Autor: Carmen Junker 22. Juli 2016

Mikrofinanz: Kleinkredite ermöglichen – Vermögen aufbauen

Zusammenfassung: Mikrofinanzierung ermöglicht mit Kleinkrediten Menschen in armen Ländern eine Existenzgründung. Finanziert werden diese Projekte durch Mikrofinanz-Fonds - einer sicheren und sozialen Investitionsmöglichkeit. Mittlerweile existieren mehrere Fonds für Privatanleger in Deutschland.

 

 

Mikrofinanzierung hilft Menschen, sich lebst zu helfen.

Mikrofinanzierung hilft Menschen, sich lebst zu helfen.

Mit Kleinstkrediten Menschen helfen, selbstständig arbeiten und leben zu können, das ist in Kürze das Grundprinzip der Mikrofinanzierung.

 

Weithin bekannt geworden ist das Prinzip durch Muhammad Yunus, Wirtschaftsprofessor aus Bangladesch. Er vergab in seinem Heimatland seit den siebziger Jahren Mikrokredite und gründete in den achtziger Jahren die Grameen Bank. Die Idee setzte sich durch und hatte Erfolg. Die Vereinten Nationen bescheinigen der Vergabe von Mikrokrediten eine hohe Wirksamkeit zur Bekämpfung der Armut und riefen 2005 das „Internationale Jahr der Mikrokredite“ aus. Ein Jahr später erhielt Muhammad Yunus und die Grameen Bank den Friedensnobelpreis.

 

Wer in Mikrofinanz-Fonds investiert, baut nicht nur sein eigenes Vermögen auf sondern übernimmt auch zugleich soziale Verantwortung. Denn das Geld aus diesen Fonds geht an verschiedene Mikrofinanz-Institute in den Entwicklungs- und Schwellenländern Afrikas, Asiens und Lateinamerikas. Diese Institute vergeben Existenzgründerkredite an Klein- und Kleinstunternehmer. Denn oftmals fehlt armen Menschen nur eine kleine Anschubfinanzierung, um selbstständig für ihren Lebensunterhalt sorgen zu können.

 

 

Wege aus der Armutsspirale

Mikrofinanz hat sich mittlerweile in rund 60 Entwicklungs- und Schwellenländern fest etabliert und vielen Menschen aus der Armutsspirale geholfen.

 

Denn zum einen konnten sie sich mit dem Mikrokredit die Dinge kaufen, die sie für ihre selbstständige Arbeit benötigten – sei es eine Nähmaschine, oder die Ausstattung für eine Suppenküche. Besonders profitieren Frauen von den Kleinkrediten: 97 Prozent der Kreditnehmer sind weiblich. Als Kleinstunternehmerinnen verdienen sie durch landwirtschaftliche und handwerkliche Tätigkeiten Geld für ihre Familien.

 

Selbstverdientes Geld sichert den Unterhalt der Familie und stärkt die Rolle der Frau.

Selbstverdientes Geld sichert den Unterhalt der Familie und stärkt die Rolle der Frau.

Zum anderen tragen die Mikrofinanzierungen dazu bei, dass die Menschen sich kein Geld von einem örtlichen Geldverleiher mit überzogenen Zinsen leihen und weiter in Überschuldung und Armut abrutschen. Die herkömmlichen Banken vor Ort scheuen den Aufwand der Kleinstkreditvergabe, sehen diese als wenig lukrativ an und schließen so Menschen vom Wirtschaftsleben aus.

 

Wie sich dies konkret auf das Leben der Menschen auswirkt, hat die Asian Development Bank in einem kurzen Video dargestellt. Insbesondere Frauen profitieren stark von Mikrokrediten. Frauenrechte zu stärken ist eine der „Nebenwirkungen“ von Mikrofinanz.

 

 

 

 

Sozial und sicher zahlt sich aus

Zahlungsausfälle, wie sie die Banken in den Mikrofinanz-Ländern fürchten, sind in der Praxis eine Seltenheit. Die vergangenen Jahre haben gezeigt, dass die überwiegende Mehrheit der Kreditnehmer das Geld, das auf Vertrauensbasis verliehen wurde, zurückzahlen und mit der Mikrofinanzierung eine Weg aus der Armut finden. Mit einer Rückzahlungsquote von rund 96 Prozent liegt die Zahlungsmoral höher als in den entwickelten Ländern.

 

 

Mikrofinanz-Fonds – Mehr Angebote für Privatanleger

Wer sein Geld sinnvoll und sicher anlegen will, findet in Mikrofinanz-Fonds eine interessante Möglichkeit für ein nachhaltiges Investment.

 

Mikrofinanz-Fonds sind seit 2007 als Fondskategorie in Deutschland zugelassen und unterliegen restriktiven gesetzlichen Einschränkungen. Waren sie in ihren Anfängen nur für institutionelle Investoren interessant, gibt es mittlerweile attraktive Angebote für private Anleger.

 

Der erste in Deutschland zugelassene Mikrofinanz-Fonds für Privatanleger ist Invest in Visions der seit 2011 aufgelegt wird und seit dem kein Kalenderjahr mit Wertverlust verzeichnen musste. Allerdings bewegen sich die Gesamtjahreskosten dieses Fonds auf dem Niveau eines Aktienfonds. Dennoch lagen die Kursgewinne, nach Abzug der Fondskosten durchschnittlich bei  2,5 Prozent für den Anleger.

 

Invest in Visions hat bereits rund 64.000 Mikrofinanzierungen ermöglicht, vor allem in ländlichen Regionen Asiens und Lateinamerikas, aber auch im Kaukasus und in Osteuropa. Die Fondsgesellschaft legt Wert auf die Stärkung der Rolle der Frau in diesen Gegenden und vergibt Kredite bevorzugt an Frauen. Außerdem verlangt Invest in Visions von den Mikrofinanzinstituten, Schulungen für die Kreditnehmer anzubieten, um den umweltfreundlichen Umgang mit Ressourcen und um alternative landwirtschaftliche Anbaumethoden voranzutreiben.

 

Zum Jahresende 2017 betrug das Volumen des Invest in Visions Mirkrofinanzfonds bereits über 500 Mio. Euro. Das gestiegene Volumen hat jedoch keinen Einfluss auf die Anlagepolitik. Denn die Philosophie lautet, dass aggressives Profitstreben auch in der Mikrofinanzierung Schaden anrichten kann. Invest in Visions ist auf der Suche nach profitablen Mikrofinanzinstituten mit nachhaltiger Ausrichtung –und nicht nach reiner Gewinnmaximierung.
Durch eine intensive Prüfung z.B. angemessener Zinssätze, transparenter Kreditberatung, Abdeckung ländlicher Gebiete und dem besonderen Fokus auf die Förderung von Frauen, soll die soziale Ausrichtung der Investments sichergestellt werden. Dazu unterschreiben die Mikrofinanzinstitute (MFI’s) zu diesem Zweck die „Client Protection Principles“ der SMARTKampagne und stehen zu deren Einhaltung. Dies beinhaltet die Begrenzung von Überschuldung der Mikrounternehmer und die respektvolle Behandlung der Kreditnehmer vor allem beim Forderungseinzug und dem Kreditverkauf.

 

Mittlerweile haben weitere Mikrofinanz-Fonds eine Zulassung für Deutschland erhalten, wie beispielsweise in diesem Jahr der Dual Return Fund – Vision Microfinance.

 

Dual Return Fund – Vision Microfinance ist für institutionelle Anleger bereits seit 2006 aktiv und hatte seit dem kein Kalenderjahr mit Wertverlust. Der Jahresgewinn belief sich auf durchschnittlich 2,9 Prozent. Wie bei Invest in Visions liegen allerdings auch hier die Gesamtjahreskosten im Bereich eines Aktienfonds.

 

Dual Return Fund – Vision Microfinance investiert in erster Linie in Asien und Lateinamerika sowie in der Kaukasus-Region. Bislang wurden Kleinkredite an 234.000 Menschen vergeben, knapp mehr als die Hälfte waren Frauen. Insgesamt ist das Kapital auf 258 verschiedene Mikrofinanzinstitute in 50 Ländern gestreut, die das Fondsmanagement regelmäßig überprüft. Dual Return Fund – Vision Microfinance legt dabei Wert auf qualifizierte Kreditberatung der Mikrofinanzinstitute, um Überschuldungen zu vermeiden und in Sachen Ernteausfallversicherung zu beraten. Darüber hinaus sollen soziale Projekte unterstützt und umweltschützende Projekte gefördert werden, beispielsweise Projekte aus den Bereichen Wasseraufbereitung und erneuerbare Energien.

 

 

Soziale Verantwortung zeigen – nachhaltig investieren

Die beiden Mikrofinanz-Fonds zeichnen sich durch Nachhaltigkeit, Stabilität und Sicherheit aus. Die soziale Wirkung ist hoch, die Wertentwicklung stabil und das Risiko gering. Gute Nachrichten für private Investoren, denn Geldanlagen sind schwierig geworden in Zeiten des Niedrigzinses.

 

Mikrofinanz-Fonds bieten Sicherheit und einen stetigen Wertzuwachs mit minimalen Schwankungen. Hinzu tritt, dass die Anlageklasse Mikrofinanz unabhängig ist von der Entwicklung an den Aktienmärkten und kaum korreliert mit klassischen festverzinslichen Wertpapieren.

Grünes Geld bietet beide Mikrofinanz-Fonds in seinen Musterdepots an. Möglich ist das monatliche Sparen, bei dem mit einer Rendite zwischen zwei und drei Prozent gerechnet werden kann oder die einmalige Anlage mit einer Rendite von rund zwei bis vier Prozent.

 

 

 

Soziale Verantwortung zeigen mit unseren Musterdepots

 

 

Carmen Junker Verfasser des Beitrages:Carmen Junker ist Gründerin der Grünes Geld GmbH und Geschäftsführerin der Grünes Geld GmbH. Carmen Junker:“ Ein Grund mein berufliches Wirken speziell auf die Nachhaltige Geldanlage auszurichten ist, die Welt ein Stück positiver zu gestalten mit den Mitteln und Kenntnissen die mir zur Verfügung stehen. Aus der Verantwortung für die kommende Generation und weil ich selbst noch einige Jahre auf diesem schönen Planeten verbringen möchte“.
Facebook Like

Comments are closed.