Autor: Carmen Junker 20. Juli 2018

17 Nachhaltigkeitsziele – Schritt für Schritt zum Ziel

Zusammenfassung: 2015 haben die Vereinten Nationen einen ambitionierten Katalog für eine nachhaltigere Entwicklung weltweit verabschiedet. Die 17 formulierten Nachhaltigkeitziele sollen die dringlichsten globalen Baustellen angehen und bis zum Jahr 2030 sichtbare Ergebnisse liefern.

 

Ziele zur nachhaltigen Entwicklung der – UN-Masterplan für die Zukunft

 

Nachhaltigkeit ist das Gebot der Stunde – weltweit! Daher haben die Vereinten Nationen 17 Ziele formuliert, um die Grundlagen einer besseren sozialen und ökologischen Gesellschaft zu schaffen und zugleich Entwicklung, Bildung und Fortschritt zu stärken.

 

Ehrgeizige Ziele, die die Staatengemeinschaft bis zum Jahr 2030 umsetzen will. Mit dieser Agenda begegnen die Vereinten Nationen den großen Herausforderungen unserer Zeit, der Bekämpfung von Hunger, Mangelernährung und Armut, dem Ausbau des Zugangs zu klimafreundlichem Strom, sauberem Wasser sowie dem forcierten Kampf gegen die Auswirkungen der fortschreitenden Erderwärmung.

 

Verabschiedet wurden die Ziele zur nachhaltigen Entwicklung (Sustainabilty Development Goals, kurz SDGs) im Jahr 2015 von der UN-Vollversammlung. Innerhalb von 15 Jahren – so der Plan – sollen die in 17 Punkten und insgesamt 169 Unterpunkte formulierten Ziele erreicht werden. Hauptanliegen ist es, die Zukunft des Lebens auf diesem Planeten auch für die kommenden Generationen sicherzustellen. Daher stehen die absoluten Basics auf den ersten Plätzen der 17 Ziele: Bekämpfung von Hunger und Armut – kurzum der Weg in die Zukunft ist kein Weg, den die Industrienationen alleine beschreiten können – keine Land darf zurückgelassen werden, alle haben ihren Beitrag zu leisten.

 

Dabei bilden die Nachhaltigkeitsziele die Nachfolge der vorangegangenen Millenniumsziele. Diese fokussierten jedoch in erster Linie die – zweifelsohne große – Verantwortung der Industrienationen. Diesmal werden auch die Entwicklungs- und Schwellenländer mit in die Pflicht genommen. Eine wichtige Erkenntnis, die aus den teilweise völlig verfehlten Entwicklungen der Millenniumsziele resultiert. Schließlich ist es nicht erstrebenswert, dass ärmere Länder auf dem Weg zu mehr Wohlstand und Nachhaltigkeit den Umweg der Industrienationen über Umweltzerstörung und Massenkonsum nehmen.

 

 

 

Deutschland Platz vier in Sachen Nachhaltigkeit

Deutschland konnte in den vergangenen zwei Jahren seine Werte in Sachen Nachhaltigkeit verbessern und nimmt nach einer aktuellen Erhebung weltweit den vierten Platz ein. Die Vergleichsstudie beurteilt, wie stark die 156 Staaten, die sich den Nachhaltigkeitszielen verpflichtet fühlen, diese auch erfüllen. Dabei hat Deutschland von theoretisch 100 Punkten immerhin 82,3 erreichen können.

 

Die Plätze eins bis drei nehmen aktuell die nordeuropäischen Staaten Schweden (85 Punkte), Dänemark und Finnland ein. Im Durchschnitt erhielten die Industrienationen 77 Punkte. Diesen Wert erreichte Kanada und nimmt damit den 20. Rang ein. Die USA belegen Platz 35., China Platz 54.

 

 

 

17 Ziele die für Ihre Geldanlage relevant sind

 

 

Auf den hinteren Plätzen sind die afrikanischen Staaten sowie Haiti, Afghanistan und der Jemen zu finden. Denn gerade was die Bekämpfung des Hungers und der infrastrukturelle Ausbau des Landes anbelangt, benötigen diese Staaten bei weitem noch sehr viel mehr an Unterstützung der Staatengemeinschaft. Mit gutem Willen allein ist es hier längst nicht getan. Dennoch sieht die Forschungsgruppe zur Bemessung der Nachhaltigkeitsziele bei den Entwicklungs- und Schwellenländern gute Ansätze extreme Armut und Hunger zu verringern und in den Zugang zu sauberem Wasser und Gesundheitsversorgung – im Rahmen ihrer Möglichkeiten – zu investieren.

 

Die Forscher bescheinigen Deutschland generell einen guten Weg zu einer nachhaltigen Gesellschaft, sehen aber auch einen Nachholbedarf in den Bereichen nachhaltiger Konsum und Produktion. Denn mit rund 33 Kilogramm Elektroschrott pro Einwohner im Jahr, liegt Deutschland mit den USA gleich auf. Ebenso problematisch bleibt der hohe Ausstoß an Stickoxiden. Generell positiv bewertet wird, dass Deutschland über eine Nachhaltigkeitsstrategie verfügt und – mindestens in Ansätzen – in Nachhaltigkeitsziele investiert wird.

 

 

Die wichtigsten Themen der nachhaltigen Entwicklung

 

Elementare Lebensgrundlagen langfristig sichern – für alle!

 

Das Ende von Hunger und Armut

Die extrem ungerechte Verteilung der Güter weltweit und der sich immer weiter öffnenden Schere zwischen einer wachsenden Anzahl von Menschen, die weniger als einen Dollar täglich zum Leben haben und dem steigenden Reichtum einer kleinen Wirtschaftselite ist die größte Herausforderung der Menschheit. Denn wie sollen dringliche Fragen wie die fortschreitende Klimakrise, die Vermüllung und Übersäuerung der Weltmeere und der Verlust der Artenvielfalt beantwortet werden, wenn ein großer Teil der Menschheit – fast eine Milliarde – keine Teilnahmemöglichkeit an diesen Veränderungen hat.

 

Bis 2030 sollen die Grundbedürfnisse weltweit sichergestellt sein. Was wie eine Sozial-Utopie klingt, ist eine ernstzunehmende Zielsetzung. Denn die extreme Armut und die Zerstörung der traditionellen Landwirtschaft in vielen Ländern gefährden den Frieden weltweit.

 

 

Verbesserung der Gesundheitsversorgung und -vorsorge

Eine verbesserte Gesundheitsversorgung zählt zu den Themen, die reiche wie arme Länder betreffen, wenn auch in unterschiedlichen Ausformungen. Fortschritte im Kampf gegen Malaria, Polio, Tuberkulose zählen genauso dazu, wie die Reduzierung der HIV-Infektionen und die Verbesserungen der Familienplanung sowie der Versorgung von Schwangeren und Neugeborenen.

 

Auch hier wird die enge Verquickung der Nachhaltigkeitsziele untereinander mehr als deutlich: Durch den Zugang zu sauberem Trinkwasser und ausreichender Nahrung, können viele Erkrankungen im Vorfeld abgewendet werden. Das gleiche gilt für umfassende Bildungsangebote, die Gesundheitsvorsorge in allen Ländern optimiert. Auch die Zahl der Todesfälle im Straßenverkehr – eine Geisel der Industrienationen – soll bis zum Jahr 2030 halbiert werden.

 

 

Bildung und Gleichberechtigung

Bildung und Gleichberechtigung zählen zu den Schlüsselfaktoren um Hunger und Armut zu beenden und zu den nachhaltigsten Investments, die eine Gesellschaft leisten kann. Global gesehen haben sich die Bildungschancen für Mädchen und Jungen verbessert. Aber auch hier gibt es noch viel zu tun. Noch immer besuchen nicht alle Kinder und Jugendliche eine Schule, Experten gehen von rund 57 Millionen aus. Die Folgen wiegen schwer: Mehr als 100 Millionen Kinder und Jugendliche sind Analphabeten, die Anzahl der Erwachsenen, die weder Lesen noch Schreiben können ist ebenfalls hoch.

 

Die Aufgabe ist damit klar definiert: gleiche Bildungschancen für alle, ohne Blick auf Geschlecht, Behinderung oder ethnischer Herkunft.

 

Bildung – einer der wichtigsten Schlüssel zur Nachhaltigkeit

 

Hand in Hand mit einer verbesserten Bildung – vor allem für Mädchen, die besonders in den armen Ländern des Südens benachteiligt sind – geht die Forderung nach mehr Gelichberechtigung. Eine Herausforderung, der auch die westlichen Industrienationen noch nicht vollständig begegnet sind. Eine Vorbildfunktion nehmen dabei auch die nationalen Regierungen ein. Immerhin sind mittlerweile rund 30 Prozent der Regierungschefs Chefinnen.

 

Diese Sichtbarkeit von Frauen in führenden Positionen stärkt auch die Gleichberechtigung in den Ländern und ist damit ein wichtiges Instrument, die Rechte von Frauen generell zu stärken und sexuelle Gewalt und Ausbeutung zu mindern.

 

 

Natürliche Lebensgrundlagen erhalten

Neben den sozialen Basics, gilt es genauso die natürlichen Lebensgrundlagen zu schützen und zu sichern. Wichtigster Punkt ist hier, die Wasserversorgung langfristig zu sichern. Denn ohne ein aktives Gegensteuern, da sind sich Experten einig – werden im Jahr 2050 ein Viertel der Menschen in Ländern mit chronischem Wassermangel oder stark verschmutztem Wasser leben. Der gerechte Zugang zu sauberem Wasser und sanitären Anlagen ist daher ein Teilziel auf dem Weg zur nachhaltigen Entwicklung in den nächsten Jahren. Ebenso wichtig wird in den kommenden Jahren der Zugang auf nachhaltige Energie sein.

 

 

Wirtschaftliche Entwicklung und infrastruktureller Ausbau

Um eine nachhaltige Entwicklung zu forcieren, sind auch die Wirtschaftskräfte weltweit gefordert. Denn rücksichtslose Gewinnmaximierung wird sich schnell als Weg in eine Sackgasse erweisen. Daher ist es ein Etappenziel, bis 2030 das Einkommen der ärmsten 40 Prozent der Bevölkerung auf den nationalen Durchschnitt anzuheben.

 

Die Aufgaben sind hier komplex: Wie können Menschen weltweit einer Erwerbsarbeit nachgehen, die durch faire Bezahlung ihre Existenz sichert? Eine Fragestellung, der sich auch die reichen Länder stellen müssen, denn durch die zunehmende Digitalisierung werden ganze Berufsbilder verschwinden.

 

Wie sieht die Welt 2030 aus – Spannungsfelder High Tech und Elendsviertel

 

Um kreative und nachhaltige Lösungen für die wirtschaftliche Entwicklung voranzubringen, ist ein solides Wachstum unabdingbar. Voraussetzung hierfür ist eine moderne Infrastruktur, die den Aufbau und Ausbau von Handel, Dienstleistungen und Unternehmen weltweit sichert. Entsprechend ist die Versorgung mit leistungsfähiger Kommunikationstechnologie mittlerweile genauso essentiell, wie der Zugang zu Wasser und Energie.

 

Dabei wird der Ausbau der Infrastruktur in der Fläche an Bedeutung gewinnen. Denn schon jetzt lebt fast die Hälfte der Menschen weltweit in Städten, Tendenz steigend. Um ein Leben in Slums rund um die Großstädte zu vermeiden, muss angemessener Wohnraum geschaffen werden. Gleichermaßen ist es wichtig, auch Natur in die Städte zu lassen.

 

 

Erhalt der Biodiversität

Der Erhalt der Natur ist ein bedeutender Faktor für die Lebensqualität der Menschheit. Deutlich wird das erst durch, wenn die Artenvielfalt bedroht wird und die fragile Balance der Tier- und Pflanzenwelt gestört wird. Daher ist der Erhalt der natürlichen Lebensvielfalt in den Meeren und an Land ein wichtiges Nachhaltigkeitsziel. Maßnahmen sind entsprechend ein Stopp der Überfischung, Wüstenbildung und industrieller Landwirtschaft sowie dem zerstörerischen Einsatz von Pflanzengiften. Geschützt werden müssen entsprechend die Lebensräume, besonders die Ozeane, Wälder und Dschungel und Gebirgslandschaften.

 

 

Klimawandel und Konsum

Die Ziele zu einer nachhaltigen Entwicklung leuchten schnell ein. Ohne eine grundlegende Veränderung der westlichen Art zu wirtschaften und zu konsumieren, wird es jedoch schwer, diese Ziele bis zum Jahr 2030 wirklich zu erreichen.

Denn dem Hunger in der einen Hälfte der Welt steht die Tatsache gegenüber, dass auf der anderen Seite Jahr für Jahr ein Drittel aller hergestellten Lebensmittel weggeworfen werden. Daher sind vor allem die Industrienationen aufgefordert, ihren Konsum zu reduzieren, nachhaltig zu gestalten, Wertstoffe zu recyclen und generell gegen die Wegwerfmentalität vorzugehen. Diese Kurskorrektur ist nicht nur eine grundlegende Anforderung angesichts der ungleich verteilten Ressourcen, sondern auch elementar, um den wachsenden Ausstoß von Kohlendioxid und der damit verbundenen Klimaerwärmung entgegenzuwirken.

 

Friedenssicherung und gesellschaftlicher Zusammenhalt

Nachhaltige Entwicklung ist auch eine Frage des allgemeingültigen Verhaltenskodex der Gesellschaften. Daher zielt auch ein Baustein zur nachhaltigen Entwicklung darauf, Ausbeutung, Korruption, Gewalt und Krieg zu beenden. Gefragt sind hier auch der Zusammenhalt der menschlichen Gesellschaft, die Unterstützung bei der Entwicklung und faire, gleichberechtigte Handelsbeziehungen sowie wissenschaftlicher und technologischer Austausch.

 

 

Kräfte bündeln – Ziele erreichen

 

 

Verantwortung übernehmen – verantwortungsvoll investieren

Nachhaltigkeit ist nur global erreichbar, wenn möglichst viele Menschen Verantwortung übernehmen und ihren Beitrag zu einer gerechteren Gesellschaft in einer gesunden Umwelt leisten.

 

Eine gute Möglichkeit bieten dabei nachhaltige Geldanlagen. Denn diese Investments bringen positive Entwicklungen wirkungsvoll voran. Dabei sind diese Anlagen keine Almosen, sondern eine gefragte Möglichkeit, um soziale und ökologische Projekte zu fördern und zugleich eine attraktive Rendite zu erwirtschaften.  So können sich Anleger etwas bei der Grünes Geld Vermögensverwaltung sicher sein, dass Ihr Vermögen dort landet, wo es zur Erreichung der Nachhaltigkeitsziele beiträgt.

 

 

 

 

 

Verfasser des Beitrages: Carmen Junker ist Gründerin  und Geschäftsführerin der Grünes Geld GmbH. Carmen Junker: „Ein Grund mein berufliches Wirken speziell auf die Nachhaltige Geldanlage auszurichten ist, die Welt ein Stück positiver zu gestalten mit den Mitteln und Kenntnissen die mir zur Verfügung stehen.“

 

 

 

 

 

 

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