Autor: Gerd Junker 20. Mai 2014

Nachhaltige Altersvorsorge: Betriebsrente

Im ersten Teil unserer Serie nachhaltige Altersvorsorge haben wir uns mit der entstehenden Deckungslücke beschäftigt, im zweiten Teil mit dem Thema Fondssparplan, im dritten Teil mit privaten Rentenversicherungen, im vierten Teil mit der Riester-Rente, im fünften Teil mit der Rürup-Rente und im sechsten Teil mit dem Thema Steuern sparen.  Heute möchte ich Ihnen die Betriebsrenten vorstellen und aufzeigen, wie der Staat diese Art fördert. 

 

 

Nachhaltige Altersvorsorge: die grüne Betriebsrenten

Im Herbst des Lebens die Ernte einfahren: Wer eine gute Betriebsrente hat kann sich entspannen.

 

 

 

Um was geht es bei der Betriebsrente?

Der Ansatz, dass zusammen mit dem Arbeitgeber eine Altersvorsorge aufgebaut wird, gibt es schon lange – und Gesetze dazu in Deutschland auch. Besonders in den Aufschwungjahren der 60er und 70er Jahre des vergangenen Jahrhunderts wurden viele Betriebsrenten aufgebaut. Doch einen richtigen Schub bekamen die Betriebsrenten erst 2002, als der damalige Finanzminister Hans Eichel das Recht für jeden Arbeitnehmer einführte, dass er Bestandteile seines Gehaltes in einen Rentenanspruch umwandeln darf.

 

Darum geht es: Arbeitnehmer in Deutschland dürfen einen Teil, aktuell (Jahr 2014) bis zu 2.856 Euro pro Jahr, steuer- und sozialabgabenfrei in einen Rentenvertrag einzahlen. Weitere 1.800 € pro Jahr sind darüber hinaus noch möglich, diese allerdings nur steuerfrei (und sozialabgabenpflichtig). Dieses Werte gelten auch für die nachhaltige Altersvorsorge.

 

Und wo ist der Haken bei der Betriebsrente?

Während die Einzahlungen also stark begünstigt sind („aus dem Bruttogehalt heraus gezahlt werden“), müssen die später ausgezahlten Renten ganz normal versteuert werden. Im Gegensatz zur Riester- und Rürup-Renten müssen darüber hinaus auch Sozialabgaben bei den Renten abgeführt werden. Die Grundidee dabei: im Ruhestand dürften die Steuern niedrig sein oder ganz wegfallen (Freibeträge), ähnlich bei den dann üblicherweise niedrigeren Sozialabgaben. Und in der Ansparphase bis zum Ruhestand konnten sich auch die Einsparungen verzinsen, was bei langlaufenden Verträgen (oftmals 30 Jahre oder länger), erheblich ist.

 

Gibt es etwas vom Arbeitgeber dazu?

Der Rechtsanspruch bedeutet zunächst, dass der Arbeitnehmer einen Teil seines Gehaltes umwandeln darf (in Rentenansprüche). Er spart darauf Steuern und Sozialabgaben, so dass für 100,00 Euro Einzahlung in den Vertrag oftmals nur 40 bis 50 Euro tatsächlich vom Arbeitnehmer gezahlt werden müssen. Der Rest kommt durch die Einsparungen zustanden. Der Fachbegriff: arbeitnehmerfinanzierter Vertrag (nachhaltige Altersvorsorge).

 

 

 

Darüber hinaus spart der Arbeitgeber ebenfalls seine Sozialversicherungsabgaben auf die Beiträge, die in den Betriebsrentenvertrag gezahlt werden. Das sind rund 20%. Sehr viele Arbeitgeber spendieren diese Ersparnis dem Arbeitnehmer. Der Fachbegriff hierfür: mischfinanzierter Vertrag (nachhaltige Altersvorsorge).

In einigen Fällen gehen die Arbeitgeber noch einen Schritt weiter und zahlen aus eigener Tasche noch einen größeren Teil des Beitrags hinzu oder übernehmen den Beitrag komplett. Der Fachbegriff: arbeitgeberfinanzierter Vertrag (nachhaltige Altersvorsorge).

 

Wie schaut ein konkretes Beispiel für eine grüne Betriebsrente aus?

Am besten kann man die Betriebsrente an einem konkreten Beispiel darstellen. Hier geht es um einen mischfinanzierten Fall, bei dem der Arbeitgeber seine rund 20% Sozialabgabenersparnis in den Vertrag des Arbeitnehmers mit einzahlt. Der Monatsbeitrag beträgt 232 Euro, die Höchstgrenze für 2013 für Sozialabgaben- und Steuerfreiheit.

 

Nachhaltige Altersvorsorge Betriebsrente

Berechnungsergebnis Stuttgarter Grüne Rente: aus 80,76 Euro Beitrag 520,22 Euro Rente (nicht garantiert, mit Leistungen aus Überschussanteilen)

 

Auch nach Abzug Sozialabgaben und Steuern in der Rentenphase kann sich diese Arbeitnehmerin über eine attraktive Form der Altersvorsorge freuen, denn dem Eigenbeitrag von 80,76 Euro stehen „Fremdbeiträge“ von 151,24 Euro (!) gegenüber.

 

Welche Auswahlmöglichkeiten gibt es bei der Betriebsrente?

Es gibt verschiedene sogenannte Durchführungswege. Das können zum Beispiel Pensionsfonds, Pensionskasse oder Direktversicherung, sein. In der Praxis wird heutzutage nahezu immer die Direktversicherung gewählt, denn sie minimiert den Verwaltungsaufwand für den Arbeitgeber und überlässt die Haftung hauptsächlich der Versicherung. Auch bei einer Insolvenz des Arbeitgebers bleibt das Vermögen geschützt und der Vertrag kann weiter geführt werden.

Bei der Direktversicherung kann, ähnlich wie bei der nachhaltigen Privatrente, den Riesterrenten oder den Rüruprenten, zwischen einen klassischen Garantievariante und einer fondsgebundenen Variante ausgewählt werden.

Die Garantievarianten bieten aktuell eine Verzinsung der Beiträge von rund 3,5% p.a. und einen Garantiezins von 1,75% p.a. (dieser gilt für die Sparbeiträge ohne Kosten).

Als nachhaltige Betriebsrente mit Garantie empfehle ich üblicherweise die Oeco Capital oder die Stuttgarter Grüne Rente. In beiden Fällen handelt es sich um alteingesessene, verlässliche Unternehmen die das eingesetzte Kapital nach strengen ethisch-ökologischen Kriterien anlegen. Die Philosophie ist bei der ausschließlich auf nachhaltige Geldanlagen ausgerichteten Oeco Capital stringenter; die besseren finanziellen Erfolge erzielt üblicherweise die Stuttgarter Grüne Rente.

Auf bessere langfristige Anlageergebnisse dürfen sich Anleger von fondsgebundenen Betriebsrenten freuen. Statt 3,5% werden über lange Anlagezeiträume Renditen im Bereich 6% bis 9% realisiert. Hier ist die Auswahl an Gesellschaften mit eine guten Auswahl hochwertiger Ökofonds breiter. Favoriten sind hier Continentale, Volkswohl Bund, Helvetia oder die Stuttgarter.

 

 

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Portraitfoto Gerd Junker Gerd Junker ist Co-Gründer und Geschäftsführer der Grünes Geld GmbH. Gerd Junker: „Wir leben was wir tun! Und das ist ganz einfach, denn der doppelte Nutzen von grünen Geldanlagen ist überzeugend – die Welt verbessern und Rendite erhalten.“ Mehr zu ihm und Grünes Geld auf auf Xing, Facebook oder Twitter.
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Ein Kommentar zu “Nachhaltige Altersvorsorge: Betriebsrente”

  1. […] Grünes Geld berät Arbeitgeber und Arbeitnehmer kompetent zu ökologisch und sozialen Geldanlagen, die gute Erträge bringen. Mit diesen nachhaltigen Investments wird optimal für das Alter vorgesorgt, zugleich werden im hier und heute Projekte unterstützt, die für eine gesunde Umwelt, soziale Gerechtigkeit und den Schutz des Klimas eintreten. Wir beraten Sie gerne zu den Möglichkeiten Ihrer betrieblichen Altersvorsorge. […]

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