beliebte Kapitalanlage für die Deutschen. Den 80,2 Millionen Deutschen stehen rund 90 Millionen Policen gegenüber – rechnerisch hat also jeder Bundesbürger mehr als eine Lebensversicherung bestehen. Nun droht Ungemach: Die Deutsche Aktuarvereinigung hat eine Absenkung des sogenannten Garantiezinses auf nur noch 1,25% vorgeschlagen. Die Bundesregierung folgt üblicherweise dem Vorschlag der Versicherungs-Mathematiker.

 

 

 

angst-wegen-garantiezinsUm was geht es konkret? Wer eine kapitalgebundene Lebens- oder Rentenversicherung abschließt, bekommt von der Versicherungsgesellschaft einen garantierten Zinssatz für den Sparanteil seiner eingezahlten Beiträge zugesichert. Der Sparanteil ist dabei der eingezahlte Beitrag minus die Kosten der Versicherung. Der garantierte Zinssatz bei Abschluss des Vertrages bleibt über die gesamte Vertragslaufzeit konstant.

 

Dieser Zinssatz ist nach oben gedeckelt – die Bundesregierung schreibt den Versicherungsunternehmen vor, welchen Zinssatz sie maximal Ihren Kunden garantieren dürfen. Deshalb ist die korrekte Bezeichnung auch “Höchstrechnungszins”. Fast alle Unternehmen verwenden diese Obergrenze dann auch für den Garantiezins in Ihren Angeboten.

 

Der Höchstrechnungszins, kurz Rechnungszins, wird aus der Durchschnittsrendite zehnjähriger Rentenpapiere abgeleitet. Rentenpapiere notieren auf historisch niedrigen Zinsständen und entsprechend ist eine Anpassung des Rechnungszinses praktisch unumgänglich. Hintergrund ist, dass die Lebensversicherer den größten Teil Ihrer Anlagegelder in Rentenpapieren anlegen. Die Deutsche Aktuarvereinigung (DAV) ist der führende Bundesverband für Aktuare.

 

Der aktuelle Rechnungszins liegt bei 1,75%. Der neue Vorschlag von 1,25% könnte zum 1.1.2015 bereits in Kraft treten. Damit ist langfristig die Inflation kaum auszugleichen.

 

Allerdings ist der reine Garantiezins für den Versicherten nicht ausschlaggebend. Hinzu kommen die Beteiligungen an Überschüssen und Schlussgewinnen. So summiert sich die Verzinsung meist auf einen Wert zwischen 3,5% und 4,0% bezogen auf die tatsächlich eingezahlten Beiträge (Achtung: die häufig genannte Gesamtverzinsung bezieht sich in der Regel nur auf den Sparanteil und liegt entsprechend höher – aktuell im Durchschnitt lt. Assekurata bei 4,65%).

 

Wer also einen über mehrere Jahrzehnte laufenden Renten- oder Lebensversicherungsvertrag abschließt, sollte sich nicht rein vom Garantiezins leiten lassen (die Allianz hat sogar bereits Produkte ohne Garantiezins entwickelt). Wichtig ist die langfristige Zinsentwicklung, und diese wird in den nächsten Jahrzehnten sicher noch vielen Schwankungen nach oben und unten unterliegen. So wird auch der Zins eines heute abgeschlossenen Vertrages noch viele Aufs- und Abs mitmachen.

 

Unser Tipp: Bei vielen Menschen muss noch etwas für die Altersvorsorge getan werden. In einigen Fällen wird die klassische Renten- oder Lebensversicherung der richtige Weg sein – dann lohnt sich eine Beratung so bald als möglich, um einer möglichen Absenkung des Garantiezinses ein Schnäppchen zu schlagen ohne einen kurzfristigen Entscheidungsdruck (möglicherweise zum Ende des Jahres) aufkommen zu lassen.

 

Welche Grünen Anlagemöglichkeiten von uns betrifft der Rechnungszins:

 

Grüne private Rentenversicherung

Grüne Riester-Rente

Grüne Basis-Rente

 

 

 

Portraitfoto Gerd Junker Gerd Junker ist Co-Gründer und Geschäftsführer der Grünes Geld GmbH. Gerd Junker: „Wir leben was wir tun! Und das ist ganz einfach, denn der doppelte Nutzen von grünen Geldanlagen ist überzeugend – die Welt verbessern und Rendite erhalten.“ Mehr zu ihm und Grünes Geld auf auf Xing, Facebook oder Twitter.
 
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Ein Kommentar zu “Lebensversicherungen bald mit noch weniger Zinsen?”

  1. […] lassen auf einen weiter sinkenden Garantiezins schließen (siehe dazu auch unseren Blog vom 10. Januar 2014 über die Empfehlung der Aktuare). Dies könnte zum 1.1.2015 mit dann möglicherweise 1,25% bevorstehen. Da der Garantiezins immer […]

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